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Der Baader-Meinhof-Komplex: von Stefan AustBroschiert von Goldmann VerlagPreis bei Amazon: EUR 10,00, Angebote ab EUR 6,98 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442469015, Erscheinungsdatum: August 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Gutes Buch - etwas einseitig - leider aber auch mit Qualitätsmängeln 3 von 5 PunktenZum Buch muss man nicht viel schreiben. Wer sich (vllt. zum ersten mal) mit der R.A.F. befasst, sollte dieses Buch nicht außer acht lassen. Gerade nach der Überarbeitung und den zahlreichen Bildern, die den Personen ein Gesicht geben (zumindest für diejenigen, die die Fahndungsplakate der Vergangenheit nicht mehr im Kopf haben oder noch nicht auf der Welt waren) ist das Buch eine gute Wahl. Ich ziehe einen Stern ab für die etwas einseitige Berichterstattung bzw. wiedergabe. Es ist auch einiges mehr von den Geheimdiensttätigkeiten bekannt. Einen wieteren Stern ziehe ich dafür ab, dass nach der Entfernung des Schutzumschlages die schwarze Farbe des Titels auf dem Buch abfärbt. Ständig schwarze Finger und dreckigen Schreibtisch - das muss ja nicht sein. Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte 5 von 5 PunktenDie arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um 100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen geschaffen hat. erhellend erschreckend 4 von 5 PunktenSie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist enorm. Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen: - Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt. - Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu heute. Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden. Bin frustriert 1 von 5 PunktenNachdem ich einige Reportagen im TV gesehen hatte, wollte ich näheres über die RAF wissen und bin auf Aust gestossen in der Erwartung daß alle meine Fragen geklärt werden. Da ich zu der Zeit der RAF noch mit den Mücken geflogen bin, ist es mir jedoch leider extrem schwer gefallen, ihm zu folgen. So beschreibt er z.B. über eine halbe Seite daß Meinhoff durch den Prozess gegen Strauß (sie hatte ihn mit Hitler verglichen) berühmt geworden ist, erwähnt jedoch mit keinem Ton, wie sie dazu gekommen ist. Er hält es nicht für nötig zu erklären warum Rudi Dutschke so wichtig war, wenigstens weiß ich jetzt aber genau wie der Attentäter angezogen war. Genauso geht es munter weiter, immer wieder tauchen Personen auf, politische Ereignisse ohne diese näher zu erklären. Übrig bleiben ein Haufen (zumindest für mich) unwichtige Informtionen, eine Aufreihung von Demonstrationen und hohlen Parolen, die für Neueinsteiger wie mich schwer einzuschätzen sind. Ich hab das Buch nach 1/3 frustriert und genervt weggelegt. Wenn mir jemand ein gutes Buch über Motive und Hintergründe der RAF nennen kann wäre ich dankbar. Sehr gute Dokumentation... 5 von 5 PunktenStefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF. Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a. dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung möglich wurden. Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18. Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut". Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt. Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972. Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang, sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975 scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975. Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog, unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976. Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut" mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der Nacht zum 18. Oktober 1977. Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser 10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08) |
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Der Baader-Meinhof-Komplex Das Standardwerk Vollständig aktualisiert - Erstmals mit Fotos - Alle Fakten - Alle Details von Stefan AustGebundene Ausgabe von Hoffmann und CampePreis bei Amazon: EUR 26,00, Angebote ab EUR 22,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3455500293, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: völlig überarbeitete und ergänzte Neuausgabe. |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Gutes Buch - etwas einseitig - leider aber auch mit Qualitätsmängeln 3 von 5 PunktenZum Buch muss man nicht viel schreiben. Wer sich (vllt. zum ersten mal) mit der R.A.F. befasst, sollte dieses Buch nicht außer acht lassen. Gerade nach der Überarbeitung und den zahlreichen Bildern, die den Personen ein Gesicht geben (zumindest für diejenigen, die die Fahndungsplakate der Vergangenheit nicht mehr im Kopf haben oder noch nicht auf der Welt waren) ist das Buch eine gute Wahl. Ich ziehe einen Stern ab für die etwas einseitige Berichterstattung bzw. wiedergabe. Es ist auch einiges mehr von den Geheimdiensttätigkeiten bekannt. Einen wieteren Stern ziehe ich dafür ab, dass nach der Entfernung des Schutzumschlages die schwarze Farbe des Titels auf dem Buch abfärbt. Ständig schwarze Finger und dreckigen Schreibtisch - das muss ja nicht sein. Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte 5 von 5 PunktenDie arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um 100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen geschaffen hat. erhellend erschreckend 4 von 5 PunktenSie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist enorm. Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen: - Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt. - Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu heute. Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden. Bin frustriert 1 von 5 PunktenNachdem ich einige Reportagen im TV gesehen hatte, wollte ich näheres über die RAF wissen und bin auf Aust gestossen in der Erwartung daß alle meine Fragen geklärt werden. Da ich zu der Zeit der RAF noch mit den Mücken geflogen bin, ist es mir jedoch leider extrem schwer gefallen, ihm zu folgen. So beschreibt er z.B. über eine halbe Seite daß Meinhoff durch den Prozess gegen Strauß (sie hatte ihn mit Hitler verglichen) berühmt geworden ist, erwähnt jedoch mit keinem Ton, wie sie dazu gekommen ist. Er hält es nicht für nötig zu erklären warum Rudi Dutschke so wichtig war, wenigstens weiß ich jetzt aber genau wie der Attentäter angezogen war. Genauso geht es munter weiter, immer wieder tauchen Personen auf, politische Ereignisse ohne diese näher zu erklären. Übrig bleiben ein Haufen (zumindest für mich) unwichtige Informtionen, eine Aufreihung von Demonstrationen und hohlen Parolen, die für Neueinsteiger wie mich schwer einzuschätzen sind. Ich hab das Buch nach 1/3 frustriert und genervt weggelegt. Wenn mir jemand ein gutes Buch über Motive und Hintergründe der RAF nennen kann wäre ich dankbar. Sehr gute Dokumentation... 5 von 5 PunktenStefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF. Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a. dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung möglich wurden. Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18. Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut". Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt. Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972. Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang, sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975 scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975. Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog, unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976. Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut" mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der Nacht zum 18. Oktober 1977. Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser 10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08) |
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Der Baader Meinhof Komplex von Stefan AustTaschenbuch von GoldmannPreis bei Amazon: EUR 12,00, Angebote ab EUR 7,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442129532, Erscheinungsdatum: Sept. 2007, Auflage: Erw. u. aktualis. A. |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Gutes Buch - etwas einseitig - leider aber auch mit Qualitätsmängeln 3 von 5 PunktenZum Buch muss man nicht viel schreiben. Wer sich (vllt. zum ersten mal) mit der R.A.F. befasst, sollte dieses Buch nicht außer acht lassen. Gerade nach der Überarbeitung und den zahlreichen Bildern, die den Personen ein Gesicht geben (zumindest für diejenigen, die die Fahndungsplakate der Vergangenheit nicht mehr im Kopf haben oder noch nicht auf der Welt waren) ist das Buch eine gute Wahl. Ich ziehe einen Stern ab für die etwas einseitige Berichterstattung bzw. wiedergabe. Es ist auch einiges mehr von den Geheimdiensttätigkeiten bekannt. Einen wieteren Stern ziehe ich dafür ab, dass nach der Entfernung des Schutzumschlages die schwarze Farbe des Titels auf dem Buch abfärbt. Ständig schwarze Finger und dreckigen Schreibtisch - das muss ja nicht sein. Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte 5 von 5 PunktenDie arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um 100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen geschaffen hat. erhellend erschreckend 4 von 5 PunktenSie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist enorm. Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen: - Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt. - Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu heute. Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden. Bin frustriert 1 von 5 PunktenNachdem ich einige Reportagen im TV gesehen hatte, wollte ich näheres über die RAF wissen und bin auf Aust gestossen in der Erwartung daß alle meine Fragen geklärt werden. Da ich zu der Zeit der RAF noch mit den Mücken geflogen bin, ist es mir jedoch leider extrem schwer gefallen, ihm zu folgen. So beschreibt er z.B. über eine halbe Seite daß Meinhoff durch den Prozess gegen Strauß (sie hatte ihn mit Hitler verglichen) berühmt geworden ist, erwähnt jedoch mit keinem Ton, wie sie dazu gekommen ist. Er hält es nicht für nötig zu erklären warum Rudi Dutschke so wichtig war, wenigstens weiß ich jetzt aber genau wie der Attentäter angezogen war. Genauso geht es munter weiter, immer wieder tauchen Personen auf, politische Ereignisse ohne diese näher zu erklären. Übrig bleiben ein Haufen (zumindest für mich) unwichtige Informtionen, eine Aufreihung von Demonstrationen und hohlen Parolen, die für Neueinsteiger wie mich schwer einzuschätzen sind. Ich hab das Buch nach 1/3 frustriert und genervt weggelegt. Wenn mir jemand ein gutes Buch über Motive und Hintergründe der RAF nennen kann wäre ich dankbar. Sehr gute Dokumentation... 5 von 5 PunktenStefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF. Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a. dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung möglich wurden. Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18. Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut". Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt. Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972. Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang, sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975 scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975. Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog, unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976. Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut" mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der Nacht zum 18. Oktober 1977. Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser 10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08) |
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Der Baader-Meinhof-Komplex: Fakten, Dokumente, OriginaltöneAudio CD von Hoffmann und CampePreis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 13,59 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3455305911, Erscheinungsdatum: Juli 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Gutes Buch - etwas einseitig - leider aber auch mit Qualitätsmängeln 3 von 5 PunktenZum Buch muss man nicht viel schreiben. Wer sich (vllt. zum ersten mal) mit der R.A.F. befasst, sollte dieses Buch nicht außer acht lassen. Gerade nach der Überarbeitung und den zahlreichen Bildern, die den Personen ein Gesicht geben (zumindest für diejenigen, die die Fahndungsplakate der Vergangenheit nicht mehr im Kopf haben oder noch nicht auf der Welt waren) ist das Buch eine gute Wahl. Ich ziehe einen Stern ab für die etwas einseitige Berichterstattung bzw. wiedergabe. Es ist auch einiges mehr von den Geheimdiensttätigkeiten bekannt. Einen wieteren Stern ziehe ich dafür ab, dass nach der Entfernung des Schutzumschlages die schwarze Farbe des Titels auf dem Buch abfärbt. Ständig schwarze Finger und dreckigen Schreibtisch - das muss ja nicht sein. Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte 5 von 5 PunktenDie arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um 100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen geschaffen hat. erhellend erschreckend 4 von 5 PunktenSie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist enorm. Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen: - Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt. - Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu heute. Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden. Bin frustriert 1 von 5 PunktenNachdem ich einige Reportagen im TV gesehen hatte, wollte ich näheres über die RAF wissen und bin auf Aust gestossen in der Erwartung daß alle meine Fragen geklärt werden. Da ich zu der Zeit der RAF noch mit den Mücken geflogen bin, ist es mir jedoch leider extrem schwer gefallen, ihm zu folgen. So beschreibt er z.B. über eine halbe Seite daß Meinhoff durch den Prozess gegen Strauß (sie hatte ihn mit Hitler verglichen) berühmt geworden ist, erwähnt jedoch mit keinem Ton, wie sie dazu gekommen ist. Er hält es nicht für nötig zu erklären warum Rudi Dutschke so wichtig war, wenigstens weiß ich jetzt aber genau wie der Attentäter angezogen war. Genauso geht es munter weiter, immer wieder tauchen Personen auf, politische Ereignisse ohne diese näher zu erklären. Übrig bleiben ein Haufen (zumindest für mich) unwichtige Informtionen, eine Aufreihung von Demonstrationen und hohlen Parolen, die für Neueinsteiger wie mich schwer einzuschätzen sind. Ich hab das Buch nach 1/3 frustriert und genervt weggelegt. Wenn mir jemand ein gutes Buch über Motive und Hintergründe der RAF nennen kann wäre ich dankbar. Sehr gute Dokumentation... 5 von 5 PunktenStefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF. Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a. dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung möglich wurden. Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18. Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut". Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt. Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972. Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang, sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975 scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975. Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog, unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976. Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut" mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der Nacht zum 18. Oktober 1977. Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser 10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08) |
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Helmut Schmidt: Ein Leben in Bildern des SPIEGEL-ArchivsGebundene Ausgabe von DvaPreis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 10,95 ISBN: 3421058881, Erscheinungsdatum: August 2005 |
Aus der Amazon.de-RedaktionAls "unkompliziert, aufrecht und geradeheraus" hat der, wie es im Vorwort zu diesem gelungenen Bildband heißt, "Doyen des deutschen Fotojournalismus" Jupp Darchinger den Umgang Helmut Schmidts mit Fotografen einmal beschrieben. Und Darchinger muss es wissen: Unzählige Male hat er Schmidt selbst in den Fokus seines Objektivs genommen -- in dem vorliegenden Band stammen allein 37 Aufnahmen von ihm. "Schmidts Kanzlerschaft und der politische Stil dieser Zeit", weiß Robert Fleck, "ließen noch eine Nähe zwischen Fotograf und Porträtiertem zu, die es ermöglichte, den schnörkellosen und 'hautnahen' Bildstil zu erarbeiten, mit dem Darchinger und der SPIEGEL das Bild der Bonner Republik nachhaltig prägten." Anders als heute seien die Bilder damals noch nicht "von Kommunikationsberatern vorarrangiert" worden. Und tatsächlich hat sich der politische Fotojournalismus seither ja nicht unbedingt zum Positiven verändert, obwohl die technischen Möglichkeiten für eine diskrete Pressefotografie sich seit den siebziger Jahren noch einmal erheblich verbessert haben. Technische Fortschritte waren es auch, die damals den Journalisten völlig neue Möglichkeiten eröffneten: Die Kleinbildkamera mit Motor vor allem, hochempfindliche Schwarz-Weiß-Filme, die es erlaubten, ohne Blitz zu arbeiten, sowie nicht zuletzt die Verwendung von Teleobjektiven. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dem SPIEGEL-Archiv dokumentieren dies trefflich. Der Fotostrecke hat Hans-Joachim eine biografische Skizze vorangestellt, die auf gerade einmal 25 Seiten ein ebenfalls erfreulich konturscharfes Bild des Altkanzlers zeichnet. -- Andreas Vierecke |
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Irak. Geschichte eines modernen Krieges. von Stefan Aust, Cordt SchnibbenGebundene Ausgabe von DvaPreis bei Amazon: EUR 20,00, Angebote ab EUR 6,61 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3421058040, Erscheinungsdatum: Dezember 2003, Auflage: 2., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionDass durchaus Gelungenes dabei herauskommen kann, wenn Journalisten vor Ort genau hinsehen, die richtigen Fragen stellen und die Antworten im professionellen Reportagestil verarbeiten, zeigt dieses voluminöse Buch des Spiegel-Teams. Auf über 500 Seiten reihen 20 Autoren unzählige Info-Mosaiksteine aneinander, so dass ein sehr informatives und ausgewogenes Gesamtbild des Irak-Krieges entsteht. Die chronologische Anordnung der kurzen, manchmal nur wenige Stunden verarbeitenden Textbausteine und der Newsticker zu Beginn vieler Abschnitte geben dem Leser das Gefühl, ein "Kriegstagebuch" vor sich zu haben. Die Texte spiegeln die Komplexität, das menschliche Leid, aber auch die Faszination dieses ersten einer ganz neuen Generation von Kriegen wider. An einigen Stellen zeigt sich, dass die Autoren -- trotz aller Vorsicht -- gegenüber der Faszination der technisierten und vernetzten US-Kriegsführung nicht immun sind. Besonders authentisch wird der Text, wo Menschen auf beiden Seiten zu Wort kommen: der fanatisierte Baath-Funktionär, der die Niederlage nicht sehen will, die selbstbewusste US-Soldatin, die sich mit der Terrorbekämpfung auseinander setzen muss, oder die wütenden GIs, die nur knapp dem Friendly Fire entronnen sind. Auch die irakischen Opfer erhalten eine Stimme. Der Krieg hat viele Gesichter. Wieder einmal erweist sich dies als nur zu wahr. Obwohl der Verlauf der Kriegshandlungen im Vordergrund steht, kommt auch die Vor- und Nachgeschichte des Krieges nicht zu kurz. Dabei wird die Rolle der USA durchaus kritisch beurteilt. Klar ist zwar, dass es die konkurrenzlose Militärmaschinerie den Vereinigten Staaten auf lange Zeit ermöglichen wird, derartige Kriege zu führen und zu gewinnen. Doch für den "Krieg nach dem Krieg" sind die USA weitaus weniger gut gerüstet. Die abschließende systematische Geschichte über den Irak-Krieg liegt mit diesem Buch noch nicht vor (so weit das überhaupt möglich ist), doch das vorliegende Mosaik aus Fakten und Erlebnissen gibt ein tiefenscharfes Bild davon ab, wie dieser Krieg abgelaufen ist. Reichlich überflüssig scheint die ausgiebige "US-Waffenschau" auf Hochglanzpapier -- allerdings ist auch dies eine Fassette des Krieges. --Dr. Manfred Schwarzmeier 5 Kundenrezensionen:Unabhängiger Journalismus Pur! 5 von 5 PunktenAuf mehr als 500 Seiten schildern Stefan Aust und Cordt Schnibben den Irak Krieg detailgenau! Strategien, Taktiken, Ablauf und Emotionen des Krieges werden aufgezeig, wobei nicht nur aus amerikanischer Sicht berichtet wird, sondern auch aus irakischer Sichtweise! Chronologisch geordnet, ließt sich das Buch wie ein spannender Roman und ist gleichzeitig ein sehr faktisches Sachbuch! Fachbegriffe werden gut erklärt und erläutert! Definitiv ein Muss für Jede/n, der/die sich für den Irak Krieg interessiert und alle Details von der Planung bis zum Sturz Saddams und der Zeit nach danach erfahren will! Semper Fidelis! God bless our freedom! 5 von 5 PunktenWer einen besseren Einblick über den 2. Irak-Krieg "Operation Enduring Freedom" haben will, der ist mit diesem Buch sehr gut bedient! Cordt Snibben und S. Aust haben in bewährt informativer und chronologischer Form in Sinne eines Tagebuchs, wie schon bei den Geschehnissen um den 11. September 2001 in New York und über den Tsunami am 26. Dezember 2004 in Asien, ein äußerst lesenswertes Zeitdokument zusammengestellt, bei dem man fast live dabei sein kann bei den Geschehnissen vor Ort! Bleibt nur zu hoffen, daß auch bald von gleicher Besetzung ein Buch rauskommt über die verheerenden Hurricans in den U.S.A. (Hurricane-Season 2005) z.B. von Katrina und Rita. Jedenfalls möcht ich nicht ausschweifen und kann dieses Buch nur weiterempfehlen! Es wird nicht nur von U.S. oder britischer Seite des Konfliktes berichtet, sondern auch von der betroffenen irakischen Zivilbevölkerung, deren Truppen und von den embedded Journalisten direkt an der Front! Ein Zeitdokument, das gelesen werden sollte! Spannend und informativ! Vielen Dank an die Herausgeber! alle Daumen hoch! 5 von 5 PunktenDas Buch schmückt sich mit Testimonials der hochkarätigen Art: Fest, Walser, Scholl-Latour, Simmel, Wickert - sie alle sind voll des Lobes. Meiner (im Vergleich unbedeutenden) Meinung nach: zu Recht. Was die Spiegel-Journalisten hier geschaffen haben, ist wirklich ein Meisterwerk. Es zeigt den Krieg von seinen vielen Seiten und es lässt sich dabei Zeit. Es dringt vor zu den Akteuren des Krieges, zu den einzelnen Individuen, die diesen Krieg ausführen und die unter ihm zu leiden haben. Dadurch macht es ihn begreifbar, jenseits aller Schlagworte, die man in den Nachrichten hört, aber dann doch nichts mit ihnen verbindet. Um dies zu schaffen, bedarf es der detailgenauen Schilderung, die den Leser in das Geschehen eindringen lässt, ihn vertraut macht mit den Personen, von denen er da liest. Erst wenn man so weit vorgedrungen ist, begreift man endgültig den Irrwitz, die Perversion, die unendliche Grausamkeit eines Krieges. Die ganze - manchmal durchaus fasziniert vorgetragene - Schilderung der amerikanischen Kriegsführung des 21. Jahrhunderts wird zur Anklage, wenn ihr in diesem Buch die Einzelschicksale gegenübergestellt werden. Das macht dieses Werk so wertvoll. Und nicht zuletzt ist das Buch, dank des präzisen und klugen Spiegel-Stils, ein reines Lesevergnügen. Wie Goliath den David erschlug 5 von 5 PunktenIch bin 67, Sohn eines deutschen Berufsoffiziers. Als solcher lese ich die 542 Seiten dieses Buches sicher mit anderen Augen als ein 20-jähriger, der nie einen Bombeneinschlag vor der Haustür, der nie das "Wummern" einer Materialschlacht um eine europäische Großstadt-wie ich 1945 um Prag- erlebt hat.-Geschildert werden in diesem Buch die ganz unterschiedlichen Kriegs-Erlebnisse "großer" und "kleiner" Amerikaner, Briten,Iraker, von irakischen Ärzten und von internationalen Presseleuten. Man erfährt, daß die US-Armee nach über 60 Jahren endlich begriffen hat, was die deutsche Wehrmacht unter "Blitzkrieg" verstand- , obgleich dieser Begriff seit Jahrzehnten in deutscher Sprache an den britischen und amerikanischen Offiziersschulen geläufig ist. Und man erfährt, daß die US-Armee auch endlich die von Deutschen erfundene Taktik der "verbundenen Waffen" geschnallt hat.- Und so entsteht -wie in einem Kaleidoskop- für den Leser ein Bild: Der Goliath hat zwar den David bravourös erschlagen. Aber nun machen die Söhne des David dem Goliath das Leben schwer. Und niemand weiß, wie das ausgeht.-Die USA geben sich nach einem am Ende des Buches abgedruckten SPIEGEL-Gespräch mit dem amerikanischen CIA-Mann Kenneth Pollack der Illusion hin, den Irak "demokratisieren" zu können nach dem Beispiel Deutschlands und Japans nach dem 2.Weltkrieg. Mehr als 500 Seiten Spannung 5 von 5 Punkten"Irak - Geschichte eines modernen Krieges" ist das wohl umfassendste Buch über den Feldzug zur Entmachtung Sadam Husseins. Die Handlung setzt ein vier Tage nach den Anschlägen des elften Septembers 2001 im Wochenendsitz des US-Präsidenten in Camp David und rekonstruiert im Tagebuchstil die Planung und die Realität des Irakkrieges sowohl innerhalb der US-Regierung, zwischen den USA und den Europäern, und an der Front. Ein vielschichtiges Buch, dem man anmerkt, dass dahinter eine ganze Maschinerie von Redakteuren, Reportern und Militärexperten steckt. Im typischen SPIEGEL-Stil zieht sich die Erzählung über 542 spannende Seiten hin. Ein aufwendig recherchiertes, gut geschriebenes Buch, das dem Anspruch gerecht wird, ein realistisches Bild der Geschehnisse zu zeichnen. |
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Mauss. Ein deutscher Agent. von Stefan AustTaschenbuch von GoldmannPreis bei Amazon: EUR 100,95, Angebote ab EUR 4,98 ![]() 2 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442129575, Erscheinungsdatum: Februar 1999, Auflage: Aktualis. N.-A. |
Eine Kundenrezension:Heißer Stoff und heiße Luft! 2 von 5 PunktenDer Privatagent Werner Mauss beschäftigt in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer mal wieder die Medien: Zuletzt 1996, als er gemeinsam mit seiner Frau Alida in Kolumbien nach einer umstrittenen Befreiungsaktion einer von Terroristen entführten Deutschen festgenommen wurde. Im Zusammenhang mit der Festnahme gelangte erstmals seit Jahrzenten wieder ein aktuelles Foto in die Öffentlichkeit - verbunden mit allerlei Vermutungen, in welche spektakulären Spionagefälle, Skandale und Affairen Werner Mauss und seine Auftraggeber verstrickt waren und sind. Grund genug für den Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust, sein erstmals 1988 erschienenes Buch zu aktualisieren und neu aufzulegen. Mit großem Werbeaufwand schon für Ende 1997 angekündigt, erschien das Buch erst Anfang 1999: man vermutet Unterlassungsklagen und gerichtliche Verfügungen gegen die Neuauflage aus Kreisen, denen das Erscheinen des Buches ein Dorn im Auge ist. Derartiges läßt das Leserinteresse natürlich noch größer werden - wo solch harte Bandagen aufgezogen werden, muß schon ein explosiver Stoff verarbeitet worden sein. Stefan Aust setzt mit seiner Reportage über den deutschen Privatagent Werner Mauss jedoch leider keine Meilensteine. Das Buch kommt oft über eine chronologische Sammlung von biographischen Ereignissen im Leben des Werner Mauss nicht hinaus. Verwicklungen von deutschen Behörden und Konzernen in illegale Ermittlungstätigkeiten werden immer mal wieder vermutet, jedoch nur dünn belegt. Fotos, die die geschilderten Ereignisse illustrieren, fehlen ganz. Alles in allem bleibt Stefan Aust mit diesem Buch weit hinter seinem Klassiker "Der Baader-Meinhof-Komplex" zurück. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
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Die Flucht: Über die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten von Stephan Burgdorff, Stefan AustGebundene Ausgabe von DvaPreis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 9,95 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 342105682X, Erscheinungsdatum: Oktober 2002, Auflage: 2. Auflage. |
Aus der Amazon.de-RedaktionAls der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, begann die "größte erzwungene Völkerwanderung in der europäischen Geschichte der Neuzeit", wie die Autoren es nennen: die Vertreibung von über 14 Millionen Deutschen aus ihren Siedlungsgebieten im Osten. Oft wurden sie mit Gewalt aus ihren Betten geholt, hatten kaum Zeit, um das Nötigste zusammenzupacken. Dann trieb man sie in langen Flüchtlingstrecks nach Westen. Besitz und Heimat -- in Ostpreußen, Schlesien, im Sudetenland -- blieben zurück. Die Vertreibungen, daran lassen die Autoren (Historiker und Spiegel-Redakteure) keinen Zweifel, waren Folge des Krieges, den Deutschland begonnen und vor allem in Osteuropa barbarisch geführt hatte. Sie waren ein Ventil für den verständlichen Wunsch nach Rache bei der einheimischen Bevölkerung. Aber die Vertreibungen waren eben auch ein groß angelegtes und systematisch geplantes Verbrechen. Das zeigen die dramatischen Schilderungen in diesem Buch noch einmal in aller Deutlichkeit: Zehntausende Deutsche starben an den Strapazen der Flucht oder wurden gezielt getötet, hunderttausende Frauen wurden vergewaltigt. Es ist ein Anliegen dieses Buches, die "verdrängte, abgesunkene Leidensgeschichte von Millionen Menschen zutage" zu fördern und "behutsam, auch ohne Selbstgerechtigkeit" zu diskutieren, wie es Historiker Hans-Ulrich Wehler in der Einleitung formuliert. Denn die Auseinandersetzung mit den deutschen Opfern des Krieges blieb in der Vergangenheit meist den bisweilen revanchistischen Vertriebenen-Verbänden überlassen. Die Öffentlichkeit scheute dieses Thema lange, wohl zu Recht: Zunächst einmal hatten sich die Deutschen mit ihren eigenen Verbrechen zu beschäftigen. Zu groß schien die Gefahr, deutsche Untaten würden relativiert durch den Vergleich mit deutschen Kriegsopfern. Heute lässt sich dieses Thema nüchterner diskutieren. Das Buch reiht sich damit ein unter neuere Veröffentlichungen wie Jörg Friedrichs Der Brand über den alliierten Bombenkrieg gegen Deutschland oder auch Günter Grass' Novelle Im Krebsgang. Diese schildert die Versenkung des übervollen Flüchtlingsschiffes Wilhelm Gustloff durch ein sowjetisches U-Boot, wobei mehrere tausend Deutsche in der Ostsee ertranken. Das Schicksal der Wilhelm Gustloff nimmt auch in diesem Buch breiten Raum ein -- als Symbol für das Grauen der Flucht. Packend und mit vielen Zeitzeugenberichten beschreiben die Autoren, wie die Vertreibungen in den einzelnen Gebieten Osteuropas abliefen. Sie zeigen das Versagen der deutschen Wehrmacht, die lieber verbissen für den "Endsieg" kämpfte, anstatt Flüchtlinge zu schützen. Und sie skizzieren die mühsame, letztlich aber erfolgreiche Eingliederung der Vertriebenen in der Bundesrepublik und auch in der DDR. Ein sehr lesenswertes Buch über ein ebenso schwieriges wie wichtiges Kapitel deutscher und europäischer Geschichte. --Christoph Peerenboom 4 Kundenrezensionen:nur ein Krebsgang 1 von 5 PunktenEin Buch, das ich mir auf Grund der recht guten Rezensionen hier gekauft habe. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Wenn auch immerhin die Fakten genannt werden, so ist doch ein ständig relativierender Unterton zu bemerken, der irgendwann nur noch peinlich wirkt. Den Untergang der Gustloff als -möglicherweise- größte Schiffskatastrophe zu bezeichnen ist dabei nur eines der harmloseren Beispiele. Zahlen werden relativiert, das ständige Abrunden zieht sich als Methode durch das gesamte Buch. Teilweise werden Sachverhalte regelrecht falsch dargestellt oder Ursache und Wirkung einfach verdreht. Das Buch ist nicht zu empfehlen. Dieses Buch braucht niemand. Es wird nicht einmal Ansatzweise der damaligen Katastrophe gerecht und ist aus meiner Sicht den Opfern gegenüber einfach beschämend. Es gibt bessere zur Thematik, zum Beispiel von Heinz Schön. Danke! 5 von 5 PunktenBitte mehr davon ! Dieses Werk sollte Pflichtlektüre an allen deutschen Schulen werden! Ja, wir wissen wie schuldig wir sind, dies haben wir in den letzten 60 Jahren ausgiebig gelernt. Aber wissen wir auch von dem Schuldanteil anderer Nationen am Krieg? Wissen wir von millionen Bombenopfern, verbrannten und zerfetzten Frauen und Kindern, verhungerten Deutschen Kriegsgefangenen, vergewaltigten, zu Tode gefolterten Ostdeutschen unter dem Einmarsch der Roten Armee, von den Plänen der Alliierten wie Hooton, Kaufmann oder Morgenthau Plan , Deutschlands Männer zu kastrieren, Deutschland auszurotten oder auszuhungern, von der "Reeducation", der Pressezensur der Siegermächte, der geplanten Besetzung von Lehrern und Menschen in Machtpositionen um das Volk umzuerziehen, Tieffliegerangriffe auf flüchtende Kinder, geplante Milzbrand und Giftgas Angriffe, gesprengte Staudämme und ganze ertrinkende Dörfer, den Kindermord von Bethel - die Bombardierung eines Behindertenheimes, Bombardierungen von Krankenhäusern, Altenheimen, Kirchen und Friedhöfen, das Versenken von Flüchtlingsschiffen mit unbewaffneten und unschuldigen Zivilisten, die Toten Jugendlichen des Volkssturmes, welche Ihr leben liesen um Ihre Mütter und Schwestern vor den Russen zu schützen,die komplette Vernichtung jeder deutschen Stadt, einer über 1000 Jahre gewachsenen Kultur, die gezielte Bombardierung und Verbrennung unzähliger Wohngebiete, alleine in Dresden zählte das Rote Kreuz 1945 über 275000 Opfer, warum liest man auf der Homepage von Dresden nur von 25000 Opfern? Wo sind die Mahnmale und Gedenkstätten für diese Menschen? Krieg und Diktatur sind grausam und schlecht, es wurden auf allen Seiten unverzeiliche schandtaten verübt, was dem jüdischen Volk angetan wurde ist nicht wieder gut zu machen, aber auch Deutschland hatte unschuldige Menschen und Zivilisten, auch diese haben gelitten und sollten gewürdigt werden ! Neuer Blick auf die Nachkriegszeit 5 von 5 PunktenIn der Vergangenheit sind zahlreiche Bücher zu den Themenkomplexen Flucht und Vertreibung erschienen. In der Regel handelte es sich um Berichte, bei denen eine Einordnung in das historische Gesamtgeschehen nur ansatzweise vorgenommen wurde. Die Herausgeber von "Die Flucht" versuchen mit einem relativ großen Spektrum von ausgewählten Texten diese Lücke zu schließen. Die These, die vermutlich bei der Auswahl der Texte von Bedeutung war, lautet: es gibt keine gerechte oder zu rechtfertigende Vertreibung. Hier setzen sich die Autoren deutlich von der Argumentation der 68er Generation ab. - Die Textauswahl besticht durch íhre Breite. Berichte mit bisher weitgehend unbekannten Details wechseln mit Makroperspektiven. Dadurch kommt trotz der Informationsfülle beim Lesen keine Langeweile auf. Das Buch ist ein Muß für jeden, der sich mit der Geschichte Nachkriegsdeutschlands beschäftigt. Die Perspektive der Autoren und Herausgeber sollte eigentlich in die moderne Geschichtsdidaktik eingehen. Ein ergreifendes Dokument der Geschichte 4 von 5 PunktenDas vorliegende Buch bemüht sich sachlich die Geschichte der aus Ost-Europa vertriebenen Deutschen darzustellen. Stefan Aust ist wieder einmal Garant für soliden Polit-Journalismus, ohne dem - leider vielfach verbreitetem - Drang, allzu einfache oder polemische Erklärungen liefern zu müssen, nachzugeben. Dem einschlägig interessierten Leser kann dieses Buch nur ans Herz gelegt werden. |
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Wettlauf um die Welt: Die Globalisierung und wir von Stefan Aust, Claus Richter, Matthias ZiemannBroschiert von PiperPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 1,92 ![]() 3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492251641, Erscheinungsdatum: März 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionDie Globalisierung ist ein Wettlauf, an dem wir alle, ob wir wollen oder nicht, teilnehmen. Und wenn wir es nicht tun, fallen wir halt zurück. Das ist die schlichte Botschaft dieses trotz allem, was man an ihm zu Recht (oder zu Unrecht?) auszusetzen haben mag, lesenswerten Bandes. Wie sehr die Globalisierung heute schon unser aller Alltag durchdringt, welche von welchen -- weitgehend gesichtslosen -- Akteuren in Gang gehaltenen Prozesse tatsächlich längst den Lauf der Welt(wirtschaft) bestimmen, das alles kann man darin nachlesen, zum Teil zwischen den Zeilen (doch dort um so deutlicher). In einer redaktionellen Nachbemerkung zu dem auf Interviews mit aktiven (und passiven) Teilnehmern, Gewinnnern und Verlierern dieses Wettlaufs um die Welt basierenden Buches lesen wir, dass die Texte für den Druck nur leicht überarbeitet wurden, weil der Charakter des gesprochenen Wortes möglichst erhalten bleiben sollte. Vielleicht wollte man ja den Charakter des gesprochenen Wortes nicht nur um seiner selbst willen erhalten, sondern zugleich auch deutlich machen, wie brüchig die geistige Basis manches Globalisierungs-Aktiven bisweilen ist: Während nämlich die Berichte Betroffener, denen die Globalisierung den Boden unter den Füßen weggezogen hat, den Leser nicht zuletzt wegen dieses Charakters des gesprochenen Wortes betroffen machen, fragt man sich angesichts manches vor laufender Kamera vermutlich gescheit und vor allem lebenstüchtig anmutenden Statements manches Machers, ob die Substanz dessen, was er zu sagen hat, tatsächlich so dünn ist, wie die Dürftigkeit der Sprache glauben macht, derer er sich bedient. Darüber, ob die redaktionelle Entscheidung, aus Interview-Statements ein Buch zu einem solch brisanten Thema zu machen, ein weiser Ratschluss gewesen ist, darf man gewiss streiten. Lesenswert ist das alles gleichwohl, zum Teil vielleicht ja gerade deswegen. Die Globalisierung ist jedenfalls eine Tatsache, mit der wir nun mal irgendwie leben müssen. Dies macht das Buch in der Gesamtschau ebenso deutlich, wie die vielfältigen Aufgaben, die sich daraus für uns alle ergeben und vor denen wegzulaufen leider keine Alternative ist. -- Hasso Greb, Literaturanzeiger.de Eine Kundenrezension:Globalisierung und Kultur im 21. Jahrhundert. 3 von 5 PunktenDie Anthologie zum Thema Globalisierung widmet sich in Form des Essays vieler Aspekte dieser Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Es werden neben praktischen Arbeitserfahrungen in einem globalisierten Unternehmen verschiedene Vorsitzende von großen börsennotierten Unternehmen nach ihren Gedanken und Zielen zur Globalisierung befragt. Neben weiteren Hintergrundinformationen zum Thema werden auch die zukünftigen Aspekte beleuchtet, auf die man sich in naher Zukunft einstellen muss. Das Buch hat mich in seiner Übersichtlichkeit über alle wichtigen Aspekte zum Thema überzeugt, ohne zu sehr in fachliche Details sich zu verlieren. Das Buch ist ein guter, erster Zugang zum Thema, geschildert aus einer Perspektive, die die Globalisierung nicht sofort als Negativthema aburteilt, sondern versucht, sachlich Positives und Negatives zu nebeneinander zu stellen. Was mich am Buch aber durchaus erschütterte, war die Tatsache, dass es an guten schriftsprachlichen kommunikativen Mitteln und Möglichkeiten von unten bis hinauf auf oberste Unternehmensführungsebenen offenbar eher mangelt; also das Buch auch zu einem Hinweis darauf wird, inwieweit deutsche und europäische Kultur, gerade auch Sprachkultur, neben Fragen zu exzellentem betriebswirtschaftlichen und ökonomischen Wissen für wichtig erachtet wird. Auch hier, nicht nur bei unseren Kindern, lässt PISA durchaus grüßen. Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend; 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten. |
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Der Baader Meinhof Komplex von Stefan AustGebundene Ausgabe von Hoffmann und CampePreis bei Amazon: EUR 26,00, Angebote ab EUR 23,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 345509516X, Erscheinungsdatum: Sept. 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionGerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt. Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch, literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Gutes Buch - etwas einseitig - leider aber auch mit Qualitätsmängeln 3 von 5 PunktenZum Buch muss man nicht viel schreiben. Wer sich (vllt. zum ersten mal) mit der R.A.F. befasst, sollte dieses Buch nicht außer acht lassen. Gerade nach der Überarbeitung und den zahlreichen Bildern, die den Personen ein Gesicht geben (zumindest für diejenigen, die die Fahndungsplakate der Vergangenheit nicht mehr im Kopf haben oder noch nicht auf der Welt waren) ist das Buch eine gute Wahl. Ich ziehe einen Stern ab für die etwas einseitige Berichterstattung bzw. wiedergabe. Es ist auch einiges mehr von den Geheimdiensttätigkeiten bekannt. Einen wieteren Stern ziehe ich dafür ab, dass nach der Entfernung des Schutzumschlages die schwarze Farbe des Titels auf dem Buch abfärbt. Ständig schwarze Finger und dreckigen Schreibtisch - das muss ja nicht sein. Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte 5 von 5 PunktenDie arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um 100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen geschaffen hat. erhellend erschreckend 4 von 5 PunktenSie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist enorm. Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen: - Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt. - Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu heute. Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden. Bin frustriert 1 von 5 PunktenNachdem ich einige Reportagen im TV gesehen hatte, wollte ich näheres über die RAF wissen und bin auf Aust gestossen in der Erwartung daß alle meine Fragen geklärt werden. Da ich zu der Zeit der RAF noch mit den Mücken geflogen bin, ist es mir jedoch leider extrem schwer gefallen, ihm zu folgen. So beschreibt er z.B. über eine halbe Seite daß Meinhoff durch den Prozess gegen Strauß (sie hatte ihn mit Hitler verglichen) berühmt geworden ist, erwähnt jedoch mit keinem Ton, wie sie dazu gekommen ist. Er hält es nicht für nötig zu erklären warum Rudi Dutschke so wichtig war, wenigstens weiß ich jetzt aber genau wie der Attentäter angezogen war. Genauso geht es munter weiter, immer wieder tauchen Personen auf, politische Ereignisse ohne diese näher zu erklären. Übrig bleiben ein Haufen (zumindest für mich) unwichtige Informtionen, eine Aufreihung von Demonstrationen und hohlen Parolen, die für Neueinsteiger wie mich schwer einzuschätzen sind. Ich hab das Buch nach 1/3 frustriert und genervt weggelegt. Wenn mir jemand ein gutes Buch über Motive und Hintergründe der RAF nennen kann wäre ich dankbar. Sehr gute Dokumentation... 5 von 5 PunktenStefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF. Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a. dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung möglich wurden. Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18. Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut". Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt. Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972. Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang, sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975 scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann, Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975. Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog, unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976. Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut" mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der Nacht zum 18. Oktober 1977. Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser 10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08) |
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