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Das Spiel des Engels von Carlos Ruiz ZafónGebundene Ausgabe von S. FischerPreis bei Amazon: EUR 24,95, Angebote ab EUR 17,20 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3100954009, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: 2., Aufl. |
Aus der Amazon.de RedaktionDavid Martín ist siebzehn, als er die Chance seines Lebens erhält: Der Chefredakteur einer Regionalzeitung fragt ihn, ob er für einen ausgefallenen Beitrag Ersatz liefern könne. Und David Martín kann: seine Erzählungen "Geheimnisse von Barcelona" werden ein Riesenerfolg. Doch im Laufe der Zeit wird klar: Dieser Erfolg hat seinen Preis... Die mystisch-spannende Geschichte, die Bestsellerautor Zafón in Das Spiel des Engels entfaltet, zieht den Leser rasch in ihren Bann und entführt ihn in ein faszinierend morbides Barcelona zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zafóns grandioses Debüt Der Schatten des Windes begleitete den Buchhändler Daniel Sempere auf einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Das Spiel des Engels führt nun noch weiter zurück, nämlich bis zu Daniels Großvater. Der alte Buchhändler Sempere ist jetzt der väterliche Freund Davids. Nach seinem erfolgreichen Einstand verdient der aus armem Hause stammende Literat David bald sein Geld mit dem Fortsetzungsroman "Verdammte der Stadt". Doch im Laufe seiner 127 Folgen zehrt die Arbeit ihn auf, seine Liebe zur schönen Cristina bleibt unerwidert, und seine Gesundheit nimmt schweren Schaden. Eines Tages, als es David Martín besonders schlecht geht, nimmt der alte Buchhändler Sempere ihn mit an einen geheimnisvollen Ort, der schon im Der Schatten des Windes verzauberte: den Friedhof der vergessenen Bücher. Bald darauf erhält der inzwischen schwer kranke David eine seltsame Offerte von einem dubiosem Verleger. Für das Schreiben einer ganz speziellen Auftragsarbeit macht dieser dem Schriftsteller ein verlockendes Angebot - ein guter Deal oder ein Pakt mit dem Teufel? Das Spiel des Engels ist gleichzeitig Fantasy-Märchen, Liebesgeschichte, Krimi und Horrorstory. Das Buch fesselt den Leser mit den fein gesponnenen Fäden seiner Geschichte, sodass man bald nicht mehr zwischen erzählter Wirklichkeit und imaginiertem Trugbild zu unterscheiden vermag. Wie schon in Der Schatten des Windes verknüpft Zafón äußerst kunstvoll verschiedene Ebenen und Stränge miteinander. Über geheimnisvolle Orte und metaphysisch anmutende Begegnungen verdichtet sich die Handlung immer mehr - bis zu dem Punkt, da sie schließlich in einen erbarmungslosen Kampf auf Leben und Tod mündet. -- Ulrike Künnecke, Literaturtest Interview: 5 Fragen an Carlos Ruiz Zafón Herr Zafón, Ihr letztes Buch Der Schatten des Windes entführte uns an einen geheimnisvollen Ort, an dem Bücher niemals sterben. Wohin entführt uns Ihr neuer Roman Das Spiel des Engels? Das Spiel des Engels entführt den Leser wieder in das literarische Universum des Friedhofs der Vergessenen Bücher und in das mysteriöse gotische Viertel Barcelonas. Es ist eine Geschichte, in der es Intrigen und Romanzen gibt, die tragisch und komisch ist. Und sie steckt voller Überraschungen. Wie arbeiten Sie an einem Roman? Wenn ich mich hinsetze, schreibe ich tagelang durch und gönne mir nur einen freien Tag in der Woche. Einen Teil vom Das Spiel des Engels habe ich in Los Angeles geschrieben. Ein Freund hat mir ein Arbeitszimmer überlassen und ich habe dort von 6 Uhr früh bis 2 Uhr mittags geschrieben, völlig gegen meine Veranlagung. Sonst arbeite ich immer nachts. Schreiben ist ein komplizierter Prozess, der mich viel Zeit kostet und für den ich mich ein wenig aus der Welt zurückziehen muss.In Spanien ist "Das Spiel des Engels" noch erfolgreicher als Ihr erster Roman. Woran, glauben Sie, liegt das? "Der Schatten des Windes" habe ich vor zehn Jahren angefangen zu schreiben. Ich glaube, dass ich in dieser Zeit etwas hinzugelernt habe. Man lernt aus seinen Fehlern und mit dem Alter. Zudem war das Buch aus der Perspektive eines heranwachsenden Jungen geschrieben und deshalb liebenswürdiger. Beim Das Spiel des Engels war ich mutiger, und so ist dabei die ruchlose Schwester von Der Schatten des Windes herausgekommen. Es hat mehr von Charles Dickens: Es ist eine Hommage an die Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, die die Literatur auf fieberhafte Weise lebten.Wann haben Sie angefangen zu schreiben? Als ich zum ersten Mal Geld für etwas von mir Geschriebenes erhielt, war ich acht Jahre alt und dachte, mit 13 bin ich berühmt. Ich gründete mit einigen Freunden an der Schule einen Verlag. Einer kümmerte sich um die Gestaltung, ein anderer machte die Kopien, und ich schrieb. Es waren Horrorgeschichten mit Außerirdischen und Vampiren. Mit dem Geld, das wir einnahmen, kauften wir uns Süßigkeiten. Seitdem habe ich nicht aufgehört zu schreiben.Was ist Glück für Sie? Ich tu gerne einmal nichts, aber irgendetwas mache ich immer. Ich höre gern Musik, lese, gehe ins Kino, reise und lerne. Ich lerne sehr schnell. Viel wichtiger als der Erfolg meiner Bücher ist für mich, dass ich seit langer Zeit zum ersten Mal mit mir selbst zufrieden bin. Was ist für mich das Glück? Darauf antworte ich immer das Gleiche: geistige Zufriedenheit.Über den Autor Carlos Ruiz Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren, wuchs im Schatten von Gaudís Kathedrale Sagrada Família auf und besuchte die gotische Jesuitenschule von Sarría. Deren wuchernde Architektur regte schon den 10-Jährigen zu Schauergeschichten an und inspiriert ihn bis heute zu seinen kunstvoll konstruierten Romanhandlungen. Seine berufliche Laufbahn begann er als Texter, bevor es ihn 1994 nach Los Angeles zog, wo er zehn Jahre als Drehbuchautor und Journalist arbeitete. Für sein Erstlingswerk Der Fürst des Nebels erhielt Ruiz Zafón 1993 den Edebé-Preis für Jugendliteratur. Sein Roman Der Schatten des Windes von 2001 wurde zum größten Bucherfolg Spaniens und begeisterte, in mehr als 30 Sprachen übersetzt, Leser in aller Welt.Amazon.de-HörbuchrezensionEigentlich hat David MartÃn kaum eine Chance, ein bedeutender Schriftsteller zu werden. Im Barcelona vor dem spanischen Bürgerkrieg wächst er in einer Umgebung auf, die man heute einen „bildungsfernen Haushalt“ nennen würde. Und als ihm ein väterlicher Freund einen Band von Charles Dickens in die Hand drückt, wird der Ich-Erzähler von seinem Vater windelweich geprügelt. Trotzdem zieht es David zum Schreiben: zuerst zur abgehalfterten Zeitung „Stimme der Industrie“, die aber doch nicht so abgehalftert ist, dass ihre „Edelfeder“ Pedro Vidal nicht das große Talent des Jungen erkennen würde. So wird David doch noch ein Autor, und zwar ein schlecht bezahlter Schreiberling von Trivialromanen. Dann bedroht eine Krankheit sein Leben, die große Liebe seines Lebens geht verloren. Und dann gibt es da noch den Verleger Andreas Corelli, den niemand kennt und der MartÃn bittet, mit einem Buch für gutes Geld eine Religion zu begründen. Ein Pakt mit dem Teufel? Einem internationalen Publikum wurde der spanische Erfolgs-Autor Carlos Ruiz Zafón 2001 mit seinem Besteller Der Schatten des Windes bekannt: Inzwischen ist das Buch in dreißig Sprachen übersetzt. Dementsprechend groß waren die Erwartungen an den Nachfolgeband Das Spiel des Engels, und Zafón hat die Erwartungen in jeder Hinsicht erfüllt. Episch breit angelegt, entführt der Roman seine Leser in ein verzaubertes, phantastisches und labyrinthisches Barcelona. Das hat große Klasse und Poesie. Umso glücklicher ist der Umstand, dass der Argon Verlag für seine Hörspiel-Produktion den bekannten Schauspieler Gerd Wameling gewinnen konnte, der unter anderem in Wim Wenders’ In weiter Ferne so nah sowie in der Serie Wolffs Revier mitspielte. Denn Wameling liest den Text (wenn auch nicht den gesamten Text, sondern eine autorisierte Lesefassung) routiniert und schnörkellos, ohne sich allzu sehr in Szene zu setzen, sodass das Lyrische durch eine klare, unaufgesetzte Stimme schimmert. Auch wenn man sich fragen darf, warum der Ich-Erzähler in direkter Rede mit „anderer Stimme“ (also anderem Timbre) spricht: Nicht zuletzt Wamelings Leistung macht Das Spiel des Engels zu einem bezaubernden Hörgenuss. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de 9 CD, 611 Minuten 5 Kundenrezensionen:Meisterhaft! 5 von 5 PunktenDas von vielen als misslungen genannte Ende hat mir sehr gut gefallen. Die Darstellung der Person des Andreas Corelli in der während des Lesens des Buches erahnten Funktion (ich will ja nichts verraten) fand ich mehr als gelungen. Wenn ich heute an den Epilog des Buches zurückdenke, läuft es mir noch immer eiskalt den Rücken hinunter. Überhaupt zeichnet sich der Roman durch eine reiche Sprache aus. Während des Lesens IST man in Barcelona und fiebert mit den Figuren durch die Geschichte. Die Spannung ist manchmal schier unerträglich. Ich habe selten eine so gute Geschichte gelesen. absolut lesenswert 4 von 5 Punktenum es kurz zu machen: - sprachlich einfach phantastisch (Kompliment auch an den Übersetzer) - die Storry gut und spannend - etwas düsterer und depressiver als Schatten des Windes - das Ende ist m.E. nicht ganz so gelungen (Es handelt sich übrigens nicht um eine Fortsetzung oder einen Vorgägner vom Schatten des Windes. Es ist ein eigenständiger Roman.) Edelschund 1 von 5 PunktenDie Geschichte des jungen, talentierten und verkannten Schriftstellers David Martin baut im ersten Drittel eine Erwartung auf, die dann bis zum misslungenen Schluss nicht mehr erfüllt wird. Der Roman braucht 200 Seiten um zum eigentlichen Thema der Geschichte zu kommen: Der Künstler, der aus Geltungssucht dem Teufel seine Seele verkauft. Danach geht es drunter und drüber. Immer wieder werden Spannungsbögen aufgebaut, die dann einfach abrechen um viele Seiten später wieder neu aufgebaut zu werden. So etwa, wenn Martin bei seinen Nachforschungen zum mysteriösen Haus mit dem Turm vom Jäger zum Gejagten wird. Viel zu oft enden diese Szenen damit, dass er sich erst einmal "schlafen legt" um danach wieder von vorn anzufangen. Man kennt diesen Effekt aus dem Action- und Blockbuster-Kino: Die Logik der Erzählung wird willkürlich der Spannung geopfert. Hauptsache es ist mysteriös, ob es im Rahmen der Geschichte Sinn ergibt, ist zweitrangig. Dazu gehören z.B. die zwischenzeitliche "tödliche Krankheit" und die Episode im "Friedhof der vergessenen Bücher", die vollkommen deplatziert wirkt. Das Buch mag gute Chancen haben, eines Tages mit viel Tam Tam verfilmt zu werden. Anspruchsvolle Literatur ist jedoch etwas anderes. Noch grandioser als der "Schatten...." !!! 5 von 5 PunktenIch hätte dieses Buch in 3 Tagen lesen können, aber nicht wollen, denn ich wollte den Abschied von diesem Buch so weit wie möglich hinauszögern! Nun ist es also geschehen und ich blicke zurück auf Tage voller Lesegenuss. Aber diesmal war es mehr noch. Ich fühlte mich zeitweise als Teil der Handlung, sah mich fassungs- und bewegungslos dem Geschehen um mich herum bedingungslos ausgeliefert. Möglich machte das die Sprachgewalt mit der Umgebungen, Zustände und Emotionen sich meiner Sinne bemächtigten und mich in eine andere Welt entführten. Im Vergleich zu seinem ersten Buch (Schatten....) empfinde ich dieses Werk als sehr viel gereifter und in dem nie enden wollenden Spannungsbogen noch um einiges Fesselnder. Obwohl ich mir nach Lesen des "Schattens...." das nicht hätte vorstellen können, dass das noch möglich sei. Auch empfinde ich nicht - wie einige Rezensenten vor mir - dass Handlungsstränge sich nicht im Verlaufe des Geschehens in irgendeiner Weise aufklären. Ich werde dieses Buch aber nicht das letzte Mal gelesen haben und dann diesbezüglich darauf genauer achten, ob mir vielleicht doch etwas entgangen ist... An dieser Stelle auch noch einmal von mir ein besonderes Lob und einen Dank an den Übersetzer, dem es gelungen, ist diese Sprachdichte auch im Deutschen herzustellen. Und nun lassen Sie sich entführen in diese mystische Unter-Welt Barcelonas! Für Liebhaber von dramatische Liebesgeschichten und mystisch-berauschende Erzählungen 4 von 5 PunktenCharles Ruiz Zafón schafft es im Spiel des Engels, wie schon in seinem früheren Werk Schatten des Windes, die mystisch-dunkle Atmosphäre von Barcelonas früherem "Barri Gotic" und Hafenviertel perfekt einzufangen. Mit seiner Mischung aus Krimi, Liebesroman, Grusel- und Fantasy-Story entführt uns der Autor in eine Welt der Hoffnung, des Betrugs und der Macht der Buchstaben. Geschickt nimmt er seine virtuos gesponnen Erzählstränge immer wieder auf und entwirft so eine ebenso berauschende wie ergreifende Geschichte aus den Jahren vor dem spanischen Bürgerkrieg. Wer auf dramatische Liebesgeschichten und mystisch-berauschende Erzählungen steht, findet hier einen Meister. Achtung, Suchtgefahr! |
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Der Knacks von Roger WillemsenGebundene Ausgabe von Fischer (S.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 18,90, Angebote ab EUR 11,99 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3100921054, Erscheinungsdatum: Oktober 2008, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Willemsen beobachtet und erklärt den Knacks 4 von 5 PunktenDas essayistische Buch Willemsens beginnt autobiographisch, mit dem Tag, als sein Vater starb und er ein verirrtes Huhn zur Bäuerin zurückbrachte, dem Tag, als der Knacks in sein Leben trat, wieder einmal. Willemsen beobachtet und erklärt den Knacks, bei sich und bei anderen; mit großer Offenheit erzählt er von einer krebskranken Freundin, von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Knacks, aber er zeigt auch Paare, deren Knacks in Cafes und Hotelräumen offenbar wird. Er zeigt Begebenheiten, nimmt Beispiele aus der Kultur, erklärt diese Phasen, die er einfach unter dem Knacks subsumiert. Und wie er beobachtet und erklärt, das ist schon ziemlich herausragend. Bildstark und stark verdichtet, solche Sprachgewalt ist ungewöhnlich, kostet Konzentration und mehrmaliges Hören, um wenigstens den Hauptteil der Gedanken mitzubekommen. Das ideale Buch für eine Hörbuchversion ist Der Knacks" sicherlich nicht; hat man eine Formulierung gerade erst verdaut, dann hat man sicherlich auch vier weitere verpasst - und manchmal, wenn Willemsen nicht erzählt, sich im Gegenteil in der Philosophie ein wenig verliert, dann ist es wirklich schwer, dabei zu bleiben - da ist ein Hörbuch einfach unerbittlich, während man in einem Buch noch mal zurückblättern kann. Aber die Gedanken, die man schon beim ersten Mal versteht, sind auch gleich sehr beeindruckend, oft ein bisschen pessimistisch, manchmal nah am Zynismus, aber immer auch gut beobachtet und vorgetragen - man muss mitdenken, im Geiste mitdiskutieren, Argumente abwägen, ja, dieses Buch fordert den Verstand des Hörers heraus. Sicherlich muss man nicht jeden Gedanken teilen, der gleichen Meinung sein, aber verstehen kann man, und sich auseinandersetzen muss man. Vermutlich ist selber lesen hier wirklich von Vorteil, aber ohne Frage ist auch das Hörbuch eine echte Herausforderung, eine von den Herausforderungen, die der Kopf immer wieder braucht, um nicht einzurosten. Dafür ist Roger Willemsen dringend zu danken. Enttäuschend! 1 von 5 PunktenWillemsens Buch über den Knacks ist in der Gesamtschau leider eine Enttäuschung. Der Grundgedanke des Essays ist im Prinzip interessant: Willemsen beschreibt den "Knacks" als Gegensatz und in der Abgrenzung zum harten Bruch als eine individuelle wie kollektive Kategorie der Erfahrung, als ein Phänomen, das sich in der eigenen Psychogeschichte wie auch im gesellschaftlichen Alltag nachverfolgen lässt. Leider ist der Essay aber durchweg geschwätzig und innerhalb der einzelnen Kapitel nur unzureichend strukturiert. Anstatt den interessanten Gedanken halbwegs systematisch zu entfalten und zu entwickeln, fabuliert Willemsen unnötig wortreich herum, schweift ab, überhäuft die meist aussichtsreichen Leitgedanken der einzelnen Kapitel mit viel zu langen, oft nur assoziativ wirkenden Wortreihungen, die mehr ablenken als zu den Gegenständen vorzudringen. Willemsen hätte das gleiche Buch auf 50 Seiten schreiben sollen und es wäre gut und lesenswert geworden. Der Knacks 5 von 5 PunktenEine wohlgelungene, aber schwer verdauliche und nachhaltige Kost, die sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Schon während der ersten Seiten dieses Buches zwingt das Gelesene den Leser, sein eigenes Leben zu überdenken. Man fängt an, den Knacks in sich zu suchen, wann er stattfand und was ihn auslöste. Ein empfehlenswertes Buch für Menschen, die sich nicht scheuen mit offenen Augen in ihre eigenen innerlichen Abgründe zu sehen. Leider sind an einigen Stellen im Buch derartig lange Schachtelsätze eingebaut, dass ich am Ende eines solchen Satzes nicht mehr wußte, was am Anfang stand. Aber ansonsten ein wohlgelungenes Werk und jeder, der dieses Buch gelesen hat, wird die Welt mit anderen, sensibilisierten Augen sehen. Reflexionen über das Leben 4 von 5 PunktenIn seinem Essay mit dem Titel < Der Knacks > geht es Roger Willemsen um eine lange Reflexion um das Werden und Vergehen, um Leben und Tod, Kindheit, Jugend, Beziehungen zu uns selbst und die uns umgebenden Menschen. Er ist ein Meister der vielen Worte, mit denen er seine Themen umkreist. Dabei fällt ins Auge, dass er mit sezierendem Blick alles beobachtet, was um ihn herum geschieht. Ob es der frühe Tod des Vaters ist oder die offensichtlich nicht geliebte Mutter: er scheint voller Gefühle in der Darstellung seiner Beobachtungen, dazu wird auch Hölderlin zitiert, zugleich entbehrt seine Schilderung jeglicher Anteilnahme. Es ist ein intellektueller Disput mit sich selbst, in der er sich über die Welt auslässt. Freunde, Geschwister, der sterbende Vater und die gestrenge Mutter: alles erfährt genaueste Wahrnehmung mit frostigem Blick. Einzig die Natur und ein weißes Huhn, das er zur nächsten Bäuerin trägt, als gerade der Vater gestorben ist, gibt ein Gefühl der Zärtlichkeit wieder. So fragt man sich, ob hier einer aus der eigenen Wirklichkeit flieht, sie hypostasiert, um sich den eigenen Gefühlen nicht zu stellen. Viele Gedanken reihen sich an einander, regen zum Nachdenken an und verlieren sich im Nichts. So bleibt der Eindruck eines Sprachjongleurs, der mit der Begabung von Sprache hinter den Gedanken herläuft. Die Idee scheint gut: der Knacks als symbolhafte Erscheinung des Krackelee, der Alterung in der Malerei, zeigt uns, dass die Übergänge von Entwicklungsstufen und Alterserscheinungen unmerklich vonstatten gehen. Darüber allerdings ließe sich trefflich streiten. Gibt es doch durchaus dialektische Sprünge in Entwicklungen, wie z. B. das Laufen lernen des Kindes oder plötzliche Einsichten, die als so genannte Aha Erlebnisse passieren. Auch Alterungsprozesse verlaufen nicht immer nur unmerklich und im Rückblick sondern bieten täglich wahrzunehmende schmerzliche Prozesse. Alles in allem ist die Idee zum Buch gut, doch in der Ausführung verläuft sich die Geschichte auf zu vielen Nebengleisen und ermüdet den Leser. Selber Knacks? 1 von 5 PunktenVor ca. 3 Wochen auf ca. Seite 50 aufgehört. Sehr verärgert. Wollte eigentlich gleich kritisieren. Keine Zeit gehabt. Nun mit etwas Abstand: Der Autor erschlägt mich mit seinem bekannt hohen Wissensstand. Warum läßt er seine Keule nicht im Schrank? Im Anhang des Buches sind die ca. 140 Autoren, Werke o.ä. Fundstellen aufgeführt, die er in seinem Buch als Zeugen seiner Thesen aufgeführt hat. Hatte er Angst, ohne diese Zitate oder Bezüge unglaubwürdig zu sein? Hatte der Autor selbst einen Knacks, als er sich zu diesem Buch entschloß? Mir hat sich nicht erschlossen, was er bewirken will. Richtige Psychologie ist es jedenfalls nicht, auch wenn es gerade auf den ersten seiten so klingt, auf denen es um Kinder und kindliches Verhalten geht. |
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P.S. Ich liebe Dich von Cecelia AhernBroschiert von Fischer (Tb.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 2,95 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3596161339, Erscheinungsdatum: März 2005, Auflage: 19., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionEinmal drückt sich Holly den blauen Baumwollpullover ihres Mannes Gerry ins Gesicht und spürt seinen vertrauten Geruch in die Nase steigen. Das ist wie ein Schlag in die Magengrube -- ein Schlag, nach dem sie sich sofort übergeben muss. Denn Gerry ist tot, und nun beginnt die härteste Zeit in Hollys Leben. Aber Gerry hat sich einen Trick ausgedacht, mit dem er Holly auch nach seinem Tod noch trösten kann. Denn er hat ihr Briefe hinterlassen, in denen Aufgaben stehen, die seine Frau erfüllen soll. Einfache Dinge sind das zumeist: sich endlich eine neue Nachttischlampe kaufen etwa. Oder Karaoke singen. Und am Ende hat es der tote Gerry geschafft, Holly wieder zum Leben zu erwecken. Eigentlich hätte man bei der Verfasserin von P.S. Ich liebe Dich skeptisch sein müssen. Denn die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Romans erst 23-jährige Autorin Cecilia Ahern ist die Tochter des irischen Ministerpräsidenten. Allein dies wird ihr die Tore großer Verlagshäuser bereits geöffnet haben. Glücklicherweise aber erfährt man das erst nach der Lektüre, hinten im Buch. Dann hat man den wundervollen Erstling Aherns bereits gelesen und weiß: P.S. Ich liebe Dich hätte es auch verdient gedruckt zu werden, wenn Ahern keinen so bekannten Vater hätte. Denn P.S. Ich liebe Dich ist ein herrlich schöner, raffinierter, im besten Sinn des Wortes sentimentaler und anrührender Roman. Unbedingt lesen. --Isa Gerck 5 Kundenrezensionen:Super 5 von 5 PunktenAlso normal bin ich kein grosser Leser! Eigentlich nur im Winter da hab ich die Zeit dafür!! Das Buch ist Fantastisch!! Ich habe es in 2 Tagen durchgelesen und war wie gefesselt!!! Super Ganz gut 4 von 5 PunktenIch habe das Buch einmal gelesen und am Anfang ist es sehr ergreifend aber nach den ersten 50 Seiten verliert es den Reiz. Irgentwann habe ich einfach 100 Seiten übersprungen weil sich alle Abläufe wiederholt haben. Aber im großen und ganzen ist es ein ganz "nettes" Buch. Zeitweise auch ziemlich interessant und zum Lachen oder auch zum Weinen aber ein zweites Mal würde ich es nicht lesen. gutes Buch 4 von 5 PunktenHallo, ich fand das buch einfach nur schön, es lässt sich sehr schön lesen. Die Geschicht von der Frau die ihren Mann verliert und versucht sich von ihm zu trennen mit diesen Briefchen einfach eine Tolle Geschichte! Ein Buch zum LAchen und Weinen. Genial Leider fand ich den Film nicht gerade so toll, aber das ist ja meisten so! ich fand das buch wunderschön 5 von 5 Punktenich will hier keine lange rezension schreiben, sondern nur sagen, dass mir persönlich das buch sehr gut gefallen hat und ich dadurch meine eigene beziehung wieder mehr zu schätzen gelernt habe, da diese situation schließlich jeden treffen kann. es war eines der wenigen Bücher bei denen ich laut lachen, aber auch weinen konnte. Für mich zeigt das buch, dass man nach einem schicksalsschlag nicht in selbstmitleid zerfliessen darf, sondern dass es immer weiter geht im leben. ganz nett 3 von 5 PunktenNachdem jeder das Buch gelesen hat, wollte ich es dann doch auch mal lesen. Es plätschert so vor sich hin, ist sicherlich traurig, aber nicht so, dass man das Buch nur weinend lesen kann. Holly sonnt sich schon sehr in ihrem Witwendasein und will, dass jeder mit ihr die Trauer teilt. Nach einer Zeit wollen das ihre Freundinnen nicht mehr und dann wird sie doch richtig böse mit ihnen. Ich denke, man muß dieses Buch nicht unbedingt gelesen haben! |
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Da Vincis Vermächtnis oder Wie Leonardo die Welt neu erfand von Stefan KleinGebundene Ausgabe von Fischer (S.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 18,90, Angebote ab EUR 14,80 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 310039612X, Erscheinungsdatum: Oktober 2008, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Leonardo da Vinci...ein Mann, den es so nie wieder geben wird 5 von 5 PunktenStefan Klein beschreibt das Leben von Leonardo da Vinci in einer Art und Weise, die schon nach den ersten Seiten fesselt. Schon die Schilderung seiner Eindrücke der Mona Lisa, Leonardo wohl bekanntestes Werk, lässt erahnen, welche Faszination von diesem Gemälde ausgeht, auch wenn ich vieles, was über dieses Gemälde geschrieben wird, als sehr spekulativ erachte. Speziell nach der Lektüre des Buches, wenn man begriffen hat, wozu Leonardo fähig war, kann man sich nicht vorstellen, was in seinem Kopf wirklich vorging. Viele Skizzen und Zeichnungen beweisen, daß er an mehrere Dinge gleichzeitig dachte, ohne sich jedoch die Mühe zu machen, sie komplett zu Ende zu denken oder gar zu verwirklichen. Vieles blieb ein Gedankenexperiment, wenn auch sehr nah an der Realität. Durch das Buch wird man als Leser an die Werke Leonardo da Vincis herangeführt und erfährt, daß er weit mehr geleistet und erdacht hat, als nur die bekannten "Flughilfen" oder Automaten. Man lernt, daß selbst Leonardo auch nur ein Mensch mit weltlichen Bedürfnissen war und versucht hat, durch seine Werke seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er war jedoch darin seiner Zeit meilenweit voraus. Was in auszeichnete, ist etwas, das in der heutigen Zeit eher als Mangel bewertet werden würde. Er hat nie eine höhere Schule besucht und war so frei von jeglichen Denkmodellen. Seine Kreativität kannte keine Grenzen. Dieses Buch ist ein sehr guter Überblick über die Werke Leonardo da Vincis. Trotz der vielfach sachlichen Schilderungen gelingt es Stefan Klein den Leser mitzunehmen und zu fesseln, dadurch daß der Autor selbst seine Eindrücke und Erfahrungen mit Leonardos Erfindungen anschaulich wiedergibt. Ein absolut lesenswertes Buch 4 von 5 PunktenStefan Klein gibt in seinem Buch "Da Vincis Vermächtnis oder Wie Leonardo die Welt neu erfand" einen Einblick in das unglaubliche Wirken Leonardos und dessen unglaublich wechselhaftes Leben. Nach Dan Browns "Da Vinci Code" und dem daraus folgenden 'da vinci-hype' endlich wieder ein Buch was ernst zu nehmen ist. Absolut lesenswert. " Es gibt kein Genie, ohne produktiv fortwirkende Kraft. ( J.P. Eckermann, Gespräche mit Goethe) 5 von 5 PunktenStefan Klein erzählt die Geschichte Leonardo da Vincis(1452-1519). Dieser italienische Maler, Zeichner, Bildhauer, Architekt, Ingenieur und Naturforscher gehört neben Michelangelo und Raffael zu den bedeutendsten Künstlern der Renaissance und der Kunstgeschichte überhaupt; als Forscher leitete er die neuzeitliche Methodik der Naturwissenschaften ein, als Architekt , Erfinder und Ingenieur schuf er bedeutende Entwürfe und weit vorausschauenden Pläne. Als Kosmograf leistete er einen großen Beitrag zur Entwicklung der Kartografie und Geografie. Diese Beschäftigung mit den verschiedensten Wissensgebieten reihte ihn in eine vornehmlich florentinische Tradition ein, deren repräsentativer Typus des " uomo universale " in ihm die reinste Ausprägung findet. Seine umfangreichen bis auf ganz wenige Ausnahmen in Spiegelschrift geschriebenen Manuskripte - etwa fünftausend zum großen Teil illustrierte Folios zeigen seine Vielseitigkeit: Anatomie, Botanik, Zoologie, Geologie aber auch Physik, Mechanik, Optik und Geometrie galt sein wissenschaftliches Interesse. Nicht die Suche nach dem " transzendenten " Wesen, sondern die Neugierde des empirisch Forschenden und das Interesse am Abgelegenen, am kleinsten Detail charakterisieren seine Haltung. Die Unabgeschlossenheit vieler seiner Vorhaben, ist gewissermaßen die notwendige Konsequenz seiner Anschauung, dass sich Wahrheit und Erkenntnis erst im Verlauf der Geschichte im vollen Umfang enthüllen. In den Ergebnissen der so begründeten unablässigen Forschungstätigkeit Leonardos findet sich demgemäß eine Fülle von Vorahnungen und Vorwegnahmen moderner Erfindungen, die seiner ungewöhnlichen Beobachtungsgabe und seiner Experimentierfreudigkeit zu verdanken sind; dagegen gründet sich der Ruhm des Malers auf ein verhältnismäßig kleines OEuvre, dem allerdings eine außerordentliche Zahl von Zeichnungen, Skizzen und Entwürfen gegenübersteht. Klein befasst sich in diesem Buch gleich zu Anfang mit dem Geheimnis der Mona Lisa, um dann das breit gefächerte naturwissenschaftliche des Genies zu fokussieren , zu entschlüsseln und dabei aufzuzeigen, das wir noch heute von da Vinci lernen können. Mit besonderem Interesse habe ich das Kapitel " Der Traum vom Fliegen " gelesen, in dem Leonardo als empirisch Forschender besonders deutlich erkennbar wird. Dem Anhang des Buches ist sind die Lebensdaten da Vincis aufgrund einer gut strukturierten Zeittafel zu entnehmen. Ein sehr gutes, spannendes Buch. Empfehlenswert! Wie Leonardo die Welt neu erfand 5 von 5 PunktenLeonardo da Vinci ist zweifellos eine außergewöhnliche Person in der menschlichen Geschichte - Erfinder, Wissenschaftler, Mediziner und politischer Berater. Mit seinen Talenten förderte er sowohl den Aufstieg der Wissenschaften wie auch von Potentaten und deren Kriegen. Mit dem Buch DA VINCIs VERMÄCHTNIS von Stefan Klein ist ein weiterer Baustein als Buch auf den Markt gekommen, um die besondere Persönlichkeit besser zu verstehen. Universalgenie, Gelehrter und Wissenschaftsgenie, Leonardo Da Vinci was alles und er beförderte die Menschheit in die Zukunft. Seine Theorien zum Flug der Vögel ungeschlagen, selbst ein Wassercomputer nannte er sein eigen und doch arbeitete er mit und für die Borgias - der mächtigsten und skrupellosesten Familie der damaligen Zeit. Er erfand Kriegsmaschinen und war einer der ersten, welche den Menschlichen Körper anatomisch darstellten und sich mit den Organen beschäftigten. Er malte die berühmtesten Gemälde, darunter die Mona Lisa und katapultierte die damalige Gesellschaft mit seinen Theorien zu neuen Höhenflügen. Ein sehr gutes Buch zum Thema Leonardo da Vinci und alle welche den Spuren dieses außergewöhnlichen Menschen folgen wollen - ein Buch das seinen Lebensweg ebenso abdeckt wie es seine Theorien erklärt und die Widersprüche in seinem Leben aufdeckt. Sehr empfehlenswert! Spannende, anregende Lektüre - und ein Schnäppchen 5 von 5 PunktenBestsellerautor Stefan Klein ("Die Glücksformel", "Zeit") hat sich mit diesem Buch einem unerwarteten Thema zugewandt: Er zeigt einen Leonardo da Vinci, wie ihn kaum einer kennt. Nicht um den Maler geht es hier in erster Linie, sondern um den Erfinder und Forscher. Um einen Mann, der keine Tabus scheute, um seine schier grenzenlose Neugier zu befriedigen und sich dafür selbst mit dem Papst anlegte. Das Buch ist keine herkömmliche Biografie, vielmehr ordnet der Autor das Leben des Universalgenies nach Themen, mit denen da Vinci sich beschäftigte, wie "Wasser", "Krieg" usw. Dabei erfährt man viel über die Zeit, in der da Vinci lebte, ebenso wie über seinen in weiten Teilen aufregenden Lebensweg. Von der Einstellung des Meisters zur Sexualität ist ebenso die Rede wie von seinen Eroberungszügen mit dem gefürchteten Feldherren und Papstsohn Cesare Borgia. Und weil Klein die Auffassung vertritt, dass nur derjenige da Vinci verstehen kann, der ihn als Forscher und Künstler zugleich sieht. kommen Werke wie die "Mona Lisa" nicht zu kurz. So erklärt er das geheimnisvolle Lächeln der jungen Dame damit, dass da Vinci von Gesetzen der Wahrnehmung wusste, die in voller Schärfe erst die moderne Hirnforschung aufgedeckt hat. Das Buch ist glänzend geschrieben. Der Stoff wird höchst anregend und spannend erzählt wird, wie in Kleins Büchern eigentlich immer. Die reichhaltigen Illustrationen und Farbtafeln machen "Da Vincis Vermächtnis" zudem zu einer Augenweide. Man kann kaum glauben, dass dieses derart reichhaltig ausgestattetes Buch tatsächlich nur 18, 90 kostet. Ein heisser Tipp als Weihnachtsgeschenk! |
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FREUD. Das Lesebuch. Texte aus vier Jahrzehnten von Sigmund Freud, Cordelia Schmidt-Hellerau, Cordelia Schmidt- HellerauGebundene Ausgabe von Fischer (S.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 5,00, Angebote ab EUR 3,31 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3100733029, Erscheinungsdatum: 2006, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-Redaktion"Ein Autor wird ein Klassiker genannt, wenn sein Werk unerschöpflich ist. Freud ist zweifellos einer der großen Klassiker des 20. Jahrhunderts." Wie sehr diese Aussage der Herausgeberin zutrifft, lässt sich anhand dieses Bandes wunderbar nachvollziehen. Wer sich Freud "im Original" nähern und gleichzeitig auf eine behutsame Kommentierung nicht verzichten möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Wichtigstes Kriterium für die Beurteilung einer solchen Zusammenstellung ist natürlich die Textauswahl. Was nehme ich auf? Was muss ich weglassen? Was soll ich bei meinen Lesern voraussetzen? Cordelia Schmidt-Hellerau beantwortet diese Fragen in ihrer Einleitung -- und bereits hier zeigt sich, dass der Verlag bei der Wahl der Herausgeberin kaum eine glücklichere Hand hätte haben können. Einfühlsam, engagiert und dennoch keineswegs distanzlos erklärt sie dem Leser, warum sie ihm gerade diesen Weg in die Freudsche Gedankenwelt vorschlägt. Chronologisch geordnet, präsentiert sie Texte aus vier Jahrzehnten, die wichtige Themen und Thesen Freuds erschließen und dabei die ganze Vielfalt seines Denkens, seine unstillbare Neugier, seine Phantasie und seine einzigartige sprachliche Begabung dokumentieren. Es gelingt ihr -- trotz aller Kompromisse, ohne die ein solches Lesebuch nun einmal nicht realisierbar wäre --, Freud gerecht zu werden, ohne Neueinsteiger zu überfordern. Beginnend mit einem "Fall von hypnotischer Heilung", der Einblick in Freuds Arbeit vor der Entwicklung der Psychoanalyse gewährt, hangelt sich der Band durch die zentralen Themen seines Schaffens. Ob Freud über Krieg, Tod, Märchen, Religion, Sexualität oder Kunst schreibt: Von kaum einem Denker lässt sich mit solcher Berechtigung sagen, dass ihm nichts Menschliches fremd war. Klassische Texte der wissenschaftlichen Psychoanalyse stehen neben Meisterwerken der Kunstbetrachtung wie "Der Moses des Michaelangelo". Konzepte wie Ödipuskomplex, Verdrängung oder Neurose kommen ebenso zu ihrem Recht wie die großen Menschheitsfragen, etwa im letzten Aufsatz des Bandes: "Warum Krieg?" Die Herausgeberin bekennt, dass sie Freuds Texte nicht mehr losgelassen haben, seitdem sie ihnen mit 17 zum ersten Mal begegnet ist. Auch wenn sich wahrscheinlich nicht jeder Leser nach der Lektüre gleich zum Psychoanalytiker wird ausbilden lassen: Der "Faszination Freud" wird er sich kaum entziehen können. --Roland Große Holtforth, Literaturtest 5 Kundenrezensionen:sehr gute zusammenfassung 5 von 5 Punktendas sigmund freud lesebuch gibt einen durchaus ausführlichen eindruck in die gedankenwelt freuds'. Das Preis Leistungs Verhältnis ist atemberaubend stimmig. Die Texte Freuds sind gut ausgewählt und stellen eine zusammenfassung der berühmtesten verfassungen freuds dar. Kann dieses buch dringenst empfehlen; nicht nur Freud Kennern, sondern gerade den Interessierten, die einen Einblick in die Psychoanalyse des Menschen im allgemeinen erhalten möchten. Lesebuch ist wohl übertrieben! 4 von 5 PunktenVorab - ein sehr gutes Buch, welches Sigmund Freud selber und seine Arbeit ausreichend und zum Teil recht detailliert beschreibt. Daher ist aber der Ausdruck "Lesebuch" wohl etwas übertrieben, denn gerade die original Texte von Freud sind selten einfach "nur" zum lesen. Wer sich in der Psychoanalytik nicht so auskennt, der wird z.T. nur Bahnhof verstehen. Dennoch für Interessierte das momentan beste Buch. Im Freud-Jahr ein Bonbon 5 von 5 PunktenPassend zu Freuds 150. Geburtstag eine Sammlung von Aufsätzen, Fallbeispielen und Buchauszügen, einleitend jeweils kurz kommentiert. Erfahren Sie in der Mittagspause vom "Charakter der Analerotik" oder zuhause etwas über "Zwangshandlungen und Religionsübungen" bei einem Kaffee. Oder Sie nehmen die Auszüge der "Traumdeutung" als Appetithappen für ebendieses Werk. Kurz: Ein Buch für jede Gelegenheit zu einem tollen Preis. Auch für Anfänger bestens geeignet! 5 von 5 PunktenDa ich mit dem Thema Freud nicht allzu bewandert bin, schaffte ich mir dieses Buch an, denn aufgrund der in diesem Buch vereinten Texte erhoffte ich mir einen relativ breit gefächerten Überblick über die Arbeit Freuds durch die vielen Jahrzehnte. Ich sollte nicht enttäuscht werden. Dieses Buch enthält für einen Anfänger wie mich alles was sich ein Einsteiger erhoffen kann und mehr. Die Kommentare der Autorin vor den Texten Freuds sind informativ und aufschlussreich und haben mir in vielerlei Hinsicht geholfen ein besseres Verständis aufzubringen für Freuds Werk. Kann dieses Buch jedem Einstieger wie gesagt nur wärmstens empfehlen. Eine exquisite Auswahl an Freudschen Kurzaufsätzen 5 von 5 PunktenDieses Buch vermittelt auf unglaublich "engem Raum" einen Überblick über das Schaffen, die Arbeit und die Person Freuds. Empfehlenswert für jeden interessierten Laien. Jedoch mit der Anmerkung, dass gewisses Hintergrundwissen und ein einigermaßen kompetenter Fachsprachschatz von Vorteil wäre um nicht ständig ein medizinisch/psychologisches Fachlexikon mit sich herumschleppen zu müssen. Dieses Buch ist nicht die 1000ste Biographie, sondern eine Sammlung originaler, publizierter Aufsätze Freuds und ein perfekter Schnelleinstieg in seine Werke. CT |
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Die Erzählungen von Franz KafkaGebundene Ausgabe von Fischer (S.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 5,00, Angebote ab EUR 3,50 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3100381912, Erscheinungsdatum: Oktober 2007, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionEs gibt wohl keinen Autor der deutschen Sprache, der mit weniger Worten die Weltliteratur umgekrempelt hätte als Franz Kafka. Von Prag aus schuf der Versicherungsangestellte in seiner Zweitexistenz als Schriftsteller nächtens ein Werk, das zu Lebzeiten kaum beachtet wurde, laut testamentarischer Verfügung hätte vernichtet werden sollen -- und über den Umweg der USA nach dem 2. Weltkrieg auch hierzulande eine Strahlkraft entwickelte, die bis heute, Wort für Wort, erfrischend wirkt. Kernstück von Kafkas Prosa sind die Erzählungen, die der Freund und Nachlassverwalter Max Brod, editorisch nicht immer sauber, aus den Arbeitsheften und Tagebüchern Kafkas herausschnitt, teils kürzte und neu betitelte -- wobei die Bezeichnung Erzählung für die nicht nur ihrer Länge wegen sehr heterogenen Prosatexte ebenfalls nicht von Kafka stammt, der (aus gutem Grund) immer von Stücken, Stückchen oder Geschichten reden wollte. Wie originell, lesenswert und zeitlos diese Stückchen noch immer sind, kann man in dieser schön gemachten Sonderausgabe der Erzählungen jetzt besonders preiswert neu erfahren. Auf fast 600 Seiten versammelt sind Klassiker wie In der Strafkolonie, Die Verwandlung oder Vor dem Gesetz, aber auch weniger bekannte Texte wie Kleider oder Der Dorfschullehrer, die nicht zuletzt zeigen, wie Kafka mit jedem Wort gerungen hat, um es bestmöglich zu platzieren. Bei Die Erzählungen hat Herausgeber Roger Hermes manche editorische Fragwürdigkeit Brods gekennzeichnet oder sogar ganz zurückgenommen. So kann man jetzt, entgegen vieler früherer Ausgaben, zum Beispiel bei Der Jäger Gracchus nicht Brods Textvariante, sondern die verschiedenen Kafkaschen Fragmente nebeneinander lesen. Allein dies macht Die Erzählungen auch für eingefleischte Kafka-Kenner interessant. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de 3 Kundenrezensionen:"Du bist die Aufgabe. Kein Schüler weit und breit". (Franz Kafka) 5 von 5 PunktenLeidenschaft zeigt der Fischer-Verlag. Nach Thomas Mann und Sigmund Freud u. a. liegt nun diese bibliophile Ausgabe mit Lesebändchen vor und erfreut den geneigten Leser. Doch warum Kafka lesen? Franz Kafka (1883-1924) wäre am 3. Juli 125 Jahre alt geworden. Sich seiner zu erinnern, ist Grund vieler Feuilletons, über ihn zu berichten. Aber ihm nahe zu kommen gelingt nur über seine Erzählungen, Aphorismen, Gleichnisse und Parabeln. Erzählungen und ausgewählte Prosa liegen nun vor Ihnen in diesem schmucken Band. Kafkas größte Schaffenskraft liegt in den Jahren 1910-1915. In diesen Jahren wandelt der junge und ungebundene Kafka hinein in die Meisterstube des Albtraums und des dann berühmten kafkaesken Humors. Kafka schöpft seine Intensität aus dem Leben in der sanften Sekte Familie, aus dem religiösen Judentum, dem Kriegssausbruch und sicher deutlich aus der am Ende scheiternden Beziehung zu Felice Bauer. All diese Ereignisse kreisen um ihn, der im Zentrum all dessen zu einer beispiellosen Intensität des Erlebnisses befähigt wird. Beginnend mit "Wunsch, Indianer zu werden" startet diese Ausgabe in das Werk Kafkas. Auf 538 (+diverse Hinweise) Seiten kommen Sie diesem Ausnahmeliteraten näher, Sie beginnen zu begreifen, warum Kafka schreibt und wissen sich so der Frage, Warum Kafka lesen? sehr viel näher. " .. dieses weiße Papier, das kein Ende nehmen will, brennt einem die Augen aus und darum schreibt man". Nichts zu sehen ist eine Qual, wie auch alles zu sehen. Kafka sah alles und sein Schreiben war für ihn Rettung, wie eine Geburt ins Leben, Ausdruck des Lebens und Möglichkeit sich bemerkbar zu machen. "Schreiben als Fahne Robinsons auf seiner Insel" Und so nimmt er sich nach den großen Würfen: Das Urteil, Die Verwandlung, Der Verschollene und Der Prozess eine Art Tagebuch vor, Die Oktavhefte und erzeugt eine Vielfalt von Gedanken, die als Splitter, Aphorismen oder als kurze Erzählungen in den Jahren veröffentlicht werden. Aus diesem Nachlass finden Sie in dieser Zusammenstellung die wichtigsten: Ein Hungerkünstler, Vor dem Gesetz, In der Strafkolonie, Ein Landarzt, Texte zum Jäger Gracchus u. v. m. In all den Texten findet man ein Bild eines Einsamen, sich selbst hoffnungslos entfremdeten Menschen. Bis zur letzten Liebschaft kurz vor seinem Tod ging er den Lieben und dem endgültig Lieben aus dem Weg. Kafka ist eine Verkettung von Paradoxa. Sein Hin und Her im Leben ist geprägt von hoffnungsloser Hoffnung, von ungläubigen Glauben zu sich selbst. Er wetteifert geradezu mit den Texten Freuds um die Vorherrschaft der Erkenntnis des Zeitgeistes und würde man ihm dieses sagen, würde er der Behauptung entfliehen. Wem ist Kafka nicht entflohen? In einem Brief an seine Milena sagt er gar, "Briefe schreiben heißt, sich vor Gespenstern entblößen. Geschriebene Küsse kommen nicht an ihren Ort, sondern werden von Gespenstern ausgetrunken". Kafka ist Verfolgter im Geiste und doch hellwach, da er der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten kann, der von einem innenstehenden Außenstehenden gehalten wird. Kafka ist da und zugleich nicht da, er vereinigt und veräußert das, wo von er sagt: "Es gibt nichts anderes als eine geistige Welt, was wir sinnliche nennen ist das Böse in der geistigen". Dieses Zitat stammt aus dem Bau der Chinesischen Mauer. Kafka ist von Hingebung und Entzug begleitet, was die Lieben angeht, er ist in der diesseitigen und der jenseitigen Welt. Seine Religion ist die eines Grenzgängers. Als Jäger Gracchus treibt er auf der Barke, tot und doch nicht in die Ewigkeit oder in den Hades kommend, ein untot Getriebener im absurden Dilemma, Gracchus (lat. = Krähe = kavka im Tschechischen), der ständig "in Bewegung bleibt", Kafka ist auf der Barke des Lebens, von "einem Wind angetrieben, der aus den eisigen untersten Regionen des Todes aufsteigt". So schreibt Kafka seine Erzählungen und seine Romane. Ihnen allen heftet nie etwas Erklärliches an und auch wenn das letzte Wort erklungen ist, bleibt eine Frage, ein Eindruck von etwas Fragmentarischen. Surreale Verzerrung lässt ein Gefühl von unmittelbarer Gefahr entstehen. Aber Kafka lässt sich so nicht erklären. Irgendwie scheint es, als müsse man immer wieder von vorn anfangen. Gerade heute im Jahre 2008 beginnt man in Kafka einen Humoristen zu erkennen. Er selbst bog sich vor lachen, als er die Anfänge von "Die Verwandlung" und "Der Prozeß" vorlas. Doch heute bleibt manches Lachen im Halse stecken. Und wieder ist man sich nicht sicher. Das Werk Kafkas ist wie eine säkulare Kabbala, nicht zu deuten und doch anziehend. Es ist etwas Geheimnisvolles und doch von intensiver Authentizität. Seine spirituelle Suche zeigt sich am deutlichsten in "Das Schloss", da wo der Himmel entgegenbraust, weil der suchende Blick zum Schloss nur Leere verheißt. Und ebenso im "Bau der chinesischen Mauer": ".. dass wir im Grunde gar keinen Kaiser haben, wäre man von der Wahrheit nicht weit entfernt..... Andererseits aber liegt doch auch darin eine Schwäche der Vorstellungs- und Glaubenskraft beim Volke, welches nicht dazu gelangt, das Kaisertum aus der Pekinger Versunkenheit in aller Lebendigkeit und Gegenwärtigkeit an seine Untertanenbrust zu ziehen, die doch nichts besseres will, als einmal diese Berührung zu fühlen und an ihr zu vergehen". "Die Krähen behaupten, eine einzige Krähe könne den Himmel zerstören; das ist zweifellos, beweist aber nichts gegen den Himmel, denn Himmel bedeutet eben: Unmöglichkeit von Krähen". Kann es vielleicht doch sein, dass Kafka zu verstehen, die Position eines Satirikers einzunehmen heißt? Oder wissen wir mit Sloterdijk von der fortwährenden Brisanz jeder Interpretation, nämlich Kafka den Ruf der "Überlegenheit" über seine Interpreten zugestehen zu müssen. "Klassisch" in diesem Sinne sind, so Sloterdijk, all jene Texte, "die ihre Interpretationen überleben. Je mehr sie zerlegt werden, desto unberührbarer scheinen sie" (Sloterdijk: Der Denker auf der Bühne. Nietzsches Materialismus. Siehe Rezension kpoac). Wie sehr gerade diese, von Sloterdijk auf das Werk Nietzsches bezogene Bestimmung auch auf die Texte Kafkas zutrifft, zeigt sich auch in dieser empfehlenswerten Auswahl. (Vielleicht spürt man mit Kafka durch eine Luke in der Seitenwand die warme Luft der südlichen Nacht und hört das Wasser an die Barke schlagen.) mehr .. siehe Liste: Kafka - 125 Jahre Der chronologische Blick auf Kafka 4 von 5 PunktenDie "Erzählungen" Kafkas sind hier chronologisch nach (angenommenen) Entstehungsdaten geordnet. Diese schöne Zusammenstellung wird also vor allem jene interessieren, die sich noch einmal einen anderen Überblick über diesen Teil von Kafkas Werk verschaffen möchten. Ich habe das Buch problemlos innerhalb einer Woche durchlesen können und finde: Die Wandlung, die Kafkas Prosa zeigt, ist erstaunlich. Die Erzählweise wird immer lakonischer, weniger gedrechselt, die Sätze stehen immer einsamer da, in ganzer Klarheit, und der Raum um sie ist still. Gleichzeitig bilden sie in jeder Geschichte, jedem Fragment den dunklen Chor, der die Stimme des Erzählers Kafka ist. Das Buch wird abgerundet durch konzise überlieferungs- und entstehungsgeschichtliche Anmerkungen zu den einzelnen Texten. Texte, die posthum nun also "Erählungen" genannt werden sollen. P.S. Die Bewertung bezieht sich ausschließlich auf die Buchausgabe. Für die Bibliothek 5 von 5 PunktenIch liebe diese Sonderausgaben von Klassikern, die zum Preis des Taschenbuchs schöne gebundene Bücher bieten. Denn abgegriffene, vergilbte Taschenbücher werden hier dem Inhalt einfach nicht gerecht. Außerdem sehen sie im Wohnzimmerregal einfach schade aus. So konnte ich mit diesem Buch mal wieder zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zu Kafkas Erzählungen muss man wohl nicht mehr viel sagen. Sie sind ein Pflichtbestandteil eines jeden persönlichen Zentralbücherregals. Mir ist völlig schleierhaft, wie man in der heutigen Welt leben kann, ohne Kafka gelesen zu haben. Wer's aber tatsächlich noch nicht getan hat, lese "Die Verwandlung". |
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Zwei Liebende. Roman von Catherine Guillebaud, Anne BraunGebundene Ausgabe von Fischer (S.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 7,95, Angebote ab EUR 3,30 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3100244141, Erscheinungsdatum: 2005, Auflage: 2 |
2 Kundenrezensionen:amour fou 4 von 5 PunktenEs geht um zwei verheiratete - jedoch nicht miteinander - Liebende in Paris. C. Guillebaud beschreibt in einer schonungslosen und sprachgewaltigen Art das Doppelleben der beiden - wobei man kaum etwas von ihrem Familienleben erfährt. Sie sind auf gewisse Weise glücklich, aber auch unendlich einsam - vor allem als "er" schwer krank wird, wird für "sie" die Situation kaum ertragbar. Ein Buch, das man in einem Atemzug durchliest. Zündfunken der Liebe 4 von 5 PunktenEs ist Liebe - bzw. Lust und Begehren - auf den ersten Blick. Zuerst geschieht alles zu schnell, geradezu überstürzt. Der Lesende findet keine Handlung vor und mag sich fragen, was eine solche Sprunghaftigkeit soll. Schnell jedoch findet er den Grund dafür vor. Der Autorin geht es um Gefühle, und zwar um sehr tiefe. In unglaublicher Weise gelingt es ihr, sie in Worte zu fassen und sie buchstäblich spürbar zu machen, als wäre man selbst dabei. Sie entwirft meisterhafte Bilder der verschiedenen Gesichter der Liebe, beziehungsweise, was Liebende daraus machen. Sprachgewaltig und extrem sensibel, aber in einer verblüffend einfachen Sprache, ohne übertriebenes Pathos - gerade deshalb so ungeheuerlich wirkungsvoll - beschreibt sie alle Freunden und Sehnsüchte eines geteilten Liebesgeheimnisses sowie die damit verbundenen Zweifel, Ängste und Entbehrungen. Von ihren Zeilen kann man nicht genug bekommen, denn sie malt mit der Sprache und verleiht den beschriebenen Situationen durch ihre grosse Wortkraft eine ungeahnte Dichte und Gegenwart. Ihre Sätze wirken beinahe hypnotisierend. Das kann kaum jemand empfinden, der nicht Ähnliches erlebt hat oder davon zu träumen wagt. Sehr eindrücklich schildert die französische Autorin auch, wie in diesem Pas de deux der Liebe feine Haarrisse entstehen und sich die kleinen Ärgernisse des Alltags langsam beginnen, bemerkar zu machen. Das Buch sagt mehr, als es seine Worte vermögen und muss einen auch sehr nachdenklich stimmen über den Exklusivanspruch der Liebe in der Ehegemeinschaft unserer Gesellschaft. Ein Glück, dass einem solche Bücher in die Hände fallen! Schade nur um die vereinzelten Stolpersteine vulgärer Wortwahlen. Darob ist leider ein Stern erlöscht. |
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Buddenbrooks. Sonderausgabe: Verfall einer Familie von Thomas MannGebundene Ausgabe von Fischer (S.), FrankfurtPreis bei Amazon: EUR 14,00, Angebote ab EUR 12,60 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3103481241, Erscheinungsdatum: Oktober 1997 |
5 Kundenrezensionen:Die Mutter aller Familiensagas 5 von 5 PunktenLiebe Deutsch-LK'ler, die ihr dieses Werk lesen "dürft": Ihr könnt euch wirklich glücklich schätzen! Nein, das ist jetzt nicht das allerkleinste bisschen ironisch gemeint - meine eigene Oberstufenzeit liegt nunmehr zwanzig Jahre zurück, und bei mir standen die "Buddenbrooks" nicht auf dem Lektüreplan, und wer liest schon freiwillig so eine Pflichtlektüre.... ich habe es jedenfalls bis vor einer Woche nicht getan. Erst die neue Verfilmung, die ich mir gerne anschauen möchte, hat mich veranlasst, mir diesen deutschen Klassiker zu Gemüte zu führen. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten hat mich die Geschichte über die Lübecker Kaufmannsfamilie ziemlich intensiv in ihren Bann gezogen. Die Handlung ist klar in 11 Teile gegliedert und spielt in der Zeit von 1835 bis 1876. Sie setzt ein zu einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, in der die Geschäfte gut gehen und die Familie Buddenbrook zu den angesehensten Familien der Stadt Lübeck gehört. Die einzelnen Familienmitglieder werden vorgestellt: Der alte, pragmatische Johann Buddenbrook, der zusammen mit seinem gottesfürchtigen und tüchtigen Sohn Johann ("Jean") junior die Firma leitet. Jean wiederum hat drei kleine Kinder: Den braven Thomas, der zukünftige Geschäftsführer, die verwöhnte Antonie ("Tony") und den übermütigen Christian. Im Laufe der Handlung tritt die Entwicklung der Kinder in den Vordergrund. Tony muss auf ihre große, allerdings nicht standesgemäße Liebe verzichten und heiratet auf Wunsch ihres Vaters einen Hamburger Kaufmann. Diese Ehe endet in einem Desaster. Nach Jeans frühem Tod übernimmt Thomas noch relativ jung die Geschäfte. Er ist allerdings durchaus erfolgreich und ehelicht eine Jugendfreundin seiner Schwester Tony. Nach einigen Jahren wird endlich der männliche Stammhalter der Familie geboren, Johann ("Hanno"). Hanno allerdings entwickelt sich zu einem sensiblen Musikliebhaber, der in beständiger Furcht vor seinem Vater lebt. Thomas' und Tonys Bruder Christian entpuppt sich als ein hypochondrischer Tunichtsgut, der es im Leben zu nichts bringt, zur Schande der Familie eine Prostituierte heiratet und letztendlich im Irrenhaus landet. Die verzogene Tony heiratet ein zweites Mal, aber auch diese Ehe geht gründlich schief und wird geschieden. Sie setzt letztlich alles daran, ihre Tochter Erika (aus ihrer ersten Ehe) standesgemäß zu verheiraten, was ihr zunächst auch zu gelingen scheint. Ihr Schwiegersohn, Direktor einer Versicherungsgesellschaft, wird jedoch wegen Betruges zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Schaden für das Ansehen der Familie ist entsprechend groß und Tony ist wieder einmal am Ende. Nach Thomas' frühem Tod wird die Firma Buddenbrook aufgrund dessen testamentarischer Verfügung aufgelöst. Als zu guter Letzt auch noch sein Sohn Hanno nur 15-jährig an Typhus stirbt, ist es klar: Das ist das Ende der Familie Buddenbrook - es gibt keine weiteren männlichen Stammhalter, der Name wird unwiderruflich verlöschen. In dieser ereignisreichen Familiensaga ist wirklich alles enthalten: Ehrgeiz, familiäre Spannungen und Rivalitäten, erfüllte und unerfüllte Liebesgeschichten, Ehebruch, Drama, Eifersucht, Erfolge und Niederlagen.... und dies alles vor dem realen historischen Hintergrund des 19. Jahrhunderts. Thomas Manns Stärke ist die teilweise nahezu pedantische Beschreibung seiner Protagonisten (wie sehen sie aus, wie kleiden sie sich) und der dargestellten Situationen. Alles wirkt außerordentlich plastisch und echt, so dass man die einzelnen Szenen sehr lebensnah vor Augen hat. Diese realistische Darstellung, gepaart mit den aus dem Leben gegriffenen Charakteren (in der Tat war die Geschichte seiner eigenen Familie, inklusive der Protagonisten das Vorbild für Thomas Manns Werk), macht den ganz besonderen Reiz der Buddenbrooks aus. Sicherlich - vieles ist aus heutiger Sicht nicht mehr so ganz nachvollziehbar, wie zum Beispiel der allgegenwärtige Standesdünkel, allerdings schafft es Mann durch seine anschauliche Darstellung auch über 100 Jahre nach dem ersten Erscheinen seines Romans, den Leser in die Welt des 19. Jahrhunderts eintauchen zu lassen und sich mit den Figuren zu identifizieren und ihr Denken und Handeln zu verstehen. Auch wenn der Schreibstil naturgemäß etwas altertümlich anmutet und mit vielen französischen und plattdeutschen Wendungen versetzt ist, so lässt sich Thomas Mann auch heute gut und flüssig lesen. Die Angst vor endlos verschachtelten Bandwurmsätzen ist unbegründet. Jedem, der die Buddenbrooks aus schulischen Gründen lesen muss, kann ich nur sagen: Super Lektüre, lass' dich drauf ein, tauche ein in diese Lübecker Kaufmannswelt des 19. Jahrhunderts, es wird dich bereichern. Und jedem, der wie ich darüber nachsinnt, ob er sich diesen Klassiker nicht einmal antun sollte, kann ich auch nur raten: Ja, die Buddenbrooks sind wirklich ein Meisterwerk, ein absolutes Muss. Einer der Romane, wo ich nach der letzten Seite irgendwie eine unangenehme Leere verspüre, weil alles vorbei ist. Wo ich mich irgendwie ablenken muss, um auf andere Gedanken zu kommen, weil der "Nachklang" einfach zu groß ist, weil man irgendwie nicht mehr davon los kommt. Buddenbrooks: Verfall einer Familie. Roman Faszination und Verbeugung 5 von 5 PunktenWie oft mag ich diesen außergewöhnlichen Roman, dieses Weltbuch, wohl gelesen haben? Ich weiß es nicht. Doch jedesmal war die Faszination wieder da - gespeist von der Geschichte, von der Komposition dieses umfangreichen Werkes, von der einfach unübertroffenen Sprache. Und bei jeder neuen Lektüre die gleiche Feststellung: Bei aller Bekanntheit dar Geschichte, der Personen, des Hintergrunds - ich lese gerade ein neues Buch. Und das kann man wirklich nur von wenigen Büchern behaupten. Eine Erfahrung, jetzt wieder gemacht in der Vorbereitung auf den Breloer-Film. Aber auch bereits in der Vorahnung, das selbst die beste Verfilmung dem Buch nicht das Wasser reichen kann. Das Buch ist oft genug beschrieben, rezensiert und kommentiert worden. Die Geschichte kennt wohl jeder, der etwas mit Literatur zu tun hat. Und so sollen diese paar Zeilen einfach nur - und zum wiederholten Mal - eine Verbeugung sein vor Thomas Mann und vor den "Buddenbrooks". Klassiker der Weltliteratur 5 von 5 PunktenWer kennt Thomas Mann nicht .... ? Dieser 1875 geborene Lübecker verließ 1933 Deutschland und lebte in der Schweiz am Zürichsee und dann in den USA, wo er 1938 eine Professur an der Uni Princeton annahm. Danach lebte er in Kaliformien und wieder in der Schweiz, wo er am 12. August 1955 starb. Die Buddenbrooks - die verschlüsselte Geschichte seiner eigenen Familie und ihrer Stellung in Lübeck - Vielfach verfilmt und im Theater aufgeführt ist dieses Buch immer wieder ein Genuß. Erstausgabe des Buches im S. Fischer Verlag: Berlin 1901 Ich finde diese Taschenbuchausgabe sehr ansprechend gestaltet. Gliederung und Einteilung: 11 Teile Thomas Mann selbst hat 1932 gesagt, dass er sich sicher ist, dass in Deutschland der Name Thomas Mann immer mit den Buddenbrooks in Verbindung gebracht wird. kurze Inhaltszusammenfassung: Die in Lübeck beheimatete Kaufmannsfamilie Buddenbrook wird über 3 Generationen verfolgt, die Höhen und Tiefen dieser Dynastie wird bildhaft und ausschweifend in die Mangel genommen. Der Urgroßvater Johann Buddenbrook ist die erste Gestalt zu Beginn der Handlung, damals 70 Jahre ... Konsul Johann Buddenbrook ist der Sohn von Johann, er hat 4 Kinder, davon ist eines der Thomas. Christian, Thony und Clara sind die anderen. Es gäbe noch viel mehr zu berichten, aber ich kann ja nicht den gesamten Roman und deren handelnde Personen hier aufführen. Thomas Mann kritisiert in seinem Roman sowohl die Menschen ansich, die für viele Situationen, so auch den Verfall dieser Familie im Zusammenhang mit dem Unternehmen, verantwortlich sind, er kritisiert aber auch die Gesellschaft und das schafft er auf vorzügliche Art und Weise. Der Leser wird in die Handlung involviert, man kann sich sehr gut in die einzelnen Personen und jeweiligen Zeitabschnitte hineinversetzen und durchlebt die Höhen und Tiefen, wobei es immer mehr Tiefen gibt, ständig mit, man leidet, liebt und freut sich mit den im Roman aufgeführten Personen. Das Großbürgertum wird in seiner ganzen Pracht auch wie es dem Untergang geweiht ist, dargestetllt. Aber auch mit Witz ist dieses so beeindruckende Werk gesprickt, sodass es wirklich eine Freude ist, dieses Buch zu lesen, es ist trotz der doch recht vielen Seiten nie langweilig und der Leser fühlt ständig Spannung und möchte wissen, wie es mit dieser Familie weitergeht. Leben pur - so könnte man diesen Roman umschreiben - das Leben von drei Generationen, die miteinander verwoben sind - die Zeit vom Beginn des Romans1835 bis zum Ende 1877 wird dargestellt. Glück und Unglück liegen im realen Leben so nah beeinander und auch hier im Leben der Familie Buddenbrook wird dies klar deutlich und zum Ausdruck gebracht, wie schnell man vom Sieger zum Verlierer werden kann. Wie viele Faktoren da mit reinspielen und wie es auch schon zu damaligen Zeiten Aufstieg und Untergang einer Familie und ihres Geschäftest - ihres Daseins gab, wie schnell das auch heute der Fall sein kann, wird dem Leser auch hier immer wieder deutlich. Daher finde ich - hat diese Geschichte, dieser Roman wohl schon immer Richtigkeit gehabt und ist auch gerade in heutigen Zeiten noch immer von hohem Stellenwert. Thomas Manns Buddenbrooks werden wohl nie in Vergessenheit geraten und das ist gut so. Ich habe das Buch bisher dreimal gelesen und immer wieder erkenne ich neue Details und Kleinigkeiten, die mir vorher nicht aufgefallen sind, wie Thomas Mann einzelne Geschehnisse verarbeitet, wie er Personen charakterisiert, sodass man sie direkt bildhaft vor Augen hat, wie er die Lübecker Dynastien in das Geschehen einbindet und die Zeit wieder aufleben lässt, in der sich die Handlung abspielt. TOP LESEEMPFEHLUNG für diesen Klassiker der Weltliteratur !!! Unaufregend, anstrengend 1 von 5 PunktenMICHAEL: Das Problem an diesem Buch ist, dass sich der Autor in endlosen, unnötigen Beschreibungen verliert. Deswegen ist das Buch auch so dick. Alles wird beschrieben, Einrichtunsgegenstände, das genau Aussehen eines jeden Charakters, Kleidung, unrelevante, uninteressante Anektoden über Gott und die Welt usw. Genau das erzeugt eine Langatmigkeit und man schwelgt beim Lesen in seine Träume ab. Ich stelle die Frage, wieso schreibt man Bücher? Um aufzurütteln? Um zu berühren? Vielleicht zu unterhalten? Leider empfinde ich das Buch als Qual und lese lieber Bücher, durch die man fließender kommt und auf mehr Text trifft, der seinen Sinn für den Fortlauf der Geschichte erfüllt. Denn weniger ist oft mehr. Ein Roman für Fantasielose! 1 von 5 PunktenQualität: Die 56. Auflage dieses Buches besticht durch ihren Mangel an Qualität des Papiers. Nicht nur, dass man die nächste Seite durch das Papier sieht, oder Unterstreichen von Textstellen dadurch unmöglich gemacht wird, dass man den Strich auch 2-3 Seiten weiter sehen kann, nein: Man kann sogar über ungeliebte Textstellen reiben und nach kurzer Zeit diese Passage von der Seite entfernen, so schlecht ist der Druck. Inhalt: Schachteln: Die Verwendung von Nebensätzen bereichert ganz bestimmt viele Texte, dennoch sollte man einen Satz nicht immer wieder verschachteln. Manchmal muss man eine ganze Seite von vorne lesen, weil man vergessen hat, wie der Satz begonnen hat. Das ist extrem nervig. Totbeschrieben: Die Figuren werden so genau beschrieben, dass man sich kein eigenes Bild von ihnen machen kann und durch die ewig langen Beschreibungen verliert man viel Lesespaß, es sei denn, es interessiert einen, ob die Figur das Wort "furchtbar" eher wie "förchtbar" ausspricht. Wiederholungen: Selbst wenn dies einen Interessiert, verliert sogar dieser Interessent den Spaß am Buch, da solche Tatsachen nicht nur einmal oder zweimal, nein: jedesmal, wenn die Figur das Wort verwendet, erwähnt werden! Auch werden ständig die Geschehnisse von vor 100 Seiten (oder mehreren Jahren in der Geschichte) wiederholt, weil sich die Personen entweder selbst bemittleiden, oder andere Figuren darüber lachen. Wenn dies mal vorkommt, ist das ja in Ordnung, aber bitte nicht vor jeder Aussage, die die Figur trifft (auch solche die nichts mit vergangenen Geschehnissen zu tun haben). Stillstand: Es kommt öfter auch vor, dass streckenweise nichts passiert. Kein Verfall, wie der Untertitel verspricht, nein besser wäre der Untertitel "Die Speisegewohnheiten einer Familie". Oft wird einfach eine Mahlzeit beschrieben, ohne, dass was passiert. Dialekt: Ja, er kann Erzählungen authentisch gestalten, oder, wie in diesem Fall: für viele Leser unverständlich machen! Wertefreiheit: Thomas Mann versteht es, einen Todesfall genausso wenig bewegend zu beschreiben, wie die Aussprache einzelner Wörter. Dieses Buch enthält wenig Erzählung, viel mehr Beschreibung (aber diese ist sehr umfassend!). Schlechter Start: Schon die ersten Seiten verwirren den Leser, da sehr viele Personen der Familie Buddenbrook sehr umfangreich beschrieben werden. Diese Informationsüberflutung würde ja schon reichen, um die Situation kompliziert zu machen, aber zudem werden noch sehr viele Nebensätze verwendet, welche teilweise in andere Sätze geworfen werden und erst nach mehrfachem lesen einen Sinn geben! Verständnisprobleme sind Vorprogrammiert! Unter einem Haufen Dreck: Es befinden sich viele gute Philosophische Ansätze in diesem Werk. Aber sie sind durch die übertrieben genauen Beschreibungen und die langweilige Handlung verdeckt. Das Motiv : TOD, das den Autor immer beschäftigt findet sich allerdings auch in anderen - kürzeren - Werken von ihm. Sprachliche Schönheit: Wer Nebensätze und Dialekt mag... Lesemotivation: Besteht für alle Leute, die Bücher nicht lesen, um sich darin einleben zu können. Für diese Leute ist kein Platz in der vollbeschriebenen Welt! Spannung: In jedem Teil gibt es eine kurze Passage, die spannend ist. Allerdings sind sie sehr selten. Fazit: Bei mir herrscht unverständnis, weshalb so eine Geschichte überhaupt noch gedruckt wird und weshalb sowas den Nobelpreis bekommt - Neben Hesse ist Thomas Mann ein Witz. Lasst dieses Buch, nach Möglichkeit, dort, wo es jetzt ist. |
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Der Junge im gestreiften Pyjama von John BoyneGebundene Ausgabe von Fischer, S., Verlag GmbHPreis bei Amazon: EUR 13,90, Angebote ab EUR 6,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3596852285, Erscheinungsdatum: Juli 2007, Auflage: 4 |
Aus der Amazon.de-RedaktionAuf dem Umschlagtext des Jugendbuches Der Junge im gestreiften Pyjama findet der Leser nicht -- wie sonst üblich -- eine Inhaltsangabe des Romans. Vielmehr soll der Leser die Lektüre völlig unvoreingenommen beginnen und die Geschichte durch die Augen des neunjährigen Helden Bruno erleben. Bruno wächst zu Beginn des zweiten Weltkrieges wohlbehütet und glücklich mit seiner Familie in Berlin auf. Doch dann muss er plötzlich an einen Ort namens Aus-Wisch" umziehen, weil der Furor" den Vater dort für eine wichtige Aufgabe vorgesehen hat. Bruno kann das nicht verstehen und hasst sein neues, graues Zuhause, das in einer öden Gegend liegt, wo keiner mit ihm spielt. Besonders schrecklich und rätselhaft ist der endlose Stacheldrahtzaun hinter seinem Haus, hinter dem Menschen in gestreiften Schlafanzügen in Baracken leben. Die Antworten, die der Junge auf seine Fragen nach den "Menschen hinter dem Zaun" erhält (Antwort des Vaters: "Das sind gar keine Menschen") bringen ihn auch nicht weiter. Dann lernt er auf einem seiner Spaziergänge den gleichaltrigen Schmuel kennen, der auf der anderen Seite des Zaunes lebt, einen gestreiften Pyjama trägt und schrecklich abgemagert ist. Heimlich trifft sich Bruno von nun an fast täglich mit Schmuel und es entwickelt sich eine Freundschaft, die nur ein tragisches Ende finden kann. Konsequent erzählt der Ire John Boyne seinen Holocaust-Roman aus der kindlich-naiven Perspektive eines neunjährigen Jungen, der nicht nur vorgibt, nicht zu wissen, sondern der wirklich nichts weiß. Durch die Unwissenheit und die Unvoreingenommenheit des Kindes, die Reduziertheit des Blickwinkels und der Sprache schafft Boyne eine neue Art des Erzählens über den Holocaust aus der Perspektive der Täter (wobei auch Bruno ein Opfer des NS-Regimes ist). Gerade das Unausgesprochene macht diesen Roman so eindringlich und schafft eine intensive Atmosphäre, der sich der Leser nicht entziehen kann. Einige Passagen erinnern an Roberto Benignis tragikomischen Film Das Leben ist schön, in dem ein Vater seinem Sohn das Leben im KZ als großes Spiel erklärt. Auch Der Junge im gestreiften Pyjama wird zurzeit unter der Regie von Mark Herman verfilmt und soll Anfang 2008 in die Kinos kommen. "Eine Fabel" lautet der Untertitel von John Boynes Buch -- und in diesem Sinne sollte man den Roman auch lesen und verstehen, der für Jugendliche ab 13 Jahren zu empfehlen ist. Ein ungewöhnliches Jugendbuch über den Holocaust, das auch Erwachsene tief beeindruckt und erschüttert. -- Alexandra Plath 5 Kundenrezensionen:Gute Idee - Langweilige Umsetzung 3 von 5 PunktenDer Autor versucht, ein Jugend- und Erwachsenenbuch in der Sprache eines neunjährigen zu schreiben. Ich finde, dass man aus der Geschichte eines unschuldigen Kindes, das durch die Tötungsmaschinerie der Shoa umkommt, hätte mehr machen können, denn diese hochinteressante Idee kommt durch die der Eloquenz eines neunjährigen geschuldeten Schreibweise zu kurz und wirkt oftmals langweilig. Nur am Ende kommt Spannung auf, als Bruno zu Schmuel in das Lager zu kommt. Fabelhaftes Buch 5 von 5 PunktenDas Buch beginnt mit der Aussage, eine Fabel zu sein. Und "fabelhaft" ist das Buch tatsächlich, und zwar im doppelten Sinne des Buches. Ich gebe zu, dass es in der Handlung bzw. in der Darstellung der Figur des Bruno als Neun- bzw. später als Zehnjähiger eine Ungereimtheiten gibt. Aber das empfand ich keineswegs störend und nur zweitranging. Hingegen finde ich die Art und Weise, wie der Autor eben auch mit Hilfe der Ausdrucksweise des Kindes und der Wörter, die er nicht aussprechen kann, wie Furor und Aus-Wisch, die Geschichte aus der Sicht Brunos wiedergibt. Das Ende ist in der Tat historisch ungenau. Aber ich darum geht es in dieser "Fabel" nicht. Der Autor hat die Figuren mit viel Einfühlungsvermögen dargestellt und das Ende hat mich wirklich überwältigt. Das Ende ist konsequent, dennoch hätte ich nicht hiermit in dieser Form gerechnet. Das Buch geht weit über einen "Unterhaltungsroman" und auch ein Jugend- und Kinderbuch hinaus und ist uneingeschränkt auch für Erwachsene sehr empfehlenswert. Bitte unbedingt lesen! Es lohnt sich! Geniales Buch! 5 von 5 PunktenVorneweg für die meisten Kritiker, die dieses Buch zu unrealistisch und zu unwahrscheinlich finden: Es ist eine Fabel! Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen und bin absolut fasziniert von dieser Geschichte gewesen. Klar ist es sehr unrealistisch, dass Bruno zu der besagten Zeit nichts von den Verhältnissen in Deutschland mitbekommen haben soll. Und klar ist es unrealistisch, dass ein jüdisches Kind im Straflager sich für mehrere Stunden am Zaun mit einem anderen Kind unterhalten kann. Aber dieses Buch ist meines Erachtens nicht dazu gedacht realistisch zu sein. Es soll den Menschen die Augen öffnen, und wie kann man das besser machen als aus der Sicht eines naiven, aber intelligenten Kindes. Bruno und Schmuel sind gleichaltrig, trotzdem ist Schmuel wesentlich reifer. Gerade die unglaubliche Naivität von Bruno und die Reife von Schmuel machen diese Geschichte aus. Bruno hat niemanden gegenüber Vorurteile (wie übrigens alle Kinder). Er lernt aus Erfahrungen und nicht durch die Beeinflussungen der Erwachsenen bzw. seiner Umwelt. Und die Erfahrung lehrt ihn, dass die Juden, mit denen er in Kontakt tritt, gut zu ihm sind. Schmuel wird sogar sein bester Freund. Schmuel dagegen hat durch seine Erfahrungen gelernt, dass Deutsche, besonders Soldaten, grausam sind. Kinder kommen naiv auf die Welt. Nur durch die Erwachsenen und ihre Umwelt lernen sie die Werte des Lebens kennen. In dieser Geschichte hat keiner Bruno in irgendeiner Art und Weise bisher falsche Werte vermittelt. Er hat bisher keine negativen Erfahrungen mit Juden gemacht. Aus diesem Grund steht er Schmuel vollkommen vorurteilslos gegenüber. Und deswegen ist es (leider) eine Fabel! Das Ende kam überraschend für mich. Aber eigentlich ist es das einzige Ende, was in dieser Geschichte möglich ist. An die eigenartigen Ausdrücke wie Aus-Wisch, Furor etc. gewöhnt man sich ziemlich schnell. Jeder, der geschichtliche Vorkenntnisse besitzt, versteht, was wirklich gemeint ist. Vom Stil her ist es auch für Kinder ab zehn Jahren geeignet, vorausgesetzt sie interessieren sich für die Thematik und haben bereits einige Vorkenntnisse. Es werden keinerlei grobe Gewalttätigkeiten beschrieben, sondern nur am Rande berührt. Ich könnte mir dieses Buch auch gut als Unterrichtslektüre vorstellen. Fazit: Hier kann ich nur The Guardian" zitieren: Ein kleines Wunder von einem Buch!" Absolut lesenswert! Ein Lob an den Autor! Nach dieser Geschichte fiel das Einschlafen schwer... 5 von 5 PunktenIch konnte das Buch nicht aus der Hand legen, und als ich es dann durchgelesen hatte und mein Licht ausmachte, konnte ich nicht einschlafen. Eine unglaubliche Geschichte! Eine Geschichte, die auch noch nachhaltig in den Gedanken kreist. Man darf tatsächlich im Vorwege nichts über den Inhalt erzählen. Meiner Meinung nach sollte jeder dieses Buch gelesen haben. Bruno in Auschwitz 5 von 5 PunktenBerlin, 1942. Bruno kommt von der Schule heim und findet in der Wohnung lauter gepackte Kisten. Vater ist versetzt worden und wurde als Kommandant nach Auschwitz berufen. So muss Bruno seine Freunde verlassen, die vertraute Umgebung und ist todunglücklich. Zumal Auswisch, wie Bruno es trotz Verbesserungen seiner Schwester immer nennt, eine trostlose Gegend für Kinder ist. Ein ellenlanger Zaun ist dort, hinter dem sehr traurig dreinschauende Menschen in gestreiften Pyjamas leben. Bruno versteht nicht, was sein Vater für einen Beruf ausübt, er versteht nicht, was sich wirklich hinter dem Zaun abspielt und warum die Menschen dort traurig, hungrig und hoffnungslos aussehen, während die Soldaten dort ständig lachen. Eines Tages lernt er den gleichaltrigen Schmuel kennen, die zwei freunden sich an. Schmuel ist ebenso traurig und gelangweilt wie Bruno und so erzählt Schmuel Bruno, wie das Leben jenseits des Zaunes vonstatten geht. Brunos Mutter beginnt eine Affäre mit einem jungen Soldaten, auch ihr wird es auf Dauer zu langweilig in Auswisch und so schickt der Vater seine Familie zurück nach Berlin. Am Tag der Abreise will Bruno noch Schmuel helfen, den verschwunden Vater zu finden und so wagt er sich auf die andere Seite des Zaunes. Bruno ist überrascht, dass das Leben dort so ganz anders ist, als er es aus Berlin kennt, es gibt keine bunten Farben, keine Geschäfte da kommt eine Kontrolle und die zwei Jungen werden in eine Halle gebracht... Der Protagonist Bruno ist sehr naiv, doch spiegelt er genau das wieder, was man immer wieder hört: dass niemand etwas gewusst hat. Auch wird nie erwähnt, dass es die Zeit des Zweiten Weltkrieges ist. Hier spielt Boyne mit dem Zuhörer und fesselt ihn so dermaßen an die Geschichte, die nicht unbedingt spannend ist, dafür aber umso bewegender und allein schon daher in einem Rutsch gehört werden muss. Der Junge im gestreiften Pyjama ist eine Geschichte, die absolut unter die Haut geht und die man so schnell nicht vergessen wird, zumal auch noch einige Fragen offen bleiben, über die noch nachgedacht werden muss. Eine Geschichte für Erwachsene und Jugendliche ab ca. 12 Jahren, die an der Zeit des Zweiten Weltkrieges interessiert sind und das Leben in einem Konzentrationslager aus der Sicht eines Kindes hören wollen. Bruno macht sprachlich aus dem Führer den Furor und aus Auschwitz Auswisch, hier bleibt die Frage offen, ob er einen eventuellen Hör- oder Sprachfehler hat oder dies aus Trotz macht... Ulrich Matthes liest diese Geschichte so eindrucksvoll und akzentuiert, dass sie den Hörer erschüttert, gleichzeitig aber auch fesselt. 313 Minuten vergehen wie im Fluge, so abgedroschen dies auch klingen mag, doch die Gänsehaut, die ein steter Hörbegleiter ist, bleibt noch eine Weile nach dem Hören da, so sehr geht diese Geschichte förmlich unter die Haut. Bewegt, beeindruckt, begeistert und das alles gleichzeitig, so war mein persönliches Hörerlebnis. Der Junge im gestreiften Pyjama ist eine ungekürzte Lesung auf vier CDs auf einer Gesamtlaufzeit von 313 Minuten. |
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Die Varusschlacht: Rom und die Germanen von Ralf-Peter MärtinGebundene Ausgabe von Fischer, S., Verlag GmbHPreis bei Amazon: EUR 22,90, Angebote ab EUR 19,49 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 310050612X, Erscheinungsdatum: Oktober 2008, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Geschichte kann so spannend sein..! 5 von 5 PunktenSelten habe ich ein Buch in den letzten Jahren verschlungen wie dieses. Dabei lese ich weniger Sachbücher. Doch der Autor schreibt spannend. Besonders erwähnenswert:neben der Schlacht selber erleben wir die Vor- und Nachgeschichte der Varusschlacht. Die Vorgeschichte wird spannend, nicht langatmig, erklärt: das Ende der Republik, Cäsar, Augustus (-Dynastie). Der Autor markiert immer deutlich, wo er die reinen Quellenlage ausschmückt, um den Leser in die Szenarien zu versetzen. Ja, so spannend kann Geschichte sein, wäre davon doch mehr in den Schulen vorhanden. Die Varusschlacht selber wird mit einigen Fragezeichen nach Kalkriese verlegt. Andere Meinungen werden von Märtin genannt, und die endgültige Entscheidung reflektiert begründet. Und dann erlebt man die Tage dauernde Schlacht, auch die Grabungsbefunde. Die Nachgeschichte, der Mythos "Hermann der Cherusker", wird detailliert und pointiert erzählt. Auch der unselige Missbrauch von Hermann für die germanenfreundliche Kaiser- und NS-Zeit. Es zeigt sich: wenn keine kritische Reflektion stattfindet, wird Geschichte zum Steinbruch, aus dem sich die jeweilige Gegenwart, das herausbricht und umformt, was ihr passend erscheint. Diese kritische Reflektion, die Märtin hier konsequent betreibt, ist genauso mutig, wie für einen Historiker selbstverständlich, und doch selten so in Büchern zu finden. Das letzte Mal habe ich so etwas im Geschichtsunterricht gelernt. Das auch der dritte Teil nicht langweilig wird, liegt in der Erzählkunst des Autors, die nur noch eine Frage offen läßt: welchem Thema wendet sich Märtin als Nächstes zu? Wir dürfen gespannt sein... Was steckt eigenlich hinter der Varusschlacht 5 von 5 PunktenDie Schlacht am Teuteburger Wald 9 n.Chr. ist auch heute noch vielen Menschen ein Begriff. Sie ist für so manchen selbstverständlich ein Teil deutscher Geschichte und eine Sensation zugleich. Besiegt doch der Germane und Cheruskerfürst Arminius mit einer handvoll seiner Krieger ein an Zahlen weitaus überlegenes Heer der größten und mächtigsten Kriegsmaschinerie der antiken Welt. Doch der Schein dieses latent und häufig unbewusst vorhandenen Bildes trügt, zu Recht, wie der Autor eindringlich zeigt. Vorab, das Buch ist in zwei Teile gegliedert, einmal in die historische Betrachtungung / Analyse der Ereignisse und zum anderen in eine Aufarbeitung der Geschichte über die Geschichte des Arminius, angefangen vom Bild der Humanisten und Reformatoren über Arminius bis heute. Der Hauptteil des Buches ist der historischen Rekonstruktion und Analyse der Ereignisse vor 2000 Jahren gewidmet. Dabei wird die Darstellung der Schlacht gründlich eingebettet in den historischen Kontext der Zeit und eine Analyse der Quellen. Dazu gehören selbstverständlich ausführliche Betrachtungen der Lage des römischen Reichs unter Augustus sowie Charakterisierungen der Protagonisten Varus, Arminius, Augustus und Tiberius. Wie der Untertitel des Buches andeutet, geht es über die eigentliche Schlacht hinaus, indem es die Geschichte der Römer mit dem Land und dem Volk der Germanen - schon lange vor, aber auch nach der Schlacht - in den Blick nimmt. Nur so lassen sich die Ereignisse 9 n.Chr.letztlich verständlich machen. Dem Autor kommt es nicht darauf an, den Ort der Schlacht genau zu lokalisieren, wie es zahlreiche Historiker getan haben. Wichtiger ist, dass sie überhaupt stattgefunden hat. Ihre Bedeutung liegt darin, dass sich die Römer - auch auf lange Zeit - nicht durchsetzen konnten. Interessant ist auch der zweite Teil des Buches. Hier geht es darum, wie die Varusschlacht im laufe der deutschen Geschichte rezipiert und für bestimmte Zwecke instrumentalisiert wurde. Etwa im 19. Jh. bei der Suche einer nationalen deutschen Identität und ihrer Helden. So ist das Bild des Arminius, das heute auf uns kommt, stark von der Rezeptionsgeschichte geprägt und so mancher Mythos ist auf diese zurückzuführen. Arminius ist weder ein Gründervater der Nation noch der strahlende Sieger der antiken germanischen Geschichte. In Diensten des röm. Reichs, im Range eines Prätors der Hilfstruppen und unter dem Kommando des röm. Feldherren Varus stehend, verrät er seine röm. Verbündeten und lockt sie in einen geplanten Hinterhalt, dem auch der altgediente und erfahrene General Varus nichts entgegen zu setzen hat. Fünf Sterne verdient das Buch, da es nicht nur hervorragend unkompliziert geschrieben, sondern ebenso auch ausgearbeitet ist - davon allein zeugt schon der umfassende Anhang mit Zeittafeln, Übersichten der Herrscherfamilien, Literatur, Register usw. Darüber hinaus ist es nicht nur Rekonstruktion der Ereignisse, es bietet auch Stoff für die Diskussion(en) in der Forschung. Rom und die Germanen 5 von 5 PunktenEin ausgezeichnetes Buch ist da Ralf - Peter Märtin gelungen mit DIE VARUS SCHLACHT - denn viel ist schon geschrieben worden über die bedeutendste Niederlage der Römer auf germanischem Boden - die VARUS Schlacht war in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich und für die Zukunft Germaniens ausschlaggebend. Die Varus Schlacht wurde allerdings auch in mehrfacher Hinsicht missgedeutet und politisch ausgeschlachtet, sowohl während der NS Zeit als auch davor. Dies führte zu so eigentümlichen Denkmälern wie dem in Detmold - denn auch der Ort der Schlacht war unklar und liegt derzeit laut Ausgrabungsberichten bei Kalkriese. Das Buch beginnt mit einer sehr guten Einführung über das römische Wesen und die Art und Weise wie und warum Kriege das ausschlaggebende Mittel römischer Politik waren. Auch die beteiligten adeligen Familien kommen nicht zu kurz und das römische Staatswesen wie auch das Militär und die Formationen und Aufstellungen wie auch Ausrüstungen werden eingehend geschildert. Mir hat besonders gut gefallen, das römische und griechische Berichte über die Germanen kritisch hinterfragt wurden und mit dem Vorurteil aufgeräumt wurde es gäbe ein Volk Die Germanen" - denn das stimmt nicht, es gab viele Stämme und Germanien war zur Zeit der Varus Schlacht mit ca. 1, 5 bis 3 Millionen Einwohnern dünn besiedelt. Der Schlachtbereicht der Kimbern gegen die Römer ist außerordentlich lesenswert und auch die Art und Weise der germanischen Stämme, ihre Sitten und Gebräuche, wie auch die Lebensweise und ihre Kriegsführung ringen mir ein großes Lob und Bewunderung ab - obwohl sie so ganz und gar anders ist als die römische Lebensführung. Das Buch ist eine gute Grundlage die Schlacht und das Leben der damaligen Zeit besser zu verstehen. Für das Aufräumen mit Vorurteilen auf beiden Seiten Danke ich im Übrigen dem Autor Ralf - Peter Märtin in seinem Buch DIE VARUS SCHLACHT ganz besonders. Sehr empfehlenswert! Spannende Varusschlacht 5 von 5 PunktenSelten habe ich ein historisches Sachbuch derart verschlungen wie dieses. Es war nicht in erster Linie das aktuelle Interesse am Thema, sondern vor allem die mitreissende Darstellung die mich das Buch nicht aus der Hand legen liess. Ralf Peter Märtin schildert die Welt der Römer und Germanen, die Vorgeschichte und den Ablauf der Varusschlachtund und ihre Nachwirkungen wissenschaftlich akribisch aber gleichermassen unterhaltsam und spannend. Ein historischer Roman könnte nicht fesselnder sein! Kritisch klärt der Verfasser den Hergang der Ereignisse auf und kommt zu manch überaschenden Erkenntnissen. Ralf Peter Märtin lässt den Leser dabei teilhaben an der detektivischen Arbeit des Historikers. Man ist erstaunt auf welchen zum Teil dürftigen Tatsachen und Indizien unser historisches Wissen sich gründet! Das Buch bietet wissenschaftliche Aufklärung und gleichzeitig beste Unterhaltung. "Warum mir dieses Buch so gefällt" | |
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Wenn ich mich hinsetze, schreibe ich tagelang durch und gönne mir nur einen freien Tag in der Woche. Einen Teil vom Das Spiel des Engels habe ich in Los Angeles geschrieben. Ein Freund hat mir ein Arbeitszimmer überlassen und ich habe dort von 6 Uhr früh bis 2 Uhr mittags geschrieben, völlig gegen meine Veranlagung. Sonst arbeite ich immer nachts. Schreiben ist ein komplizierter Prozess, der mich viel Zeit kostet und für den ich mich ein wenig aus der Welt zurückziehen muss.
"Der Schatten des Windes" habe ich vor zehn Jahren angefangen zu schreiben. Ich glaube, dass ich in dieser Zeit etwas hinzugelernt habe. Man lernt aus seinen Fehlern und mit dem Alter. Zudem war das Buch aus der Perspektive eines heranwachsenden Jungen geschrieben und deshalb liebenswürdiger. Beim Das Spiel des Engels war ich mutiger, und so ist dabei die ruchlose Schwester von Der Schatten des Windes herausgekommen. Es hat mehr von Charles Dickens: Es ist eine Hommage an die Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, die die Literatur auf fieberhafte Weise lebten.
Als ich zum ersten Mal Geld für etwas von mir Geschriebenes erhielt, war ich acht Jahre alt und dachte, mit 13 bin ich berühmt. Ich gründete mit einigen Freunden an der Schule einen Verlag. Einer kümmerte sich um die Gestaltung, ein anderer machte die Kopien, und ich schrieb. Es waren Horrorgeschichten mit Außerirdischen und Vampiren. Mit dem Geld, das wir einnahmen, kauften wir uns Süßigkeiten. Seitdem habe ich nicht aufgehört zu schreiben.
Ich tu gerne einmal nichts, aber irgendetwas mache ich immer. Ich höre gern Musik, lese, gehe ins Kino, reise und lerne. Ich lerne sehr schnell. Viel wichtiger als der Erfolg meiner Bücher ist für mich, dass ich seit langer Zeit zum ersten Mal mit mir selbst zufrieden bin. Was ist für mich das Glück? Darauf antworte ich immer das Gleiche: geistige Zufriedenheit.
Carlos Ruiz Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren, wuchs im Schatten von Gaudís Kathedrale Sagrada Família auf und besuchte die gotische Jesuitenschule von Sarría. Deren wuchernde Architektur regte schon den 10-Jährigen zu Schauergeschichten an und inspiriert ihn bis heute zu seinen kunstvoll konstruierten Romanhandlungen. Seine berufliche Laufbahn begann er als Texter, bevor es ihn 1994 nach Los Angeles zog, wo er zehn Jahre als Drehbuchautor und Journalist arbeitete. Für sein Erstlingswerk Der Fürst des Nebels erhielt Ruiz Zafón 1993 den Edebé-Preis für Jugendliteratur. Sein Roman Der Schatten des Windes von 2001 wurde zum größten Bucherfolg Spaniens und begeisterte, in mehr als 30 Sprachen übersetzt, Leser in aller Welt.

