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Der schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse von Nassim Nicholas Taleb

Gebundene Ausgabe von Hanser Wirtschaft
Preis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 19,00

3,5 von 5 Punkten
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3446415688, Erscheinungsdatum: Oktober 2008
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5 Kundenrezensionen:

Ein Buch für die Finanzkrise und alle Krisen die noch kommen werden
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich musste bei diesem Buch erst einmal nachschauen, wann es geschrieben wurde, denn es liest sich so, als beschreibe es die aktuelle Finanzkrise (Stand Dez. 2008) aus einer geschichtlichen Warte!
Das Unwahrscheinlichste ist eingetreten und keiner hat es kommen sehen (auch wenn im Nachhinein jetzt etwas anderes behauptet werden wird). Hätte ich das Buch doch nur ein Jahr früher gelesen ;-)
Es hat mir sehr viele Aspekte zum Thema Wahrscheinlichkeiten / Statistik / Vorhersagen eröffnet, die ich in meinem Studium zwar gelernt habe, mich dabei aber meist ein komisches Gefühl begleitet hat.
Die Widmung an Benoit B. Mandelbrot (von dem mich das Buch: "Fraktale und Finanzen: Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin" begeistert hat) war für mich übrigens der Kaufgrund.
Und ich wurde nicht enttäuscht!

Zusammengefasst: Die Möglichkeit, dass Dinge passieren, die wir (unsere Finanzberater und wer auch immer Dinge über die Zukunft verfasst) überhaupt nicht auf der Naht haben, ist viel eher gegeben als wir denken. In vielen (nicht allen) Bereichen des Lebens gibt es kein gemitteltes Risiko das berechnet werden kann, sondern nur hop oder top. Stellen Sie sich darauf ein.
Wir wiegen uns in Sicherheit von mathematischen Modellen, die dem Außergewöhnlichen und dem Extremen viel zu wenig Platz einräumen und wundern uns dann, dass es in die Hose geht.
Der Schreibstil ist - gelinde gesagt - aggressiv, aber das macht es nur amüsanter zu lesen.

Randnotiz: Einige Kommentatoren empfinden das Buch als zu banal - richtig, naja vielleicht! Aber lieber banal und "im Großen und Ganzen richtig" als "Genau falsch".
Ein außerordentlich wichtiges Buch mit mannigfaltigen philosophischen und auch theologischen Implikationen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Man kann dieses außergewöhnliche Buch lesen als ein Wirtschaftsfachbuch. Jedenfalls kann man es allen Ökonomen und Wirtschaftspolitikern nur dringend zur Lektüre empfehlen.

Man kann es aber auch lesen als ein philosophisches Werk, ein Buch, das sich ausführlich befasst mit Phänomen, die unvorhergesehen geschehen, die niemand voraussagen kann und deren nachträgliche Erklärung auch nicht wirklich befriedigt.

Nassim Nicholas Taleb war über zwei Jahrzehnte Börsenhändler an der New York Stock Exchange. Aus dieser Tätigkeit hauptsächlich mit Derivaten hat er auch eine Vielzahl seiner in diesem Buch dokumentierten Erkenntnisse gewonnen. Er gilt heute als "Hauptdissident der Wall Street" und will der Öffentlichkeit die Augen öffnen über das, was eigentlich nie passieren dürfte - und was dann doch ständig geschieht.

Der Titel des Buches spielt auf die Überzeugung der Europäer an, die bis ins 17. Jahrhundert dachten, es gäbe nur weiße Schwäne, bis nach der Entdeckung Australiens dort schwarze Schwäne entdeckt wurden.

Talebs Frage ist folgende: Kann es eine Theorie der Katastrophe geben, mit der sich der Mensch und die Gesellschaft, in der er lebt, vor dem finanziellen, persönlichen und politischen Desaster schützen können ? In seinem schon 2003 in den USA erschienenen Buch, das jetzt auf Deutsch vorliegt, hat er die Finanzkrise, die 2008 aus heiterem Himmel zu kommen schien schon vorhergesagt. Vor allem hat er beschrieben, warum sie kommen wird, - und er hat recht behalten. Von den vielen anderen Katastrophikern aller Couleur unterscheidet Taleb aber sein weiter Ansatz, der sich eben nicht nur auf die Finanzkrise beschränkt, sondern der, so sagt er, auf die Politik, auf Menschheitsfragen und auch auf das persönliche Leben übertragbar ist.

Ein Treppenwitz ist es dabei allerdings, dass dieser Mann derzeit als der großer Prophet gefeiert wird, wo er doch in seinem Buch genau beschreibt, dass gerade die Tendenz, Entwicklungen zu berechnen und vorhersagen zu wollen, eine der Ursachen darstellt dafür, dass Wirtschaft und Gesellschaft dann von Katastrophen so hilflos überrascht werden.

Taleb sagt, die Menschen sind blind gegenüber dem Zufall und blind gegenüber dem Risiko, gerade da, wo Experten irrtümlich glauben, die Risiken berechnen zu können. Meistens klammern Entscheidungen, die in die Zukunft gerichtet sind, konsequent die Möglichkeit aus, dass es dabei zu einer unerwarteten Katastrophe kommen könnte, zu einem sogenannten "Schwarzen Schwan". Einem Ereignis also, das ein absoluter Ausreißer ist, und außerhalb regulärer Erwartungen liegt. Zweitens hat dieses Ereignis enorme Auswirkungen und es werden im Nachhinein die unmöglichsten Erklärungen dafür konstruiert.

Er nennt viele Beispiele für "Schwarze Schwäne", die nicht alle restlos überzeugen: die derzeitige Finanzkrise, die Anschläge des 11. September, ein Tsunami wie der vor einigen Jahren, die Auslösekette für den Ersten Weltkrieg, die militärische Hilfe der USA für die Islamisten in Afghanistan gegen die sowjetische Besatzung...

Aber es gibt auch positive Schwarze Schwäne. Er nennt als ein historisches Beispiel dafür die zufällige Verunreinigung einer Laborprobe mit Penizillinschimmel, die zu einer völlig neuen Form der Infektionsbekämpfung führte.

Natürlich hat man einen solchen Mann oft gefragt ( er ist in Talkshows und Interviews ein willkommener Gast), wie der Mensch solche Katastrophen verhindern kann. Taleb stellt die Fähigkeit des Menschen dazu grundsätzlich in Frage und empfiehlt stattdessen, nicht zu versuchen, die Wahrscheinlichkeit bestimmter Katastrophen vorherzusagen, sondern sich einfach auf die Tatsache vorzubereiten, dass es eine Katastrophe geben wird. Das heißt schlicht und einfach, Bereiche zu meiden, die im weitesten Sinn katastrophenträchtig sein könnten. Aktien zum Beispiel, das Bauen in einer Erdbebenregion wie Los Angeles u.v.a.

Während Taleb immer wieder in seinem lesenswerten Buch in der Tradition anderer großer Denker und Philosophen Zurückhaltung fordert, lernt der Leser viel über die großen Philosophen und über die Geschichte der Ökonomie, ohne es richtig zu merken. Auch wenn es manchmal in der Fülle der Beispiele den Überblick verliert, zieht einen das Buch mit vielen interessanten Überlegungen und Geschichten in seinen bezaubernden Bann.
Am Ende dieser Lektüre ist der Leser nicht nur schlauer, sondern auch um Vieles skeptischer, was Prognosen angeht.

Wir können uns nicht absichern; wer das behauptet, ist ein Scharlatan. Menschen müssten lernen, so denkt der Rezensent, der immer auch mal wieder über die theologische Bedeutung von Vorgängen nachdenkt, mehr auf sich selbst zu vertrauen und zu lernen, dass alles endlich ist, auch ihr Leben, ihr Wohlstand , ihre Gesundheit, ihr Glück. Jeden Tag neu dankbar das Leben annehmen und leben, anstatt wie der Reiseesel Mallorca bei Janosch immer nur in der Ferne zu leben, weil doch dort angeblich das Glück wohne... (vgl. Janosch, Komm, wir finden einen Schatz!), darauf kommt es an.

Die Sucht nach Vorhersagen, die Illusionen, die sich Menschen und Politiker dabei hingeben, das ist das eigentliche Opium, das sie konsumieren und mit dem sie ihr Leben glauben zu bewältigen, und nicht, wie viele Kritiker in letzter Zeit wieder verstärkt meinen, die aufgeklärte Religion. (vgl. hierzu: Alexander Kissler, Der aufgeklärte Gott, Pattloch 2008).
Heiterer Glaubenskrieger
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Die Wahrscheinlichkeit ist groß, ein interessantes Buch in den Händen zu haben, wenn neben Fünfsternbewertungen auch solche mit nur einem zu finden sind. Denn dies deutet meist darauf hin, dass es sich um Angriffe auf Glaubensmodelle handelt, deren Infragestellung Verhaltensmuster ebenso erschüttern wie Institutionen und Bildungsstätten. Entsprechend harsch reagieren denn auch viele Leser. Ein Meisterwerk, wie der Chefredaktor von Wired, Chris Anderson, das Buch von Nassim Nicholas Taleb bezeichnet, ist es zwar nicht. Aber zur Lektüre kann ich es allemal empfehlen. Selbst wenn mich die Übersetzung wenig überzeugt und der Autor allzu sehr dazu neigt, gesprochene mit geschriebener Sprache zu verwechselt. Mir gefiel dieser essayistische Rundschlag gegen Wahrsager, Kurventechniker und Planungsfritzen. Zumal sie ihre Lehren noch immer ohne großen Widerspruch und meist gut bezahlt weitergeben.

Ironie des Schicksal ist es, dass Talebs Buch selber ein schwarzer Schwan ist und Auflagen erreicht, die sich zwar jeder Autor wünscht, aber kaum beeinflussen kann. Der ehemalige Trader mit libanesischen Wurzeln schrieb wie viele andere Autoren nichts Neues, hatte jedoch das Glück, dass seine Version Aufmerksamkeit erregte und sich ausbreitete. Und da sich sein Schreibstil auch von allem unterscheidet, was in Creativ Writing-Seminaren oder Fernkursen für künftige Erfolgsautoren gelehrt wird, weckt ein solcher Erfolg noch mehr Neid. Nassim Nicholas Taleb füllt die Seiten aber bestimmt nicht mit Banalitäten, wie ihm einige Rezensenten unterstellen. Denn wäre dem tatsächlich so, würde die Welt anders aussehen. Obwohl ich kein diplomierten Statistiker oder versierter Mathematiker bin, waren mir die unzähligen Gaußschen Normalverteilungen mit ihren Glockenkurven schon in jungen Jahren suspekt. Und als ich mich dann später für die Funktionsweise des menschlichen Gehirns zu interessieren begann, wurde mir auch klar, woher diese Abneigung stammt. Das Alltagsleben kümmert sich herzlich wenig um Theorien, die mit der Praxis wenig zu tun haben. Komplexe Systeme lassen sich weder mit schönen Kurven, noch mit verdünnter Quantenphysik festhalten oder beschreiben.

Der Stil des Autors mag für viele Leser gewöhnungsbedürftig sein. Doch im Zweifelsfall ziehe ich gehobenen Smalltalk einem abgehoben Wissenschaftsreferat vor. Und dass sich ein Autor das Recht nimmt, seine Weltanschauungen mit biografischen Elementen zu garnieren, stört mich offenbar sehr viel weniger als andere Leser. Allerdings fand auch ich, der Autor wiederhole sich allzu oft und habe den roten Faden öfters aus den Augen verloren. Zudem mag ich es nicht besonders, wenn sich ein Autor profiliert, indem er andere mit dem billigen Trick ausgewählter Zitate niedermacht, ohne diese in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Aber mehr als einen Stern Abzug sind mir diese Verfehlungen nicht wert. Denn schließlich geht es um die Verbreitung einer Botschaft, die Beachtung verdient. Und die heißt in extremer Verkürzung: Selbst wenn wir für unser Seelenheil nach stimmigen Geschichten dürsten, bleibt die Wirklichkeit unberechenbar und überraschend.

Mein Fazit: Die Paradoxien komplexer Systeme, wie das Leben nun einmal eines ist, lassen sich schlecht in den gängigen Formen beschreiben. Nassim Nicholas Taleb, früher selber ein Vertreter der planenden Zunft, konfrontiert seine Leser auf unterhaltsame Weise mit Problemen, die für einige offenbar banal sind, aber für die meisten trotzdem zu alltäglichen Hindernissen werden. Für Leser, die nicht jedes Wort und jede Argumentation auf die Goldwaage legen, ist die Lektüre dieses verbalen Rundschlags sicher ein Gewinn. Trotz holperiger Übersetzung, unnötigen Längen und einem verblassten roten Faden.
Eine Ode an das selbständige Denken
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Der Empiriker befasst sich damit, daß es unmöglich ist aufgrund der Vergangenheit Prognosen für die Zukunft zu treffen und erklärt warum man Experten, Statistikern usw. nicht so einfach glauben sollte, vor allem in wirtschaftlichen Belangen. Macht aber glaubhaft, daß Kaffee trinken weiterhin sicher ist, da die Billionen Elementarteilchen aus denen der Becher besteht nicht mehrmals hintereinander in die gleiche Richtung springen werden damit dieser von selbst umfällt.
Er schreibt von der Angewohnheit vieler Menschen nur die Infos zu akzeptieren, die in ihr Weltbild passen, wie sie sich dadurch selbst behindern, daß durch welche Kontrollzwänge psychische Krankheiten entstehen und aus welchen Gründen in der Religion halt gesucht wird. Davon daß viele glauben mehr zu wissen als sie es tatsächlich tun und der umgekehrte Fall eine wahre Rarität ist. Daß wenn wir den Erwartungen von anderen nicht entsprechen es nur wehtut wenn wir diese selbst hegen.
Ein wirklich tolles, interressantes, intelligentes und witziges Buch, das motiviert, zum nachdenken anregt und lehrreich ist. Geeignet für alle, die sich dafür interressieren, warum die Welt ist wie sie ist. In diesem Sinne: immer schön neugierig und skeptisch bleiben !!
Vorsicht, nichts für fanatischer Statistiker
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Taleb beschreibt auf hervorragende, allerdings sehr eigensinnige und gewöhnungsbedürftige Weise ein Phänomen, das uns alle betrifft, ob wir das nun wollen oder nicht.

Interessant auch das Timing seines Buches, das just zu einem Zeitpunkt erscheint, an dem seinem beispielhaften Truthahn, der bis jetzt nur gefüttert wurde, und der deshalb so falsche Schlüsse über das Wesen der Welt gezogen hat, unvermittelt der Hals umgedreht wird.

Einer von Talebs Lieblingsfeinden sind dabei quantitative statistische Methoden zur Einschätzung wirtschaftlicher Risiken und dabei insbesondere Normalverteilungen. Dabei grenzt er zwischen Fällen ab, in denen diese statistischen Methoden zulässig sind, dem so genannten "Mediokristan" und denen, in denen sie katastrophal versagen, dem so genannten "Extremistan".

Leider rutscht der Autor stellenweise in esoterisches Geschwafel ab, etwa wenn er über fraktale Symmetrien in der Natur fantasiert.
Leider versäumt er es auch, und das ist sein größtes Problem, darauf hinzuweisen, dass Normalverteilungen beileibe nicht das einzige statistische Instrument sind, eine Tatsache, an der viele Kritiker, unter anderem in hier veröffentlichten Rezensionen, ansetzen. Diese Kritik erinnert jedoch eher an picklige StarTrek-Fans, die über die Form von Warpkernen diskutieren, anstatt sich darüber klar zu sein, dass es gar keine Warpkerne gibt.

Wer jedoch im Gegensatz zu einigen dieser Kritiker zwischen den Zeilen lesen kann, genügend Intelligenz besitzt, die angesponnenen Gedankenfäden fortzusetzen, und begreift, dass das Leben kein Schachspiel ist, wird erkennen, dass sich Talebs Kritik auch auf andere mathematische Methoden erweitern lässt.

Es geht in diesem Buch daher letztendlich um die Wahnvorstellung, alles und jedes im Leben ließe sich quantifizieren und statistisch schematisieren.

Nehmen wir das Buch als Anregung zu eigenen Gedanken.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
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Narren des Zufalls: Die verborgene Rolle des Glücks an den Finanzmärkten und im Rest des Lebens von Nassim Nicholas Taleb

Taschenbuch von Wiley-Vch
Preis bei Amazon: EUR 15,00

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 352750432X, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: Sonderausgabe. SA.
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Wer bisher glaubte seinen Erfolg im Beruf und bei der Geldanlage dem eigenen Geschick zu verdanken, wird nach der Lektüre von Narren des Zufalls zumindest ins Grübeln kommen. Denn das Buch zeigt auf, dass der Einfluss von Glück oder Zufall auf unser Leben und unsere Anlageentscheidungen meist unterschätzt wird. Während Glück von erfolgreichen Menschen oft als eigenes Geschick interpretiert wird, halten sie die Rolle des Zufalls für Bestimmung. Dieses Phänomen manifestiert sich für den Autor in der Figur des glücklichen Narren: Ein Mensch, der von unverhältnismäßig viel Glück profitieren kann, seinen Erfolg aber nur seinem eigenen Geschick zuschreibt.
Besonders im Börsengeschäft tummeln sich unter den selbst ernannten Börsengurus, Anlageberatern und Fondsmanagern viele dieser "glücklichen Narren". Dem Autor, selbst Börsenhändler von Beruf, gelingt es dabei in Narren des Zufalls anschaulich und unterhaltsam zugleich, mit simpler Wahrscheinlichkeitsrechnung die Erfolge seiner Kollegen als bloße Zufälle zu entlarven. Dass er sich mit dieser Interpretation während seiner Karriere an der Wall Street bei einigen seiner Kollegen nicht gerade beliebt gemacht hat, wird von ihm immer wieder genüsslich mit einem Augenzwinkern dargestellt.
Auch die Binsenweisheit "Das Leben ist ungerecht" wird in Narren des Zufalls genauer unter die Lupe genommen. Für den Verfasser ist dabei das Leben auf nicht lineare Weise ungerecht. Denn ein geringer Vorteil kann sich im Leben in einen überproportionalen Nutzen verwandeln oder -- die hinterhältige Variante -- ein nicht existenter Vorteil zu einer Goldgrube werden, bloß weil der Zufall etwas nachhilft. Fazit: Wir können uns sicherlich nicht vor den Launen der Glücksgöttin Fortuna schützen. Nach der Lektüre dieses Buches sind wir aber zumindest etwas besser darauf vorbereitet. --Gerald Eckel
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5 Kundenrezensionen:

Unübersichtlich
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Der Hype um Nassim Taleb ist mir nach der Lektüre dieser (deutschen) Ausgabe seines Buches völlig unklar. Seine Aussage: es sind die zufälligen Ereignisse, die sowohl Geschichte wie auch unser persönliches Leben bestimmen. Und natürlich lassen sich diese Zufälle nicht vorhersagen, weder an der Börse noch anderswo. Und Taleb warnt letztlich davor, sich dem Rat von 'Experten' anzuvertrauen, die doch alle lediglich versuchen, vergangene Ereignisse rational aufzuarbeiten (die aber durch Zufall entstanden waren). Soweit so gut - no big deal.
Was mich an Taleb's Buch aber von der ersten bis zur letzten Seite gestört hat, ist seine Selbstgefälligkeit und Eigen-Verliebtheit, verbunden mit einem chaotischen Schreibstil. Man kann das Buch letzlich auf jeder beliebigen der 250 Seiten beginnen: man fragt sich pausenlos, wann er denn nun mal zum 'Punkt' kommt. Vielleicht wollte er aber ja lediglich zeigen, dass er den Monte-Carlo-Generator zur Erzeugung 'strukturierter' Texte selbst perfekt beherrscht - und damit die Produktion absoluten Nonsense.
das buch ist eine echte enttäuschung..
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
in diesem buch klingt er eher wie ein neider. wenn er davn erzählt das die leute die an der börse und im geschäftsleben reich geworden sind eigentlich idioten sind weil eigentlich das risiko für ihren finanziellen in wirklichkeit viel zu groß war. er geht davon aus das bei den vielen die chance erfolg zu haben minimal war und sie nur unglaublich viel glück hatten und wahrscheinlich aus verblendung weil sie das selber nicht erkennen wieder verlieren würde.. was mich aber am meisten enttäuscht hat ist rolf dobellis empfehlung für das buch, da er auf bloomberg immer ziemlich kompetent gewirkt hat obwohl er als vermarkter seiner bücher nicht neutral sein kann aber diese bewertung ist echt enttäuschend...
Irrungen und Wirrungen
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Man muß sich das einmal genau überlegen: Da schreibt uns einer ins Stammbuch, daß wir schlicht zu blöd sind, um mit dem Zufall richtig umzugehen. Und er weiß auch zu berichten, daß daran unsere Gene Schuld sind, die hätten sich dummerweise nicht mit uns weiterentwickelt. Folgen wir der Argumentation des Autors, dann ergibt sich sofort die Frage nach dem Sinn dieses Buches. Womit wohl versucht uns der Autor unser Unverständnis zu erklären? Richtig, wieder mit statistischen Untersuchungen und wahrscheinlichkeitstheoretischen Berechnungen. Und da er offenbar annimmt, dass wir sowieso keinen Zugang zu diesen Dingen haben, bemüht er sich dann auch gar nicht erst, uns seine vielen Berechnungen zu erklären, obwohl diese manchmal ganz einsichtig wären (Beispiel Geburtstagsparadoxon). Die Grundthese von Mr. Taleb ist dagegen sehr einfach: In Wirklichkeit haben die erfolgreichen Fondmanager nur Glück gehabt. Sie waren nur zur rechten Zeit am rechten Ort. Sie sind eben Glückspilze, die irgendwann wieder von der Bildfläche verschwinden, wenn ein seltenes Ereignis wie ein Börsencrash eintritt oder der Markt einfach in ein anderes Fahrwasser kommt. Es mag schon sein, daß diese These auf nicht wenige Vertreter des Geldmanagements zutrifft. In ihrer Allgemeinheit ist sie natürlich falsch. Aber sie weckt beim interessierten Leser Interesse, und genau das ist ihr eigentliches Ziel. So funktionieren Bücher dieser Art: Man stelle eine provozierende These auf, formuliere sie möglichst schwammig und untermauere sie scheinbar mit viel Text und allerlei Geschichten. Es wird nur wenige Leser geben, die vom Fach sind und erkennen, daß hier mehr verwirrt als aufgeklärt wird.

Wenn die Grundthese des Autors in dieser Allgemeinheit stimmen würde, dann ist unerklärlich, wie es sein kann, daß große Banken oder Brokerfirmen wie die Deutsche Bank oder Goldman Sachs inzwischen mehr als die Hälfte ihrer Gewinne durch Eigenhandel erwirtschaften. Eigenhandel bedeutet: Trader erzielen mit dem Geld ihres Arbeitgebers diese Profite. Wenn der Autor Recht hätte, dann wäre dies nicht möglich. Oder er müßte uns erklären, wieso es zu dieser Häufung von Glückspilzen bei diesen Instituten kommt. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe großer privater Trader, die der Allgemeinheit nicht bekannt sind, die aber die in den Instituten arbeitenden Vertreter derselben Zunft um Längen schlagen. Was bleibt also von der These übrig? Nicht viel. Denn so, wie die wenigsten von uns Formel Eins Wagen fahren können oder eine Skisprungschanze mehr als einmal herunterfahren werden, so können auch nur wenige Menschen wirklich traden. Das ist einer der härtesten Jobs dieser Welt. Das Skispringen wird sich kaum einer zutrauen, das Traden dagegen fast jeder. Wenn der Autor seine These von dieser Seite beleuchtet hätte, dann wäre dabei vielleicht ein gutes Buch herausgekommen. So aber wird nur weit ausgeholt und über alles geplaudert, was Mr. Taleb zum Zufall so einfällt. Ein wirres Buch ohne roten Faden. Unsere Schwierigkeiten mit dem Zufall haben zwei einfache Ursachen. Zum einen haben viele Menschen mit der Mathematik so ihre kleinen und großen Probleme. Und zum anderen ist statistisches Denken kein Thema irgendeiner allgemeinen Grundausbildung. Das wiederum hat Gründe in der Sache selbst. Sie ist einfach zu schwierig, um sie einer breiten Allgemeinheit anzutun. Aber nur durch eine fundierte Ausbildung werden wir lernen können mit dem Zufall angemessen umzugehen. Da ich als Hochschullehrer unter anderem Statistik und Wirtschaftsmathematik an deutschen Universitäten gelehrt habe, weiß ich wovon ich rede.

Dieses Buch und sein Autor vermögen es leider auch nicht, wenigstens ein kleinen Beitrag zur Verbesserung unserer desolaten Lage zu leisten. Im Gegenteil, sie verwirren sie nur noch mehr. Aber das kann leider nur der fachkundige Leser beurteilen. Der Autor, der sich selbst als Mathematiker bezeichnet, arbeitet(e) offenbar auf einem sehr begrenzten Teilgebiet der angewandten Statistik. Sowie er Aussagen zu anderen Gebieten der Mathematik oder der Physik trifft, wird er ausgesprochen mutig, um es einmal freundlich auszudrücken. Die komplexen Zahlen wären nur für die Mathematik von Bedeutung und die Newtonsche Mechanik sei falsch, lesen wir zum Beispiel und staunen über so viel Unsinn. Einsteins und Smoluchowskis Arbeit zur Brownschen Bewegung wird in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung falsch bewertet. Einstein ist weder der Erfinder von zufälligen Irrfahrten (random walks), die gab es schon viel früher, noch hat er je einen mathematischen Beitrag zur Theorie stochastischer Prozesse geliefert. Die erwähnte Arbeit lieferte vielmehr den entscheidenen Beitrag zur Durchsetzung der Atomtheorie in der Physik. Auch ist die Bedeutung der Wahrscheinlichkeitstheorie nicht mit der Spieltheorie verbunden, denn die entstand viel später und hat nichts mit der wahrscheinlichkeitstheoretischen Modellierung von Glücksspielen gemein. Offenbar leidet der Autor schlicht selbst an der Krankheit, die bei uns allen entdeckt hat: Seine Wahrnehmung ist aufgrund recht mangelhafter Kenntnisse etwas eingeschränkt. Aber es kommt noch schlimmer. Selbst auf seinem Fachgebiet unterlaufen ihm merkwürdige Fehler. Er verwechselt den Schätzer für den Erwartungswert mit diesem selber (S.118 ). Oder er erklärt uns, daß die Vermögensverwalter der Ergodizität nicht entrinnen können (S.173). Nun schreibt er aber selbst, daß diese erst in sehr langen Zeiträumen zuschlägt. Da es sich tatsächlich um Grenzwertaussagen handelt, erleben die Herren das garantiert nicht. In der Chaostheorie führt nicht ein geringer Input zu einem unverhältnismäßigem Output, wie der Autor behauptet (S.190), sondern kleine Veränderungen des Inputs können solche Folgen haben. Zweifel an der Kompetenz des Autors kommen einem da schon. Hinzu kommt eine geradezu katastrophale Übersetzung. Ehrlich gesagt, habe ich mir ein solches Grauen nie vorstellen können und schon gar nicht bei diesem Verlag. Da wird Einsteins Spezielle Relativitätstheorie als "besondere Relativität" angeboten (S.58). Oder es wird vom "Durchschnitt einer Verteilung" gesprochen (S.173), wobei sicher wieder der Erwartungswert gemeint ist. Schließlich werden ganz neue Begriffe wie "konditionale" und "unkonditionale" Wahrscheinlichkeiten oder Verteilungen erfunden. Diese Dinger heißen in der deutschen Fachsprache schlicht bedingte und unbedingte Verteilungen oder Wahrscheinlichkeiten und niemals anders. Das sind leider nur einige Beispiele, das Buch strotzt nur so von solchen Mißgriffen oder sprachlichen Fehlleistungen.
Wenn der Autor wenigstens den Versuch gemacht hätte, uns unsere Fehler nicht nur vorzuhalten oder gespreizt über sie zu plaudern, sondern uns mit klarer und präziser Sprache auch zu helfen, sie zu vermeiden, dann wäre dieses Werk vielleicht ein lesenswertes Buch mit großem Nutzen geworden. So trägt es wahrscheinlich unbemerkt nur noch mehr zur allgemeinen Verwirrung bei. Sehr schade.
Das Werk eines genialen Dilettanten
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Das Buch ist einfach nicht gut geschrieben. Gleich zu Beginn gibt es einen langen Text zur zweiten Auflage, der im Wesentlichen aus Selbstrechtfertigung und "Ich habe es ja schon immer besser gewusst" besteht und stellenweise schwer verständlich ist, wenn man das Buch noch nicht gelesen hat. Seine Ideen präsentiert der Autor dann durchaus unübersichtlich und eher episodenhaft, wobei man den Eindruck hat, dass er durchaus einige persönliche Rechnungen aus seiner beruflichen Vergangenheit auch noch begleichen will. Einige der anderen Händler und Manager, die mit dem Autor zu tun haben, werden sich hier sicher wieder erkennen. Oft wird im Text auf spätere oder frühere Passagen des Textes verwiesen. Abschweifungen vom Thema sind die Regel, nicht die Ausnahme. Und immer wieder lobt der Autor nicht nur eine nachhaltige Anlage- und Überlebensstrategie, sondern auch sich selbst.

Das ganze wäre wirklich nervend zu lesen, wenn einige der hier präsentierten Ideen nicht wirklich etwas Brillantes hätten. Dabei sind die Ideen nicht immer neu, aber oft neu und gut formuliert. Es geht um die Zufälligkeiten, die die Geschehnisse auf dem Kapitalmarkt bestimmen. Es geht um den Unterschied von langfristigen und fundamentalen, wirtschaftlichen Entwicklungen und den Effekten, die das zufällige Wirken einzelner Akteure am Markt hat. Es geht um die Auswirkungen ebenfalls zufälliger, aber sehr seltener Ereignisse, die an den Märkten ebenfalls alle paar Jahr auftreten, und dabei in der Regel zum plötzlichen Ende junger Aufsteigerkarrieren führen. Und immer wieder geht es darum, dass der menschliche Geist mit dem Element des Zufalls nicht wirklich umgehen kann. Wir wollen hinter einem Ereignis einen Grund sehen. Und meistens noch einen, der unser Selbstbewusstsein halbwegs intakt lässt. Und gerade diese, sehr menschliche Eigenschaft führt uns immer wieder in große Katastrophen, an Kapitalmärkten und im Rest des Lebens.

Mit persönlich erschien der Inhalt des Buches etwa so, dass hier ein Amerikaner versucht, seine Landsleute von einer typisch deutschen Lebensauffassung zu überzeugen. Es ist schon fast ein moralischer Appell: Wirtschaftet nachhaltig! Achtet auf die Risiken, die mit Eurem Handeln verbunden sind. Wenn Ihr über Jahre in Eurem Job Geld verdienen wollt, dann achtet nicht nur auf die Ergebnisse von Quartalen. Und seit nicht neidisch auf dumme Leute mit Glück, ein Haus, ein Auto und eine Modellfrau kann man auch schnell wieder los werden.

Für mich war das Buch auch spannend zu lesen, ohne an den Kapitalmärkten tätig zu sein (das ist in unserer Ehe die Sache meiner Frau). Aber als Anhänger des Pokersports kenne ich die Emotionen, die mit zufälligen Ereignissen verbunden sind, nur zu gut. Und vieles, was ich hier im Buch gelesen habe, entspricht meinen Erfahrungen über das menschliche Sein in der kleineren Arena mit den Karten. Ein Glück, dass ich hier nur um kleine Einsätze spielen muss. Denn die menschlichen Schwächen die der Autor hier beschreibt, sind durchaus auch die meinen.

So wünsche ich dem Autor viele Leser, aber auch eine bessere Schreibe.
Der Philosoph des Zufalls
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Nassim Taleb ist ein Finanzmathematiker, der eine eigene Investmentfirma gegründet hat. Er geniesst nicht den Ruhm eine Goerge Soros oder Warren Buffet, doch ist er unter Insidern sehr wohl ein Begriff. Nichtzuletzt, weil es ihn schon sei mehreren Jahren auf dem Börsenmarkt gibt.

Nasstim Talebs Buch bietet keine strikte Anlageanleitungen. Wer das Buch in der Hoffnung liest, danach zu wissen, wie er handeln soll, sollte sich woanders umschauen. Das Buch ist eher philosophischer Natur und will den Lesern die grosse Rolle der Wahrscheinlichkeit näherbringen. Nicht nur auf die Börse bezogen, sonder auch auf das Leben allgemein.

Der Autor tritt mit seinen Thesen auf einen wunden Punkt einer ganzen Berufsgruppe. Er behauptet, dass die meisten Händler nicht mit dem Zufall umgehen können. Klar, dass er sich mit dieser Aussage eine breite Front schafft. Trotzdem behält er aber recht, schaffen es doch 90% aller Fondsmanager nicht, den Index zu schlagen. Tja, diese Leute verdienen ihr Geld nur mit den Fondsgebühren.

Das Buch ist frisch und spannend geschrieben. Es erwartet einem nicht theoretische Abhandlungen. Der Leser wird mit einer amüsanten Geschichte eines vorerst erfolgreichen Fonds-Manager und einem, etwas weniger erfolgreichen Managers begleitet. Sprachlich, Stilistisch befindet sich das Buch auf einem sehr hohen Niveau. Es wird klar ersichtlich, dass Nassim Taleb nicht in erster Linie Händler ist, sondern sich für Literatur, Philosophie und des weiteren interessiert.

Die Hauptthese des Buches liegt darin, dass seltene Ereignisse unweigerlich vorkommen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Börsencrash bei nur 1% liegt, wird er irgendwann kommen. Und genau das ist der Grund, weshalb es viele Börsenstars bei diesem Ereignis von der Bildfläche fegt. Nassim Taleb setzt auf seltene Ereignisse und ist sehr erfolgreich damit. Zwar gehört er nicht zu den reichsten, doch schafft er es immer Gewinne einzufahren. Und das wichtigste, er ist im Gegensatz zu anderen immer noch dabei.

Übrigens spannt sich der Bekanntenkreis von Nassim Taleb auch zu George Soros und Victor Niderhoffer.

Ein sehr interessantes Buch, welches ich nur wärmstens empfehlen kann.
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Narren des Zufalls: Die verborgene Rolle des Glücks an den Finanzmärkten und im Rest des Lebens von Nassim Nicholas Taleb

Gebundene Ausgabe von Wiley-VCH
Preis bei Amazon: EUR 29,90, Angebote ab EUR 19,00

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 352750186X, Erscheinungsdatum: Juli 2005, Auflage: 2. überarbeitete Auflage.
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Wer bisher glaubte seinen Erfolg im Beruf und bei der Geldanlage dem eigenen Geschick zu verdanken, wird nach der Lektüre von Narren des Zufalls zumindest ins Grübeln kommen. Denn das Buch zeigt auf, dass der Einfluss von Glück oder Zufall auf unser Leben und unsere Anlageentscheidungen meist unterschätzt wird. Während Glück von erfolgreichen Menschen oft als eigenes Geschick interpretiert wird, halten sie die Rolle des Zufalls für Bestimmung. Dieses Phänomen manifestiert sich für den Autor in der Figur des glücklichen Narren: Ein Mensch, der von unverhältnismäßig viel Glück profitieren kann, seinen Erfolg aber nur seinem eigenen Geschick zuschreibt.
Besonders im Börsengeschäft tummeln sich unter den selbst ernannten Börsengurus, Anlageberatern und Fondsmanagern viele dieser "glücklichen Narren". Dem Autor, selbst Börsenhändler von Beruf, gelingt es dabei in Narren des Zufalls anschaulich und unterhaltsam zugleich, mit simpler Wahrscheinlichkeitsrechnung die Erfolge seiner Kollegen als bloße Zufälle zu entlarven. Dass er sich mit dieser Interpretation während seiner Karriere an der Wall Street bei einigen seiner Kollegen nicht gerade beliebt gemacht hat, wird von ihm immer wieder genüsslich mit einem Augenzwinkern dargestellt.
Auch die Binsenweisheit "Das Leben ist ungerecht" wird in Narren des Zufalls genauer unter die Lupe genommen. Für den Verfasser ist dabei das Leben auf nicht lineare Weise ungerecht. Denn ein geringer Vorteil kann sich im Leben in einen überproportionalen Nutzen verwandeln oder -- die hinterhältige Variante -- ein nicht existenter Vorteil zu einer Goldgrube werden, bloß weil der Zufall etwas nachhilft. Fazit: Wir können uns sicherlich nicht vor den Launen der Glücksgöttin Fortuna schützen. Nach der Lektüre dieses Buches sind wir aber zumindest etwas besser darauf vorbereitet. --Gerald Eckel
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Unübersichtlich
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Der Hype um Nassim Taleb ist mir nach der Lektüre dieser (deutschen) Ausgabe seines Buches völlig unklar. Seine Aussage: es sind die zufälligen Ereignisse, die sowohl Geschichte wie auch unser persönliches Leben bestimmen. Und natürlich lassen sich diese Zufälle nicht vorhersagen, weder an der Börse noch anderswo. Und Taleb warnt letztlich davor, sich dem Rat von 'Experten' anzuvertrauen, die doch alle lediglich versuchen, vergangene Ereignisse rational aufzuarbeiten (die aber durch Zufall entstanden waren). Soweit so gut - no big deal.
Was mich an Taleb's Buch aber von der ersten bis zur letzten Seite gestört hat, ist seine Selbstgefälligkeit und Eigen-Verliebtheit, verbunden mit einem chaotischen Schreibstil. Man kann das Buch letzlich auf jeder beliebigen der 250 Seiten beginnen: man fragt sich pausenlos, wann er denn nun mal zum 'Punkt' kommt. Vielleicht wollte er aber ja lediglich zeigen, dass er den Monte-Carlo-Generator zur Erzeugung 'strukturierter' Texte selbst perfekt beherrscht - und damit die Produktion absoluten Nonsense.
das buch ist eine echte enttäuschung..
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
in diesem buch klingt er eher wie ein neider. wenn er davn erzählt das die leute die an der börse und im geschäftsleben reich geworden sind eigentlich idioten sind weil eigentlich das risiko für ihren finanziellen in wirklichkeit viel zu groß war. er geht davon aus das bei den vielen die chance erfolg zu haben minimal war und sie nur unglaublich viel glück hatten und wahrscheinlich aus verblendung weil sie das selber nicht erkennen wieder verlieren würde.. was mich aber am meisten enttäuscht hat ist rolf dobellis empfehlung für das buch, da er auf bloomberg immer ziemlich kompetent gewirkt hat obwohl er als vermarkter seiner bücher nicht neutral sein kann aber diese bewertung ist echt enttäuschend...
Irrungen und Wirrungen
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Man muß sich das einmal genau überlegen: Da schreibt uns einer ins Stammbuch, daß wir schlicht zu blöd sind, um mit dem Zufall richtig umzugehen. Und er weiß auch zu berichten, daß daran unsere Gene Schuld sind, die hätten sich dummerweise nicht mit uns weiterentwickelt. Folgen wir der Argumentation des Autors, dann ergibt sich sofort die Frage nach dem Sinn dieses Buches. Womit wohl versucht uns der Autor unser Unverständnis zu erklären? Richtig, wieder mit statistischen Untersuchungen und wahrscheinlichkeitstheoretischen Berechnungen. Und da er offenbar annimmt, dass wir sowieso keinen Zugang zu diesen Dingen haben, bemüht er sich dann auch gar nicht erst, uns seine vielen Berechnungen zu erklären, obwohl diese manchmal ganz einsichtig wären (Beispiel Geburtstagsparadoxon). Die Grundthese von Mr. Taleb ist dagegen sehr einfach: In Wirklichkeit haben die erfolgreichen Fondmanager nur Glück gehabt. Sie waren nur zur rechten Zeit am rechten Ort. Sie sind eben Glückspilze, die irgendwann wieder von der Bildfläche verschwinden, wenn ein seltenes Ereignis wie ein Börsencrash eintritt oder der Markt einfach in ein anderes Fahrwasser kommt. Es mag schon sein, daß diese These auf nicht wenige Vertreter des Geldmanagements zutrifft. In ihrer Allgemeinheit ist sie natürlich falsch. Aber sie weckt beim interessierten Leser Interesse, und genau das ist ihr eigentliches Ziel. So funktionieren Bücher dieser Art: Man stelle eine provozierende These auf, formuliere sie möglichst schwammig und untermauere sie scheinbar mit viel Text und allerlei Geschichten. Es wird nur wenige Leser geben, die vom Fach sind und erkennen, daß hier mehr verwirrt als aufgeklärt wird.

Wenn die Grundthese des Autors in dieser Allgemeinheit stimmen würde, dann ist unerklärlich, wie es sein kann, daß große Banken oder Brokerfirmen wie die Deutsche Bank oder Goldman Sachs inzwischen mehr als die Hälfte ihrer Gewinne durch Eigenhandel erwirtschaften. Eigenhandel bedeutet: Trader erzielen mit dem Geld ihres Arbeitgebers diese Profite. Wenn der Autor Recht hätte, dann wäre dies nicht möglich. Oder er müßte uns erklären, wieso es zu dieser Häufung von Glückspilzen bei diesen Instituten kommt. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe großer privater Trader, die der Allgemeinheit nicht bekannt sind, die aber die in den Instituten arbeitenden Vertreter derselben Zunft um Längen schlagen. Was bleibt also von der These übrig? Nicht viel. Denn so, wie die wenigsten von uns Formel Eins Wagen fahren können oder eine Skisprungschanze mehr als einmal herunterfahren werden, so können auch nur wenige Menschen wirklich traden. Das ist einer der härtesten Jobs dieser Welt. Das Skispringen wird sich kaum einer zutrauen, das Traden dagegen fast jeder. Wenn der Autor seine These von dieser Seite beleuchtet hätte, dann wäre dabei vielleicht ein gutes Buch herausgekommen. So aber wird nur weit ausgeholt und über alles geplaudert, was Mr. Taleb zum Zufall so einfällt. Ein wirres Buch ohne roten Faden. Unsere Schwierigkeiten mit dem Zufall haben zwei einfache Ursachen. Zum einen haben viele Menschen mit der Mathematik so ihre kleinen und großen Probleme. Und zum anderen ist statistisches Denken kein Thema irgendeiner allgemeinen Grundausbildung. Das wiederum hat Gründe in der Sache selbst. Sie ist einfach zu schwierig, um sie einer breiten Allgemeinheit anzutun. Aber nur durch eine fundierte Ausbildung werden wir lernen können mit dem Zufall angemessen umzugehen. Da ich als Hochschullehrer unter anderem Statistik und Wirtschaftsmathematik an deutschen Universitäten gelehrt habe, weiß ich wovon ich rede.

Dieses Buch und sein Autor vermögen es leider auch nicht, wenigstens ein kleinen Beitrag zur Verbesserung unserer desolaten Lage zu leisten. Im Gegenteil, sie verwirren sie nur noch mehr. Aber das kann leider nur der fachkundige Leser beurteilen. Der Autor, der sich selbst als Mathematiker bezeichnet, arbeitet(e) offenbar auf einem sehr begrenzten Teilgebiet der angewandten Statistik. Sowie er Aussagen zu anderen Gebieten der Mathematik oder der Physik trifft, wird er ausgesprochen mutig, um es einmal freundlich auszudrücken. Die komplexen Zahlen wären nur für die Mathematik von Bedeutung und die Newtonsche Mechanik sei falsch, lesen wir zum Beispiel und staunen über so viel Unsinn. Einsteins und Smoluchowskis Arbeit zur Brownschen Bewegung wird in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung falsch bewertet. Einstein ist weder der Erfinder von zufälligen Irrfahrten (random walks), die gab es schon viel früher, noch hat er je einen mathematischen Beitrag zur Theorie stochastischer Prozesse geliefert. Die erwähnte Arbeit lieferte vielmehr den entscheidenen Beitrag zur Durchsetzung der Atomtheorie in der Physik. Auch ist die Bedeutung der Wahrscheinlichkeitstheorie nicht mit der Spieltheorie verbunden, denn die entstand viel später und hat nichts mit der wahrscheinlichkeitstheoretischen Modellierung von Glücksspielen gemein. Offenbar leidet der Autor schlicht selbst an der Krankheit, die bei uns allen entdeckt hat: Seine Wahrnehmung ist aufgrund recht mangelhafter Kenntnisse etwas eingeschränkt. Aber es kommt noch schlimmer. Selbst auf seinem Fachgebiet unterlaufen ihm merkwürdige Fehler. Er verwechselt den Schätzer für den Erwartungswert mit diesem selber (S.118 ). Oder er erklärt uns, daß die Vermögensverwalter der Ergodizität nicht entrinnen können (S.173). Nun schreibt er aber selbst, daß diese erst in sehr langen Zeiträumen zuschlägt. Da es sich tatsächlich um Grenzwertaussagen handelt, erleben die Herren das garantiert nicht. In der Chaostheorie führt nicht ein geringer Input zu einem unverhältnismäßigem Output, wie der Autor behauptet (S.190), sondern kleine Veränderungen des Inputs können solche Folgen haben. Zweifel an der Kompetenz des Autors kommen einem da schon. Hinzu kommt eine geradezu katastrophale Übersetzung. Ehrlich gesagt, habe ich mir ein solches Grauen nie vorstellen können und schon gar nicht bei diesem Verlag. Da wird Einsteins Spezielle Relativitätstheorie als "besondere Relativität" angeboten (S.58). Oder es wird vom "Durchschnitt einer Verteilung" gesprochen (S.173), wobei sicher wieder der Erwartungswert gemeint ist. Schließlich werden ganz neue Begriffe wie "konditionale" und "unkonditionale" Wahrscheinlichkeiten oder Verteilungen erfunden. Diese Dinger heißen in der deutschen Fachsprache schlicht bedingte und unbedingte Verteilungen oder Wahrscheinlichkeiten und niemals anders. Das sind leider nur einige Beispiele, das Buch strotzt nur so von solchen Mißgriffen oder sprachlichen Fehlleistungen.
Wenn der Autor wenigstens den Versuch gemacht hätte, uns unsere Fehler nicht nur vorzuhalten oder gespreizt über sie zu plaudern, sondern uns mit klarer und präziser Sprache auch zu helfen, sie zu vermeiden, dann wäre dieses Werk vielleicht ein lesenswertes Buch mit großem Nutzen geworden. So trägt es wahrscheinlich unbemerkt nur noch mehr zur allgemeinen Verwirrung bei. Sehr schade.
Das Werk eines genialen Dilettanten
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Das Buch ist einfach nicht gut geschrieben. Gleich zu Beginn gibt es einen langen Text zur zweiten Auflage, der im Wesentlichen aus Selbstrechtfertigung und "Ich habe es ja schon immer besser gewusst" besteht und stellenweise schwer verständlich ist, wenn man das Buch noch nicht gelesen hat. Seine Ideen präsentiert der Autor dann durchaus unübersichtlich und eher episodenhaft, wobei man den Eindruck hat, dass er durchaus einige persönliche Rechnungen aus seiner beruflichen Vergangenheit auch noch begleichen will. Einige der anderen Händler und Manager, die mit dem Autor zu tun haben, werden sich hier sicher wieder erkennen. Oft wird im Text auf spätere oder frühere Passagen des Textes verwiesen. Abschweifungen vom Thema sind die Regel, nicht die Ausnahme. Und immer wieder lobt der Autor nicht nur eine nachhaltige Anlage- und Überlebensstrategie, sondern auch sich selbst.

Das ganze wäre wirklich nervend zu lesen, wenn einige der hier präsentierten Ideen nicht wirklich etwas Brillantes hätten. Dabei sind die Ideen nicht immer neu, aber oft neu und gut formuliert. Es geht um die Zufälligkeiten, die die Geschehnisse auf dem Kapitalmarkt bestimmen. Es geht um den Unterschied von langfristigen und fundamentalen, wirtschaftlichen Entwicklungen und den Effekten, die das zufällige Wirken einzelner Akteure am Markt hat. Es geht um die Auswirkungen ebenfalls zufälliger, aber sehr seltener Ereignisse, die an den Märkten ebenfalls alle paar Jahr auftreten, und dabei in der Regel zum plötzlichen Ende junger Aufsteigerkarrieren führen. Und immer wieder geht es darum, dass der menschliche Geist mit dem Element des Zufalls nicht wirklich umgehen kann. Wir wollen hinter einem Ereignis einen Grund sehen. Und meistens noch einen, der unser Selbstbewusstsein halbwegs intakt lässt. Und gerade diese, sehr menschliche Eigenschaft führt uns immer wieder in große Katastrophen, an Kapitalmärkten und im Rest des Lebens.

Mit persönlich erschien der Inhalt des Buches etwa so, dass hier ein Amerikaner versucht, seine Landsleute von einer typisch deutschen Lebensauffassung zu überzeugen. Es ist schon fast ein moralischer Appell: Wirtschaftet nachhaltig! Achtet auf die Risiken, die mit Eurem Handeln verbunden sind. Wenn Ihr über Jahre in Eurem Job Geld verdienen wollt, dann achtet nicht nur auf die Ergebnisse von Quartalen. Und seit nicht neidisch auf dumme Leute mit Glück, ein Haus, ein Auto und eine Modellfrau kann man auch schnell wieder los werden.

Für mich war das Buch auch spannend zu lesen, ohne an den Kapitalmärkten tätig zu sein (das ist in unserer Ehe die Sache meiner Frau). Aber als Anhänger des Pokersports kenne ich die Emotionen, die mit zufälligen Ereignissen verbunden sind, nur zu gut. Und vieles, was ich hier im Buch gelesen habe, entspricht meinen Erfahrungen über das menschliche Sein in der kleineren Arena mit den Karten. Ein Glück, dass ich hier nur um kleine Einsätze spielen muss. Denn die menschlichen Schwächen die der Autor hier beschreibt, sind durchaus auch die meinen.

So wünsche ich dem Autor viele Leser, aber auch eine bessere Schreibe.
Der Philosoph des Zufalls
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Nassim Taleb ist ein Finanzmathematiker, der eine eigene Investmentfirma gegründet hat. Er geniesst nicht den Ruhm eine Goerge Soros oder Warren Buffet, doch ist er unter Insidern sehr wohl ein Begriff. Nichtzuletzt, weil es ihn schon sei mehreren Jahren auf dem Börsenmarkt gibt.

Nasstim Talebs Buch bietet keine strikte Anlageanleitungen. Wer das Buch in der Hoffnung liest, danach zu wissen, wie er handeln soll, sollte sich woanders umschauen. Das Buch ist eher philosophischer Natur und will den Lesern die grosse Rolle der Wahrscheinlichkeit näherbringen. Nicht nur auf die Börse bezogen, sonder auch auf das Leben allgemein.

Der Autor tritt mit seinen Thesen auf einen wunden Punkt einer ganzen Berufsgruppe. Er behauptet, dass die meisten Händler nicht mit dem Zufall umgehen können. Klar, dass er sich mit dieser Aussage eine breite Front schafft. Trotzdem behält er aber recht, schaffen es doch 90% aller Fondsmanager nicht, den Index zu schlagen. Tja, diese Leute verdienen ihr Geld nur mit den Fondsgebühren.

Das Buch ist frisch und spannend geschrieben. Es erwartet einem nicht theoretische Abhandlungen. Der Leser wird mit einer amüsanten Geschichte eines vorerst erfolgreichen Fonds-Manager und einem, etwas weniger erfolgreichen Managers begleitet. Sprachlich, Stilistisch befindet sich das Buch auf einem sehr hohen Niveau. Es wird klar ersichtlich, dass Nassim Taleb nicht in erster Linie Händler ist, sondern sich für Literatur, Philosophie und des weiteren interessiert.

Die Hauptthese des Buches liegt darin, dass seltene Ereignisse unweigerlich vorkommen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Börsencrash bei nur 1% liegt, wird er irgendwann kommen. Und genau das ist der Grund, weshalb es viele Börsenstars bei diesem Ereignis von der Bildfläche fegt. Nassim Taleb setzt auf seltene Ereignisse und ist sehr erfolgreich damit. Zwar gehört er nicht zu den reichsten, doch schafft er es immer Gewinne einzufahren. Und das wichtigste, er ist im Gegensatz zu anderen immer noch dabei.

Übrigens spannt sich der Bekanntenkreis von Nassim Taleb auch zu George Soros und Victor Niderhoffer.

Ein sehr interessantes Buch, welches ich nur wärmstens empfehlen kann.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Narren des Zufalls: Die Verborgene Rolle Des Glucks an Den Finanzmarkten Und Im Rest Des Lebens

Narren des Zufalls: Die Verborgene Rolle Des Glucks an Den Finanzmarkten Und Im Rest Des Lebens von Nassim Nicholas Taleb

Gebundene Ausgabe von Wiley-VCH
Angebote ab EUR 29,85

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3527500367, Erscheinungsdatum: Januar 2003, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Narren des Zufalls: Die Verborgene Rolle Des Glucks an Den Finanzmarkten Und Im Rest Des Lebens

Aus der Amazon.de-Redaktion


Wer bisher glaubte seinen Erfolg im Beruf und bei der Geldanlage dem eigenen Geschick zu verdanken, wird nach der Lektüre von Narren des Zufalls zumindest ins Grübeln kommen. Denn das Buch zeigt auf, dass der Einfluss von Glück oder Zufall auf unser Leben und unsere Anlageentscheidungen meist unterschätzt wird. Während Glück von erfolgreichen Menschen oft als eigenes Geschick interpretiert wird, halten sie die Rolle des Zufalls für Bestimmung. Dieses Phänomen manifestiert sich für den Autor in der Figur des glücklichen Narren: Ein Mensch, der von unverhältnismäßig viel Glück profitieren kann, seinen Erfolg aber nur seinem eigenen Geschick zuschreibt.
Besonders im Börsengeschäft tummeln sich unter den selbst ernannten Börsengurus, Anlageberatern und Fondsmanagern viele dieser "glücklichen Narren". Dem Autor, selbst Börsenhändler von Beruf, gelingt es dabei in Narren des Zufalls anschaulich und unterhaltsam zugleich, mit simpler Wahrscheinlichkeitsrechnung die Erfolge seiner Kollegen als bloße Zufälle zu entlarven. Dass er sich mit dieser Interpretation während seiner Karriere an der Wall Street bei einigen seiner Kollegen nicht gerade beliebt gemacht hat, wird von ihm immer wieder genüsslich mit einem Augenzwinkern dargestellt.
Auch die Binsenweisheit "Das Leben ist ungerecht" wird in Narren des Zufalls genauer unter die Lupe genommen. Für den Verfasser ist dabei das Leben auf nicht lineare Weise ungerecht. Denn ein geringer Vorteil kann sich im Leben in einen überproportionalen Nutzen verwandeln oder -- die hinterhältige Variante -- ein nicht existenter Vorteil zu einer Goldgrube werden, bloß weil der Zufall etwas nachhilft. Fazit: Wir können uns sicherlich nicht vor den Launen der Glücksgöttin Fortuna schützen. Nach der Lektüre dieses Buches sind wir aber zumindest etwas besser darauf vorbereitet. --Gerald Eckel
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5 Kundenrezensionen:

Unübersichtlich
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Der Hype um Nassim Taleb ist mir nach der Lektüre dieser (deutschen) Ausgabe seines Buches völlig unklar. Seine Aussage: es sind die zufälligen Ereignisse, die sowohl Geschichte wie auch unser persönliches Leben bestimmen. Und natürlich lassen sich diese Zufälle nicht vorhersagen, weder an der Börse noch anderswo. Und Taleb warnt letztlich davor, sich dem Rat von 'Experten' anzuvertrauen, die doch alle lediglich versuchen, vergangene Ereignisse rational aufzuarbeiten (die aber durch Zufall entstanden waren). Soweit so gut - no big deal.
Was mich an Taleb's Buch aber von der ersten bis zur letzten Seite gestört hat, ist seine Selbstgefälligkeit und Eigen-Verliebtheit, verbunden mit einem chaotischen Schreibstil. Man kann das Buch letzlich auf jeder beliebigen der 250 Seiten beginnen: man fragt sich pausenlos, wann er denn nun mal zum 'Punkt' kommt. Vielleicht wollte er aber ja lediglich zeigen, dass er den Monte-Carlo-Generator zur Erzeugung 'strukturierter' Texte selbst perfekt beherrscht - und damit die Produktion absoluten Nonsense.
das buch ist eine echte enttäuschung..
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
in diesem buch klingt er eher wie ein neider. wenn er davn erzählt das die leute die an der börse und im geschäftsleben reich geworden sind eigentlich idioten sind weil eigentlich das risiko für ihren finanziellen in wirklichkeit viel zu groß war. er geht davon aus das bei den vielen die chance erfolg zu haben minimal war und sie nur unglaublich viel glück hatten und wahrscheinlich aus verblendung weil sie das selber nicht erkennen wieder verlieren würde.. was mich aber am meisten enttäuscht hat ist rolf dobellis empfehlung für das buch, da er auf bloomberg immer ziemlich kompetent gewirkt hat obwohl er als vermarkter seiner bücher nicht neutral sein kann aber diese bewertung ist echt enttäuschend...
Irrungen und Wirrungen
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Man muß sich das einmal genau überlegen: Da schreibt uns einer ins Stammbuch, daß wir schlicht zu blöd sind, um mit dem Zufall richtig umzugehen. Und er weiß auch zu berichten, daß daran unsere Gene Schuld sind, die hätten sich dummerweise nicht mit uns weiterentwickelt. Folgen wir der Argumentation des Autors, dann ergibt sich sofort die Frage nach dem Sinn dieses Buches. Womit wohl versucht uns der Autor unser Unverständnis zu erklären? Richtig, wieder mit statistischen Untersuchungen und wahrscheinlichkeitstheoretischen Berechnungen. Und da er offenbar annimmt, dass wir sowieso keinen Zugang zu diesen Dingen haben, bemüht er sich dann auch gar nicht erst, uns seine vielen Berechnungen zu erklären, obwohl diese manchmal ganz einsichtig wären (Beispiel Geburtstagsparadoxon). Die Grundthese von Mr. Taleb ist dagegen sehr einfach: In Wirklichkeit haben die erfolgreichen Fondmanager nur Glück gehabt. Sie waren nur zur rechten Zeit am rechten Ort. Sie sind eben Glückspilze, die irgendwann wieder von der Bildfläche verschwinden, wenn ein seltenes Ereignis wie ein Börsencrash eintritt oder der Markt einfach in ein anderes Fahrwasser kommt. Es mag schon sein, daß diese These auf nicht wenige Vertreter des Geldmanagements zutrifft. In ihrer Allgemeinheit ist sie natürlich falsch. Aber sie weckt beim interessierten Leser Interesse, und genau das ist ihr eigentliches Ziel. So funktionieren Bücher dieser Art: Man stelle eine provozierende These auf, formuliere sie möglichst schwammig und untermauere sie scheinbar mit viel Text und allerlei Geschichten. Es wird nur wenige Leser geben, die vom Fach sind und erkennen, daß hier mehr verwirrt als aufgeklärt wird.

Wenn die Grundthese des Autors in dieser Allgemeinheit stimmen würde, dann ist unerklärlich, wie es sein kann, daß große Banken oder Brokerfirmen wie die Deutsche Bank oder Goldman Sachs inzwischen mehr als die Hälfte ihrer Gewinne durch Eigenhandel erwirtschaften. Eigenhandel bedeutet: Trader erzielen mit dem Geld ihres Arbeitgebers diese Profite. Wenn der Autor Recht hätte, dann wäre dies nicht möglich. Oder er müßte uns erklären, wieso es zu dieser Häufung von Glückspilzen bei diesen Instituten kommt. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe großer privater Trader, die der Allgemeinheit nicht bekannt sind, die aber die in den Instituten arbeitenden Vertreter derselben Zunft um Längen schlagen. Was bleibt also von der These übrig? Nicht viel. Denn so, wie die wenigsten von uns Formel Eins Wagen fahren können oder eine Skisprungschanze mehr als einmal herunterfahren werden, so können auch nur wenige Menschen wirklich traden. Das ist einer der härtesten Jobs dieser Welt. Das Skispringen wird sich kaum einer zutrauen, das Traden dagegen fast jeder. Wenn der Autor seine These von dieser Seite beleuchtet hätte, dann wäre dabei vielleicht ein gutes Buch herausgekommen. So aber wird nur weit ausgeholt und über alles geplaudert, was Mr. Taleb zum Zufall so einfällt. Ein wirres Buch ohne roten Faden. Unsere Schwierigkeiten mit dem Zufall haben zwei einfache Ursachen. Zum einen haben viele Menschen mit der Mathematik so ihre kleinen und großen Probleme. Und zum anderen ist statistisches Denken kein Thema irgendeiner allgemeinen Grundausbildung. Das wiederum hat Gründe in der Sache selbst. Sie ist einfach zu schwierig, um sie einer breiten Allgemeinheit anzutun. Aber nur durch eine fundierte Ausbildung werden wir lernen können mit dem Zufall angemessen umzugehen. Da ich als Hochschullehrer unter anderem Statistik und Wirtschaftsmathematik an deutschen Universitäten gelehrt habe, weiß ich wovon ich rede.

Dieses Buch und sein Autor vermögen es leider auch nicht, wenigstens ein kleinen Beitrag zur Verbesserung unserer desolaten Lage zu leisten. Im Gegenteil, sie verwirren sie nur noch mehr. Aber das kann leider nur der fachkundige Leser beurteilen. Der Autor, der sich selbst als Mathematiker bezeichnet, arbeitet(e) offenbar auf einem sehr begrenzten Teilgebiet der angewandten Statistik. Sowie er Aussagen zu anderen Gebieten der Mathematik oder der Physik trifft, wird er ausgesprochen mutig, um es einmal freundlich auszudrücken. Die komplexen Zahlen wären nur für die Mathematik von Bedeutung und die Newtonsche Mechanik sei falsch, lesen wir zum Beispiel und staunen über so viel Unsinn. Einsteins und Smoluchowskis Arbeit zur Brownschen Bewegung wird in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung falsch bewertet. Einstein ist weder der Erfinder von zufälligen Irrfahrten (random walks), die gab es schon viel früher, noch hat er je einen mathematischen Beitrag zur Theorie stochastischer Prozesse geliefert. Die erwähnte Arbeit lieferte vielmehr den entscheidenen Beitrag zur Durchsetzung der Atomtheorie in der Physik. Auch ist die Bedeutung der Wahrscheinlichkeitstheorie nicht mit der Spieltheorie verbunden, denn die entstand viel später und hat nichts mit der wahrscheinlichkeitstheoretischen Modellierung von Glücksspielen gemein. Offenbar leidet der Autor schlicht selbst an der Krankheit, die bei uns allen entdeckt hat: Seine Wahrnehmung ist aufgrund recht mangelhafter Kenntnisse etwas eingeschränkt. Aber es kommt noch schlimmer. Selbst auf seinem Fachgebiet unterlaufen ihm merkwürdige Fehler. Er verwechselt den Schätzer für den Erwartungswert mit diesem selber (S.118 ). Oder er erklärt uns, daß die Vermögensverwalter der Ergodizität nicht entrinnen können (S.173). Nun schreibt er aber selbst, daß diese erst in sehr langen Zeiträumen zuschlägt. Da es sich tatsächlich um Grenzwertaussagen handelt, erleben die Herren das garantiert nicht. In der Chaostheorie führt nicht ein geringer Input zu einem unverhältnismäßigem Output, wie der Autor behauptet (S.190), sondern kleine Veränderungen des Inputs können solche Folgen haben. Zweifel an der Kompetenz des Autors kommen einem da schon. Hinzu kommt eine geradezu katastrophale Übersetzung. Ehrlich gesagt, habe ich mir ein solches Grauen nie vorstellen können und schon gar nicht bei diesem Verlag. Da wird Einsteins Spezielle Relativitätstheorie als "besondere Relativität" angeboten (S.58). Oder es wird vom "Durchschnitt einer Verteilung" gesprochen (S.173), wobei sicher wieder der Erwartungswert gemeint ist. Schließlich werden ganz neue Begriffe wie "konditionale" und "unkonditionale" Wahrscheinlichkeiten oder Verteilungen erfunden. Diese Dinger heißen in der deutschen Fachsprache schlicht bedingte und unbedingte Verteilungen oder Wahrscheinlichkeiten und niemals anders. Das sind leider nur einige Beispiele, das Buch strotzt nur so von solchen Mißgriffen oder sprachlichen Fehlleistungen.
Wenn der Autor wenigstens den Versuch gemacht hätte, uns unsere Fehler nicht nur vorzuhalten oder gespreizt über sie zu plaudern, sondern uns mit klarer und präziser Sprache auch zu helfen, sie zu vermeiden, dann wäre dieses Werk vielleicht ein lesenswertes Buch mit großem Nutzen geworden. So trägt es wahrscheinlich unbemerkt nur noch mehr zur allgemeinen Verwirrung bei. Sehr schade.
Das Werk eines genialen Dilettanten
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Das Buch ist einfach nicht gut geschrieben. Gleich zu Beginn gibt es einen langen Text zur zweiten Auflage, der im Wesentlichen aus Selbstrechtfertigung und "Ich habe es ja schon immer besser gewusst" besteht und stellenweise schwer verständlich ist, wenn man das Buch noch nicht gelesen hat. Seine Ideen präsentiert der Autor dann durchaus unübersichtlich und eher episodenhaft, wobei man den Eindruck hat, dass er durchaus einige persönliche Rechnungen aus seiner beruflichen Vergangenheit auch noch begleichen will. Einige der anderen Händler und Manager, die mit dem Autor zu tun haben, werden sich hier sicher wieder erkennen. Oft wird im Text auf spätere oder frühere Passagen des Textes verwiesen. Abschweifungen vom Thema sind die Regel, nicht die Ausnahme. Und immer wieder lobt der Autor nicht nur eine nachhaltige Anlage- und Überlebensstrategie, sondern auch sich selbst.

Das ganze wäre wirklich nervend zu lesen, wenn einige der hier präsentierten Ideen nicht wirklich etwas Brillantes hätten. Dabei sind die Ideen nicht immer neu, aber oft neu und gut formuliert. Es geht um die Zufälligkeiten, die die Geschehnisse auf dem Kapitalmarkt bestimmen. Es geht um den Unterschied von langfristigen und fundamentalen, wirtschaftlichen Entwicklungen und den Effekten, die das zufällige Wirken einzelner Akteure am Markt hat. Es geht um die Auswirkungen ebenfalls zufälliger, aber sehr seltener Ereignisse, die an den Märkten ebenfalls alle paar Jahr auftreten, und dabei in der Regel zum plötzlichen Ende junger Aufsteigerkarrieren führen. Und immer wieder geht es darum, dass der menschliche Geist mit dem Element des Zufalls nicht wirklich umgehen kann. Wir wollen hinter einem Ereignis einen Grund sehen. Und meistens noch einen, der unser Selbstbewusstsein halbwegs intakt lässt. Und gerade diese, sehr menschliche Eigenschaft führt uns immer wieder in große Katastrophen, an Kapitalmärkten und im Rest des Lebens.

Mit persönlich erschien der Inhalt des Buches etwa so, dass hier ein Amerikaner versucht, seine Landsleute von einer typisch deutschen Lebensauffassung zu überzeugen. Es ist schon fast ein moralischer Appell: Wirtschaftet nachhaltig! Achtet auf die Risiken, die mit Eurem Handeln verbunden sind. Wenn Ihr über Jahre in Eurem Job Geld verdienen wollt, dann achtet nicht nur auf die Ergebnisse von Quartalen. Und seit nicht neidisch auf dumme Leute mit Glück, ein Haus, ein Auto und eine Modellfrau kann man auch schnell wieder los werden.

Für mich war das Buch auch spannend zu lesen, ohne an den Kapitalmärkten tätig zu sein (das ist in unserer Ehe die Sache meiner Frau). Aber als Anhänger des Pokersports kenne ich die Emotionen, die mit zufälligen Ereignissen verbunden sind, nur zu gut. Und vieles, was ich hier im Buch gelesen habe, entspricht meinen Erfahrungen über das menschliche Sein in der kleineren Arena mit den Karten. Ein Glück, dass ich hier nur um kleine Einsätze spielen muss. Denn die menschlichen Schwächen die der Autor hier beschreibt, sind durchaus auch die meinen.

So wünsche ich dem Autor viele Leser, aber auch eine bessere Schreibe.
Der Philosoph des Zufalls
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Nassim Taleb ist ein Finanzmathematiker, der eine eigene Investmentfirma gegründet hat. Er geniesst nicht den Ruhm eine Goerge Soros oder Warren Buffet, doch ist er unter Insidern sehr wohl ein Begriff. Nichtzuletzt, weil es ihn schon sei mehreren Jahren auf dem Börsenmarkt gibt.

Nasstim Talebs Buch bietet keine strikte Anlageanleitungen. Wer das Buch in der Hoffnung liest, danach zu wissen, wie er handeln soll, sollte sich woanders umschauen. Das Buch ist eher philosophischer Natur und will den Lesern die grosse Rolle der Wahrscheinlichkeit näherbringen. Nicht nur auf die Börse bezogen, sonder auch auf das Leben allgemein.

Der Autor tritt mit seinen Thesen auf einen wunden Punkt einer ganzen Berufsgruppe. Er behauptet, dass die meisten Händler nicht mit dem Zufall umgehen können. Klar, dass er sich mit dieser Aussage eine breite Front schafft. Trotzdem behält er aber recht, schaffen es doch 90% aller Fondsmanager nicht, den Index zu schlagen. Tja, diese Leute verdienen ihr Geld nur mit den Fondsgebühren.

Das Buch ist frisch und spannend geschrieben. Es erwartet einem nicht theoretische Abhandlungen. Der Leser wird mit einer amüsanten Geschichte eines vorerst erfolgreichen Fonds-Manager und einem, etwas weniger erfolgreichen Managers begleitet. Sprachlich, Stilistisch befindet sich das Buch auf einem sehr hohen Niveau. Es wird klar ersichtlich, dass Nassim Taleb nicht in erster Linie Händler ist, sondern sich für Literatur, Philosophie und des weiteren interessiert.

Die Hauptthese des Buches liegt darin, dass seltene Ereignisse unweigerlich vorkommen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Börsencrash bei nur 1% liegt, wird er irgendwann kommen. Und genau das ist der Grund, weshalb es viele Börsenstars bei diesem Ereignis von der Bildfläche fegt. Nassim Taleb setzt auf seltene Ereignisse und ist sehr erfolgreich damit. Zwar gehört er nicht zu den reichsten, doch schafft er es immer Gewinne einzufahren. Und das wichtigste, er ist im Gegensatz zu anderen immer noch dabei.

Übrigens spannt sich der Bekanntenkreis von Nassim Taleb auch zu George Soros und Victor Niderhoffer.

Ein sehr interessantes Buch, welches ich nur wärmstens empfehlen kann.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften