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Der weisse Neger Wumbaba: Kleines Handbuch des Verhörens von Axel Hacke, Michael SowaGebundene Ausgabe von Kunstmann, Antje, VerlagPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 3,59 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3888973678, Erscheinungsdatum: Februar 2005, Auflage: 10., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionKinder können nicht zuhören. Und wenn sie es tun, dann schlägt ihnen die Phantasie oft ein Schnippchen, das sie -- oft bis zum Tod -- mit falschen Liedtexten leben lässt. Denn vor allem Kinder sind grausame Verhörer - so wie Frau J. aus Stephanskirchen, die als junges Mädchen felsenfest davon überzeugt war, dass der eigentlich klischeehafte Satz eines mittelmäßigen Seemannslieds (Stürmisch die Nacht und die See geht hoch) tatsächlich Stürmisch die Nacht und die Säge tobt laute. Für den Münchner Autor und Kolumnisten Axel Hacke sind diese Verhörer von teils schrecklicher Schönheit die eigentliche Quelle unerschöpflicher Poesie: Der Verhörende schafft sich gewissermaßen aus der Unverständlichkeit der Welt heraus einen eigenen Kosmos, ein Beweis für die kindlich-dichterische Kraft, die vielen von uns innewohnt, ohne dass wir eigentlich etwas von ihr ahnen, heißt es in dem von Michael Sowa wieder einmal kongenial illustrierten Buch Der weiße Neger Wumbaba. Hackes Meinung nach haben Liedtexter gar die Aufgabe, zum Fehlhören zu animieren. In seiner Kolumne Das beste aus meinem Leben für die Süddeutsche Zeitung erwähnte Hacke einmal einige schöne Exempel für die Freudschen Fehler des Gehörs -- mit der Folge, dass ihn immer neue Zuschriften seiner Leser ereilten, darunter die wirklich überzeugende Umdichtung des Evergreens Der Mond ist aufgegangen von Matthias Claudius, dessen vertonte Gedichtzeilen und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar das Gehirn eines Musikenthusiasten folgendermaßen verwandelte: und aus den Wiesen steiget / der weiße Neger Wumbaba. Dieses ungleich größere Zitat ziert nun als Titel ein Buch, die Hackes Originalkolumne sowie seine zahlreichen Nachfolger versammelt. Selbst wenn man sich bei manchen der eingesandten Verhörern etwas ohrenreibend fragt, wie das Hirn derlei phonetisch-semantische Kapriolen zustande bringt, so ist Der weiße Neger Wumbaba doch der beste Beweis für die im Buch aufgestellte These, dass die besseren Liedtexte in den Köpfen der Hörer entstehen. Und das ist auf zauberhafte Weise sicher war. -- Thomas Köster 5 Kundenrezensionen:Schön, so vorgelesen! 4 von 5 PunktenWenn Axel Hacke vorliest ist das bestimmt noch lustiger als es selbst zu lesen (habe das Buch nie gelesen), denn seine Vorleseart macht viel aus. Ansonsten sehr schöne Beispiele von Verhörtem. Leider mit 50 Minuten zu kurz und zu teuer (dswgn. Punktabzug) Philosophie im Alltag 4 von 5 PunktenDieses Büchlein ist einfach goldig. Der Mensch glaubt zu verstehen, auch wenn er nichts versteht. Jahrelang versteht er z.B. den Text eines Liedes falsch und singt trotzdem unbeirrt und fröhlich mit. Das Schrullige daran: Das Ganze ergibt trotzdem - zumindestens für ihn selbst - einen Sinn. Hier wird auf urkomische Weise klar wie doch alles eine Frage der Interpretation ist. Aus dem Erzbischof wird dann eben der Erdbeerschorsch und auch der hat seinen Platz in dieser Welt. Habe so gelacht!!!! 5 von 5 PunktenObwohl ich das Buch schon vor einiger Zeit gelesen hatte, habe ich mir nun noch die CD angehört -und ich habe wieder soooo gelacht! Die "Verhörer" sind einfach köstlich - und eigentlich ist uns das doch auch Allen schon passiert, nicht nur als Kind! Axel Hacke trägt seinen Text auch gekonnt vor (da war ich skeptisch: geht das auch vorgelesen??? JA!!! Es geht sehr sehr gut!). Eigentlich bleibt nur noch ein Wunsch offen: MEHR DAVON!!!! Wunderbar! 5 von 5 PunktenAlso ich kann hier einige Rezensionen überhaupt nicht verstehen geschweige denn nachvollziehen. Was ist an diesem Buch langweilig oder rassistisch!!!! Ich habe Tränen gelacht. Einige Verhörer wurden ja schon zitiert, ich fand auch die von Herbert-Grönemeier-Songs originell ( Schamhaar usw) oder das Lied mit der Läwerwurscht ( irgendwein russisches Kampflied). Einfach klasse, genau wie der Nachfolger. Da erinnert man sich stark an die eigenen Verhörer. Bitte weitere solcher Bücher! Nette Idee, aber eher langweilig 2 von 5 PunktenDas Buch hält leider nicht, was man sich unter dem Titel verspricht. (Das gilt im Übrigen auch für den zweiten Teil "Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück".) In meiner Meinung nach eher langweiliger Prosa reihen die Autoren verschiedene Verhörer aneinander. Ich hatte mir mehr - und vor allem lustigere - Unterhaltung versprochen. Gut, dass das Buch nicht dick war. |
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Anti-Krebs-Buch: Was uns schützt: Vorbeugen und nachsorgen mit natürlichen Mitteln von David Servan-SchreiberGebundene Ausgabe von Kunstmann, Antje, VerlagPreis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 18,75 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3888975131, Erscheinungsdatum: März 2008 |
5 Kundenrezensionen:Ein optimistisches Buch für Kranke und Gesunde 5 von 5 PunktenDas Buch "Die Neue Medizin der Emotionen" (2004) hat mich sehr beeindruckt, denn hier hat der Neurologe und Psychiater David Servan-Schreiber gezeigt, wie man ohne Medikamente und jahrelange Psychotherapie geheilt werden kann: Durch die Mobilisierung des "emotionalen Gehirns" und seiner Selbstheilungskräfte. Sein neues "Anti-Krebs-Buch" begeistert und berührt mich noch mehr, denn er berichtet ausgehend von seiner eigenen Krankengeschichte über moderne Methoden der Krebsbehandlung und Prävention. Und er macht den Lesern sehr viel Mut, wenn er sagt, dass bei der Diagnose Krebs eine "falsche Hoffnungslosigkeit" fehl am Platze sei. Bücher zum Thema "Krebs" liest man meist erst dann, wenn man selber von der Krankheit betroffen ist. Das "Anti-Krebs-Buch" ist für Kranke genauso wie für Gesunde geschrieben, es motiviert jeden Leser, sich (auch vorbeugend) mit der Krankheit auseinander zu setzen. Denn es macht Mut, weil man auf einfache Weise selber etwas tun kann, um einer Erkrankung vorzubeugen. Und damit nimmt es dem Leser die lähmende Beklommenheit, die einen oft beim Nachdenken über Krebs ergreift. Seine Ratschläge für ein gesünderes Leben können zu mehr Zufriedenheit, Erfüllung und Glück anstiften. Er macht deutlich, dass für eine wirkliche Heilung auch Veränderungen in der Lebenseinstellung und im Lebensstil notwendig sind. Neben seinem eigenen Weg zur Heilung schildert David Servan-Schreiber anhand von zahlreichen Patientengeschichten die Wirksamkeit konventioneller und alternativer Therapien. Das "Anti-Krebs-Buch" ist wissenschaftlich fundiert, aber für jeden interessierten Leser verständlich geschrieben. Der Autor stellt den aktuellen Stand der Krebsforschung dar, er erläutert die Wirksamkeit bestimmter Lebensmittel und Ernährungsweisen und empfiehlt auch Meditation und Psychotherapie. Denn ein Leben im seelischen Gleichgewicht, ohne Depression, Zukunftsangst und Stress, ist eine wichtige Prävention gegen Krebs. Ein optimistisches Buch, das Kranken und Gesunden gleichermaßen Mut macht. Sehr empfehlenswert! Schade 1 von 5 PunktenRespekt für die Leistung von Herrn Servan-Schreiber! Es ist aber enttäuschend, dass er sich auf Tierversuche beruft, als ob diese für den Menschen relevant wären. Dies ist eine Irreführung und macht den Menschen falsche Hoffnungen. Versuche mit Mäusen sind auf den Menschen nicht übertragbar, auch wenn die Ergebnisse mit denen aus Studien mit Menschen zufällig übereinstimmen. Bei den Mäusen werden Krankheiten künstlich erzeugt, welche mit den Krankheiten der Menschen nicht identisch sein können. Die Qualen kann man den Tieren ersparen. Mittlerweile wird die Aussagefähigkeit von Tierversuchen von vielen Ärzten und Wissenschaftlern angezweifelt. Es gibt alternative Testmethoden, z.B. mit menschlichem Zellgewebe, die viel genauer und aussagefähiger sind. Dieses Buch für alle Bundestagsabgeordneten !!! 5 von 5 PunktenWenn sich wirklich was ändern soll, dann sollten das vor allem die Menschen, welche Gesetze, Verordnungen usw. ändern und beschließen können, lesen. Empfehlenswert für Ex-Krebsler und auch sonst alle 5 von 5 PunktenEndlich einmal ein Buch, dass nicht nur Tipps, sondern auch Erklärungen gibt. Als Krebs-Patient (ich rede aus Erfahrung!) bekommt man oft einiges zu hören. Das beginnt mit: "Sie brauchen an Ihrer Lebensweise nichts ändern, es gibt keinerlei Beweise, dass Ernährung oder Umweltgifte an Ihrer Krankheit schuld sind." und endet mit "Ich sage Ihnen, Sie dürfen keine Tomaten, keine Paprika und keine Kartoffeln mehr essen" bzw. "Mistel hilft immer!" (zu letzterem: Nichts gegen Mistel, aber es kommt immer auf den Krebs und auf den behandelnden Arzt an!!!!) Wer also als Patient das Gefühl hat, bei diversen Ärzten immer wieder gegen eine Wand zu rennen und nicht zu erfahren, was ER SELBST (zusätzlich zur medizinischen Behandlung) vielleicht tun kann, um gesund zu werden oder gesund zu bleiben, dem empfehle ich das Buch. Jeder weiß zwar, dass er weniger Weißmehl, Zucker etc zu sich nehmen sollte - die Zusammenhänge zwischen Nahrungsmitteln, Pestiziden, Reinungsmitteln etc und dem Krebswachstum selbst, habe ich allerdings bislang noch nirgends so gut und vor allem so gut lesbar vermittelt bekommen. In onkologischen Reha-Einrichtungen kursiert das Buch momentan als Top-Bestseller Empfehlenswert, nicht nur für 'Betroffene' ! 5 von 5 PunktenHier finden wir ein gut lesbares Buch, dass mich überzeugt hat weil es von eigener Betroffenheit ausgehend getragen wird von Sachkenntnis, Unvoreingenommenheit und Ehrlichkeit. Die Schlußfolgerungen sind praktikabel und für jeden Menschen empfehlenswert. Nach der Maxime ' es gibt nichts Gutes, ausser man tut es '( E. Kästner ) motiviert dieser Ratgeber heute noch bei sich selbst zu beginnen und gibt hierzu die richtigen Empfehlungen ! Auch wenn für den gut informierten Leser kaum Neues zu finden ist, weiß ich aus Erfahrung wie wenig die dargestellten Erkenntnisse in der Bevölkerung verankert sind. Reinhard Worbs |
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Stoibers Vermächtnis. Große Momente, große Reden, große Freude von Jürgen RothAudio CD von KunstmannPreis bei Amazon: EUR 12,97, Angebote ab EUR 8,00 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3888974941, Erscheinungsdatum: Sept. 2007, Auflage: Hörfeature. |
Amazon.de Audiobook-RezensionSchmählich wurde er vertrieben vom Thron des bayrischen Ministerpräsidenten -- ausgerechnet von jenen, die sich Parteifreunde und Unterstützer nennen. Hohe Zeit also, diesen Mann entsprechend zu würdigen, der das Ansehen des Freistaates heutzutage prägt wie sonst vielleicht nur noch Franz Beckenbauer, diese andere Lichtgestalt der Rhetorik. Mit Große Momente, große Reden, große Freude betitelt Autor Jürgen Roth, der sich schon als Stoiber-Biograph auszeichnete, seine Hommage. Und die Freude ist auch beim Hören tatsächlich groß, wie auch die Gefahr, Tränen zu lachen bei den rhetorischen Kapriolen des Edmund Stoiber, die hier zahlreich im Originalton zu bestaunen sind. Von seiner schon legendären Flughafen-Transrapid-Rede über Stoibersche Wortschöpfungen wie "Kompetenzkompetenz" oder "regellose Regelung" bis hin zu seinem schon arg erbarmungswürdigen Kampf mit der lodernden Glut: "Es muss zu schaffen sein, meine Damen und! Herren, wenn ich die CDU ansehe... dann bedarf es nur noch eines kleinen Sprühens, sozusagen, in die gludernde Lot, in die gludernde Flut, dass wir das schaffen können, und deswegen... in die lodernde Flut, wenn ich des sagen darf..." Angesichts des Lebenswerkes dieses großen Mannes aus Oberaudorf, der einst als Generalsekretär und "blondes Fallbeil" noch die Drecksarbeit für Franz Josef Strauß machen und beispielsweise vor einer "durchmischten und durchrassten" Gesellschaft warnen musste, hat sich natürlich auch jede Satire, die sich mit ihm beschäftigt, aufzuschwingen und zu großer Form aufzulaufen. Und das gelingt Jürgen Roth mit einem großartigen Text, der etwa den Sturz Stoibers als hinterfotziges Drama shakespeareschen Ausmaßes stilisiert. Wenn man dieses Hörbuch uneingeschränkt und wärmstens empfehlen muss (nach dem Stoiberschen Bonmot "Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran."), dann liegt das natürlich auch an der Biermösl Blosn, die ein paar saulustige Stoiber-Gstanzl und -Lieder beigesteuert hat, und nicht zuletzt am kongenialen Sprecher Gert Heidenreich, der das Ganze mit der nötigen Würde und Feingeistigkeit zu Gehör bringt. Und am Ende von Stoibers Vermächtnis gibt es deshalb keinen Zweifel, dass ein anderer großer Fan Stoibers, nämlich Uli Hoeness, mit seiner Einschätzung -- in einem schon fast Stoiberschen Stil -- Recht hat: "Bush hat eine viel schlechtere Karriere hingelegt, als Edmund Stoiber es je gemacht hat." --Christian Stahl Spieldauer: ca. 79 Minuten, Hör-Feature, 1 CD 5 Kundenrezensionen:Von "Problembären", "Kompetenz-Kompetenz" und offener Dichte! 5 von 5 PunktenEdmund Stoiber hat auch jenseits des "Weißwurst-Äquators" für ungläubiges Staunen über soviel geballte Rhetorik-Kunst gesorgt und nicht nur mit den "Zehn Minuten", seinen erhellenden Fußballkenntnissen, den Äußerungen zum Problembären und vielen gestammelten Ahs und Ähs für klammheimliche Freude gesorgt. Gerd Heidenreich spricht ihn quasi auf dieser CD heilig: Hier kommen noch einmal alle "Großen Momente, großen Reden und große Freude" in einem von "Biermösl blosn" musikalisch untermalten Hochamt zu Gehör. Und am Ende bleibt die Hoffnung, dass der politisch Totgeweihte doch noch einmal wiederkehren möge... Das ist schräg, herzlich respektlos und vor allem entlarvend -- und für den Hörer allemal ein fröhliches Fest! Stoiber Pur ???? 4 von 5 PunktenSollten Sie hier nicht erwarten. Es werden "Zipfel" seiner Reden mit, teilweise langatmigen "Stories" verwoben die es manchmal schwer machen, nicht durch die CD zu zappen. Aber sonst wäre die CD wohl auch zu kurz geraten. Denn !!!! Auch ein Edmund Stoiber kann nicht mit Wort"akrobatik" im Minutentakt aufwarten. Alles in Allem also 4 Sterne weils ordentlich produziert ist. Für Internetnutzer leider nicht viel Neues 3 von 5 PunktenAuch wenn die rhetorischen Ergüsse von Edmund Stoiber immer wieder erfrischend sind, muss man diese CD nicht unbedingt im Schrank haben. 90% des enthaltenen Materials sind ohnehin überall im Internet zu finden, ob Transrapid-Rede oder gludernde Lot, ob Gärtner und Gattin oder Problembär. Dem monoton vorlesenden Sprecher merkt man an, dass er dabei immer wieder auf die Armbanduhr schaut und den Feierabend herbeisehnt. So ist der Anspruch der CD, den schon bekannten Reden Edmund Stoibers noch Hörenswertes hinzuzufügen, leider kaum erfüllt. Wäre der Preis niedriger, könnte die Bewertung etwas besser ausfallen, aber zu diesem Preis bieten andere Hörbücher vier oder mehr CDs und oftmals mehr Hörvergnügen. Fludernd glühende Satire 5 von 5 PunktenWem kommt beim Anblick dieser CD nicht als erstes die Lübke-LP von "pardon" in den Sinn?! Und zweifellos liegt angehörs (frei)staatsrednerischer Dampfwalzen die Idee nahe, auch aus Stoibers gesammeltem "Äh"-Beiwerk eine CD zusammenzustellen. Die gottlob nun obsoleten "Zehn Minuten" ("Sie steigen in den Hauptbahnhof ein..."), den Problembär, die hingerichtete Blume, die nicht-rote Mitte und die fludernde Glut, die dümmsten melkerwählenden Kälber, Stoibers theoretischen Humor und "die anderen Brasilianer"... -- sie und noch viele weitere Meilensteine politischer Rednerkunst hört man immer wieder gern, auch wenn man ihren Urheber wirklich nur deswegen in der Öffentlichkeit vermisst. Dennoch war es eine gute Idee, aus Stoibers oratorischen Gesamtkunstwerken ein kongeniales Hörspiel zu machen -- und das nicht nur deswegen, weil man sich "zehn Minuten", Problembär und Co. sowieso längst aus dem Internet heruntergeladen hat. Außerdem kann jeder zusammenkopieren, aber um aus dem Problemredner ein satirisches Gesamtkunstwerk zu machen, unter Verwendung aller Wolfratshausener Klassiker, dazu braucht's die Spezialisten für rhetorische Leichenschau: Die Biermösl Blosn samt Gerhard Polt, Jörg Hube und Gert Heidenreich. Zugrunde liegt dem Ganzen die Erkenntnis, dass Stoibers Reden ihn nicht nur als unfreiwilligen Dadaisten entlarven: Seine sinnfreie Sprache ("Schmelztiegel der Formen und Fügungen") zeigt Stoibers Rhetorik als angewandte Sprachphilosophie, als Walkürenritt quer durch die Philosophie Adornos und Wittgensteins, als namensinitialienbegründete Freud'sche Psychoanalyse, als Kleists die in die Praxis umgesetzten Essay "über die allmähliche Verfertigung des Gedankens beim Reden". Und freilich wird der auch an allzu passender Stelle zitiert. Hier lernt man die Abgründe und Abstürze Stoiber'scher Redekunst kennen. Jürgen Roth hat, soweit das überhaupt möglich ist, Stoibers große Momente und Reden thematisch sortiert, und heraus kam eine hinterfotzige Satire im Stil der Dokumentarsendungen. Dementsprechend führt ein unerschütterlicher Gert Heidenreich durch die Facetten von Stoibers Rhetorenleben, herzhaft gewürzt mit viel ungekürztem O-Ton. Dazwischen kommentiert Jörg Hube und zeigt nie gekannte philosophische und politologische Zusammenhänge auf, und wem Polts querulante Zwischenrufe und Keckereien übertrieben vorkommen, der hat offensichtlich nie volkskundliche Studien anhand von Fernsehberichten über CSU-Parteitage getrieben. Nicht zu vergessen die musikalischen Dreingaben der Biermösl Blosn, denen in ihren kommentierenden Moritaten aber auch nix heilig ist -- passend zum Thema beginnt die CD mit einem Walkürenritt, von der Tuba geblasen, und wenn Stoibers revolutionäre Grundsätze durch die "Internationale" nach Art der Biermösl Blosn untermalt werden, oder wenn eine Tuba-Improvisation über Markus Söders bajuwarischen Passgang zu hören ist, dann fällt man schier vom Stuhl vor Lachen. Und sonst auch... Aber "Stoibers Vermächtnis" ist nicht nur saukomisch geraten, sondern auch decouvrierend: Dass er täglich eine Blume hinrichtet, ist einfach "nur" komisch. Aber wenn "das blonde Fallbeil" (Dieter Hildebrandt) in seinem Nahkampf gegen die deutschen Sprache allzu oft offenbart, wes Geistes Kind er ist, dann oszilliert diese CD zwischen schrillster Komik und blankem Entsetzen; Stoibers Frage "Warum wählen wir denn eigentlich?" war nämlich nicht rhetorisch gemeint... Dass Passagen dieser Art leider oft im Gelächter untergehen dürften, ist aber nicht die Schuld der Produzenten und Sprecher. Wer auf dieser CD jetzt schnell die Büchmann-Kandidaten aus Stoibers rhetorischem Gesamtwerk sucht -- hier findet er sie: Die "Zehn Minuten" und die "fludernde Glut" sind in Track 2 ("Der Philosoph") versteckt, Becksteins "dicke Akte"-Zitat, den theoretischen Humor und die hingerichtete Blume findet man in Track 3 ("Der Frauenfreund und Familienpater"). Der Problembär lauert im 4. Thema "Das Bier und die Heimat", Stoibers Kampfansage an regellose Regelung und sein Brasilianer-befeuerter Enthusiasmus fallen in Rubrik (6) "Der Ausländer", und dass Franz Josef Strauß "durch den Tod aus dem Leben des Ministerpräsidenten gerissen worden" ist, erfahren wir im abschließenden "Vermächtnis". Allerdings sollte man nicht ungeduldig nach dem bereits Bekannten stöbern und den Rest vernachlässigen -- "Stoibers Vermächtnis" ist schließlich ganz einfach eine Sternstunde der perfiden Satire, und zwar auch noch beim x+1. Anhören. Am Anfang war das Wort ... und am Ende die Verschwendung unserer Steuergelder 3 von 5 Punkten- "O ihr armen Schelme in den großen Städten der Weltpolitik, ihr jungen begabten, vom Ehrgeize gemarterten Männer, welche es für ihre Pflicht halten, zu allen Begebenheiten - es begibt sich immer etwas - ihr Wort zu sagen! Welche, wenn sie auf diese Art Staub und Lärm machen, glauben der Wagen der Geschichte zu sein! Welche, weil sie immer horchen, immer auf den Augenblick passen, wo sie ihr Wort hineinwerfen können, jede echte Produktivität verlieren!"1) Wie man unschwer erkennen kann, wusste bereits Nietzsche, dass es einen Stoiber geben wird. Stoiber: Der Name spricht für Kompetenz-Kompetenz der Kompetenz-Kompetenzen schlechthin! Welch ernstzunehmender Mann von Welt und Ehre erlangte in so kurzer Zeit solch rhetorischen Ruhm? Karin's Edelmann führt nicht nur die stillen Zuhörer des Senats durch das innen- und außenpolitische Geschehen, nein, er postuliert auch sehr evident seine Freizeitaktivitäten oder beschreibt, wie seine Karin es mit dem Gärtner macht (also die Blumen hinrichten). Ein Hörbuch mit viel Hum-ta-ta-Gejodel, gepaart mit Stoiber's äußerst individueller Sprachgewandtheit, das (ääh, im Gegensatz dazu) von Roth und Well ganz subtil mit niveau- und gehaltvollen Assoziationen ("Am Anfang war das Wort ...") gespickt und dank Heidenreich's äußerst sympathischer, manchmal ein wenig pathetischer Phonetik zu >einem Maß< der Dinge gemacht wird. (Prosit an die Herren Roth, Well und Heidenreich!) Wer sich lange nicht fremdgeschämt hat und relativ schmerzfrei ist, was die Verschwendung unserer Steuergelder angeht (wir zahlen schließlich immer noch Stoiber's Auskommen), sollte sich dieses Meisterwerk der Moderne nicht entgehen lassen, führt es doch gleichzeitig das, was Stoiber sagt, mit dem, was er eventuell gemeint haben könnte, konsequent ad absurdum, und lässt die Bedeutung des Wortes 'Rhetorik' - m. E. Rede-KUNST - in völlig neuem Licht erstrahlen! Meine Quintessenz: 3 Sterne, weil es zum Lachen und gleichzeitig zum Heulen ist! Und weil man vieles davon schon kennst, es aber hier so umwerfend von Roth/Well/Heidenreich eingebunden wurde. Einmal hören reicht, weil man sonst wirklich anfängt den Steuergeldern hinterher zu trauern ... 1) Von Gut und Böse - Das Positive und Aufbauende aus Nietzsches Ethik, S. 19; Nietzsche, Friedrich; Sammlung Klosterberg; Verlag Benno Schwabe & Co. 1942 - |
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Der Untergang des Bayernlandes: Ein Vivat auf die erfolgreichste Partei der Welt von Hans Well, Jürgen RothAudio CD von Kunstmann, Antje, VerlagPreis bei Amazon: EUR 12,97, Angebote ab EUR 8,22 ![]() 1 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3888975654, Erscheinungsdatum: Dezember 2008, Auflage: 1 |
Eine Kundenrezension:Mogelpackung! 1 von 5 PunktenMogelpackung! "Der Untergang des Bayernlandes" ist bereits das zweite Werk der satirischen Doppelspitze Jürgen Roth und Hans Well. Ihr angekündigter Rückblick auf das Wahldebakel der CSU bei der letzten Landtagswahl, sowie die Dokumentation des intellektuellen und moralischen Bankrotts der "erfolgreichsten Partei der Welt", war für Fans des Vorgänger-Werkes "Stoibers Vermächtnis" ein Grund zur Freude. Doch leider können Roth und Well die selbst geschürten Erwartungen nicht erfüllen. Sie verpassen die Gelegenheit einer bissigen Retrospektive, und schneiden stattdessen langatmige O-Töne diverser Landes- und Bundespolitiker nach Gusto aneinander. Abläufe und Kapitel werden scheinbar willkürlich durcheinander gewürfelt, um wenigstens ein bisschen Spannung zu erzeugen. Das im Covertext vollmundig angekündigte "Drama Shakespearischen Ausmaßes" fällt wiederholt bekannten Wahlkampfparolen und banalen Versprechern zum Opfer. Alles wirkt angestrengt und unausgegoren. Über die wirklichen Hintergründe, die internen Querelen und Machtkämpfe erfährt der Hörer wenig. Sicher wird die (bereits angekündigte) dritte CD wieder qualitativ besser, da sie nicht wie die aktuelle, noch vor Weihnachten in den Handel muss. Einzig die musikalische Untermalung überzeugt gegenüber den bemühten Texten. Fazit: Schade, aus der größten Wahlniederlage der CSU, nach mehr als 40 Jahren Alleinherrschaft, hätte man deutlich mehr machen können. |
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Der kleine König Dezember von Axel HackeGebundene Ausgabe von KunstmannPreis bei Amazon: EUR 6,90, Angebote ab EUR 3,30 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 388897223X, Erscheinungsdatum: 2004, Auflage: Kleine Ausgabe. |
Aus der Amazon.de-RedaktionSehr schöne Bilder zu der Geschichte vom kleinen König Dezember II. hat Michael Sowa gezeichnet. Genauso muß der kleine König Dezember wohl aussehen, wenn er Axel Hacke besucht und sich stundenlang mit ihm unterhält und an einem Gummibärchen knabbert. Er ist ziemlich dick und steckt in einem langen roten Mantel mit Hermelinbesatz, der sich am Bauch nicht mehr richtig schließen läßt. Axel Hacke hat ihn eines Tages in seinem Bücherregal gefunden und seitdem lauscht er den Geschichten vom kleinen König Dezember II., der von seinem Vater, König Dezember I. und seinem Großvater König Dritter Januar, erzählt. In seiner Welt wird man groß geboren, man weiß schon alles, kann lesen und schreiben und wird mit zunehmendem Alter immer kleiner. Die Kindheit liegt am Ende des Lebens. Ob das so toll ist? Jedenfalls dem kleinen König Dezember II. gefällt es so. Vielleicht sollte jeder Erwachsene so einen kleinen König in einer Tasche mit sich herumtragen, der einen nicht in Ruhe frühstücken läßt, zu viele Zuckerstücke in den Kaffee wirft und Träume in Schachteln sammelt. Sicher ist, daß es bestimmt nicht langweilig wird mit dem kleinen König. Und wer ihn noch nicht hat, kann sich ja einstweilen mit seiner Geschichte begnügen. --Manuela Haselberger Audiobook-RezensionenEin wunderschönes Märchen für Erwachsene und Kinder, ein Dialog zwischen einem traurigen Büromenschen und einem kleinen König, der nicht größer als ein Zeigefinger ist und Gummibärchen über alles liebt - Axel Hackes Geschichte macht ganz leicht und mit zauberhaften Bildern auf existentielle Fragen aufmerksam. Schade, dass nicht jeder einen kleinen König Dezember hat! Die Begegnung mit dem kleinen König Dezember II. wird den Ins-Büro-Geher für den Rest seines Lebens prägen. Alles fing so an: Eines Tages entdeckt der Mann in seinem Bücherregal den König. Dieser ist so winzig, dass er in einen Bauchnabel passt. Dafür ist er recht dick und sein roter Königsmantel geht kaum über seinen Bauch. Da, wo er herkommt, ist alles anders: Man wird dort groß und schlau geboren, um danach ein Leben lang immer kleiner und dümmer zu werden. Im Zusammenleben mit dem aufgeweckten König ändert sich wie durch einen Zauber die alltägliche Sicht, man entdeckt plötzlich Dinge, die man vorher nie gesehen hat, stellt Fragen, an die man nie gedacht hat. Man kann mit Dezember über die Unsterblichkeit philosophieren oder über den Sinn von Träumen nachdenken. Seine Träume bewahrt Dezember II in Schachteln auf. Axel Hacke wurde neben seiner Tätigkeit als Journalist (Süddeutsche Zeitung) als Autor mit dem Buch Der kleine Erziehungsberater bekannt. Darin wird der ganz alltägliche Wahnsinn in einer Familie mit drei netten kleinen Kindern erzählt. 1993 veröffentlichte Hacke Der kleine König Dezember. Es folgten Hackes Tierleben (1995), Ich hab's Euch immer schon gesagt (1998), Auf mich hört ja keiner (1999), Ich sag's Euch Jetzt zum letzten Mal (2000) und Ein Bär namens Sonntag (2001). Für seine journalistische Arbeit wurde Axel Hacke 1987 mit dem Joseph-Roth-Preis, 1990 mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis und im selben Jahr mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Die Hörspielbearbeitung von Katrin Wenzel setzt im Zusammenspiel mit der Musik von Peter Zwetkoff ganz auf die märchenhafte Atmosphäre der Geschichte. Es entstand eine Inszenierung, die die verzauberte Grundstimmung hervorragend widerspiegelt. Genial sind Winfried Glatzeder und Horst Bollmann in ihren Dialogen und Gefühlsausbrüchen. Hörspiel, Spieldauer: ca. 60 Minuten, 1 MC. -- culture.text 5 Kundenrezensionen:Philosophie für Faulpelze 5 von 5 PunktenDiese Rezension bezieht sich auf das hier tatsächlich vorliegende Produkt, alleinig vorgelesen vom Autor selbst und nicht die ältere Version mit anscheinend zwei verschiedenen Sprechern. Es handelt sich also hierbei um ein Hörbuch und nicht die vorangegangene, mir unbekannte Hörspielfassung. Und obwohl ich Autorenlesungen gegenüber eher skeptischer Natur bin, muss ich Herrn Hacke hier ausrücklich loben. Denn gerade seine etwas nüchterne, lässige Art des Vortrags gibt der ansonsten doch sehr 'fantastischen' Geschichte die nötige Bodenhaftung. Was also hier in einigen, jeweils durch stimmige Musik voneinander getrennten Episoden vom König an Thematik aufgeworfen wird, ist durchaus ernst zu nehmen. Zauberhaft spielerisch werden hier Grundfragen unserer Existenz abgehandelt, wenn auch wie üblich nicht beantwortet. Keine Angst, auch diejenigen, die sich durch Philo als Ersatzfach in der Schule oder Teilen des Studiums quälen mussten werden hier ihren Spaß haben. Einzig das 'Ende' der 60min. Erzählungen kam für mich etwas abrupt und seltsam daher- (trotzdem, wenn auch nur knapp) 5 Sterne für diese ultimative und witzige Abrechnung mit der Realität. Ein kleines Meisterwerk 5 von 5 PunktenDas Büchlein ist wirklich ein kleines Meisterwerk (um eine andere Rezensentin zu zitieren) - und zwar sowohl die Geschichte als auch die Bilder. Was mir an der Geschichte besonders gefällt?: Dass sie liebevoll ist, ohne kitschig zu werden; dass sie nachdenklich ist, ohne ins Melancholische abzudriften; dass sie Einsichten bringt, ohne moralisierend zu wirken. Man liest sie mit einem Schmunzeln. Die Bilder illustrieren die Geschichte auf liebevolle und eindringliche (aber nicht aufdringliche) Art und Weise. Wunderbar! nichts Halbes und nichts Ganzes... 3 von 5 Punkten...auch auf die Gefahr hin, dass eine "Nur-3-Sterne-Rezension" nicht gut ankommt, nach meiner großen Enttäuschung muss ich einfach eine Bewertung vornehmen: Wie wohl fast jeder liebe ich das Buch "Der kleine Prinz". Einige Zitate aus dem Hörspiel "Der kleine König" sind fast wortwörtlich aus diesem Buch entnommen; die Darstellung des kleinen Königs erinnert in vielen Momenten an den kleinen Prinzen. Das wäre an sich ja auch nicht schlimm, würde Axel Hacke es schaffen, hier eine neue Dimension hinzuzufügen oder auch nur annähernd an die magische Atmosphäre der Vorlage heranzukommen. Beides kann er leider nicht. Auch die Zielgruppe dieses Hörspiels ist mir nicht klar geworden. Ich höre gerne Märchen und auch für meine Tochter (gut 1 Jahr alt) sammle ich schon einmal die Perlen zusammen. (Ja, ich fange etwas früh an ;-) ) Dieses Hörspiel ist jedoch für Kinder zu kompliziert zu verstehen und auf der anderen Seite für Erwachsene zu oberflächlich. Es werden schöne Bilder aufgebaut, die sich metaphernhaft schillernd in die Lüfte erheben, wo sie dann von dumm-expliziten Erklärungen vorschnell und unnötig zum platzen gebracht werden. Das wirkt auf mich wie ein guter kurzer Witz (5 Sterne), der dann direkt nach dem Erzählen lang und breit erklärt wird (0 Sterne). Der Mittelwert (2,5 Sterne) aufgerundet ist also alles, was ich für dieses nette, leichte, aber überflüssige Werk vergeben kann und möchte. Immerhin ist es gut umgesetzt und produziert. Die Sprecher wirken motiviert und authentisch, haben sich gut in ihre Rollen hineingefunden. Dennoch meine Empfehlung: Holt lieber noch einmal "le petit prince" aus dem Schrank, ob als Hörspiel, Hörbuch oder selbst gelesen und genießt das "Original"! Es ist um längen besser. Lieben Gruß, Torsten NICHT NUR zur Weihnachtszeit... 5 von 5 PunktenDieses wunderbare Büchlein von Axel Hacke ist eine zauberhafte kleine Geschichte für's Gemüt....und macht immer viel Freude - nicht nur zur Weihnachtszeit. Witzig, und trotzdem "philosophisch" - einfach liebenswert. Ein tolles Geschenk - auch für sich selbst!! Zum Schmunzeln und Nachdenken 5 von 5 PunktenVielleicht "bräuchte jeder einen kleinen König und jede Menge Räume, handlich abgepackt", wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu diesem kleinen Büchlein meint. Mir hat die Geschichte sehr gefallen. Locker daher erzählt, mit genügend Humor und gleichzeitig Tiefgang, damit man auch als Beschenkter etwas davon hat! Einige Zitate gefällig? Hier: «Warum willst du hinter die Wände gucken, statt dir vorzustellen, was hinter den Wänden sein könnte?» -- «Denk selbst nach, oder hast du mich bloss erfunden, damit ich für dich denke und du dir selbst nichts mehr einfallen lassen musst?» -- «Und morgens, wenn ich augewacht bin, bleibe ich noch ein bisschen liegen und erinnere mich an die Nacht. Dann tue ich den Traum wieder in die Schachtel und stelle sie ins Regal zurück.» Zum Schmunzeln und Nachdenken bestens geeignet. |
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Der weisse Neger Wumbaba kehrt zurück: Zweites Handbuch des Verhörens von Axel HackeGebundene Ausgabe von Kunstmann, Antje, VerlagPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 3,95 ![]() 3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3888974674, Erscheinungsdatum: März 2007, Auflage: 3., Aufl. |
5 Kundenrezensionen:sooooo lustig!! 5 von 5 PunktenObwohl ich das Buch schon vor einiger Zeit gelesen hatte, habe ich mir nun noch die CD angehört -und ich habe wieder soooo gelacht! Die "Verhörer" sind einfach köstlich - und eigentlich ist uns das doch auch Allen schon passiert, nicht nur als Kind! Axel Hacke trägt seinen Text auch gekonnt vor (da war ich skeptisch: geht das auch vorgelesen??? JA!!! Es geht sehr sehr gut!). Eigentlich bleibt nur noch ein Wunsch offen: MEHR DAVON!!!! Der Weisse Jäger Dumblabla 1 von 5 PunktenDie Ziehlgruppe von Herrn Hacke schließt wohl eindeutig die Millionen von in Deutschland lebenden people of color aus, die über rassistische Stereotype natürlich nicht lachen können. Die einzigen, die dies können, sind diejenigen, die durch diese nicht beleidigt und herabgewürdigt werden: Weiße Menschen. Es wird Zeit, daß auch diese sich allmählich über ihre Verantwortung in einer multikulturellen Gesellschaft bewusst werden. Daß der Inhalt beider Bücher harmlos, und zugegebenermaßen stellenweise ganz lustig ist, rechtfertigt nicht den Gebrauch entmenschlichender Worte und Bilder. Die Benutzung des N-Wortes ist laut Urteil des Amtsgerichts Schwäbisch-Hall rassistisch, diejenigen, die es gebrauchen, somit Rassisten. Wer es dennoch tut, muss sich der Konsequenzen bewusst sein. Die karikierende, stereotypisierte Darstellung eines Juden, zusammen mit einem antisemitischen Schimpfwort als Titel, wäre ja wohl undenkbar. Weshalb wird Schwarzen Menschen der ihnen gebührende Respekt verweigert? Weshalb ist ein "weißer Neger" radikal-poetisch und eine großnasige, Geldstücke zählende Gestalt schockierend? Eine Frage, die es höchste Zeit is, in Deutschland zu stellen. Paint it white! Eine Rechtfertigung. 1 von 5 PunktenDies ist der zweite Band einer Sammlung von relativ lustigen Verhörern, zusammengetragen von Axel Hacke. Wieder wurde der "weiße Neger Wumbaba", eigentlich "der weiße Nebel wunderbar" aus dem Lied "der Mond ist aufgegangen", ausgewählt, um der Sammlung einen Titel zu geben, obwohl Wumbaba in diesem Buch gar nicht mehr vorkommt. Wieder gibt Illustrator Michael Sowa diesem Verhörer eine Gestalt: so stellt sich offensichtlich der Durchschnittsdeutsche einen "Neger" vor, barfuß mit Baströckchen, Knochen im Haar und wulstigen Lippen, freundlich aber ein wenig dümmlich blickend. Nach Erscheinen des ersten Bandes gab es Proteste, weil sich sowohl Schwarze als auch Weiße Menschen durch diesen Titel und diese Darstellung unangenehm berührt und beleidigt fühlten. Trotzdem erschien nun dieser zweite Band. Daher erscheint das Vorwort darin wie eine einzige Rechtfertigung: Wumbaba wird als radikal poetische, fremd besondere und - gelassen über jeder politischen Korrektheit stehend - im Grunde ganz unzeitgemäße Figur im Sinne von Morgenstern und Ringelnatz bezeichnet. Viele literarisch wertvolle Vokabeln, um das durchaus vorhandene Schuldbewusstsein dafür, dass die Figur politisch eben nicht korrekt ist, zu verschleiern. Axel Hacke zitiert anschließend eine Geschichte aus Heinrich Heines Geständnissen, in der ein König der Aschanti sich malen lässt und verlangt, dass man ihn weißer darstelle als er ist. Soviel zur Nähe der Geschichte zum "weißen Wumbaba". Hacke übernimmt dann die Meinung Heines, jeder sei ein solcher "Negerkönig" und möchte "dem Publikum in einer anderen Farbe erscheinen, als die ist, womit uns die Fatalität angestrichen hat". "So ist es. Wumbaba - das sind wir alle." Schreibt Hacke. Noch mehr Literatur muss herhalten, um sich herauszuwinden und zu versuchen, sich mit den Betroffenen zu verbrüdern: schlichtere (weiße) Geister versuchen regelmässig, ihr Leid, als Brillenschlange oder Rothaarige(r) in der Schule gehänselt worden zu sein, mit dem kollektiven Trauma eines ganzen Kontinents zu vergleichen, dessen Einwohner man als minderwertige Rasse, nämlich (pseudowissenschaftlich) als "Neger" klassifiziert und entsprechend behandelt hat. Wir müssen in Deutschland einen vergessenen oder verdrängten Teil der Geschichte aufarbeiten: unseren Anteil an der Kolonialisierung, den Sklavenhandel und das Verhältnis des Dritten Reichs zu Schwarzen Menschen. Sonst können wir die Verletzung, die ein Betroffener empfindet, wenn er Wumbaba sieht, nicht verstehen. Wir müssen lernen, dass es egal ist, in welchem Zusammenhang das N-Wort verwendet wird, ob in der direkten Anrede oder als unpersönliche Karikatur - es lässt Betroffene zusammenzucken. Aber weiter im Text: Axel Hacke zitiert im Vorwort, wie der wirkliche Titel des ersten Bandes missverstanden wurde, Verhörer im Sinne der Sammlung also, die als lustig beschrieben werden: von "Das weiß der N. Wumbaba" bis hin zu "Der weiße Nigger". Das erste Buch habe einen Virus freigesetzt. Das Wumbaba-Virus. Umgangssprachlich wird der zweite Band der Sammlung inzwischen flapsig "der zweite Neger" genannt. Die schlimmsten Befürchtungen bei Erscheinen des ersten Bandes sind also eingetreten: das Unwort "Neger" und schlimmeres wurde wieder in aller Munde gebracht. Wie ein Virus, in der Tat, ob radikal poetisch oder flapsig umgangssprachlich, belegt und dokumentiert von Axel Hacke selbst. Dieses Buch und sein Vorwort sind typisch für uns alle in Deutschland. Schwarze Menschen sind in unserem Alltag eher die Ausnahme und nicht die Regel, wie zum Beispiel in den USA. Wir haben noch nicht die entsprechende Sensibilität und Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander. Und so passiert uns allen, auch unseren brillantesten Schriftstellern, dass wir in Fettnäpfchen treten. Es wäre schön, wenn wir alle dies an uns heranlassen würden. Ich hätte mir gewünscht, dass Axel Hacke, der als öffentliche Person eine Vorbildfunktion hat, sich einfach entschuldigt und nicht zwei Seiten des Vorworts zum zweiten Band für eine fragwürdige Rechtfertigung seines Fauxpas' verwendet hätte. Der Rest des Buches ist, wie auch schon der erste Band, eine Sammlung lustiger Verhörer, die einen Nachmittag Belustigung schenkt. Leichte, amüsante Lektüre. Weiße Poesie, die das Denken vernebelt. Ach hättest Du geschwiegen, du schwarzer Wald.... 1 von 5 PunktenDas Original: "Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar" Der Verhörer: "Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Neger Wumbaba" Im Vorwort schreibt Hacke dazu: "Ich dachte, das sei eigentlich der bessere Text, jedenfalls der zeitgemäßere. Denn "weißer Nebel" - das war zu Claudius Zeiten reine, wunderbare Poesie, doch heute? [...] Der Weiße Neger Wumbaba aber ist eine radikal poetische, fremd-besondere und - gelassen lächelnd über jeder politischen Korrektheit stehend - im Grunde ganz unzeitgemäße Figur..." Da drängen sich mir zwei Fragen auf: 1.) Ja was denn jetzt? Zeitgemäß oder unzeitgemäß? 2.) Und wie kann man über politischer Korrektheit stehen? Zu 1.) Dieses Bild eines Schwarzen mit Knochen in den Haaren in Zusammenhang mit der Rassenbezeichnung "Neger" aus der Kolonialzeit ist nicht nur unzeitgemäß, sondern eine herabwürdigende Zumutung. Der Gebrauch des N-Wortes, egal in welcher Form, ist untrennbar mit Rassismus verbunden. Denn heute wissen wir, es gibt keine wissenschaftliche Grundlage für die Existenz menschlicher Rassen, die man irgendwie bezeichnen müsste. Nur noch für ein paar verschrobene oder zurückgebliebene, also ganz und gar unzeitgemäße Geister existiert diese Idee leider noch. Dass sie diese den kommenden Generationen unreflektiert aufdrängen und darauf gar eine Unterhaltungs-"Marke" aufbauen, ist sträflich. Zu 2.) Warum stellt man eine Phantasiefigur gelassen lächelnd über politische Korrektheit? Um diejenigen, die sich um politische Korrektheit bemühen, präventiv als humorlose "Gutmenschen" diskreditieren zu können, also um sich argumentativ arrogant über sie zu erheben zu können, falls Kritik droht. Das ist schädlich für alle Bemühungen, Diskriminierungen, die aus unserer Vergangenheit stammen, aufzuarbeiten und die Gegenwart gleichberechtigt zu gestalten. Kaum über das Vorwort hinausgestolpert, finde ich "Wumbaba" von Hacke assoziiert mit dem "Sarotti-Mohr" (Seite 21), der 2004 von Stollwerk aus Gründen der politischen Korrektheit in den modernen "Sarotti-Magier der Sinne" umbenannt wurde, obwohl der unzeitgemäße, Tablett tragende schwarze Diener seit 1918 ihr Markenzeichen war. Aber Axel Hacke ist ja in radikal poetischer Hybris, gelassen lächelnd - im Grunde ganz und gar unzeitgemäß- über Stollwerk stehend und darf das heute noch: eine Marke auf Kosten anderer Menschen Stolz und Würde aufbauen. Und er scheut sich nicht, den Applaus des fehlgeleiteten Mobs, der "RTL Exklusiv" ("Agathe Bauer"!) Bildung und unbequemen Fragen vorzieht, huldvoll entgegenzunehmen: ja Massa Hacke, geh' du voran, wir lassen uns das N-Wort doch nicht nehmen! Schade um die an sich posive Reputation von Axel Hacke und Michael Sowa. Und schade um die übrigen lustigen Verhörer und den eigentlich harmlosen Inhalt des Buches. Absolut wunderbar! 4 von 5 PunktenEine gelungene Fortsetzung.... wieder sind auch einige meiner eigenen "Verhörer" dabei, man fühlt sich verstanden und gut aufgehoben. Zum Glück geht es anderen eben genauso! Auch meine Tochter findet die Lektüre Klasse - und zu Familienfeiern wird gerne daraus vorgelesen (wenn man vor Lachen dazu kommt!). |
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Ente, Tod und Tulpe von Wolfgang ErlbruchGebundene Ausgabe von KunstmannPreis bei Amazon: EUR 14,90 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3888974615, Erscheinungsdatum: März 2007, Auflage: 4., Aufl. |
5 Kundenrezensionen:Eine illustrierte Ewigkeit 5 von 5 PunktenDie Welt der (vermeintlichen) Kinderbücher oder um es etwas weiter zu fassen, die illustrierten Literatur-Werke, hat in den letzten Jahren eine sprunghafte Entwicklung angenommen, die oft damit gepaart ist, dass im Sog allgemeiner grosser Nachfrage, Schnellschüsse oder schlichtweg grässlich anzuschauende und zu lesende Farben Pamphlete produziert werden, die je nach dem schnelllebigen Geschmack des Zielpublikums bei einer Auflage bleiben oder periodisch wieder aus ihrer Literaten Gruft befreit werden, um den Buchmarkt noch mehr mit Gedrucktem zu überschütten, bis einst, plötzlich, wieder einmal ein Geniestreich veröffentlicht wird, der eigentlich so gar nicht unsere Zeit passt. Die schwach gefärbten expressionistischen Züge, die sich mit den transzendentalen, tiefenpsychologischen, Inhalten vereinigen, die ansatzweise schon philosophische Strukturen annehmen, und die höchst sozial-kompetent in Szene gesetzte, wunderschön illustrierte Geschichte erfüllen, lassen in einem den Wunsch aufkommen, nach einer Art Renaissance der vergangenen Literaturstilrichtungen anfangs des vorigen Jahrhunderts zu verlangen, obgleich dieses vorliegende Buch nicht beansprucht, jenes Vakuum auszufüllen. Die Geister mögen sich final darüber streiten, ob es sich bei diesem Werk wirklich um ein Kinderbuch handelt, wobei ich nebenbei darauf hinweisen möchte, dass wir alle, je älter (und erfahrener, vielleicht sogar weiser) wir werden, wieder in dieses Stadium jener sog. Kindheit (zurück?) gelangen. Meiner bescheidenen Auffassung nach um unsere latenten, innerlichen Ängste vor dem Unvermeidlichen, jenem Ende unserer Grobstofflichkeit, dem Tod, zu überwinden; denn ein Kind hat, da es keinen Bezug zu dieser sehr hoch abstrahieren Begrifflichkeit hat, keine Angst vor selben. Ergo könnte es durchaus sinnvoll sein, zusammen mit Kinderaugen, als Experten (!), dieses Buch zu lesen, es zu verinnerlichen versuchen, um vielleicht als Erwachsener ansatzweise zu verstehen, warum die liebe, phantastische Oma oder der Opa, die man als Kind so vergöttert hatte, und ich bin da keine Ausnahme, eingeschlafen ist, um nicht mehr aufzuwachen, oder einfach um einen sehr schmerzhaften, persönlichen Verlust psychisch zu verarbeiten. Manchmal ist es besser die Welt mit Kinderaugen zu sehen - dieses sensationelle Buch hilft uns sog. Erwachsenen dabei, diesen (Lern-)Prozess zu beginnen! Der Tod strich der Ente ein paar Federn glatt ... 4 von 5 PunktenDie Ente hatte so ein Gefühl, als schleiche jemand hinter ihr rum. Der Jemand ist der Tod, eine Figur mit Totenschädel, im karierten Mantel, Schuhen und mit einer Tulpe in der Hand. Das Leben sorgt schon für Dinge, die "Euch Enten so zustoßen" meint der Tod und denkt zum Beispiel an einen Fuchs. Die Ente sinnt nun notgedrungen darüber nach, ob sie nach ihrem Tod zu einem Engel wird; sie denkt auch an die Hölle tief unter der Erde, von der manche Enten erzählen. Die Ente kommt auf die Idee, dass ein leerer Teich zurückbleiben wird, wenn sie tot ist. Schließlich stirbt die Ente, ein sehr kleiner Tod bleibt zurück und wir erfahren, warum der Tod eine Tulpe mitgebracht hat. Während der Tod auf der letzten Seite das Buch verlässt, bewegen sich Fuchs und Hase um seine Füße herum. Eindringlich spiegelt die Körpersprache der Ente ihre Empfindungen: sie kann schlank wie ein Ast sein, wenn sie sich erschreckt und ihre Brust deutlich herausdrücken, wenn sie dem Tod selbstbewusst entgegentritt. Auch die Körperhaltung des Todes lässt Raum, über seine Empfindungen nachzudenken. Die Behutsamkeit, die der Tod der Ente entgegenbringt, erschließt sich wohl eher erwachsenen Lesern. Wolf Erlbruch stellt die Begegnung der Ente mit dem Tod sehr poetisch in ausgeschnittenen und auf hellen Grund montierten Kreidezeichnungen dar. Seine einfache Geschichte ist reich an Zwischentönen und spricht Leser aller Altersgruppen ganz individuell an. Ältere Kinder und Erwachsene zeigen sich von diesem Buch nachhaltig berührt. Ob man "Ente Tod und Teufel" für die eigenen Kinder schon im Kindergartenalter für geeignet hält, hängt davon ab, ob man seinen Kindern den Tod als Gestalt vermitteln möchte. Ich habe mich gegen diese Sichtweise entschieden, nachdem ich die Erfahrung gemacht habe, dass Kinder sich mit dem Tod von Angehörigen weniger poetisch als realistisch auseinandersetzen. Sie fragen zunächst danach, wo der Tote nun ist und ob sie oder die Eltern auch bald sterben werden. Wie bei allen Kinderbüchern zum Thema Sterben empfiehlt es sich auch bei Erlbruchs Bilderbuch, sich mit dem Thema zu beschäftigen, ehe die Familie aktuell von einem Todesfall betroffen ist. Tränen 5 von 5 PunktenIch finde dieses Buch ausgesprochen berührend und liebevoll. Mir, meiner Familie und einigen Freunden hat es in traurigen Zeiten sehr geholfen. Jedesmal, wenn ich es lese, kommen mir die Tränen. Natürlich handelt es sich nicht um ein Kinderbuch! zarte Ungewöhnlichkeit 5 von 5 PunktenErlbruch ist ein Meister darin, das zu zeichnen und mit wenigen zarten Worten zu beschreiben, was sonst kaum in unserem Alltag beachtet, ja sogar ausgeblendet wird. Schon in seinem "Maulwurf-Buch" - dem der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat - gelingt Erlbruch mit zartem Respekt in den Mittelpunkt zu setzen, was allen zunächst unangenehm ist: die Schiethaufen. In diesem eindrucksvoll zurückhaltenden und zugleich liebevoll berührenden "Enten-Buch" gerät der Tod durch seine Darstellung einen ungewohnt respektvollen Blickwinkel. Umwerfend, wie die Ente den Tod wärmt. Erlbuch traut sich mit treffsicherer Einfühlung ein Tabuthema ungewohnt offen und zugleich zart und ehrlich zu beleuchten. Ein kleiner Schatz ist dieses Buch... Ein wunderbares Buch 5 von 5 PunktenIch habe das Buch für meine nun bald 6-jährige Tochter gekauft und sie findet es schön auch wenn ich zugeben mußte nicht alle Fragen beantworten zu können. Einfühlsamer aber auch eindringlicher kann man wohl nicht zeichnen und schreiben. |
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Der weiße Neger Wumbaba. CDAudio CD von KunstmannPreis bei Amazon: EUR 12,97, Angebote ab EUR 5,93 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3888973996, Erscheinungsdatum: August 2005, Auflage: 2., Aufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionKinder können nicht zuhören. Und wenn sie es tun, dann schlägt ihnen die Phantasie oft ein Schnippchen, das sie -- oft bis zum Tod -- mit falschen Liedtexten leben lässt. Denn vor allem Kinder sind grausame Verhörer - so wie Frau J. aus Stephanskirchen, die als junges Mädchen felsenfest davon überzeugt war, dass der eigentlich klischeehafte Satz eines mittelmäßigen Seemannslieds (Stürmisch die Nacht und die See geht hoch) tatsächlich Stürmisch die Nacht und die Säge tobt laute. Für den Münchner Autor und Kolumnisten Axel Hacke sind diese Verhörer von teils schrecklicher Schönheit die eigentliche Quelle unerschöpflicher Poesie: Der Verhörende schafft sich gewissermaßen aus der Unverständlichkeit der Welt heraus einen eigenen Kosmos, ein Beweis für die kindlich-dichterische Kraft, die vielen von uns innewohnt, ohne dass wir eigentlich etwas von ihr ahnen, heißt es in dem von Michael Sowa wieder einmal kongenial illustrierten Buch Der weiße Neger Wumbaba. Hackes Meinung nach haben Liedtexter gar die Aufgabe, zum Fehlhören zu animieren. In seiner Kolumne Das beste aus meinem Leben für die Süddeutsche Zeitung erwähnte Hacke einmal einige schöne Exempel für die Freudschen Fehler des Gehörs -- mit der Folge, dass ihn immer neue Zuschriften seiner Leser ereilten, darunter die wirklich überzeugende Umdichtung des Evergreens Der Mond ist aufgegangen von Matthias Claudius, dessen vertonte Gedichtzeilen und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar das Gehirn eines Musikenthusiasten folgendermaßen verwandelte: und aus den Wiesen steiget / der weiße Neger Wumbaba. Dieses ungleich größere Zitat ziert nun als Titel ein Buch, die Hackes Originalkolumne sowie seine zahlreichen Nachfolger versammelt. Selbst wenn man sich bei manchen der eingesandten Verhörern etwas ohrenreibend fragt, wie das Hirn derlei phonetisch-semantische Kapriolen zustande bringt, so ist Der weiße Neger Wumbaba doch der beste Beweis für die im Buch aufgestellte These, dass die besseren Liedtexte in den Köpfen der Hörer entstehen. Und das ist auf zauberhafte Weise sicher war. -- Thomas Köster Produktbeschreibung"Der weiße Neger Wumbaba" - Axel Hackes kleines Handbuch des Verhörens ist ein sensationeller Erfolg. Nun erscheint das längst fällige VerHÖRbuch dazu, und besser als vom Autor selbst können diese Verhörer nicht zum Klingen gebracht werden. 5 Kundenrezensionen:Schön, so vorgelesen! 4 von 5 PunktenWenn Axel Hacke vorliest ist das bestimmt noch lustiger als es selbst zu lesen (habe das Buch nie gelesen), denn seine Vorleseart macht viel aus. Ansonsten sehr schöne Beispiele von Verhörtem. Leider mit 50 Minuten zu kurz und zu teuer (dswgn. Punktabzug) Philosophie im Alltag 4 von 5 PunktenDieses Büchlein ist einfach goldig. Der Mensch glaubt zu verstehen, auch wenn er nichts versteht. Jahrelang versteht er z.B. den Text eines Liedes falsch und singt trotzdem unbeirrt und fröhlich mit. Das Schrullige daran: Das Ganze ergibt trotzdem - zumindestens für ihn selbst - einen Sinn. Hier wird auf urkomische Weise klar wie doch alles eine Frage der Interpretation ist. Aus dem Erzbischof wird dann eben der Erdbeerschorsch und auch der hat seinen Platz in dieser Welt. Habe so gelacht!!!! 5 von 5 PunktenObwohl ich das Buch schon vor einiger Zeit gelesen hatte, habe ich mir nun noch die CD angehört -und ich habe wieder soooo gelacht! Die "Verhörer" sind einfach köstlich - und eigentlich ist uns das doch auch Allen schon passiert, nicht nur als Kind! Axel Hacke trägt seinen Text auch gekonnt vor (da war ich skeptisch: geht das auch vorgelesen??? JA!!! Es geht sehr sehr gut!). Eigentlich bleibt nur noch ein Wunsch offen: MEHR DAVON!!!! Wunderbar! 5 von 5 PunktenAlso ich kann hier einige Rezensionen überhaupt nicht verstehen geschweige denn nachvollziehen. Was ist an diesem Buch langweilig oder rassistisch!!!! Ich habe Tränen gelacht. Einige Verhörer wurden ja schon zitiert, ich fand auch die von Herbert-Grönemeier-Songs originell ( Schamhaar usw) oder das Lied mit der Läwerwurscht ( irgendwein russisches Kampflied). Einfach klasse, genau wie der Nachfolger. Da erinnert man sich stark an die eigenen Verhörer. Bitte weitere solcher Bücher! Nette Idee, aber eher langweilig 2 von 5 PunktenDas Buch hält leider nicht, was man sich unter dem Titel verspricht. (Das gilt im Übrigen auch für den zweiten Teil "Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück".) In meiner Meinung nach eher langweiliger Prosa reihen die Autoren verschiedene Verhörer aneinander. Ich hatte mir mehr - und vor allem lustigere - Unterhaltung versprochen. Gut, dass das Buch nicht dick war. |
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Blackwater. Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt von Jeremy ScahillGebundene Ausgabe von Kunstmann, Antje, VerlagPreis bei Amazon: EUR 22,00, Angebote ab EUR 16,90 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3888975123, Erscheinungsdatum: Januar 2008 |
5 Kundenrezensionen:Komplette Enttäuschung 1 von 5 PunktenDas Buch enttäuscht auf ganzer Linie. Es handelt sich um das erste Buch, das ich mit einem Stern bewerte. Blackwater kommt im Buch eher als Nebenthema vor. In großen Teilen des Buches behandelt der Autor statt dessen seine Meinung zur amerikanischen Innenpolitik oder zur Situation im Irak und stellt nur sehr indirekte Bezüge zum eigentlichen Thema her. Auf den ersten 50 Seiten beschreibt der Autor die Familie des Firmengründers. Dieses Kapitel ist in erster Linie eine Anklage der vom Autor abgelehnten konservativen politischen Positionen. Auf die Fachdiskussion über den Einsatz von Sicherheitsunternehmen geht Scahill jedoch leider nicht ein. Er ignoriert jeglichen sicherheitspolitischen Kontext und begnügt sich damit, den Einsatz als Ergebnis einer Verschwörung der politischen Rechten darzustellen. Er ignoriert nicht nur, dass Blackwater während der Clinton-Administration entstand, sondern polemisiert auch höcht widersprüchlich, wenn er unterstellt, dass die entscheidenden Poliker gleichzeitig überzeugte christliche Fundamentalisten und wirtschaftliche Opportunisten seien. Auf den nächsten 100 Seiten stellt er seine Meinung zur Situation im Irak dar. Über Blackwater erfährt man hier nur, dass die Firma irgendwie im Irak aktiv ist, Personenschutz leistet, in einem Fall (Najaf) an Kampfhandlungen beteiligt war und vier Mitarbeiter in Hinterhalt verlor. Soviel hätte man auch aus jedem besseren Zeitungsartikel erfahren können. Im gesamten Buch fehlen weitestgehend Details zu Einsätzen, Mitarbeitern, Taktiken, Erfahrungen und andere Hintergrundinformationen. Scahill stützt sich in erster Linie auf Sekundärquellen und ist sehr meinungslastig. Die Kapitel des Buches reihen in der Regel zitierte Meinungen von Personen aneinander, die Scahills Position unterstützen. In dem meisten Fällen werden dabei Personen wie Naomi Klein zitiert, die wie Scahill in erster Linie politische Kommentatoren ohne themenbezogene Erfahrung oder Expertise sind. Nur in Ausnahmefällen hat er mit direkt am Geschehen beteiligten Personen gesprochen. Er ist durchgängig äußerst unsicher in der Bewertung militärischer und strategischer Sachverhalte. Man merkt ihm an, dass er in diesen Bereichen keine praktische Erfahrung und auch keinen relevanten akademischen Hintergrund besitzt. Dabei wären entsprechende Kenntnisse die Grundvoraussetzung für akkurate Bewertungen. Einige Beispiele: "Private Military Contractors" sind gemäß Genfer Konvention, anders als von ihzm behauptet, keine "Söldner", und die Bekämpfung von Kombattanten in Moscheen ist nicht völkerrechtswidrig. Die völkerrechtlich legitime Tötung gegnerischer Kombattanten bezeichnet er als "Mord", und durchführende Kräfte als "Todessschwadronen". Die moralisch aufgeladene Sprache des Autors ist unpräzise und unsachlich, was dem Thema völlig unangemessen ist. Häufig überschreitet Scahill beim Versuch zu polemisieren die Grenzen der Seriösität, z.B. wenn im Rahmen des Hurricanes "Katrina" eingesetzte Blackwater-Kräfte mit "Braunhemden" der SA vergleicht. Nach Fakten, die solche gewagten Urteile stützen würden, sucht man vergeblich. Leider traut Scahill zudem dem Leser nicht zu, eigene politische Werturteile zu fällen. Anstatt entsprechend guter journalistischer Praxis die erforderlichen Informationen sauber zu recherchieren und dem Leser das Urteil zu überlassen, fällt Scahill die Urteile für den Leser und lässt die Informationen zu häufig einfach weg. Wertende Adjektive ersetzen fehlende Fakten durchgehend. Scahill konnte offenbar keinen Experten zum Thema für eine Buchempfehlung gewinnen und musste statt dessen auf Personen wie Michael Moore oder Arundhati Roy zurückgreifen, die keinerlei Expertise zum Thema besitzen und ebenfalls eher durch unsachliche und schlecht informierte Polemik aufgefallen sind. Diese Empfehlungen auf dem Buchrücken sollten jedem Leser als Warnung ausreichen. Leser mit fachlichem Interesse können Scahills Buch getrost ignorieren und sollten zu "Corporate Warriors" von Peter Singer greifen. Amerikas Söldner im Kreuzzug für Freiheit und Demokratie 5 von 5 PunktenSeit dem Beginn des Irak-Kriegs 2003 und der damit verbundenen anhaltenden Besatzungszeit trat in den Medien ein Phänomen immer wieder besonders hervor, das der privaten Sicherheitsfirmen, die im Irak eine wahre Goldgrube entdeckt haben. Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung war es vorwiegend die Firma Blackwater, deren Name spätestens seit der blutrünstigen Ermordung von 4 ihrer Söldner am 31. März 2004 in Falludscha in aller Munde ist. Doch was steckt hinter diesem Sinnbild einer modernen "Sicherheitsfirma" die wie keine zweite für die Privatisierung der Kriegsführung steht? Democracy Now!-Korrespondent und The Nation-Mitarbeiter Jeremy Scahill hat mit "Blackwater - Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt" einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung dieser Frage geleistet. Von der Gründung Blackwaters als Trainingszentrum durch den ehemaligen Navy SEAL und Millionärssohn Erik Prince, die von der Fachwelt begeistert aufgenommen und begrüßt wurde, bis zur Gründung von Blackwater Security Consulting im Jahre 2002 zeichnet Jeremy Scahill die Geschichte dieses symbolträchtigen Unternehmens nach und lässt dabei auch die politischen Verstrickungen Prince nicht im Dunkeln, der dank seiner Kontakte unter den Neokonservativen und christlichen Rechten schon bald auch einen günstigen Vertrag mit dem Pentagon schließen konnte. Möglich gemacht wurde das nicht nur durch die Besetzung wichtiger Posten mit republikanischen Managern aus Rüstungskonzernen, sondern auch durch Donald Rumsfelds vitales Interesse an einer möglichst umfassenden Privatisierung der US-Streitkräfte. Bereits Verteidigungsminister Dick Cheney kürzte unter Bush sen. Das Militärbudget um 10 Milliarden Dollar und reduzierte die Truppenstärke von 2,2 auf 1,6 Millionen und legte somit den Grundstein für jenen Boom, der 2003 einsetzte, als die USA zusammen mit privaten Militärfirmen im Irak einmarschierten und wenige Jahre später feststellten mussten, anfangs zu wenig Truppen eingesetzt zu haben. "Im Irak heisst das große Geschäft nach dem Krieg nicht Öl sondern Sicherheit." schrieb die Londoner Times (wie sie auf Seite 106 zitiert wird) und so wurde das Land von Euphrat und Tigris bald zum El Dorado für Sicherheitsfirmen, deren Mitarbeitern nach dem Abgang des US-Verwalters Paul Bremer sogar eine rechtliche Immunität (ebenfalls für Mord) garantiert wurde. Spitzengehälter und eine enorme Nachfrage an qualifizierten Personal zogen allerdings auch zwielichtigere Subjekte an, so fanden sich im Dienste Blackwaters zeitweise auch Hunderte Chilenen die einst für die Pinochet-Diktatur gemordet und gefoltert hatten. Mitunter zu einem Problem wurden selbst Kämpfer fremder Staatszugehörigkeit, deren Staaten nicht zur Koalition gehörten und sich dennoch den gleichen Gefahren von Entführung und Ermordung aussetzten, wie Österreichs prominentester Fall Bert Nussbaumer. Einerseits bietet die Kommerzialisierung des Militärsektors auch eine einzigartige Chance für ehemalige Militärangehörige, die aus Altersgründen meist ohne großartige Berufschancen im zivilen Leben verloren wirken. Der einstige CIA- und Blackwater-Mitarbeiter Jamie Smith beschreibt es sehr treffend (S. 69) "Will man wirklich, dass unsere Freiwilligen vor dem Kasernentor Wache schieben, wenn sie stattdessen viel Wichtigeres für uns leisten könnten?" doch dagegen kontert etwa der Publizist Peter W. Singer (S. 247) "Diese Firmen reden davon, wie sie Kätzchen von Bäumen retten könnten, wenn die große böse Weltgemeinschaft sie nur ließe, aber die Situation ist weitaus komplizierter. Solcherart Lobbyismus zielt nicht selten darauf ab, den Leuten etwas vorzugaukeln...". Was FedEx für die Postbeförderung geworden ist, will Blackwater in der Kriegsführung werden, um die staatliche Konkurrenz in jeder Hinsicht auszubooten. Firmen wie Blackwater sind dabei sehr geschickt darin sich öffentlich zu positionieren und gerade hinter den Kulissen die richtigen Strippen zu ziehen, womit sie auch zum idealen Mittel werden, etwa den Posse Comitatus Act zu umgehen und als schwer bewaffnete Sicherheitstruppen im eigenen Land tätig zu werden, was sonst nur der Nationalgarde auf Anweisung des Gouverneurs oder Präsidenten möglich wäre. Ebenso denkwürdig ist die Möglichkeit private Ausbildner im Ausland für die Aufstellung von "Sicherheitskräften" und "Spezialeinheiten" einzusetzen und das auf völlig legaler Basis, ohne in Kongressausschüssen über eine verdeckte oder offene Intervention abzustimmen. Ob Outsourcing bei gut belegten Beispielen von Missbrauch durch Gewinnsmaximierung und Rechnungslegung mit kaum vertretbaren Mehrkosten wirklich das Patentrezept für die US-Besatzungspolitik im Irak sein kann, ist fragwürdig. Dessen ungeachtet werben entsprechende Firmen mit immenser Kosteneffizienz und machen so potentiellen staatlichen Auftraggebern ihr Angebot schmackhaft, während sie private Auftragnehmer offensiv ermuntern die Kosten für Sicherheitskräfte dem Kunden mit in Rechnung zu stellen. So faszinierend und neuartig diese Idee auf manchen wirken mag, ganz neu ist sie nicht, man versuche sich nur an die Geschichte des Söldnertums in so manchen Bürgerkriegen des 20. Jahrhunderts und im Zusammenhang mit kolonialen Ambitionen erinnern. Obwohl manche Angriffe auf die Neokonservativen und den "militärisch-industriellen Komplex" einen gewissen ideologischen Anstrich offenbaren, wie auch die Empfehlungen Michael Moores und Naomi Kleins, so gilt es Jeremy Scahill doch ein beachtliches Maß an Glaubwürdigkeit zuzugestehen. Seine Recherchen beruhen nicht allein auf Werken zum Thema, sondern auch den Interviews mit ehemaligen und großteils sogar namentlich genannten ehemaligen Blackwater-Mitarbeitern, sowie eigenen journalistischen Recherchen. Ideologie hin oder her, die Quellen werden angeführt und was zählt ist letztlich die Information und nicht die Aufmachung, an der vielleicht noch jemand Anstoß findet. Sollte das Buch wie angekündigt im Stile von Michael Moores Fahrenheit 9/11 verfilmt werden ist das für dieses kommende Meisterwerk des Enthüllungs-Journalismus eine gebührende Anerkennung. Fazit: Jeremy Scahills Blackwater ist gut recherchiert ein exzellentes Beispiel für investigativen Journalismus und spannend wie erschütternd ein Buch das den Leser nicht mehr so leicht los lässt. in Deutschland ein unbekanntes Thema 5 von 5 PunktenIn dem Buch beschäftigt sich Jeremy Scahill, entgegen dem Titel, nicht nur mit Blackwater, sondern mit dem Aufstieg der Söldnerfirmen weltweit. Der Aufstieg Blackwaters steht hier sinnbildlich für die zahlreichen Söldnerfirmen, die sich im Irak verdingen und die Bemühungen der amerikanischen Regierung militärische Aufgaben an Privatfirmen zu übergeben.Eine Entwicklung die in den deutschen Medien nicht thematisiert wird. Allein aus diesem Grund ist es interessant sich dieses Buch zu Gemüte zu führen. Bei so einem Buch stellt sich natürlich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt. Der Autor hat in seinem Buch zahlreiche Quellen (ca.1000) angegeben, aus die er seine Informationen bezieht. Hier könnte man als negativ anführen, dass er sich meistens auf Artikel von anderen Journalisten verlässt. Auf der anderen Seite benutzt er jedoch auch eigene Interviews, die er mit den Beteiligten geführt hat. Alle seine Quellen sind gut angegeben und lassen sich so einfach nachverfolgen und überprüfen. Ein weiterer Kritikpunkt wäre, dass man bei dem Autor eine Tendenz gegen Bush erkennen kann. Jedoch bemüht sich Jeremy Scahill um eine objektive Schreibweise. So versucht er ausschließlich die von ihm gesammelten Fakten sprechen zu lassen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ein gut recherchiertes Buch über ein unbekanntes Thema ist. Wer sich schon immer gefragt hat, warum die Aktien der Söldnerfirmen seit dem Irakkrieg riesige Kursgewinne haben, wird hier eine Antwort finden. Für mich war es auf alle Fälle sehr lesenswert. Beängstigend spannend 5 von 5 PunktenAm Blackwater zeigt sich, wie privatwirtschafltiche Unternehmen und fundemantalistische Christen die US-Regierung unterwandern und die Demokratie ausgehebelt wird. Die Macht und der Einfluss dieser Kreise auf die Bush-Regierung werden deutlich am Irak-Krieg, der massgebend auf das Betreiben von Leuten wie Wolfowitz, Cheney, Rumsfeld und anderer, diesen Kreise nahe stehender Männer zurückzuführen ist. Firmen wie Halliburton und Blackwater haben handfeste Interessen, die einserseits rein finanziell sind und andererseits einem unheimlichen neokonservativen fundamentalistischen Evangelikalismus zu Grunde liegen. Diese Kreise versuchen mit allen Mitteln, die USA zurück auf den "rechten" Weg zu bringen und scheuen auch vor Gewalt nicht zurück. Schon Demokraten (d.h. Anhänger der Dem. Partei) sind in ihren Augen Landesverräter und Auswüchse des Bösen. DIese gilt es zu bekämpfen. Spannend geschrieben und genau recherchiert bietet dieses Buch eine Fülle beängstigender Informationen, die einen fürchten lassen, dass die USA, sollten die Vertreter dieser Ideologien an die Machthebel kommen, noch weitere Abenteuer à la Irak starten werden. Der "War on Terrorism" wird instrumentalisiert zur Hatz auf Andersdenkende und ist in Wirklickeit ein Krieg gegen den Islam und gegen den Liberalismus. Dieses Buch liest sich wie ein Thriller und am Ende bleibt die ernüchternde Tatsache, dass das alles wahrscheinlich wahr ist... Ein lesenswertes, gut recherchiertes Buch über die Zukunft des Krieges, die längst schon in vielen Teilen der Welt begonnen hat 5 von 5 PunktenWährend des vergangenen Jahres mehrten sich die Nachrichten aus dem nicht gerade nachrichtenarmen Kriegsgebiet im Irak, dass private Personenschützer im Auftrag der amerikanischen Regierung in militärische Handlungen verwickelt waren, bei denen viele Menschen getötet wurden. Immer öfter wird in den Medien der Name "Blackwater"erwähnt, eine von etlichen sogenannten "Private Military Companies", die in den letzten Jahren immer mehr ans Licht der Öffentlichkeit gekommen sind. Das vorliegende, hervorragend recherchierte und gut geschriebene Buch ist gedacht für eine breite Leserschaft und entstanden in der Absicht und der Hoffnung, militärische Aufträge an Private endlich zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte über den Staat zu machen. Und das ist dringend nötig. Nach Scahills Recherchen halten sich 100 000 private Soldaten derzeit in Irak auf, eine Truppe, genauso stark wie die regulären amerikanischen Streitkräfte. Bei den Briten ist das Verhältnis noch übler: auf 7200 reguläre Soldaten kamen 21000 Mann im Sold englischer Privatfirmen. Wie Scahill schreibt, rekrutieren die Privaten wie Blackwater ihr Personal aus den Reihen amerikanischer Eliteeinheiten, chilenischer und kolumbianischer Sonderkommandos, viele südafrikanische Truppen, die dort keine Verwendung mehr finden. Für ein recht hohes Gehalt ziehen sie weiter in den Krieg. Blackwater als "mächtigste Privatarmee der Welt" verfügt sogar über eine eigene Luftflotte und bietet sich, gegen entsprechendes Honorar, versteht sich, an zum Einsatz in allen Krisengebieten der Erde. Es geht in diesem Buch letztlich darum, wie staatliche Akteure die Privatisierung des Krieges betreiben, mit allen bedenklichen Folgen für das staatliche Gewaltmonopol und die Demokratie. Ein lesenswertes Buch über die Zunft des Krieges , die längst schon begonnen hat. |
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Der kleine Erziehungsberater: Mit Bildern von Michael Sowa von Axel HackeGebundene Ausgabe von KunstmannPreis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 3,95 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3888974488, Erscheinungsdatum: August 2006, Auflage: 2., Aufl. |
5 Kundenrezensionen:der kleine erziehungsberater 5 von 5 PunktenEin Muss für alle Menschen, die Kinder haben, kennen, lieben, manchmal auf den Mond schießen könnten... Hacke muss ein Schnüffler sein, woher sonst kennt er das Familienleben mir gaaaaaaanz entfernt bekannter Menschen und Kinder??? Oberlächliches Lustigmachen auf Kosten unserer Kinder. 1 von 5 PunktenIch habe das Buch mit Freude angefangen zu lesen, da der Abstract Lust auf mehr machte. Außerdem imponierte mir, dass die Süddeutsche Zeitung" das Buch für ins Schwarze getroffen" befand. Der Autor schrieb aber für die Süddeutsche Zeitung. Bereits als der Autor auf Seite 10 formulierte, dass er seine Frau bei der Erziehung ihrer drei Kinder berät, fragte ich mich, weshalb er diese nicht UNTERSTÜTZT und sich an der Erziehung SEINER Kinder BETEILIGT. Diese Frage wurde mir wenig später beantwortet, als sich der Autor weiterhin als ERZIEHUNGSBERATER bezeichnet, obwohl er von seinen eigenen Kindern spricht. Nebenbei bemerkt: immer in der dritten Person. Der Kindermund, welcher im Buch niedergeschrieben wird ist teilweise sehr amüsant. Täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der Autor wohl zu seinen eigenen Kindern keinerlei Beziehung hat, da er mit ihnen wenig aktiv Zeit verbringt, auch wenn er zu Hause ist. Ich gewann beim Lesen immer mehr den Eindruck, dass er vor seinen eigenen Kindern keinerlei Achtung hat. Ihr Kindermund dient lediglich dazu, zu amüsieren. Welche Hintergründe Kinder zu solchen Äußerungen veranlassen, bleibt völlig im Dunkeln. Gerade von einem Erziehungsberater kann erwartet werden, dass er die Äußerungen hinterfragt und vor allem seinen eigenen Kinder nicht als kleine Tyrannen" bezeichnet. Wir sollten nicht vergessen, welches Geschenk ein Kind für uns ist. Zu ihrem Verhalten tragen wir durch unsere ERZIEHUNG wesentlich bei. Von Erziehungsberatung ist in diesem Buch keine Spur. Dieses Buch richtet sich an Leser, die sich oberflächlich über Kinder lustig machen wollen, ohne über deren Sorgen und Nöte nachzudenken. Ich kann dieses Buch nicht weiterempfehlen. Wunderbar!!!! 5 von 5 PunktenDieses Buch ist ein "Must-have" für alle Eltern! Ich habe so herzlich gelacht und mich in so vielen Situationen wiedergefunden - einfach wunderbar! Unbedingt gleich mehrmals kaufen, behalten und an Eltern weiterschenken! keine schwere Kost, aber dennoch nicht zu verachten :-) 4 von 5 PunktenIn vielen Zeilen im Buch habe ich unsere Familie wiedergefunden. Woher konnte der Autor dies alles wissen? Hatte er bei uns einen Spion? Dieses Buch ist eigentlich nur ein Spiegel, der zeigt, wie chaotisch es in Familien mit mehreren Kindern zu geht. Und das Schöne dabei: trotz allem Stress muss man darüber schmunzeln. Eine schöne Bettlektüre. Witzige Wortgewalt 5 von 5 PunktenWenn Kinder dazu aufgefordert werden, wenigstens begehbare Schneisen in ihre Welt zu schlagen oder wenn das Verschwinden von roten glibberigen Schleimbällen zu existenziellen Grenzsituationen ausarten, dann erzählt Axel Hacke kleine Anekdoten aus seinem Leben mit seinen drei Kindern. Mit unglaublicher Gelassenheit und gleichzeitig beißender Ironie beschreibt der Autor kunstvoll den alltäglichen aber lebenswerten Wahnsinn, den man nur erleben kann, wenn man Kinder hat. Anfangs war ich etwas irritiert, denn ich erwartete ja ein neues Werk aus der langen Reihe der Elternratgeber. Was ich dann aber las, war bei Weitem besser als so mancher Ratgeber. Wer sich wirklich Rat holen will aus diesem Buch, muss schon sehr gut zwischen den Zeilen lesen, um zu verstehen. Denn die Empfehlung, die der Autor gibt, lautet: Gelassenheit, Gelassenheit, Gelassenheit! Und: Andere Eltern haben es auch nicht besser. Keine erhobenen Zeigefinger zieren die Seiten. Keine hilfreichen Persönlichkeitstests. Keine psychologischen Tricks. Oder doch? Ganz versteckt? Zwischen den Zeilen? Dieses Buch ist einfach genial und eine herrliche Geschenkidee für gestresste Eltern. |
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