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Ausser Dienst: Eine Bilanz von Helmut SchmidtGebundene Ausgabe von SiedlerPreis bei Amazon: EUR 22,95, Angebote ab EUR 17,00 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3886808637, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 6 |
Aus der Amazon.de-RedaktionEine kürzliche Umfrage ergab, dass, wäre der Mann nicht definitiv zu alt, sich 80 Prozent aller Deutschen Helmut Schmidt als idealen Kanzler vorstellen könnten. Wenn dies, 25 Jahre nach dem Rückzug aus allen politischen Ämtern, keine Auszeichnung ist! Der Altkanzler, dessen unglaublicher 90. Geburtstag bevorsteht, rangiert im Bewusstsein der Deutschen immer noch als Staatsmann par excellence. Und eine solch hochrangige Persönlichkeit erlaubt es sich, eine außerdienstliche Bilanzierung seines politischen Erfahrungsschatzes vorzulegen. Denn, so Schmidt verschmitzt bescheiden, vielleicht könnte doch einer von den Jüngeren daraus einen Nutzen ziehen. -- Nichts wäre mehr zu wünschen, Herr Bundeskanzler! Eines vorab: Es handelt sich hier nicht um die autobiografische Rückblende auf ein politisches Lebens- und Gesamtwerk. Im Gegenteil. Schmidt, der Pragmatiker, möchte seine in aktiver Zeit gewonnenen Erfahrungen angesichts einer völlig veränderten politischen Weltlage zur Verfügung stellen. Immer im Gepäck, die großen philosophischen Fragen: Welchen Leitbildern sollten wir folgen? Was lässt sich aus Geschichte lernen? Im Spiegel gerade dieser Frage reflektiert der Altkanzler über die Unvorstellbarkeit eines Auslandseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan noch zu seinen Zeiten. Gelegenheit für einen historischen Ausflug und die noch immer problematische Stellung Deutschlands im politisch-militärischen Weltgefüge. Natürlich holt der Wirtschaftsfachmann Schmidt zu einem satten Referat über die Finanzmärkte aus. Beklagt wird die verschlafene Modernisierung unseres zerklüfteten Bankensystems, gewarnt wird vor Spekulantentum und Heuschreckenflügen. Betrauert die große Zeit des von der RAF ermordeten Freundes Herrhausen und seiner Deutschen Bank. Institutionen, so Schmidt, an die sich eine Bundesregierung in ökonomischen Fragen noch vertrauensvoll wenden konnte. Wie anders heute. Der Kanzler wird (in Maßen) privat. Erstaunt vernehmen wir, dass Schmidt die Guillaume-Affäre als Rücktrittsgrund Willy Brandts im Mai 1974 völlig inakzeptabel fand und ihm die eigene künftige Kanzlerschaft große Sorgen bereitete. Risiken und Chancen der Globalisierung. Der Sonderfall der Neuen Bundesländer. Die radikal veränderte Rentensituation, die ebenso radikal veränderte Maßstäbe verlangt. Ein kleiner Seitenhieb auf Lafontaine und seine Sekundärtugenden. Eine Schulung bei den antiken Rhetorikern. Spurensuche nach eigenen Fehlern. In einem der letzten Sätze seiner klugen Reflexion appelliert der Altkanzler mit einer römischen Weisheit an die heutige Politikerkaste: Im Zweifelsfalle sei das Gemeinwohl höherzustellen als die eigene Karriere. Um schließlich witzelnd, aber nicht ohne Wehmut festzustellen: Die meisten meiner Weggefährten haben schon endgültig ihre Adresse gewechselt. - Das können Sie sich aus dem Kopf schlagen, Herr Bundeskanzler. Die Republik braucht Sie noch! -Ravi Unger 5 Kundenrezensionen:schrecklich ignorant und selbstgerecht 1 von 5 Punktenich habe das buch nach 200 seiten enttäuscht zur seite gelegt. schmidt lässt jegliche selbstreflexion vermissen, eine lobeshymne an seinen brillianten geist und sein urteilsvermögen reiht sich an die andere. unlesbar! Gedanken des Idealbilds eines Politikers 5 von 5 PunktenEin Interview mit dem neunundachtzigjährigen Schmidt im Jahr 2008 in dem ich keinen alten Greis erlebte, sondern einen hochintelligenten Menschen, der trotz hohen Alters so klar bei Verstand zu sein schien als ob die Zeit völlig spurlos an ihm vorübergegangen wäre, machte mich auf seine Person aufmerksam und veranlasste mich mich näher mit ihm auseinanderzusetzen. Dieses Buch stellte dabei eine willkommene Möglichkeit dar sich mit seinem Denken und Wirken zu beschäftigen. Dabei kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass dieses Buch ausserordentlich ist. Es fasziniert mich wie ein Mensch in diesem Alter klar und präzise seine Ansichten darlegt und eine Weitsicht demonstriert, die der durchschnittliche heutige aktive Politiker nicht einmal annährend in seinem gesamten Leben erreichen wird. Schmidt ist dabei bescheiden und nicht belehrend und in jedem seiner Sätze merkt man ganz genau, dass hier ein sehr intelligenter, weltoffener, erfahrener Mensch spricht, der ständig bis ins hohe Alter bereit war Neues zu lernen, zu reflektieren und aus seinen Fehlern zu lernen - ein Politiker, dessen wiedergegebene Meinung zu 100% seiner eigenen entspricht und nicht einer Partei oder Ideologie zuliebe angepasst wird und die nicht aus kritiklosem Wiederkäuen der Ansichten anderer entsteht, sondern durch nichts Anderes als der kritischen Reflexion und der sorgfältigen Prüfung aller relevanten Aspekte. Als Österreicher kann ich nur betonen wie sehr ich die deutschen Nachbarn beneide diesen Idealtyp eines Politikers als Kanzler gehabt zu haben. Bilanz eines Staatsmannes 5 von 5 PunktenHelmut Schmidts Werk: "Außer Dienst" ist eine würdige Bilanz eines außerordentlichen Staatsmannes. Dabei äußert er sich zu zentralen Problemen unserer Zeit. Er verweist auf die Wichtigkeit von Verlässlichkeit und Vertrauen in der Politik. Deutsche sollten aus ihrer Geschichte lernen und sich auch künftig mindestens dreier entscheidender Lehren aus dieser Geschichte bewußt zu bleiben: der Hypothek der Judenvernichtung, der bleibenden Aufgabe guter Nachbarschaft zu den uns umgebenenden Nationen und der gleichfalls bleibenden Aufgabe einer verlässlichen Balance zwischen Bund und Ländern (S. 143). Eigene Fehler - etwa die Fehlprognosen in der Rentenpolitik 1976, dem Nachgeben in der Lorentz-Entführung gesteht Schmidt unumwunden ein. Deutschland stehe vor neuen Herausforderungen in Europa aber auch in Bezug auf die Herausforderungen der Globalisierung. Auch in diesem Buch geht er mit dem sogenannten "Raubtierkapitalismus" scharf ins Gericht. Nun sind die Feststellungen Schmidts nicht neu. Sie sind in früheren Publikationen und in seinen journalistischen Artikeln und Beiträgen in der Wochenzeitung "Die Zeit" ausführlich geäußert worden. Auch wirkt sein Schwanken in der Frage, ob "deficit Spending" und keynianistische Wirtschaftsrezepte richtige Antworten in der heutigen Finanz- und Wirtschaftskrise darstellen, nicht immer konsistent. Insgesamt jedoch zeigt sich das Buch eines Politikers, der viel zu sagen hat, über moralische Grundlagen und Maßstäbe verfügt - seine Vorbilder sind nicht umsonst Kant, Popper oder Mark Aurel - und immer das eigene Gewissen als höchse Instanz anmahnt. Insofern insgesamt ein faszinierendes Buch - über die reine Tagesaktualität hinaus. Für mich daher eines der wichtigsten Bücher dieses Jahres 2008. Unbedingt lesenswert. Empfehlenswert. Auch zur Bewertung der Wahlkampfthemen 2009. 5 von 5 PunktenHerr Schmidt macht sich im hohen Alter die Mühe, uns einen politischen Ratgeber als Fazit eines engagierten Lebens zum Wohle der Bewohner dieses Landes zu hinterlassen. Bleibt zu hoffen, dass er in Politik und Gesellschaft gelesen und in bestimmten Entscheidungen berücksichtigt wird. Es gibt m.W. keine prägnantere Darstellung unserer Situation. Leider tragen wir mit zunehmender Gleichgültigkeit als Mitbürger und Wähler selbst zur diversen Fehlentwicklungen bei. Dieses Buch vor der Wahl 2009 lesen um durch den üblichen Wahlkampfmumpitz hindurch seriöse Meilensteine nachhaltiger Politik erkennen zu können! Achtung 5 von 5 PunktenJeder sollte dieses Buch gelesen haben. Sehr interessant Was ich auch noch empfehle als geheimtipp ist Richard Goldmans Buch Die Strategien der Börsenmillionäre, sollte man auch unbedingt mal gelesen habenDie Strategien der Börsenmillionäre: Wie man an der Börse die erste Million macht - Bestseller |
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Außer Dienst: Eine Bilanz von Helmut SchmidtAudio CD von Random House AudioPreis bei Amazon: EUR 19,97, Angebote ab EUR 14,90 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3866049331, Erscheinungsdatum: Oktober 2008, Auflage: gekürzte Lesung. |
Eine Kundenrezension:Außer Dienst trifft nicht den Punkt 5 von 5 PunktenFaszinierend, phantastisch. Wer das Leben und die Arbeit von Helmut Schmidt verfolgen konnte und nun eine, ja beinahe schonungslose Zusammenfassung, liest, muss begeistert sein. Helmut Schmidt hat das Glück, die Wirkung seines eigenen Tuns aus der Entfernung und innerhalb der jüngeren Geschichte betrachten zu können. Jetzt bedauere ich, dass ich dieses, sein Wirken nicht intensiver verfolgt habe. Ein Buch, welches Pflichtlektüre für jeden jungen Menschen werden sollte. Danke Helmut Schmidt. |
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Weggefährten: Erinnerungen und Reflexionen von Helmut SchmidtTaschenbuch von btb VerlagPreis bei Amazon: EUR 13,00 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442755158, Erscheinungsdatum: Januar 2008 |
5 Kundenrezensionen:Ein großer Staatsmann 5 von 5 PunktenHelmut Schmidt ist es in diesem Werk gelungen, sein Leben und seine Zeit durch die Menschen zu schildern, die Einfluss auf ihn ausgeübt haben. Als Leser hat es mich schon beeindruckt, zu wem Herr Schmidt von all den vielen Menschen die ihm während seiner politischen Arbeit begegnet sind, Nähe und Kontakt gesucht hat. Beim Lesen dieses Buches bemerkt man zum Einem, wie integer Herr Schmidt selbst ist und sein ganzes Leben war und vor allem, was wir dadurch verloren haben, dass ein Großteil dieser Integrität aus dem öffentlichen Leben im Allgemeinen und der Politik im Besonderen verschwunden ist. Danke, Freunde! 4 von 5 PunktenEin Mann, der so viel zu erzählen hat wie Herr Schmidt, schreibt seine Memoiren nicht nur einmal - es reicht doch für ein halbes Regal! Dieses Buch widmet Helmut Schmidt allein den Menschen, denen er in seinem Leben und Wirken (bis 1996, dem Erscheinungsjahr) mehr oder weniger nahe gestanden hat. Es ist gewissermaßen eine Danksagung an alle, deren Bekanntschaft er als eine Bereicherung empfunden hat, beziehungsweise eine Respektsbezeugung an fast den ganzen Rest. Insofern ist dieses Buch wirklich sehr persönlich, sowohl was die Empfindungen des Autors, als auch was die Charakterisierung der beschriebenen Personen betrifft. Über die vielen hundert Seiten erfährt man viel über Helmut Schmidts Wertmaßstäbe, über seine Prinzipien, worauf er im politischen Leben und im persönlichen Umgang Wert legte, über den Wert persönlicher Beziehungen in Politik und den angrenzenden Gebieten. Als politisch interessierter Mensch kann man aus diesem Buch viel gewinnen: Neben den oben genannten Punkten erhält der Leser aus erster Hand persönliche Einschätzungen vieler wichtiger Persönlichkeiten der letzten fünfzig Jahre, und zwar nicht nur aus der ersten, sondern auch aus der zweiten und dritten Reihe der in der öffentlichen Wahrnehmung Stehenden. Aus der Anlage des Buches selbst ergeben sich jedoch einige Umstände, die das Lesen etwas weniger ertragreich werden lassen. Zum einen schreibt man über fremde Leute nichts Schlechtes, vor allem nicht, wenn sie schon tot sind. Deshalb werden von den wohl über hundert näher erwähnten Persönlichkeiten vielleicht nur drei oder vier vorsichtig kritisiert. Der viele Streit, den es in all den Jahren wohl gegeben haben muss, wird nicht oder nur beiläufig erwähnt. Interessant ist es darum auch zu sehen, wen er nur kurz oder gar nicht nennt. So sind z.B. die Ausführungen zu Helmut Kohl, Oskar Lafontaine und Erhard Eppler sehr knapp gehalten. Zum anderen gilt: Wer sich bei so vielen bedankt, darf natürlich möglichst keinen, der es verdient hat, auslassen. Deshalb gibt es viele Seiten, auf denen Persönlichkeiten beschrieben werden, die eine derartige Erwähnung von Seiten Schmidts weiß Gott sicher verdient haben, die aber für den durchschnittlichen Leser kaum von Interesse sind, vor allem Personen, die Schmidts Werdegang im Hamburg der fünfziger und sechziger Jahre begleitet haben. Darum empfehle ich dieses Buch auch nur Leuten, die sich für Schmidt selber und seine 'Weggefährten' interessieren. Das Werk ist weder eine Autobiographie, noch sind es politische Memoiren. Wer sich für Schmidts Sicht auf seine Politik und den Lauf der Dinge während seiner 'aktiven' Zeit interessiert, sollte lieber seine 'politischen' Erinnerungsbücher "Menschen und Mächte" oder "Deutschland und seine Nachbarn" lesen. Werbung für die Politik 5 von 5 PunktenEin ehemaliger Bundeskanzler hat in seinem Leben viele interessante Persönlichkeiten kennengelernt. In diesem Buch beschreibt Helmut Schmidt die Menschen, die ihn am meisten geprägt haben. Beginnend mit Schauspielern und Künstlern über Politiker bis zu Journalisten, Gewerkschaften und Wirtschaftsführern, ließt sich das Buch wie ein Who is Who der Nachkriegsgeschichte. Das interessante an diesem Buch ist, daß Schmidt immer sehr persönliche Eindrücke wiedergibt. Wenn man sich schon immer mal dafür interessiert hat, wie Staatsmänner miteinander umgehen, sollte man diese Buch lesen. Zwei Dinge fand ich besonders faszinierend: 1. Das Kapitel über Freundschaft in der Politik und die ansicht von Schmidt, daß es so etwas wirklich gibt ( Als bestes Beispiel führt er seine Freundschaft mit Valery Giscard d'Estaing an) und 2. die Weitläufigkeit der Interessen und Bekanntschaften dieses wichtigen deutschen Staatsmannes. Für jeden der sich nur ein wenig für Politik interessiert, ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Ein Gewinn 5 von 5 PunktenEin Gewinn für den politisch interessierten Leser. Schmidts politisch führende Rolle und seine Bedeutung für unser Land stehen außer Frage. Ihm geht es um die Menschen, die ihn auf seinem politischen und privaten Weg begegnet sind. Geschrieben zu einer Zeit, als Kohl noch an der Macht war, beschäftigt sich Schmidt sowohl mit den deutschen Künstlern, die er schätzt, als auch mit den internationalen Partnern, mit denen er Weltpolitik machte. Aufschlußreich ist seine wohl richtige Einschätzung, dass in seiner und vor seiner Amtsausübung die Agierenden auf der politischen und wirtschaftlichen Nachkriegsbühne dieser Welt einen ganz anderen Hintergrund an Bildung, Intelligenz, Wissen, Güte und Verständnis sowie Weitblick gehabt haben. Da kann einem heute angst und bange werden. Geistig-moralische Führung zu seiner Zeit 5 von 5 PunktenWohl kaum ein Buch hat mir den 5. Bundeskanzler als Menschen so nahegebracht, wie das Buch "Weggefährten", in dem Helmut Schmidt auch über innere Eindrücke berichtet. Mit großer innerer Zustimmung habe ich die Beiträge zu Theaterleuten gelesen, über Karl Klasen, Carlo Schmid, Herbert Wehner, Karl-Wilhelm Berkhan, Alex Möller und viele andere. Was dieses Buch außerdem auszeichnet, ist der Dank an alle, die an diesem Buch beteiligt waren. Es ist nicht selbstverständlich, daß die Ernte eines Lebens zusammen mit anderen geteilt wird. Helmut Schmidt hat sehr wohl und vielleicht mehr als wir ahnen, geistig-moralische Führung in unserem Land und darüber hinaus ausgeübt. Dafür ist ihm und auch seiner Frau Loki zu danken |
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Helmut Schmidt. Die Biographie von Hans-Joachim NoackGebundene Ausgabe von Rowohlt Berlin Verlag GmbHPreis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 17,95 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3871345660, Erscheinungsdatum: Sept. 2008 |
Aus der Amazon.de-RedaktionZunächst wundert man sich - gelinde gesagt. Helmut Schmidts Leben, abgehandelt auf mageren 300 Seiten, während sein schwergewichtiger Nachfolger aus der Pfalz bereits am vierten Erinnerungsband werkelt? Wie geht so etwas? Nun ja, auch hier zeigt sich eben der gewaltige Unterschied. Dort die ausufernde Selbstbetrachtung- und beweihräucherung, das Festklammern an jedem noch so bedeutungslosen Fitzelchen im politischen Wirken. Hier hingegen ein gestandener Journalist und Schmidt-Vertrauter wie Hans-Joachim Noack, der - in dieser Hinsicht dem Altkanzler nicht unähnlich - auf schmückendes Beiwerk verzichtet und die Eckpfeiler eines politischen Lebens einrammt. Ohne dabei unscharf zu werden. Eine Verknappung, die an Größe gewinnen lässt. Klar, ein Fast-Jahrhundert an Lebenszeit derart einzudampfen, fordert Abstriche. Allein die Ereignisse des Deutschen Herbstes 1977 und das Dramenfeld Mogadischu - Schleyer - Stammheim. Über diesen Strudel, der den damaligen Kanzler fast an den Rand des moralischen und politischen Kollapses brachte, hätte man gerne mehr gelesen. Zu diesem Zeitpunkt hat Noack bereits eine beträchtliche Wegstrecke hinter sich gebracht. Die Jugend und Soldatenzeit des 1918 Geborenen. Der preußisch zugeknöpfte Vater. Mitschülerin Lokis unterprivilegiertes Elternhaus, das erste Gerechtigkeitsfragen in Schmidt aufkeimen lässt. Hamburg im Zeitkolorit der Weimarer Republik, ein Bild, das Noack meisterlich skizziert. Schließlich der Zweite Weltkrieg und die frühe Erkenntnis einer unschlagbaren Weltkoalition, die sich dem Machtrausch der Nazis in den Weg stellen würde. Gedanken eines (noch) Unpolitischen. Erste Weihen dann, als ein Hamburger Innensenator sich während der großen Sturmflut 1962 zum Krisenmanager emporschwang. Fortan genießt der Allerweltsname Schmidt bundesweit Gültigkeit. Die Troika Wehner-Brandt-Schmidt. Der Rücktritt Brandts, Lichtgestalt der Ostpolitik und (deswegen?) ewiger Dorn im Auge Schmidts, der sich im eigenen Lande stets unterbewertet fühlte. Die moralisch kaum fassbare Entscheidung des Kanzlers Schmidt, Schleyer zu opfern. Der NATO-Doppelbeschluss, der ihn in den eigenen Reihen am Ende fast zur Unperson werden ließ. Noack liefert das Porträt eines Workaholics, der in seiner aktiven Laufbahn als arroganter Besserwisser verschrieen war. Doch trotz besten Willens und Kenntnisreichtums will es auch ihm nicht gelingen, zum innersten Kern dieses notorisch Verschlossenen vorzudringen. Eines Menschen, Politikers und gesegneten Rauchers namens Schmidt, den Partei und Volk erst relativ spät verstehen und lieben lernten - und die ihn heute schmerzlich vermissen. -Ravi Unger 5 Kundenrezensionen:Guter Einstieg in ein Stück deutscher Geschichte 4 von 5 PunktenWer sich noch nicht näher mit der Helmut Schmidt beschäftigt hat, für den ist Hans-Joachim Noacks vorgelegte Biografie ein idealer Einstieg. So werden in zehn kurzen Kapiteln alle Lebensstationen Schmidts beleuchtet: Seine Zeit als Offizier während des dritten Reiches, die ersten Parlamentarierjahre, die Jahre als Finanz- bzw. Verteidigungsminister und schließlich die Kanzlerjahre und das darauffolgende Vierteljahrhundert. Dabei beleuchtet der Autor auch immer wieder Schmidts Charakter und dies nicht nur unkritisch. Die Krux bei Noacks Biografie ist die Länge. So kann ein nunmehr 90jähriges Leben teilweise nur sehr rudimentär betrachtet werden. So wären ein paar Seiten mehr zum Nato-Doppelbeschluss oder Deutschen Herbst sicherlich wünschenswert gewesen. Trotzdem bleibt das Buch ein guter Einstieg in ein Stück deutscher Geschichte. unkompliziert & unterhaltsam 4 von 5 PunktenWer in letzter Zeit - durch den Schmidt-Hype - auf den ehemaligen Kanzler aufmerksam geworden ist und mehr über ihn erfahren möchte, sich dabei jedoch nicht durch staubtrockene zeitgeschichtliche Details den Lesespaß verderben lassen will, dem empfehle ich dieses Buch. War einem Unnahbarem zu nahe 2 von 5 PunktenDie Lektüre dieser Biografie weckte in mir das unangenehme Kindheitserlebnis, im schön eingepackten Weihnachtsgeschenk ein neues Pyjama statt der gewünschten Lokomotive für meine Modelleisenbahn vorzufinden. Sieht man von den letzten zwanzig Seiten ab, so hat man das Gefühl, Hans-Joachim Noack präsentiere einfach nochmals die politischen Ränkespiele der Ära Schmidt. Die zur Garnitur servierten Fragen und kleinen Exkurse können nicht verhindern, dass man unruhig vor einem faden Neungänger sitzt und sehnsüchtig auf die Nachspeise wartet. Doch die kommt viel zu spät und ist schliesslich auch keine echte Überraschung. Sie erklärt allenfalls, warum es in der Küche an kreativen Köchen mangelt. Mit den Worten von Siegfried Lenz gesprochen: "Je öfter sich einer an seiner Seite aufgehalten hat, desto schwerer fällt es ihm den Altkanzler zu charakterisieren." Das trifft auf den Autor dieser Biografie leider ebenso zu wie auf andere Weggefährten. An falsch verpackte Weihnachtsgeschenkte erinnerte mich diese Biografie, weil es unglaublich spannend wäre, den Eigenheiten eines Charakters auf die Spur zu kommen, der für das Nachkriegsdeutschland nicht untypisch ist. Helmut Schmidt, dessen Heiligenschein mit jedem Jahrring noch wächst, wird inzwischen als der weise Deutsche schlechthin gehandelt. Und der geringste Zweifel an diesem Mythos wird als Gotteslästerung verstanden. Er habe nie etwas aus dem Bauch heraus getan, behauptet Helmuth Schmidt selbst im neunzigsten Altersjahr noch. Daran darf und muss er glauben, um sein Selbstbild aufrecht zu erhalten. Doch mit der viel beschworenen Rationalität des Altkanzlers hat ein solcher Glaube im 21. Jahrhundert definitiv nichts zu tun. Weder er noch sein Chronist würde einen renommierten Neurowissenschaftler oder Psychiater finden, der ein solches Bild menschlichen Verhalten absegnet. Damit will ich nicht propagieren, eine Biografie müsse ein psychoanalytischer Schlussbericht sein. Behüte, aber sie müsste Geschichten erzählen, die dem Leser Einblicke in die Seele eines Menschen ermöglichen. Ohne Anspruch darauf, solche Bilder müssten die Wahrheit wiedergeben. Aber weil Dargestellter und Darstellender am Mythos festhalten, menschliches Verhalten werde von der Vernunft gesteuert, wird diese Berichterstattung eines so bedeutenden Politikerlebens zwangsläufig langweilig. Ausser man interessiere sich brennend dafür, wer wann wo mit wem welche Klungelei ausheckte. Das Konzept dieser Biografie führte automatisch dazu, dass ich kaum etwas darüber erfuhr, was den Altkanzler in seinen frühen Jahren prägte. Und selbst über seine Zeit in der Wehrmacht weiss der Hans-Joachim Noack nur zu erzählen, was eifrige Zeitungsleser schon lange wissen. Der aussergewöhnlich starke Drang von Helmut Schmidt, seine Umwelt zu belehren, ist mehr als nur anekdotisches Beigemüse, sondern beeinflusste sein Leben ebenso wie seine Politik. Ohne die vielen Geschichtsklitterungen moralisch verurteilen zu wollen, hätte mich interessiert, wo sie dienlich und wo schädlich waren. Gehören solche Verhaltensmuster zum notwendigen Rüstzeug der Politik und der Nachkriegsgeneration? Sind sie allgemein menschlich und kommen im Rampenlicht der Politbühne einfach besser zum Vorschein? Wieso sammelt Helmut Schmidt jedes nur erdenkliche Dokument seines politischen Lebens, gestattet Aussenstehenden aber nicht den flüchtigsten Blick auf sein hermetisch versiegeltes Archiv privater Ereignisse? Und warum erhebt ihn die Öffentlichkeit in den letzten Jahren zur deutschen Lichtgestalt, obwohl er sie über so vieles im Dunkeln lässt? Kurz: Auf die Fragen, die mich interessiert hätten, gibt diese Biografie keine Antworten. Oder was man noch als Antworten verstehen könnte, wird in die gleiche politische Wolle eingepackt, die zur Politikverdrossenheit von heute beiträgt. Mein Fazit: Helmuth Schmidt hat zwar offiziell keine Autobiografie verfasst, gehört aber zu den eifrigsten Schreibern der politischen Zunft. Hätte Hans-Joachim Noack die Absicht gehabt, seinen Lesern den Menschen Helmut Schmidt etwas näher bringen zu wollen, so wäre ihm genügend Material zur Verfügung gestanden. Aber ausser im letzten Kapitel erfahren wir nur, was in den Archiven auch sonst zugänglich wäre. Für mich ist dieses Buch eine gut geschriebene Zusammenfassung von Zeitdokumenten, aber keine spannende Biografie. Eine gute Übersicht 5 von 5 PunktenNatürlich kann eine Biographie in dieser Dicke nicht jedes Details und jeden Hintergrund eines 90-jährigen Menschen aufzeigen. Dennoch ist eine sehr gute Übersicht über das Leben und Wirken Helmut Schmidts gelungen. Gerade Personen, die entweder zur Kanzlerschaft Schmidts noch zu jung waren oder erst danach geboren wurden, bekommen einen sehr guten Einblick in diese Jahre der Bundesrepublik. Nichts Neues über Schmidt 3 von 5 PunktenDer von der Amazon-Redaktion beschriebene erste Eindruck ist der richtige: ein mageres Buch. Für den politisch Interessierten, der sich mit der Geschichte der Bundesrepublik recht gut auskennt, bietet die Biographie nichts Neues. Er wird das Buch als eine Zusammenfassung dessen ansehen, was oft schon in den Medien über Helmut Schmidt zu erfahren war. Was man sich dagegen eigentlich von einer Biographie erhofft - den Blick hinter die Kulissen und unter die Oberfläche - liefert Noack nicht. Insofern muss man das Buch, das sich allzu großtuerisch "Die Biographie" nennt, leider als oberflächlich bezeichnen. Nützlich ist das Werk dagegen für die mit der deutschen Nachkriegspolitik wenig vertrauten Leser. Wer von Helmut Schmidt noch nicht viel gehört hat, findet hier eine gute Einführung in sein Leben. Allerdings sollte er dieser Schmidt-Biographie dann bald Politiker-Biographien anderer Parteien folgen lassen, da Noack über Schmidt mit wenig kritischer Distanz schreibt. |
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Die Mächte der Zukunft: Gewinner und Verlierer in der Welt von morgen von Helmut SchmidtTaschenbuch von GoldmannPreis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 7,78 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442153786, Erscheinungsdatum: März 2006 |
Aus der Amazon.de-RedaktionIn der Mitte seines neunten Lebensjahrzehnts erweist sich Helmut Schmidt mit seinem neuen Buch Die Mächte der Zukunft einmal mehr als hellsichtiger Analytiker. Der Autor überzeugt durch seine klare Sprache und durch die von poltischer Rücksichtnahme ungetrübte Schärfe des Urteils. Ausführlich skizziert Schmidt zunächst die weltpolitische Ausgangslage, in der wir uns heute befinden. Während er die Gefahren des neuen Terrorismus in einem düsteren Szenario noch einmal deutlich vor Augen führt, hält er die möglichen Konsequenzen des erneuerten Weltordnungsanspruchs der USA für noch kaum absehbar. Bei aller Bedeutung, die er dieser Frage zubilligt (nicht zuletzt auch für die außenpolitische Selbstfindung Europas), übersieht der Altkanzler nicht, dass weitere Determinanten der Weltpolitik nicht aus dem Blick geraten dürfen. Dazu gehören die Folgen der Bevölkerungsexplosion in den armen Teilen der Welt ebenso wie die Auswirkungen der technischen und ökonomischen Globalisierung, die Anfälligkeit der internationalen Finanzmärkte oder die Problematik des internationalen Waffenhandels. Neben der Frage nach einem "Imperium Americanum", die im Zentrum der Erörterungen steht, werden ausführlich die verschiedenen möglichen Entwicklungspfade der anderen großen Mächte behandelt: China, der indische Subkontinent, der Islam, Russland sowie schließlich Europa (und hier vor allem Deutschland). Im September des Jahres 2000 hatte Schmidt im Vorwort zu seinem Buch Die Selbstbehauptung Europas zu Protokoll gegeben, dass im Laufe des neuen Jahrhunderts eine gute Nachbarschaft mit dem Islam "zu einer der Bedingungen für die Selbstbehauptung Europas werden" würde, und: "Es könnte sogar dahin kommen, daß von dieser guten Nachbarschaft der Frieden abhängt". -- "Wurde ich" so fragt Schmidt im Jahr 2004, "durch die furchtbaren Ereignisse ein Jahr später bestätigt? Oder hatte ich mich getäuscht? War ich zu optimistisch gewesen? Mit den Anschlägen vom 11. September 2001 und der amerikanischen Reaktion bekam meine Voraussage jedenfalls eine neue Dimension." Dieser Dimension vor allem sind die Reflexionen des altersweisen Staatsmanns gewidmet. Man muss nicht all seine Einschätzungen und Urteile teilen, um aus der Lektüre größten Gewinn zu ziehen. -- Andreas Vierecke 5 Kundenrezensionen:Weitestgehend selbstverständliches einfach ausgedrückt 2 von 5 PunktenBei allem Respekt für den Altkanzler, aber dieses Buch enthält wenig mehr als die Banalitäten der täglichen Zeitungslektüre. Stilistisch liest sich das ganze wie ein Schulbuch für die achte Klasse. So ziemlich jeder Leser wird also leicht verstehen können, was da geschrieben steht. Andererseits, und dadurch wird das Buch deutlich aufgewertet, sind die dargestellten Zusammenhänge wohl bislang nur einer Minderheit der Deutschen wirklich bewusst. Wenn es gelingt, diejenigen für weltweite politische und ökonomische Zusammenhänge zu interessieren, die derzeit noch im Tal der Ahnungslosen leben, hat das Buch wohl seinen Zweck erfüllt. Denen, die sich ohnehin mit den komplexen globalen Verflechtungen und ihren Konsequenzen beschäftigen, sei von dem Buch abgeraten, es wird ihnen nichts neues bieten. Keine Pflichtlektüre 3 von 5 PunktenWer mit offenen Augen das aktuelle Zeitgeschehen verfolgt, braucht das Buch nicht, da nur offensichtliches dargestellt wird. Über- und Ausblick 5 von 5 PunktenHelmut Schmidt gibt in seinem Buch "Die Mächte der Zukunft" einen kurzen Überblick über die derzeitige politische, wirtschaftliche und militärische Situation der einzelnen Staaten und Regionen der Welt und zeigt mögliche Entwicklungen auf. Dabei geht es u.a. um die fortwährende amerikanische Hegemonie, die Fehler im und um den Irakkrieg, den israelisch - palästinensischen Konflikt als Schlüsselproblem in im Nahen und Mittleren Osten, um den Stillstand der EU und um die kommenden wirtschaftlichen Mächte China, Indien und evtl. Russland. Es ist dem Altkanzler positiv anzurechnen, dass er sich auf diese Weise weiterhin um das politische Geschehen bemüht und somit seiner Altkanzlerwürde gerecht wird, anstatt dem Aufsichtsrat eines russischen Gaskonzerns beizutreten. Schmidt präsentiert sich in diesem Buch wie gewohnt mit klarem, weitsichtigem Überblick, sachlichen und realistischen Einschätzungen und sicherem, scharfem Urteilsvermögen. Dabei gelingt es ihm immer wieder auf die prägnanten Situationsanalysen grundsätzliche, richtungweisende Ziele und Perspektiven für die Zukunft folgen zu lassen. Das Buch ist recht knapp und überdies durch den präzisen Schreibstil leicht zu lesen. Selbstverständlich kann auch ein Altkanzler bei dieser Themenstellung auf 238 Seiten nicht sehr ins Detail gehen, es gelingt ihm jedoch die einzelnen Sachverhalte auf das Wesentliche zu reduzieren, ohne dabei an Richtigkeit einzubüßen. Sehr interessant für Politikinteressierte unabhängig vom derzeitigen Kenntnisstand. - 5 Sterne! Ein Buch für Feind und Freund 5 von 5 PunktenDas ist kein Buch, was sich in intellektuellen, ideologischen Gedankenspiralen verliert. Dieser Mann durchschaut Machtgefüge so klar und trocken wie sonst kaum jemand. Er analysiert und ist kein Hellseher. Im Gegensatz zu anderen weiß er das. Man tut gut dran, diesem Mann zuzuhören. Egal welcher politischen Richtung man angehört. Schmidt ist ein Kenner der Macht im Kleinen und im Großen, im Konkreten sowie im Abstrakten, ein Kenner der Macht von anderen und der eigenen ehemaligen Macht und der dazugehörigen Verantwortung, ein Kenner der Machtspiele und der Leute, die Macht mißbrauchen. Wer sich in die Höhle der Machtgefüge begibt, sollte sich nicht ihn als Gegner wünschen. das Schlechteste was man tun kann, ist einen Menschen wie ihn zu unterschätzen. Jetzt,im Alter, hat er einen Abstand und ist nicht mehrauf Einzelschauplätzen der Macht und Parteipolitik zuhause. Das macht ihn noch interessanter. Für "Feind" und "Freund " von Schmidt ist es klug sich mit seinen Gedanken auseinanderzusetzen um einen eigenen Standpunkt zu entwickeln. Visionen eines Realisten !!! 4 von 5 PunktenEs sind analytische Zukunftsprognosen eines charysmatischen Politikers,der wie kaum ein anderer dem sekulären,freiheitlich-demokratischen Charakter Europas mitgestaltete.Während der 7.Weltethos-Rede des Inter Action Councils in Tübingen,betonte der Altbundeskazler das was als der Leitfaden all seiner Bücher gelten kann,nähmlich,daß man jeder Politik mißtrauen muß,die ihre Religion zum Machtinstrument macht.Man soll jedem Politiker mißtrauen-sagt Helmut Schmidt-der diesseitige mit der jenseitigen Politik vermischt.Er plediert für die fundamentalsten Prinzipien des Humanismus und weist auf die Differenz zwischen der Gesinnung und der Vernunft in der politischen Motivation.Hier in seinem "visionärem" literarischem Werk,hinterläßt er uns gewißerweise sein politisch-philantropes Vermächtis und warnt uns zwar vom opportunistischem Kopmpromiss aber gleichzeitig gibt er auch zu verstehen,daß ohne Kompromisse,kann es keinen Konsens der Mehrheit in der Demokratie geben.Er wendet sich gegen dem "nationalem Sacro-Egoismus" und betont,daß wer kompromissunfähig ist,der ist für die Demokratie unfähig.Er warnt von dem Krieg,der inzwischen oft als selbstverständlicher Element der Politik anerkannt wird.Im Bezug auf das Gewissen in der Politik,bedient er sich der kantischen Philosophie,und bezeichnet es zur Recht als dem inneren Gerichtshof.Obwohl er ein Kettenraucher ist(ich bin ein überzeugter Nichtraucher!),und nicht immer sich taktisch zu äußern wußte,hat dieser Mann meine große Bewunderung und Respekt. |
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Auf der Suche nach einer öffentlichen Moral: Deutschland vor dem neuen Jahrhundert von Helmut SchmidtTaschenbuch von GoldmannPreis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 5,79 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 344215071X, Erscheinungsdatum: Oktober 2007 |
Aus der Amazon.de-RedaktionLügen strafft der Altbundeskanzler mit diesem Buch seine Kritiker, die ihm immer wieder unterstellt haben, Moral würde für diesen Technokraten der Macht nur aus der Vergötterung des Pragmatismus bestehen. Die Tiefe der Gedanken zeugt von einem frühen Beginn und einer sehr intensiven Suche nach einer öffentlichen Moral; die Vehemenz des Stils und seine zuweilen sarkastischen Urteile nicht nur gegen politische Gegner sind Ausweis der Unabhängigkeit eines elder statesman, dem schon zu seiner Amtszeit als Bundeskanzler parteipolitischer Opportunismus zuwider war. Dementsprechend will Helmut Schmidt seine Streitschrift auch an die gesamte politische Klasse gerichtet wissen. Sie gehe nicht mehr voran, zeige keinen Willen zu politischer Führung, "Karrierestreben fördert Anpassung und Konformismus". Statt auf die Rückseite der Bürgerrechtsmedaille, nämlich auf die Pflichten hinzuweisen und diese einzufordern, wird sie selbst zum Beispiel dafür, daß im "öffentlichen Raum die Moral von den Rändern her zerbröselt". Die Folge ist der schleichende Zerfall der Moral insgesamt. Was abhanden komme, so Schmidt, "ist das schlechte Gewissen", die Fähigkeit, in Kategorien von Gerechtigkeit, Solidarität, Verantwortung und Gemeinwohl zu denken und zu handeln. Statt dessen ist es die Ideologie des rücksichtslosen Egoismus, die alle gesellschaftlichen Schichten ergreift. Wohl gewählt ist der Rekurs auf Max Webers Unterscheidung zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik. Schmidt greift diese Differenzierung auf und verbindet sie mit dem erleuchtenden Hinweis, daß Verantwortungsethik nicht nur die Konsequenzen des Handelns berücksichtigen muß, sondern schon viel früher ansetze: bei der Formulierung der Zielsetzung. Die schonungslose Analyse ist zugleich ein kraftvolles Plädoyer für die Reanimation eines moralischen Minimalkonsensus in unserer Gesellschaft und ein Appell zum Mut zur öffentlichen Moral am Ende des 20 Jahrhunderts. --Manfred Schwarzmeier 5 Kundenrezensionen:Pflichtlektüre 5 von 5 PunktenIch bin als Österreicher (und seiner Partei nicht Nahestehender) auf dieses Buch gestoßen. Es müsste Pflichtlektüre in den Oberstufen der Schulen werden. Völlig erstaunt stelle ich fest, dass noch Personen leben, die man als Staatsmänner bezeichnen kann. Was noch dazukommt: Ich lese das Buch mit fast 10 Jahren Verspätung (2008) und stelle seine visionären Fähigkeiten fest. Also: Das Buch ist informativ, es regt zum Nachdenken an und ist an keiner Stelle langweilig (da schlägt wohl seine journalistische Vergangenheit durch). Es enthält keine Parteipolitik sondern nur die Gedanken eines großen Geistes. Ich habe es schon Freunden in Österreich empfohlen und benutze es als Geschenk (endlich wieder ein schenkenswertes Buch). Pflichtlektüre für jeden Deutschen! 5 von 5 PunktenIch kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es hat seine 5 Sterne verdient! Zwar wurde das Buch schon 1998 geschrieben, hat aber überraschenderweise nichts an Aktualität verloren. Dies ist ein Beleg dafür, dass Helmut Schmidt schon vor 10 Jahren recht genau analysieren konnte, welche zukünftigen Probleme in Deutschland und der Welt vorherrschen werden. Zudem gibt er vielmehr der politischen bzw. elitären Klasse Lösungsvorschläge, wie man es in Zukunft besser machen sollte. Im Grunde genommen ist es ein Buch über Deutschland, dass sich in einer globalisierenden Welt behaupten muss. Wie es das schaffen kann, dass erfährt man durch den einfach zu lesenden Schreibstil eines Helmut Schmidts, der auch durch seine langjährige politische Erfahrung komplexe Sachverhätnisse präzise darstellen kann, ohne unnötig abschweifen oder hochgestochen schreiben zu müssen! Das halte ich ihm zu gute, da zu viele (vorwiegend deutsche) Autoren meinen ihr geschriebenes Werk wäre schon dann erstklassig, wenn sie hochgestoche seitenlange Sätze aneinanderreihen. Kein SPD-Ideologe ... 5 von 5 Punkten"Ist und Deutschen die Moral ausgegangen?" Schmidt's Einleitung stellt direkt am Anfang eine Frage, die er zwar sofort verneint, aber noch im ganzen Buch erläutert. Nein, sie ist uns nicht ausgegangen, aber so kann es nicht weitergehen! Schmidt wagt einen Rundumschlag: Mutig kritisiert er Funktionseliten, ob politische oder wirtschaftliche, spricht die Bedeutung der Wirtschaft für unsere Gesellschaft an und entwirft eine Zukunftsvision. Er fordert Mut zur Moral, Mut zum Wandel. Mit vielen Vorstellungen setzt er sich erfreulicherweise auf überparteiliche Ebenen, eben so, wie man es von dem Ex-Kanzler gewohnt ist. Bravo, Herr Schmidt! Mein Kauftip! Nichts als die Wahrheit 5 von 5 PunktenHelmut Schmidt stellt in diesem Buch die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Missstände in der unseren Zeit realistisch und deutlich dar. Er macht klar wer gegen wen kämpft und mahnt unsere sogenannten Eliten, mit der ihnen anvertrauten oder rein durch ihre Stellung gegebene Macht, moralisch konform, nach dem Vorbild vergangener Zeiten, umzugehen. Selbstverständlich klagt Helmut Schmidt nicht nur an, sondern zeigt Lösungswege aus der Misere. Ein wunderbares Buch der Wahrheit, leicht zu lesen und verständlich! Recht hat er! 5 von 5 PunktenWer viele der heutigen Politiker dem vermeintlichen Wählerwillen hinterher hetzen sieht, wer Diskussionen über die Farbe der Krawatten beim Kanzler-Duell verfolgt, wen es ebenso wenig interessiert, ob die Schröders sich nun streiten oder er sich gar die Haare färben lässt, dem ist dieses Buch Balsam auf die verwundete politisch-demokratische Seele. In klar verständlicher, gleichwohl vortrefflich formulierter Sprache zeigt Helmut Schmidt Wege zu einer durch Vernunft, Verantwortung und Moral gekennzeichneten Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In ganz und gar wohltuender hanseatischen Bescheidenheit und Nüchternheit beschreibt Schmidt ebenso vergangene und gegenwärtige Verfehlungen wie auch Handlungsmaximen für eine "vernünftige" Zukunft. Dass er viele Passagen in der "Wir"-Form schreibt, macht das Buch umso sympathischer, zumal sich hieraus manch -geradezu groteske- Bescheidenheit seitens des Autors ergibt. Das "Wir" steht jedoch auch für den Appell, den Schmidt an jeden einzelnen von uns richtet und der mich oft hat anhalten und nachdenken lassen. Das Buch vermittelt jedem Leser, der noch einen Sinn für das Wohl der Gemeinschaft hat, dass er nicht allein in einem "Heer von Egoisten" lebt, dass er mit seiner Lebenseinstellung kein törichter Narr oder gar verachtenswerter "Gutmensch" (Achtung: Unwort!) ist. So wie Helmut Schmidt uns Jugendlichen zu seiner Kanzlerschaft ein gradliniges "Beispiel" gegeben hat, so gibt er uns heute wieder Impulse zum erneuten Innehalten, zur Besinnung auf unveräußerliche Tugenden und zur weiteren Persönlichkeitsentwicklung bzw.-festigung. Wer der heutigen "Kakophonie" und den verzweifelten Rufen nach Kanzler-Machtworten lauscht, möchte manchem Politiker die Lektüre dieses Buches dringlichst empfehlen. Wer es damals nicht bereut hat, dass Schmidt gestürzt wurde, der wünscht ihn sich spätestens nach dieser Lektüre zurück... |
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Hand aufs Herz von Helmut SchmidtBroschiert von Ullstein TbPreis bei Amazon: EUR 7,95, Angebote ab EUR 5,29 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3548364608, Erscheinungsdatum: Oktober 2003, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionBürger fragen, Politiker antworten -- ein bekanntes, aber meist nicht sehr ergiebiges Spiel. In diesem Fall ist das anders. Vielleicht weil mit Sandra Maischberger eine professionelle "Prominenten-ein-Loch-in-den-Bauch-Fragerin" dabei war, als sich Exbundeskanzler Helmut Schmidt in seinem Hamburger Haus mit sechs jüngeren Menschen zwischen 19 und 37 Jahren traf und ihnen Rede und Antwort stand. Herausgekommen ist ein von vorne bis hinten interessantes Interview-Buch, das einem den etwas spröden, aber wohltuend geradlinigen Menschen Helmut Schmidt ebenso nahe bringt (unter anderem als lebenslangen Musik- und Kunstliebhaber) wie den Politiker, der zweifellos zu den auffallendsten politischen Köpfen in der Geschichte der Bundesrepublik gehört -- und neben dem der heutige SPD-Kanzler trotz seines Medientalents eher wie ein Leichtgewicht wirkt. Schmidt äußert hier nicht nur sehr dezidiert seine Meinung zu aktuellen politischen Fragen -- vom 11. September und seinen Folgen bis zur Regierungsperformance "seiner" SPD und der Bundestagswahl 2002 --, er gewährt auch Einblicke in der Kategorie "Wie-war-das-damals-eigentlich": vom Nato-Doppelbeschluss, der im Grunde seine Idee war und ihn am Ende die Regierungsmehrheit kostete, über sein vielschichtiges Verhältnis zu Willy Brandt, bis zur Zeit des RAF-Terrorismus, wo man als Bundeskanzler mit Entscheidungen auf Leben und Tod konfrontiert war. Sandra Maischberger kennen wir inzwischen ja als eine, die auch mal unangenehm nachfragt, nicht locker lässt. Das muss in diesem Fall auch Helmut Schmidt erfahren. "Wieviel rauchen Sie am Tag?" -- "Eine Packung." -- "Eine Packung nur?" -- "Ja, wenn Sie dabeisitzen, dann zwei. Sie regen mich auf." Diese Aufregung hat dem Interview in Hand aufs Herz sehr gut getan! --Christian Stahl 3 Kundenrezensionen:für die "Generation Golf" interessant 4 von 5 PunktenMeine politische Erinnerung beginnt mit der "Abwahl" Helmut Schmidts. Ich wollte diese Persönlichkeit, die man sich heute noch in dieser Art an vielen Stellen wünschen würde, näher kennenlernen. Dies gelingt vorallem auch zwischen den Zeilen, in einem Gespräch mit jemanden, der mit seinem glaskaren Verstand und einem ereignisreichen Leben, wirklich etwas zu sagen hat und dies ohne parteipolitische "Nebel-Rhetorik" auch tut. Dies setzt nicht voraus, dass der Leser immer einer Meinung sein muss. Sehr persönliche Eindrücke des Ex-Bundeskanzlers 5 von 5 PunktenDieses Buch ist jedem zu empfehlen, dem die klare, sachliche und verständliche Art des Ex-Bundeskanzlers bekannt ist und gefällt. In diesem Buch bezieht Helmut Schmidt Stellung zu allen möglichen politischen und auch privaten Fragen, die ihm von verschiedenen Personen gestellt worden sind. Da es kein vorverfasstes Buch ist, sind sehr spontane Antworten zu lesen, die dadurch um so interessanter sind, da sie nicht wie sonst üblich vor- bzw. nachbearbeitet wurden. Allen Freunden, aber auch allen Nichtfreunden von Helmut Schmidt sei dieses Buch ans Herz gelegt, da es sehr sachlich geschrieben ist und informativen Charakter in dem Sinne besitzt, da zu aktuellen politischen Themen Stellung bezogen wird. Was auf der Rückseite des Buches bereits angekündigt wird, kann ich indes nur bestätigen: Das wohl persönlichste Buch des Ex-Bundeskanzlers. Wie aus einer Wundertüte 5 von 5 PunktenWas Sandra Maischberger dem ehemaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt in 4 Gespächsrunden entlockt, ist wieder einmal mehr ein Genuß - nicht nur zu lesen -, auch zu verarbeiten. Da kommt nicht nur Interesse auf an einem bisherigen Lebenslauf, der durch und durch ehrlich deutsch ist, nein, mit Humor und mit ( zwischen den Zeilen stehender ) Raffinesse wird auch schwieriges Umfeld beleuchtet. Zum Beispiel, daß es Finanzminister sehr schwer haben und Botschaften für sogenannte Botokudenstaaten durchaus teuer ein können. Und immer wieder auch spitzt das Lausbubengesicht von Frau Schmidt in die Runde, um zu würzen, z.B. mit Erinnerungen an die und die Geschichte und wie es manchmal doch schwer war mit dem Haushalten. Wo doch Manager heutzutage fast das Zwanzigfache des Gehaltes verdienen, was einem deutschen Bundeskanzler zusteht. Aber, immerhin, auch die wichtigen Fragen werden nicht ausgespart. Und so lernen wir von einem hanseatisch geprägten Staatsmann die wichtigen Dinge auf dieser Erde kennen, wie es weitergeht mit China, mit der Weltbevölkerung, mit der Kostenexplosion im Gesundheitswesen, mit dem Einfluß des Fernsehens z.B. und vieles, vieles mehr, wodurch, würden wir es annehmen, wir vielleicht glücklicher würden ( Musik, Literatur, Gespräche, auch menschliches Miteinander). Hier, im privaten Bereich aber liegen die wirklich substanziellen Werte und Empfehlungen für uns. Wir alle würden sicherlich noch mehr hören und lesen können, auch zum Thema jugendlicher Gewalt, doch dieses Thema war bei Drucklegung bzw. Aufzeichnung des Gespäches anscheinend noch nicht so brisant. So darf man zusammenfassend sagen, daß hier zwei ansehnliche und schöne Menschen den geglückten Versuch unternehmen, uns allen etwas zukommen zu lassen, was man gemeinhin nicht nur mit "aus dem Nähkästchen" zu umschreiben pflegt. Schade eigentlich, daß nicht immer nur auf den Rat eines Erfahrenen gehört wird. Das beklagt ja auch Helmut Schmidt selbst und zwinkert dabei (aber nur dezent), wobei er sich genüsslich einen reinzieht, einen Schnupftaback natürlich. |
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Helmut Schmidt: Macht und Verantwortung - 1969 bis heute: Bd 2 von Hartmut SoellGebundene Ausgabe von DvaPreis bei Amazon: EUR 39,95, Angebote ab EUR 31,00 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3421057958, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionHelmut Schmidt war ein politisches Ausnahmetalent -- vernunftgesteuert bei der Wahl seiner Ziele, leidenschaftlich bei deren Umsetzung, ein mitreißender Redner mit außergewöhnlichen Führungsqualitäten. Stets sei Schmidt dabei ein "Pathos der Nüchternheit" zu Eigen gewesen, schreibt der Historiker Hartmut Soell in seiner dickleibigen und hoch informativen Biografie über den SPD-Politiker und späteren Bundeskanzler. Schmidts Markenzeichen sei es gewesen, kühl zu entscheiden und schnell zu handeln, anstatt lange Zeit mit Theoriedebatten zu verschwenden: Soell führt dies auf Schmidts Erfahrungen als Frontsoldat im Zweiten Weltkrieg zurück. In diesem ersten Band der Biografie begleitet Soell Schmidts Lebenslauf von der Geburt 1918 bis Ende der 1960er-Jahre, als der SPD-Spitzenmann längst zum "dynamischen Zentrum" seiner Partei und Fraktion geworden war. Gerade aus der Jugendzeit Schmidts weiß der Autor Aufschlussreiches zu berichten. Große Bedeutung misst Soell etwa der Tatsache bei, dass Schmidts Großvater Jude war. Die Furcht, dass dies während der NS-Zeit bekannt werden und schlimme Folgen für die Familie haben könnte, habe wie ein "Schatten" auf dem Leben des Heranwachsenden gelegen. In der Nachkriegszeit zeichnet Soell die politische Karriere Schmidts nach: Diese begann mit ersten Ämtern in Hamburg (wo er sich besonders als Innensenator während der Sturmflut 1962 bewährte) und führte dann schnell in den Bundestag. Dort stieg Schmidt schließlich zum SPD-Fraktionschef in der Zeit der Großen Koalition auf. Auch Privates findet Platz in diesem Buch, etwa die lebenslange Beziehung zwischen Schmidt und seiner Frau Loki, die bereits in der Schulzeit begann. Soell hat ein im wahrsten Sinne des Wortes gewichtiges Werk verfasst. Zahllose, teils bislang unerschlossene Quellen hat der Autor ausgewertet. Leider verfügt Soell nicht über das Talent, das Wesentliche auch einmal in knapper Form zusammenzufassen, sich auf einen roten Faden zu konzentrieren. Stattdessen erzählt er viele Reden oder Gesetzentwürfe in ermüdender Ausführlichkeit nach. An Faktendichte und Detailreichtum dürfte diese Biografie jedoch nicht so schnell zu überbieten sein. Ein wirkliches Standardwerk mit hohem wissenschaftlichen Anspruch. --Christoph Peerenboom Eine Kundenrezension:Ein gelunges wissenschaftliches Werk 5 von 5 PunktenDieser erste Band von Hartmut Soells großer Schmidt - Biografie besticht sowohl durch inhaltliche Präzision als auch durch eine adäquate Versprachlichung. Besonders aufgrund des letztgenannten Aspekts unterscheidet er sich wohltuend von anderen Autoren, deren sprachliches Niveau zuweilen den Vergleich mit der stilistischen Qualität einer einfachen Lokalzeitung scheuen muss. Setzt man ein gewisses politisches und geschichtliches Interesse voraus, so wird dieses Werk niemals langweilig. Vielmehr hat der Leser die Möglichkeit sich nicht nur mit dem persönlichen Werdegang Schmidts, sondern auch mit der Geschichte der frühen Bundesrepublik noch einmal intensiv zu beschäftigen. Gerade diese umfassende Sicht des politischen Kontexts im Gegensatz zu Biografen, die sich auf die reine Beschreibung des Lebens und Wirkens ihres Forschungsobjekts beschränken und damit zu einer isolierten und teilweise höchst subjektiven Betrachtungsweise gelangen, verdeutlicht das hohe Niveau Hartmut Soells. Die Detailkenntnisse des Autors, die sowohl durch den Umfang als auch durch das Anmerkungsverzeichnis belegt werden, verdeutlichen die besondere wissenschaftliche Qualität der Ausführungen des Historikers. Es ist zu hoffen, dass der zweite Band der Biografie ähnlichen Ansprüchen genügen wird. |
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Bilanz eines großen Staatsmannes von Helmut SchmidtAudio CD von Hoffmann und CampePreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 8,89 ISBN: 3455320589, Erscheinungsdatum: November 2008 |
Amazon.de-HörbuchrezensionEs ist nicht immer gut, alte Sachen aufzuwärmen. Altes wirkt oft abgestanden, und spätestens beim zweiten Rezipieren wird einem klar, warum es in Vergessenheit geriet. Bei Hörbüchern ist das nicht anders. Hier wird, um den Hype zu befriedigen, hin und wieder etwas aus der Mottenkiste der Rundfunkanastalten geholt und mit einem neuen Cover versehen, was man besser darin belassen hätte. Oder doch zumindest hätte aktualisieren müssen. So ist es auch mit der CD-Produktion Helmut Schmidt. Bilanz eines großen Staatsmanns, die anlässlich des 90. Geburtstags des Politikers wieder aus den Archiven des Norddeutschen Rundfunks (NDR) heraus gekramt worden ist. Nur, leider, ist dem Gespräch von Joachim Knuth und Volker Herres, das offenbar fürs Fernsehen produziert wurde („Herzlich willkommen liebe Zuschauer“), das Alter deutlich anzumerken. Zwar erfährt man einiges über Helmut Schmidts bewegtes Leben. Zwar formuliert der große alte Mann der deutschen Politik teils brillant und lässt seine Vergangenheit, die Nachkriegszeits sowie seine Kanzlerschaft mitsamt ihrer Besonderheiten (Mogadischu, RAF, Schleyer-Entführung) lebhaft und teils überraschend auferstehen („Schleyer hat seinen Tod mitverschuldet“). Nur, leider, ist immer noch Gerhard Schröder Bundeskanzler, denn die Produktion hat fünf Jahre auf dem Buckel. Und die beiden Journalisten sind beizeiten derart vor Erfurcht erstarrt, dass sie sich das ein und andere Mal von Schmidt vorführen lassen -- etwa da, wo der Alt-Bundeskanzler betont, bestimmte Dinge nie gesagt oder gemacht zu haben. Das ist dann schon ein wenig peinlich. Und auch schlecht recherchiert. Wer sein Wissen über „einen großen Staatsmann“ tatsächlich bereichern und dazu noch reinen Hörgenuss erleben will, der sollte lieber zu Detlef Michelers’ brillantem, ebenfalls vom NDR produziertem Feature Helmut. Schmidt. Ein deutscher Politiker greifen. Da nämlich kann man sehen, dass es manchmal besser ist, alte Sachen wegzulassen und lieber etwas Neues zu machen. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de 1 CD, 64 Minuten |
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Nachbar China von Helmut Schmidt, Frank SierenTaschenbuch von Ullstein TbPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 3,90 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 354836974X, Erscheinungsdatum: Dezember 2007 |
Aus der Amazon.de-RedaktionIm 15. Jahrhundert verließ eine gewaltige Armada das chinesische Festland, Hunderte von Schiffen, zehnmal so groß wie Kolumbus' Santa Maria, an Bord eine Streitmacht von 20.000 Soldaten. Die Flotte segelte bis zur afrikanischen Küste - und machte kehrt. Danach wurde in China die Seefahrt verboten, die Pläne der Schiffe vernichtet. Das Land beschloss, sich um den Rest der Welt nicht zu kümmern -- die erstaunlichste Entscheidung in der chinesischen Geschichte, wie der China-Kenner und Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt sagt. China war drauf und dran eine Welt-Seemacht zu werden -- und wählte die Isolation. Eine Entscheidung, ohne die es die koloniale Expansion nach Osten vielleicht nicht gegeben hätte. Ebenso wenig wie den Niedergang des Reichs der Mitte, das im 19. Jahrhundert am westlichen Kolonialismus zerbrach. Nun ist China wieder da, und die Welt versucht zur verstehen, was sich dort ereignet. Deshalb sind Bücher über China gefragt. Doch das Buch Nachbar China ist etwas Besonderes. Es basiert auf tagelangen Gesprächen, die Frank Sieren, China-Korrespondent der Wirtschaftswoche und einer der führenden deutschen China-Spezialisten, so die London Times, mit dem früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt geführt hat. Sorgsam editiert füllen diese Gespräche mehr als 300 Seiten -- eine wahre Fundgrube an Wissen über das Riesenreich im Osten, und zudem Zeitgeschichte aus Erster Hand. Denn Helmut Schmidt pflegt seit mehr als dreißig Jahren einen engen Meinungsaustausch mit der Führung in Peking. 1975 hat er Mao Zedong persönlich kennen gelernt, sich später mit Deng Xiaoping zu einem persönlichen Gespräch getroffen, und mit dem ehemaligen Premierminister Zhu Rongij verbindet ihn eine tiefe Freundschaft. Mit diesem Buch will Schmidt dazu beitragen, dass der leichtfertigen moralischen und politischen Besserwisserei der Boden entzogen wird. Und er will mit dem Vorurteil aufräumen, dass China an den heutigen ökonomischen und sozialen Problemen Westeuropas schuld sei: Der dem europäischen Publikum immer wieder erweckte Eindruck, weil China neuerdings Mitglied des globalen Weltmarkts geworden sei, gefährde es unsere Arbeitsplätze und unseren Wohlstand, ist falsch. Das Buch ist eine eindringliche Mahnung, sich mit unserem neuen großen Nachbarn zu beschäftigen: China verstehen, darum geht es. Schmidt und Sieren fordern Respekt vor China und seiner dreitausend Jahre alten Tradition. Einer Tradition, ohne die sich die heutige wirtschaftliche Expansion des Riesenreiches ebenso wenig begreifen lässt, wie sein Verzicht auf den Aufstieg zur Weltmacht im 15. Jahrhundert. -- Winfried Kretschmer 5 Kundenrezensionen:Nachdenklich und klug 5 von 5 PunktenHelmut Schmidt nimmt wie immer kein Blatt vor den Mund und schert sich wenig um Political Correctness. So erläutert er, warum China nicht den Weg Russlands gegangen ist und damit vieles vielleicht sogar besser macht. Er kritisiert die Arroganz und Ignoranz des Westens gegenüber China. Ein sehr lesenswertes Buch. kurz und bündig 5 von 5 Punktenes ist ein gutes Buch, sehr lesenswert und sehr informativ. Mir hat das Buch einmal mehr die Augen öffnen können. China kann man als Bedrohung wahrnehmen, muss dies aber nicht zwangsläufig. Hinter dieser Angst lässt es sich ja auch immer leicht verstecken. Schnell ist da der Sündenbock gefunden. Viel Hintergrundwissen aus einer langen Beziehung bietet der Altkanzler und man merkt, dass ihm China am Herzen liegt. Sehr interessant 5 von 5 PunktenDas Gespräch mit Frank Sieren und Helmut Schmidt befasst sich mit sehr vielen Themen über die Taiwan-Frage, die Globalisierung, das Militär, das Verhältnis zu den USA usw. Schmidt legt eine profunde Kenntnis Chinas an den Tag. Seine klare Haltung, dass wir Europäer nicht immer die einzige richtige Sichtweise haben, überzeugt. Dieses Buch ist sehr zu empfehlen, man sieht danach viele Dinge, die in China passieren oder passierten, in einem anderen Licht. Lu Xun 4 von 5 PunktenHelmut Schmidt im Gespräch mit Frank Sieren, über China, zeigt uns auf: Die heutige Weltlage, die Globalisierung hat an der Oberfläche alles verändert und unendlich vieles zerstört. Die Chinesische Mythologie begann mein Interesse zu wecken, als ich mit 24 Jahren, 1966 eine Chinesin kennenlernte und wir ein Jahr lang ein Liebespaar waren. Sie übersetzte und schrieb mir oft kleine Gedichte von dem Lyriker Lu Xun. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland, verloren wir uns aus den Augen, doch nicht aus dem Sinn. Ich wollte mehr über China wissen. Ich suchte und fand. Die Chinesen, einst das friedlichste und an antimilitaristischen Bekundungen reichste Volk der Erde, sind eine gefürchtete und rücksichtslose Nation geworden. Sie haben das heilige Tibet, neben Indien das frömmste aller Völker, barbarisch überfallen und erobert, und sie bedrohen dauernd Indien und jedes Nachbarland. Wir können das nur konstatieren. Schmidt verurteilt jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten einer Nation. Er tut gut daran. Vergleicht man etwa das politische Frankreich oder England des 17. Jahrhunderts mit dem heutigen, so zeigt sich, dass der politische Aspekt einer Nation sich im Lauf weniger Jahrhunderte gewaltig verändern kann, ohne dass dies auch eine Veränderung im Kern des Volkscharakters bedeuten müsste. Wir müssen wünschen, dass auch im chinesischen Volk über die Zeiten dieser Verstörung hinweg sich vieles seiner wunderbaren Charakterzüge und Begabungen erhalten. Die mythischen und historischen Dynastien der vergangenen chinesischen Welt, lassen das wahrscheinlich sein. Dieses Gespräch Helmut Schmidts mit Frank Sieren, in Buchform, hat mein bescheidenes Wissen über China bereichert, besonders, weil Helmut Schmidt China und einige seiner einflussreichen Menschen, persönlich gekannt hat und kennt. Dieses Wissen, dieser beiden Dialogpartner sollte jeder für sich nutzen, der auch nur das geringste Interesse an China hat. Die Lektüre, in hautnaher Dialogform war mir ein großer Gewinn und brachte mir außerdem das Wesen unseres ehemaligen Kanzlers näher. Peter A. Bruns China Bashing 5 von 5 PunktenEin sehr interessantes Buch über die Entwicklung von China in den letzten Jahren aus einer deutschen Sicht. Gerade wenn man mal eine andere Meinung hören möchte als die regelmäßig in den deutschen Medien vertretene ist dieses Buch sehr zu empfehlen! |
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