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Solare Weltwirtschaft: Strategie für die ökologische Moderne von Hermann Scheer

Taschenbuch von Kunstmann
Preis bei Amazon: EUR 16,90, Angebote ab EUR 7,95

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3888973147, Erscheinungsdatum: 2005, Auflage: Aktualis. Neuausg.
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Jahre sind vergangen seit dem Klimagipfel von Rio, und die Ehrung von Hermann Scheer mit dem "Alternativen Nobelpreis 1999" ist ein guter Grund, sich all der Beschlüsse zu erinnern, die im wesentlichen wirkungslos geblieben sind. Auch in seinem neuen Buch plädiert Scheer für einen zunächst radikal anmutenden Wandel hin zu einer ökologisch geprägten Energiewirtschaft -- ein im Gegensatz zur Energiepolitik immerhin höchst konkreter Ansatz.
Scheer ist Vorstandsmitglied der SPD und weiß nur zu gut, daß effektive Werbung für seinen Weg zu einer solaren Weltwirtschaft den Kampf gegen Argumente zu führen hat, die sich aus den historisch gewachsenen Strukturen weltwirtschaftlicher Seilschaften ergeben. Eines der Stichwörter im Zusammenhang mit einer energiewirtschaftlichen Kehrtwende heißt Dezentralisierung -- ein Begriff, der zum aktuellen globalen Wettbewerb konträrer nicht sein könnte.
Während die Konzerne durch immer spektakulärere Fusionen zu "Global Players" werden, fordert eine ökologisch verträgliche Energieversorgung genau das Gegenteil. Scheer weiß genau, wovon er spricht und läßt man sich auf seine klugen Argumente ein, lösen sich die immer wiederholten Argumente von hohen Kosten, geringem Nutzen und schlechtem Wirkungsgrad flächendeckender Solarenergieversorgung in Luft auf, um in Gestalt einer dezentralen Versorgung ohne kostenintensive Aufbereitung und Infrastruktur aufzuerstehen. Beispiele aus dem Alltag beweisen dies. Solarbetriebene Uhren oder Telefonzellen sind kein technischer Schnickschnack. Es müßte vielmehr verwundern, mit welcher Hartnäckigkeit diesen Technologien der Durchbruch verweigert wird.
Die Auszeichnung von Hermann Scheer wird seine Ideen ein weiteres Mal in alle Welt tragen. Seine eigene Nähe zum Herzen der Macht in Berlin wird vielleicht zu eher gequälten Glückwunschbekundungen führen. Den Anforderungen an Weitsicht und Beherztheit sind angesichts der ständig wachsenden Wirtschaftsmonopole nur wenige Politiker gewachsen. Einer von ihnen sitzt zumindest im Vorstand der Regierungspartei. --J. Schüring
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5 Kundenrezensionen:

Sollte Pflichtlektuere an jeder Schule werden.
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch sollte Pflichtlektuere an jeder Schule werden. Denn eigentlich sollte man den Jugentlichen erklaeren, was sie in 30 Jahren erwartet.Es sind nicht die Details die das Buch so wichtig machen, sondern die Art wie es einen Einblick in die Zusammenhaenge zwischen den Dingen (Energie, Arbeit, Umwelt und unserem Leben) vermittelt. Sehr lesenswert.
Ein sehr zu empfehlendes Buch
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises 1999, erläutert in seinem neuen Buch eindringlich und anschaulich die Notwendigkeit und Machbarkeit, die Nutzung fossiler Ressourcen zur Energieerzeugung umfassend durch erneuerbare Quellen abzulösen. Er widerlegt darüber hinaus auch zwei alte und hartnäckige Vorurteile, die von den Energie-Versorgungsunternehmen (EVUs) immer noch in die öffentliche Diskussion eingebracht werden. Die ach so notwendige totale Globalisierung, ohne die angeblich nichts mehr geht und die nicht mehr aufzuhalten scheint, wird nur von den EVUs und multinationalen Ölgesellschaften zur Durchsetzung ihrer Interessen benötigt. Scheer weist auf die Gefahren der Globalisierung für die Demokratie aufgrund der wachsenden Macht der Großkonzerne hin, die aus Profitgier die natürlichen Lebensgrundlagen und damit die Existenz der Menschheit aufs Spiel setzen. Würden wir jedoch eine Umkehr im ökologischen Sinne betreiben, würde die Wirtschaft auf solaren Energieträgern und erneuerbaren Rohstoffen basieren, wäre die Globalisierung in mehrfacher Hinsicht unsinnig. Die Gewinner einer solchen Entwicklung wären lokale Märkte und die Menschen vor Ort. Das von den EVUs gebetsmühlenhaft vorgetragene "Argument", solare Energieversorgung sei zur Strom-Grundlastabdeckung ungeeignet, wird von Herman Scheer, der vor seiner Politiker-Laufbahn Mitarbeiter des Kernforschungszentrums Karlsruhe war, eindrucksvoll widerlegt. Seine Vorschläge und Denkansätze erläutert er nachvollziehbar anhand vieler Beispiele. Diese sind im Übrigen ohne - oft fruchtlose und mitunter gar hemmende - staatliche Vorschriften und Unterstützung realisierbar. Sie beziehen ihre Legitimation allein aus ihrer Wirtschaftlichkeit und sind ohne Verzicht und Verlust von Lebensqualität durchzuführen. Scheers Buch zeigt uns einen Weg in eine solare, humane und friedliche Zukunft. Der Versuch alleine lohnt sich!
Sehr gute Übersicht
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Hermann Scheer liefert eine sehr umfassende und gut verständliche Übersicht über die ideale und auch durchführbare Energieversorgung der nahen Zukunft.
Er zeigt auch deutlich auf, wie eng verwoben die Energiewirtschaft und die Landwirtschaft sind--eine Verbindung, die den meisten Menschen gar nicht bewußt ist. Sowohl die Landwirtschaft als auch die Energiewirtschaft bedürfen dringend einer ökologischen Erneuerung, um Arbeitsplätze zu schaffen und einem ökologischen Kollaps vorzubeugen. Die Qualität des Buchs liegt gerade darin, solche Verbindungen plastisch zu verdeutlichen, z.B. die Entwicklung des Landwirts zum Energielieferanten.
Was an seinen Ausführungen besticht, ist ein außergewöhnlich umfassendes Verständnis von den von der Allgemeinheit kaum wahrgenommenen Regeln der Energiewirtschaft, die heutzutage herrschen. Diese Regeln schockieren und zeigen deutlich, daß der Übergang zu einer solaren (und aufgrund der ökologischen Schwierigkeiten und der drohenden Ressourcenknappheit) auch notwendigen Energiewirtschaft ein schwieriger Prozeß werden wird.
Scheers sehr praktisch orientierte technologische Bestandsaufnahme der erneuerbaren Energien zeigt auch dem Einzelnen Wege auf, mit geringem Aufwand zu einer Energiewende beizutragen. Er überbrückt sehr geschickt politische Theorie und Praxis.
Was in dem Buch ein wenig zu kurz kommt, sind neue Erfindungen im Bereich der erneuerbaren Energien, die noch nicht zur Marktreife gelangt sind. In den Garagen und Kellern vieler Erfinder schlummern Technologien, die aufgrund mangelnder Förderung und mangelnder Akzeptanz von Genehmigungsbehörden selten aus den Startlöchern kommen, obwohl sie die erneuerbaren Technologien einen großen Schritt voranbringen könnten. Diese Erfindungen werden in dem Buch kaum erwähnt, obwohl deren mangelhafte Unterstützung die technologische Entwicklung der erneuerbaren Energien stark bremst.
Vom Weg in die solare Zukunft
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Die Prognosen sagen der globale Energiehunger steigt zwischen 1990 und 2010 auf 50%. Innerhalb solcher Rahmenbedingungen ist es völlig illusorisch an so etwas wie Klimaschutz auch nur zu denken. Der statistisch erfaßte Weltenergieverbrauch basiert zu 32 % auf Erdöl, zu 25% auf Kohle, zu 17% auf Erdgas, zu 5% auf Atombrennstoff und zu 14 % auf Biomasse. Das sei ein Spiel mit dem Feuer, meint Hermann Scheer. Es ginge darum in den nächsten Jahrzehnten die fossilen Energieträger voll-ständig abzulösen. Die Energie müsse aus Sonnenkollektoren, Wasserkraft, Biomasse und Windkraft gewonnen werden. Auf einen sinnvollen Mix komme es an. Scheer gelangt zu dem Schluß, die Nutzungsketten erneuerbarer Energien sind kürzer als im fossil-atomaren Bereich. Damit meint er, die materiell-technischen Aufwendungen in der Gesamtbilanz für die Energiebereitstellung sind bei den solaren Energien geringer. Der Weg von der Kohleförderung bis zum Strom aus der Steckdose und allen dabei vorausgesetzten industriellen Zulieferungen ist sehr viel länger und unökologischer als der Weg von der Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach bis zur Glühlampe im darunterliegenden Zimmer. Es ist also gegenüber der fossilen Energieproduktion nicht nur der unmittelbar wegfallende Kohlendioxidausstoß von Vorteil. Erneuerbare Energien haben zudem den Vorzug auf eine dezentrale Weise zum Einsatz zu kommen. Hermann Scheer spricht davon, die solaren Energiesysteme seien in aller Regel wirt-schaftlicher als die herkömmlichen, insbesondere wenn solare und fossile Energieketten nicht mehr in Konkurrenz zueinander stünden. Das ist sehr gut möglich, insbesondere wenn man einbezieht, daß die konventionellen Energiesysteme mit weltweit jährlich 300 Mrd. Dollar subventioniert werden. Dabei berücksichtigt diese Zahl der Ent-wicklungshilfeorganisation der UN viele versteckte Subventionen nicht einmal. Dennoch muß man auch nach dem derzeitigen Stand der Dinge fragen. Während sich die Solarthermie bei der Aufbereitung von Warmwasser bereits rechnet, ist man bei der Stromerzeugung mit Solarzellen noch nicht soweit. Mit Preisen ab 1,60 DM pro kWh ist die Photovoltaik unter den gegenwärtigen Wirtschaftsbedingungen nicht kon-kurrenzfähig. Um das zu ändern, müssen die hohen Produktionskosten abgebaut werden. Dies kann durch die Großserienfertigung, staatliche Subventionen und Forschungsgelder geschehen. Eine wirksame ökologische Steuerreform würde die veralteten Methoden zur Energieerzeugung deutlich verteuern und damit erneuerbare Energien verbilligen. Allein durch die Massenfertigung der Solarmodule könnte binnen weniger Jahre der Preis auf bis zu 0,23 DM pro kWh auch unter den deutschen Klimabedingungen gesenkt werden. Wenn man von einer vollständigen Umstellung der Energieproduktion auf solare Alternativen spricht, sollte man allerdings immer mitbedenken: Jede neue technische Generation, die eingeführt wird, treibt in der Bilanz die stoffliche Verbrauchsspirale des Industriesystems noch mal auf Hochtouren, also der weltzerstörerische Apparat läuft im Hintergrund weiter. Hier hakt Ernst Ullrich von Weizsäcker auch mit seiner Kritik an der Konzeption einer solaren Energiewende ein. Er gibt der Ressourcenproduktivität den Vorzug, also einer Dematerialisierung unserer Produktionsweise. Mit weniger Energie und Rohstoffen sollen alle Produkte hergestellt werden. Friedrich Schmidt-Bleek geht dabei sogar soweit, von einem Faktor 10 zu sprechen für die nächsten 50 Jahre, der erreicht werden müßte. Die Anforderungen schließen sich nicht gegenseitig aus, wenn man das Thema gesellschaftliche Selbstbegrenzung mit ins Spiel bringt. Davor fürchtet sich allerdings Scheer wie der Teufel das Weihwasser. Wir brauchen eine Reduktion der heutigen Stoffströme, die wir mit unser Produktions- und Lebensweise in Beschlag nehmen und eine solare Energiewende. Beide Strategien müssen miteinander verwoben werden. Allerdings sollten wir uns auf ein viel geringeres globales Wirtschaftvolumen einrichten, bei Berücksichtigung einer gerechten sozialen Weltinnenpolitik. Die ganze Konzeption der „ökologischen Moderne", die Hermann Scheer uns vorlegt, ist gegründet auf der Flucht vor der Frage gesellschaftlicher Selbstbegrenzung. Um nicht die eigene Position zu gefährden, weil man mit den Wohlstandsinteressen der Bevölkerungsmehrheiten in Konflikt kommen könnte, gibt er sich mit ökologischen Teilwahrheiten zufrieden. Zudem ist man auch so in diese scheinbare Reichtumsgesellschaft integriert, daß es unvorstellbar erscheint, diese könnte nur der besondere Spleen von drei, vier Generationen sein, die meinen sie wären das Maß aller Menschengeschlechter. Deutschland müßte flächenmäßig mindestens doppelt so groß sein, als es in Wirklichkeit ist, um all die Dinge anzubauen und zu produzieren, die in Deutschland konsumiert werden. So okkupiert es die Fläche und den Umweltraum anderer Länder. Das ist ein sehr parasitärer Zustand. Indirekt verzehrt das Viertel der Menschheit, daß sich von Fleisch ernährt, etwa 40 Prozent der Welternte an Getreide. Mexiko verfüttert z.B. knapp ein Drittel seines Getreides an das Vieh, z.B. für Hamburgerfleisch zum Verzehr in den USA, und mehr als ein Fünftel der eigenen Bevölkerung ist unterernährt. Wenn wir jetzt auf diese Situation draufsetzen, wie Hermann Scheer meint, wir wollen einen umfassenden Teil unserer Rohstoffbasis mit nachwachsenden Rohstoffen decken, dann fragt sich natürlich mit wieviel zusätzlichen Hungertoten dies zu bezahlen sein wird? Es ist nicht redlich bei der Betrachtung dieser Frage, die realen gesellschaftlichen Weltstrukturen außen vor zu lassen und mit dem Gesamtumfang an Biomasse, die sich anbauen ließe zu argumentieren. Ohnehin ist es kaum im Sinne des Schutzes der Artenvielfalt auch noch den letzten Quadratkilometer ursprünglicher Natur umzupflügen, die nächste Schneise in den Regenwald zu schlagen. Nichts desto trotz ist aber festzuhalten: Wir müssen eine sehr weitgehende Umstellung auf solare Rohstoffe von Hanf über Flachs u.a. hinbekommen. Z.B. kann künftig aus Brennesselfasern Kleidung hergestellt werden oder Farbstoffe wieder aus Pflanzen gewonnen werden usw. Ein große Palette an Möglichkeiten ist vorhanden und sie sollte genutzt werden. Aber wir können nicht die halbe Republik mit Raps und anderen nachwachsenden Rohstoffen zupflanzen inklusive der EU-stillgelegten Flächen, selbst wenn wir alle zu Vegetariern konvertieren würden. Bekanntlich ist mit hohem Fleischkonsum auch ein stark erhöhter Flächenverbrauch verbunden. Globale ökologische Stabilität ist nicht allein durch einen Wechsel der Energiesysteme und der Rohstoffbasis zu erreichen. Auch bei allen kritischen Anmerkungen zu dem Buch „Solare Weltwirtschaft" sei jedoch unbenommen: Das nach Michael Succow im Herbst vergangenen Jahres Hermann Scheer der Alternative Nobelpreis verliehen worden ist, kann nur begrüßt werden. Wie kaum ein anderer setzte sich Hermann Scheer in unermüdlicher Arbeit für die weltweite Förderung der Sonnenenergie ein. Konsequent entlarvte er die blockierenden Aktivitäten der Energiekonzerne und machte auf politische Hemmnisse aufmerksam.
Literaturempfehlungen: Das Solarbuch; DIETER SEIFRIED u.a./ Die Sonne schickt uns keine Rechnung; FRANZ ALT/ Wege zur ökologischen Zeitenwende; RUDOLF BAHRO u.a.
Zukunftsweisende Solarstromversorgung ohne Stromnetz
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
In diesem ausgezeichneten Buch hat mich besonders die Konzeption der Stromspeicher zu Hause oder in der Gemeinde beeindruckt, so daß wir vom Stromnetz unabhängig werden können! Das ist wirklich ein ganz neuartiges, erfolgversprechendes Konzept, wie wir uns auch nachts mit sauberer Energie versorgen können. Auch sonst ist das Buch sehr lesenswert!
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Produkt-Bild: Energieautonomie: Eine neue Politik für erneuerbare Energien

Energieautonomie: Eine neue Politik für erneuerbare Energien von Hermann Scheer

Gebundene Ausgabe von Kunstmann
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 7,94

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3888973902, Erscheinungsdatum: Mai 2005, Auflage: 6., Aufl.
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5 Kundenrezensionen:

Wunschvorstellungen ohne Realitätsbezug
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Das Buch beschreibt eine ideale Welt ohne Kohlekraftwerke, Kernkraftwerke, Erdgaskraftwerke . Die erneuerbaren Energien Wasser, Wind und Sonne sollen jetzt schon den Energiebedarf in Deutschland decken, bei Tag und Nacht. Zahlen fehlen weitgehend, so z.B. der gegenwärtige Anteil der erneuerbaren Quellen zur Stromversorgung mit ca.12%. Eine realistische und quantitative Abschätzung der zeitlichen Entwicklung der EE vermisse ich ebenso wie eine Diskussion des Übergangs in das Zeitalter ohne fossile Brenstoffe. Hingegen gibt es viel Polemik gegen die Unternehmen, die gegenwärtig den Energiebedarf zu 88% decken. Ein Buch über das Wunschdenken eines Gutmenschen.
Aufbruch in eine nachhaltige Energieversorgung
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
25 Jahre beschäftige ich mich schon mit dem Themenkomplex der erneuerbaren Energien. Dieses Buch bringt alle Fakten, die nötig sind, um die Problematiken der bisherigen Energieträger zu durchschauen und eine eingleisige Diskussion um CO2-Emissionen aufzubrechen, da die Schäden sich auch in anderen Bereichen wie z.B. verstärktem Wassermangel auswirken.
Darüberhinaus wird mit den Vorurteilen aufgeräumt, die einer flächendeckenden Nutzung von erneuerbaren Energien im Wege stehen und konstruktive Wege aufgezeigt, um bis zum Jahr 2050 komplett ohne fossile Brennstoffen auszukommem.
Leider unter den Erwartungen
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Leider hat das Buch nicht meine Erwartungen erfüllt. Es will Argumente liefern, die den Wechsel zu erneuerbaren Energien und einer dezentralen Energieversorgung untermauern. Leider verzettelt sich der Autor dabei in eine Abhandlung, wie der bisherige energiewirtschaftliche Komplex in unseren Köpfen fest verankert ist und alles tut, um diese Verankerung auch weiterhin real aufrecht zu erhalten. Dabei vergisst aber der Autor aber genau das was aus meiner Sicht schlagkräftige Argumente sind: Zahlen und Fakten. Ich hätte mir gewünscht, dass aktuelle Energiebereitstellung (national und international) aufgeführt werden, anhand derer verschiedene Studien bezüglich Plausibilität untersucht werden oder die unterschiedlichen direkten und indirekten Subventionsflüsse an die konventionelle Energieerzeuger aufgezeigt und -gerechnet werden. Insbesondere die Hauptargumente gegen Erneuerbare wie Subventionen, mangelnde Grundlastfähigkeit und Belastung der Netze werden nicht ausreichend sachlich widerlegt. Dieses Buch ist zu wenig Faktenorientiert und in seinem Aufbau zu unübersichtlich. Auch der sehr gute Gedankengang einer dezentralen Energieversorgung wird viel zu wenig ausgebaut und dargestellt.
Warnung vor dem "roll back"
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Dieses Buch ist für mich das dritte in einer Reihe gewesen, die ich aus Hermann Scheers Autorenschaft gelesen habe. Angefangen mit dem exzellenten "Solare Weltwirtschaft" und über das weniger ökologiezentrierte, aber politik- und gesellschaftskritische und gerade deshalb empfehlenswerte "Die Politiker" schafft "Energieautonomie" gleich mehrerlei: Es transferiert Überlegungen aus dem populären "Solare Weltwirtschaft" in die Gegenwart, und ohne allzuviel daraus zu wiederholen setzt es direkt daran an. Es stellt eine anspruchsvolle, interessante und gleichzeitig notwendige Strategie zur Durchsetzung erneuerbarer Energien vor. Und es präsentiert zahlreiche Gründe, warum ein Umstieg überfällig und vor allem machbar ist.
Sehr gefallen haben mir die Abschnitte, in denen gerade der Umweltbewegung auf die Finger geschaut wurde. Der Warnruf, dass das heutige Wachstum der erneuerbaren Energien keineswegs ein Selbstläufer werden wird ist ohne Zweifel berechtigt. Mächtige Gegenspieler stehen auf dem Plan, und unversehens könnte eine einzige, unglücklich verlaufende Bundestagswahl jahrelangen Fortschritt in diesem Bereich zunichte machen oder zumindest auf einem nicht zufrieden stellenden Niveau zementieren.
Vier Sterne gibt es von mir für die gute Recherche, den spannenden Ansatz, das Einführen des Konzepts der Energieautonomie (nicht zu verwechseln mit Energieautarkie!) und die Fortschreibung einer wichtigen inhaltlichen Buchreihe. Für den fünften Stern fehlt lediglich ein gewisses Quantum Etwas, das ich aber auch darauf schieben kann, dass ich durch die Lektüre der vorherigen Publikationen Hermann Scheers bereits vorbereitet und manches in anderen Worten so ähnlich schon einmal gehört habe. Nichtsdestotrotz ein empfehlens- und lesenswertes Buch!
Eine Aufbaukur für die regenerative Szene
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Nachdem Hermann Scheer, der unermüdliche Streiter für die überfällige Energiewende, in seinem Werk "Solare Weltwirtschaft" minutiös das Potenzial, die technisch-wirtschaftliche Machbarkeit und dazu gehörende Schlüsseltechnologien wie Stromspeicherung dargelegt hat, geht es im neuen Werk um die politischen und geistigen Hürden. Denn da die technischen Voraussetzungen gegeben sind, warum dauert es dann - angesichts all der bekannten und vielfach belegten Vorteile - immer noch so lange? Auch die Befürworter, so seine These, hätten nämlich die Denkweise und Argumentation des konventionellen Energieversorgungssystem mindestens teilweise verinnerlicht und ordnen sich ihr somit unbewusst unter. So etwa, wenn ein Architekt stolz von seinem neuartigen Bürogebäude "ohne Heizung" spricht, als ob die "solare Heizung" nicht vorhanden und nur eine Öl- oder Gasheizung eine "richtige" sei.
Ebenso wagten es zu wenige Befürworter, an die prinzipiell mögliche Vollversorgung mit Regenerativen zu glauben, dahinter zu stehen und dies offensiv zu vertreten, um nicht etwa als spinnerte Visionäre dazustehen.
Es geht inzwischen nicht mehr darum, Zahlen zum Potenzial usw. auf den Tisch zu legen - die Debatte muss weiterentwickelt werden und nach sonstigen Hindernissen fragen und für diese Lösung vorschlagen.
Hermann Scheer gelingt dies und er gibt so der Energieszene neuen Mut und die Hausaufgabe auf, sich bewusst zu werden, dass die Regenerativen der Konvention weit überlegen sind, und das eigene politische und energiewirtschaftliche Handeln auch daran auszurichten.
Bemerkenswert fand ich die historischen Herleitungen, etwa die Auseinandersetzung in 19. Jhdt. zwischen Edisons dezentraler und Westinghouse' zentraler Energieversorgung, mit deren Folgen wir uns heute noch herumschlagen. Die heutige Situation wird damit verständlicher.
Zudem ist das Buch durchaus flüssig und gut lesbar geschrieben.
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Produkt-Bild: Zukunftsmarkt Klimaschutz: Wie wir die Welt retten und dabei Geld verdienen können

Zukunftsmarkt Klimaschutz: Wie wir die Welt retten und dabei Geld verdienen können von Michael Müller, Hermann Scheer, Christian Weistroffer, Robert Haßler

Broschiert von Parthas
Preis bei Amazon: EUR 19,80, Angebote ab EUR 9,80

ISBN: 3866014295, Erscheinungsdatum: Oktober 2008
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Produkt-Bild: Die Politiker

Die Politiker von Hermann Scheer

Gebundene Ausgabe von Kunstmann
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 9,00

ISBN: 3888973430, Erscheinungsdatum: Oktober 2003, Auflage: 1
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Die Politiker ist ein ebenso persönliches wie engagiertes Plädoyer gegen das Idiotentum. Als "idiotes" nämlich galten in den Zeiten des Aristoteles all jene, die meinten, sich einzig um ihre Privatangelegenheiten kümmern zu können, während sie die Anliegen der Allgemeinheit getrost anderen überließen. "Als moralische Pflicht und höchster Wert für den Einzelnen galt, sich für die Polis einzusetzen." Von diesem Leitbild haben wir uns heute weit entfernt.
Wer über diejenigen, die sich im politischen Geschäft die Hände schmutzig machen, nur verächtlich den Kopf schüttelt, kann sich breiter Zustimmung sicher sein. Und umgekehrt macht sich jeder verdächtig, der sich selbst offen politisch engagiert. "Das Ansehen der Politiker ist ein Desaster", bringt Hermann Scheer das Dilemma auf den Punkt, das für das Gemeinwesen immer offenkundiger ein erhebliches Problem nach sich zieht: eine auf die Dauer insgesamt immer negativere Auswahl des politischen Personals. Hier tut sich in der Tat ein Teufelskreis auf, der uns irgendwann alle noch teuer zu stehen kommen wird.
Hermann Scheer ist selbst Politiker. Einer, dem es um das Allgemeinwohl bitter Ernst ist und der nicht nur mit hohem Einsatz für konkrete politische Inhalte streitet, sondern ebenso dafür, das Politische gegen den Zugriff organisierter Partikularinteressen zu verteidigen. Dazu bedarf die Politik einer Frischzellenkur. Denn in der Tat: "Larmoyanz und Frustration helfen niemandem weiter." Eine sehr aufschlussreiche und auch Mut machende Lektüre für alle, die zu Recht daran zweifeln, dass wir es uns leisten können, die Politik denen zu überlassen, über die wir uns doch fortwährend mokieren. --Andreas Vierecke
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Produkt-Bild: Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur

Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur von Carl Amery, Hermann Scheer, Christiane Grefe

Taschenbuch von Kunstmann
Preis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 0,99

4,5 von 5 Punkten
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3888972663, Erscheinungsdatum: März 2001
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Im Buch Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur moderiert die Journalistin Christiane Grefe eine Diskussion zwischen dem Schriftsteller Carl Amery und dem Bundestagsabgeordneten und Träger des alternativen Nobelpreises Hermann Scheer. Es werden dabei Möglichkeiten der Gesellschaft erörtert, die zu einem rechtzeitigen Wechsel der Energieversorgung hin zu einer ausschließlich solaren und damit umweltverträglichen Struktur führen können.
Technische Details spielen in dieser Betrachtung eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es in der regen Diskussion mehr um politisch-kulturelle Ansätze. Ein weiterer Schwerpunkt der Debatte ist die Suche nach den Gründen, die zur Blockade der jetzigen Gesellschaft führte, die schon länger vorhandenen Möglichkeiten auf dem Weg hin zur solaren Gesellschaft umzusetzen. Dabei werden hier sehr interessante Sichtweisen herausgearbeitet, so beispielsweise kulturelle Stigmatisierungen kostenloser und einfach zugänglicher Energiequellen wie die der Solarenergie.
Auch nur indirekt mit dem Kernthema verwandte interessante Sachverhalte werden erörtert. So behandeln Amery und Scheer Themen wie zum Beispiel das Versagen bzw. Abflachen einer grünen politischen Bewegung, Probleme resultierend aus fragmentierten Verantwortungsstrukturen oder Schwierigkeiten innerhalb harmoniesüchtiger politischer Systeme. Interessante Informationen wie Ergebnisse der Shell-Studie oder Aussagen zu steuerfreien Rückstellungen von Atombetreibern liefert das moderierte Gespräch ganz nebenbei. Insgesamt halte ich die Ausführungen für durchaus lesens- und empfehlenswert für jeden, der sich mit einer gewissen Ernsthaftigkeit mit der Überlebensfrage Nummer eins, der Entwicklung einer solaren Gesellschaft, auseinandersetzt. --Dr. Frank Zehren
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5 Kundenrezensionen:

Schlecht zu lesen
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Das die Gedanken von den Herren Amery und Scheer mehr als nur vernünftig sind brauche ich nicht zu erläutern. Ich muss aber leider kritisieren, dass das Buch schwer zu lesen ist, da es so geschrieben ist, als sei es ein Interview. Das macht es schwer den Überblick zu behalten. Trotzdem sollte jeder, der sich mit diesem Thema auseinander setzt, diese Buch gelesen haben.
Innovative Anregungen für einen Wandel der Energieversorgung
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Staatliche Förderungen wie das 100.000-Dächerprogramm und das Erneuerbare Energien-Gesetz haben Sonne, Wind und Co ein Rekordjahr beschert. Die Euphorie in der Branche kann jedoch nicht verdecken, dass das Handeln noch immer hinter den Notwendigkeiten zurückbleibt. Die Bundesrepublik bezieht weiter mehr als 90 Prozent ihrer Energie aus fossilen und atomaren Quellen, global nimmt der Energieverbrauch stärker als die Nutzung erneuerbarer Energien zu. In dieser Situation haben der Schriftsteller Carl Amery und der SPD-Bundestagsabgeordnete und Eurosolar-Präsident Hermann Scheer im Gespräch mit der Zeit-Redakteurin Christiane Grefe nicht ein neuerliches Buch vorgelegt, das die ökologische Notwendigkeit und technische Machbarkeit eines Umschwenkens betont. Die Autoren fragen nach den kulturellen Barrieren eines energiepolitischen Strukturwandels. Herausgekommen ist eine Restriktionsanalyse mit viel Tiefgang, die für alle am Thema Interessierten zur Pflichtlektüre werden sollte. Das Buch zeichnet aus, dass es nicht nur die Interessen der herkömmlichen Energiewirtschaft als Hemmnis herausarbeitet. In einer inzwischen gut informierten und ökologisch sensibilisierten Öffentlichkeit klafft eine Lücke zwischen deren Wissen und ihrem praktischen Handeln. Mit der Zeit tritt ein Gewöhnungseffekt in bezug auf schlechte Nachrichten, etwa den Schäden durch die Verbrennung von Erdöl, Erdgas und Kohle ein, und Selbstbeschwichtigungen münden in einem „naiven Verständnis von Gottvertrauen, man könne sich schon darauf verlassen, dass die Erde irgendwie weitertickt" (Amery). Dies geht einher mit einem weitverbreiteten Technikoptimismus, für jedes Problem werde sich eine technische Lösung finden. Die Gleichgültigkeit führt Hermann Scheer auch auf einen historischen Entfremdungsprozess zurück: kam Energie früher aus der Umgebung der Menschen, wird sie heute aus der Ferne bezogen. Dadurch sind die selbstverursachten Schäden nicht mehr unmittelbar erlebbar. Außerdem sei die Sonne als seriöse Energiequelle stigmatisiert: was nichts kostet, ist nichts wert, und Assoziationen sind eher Urlaub und gute Laune als eine umweltfreundliche Form der Energiegewinnung. In ihrer Kritik lassen die Autoren keinen gesellschaftlichen Bereich aus: in der Politik werde das Feld Energie noch immer als abtrennbares Spezialgebiet statt als Querschnittsthema betrachtet. Auch die rot-grüne Bundesregierung bekommt ihr Fett ab: sie agiere „zu fragmentarisch, widersprüchlich und insgesamt zu defensiv", beklagt Scheer, und nennt unter anderem die Forschungsmittelverteilung und die Aufkommensverwendung der Ökosteuer als Negativ-Beispiele. Von der Wissenschaftsgemeinde knüpfen sich Scheer und Amery vor allem Physiker und Ökonomen vor. Alternativen würden hier nicht zuletzt aus psychologischen Gründen verleugnet, weil sie auch als Entwertung der Lebensleistung ihrer Wissenschaftlergeneration wahrgenommen werden. Die Kultur vieler Ingenieure sei auf Gigantomie und das Sprengen von Grenzen angelegt und stehe damit im Kontrast zu angepassten und dezentralen Technologien. Architekten, die ein Hauptakteur für die Umsetzung solarer Alternativen sein könnten, stellten vorwiegend kurz- statt längerfristige Kalkulationen auf und konservierten damit das etablierte Energiesystem. Auch an der Umweltbewegung kritteln die beiden Gesprächspartner herum: hier werde das Ziel, Energie vollständig aus erneuerbaren Energien zu beziehen, vielfach als utopisch abgetan und beispielsweise auch auf das vergleichsweise umweltfreundliche Gas gesetzt, anstatt klare Prioritäten zu setzen und 100 Prozent als anspornende Vision zu betrachten. Sorge bereitet Scheer und Amery das schlechte Ansehen der Landwirtschaft „als kulturell ganz unten stehenden Stufe". Würden aber, so Scheer, in der Nahrungs-, Energie- und Rohstoffwirtschaft in regionalen Strukturen erst mal neue Arbeitsplätze geschaffen, könnte ein Imagetransfer stattfinden, da immer jene Bereiche positiv bewertet werden, in der neue Jobs entstehen. Uneinigkeit besteht zwischen Scheer und Amery nur in einer Frage: Während der ehemalige Präsident des Schriftstellerverbandes Askese als eine Voraussetzung für die Realisierung einer solaren Alternativen hält, spricht der Sozialdemokrat allein von einem Substitutionsprozess. Bleibt nach der Lektüre die Frage nach den Erfolgsbedingungen für den Übergang ins Solarzeitalter. Eine personalisiert Hermann Scheer fraglos selbst: als ins politisch-parlamentarische System eingebauter Lobbyist hat er politische Interventionen wie das 100.000-Dächerprogramm persönlich durchsetzen können. Entgegen der Analyse von Scheer und Amery ist auch das kulturelle Umfeld nicht abgeneigt: keine Technologie genießt in der Bevölkerung eine so hohe Zustimmung wie die Solarenergie. Pioniere haben zur Nachahmung angeregt und den Handlungsdruck auf das politische System verstärkt. Umweltverbände müssen nicht nur wogegen, sondern auch wofür sie sind sagen. Die Auseinandersetzung um die offshore-Windkraftnutzung ist eine Nagelprobe für die energiepolitische Glaubwürdigkeit der Organisationen. Konsenskultur und Konfliktunfähigkeit sowie das Schielen auf so genante win-win-Konstellationen zu beklagen, wie Hermann Scheer dies tut, ist analytisch fragwürdig, weil sich just der ökonomisch-ökologische Doppelnutzen erneuerbarer Energien bisher als deren Antriebsmotor erwiesen hat. Ein Beispiel dafür ist die von Bundesregierung und Ländern finanzierte Kampagne „Solar-na klar", der sich neben den einschlägigen Fachverbänden unter anderem der Bund Deutscher Architekten und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima angeschlossen haben. Auch deshalb konnte mit 70.000 verkauften Solarthermie-Anlagen im zurückliegenden Jahr ein im europäische Vergleich beispielloser Zuwachs erreicht werden. Auch das mit Aktien von Solar-Firmen inzwischen eine überdurchschnittliche Rendite erzielt werden kann, dürfte die weitere Entwicklung vorantreiben. Anstatt den Zeitgeist zu beklagen, kann Politik solchen Erfolgskonstellationen den Weg ebnen, indem sie gezielte Anreize setzt und damit Interessen und Akteurskonstellationen bewusst verändert.
Essentiell
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Absolut lesenswert. Das Buch hat mich wieder auf die Spur gebracht. Hier geht es um >die< Frage für die Zukunft. Eine Absage an die Konsensgesellschaft (Rot/Gruen...), die letzlich die Wende zur Solargesellschaft verhindert. Denkanstoesse galore.
Inspirierende Lektüre
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Kurz gesagt: Dieses Buch ist einfach inspirierend. Denn das Gespräch zwischen Carl Amery und Hermann Scheer räumt auf mit den Blockaden, die unser Denken tagtäglich behindern. Scheer und Amery gehen nicht nur auf die gegenwärtige Krise ein (und wie ignorant wir uns gegenüber den großen Herausforderungen benehmen), sondern zeigen auch Wege in die solare Zukunft auf. Dass die Vision einer "solaren Kultur" keine Spinnerei ist, wird in diesem Gespräch deutlich. Zu den Energien der Zukunft gibt es bereits eine Menge Literatur - gerade das Buch "Sonnenstrategie" von Hermann Scheer zählt zu den Standardwerken. Der Verdienst von "Klimawechsel" ist es jedoch, dass vor allem die mentalen Barrieren analysiert werden, die dem Wandel in Gesellschaft und Politik entgegenstehen. Für jeden, der nach Alternativen zum politischen Klein-Klein sucht, für den ist dieses Büchlein eine wahre Fundgrube voller guter Ideen.
Ökologisches Umhandeln
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das neue Buch finde ich sehr gelungen. Die Berührungspunkte und auch die divergierenden Ansichten von Carl Amery und Hermann Scheer machen es zu einer lohnenden Lektüre. Mein Eindruck war jedoch, daß Carl Amery seine Argumente in Bezug auf seine grundsätzliche Zivilisationskritik zu sehr zurückgenommen hat. In seinem Buch "Die Botschaft des Jahrtausends" ist das stärker präsent. Vielleicht liegt es auch daran, daß er zusehr auf der theoretischen Ebene verbleibt und dann die Argumente fehlen, wenn man dichter an den gesellschaftlichen Reformprozeß herangeht. Vielleicht ist dieser inhaltliche Punkt in unserem Band "Wege zur ökologischen Zeitenwende" (Franz Alt, Rudolf Bahro, Marko Ferst) besser herausgearbeitet. Nichts für ungut, die Front des umweltpolitischen Langsamgangs muß gemeinsam aufgebrochen werden. Schöne Grüße aus Randberlin. (Auf meiner Homepage sind etliche Texte zur Ökodiskussion -- umweltdebatte.de)
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Produkt-Bild: Atlas der Globalisierung

Atlas der Globalisierung

Gebundene Ausgabe von TAZ Verlags-& Vertriebsg.
Preis bei Amazon: EUR 12,00, Angebote ab EUR 4,98

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3980691764, Erscheinungsdatum: März 2003, Auflage: 4., Aufl.
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5 Kundenrezensionen:

Mit kommunistischen Ideologien verseucht
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Kein Wunder das Greenpeace und so linksradikale Organisation das Buch so toll finden. Man muss kein Superliberaler oder Neokonserativer sein um zu behauptetn dass das nur linksradikale Propaganda ist. Wenn ich schon sowas lese wie "Die reichen Länder wollen den Eindruck erwecken sie würden sich um die Probleme Afrikas kümmern" oder wenn da was von kapitalistischen Lügen steht würde ich das Buch am liebsten aus dem Fenster werfen.
Sachlich, informativ, breites Spektrum- Auch als Einführung in Weltpolitik geeignet
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das Heft beinhaltet vielerlei Artikel, wobei immer großen Wert auf den gesamtgesellschaftlichen Kontext gelegt wird.
Die Menschen stehen im Vordergrund (wie man es von TAZ und Monde Diplomatique gewohnt ist). Zu jedem Thema (z.B. China) gibt es mehrere Artikel (Aufstieg, subjektive Sicht auf die Welt, Umwelt ect.), dem je eine Doppelseite gewidmet ist. Diese enthält viele Illustrationen (meist Landkarten, deshalb Atlas), die meist weltpolitische Aspekte verdeutlichen.
Meiner Meinung nach ist das Produkt einwandfrei und umfassend. Es lässt den Leser oft selbst Schlüsse ziehen und zeigt ausgezeichnet kulturell unterschiedliche Auffassungen der Realität und das globale Spiel der Supermächte auf.
Empfehlenswert für jeden, der sich mit Weltpolitik auseinandersetzen möchte.
Unverzichtbar für konstruktive Globalismuskritik
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Mehr noch als die erste Ausgabe, die schon revolutionär war und haptisch wertiger als die rote Broschurausgabe, gibt dieses Werk einen kompakten und zugleich prall mit Informationen gefüllten Überblick über nahezu alle Aspekte der Globalisierungsdynamik. Sowohl für Leser als auch für Lehrende oder Aktivisten unverzichtbar, noch dazu, wo die Karten auf der CD als Einzeldateien verwendet werden können. Dieses Buch hatte längst eine alternativen Literaturnobelpreis verdient! Kaufen!!!
Faktisch aufgebaut
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Viel private Meinung gibt der nun grün angestrichene ehemalige schwarze Politiker da zu geduldigem Papier. Sicher ist der ausverkauf der Ressourcen, wie z.b. der Regenwald und ähnliches an dem akuten Klimawandel schuld. Vielleicht hätte er ja erwähnen sollen das unter seiner Regierungszeit als Umweltminister der Import von Tropenholz in keinster Weise begrentzt wurde, sich aber zu der Zeit seine amerikanischen Kollegen bereits Gedanken zu Verwendung einheimischer Hölzer machten. Während das in Deutschland bis heute nicht passiert ist.
Seine Ansichten zum Aufstieg Asiens sind sehr trendig, doch nicht alles muß ja auch so weitergehen wie es einmal begonnen hat.
Im Vergleich mit anderen Werken von Politpamphleten wie z.b. die selbstmitleidsmemoirenhaften Büchern von Joschka Fischer sicher kein Highlight da dieser wenigstens phantastisch schreiben kann.
Trotz alledem faktisch und informativ aufgebaut.
Gut recherchierte und konzipierte, informative und kritische Darstellung, leider manchmal zu einseitig
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Dieser Atlas der Globalisierung ist in vielerlei Hinsicht eine der besten Darstellungen zur Globalisierung, die in letzter Zeit erschienen sind. In verschiedenen Kapiteln werden von renommierten Wissenschaftlern und Journalisten wichtige Fragen und Themen der Weltpolitik im Kontext der Globalisierung erläutert und bewertet, angefangen von Fragen des Umweltschutzes und des Klimawandels über geopolitische und wirtschaftliche Entwicklungen bis hin zu kulturellen Aspekten etwa im Zusammenhang der weltweiten Migration. Die Beiträge sind kurz und übersichtlich, aber faktenreich, und werden durch anschauliche grafische Abbildungen (Karten, Diagramme, Statistiken, etc.) veranschaulicht und durch Listen mit weiterführenden Weblinks ergänzt.

Wirklich beeindruckend ist, wie viele dieser Beiträge einem regelrecht die Augen öffnen für dringende Probleme und mögliche gefährliche Fehlentwicklungen. Wichtige Themen, die in den Massenmedien zu kurz kommen oder gänzlich totgeschwiegen werden, werden hier ausführlich und kenntnisreich ausgebreitet, sei es zur Problematik von Patenten auf Erbgut, zur Vereinnahmung der globalen Massenmedien durch große Firmenkartelle oder zur Unternehmenspoltik von Konzernen wie Walmart. Dass die meisten Autoren der Linken zuneigen, stört nicht, da die Darstellungen sich zwar äußerst kritisch mit vielen Entwicklungen auseinandersetzen, trotzdem aber zum ganz überwiegenden Teil sachlich und kenntnisreich geschrieben sind.

Damit komme ich auch zu den wenigen ärgerlichen Ausnahmen, die den Gesamteindruck leider etwas vermiesen und für die ich einen Stern abgezogen habe. So sind einige der Artikel zu kulturellen und geopolitischen Aspekten der Globalisierung leider sehr einseitig gehalten. Dass einer der Autoren zu der Meinung kam, der Bürgerkrieg im Sudan sei ein Konflikt, in den nicht von außen eingegriffen werden könne, kann nur Kopfschütteln auslösen. Würde es der Autor vielleicht vorziehen, einem Genozid von außen tatenlos zuzuschauen und die eigenen Hände in Unschuld zu waschen? Wirklich ärgerlich ist außerdem der Artikel über die Religionen Südostasiens, in dem der Verfasser nach Kräften versucht, die Bedrohung durch Islamisten zu relativieren und die südostasiatischen Muslime in ihrer selbst konstruierten Opferrolle zu bestärken. Dass dabei die Massenmorde und Massaker an Hunderttausenden nicht-muslimischen Timoresen, Papuas und Chinesen durch muslimische Indonesier mit keinem Wort erwähnt werden, stößt wirklich übel auf. Schließlich hält Indonesien seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen traurigen Rekord im Ausrotten religiöser und ethnischer Minderheiten.

Ein weiterer Kritikpunkt an diesem Atlas der Globalisierung ist, dass in den Listen mit Weblinks neben vielen nützlichen und informativen Adressen auch immer wieder Wikipedia-Artikel zur Einführung ins Thema empfohlen werden. Wer auf diese schwachsinnige Idee gekommen ist, hätte wirklich einen Comedy-Preis verdient. Über die vielen Unzulänglichkeiten der Wikipedia will ich mich hier lieber nicht weiter auslassen.

Insgesamt ist dieser Atlas der Globalisiereung aber ein äußerst lesenswertes Buch, dass den Preis von 12 Euro auf jeden Fall wert ist und dem Leser viele neue Perspketiven eröffnen kann!
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Solare Weltwirtschaft

Solare Weltwirtschaft von Hermann Scheer

Gebundene Ausgabe von Kunstmann
Preis bei Amazon: EUR 16,90, Angebote ab EUR 1,80

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3888972280, Erscheinungsdatum: 2000
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Jahre sind vergangen seit dem Klimagipfel von Rio, und die Ehrung von Hermann Scheer mit dem "Alternativen Nobelpreis 1999" ist ein guter Grund, sich all der Beschlüsse zu erinnern, die im wesentlichen wirkungslos geblieben sind. Auch in seinem neuen Buch plädiert Scheer für einen zunächst radikal anmutenden Wandel hin zu einer ökologisch geprägten Energiewirtschaft -- ein im Gegensatz zur Energiepolitik immerhin höchst konkreter Ansatz.
Scheer ist Vorstandsmitglied der SPD und weiß nur zu gut, daß effektive Werbung für seinen Weg zu einer solaren Weltwirtschaft den Kampf gegen Argumente zu führen hat, die sich aus den historisch gewachsenen Strukturen weltwirtschaftlicher Seilschaften ergeben. Eines der Stichwörter im Zusammenhang mit einer energiewirtschaftlichen Kehrtwende heißt Dezentralisierung -- ein Begriff, der zum aktuellen globalen Wettbewerb konträrer nicht sein könnte.
Während die Konzerne durch immer spektakulärere Fusionen zu "Global Players" werden, fordert eine ökologisch verträgliche Energieversorgung genau das Gegenteil. Scheer weiß genau, wovon er spricht und läßt man sich auf seine klugen Argumente ein, lösen sich die immer wiederholten Argumente von hohen Kosten, geringem Nutzen und schlechtem Wirkungsgrad flächendeckender Solarenergieversorgung in Luft auf, um in Gestalt einer dezentralen Versorgung ohne kostenintensive Aufbereitung und Infrastruktur aufzuerstehen. Beispiele aus dem Alltag beweisen dies. Solarbetriebene Uhren oder Telefonzellen sind kein technischer Schnickschnack. Es müßte vielmehr verwundern, mit welcher Hartnäckigkeit diesen Technologien der Durchbruch verweigert wird.
Die Auszeichnung von Hermann Scheer wird seine Ideen ein weiteres Mal in alle Welt tragen. Seine eigene Nähe zum Herzen der Macht in Berlin wird vielleicht zu eher gequälten Glückwunschbekundungen führen. Den Anforderungen an Weitsicht und Beherztheit sind angesichts der ständig wachsenden Wirtschaftsmonopole nur wenige Politiker gewachsen. Einer von ihnen sitzt zumindest im Vorstand der Regierungspartei. --J. Schüring
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5 Kundenrezensionen:

Sollte Pflichtlektuere an jeder Schule werden.
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch sollte Pflichtlektuere an jeder Schule werden. Denn eigentlich sollte man den Jugentlichen erklaeren, was sie in 30 Jahren erwartet.Es sind nicht die Details die das Buch so wichtig machen, sondern die Art wie es einen Einblick in die Zusammenhaenge zwischen den Dingen (Energie, Arbeit, Umwelt und unserem Leben) vermittelt. Sehr lesenswert.
Ein sehr zu empfehlendes Buch
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises 1999, erläutert in seinem neuen Buch eindringlich und anschaulich die Notwendigkeit und Machbarkeit, die Nutzung fossiler Ressourcen zur Energieerzeugung umfassend durch erneuerbare Quellen abzulösen. Er widerlegt darüber hinaus auch zwei alte und hartnäckige Vorurteile, die von den Energie-Versorgungsunternehmen (EVUs) immer noch in die öffentliche Diskussion eingebracht werden. Die ach so notwendige totale Globalisierung, ohne die angeblich nichts mehr geht und die nicht mehr aufzuhalten scheint, wird nur von den EVUs und multinationalen Ölgesellschaften zur Durchsetzung ihrer Interessen benötigt. Scheer weist auf die Gefahren der Globalisierung für die Demokratie aufgrund der wachsenden Macht der Großkonzerne hin, die aus Profitgier die natürlichen Lebensgrundlagen und damit die Existenz der Menschheit aufs Spiel setzen. Würden wir jedoch eine Umkehr im ökologischen Sinne betreiben, würde die Wirtschaft auf solaren Energieträgern und erneuerbaren Rohstoffen basieren, wäre die Globalisierung in mehrfacher Hinsicht unsinnig. Die Gewinner einer solchen Entwicklung wären lokale Märkte und die Menschen vor Ort. Das von den EVUs gebetsmühlenhaft vorgetragene "Argument", solare Energieversorgung sei zur Strom-Grundlastabdeckung ungeeignet, wird von Herman Scheer, der vor seiner Politiker-Laufbahn Mitarbeiter des Kernforschungszentrums Karlsruhe war, eindrucksvoll widerlegt. Seine Vorschläge und Denkansätze erläutert er nachvollziehbar anhand vieler Beispiele. Diese sind im Übrigen ohne - oft fruchtlose und mitunter gar hemmende - staatliche Vorschriften und Unterstützung realisierbar. Sie beziehen ihre Legitimation allein aus ihrer Wirtschaftlichkeit und sind ohne Verzicht und Verlust von Lebensqualität durchzuführen. Scheers Buch zeigt uns einen Weg in eine solare, humane und friedliche Zukunft. Der Versuch alleine lohnt sich!
Sehr gute Übersicht
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Hermann Scheer liefert eine sehr umfassende und gut verständliche Übersicht über die ideale und auch durchführbare Energieversorgung der nahen Zukunft.
Er zeigt auch deutlich auf, wie eng verwoben die Energiewirtschaft und die Landwirtschaft sind--eine Verbindung, die den meisten Menschen gar nicht bewußt ist. Sowohl die Landwirtschaft als auch die Energiewirtschaft bedürfen dringend einer ökologischen Erneuerung, um Arbeitsplätze zu schaffen und einem ökologischen Kollaps vorzubeugen. Die Qualität des Buchs liegt gerade darin, solche Verbindungen plastisch zu verdeutlichen, z.B. die Entwicklung des Landwirts zum Energielieferanten.
Was an seinen Ausführungen besticht, ist ein außergewöhnlich umfassendes Verständnis von den von der Allgemeinheit kaum wahrgenommenen Regeln der Energiewirtschaft, die heutzutage herrschen. Diese Regeln schockieren und zeigen deutlich, daß der Übergang zu einer solaren (und aufgrund der ökologischen Schwierigkeiten und der drohenden Ressourcenknappheit) auch notwendigen Energiewirtschaft ein schwieriger Prozeß werden wird.
Scheers sehr praktisch orientierte technologische Bestandsaufnahme der erneuerbaren Energien zeigt auch dem Einzelnen Wege auf, mit geringem Aufwand zu einer Energiewende beizutragen. Er überbrückt sehr geschickt politische Theorie und Praxis.
Was in dem Buch ein wenig zu kurz kommt, sind neue Erfindungen im Bereich der erneuerbaren Energien, die noch nicht zur Marktreife gelangt sind. In den Garagen und Kellern vieler Erfinder schlummern Technologien, die aufgrund mangelnder Förderung und mangelnder Akzeptanz von Genehmigungsbehörden selten aus den Startlöchern kommen, obwohl sie die erneuerbaren Technologien einen großen Schritt voranbringen könnten. Diese Erfindungen werden in dem Buch kaum erwähnt, obwohl deren mangelhafte Unterstützung die technologische Entwicklung der erneuerbaren Energien stark bremst.
Vom Weg in die solare Zukunft
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Die Prognosen sagen der globale Energiehunger steigt zwischen 1990 und 2010 auf 50%. Innerhalb solcher Rahmenbedingungen ist es völlig illusorisch an so etwas wie Klimaschutz auch nur zu denken. Der statistisch erfaßte Weltenergieverbrauch basiert zu 32 % auf Erdöl, zu 25% auf Kohle, zu 17% auf Erdgas, zu 5% auf Atombrennstoff und zu 14 % auf Biomasse. Das sei ein Spiel mit dem Feuer, meint Hermann Scheer. Es ginge darum in den nächsten Jahrzehnten die fossilen Energieträger voll-ständig abzulösen. Die Energie müsse aus Sonnenkollektoren, Wasserkraft, Biomasse und Windkraft gewonnen werden. Auf einen sinnvollen Mix komme es an. Scheer gelangt zu dem Schluß, die Nutzungsketten erneuerbarer Energien sind kürzer als im fossil-atomaren Bereich. Damit meint er, die materiell-technischen Aufwendungen in der Gesamtbilanz für die Energiebereitstellung sind bei den solaren Energien geringer. Der Weg von der Kohleförderung bis zum Strom aus der Steckdose und allen dabei vorausgesetzten industriellen Zulieferungen ist sehr viel länger und unökologischer als der Weg von der Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach bis zur Glühlampe im darunterliegenden Zimmer. Es ist also gegenüber der fossilen Energieproduktion nicht nur der unmittelbar wegfallende Kohlendioxidausstoß von Vorteil. Erneuerbare Energien haben zudem den Vorzug auf eine dezentrale Weise zum Einsatz zu kommen. Hermann Scheer spricht davon, die solaren Energiesysteme seien in aller Regel wirt-schaftlicher als die herkömmlichen, insbesondere wenn solare und fossile Energieketten nicht mehr in Konkurrenz zueinander stünden. Das ist sehr gut möglich, insbesondere wenn man einbezieht, daß die konventionellen Energiesysteme mit weltweit jährlich 300 Mrd. Dollar subventioniert werden. Dabei berücksichtigt diese Zahl der Ent-wicklungshilfeorganisation der UN viele versteckte Subventionen nicht einmal. Dennoch muß man auch nach dem derzeitigen Stand der Dinge fragen. Während sich die Solarthermie bei der Aufbereitung von Warmwasser bereits rechnet, ist man bei der Stromerzeugung mit Solarzellen noch nicht soweit. Mit Preisen ab 1,60 DM pro kWh ist die Photovoltaik unter den gegenwärtigen Wirtschaftsbedingungen nicht kon-kurrenzfähig. Um das zu ändern, müssen die hohen Produktionskosten abgebaut werden. Dies kann durch die Großserienfertigung, staatliche Subventionen und Forschungsgelder geschehen. Eine wirksame ökologische Steuerreform würde die veralteten Methoden zur Energieerzeugung deutlich verteuern und damit erneuerbare Energien verbilligen. Allein durch die Massenfertigung der Solarmodule könnte binnen weniger Jahre der Preis auf bis zu 0,23 DM pro kWh auch unter den deutschen Klimabedingungen gesenkt werden. Wenn man von einer vollständigen Umstellung der Energieproduktion auf solare Alternativen spricht, sollte man allerdings immer mitbedenken: Jede neue technische Generation, die eingeführt wird, treibt in der Bilanz die stoffliche Verbrauchsspirale des Industriesystems noch mal auf Hochtouren, also der weltzerstörerische Apparat läuft im Hintergrund weiter. Hier hakt Ernst Ullrich von Weizsäcker auch mit seiner Kritik an der Konzeption einer solaren Energiewende ein. Er gibt der Ressourcenproduktivität den Vorzug, also einer Dematerialisierung unserer Produktionsweise. Mit weniger Energie und Rohstoffen sollen alle Produkte hergestellt werden. Friedrich Schmidt-Bleek geht dabei sogar soweit, von einem Faktor 10 zu sprechen für die nächsten 50 Jahre, der erreicht werden müßte. Die Anforderungen schließen sich nicht gegenseitig aus, wenn man das Thema gesellschaftliche Selbstbegrenzung mit ins Spiel bringt. Davor fürchtet sich allerdings Scheer wie der Teufel das Weihwasser. Wir brauchen eine Reduktion der heutigen Stoffströme, die wir mit unser Produktions- und Lebensweise in Beschlag nehmen und eine solare Energiewende. Beide Strategien müssen miteinander verwoben werden. Allerdings sollten wir uns auf ein viel geringeres globales Wirtschaftvolumen einrichten, bei Berücksichtigung einer gerechten sozialen Weltinnenpolitik. Die ganze Konzeption der „ökologischen Moderne", die Hermann Scheer uns vorlegt, ist gegründet auf der Flucht vor der Frage gesellschaftlicher Selbstbegrenzung. Um nicht die eigene Position zu gefährden, weil man mit den Wohlstandsinteressen der Bevölkerungsmehrheiten in Konflikt kommen könnte, gibt er sich mit ökologischen Teilwahrheiten zufrieden. Zudem ist man auch so in diese scheinbare Reichtumsgesellschaft integriert, daß es unvorstellbar erscheint, diese könnte nur der besondere Spleen von drei, vier Generationen sein, die meinen sie wären das Maß aller Menschengeschlechter. Deutschland müßte flächenmäßig mindestens doppelt so groß sein, als es in Wirklichkeit ist, um all die Dinge anzubauen und zu produzieren, die in Deutschland konsumiert werden. So okkupiert es die Fläche und den Umweltraum anderer Länder. Das ist ein sehr parasitärer Zustand. Indirekt verzehrt das Viertel der Menschheit, daß sich von Fleisch ernährt, etwa 40 Prozent der Welternte an Getreide. Mexiko verfüttert z.B. knapp ein Drittel seines Getreides an das Vieh, z.B. für Hamburgerfleisch zum Verzehr in den USA, und mehr als ein Fünftel der eigenen Bevölkerung ist unterernährt. Wenn wir jetzt auf diese Situation draufsetzen, wie Hermann Scheer meint, wir wollen einen umfassenden Teil unserer Rohstoffbasis mit nachwachsenden Rohstoffen decken, dann fragt sich natürlich mit wieviel zusätzlichen Hungertoten dies zu bezahlen sein wird? Es ist nicht redlich bei der Betrachtung dieser Frage, die realen gesellschaftlichen Weltstrukturen außen vor zu lassen und mit dem Gesamtumfang an Biomasse, die sich anbauen ließe zu argumentieren. Ohnehin ist es kaum im Sinne des Schutzes der Artenvielfalt auch noch den letzten Quadratkilometer ursprünglicher Natur umzupflügen, die nächste Schneise in den Regenwald zu schlagen. Nichts desto trotz ist aber festzuhalten: Wir müssen eine sehr weitgehende Umstellung auf solare Rohstoffe von Hanf über Flachs u.a. hinbekommen. Z.B. kann künftig aus Brennesselfasern Kleidung hergestellt werden oder Farbstoffe wieder aus Pflanzen gewonnen werden usw. Ein große Palette an Möglichkeiten ist vorhanden und sie sollte genutzt werden. Aber wir können nicht die halbe Republik mit Raps und anderen nachwachsenden Rohstoffen zupflanzen inklusive der EU-stillgelegten Flächen, selbst wenn wir alle zu Vegetariern konvertieren würden. Bekanntlich ist mit hohem Fleischkonsum auch ein stark erhöhter Flächenverbrauch verbunden. Globale ökologische Stabilität ist nicht allein durch einen Wechsel der Energiesysteme und der Rohstoffbasis zu erreichen. Auch bei allen kritischen Anmerkungen zu dem Buch „Solare Weltwirtschaft" sei jedoch unbenommen: Das nach Michael Succow im Herbst vergangenen Jahres Hermann Scheer der Alternative Nobelpreis verliehen worden ist, kann nur begrüßt werden. Wie kaum ein anderer setzte sich Hermann Scheer in unermüdlicher Arbeit für die weltweite Förderung der Sonnenenergie ein. Konsequent entlarvte er die blockierenden Aktivitäten der Energiekonzerne und machte auf politische Hemmnisse aufmerksam.
Literaturempfehlungen: Das Solarbuch; DIETER SEIFRIED u.a./ Die Sonne schickt uns keine Rechnung; FRANZ ALT/ Wege zur ökologischen Zeitenwende; RUDOLF BAHRO u.a.
Zukunftsweisende Solarstromversorgung ohne Stromnetz
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
In diesem ausgezeichneten Buch hat mich besonders die Konzeption der Stromspeicher zu Hause oder in der Gemeinde beeindruckt, so daß wir vom Stromnetz unabhängig werden können! Das ist wirklich ein ganz neuartiges, erfolgversprechendes Konzept, wie wir uns auch nachts mit sauberer Energie versorgen können. Auch sonst ist das Buch sehr lesenswert!
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Sonnenstrategie. Politik ohne Alternative.

Sonnenstrategie. Politik ohne Alternative. von Hermann Scheer

Gebundene Ausgabe von Büchergilde Gutenburg
Angebote ab EUR 3,98

ISBN: 3763243313, Erscheinungsdatum: 1993
Zoom ± Produkt-Bild: Sonnenstrategie. Politik ohne Alternative.
Produkt-Bild: SPD, Staatspartei oder Reformpartei? Programmaussage und Regierungswirklichkeit.

SPD, Staatspartei oder Reformpartei? Programmaussage und Regierungswirklichkeit. von Wolf-Dieter Narr, Hermann Scheer, Dieter Spöri

Broschiert von Piper Verlag GmbH
Angebote ab EUR 0,74

ISBN: 3492004253, Erscheinungsdatum: November 1983
Zoom ± Produkt-Bild: SPD, Staatspartei oder Reformpartei? Programmaussage und Regierungswirklichkeit.
Produkt-Bild: Zurück zur Politik. Die archimedische Wende gegen den Zerfall der Demokratie

Zurück zur Politik. Die archimedische Wende gegen den Zerfall der Demokratie von Hermann Scheer

Broschiert von Piper
Preis bei Amazon: EUR 0,95, Angebote ab EUR 0,86

ISBN: 3492037828, Erscheinungsdatum: 1995
Zoom ± Produkt-Bild: Zurück zur Politik. Die archimedische Wende gegen den Zerfall der Demokratie