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Ein amerikanischer Traum. Die Geschichte meiner Familie von Barack ObamaGebundene Ausgabe von Hanser BelletristikPreis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 18,90 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446230211, Erscheinungsdatum: Februar 2008, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionBis zu seine Ankündigung, er wolle demokratischer Präsidentschaftskandidat werden, kannte kaum jemand außerhalb von Illinois Barack Obama. Dass der Senator aus diesem Bundesstaat schon wenige Monate später als Shooting-Star der Primaries und charismatischer Hoffnungsträger gefeiert wurde, hat das politische Establishment in seinen Grundfesten erschüttert. In seiner Autobiografie erzählt er von seinen ersten 34 Lebensjahren. Obama ist nicht nur aufgrund seines raschen Erfolgs ein Phänomen. Er ist sperrig und lässt sich nur schwer irgendeinem Lager zuordnen; wenig verwunderlich, dass die amerikanischen Demoskopen regelmäßig in ihren Vorhersagen scheitern. Obama ist schwarz, stammt aber nicht von aus Afrika verschleppten Sklaven ab. Sein Vater kam aus Kenia als Gaststudent in die USA, die Mutter ist eine weiße Amerikanerin aus Kansas. So ist er vielen Schwarzen zu weiß und hat bei den ersten Vorwahlen im "weißen" Iowa demonstriert, dass er eine Mehrheit unter weißen Wählern einfahren kann. Anderen wiederum gilt er wahlweise als neuer Martin Luther King oder J.F. Kennedy. Obama tritt in einem Land an, das hinsichtlich seiner verschiedenen Ethnien noch immer tief zerissen ist, in dem die Konfliktlinien auch für Insider mitunter schwer verständlich sind. Seine Autobiografie zeigt, wie sich diese Zerrissenheit in dem Werdegang eines Mannes spiegelt, der lange um seine Identität rang. Obamas Autobiografie ist 1995 zum ersten Mal erschienen. Er nennt sie einen "Beitrag zum Verständnis der Rassenprobleme in unserem Land..." Aus ihr lässt sich einiges über die frühen Prägungen des Newcomers erfahren und auch über seine Visionen von einem neuen Amerika. Dass er diese Erinnerungen heute anders schreiben würde, darf als gesichert gelten. So erzählt er freimütig von studentischen Marathon-Partys mit nächtelangen Diskussionen, jeder Menge Dosenbier und Zigaretten. Es sind Passagen wie diese, die nicht zum klassischen Image eines Präsidentschaftskandidaten passen wollen, die aber etwas Wichtiges leisten: Sie helfen, eine Persönlichkeit zu verstehen, die ihren eigenen, keineswegs immer geraden Weg gegangen ist; die eine juristische Karriere in Harvard begann, dann aber in der armen Chicagoer South Side Bürgeranwalt wurde, sich um die Menschen am Rande der Gesellschaft kümmerte und erst langsam in die Lokal-, Landes- und schließlich nationale Politik hineinwuchs. Entstanden ist eine fast intime Autobiografie, "eine persönliche, innere Reise ... die Suche eines Jungen nach seinem Vater und damit auch nach einem überzeugenden Lebensinhalt für ihn, den schwarzen Amerikaner." --Henrik Flor, Literaturtest 5 Kundenrezensionen:Begnadeter Schriftsteller 5 von 5 PunktenBarack Obama ist, neben allem anderen auch, ein begnadeter Schriftsteller. Er schreibt flüssig und fesselnd und dabei mit einer analytischen Prägnanz, die selten ist. Das Buch macht seinen furiosen Aufstieg plausibel. Die Umstände seiner Biographie (in Indonesien und Hawaii aufgewachsen,mit amerikanischer Mutter und kenianischem Vater) macht ihn eher zu einem Weltbürger als zu einem typischen Amerikaner). Seine Kindheit war nicht arm, doch in unmittelbarer Nähe von Armut. Von Anfang an beobachtete er genau und man glaubt ihm, dass die Menschen ihm wichtig sind. Am meisten beeindruckt mich die erste eigene Entscheidung, die er in seinem Leben getroffen hat. Nach seinem Studium begann er in einem Büro in New York zu arbeiten. Gut ausgebildet,intelligent und smart, war er dafür prädistiniert, eine klassische Karriere zu machen. Doch schon nach kurzer Zeit verliess er diese komfortable Position um Stadtteilarbeit zu machen: Unglamourös, schlecht bezahlt, nahezu hoffnungslos. Das beweist, dass er von seinem Charakter her wirklich selten ist, gerade in unserer Zeit, deren Erfolgsverständnis eindimensional geworden ist. Was mich überraschte: Welche Rolle die Hautfarbe in seinem Leben und in seinem Denken spielt. Sie ist, neben seinem fast unbekannten Vater, eine der Haupttriebkräfte seiner Entwicklung. Das Buch verströmt Optimismus und Kraft, es spornt an und ist dabei weder pathetisch noch eitel. Am Ende bleibt dennoch eine Frage: Wie kann jemand nur so perfekt sein? Er hat sogar richtig pubertiert. Der leibhaftige amerikanische Traum 3 von 5 PunktenVom Sohn eines kenianischen Ziegenhirten zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten - Barack Obamas Lebensgeschichte kann sich sehen lassen und auch wenn man Politiker im Grunde an ihren Leistungen messen sollte, so kann es sich doch lohnen, sich mit den familiären Hintergründen des "schwarzen Kennedys" zu befassen. Und "Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie" ist dafür die beste Quelle, denn das Werk zeichnet nicht nur Obamas Familiengeschichte nach, sondern wurde vom 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich verfasst. Dadurch ist es schon einmal erheblich authentischer als der Großteil jener Biografien die nach 2008 erscheinen werden, vor allem weil Obama direkteren Zugang zu den Personen hatte und seine Eltern wie Großeltern bereits verstorben sind. Dazu kommt, dass Obama seine Biografie vor dem Beginn seiner politischen Karriere im Landtag von Illinois verfasst hat, nachdem ihm ein Verleger anlässlich seiner Wahl zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der in Fachkreisen sehr renommierten Harvard Law Review einen Buchvertrag angeboten hat. Somit ist das Buch relativ frei vom Einfluss der Wahlkampfstrategen und PR-Berater, die Obama 2008 zum Sieg in den Präsidentschaftswahlen verholfen haben, während die Wahrscheinlichkeit dass hier ein Ghostwriter am Werk war, zugleich erheblich geringer ist, als im Falle von "Hoffnung Wagen" (Originaltitel: The Audicity of Hope), dass 2004 im Rahmen eines auf 3 Bücher ausgelegten Vertrages erschienen ist, nachdem die Neuauflage von "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance" (Ein amerikanischer Traum) bis Sommer 2005 fast 40 Wochen in der New York Times Bestsellerliste überstanden hat und als von Obama gesprochenes Hörbuch 2006 sogar einen Grammy abgeräumt hat. Der Erfolg der beiden Werke Obamas mag dazu beigetragen haben, dass sich in seinen Reden immer wieder Querverweise auf die Biografie finden lassen und es Redenschreibern und Ghostwritern so gut gelungen ist, den persönlichen Stil Obamas für seine Ansprachen zu verwenden, was vielleicht zu seinem Ruf als brillanten Rhetoriker und sehr "authentischen" Vortragenden, auch wenn er vom Teleprompter abliest, beigetragen hat. Manche Passagen mögen sich für Obamas politische Ambitionen sogar als hinderlich erwiesen haben, wie er im Vorwort zur Neuauflage von 2004 sogar anmerkt, jedoch ändert das nichts daran, dass er sein Buch im großen und ganzen genau so wieder geschrieben hätte. Allerdings muss man anmerken, dass manche der verhängnisvollen Stellen zwar auszugsweise gute Munition für Gegner abgeben, die Lektüre des Gesamtwerks jedoch viel dazu beitragen kann, die Beweggründe und Umstände zu verstehen. Grob unterteilen lässt sich Obamas Biografie in die drei Abschnitte Kindheit, Chicago und Reise nach Kenia. Dabei erzählt er jedoch weniger seine Lebensgeschichte, als vielmehr in der Tradition der in den USA sehr beliebten Ahnenforschung seine kulturelle und persönliche Identitätssuche herauszuarbeiten. Das führt vor allem dazu, dass das Werk am Ende etwas unvollständig bleiben muss und viele Ereignisse nur im Schnelldurchlauf abgehandelt werden, während er der Suche nach sich selbst erheblich mehr Platz einräumt. Daraus resultiert auch, dass das Werk mit der Reise in das Heimatland seines Vaters und den Erlebnissen dort, endet. Was aus Barack Obama nach seiner Rückkehr in die USA wurde, der Beginn seines Studiums in Harvard, die Wahl zum Präsidenten der Harvard Law Review, die Arbeit als Anwalt und die ersten politischen Gehversuche bei der Wähleregistrierung, ja sogar die beginnende Beziehung zu seiner späteren Frau Michelle Robinson, all das fehlt, da die Erzählung ungefähr 1988 endet. Manches lässt sich allerdings in Obamas zweitem Buch "Hoffnung wagen" nachlesen, welches allerdings eher als politisches Manifest/Analyse zur Lage der Nation gilt. Obwohl die Biografie, dem deutschen Journalisten Christoph von Marschall zufolge, weitgehend der Wahrheit entspricht und von verschiedenen Quellen bestätigt wurde, hat sich Obama einiger "Tricks" bedient, indem er nicht nur neue Namen für manche Zeitgenossen kreiert, sondern auch manche Personen fusioniert und Worte in den Mund gelegt hat, die so zwar nicht gefallen sind, aber grob dem Gesprächsinhalt entsprochen haben. Das ändert natürlich nichts am hohen Wert des Werkes als biografischer Quelle, wenngleich es als Autobiografie eher ungeeignet ist. Zum Teil liegt das daran, weil dem Buch eindeutig ein Inhaltsverzeichnis fehlt, aber auch aufgrund des fehlenden Namens- oder Personenregisters. Interessant wären im Zusammenhang mit einer Autobiografie auch Fotos gewesen, die sich jedoch einzig und allein auf dem Umschlag finden. Ergo bleibt vieles dem persönlichen Vorstellungsvermögen überlassen und das passt gut zu Obamas Stil, der sich in "Ein amerikanischer Traum" von seiner betont verträumten, romantisierenden Seite zeigt. Obwohl es ein sehr persönliches Stück Geschichte ist und Obama als Autor durchaus immer wieder Einblick in seinen Gedanken- und Gefühlswelt bietet, bleibt er unbemerkt relativ oberflächlich, was daran liegen könnte, dass er sich, wie er zugibt, manche Dinge doch vom Hörensagen her selbst zusammenreimen musste. Dass es dabei zu einer Verklärung mancher Ereignisse gekommen sein kann, muss man ihm als Autor zugestehen, denn die subjektive Perspektive ist in einer Autobiografie durchaus gewollt, besonders wenn er seinem Umfeld gegenüber kritisch auftritt. Hinter der blumigen Sinnsuche verbirgt sich jedoch auch die typisch amerikanische Begeisterung für Ahnenforschung, der Versuch über seine Abstammung an das Lebenswerk der Ahnen anzuknüpfen und sich direkt in die Tradition der "amerikanischen Helden" zu stellen und sich so zusätzlich im historischen Kontext Legitimation für seine Anliegen zu verschaffen. Bei Obama dient dieser Versuch zwei Zielen, einerseits ihn als liberal zu positionieren und andererseits als Verkörperung des American Dream darzustellen, wobei alle Zweifel an seiner Bindung zur black community ausgeräumt werden sollen. Dabei stellt das Argument, dass Obamas Vater keineswegs ein einfacher Ziegenhirte aus Kenia war, sondern nach dem Besuch einer britischen Kolonialschule mit einem Stipendium in den USA und sogar Harvard studierte, kein wirkliches Hindernis dar, die Betonung dieser einfachen Herkunft, wie in der Rede vor dem Demokratischen Parteitag 2004, ist lediglich eine von vielen Floskeln, denen sich Obama aufgrund seiner besonderen Herkunft bedienen kann. Barack Obamas Geschichte beginnt nämlich nicht mit seiner Geburt, sondern in der Jugend seiner Großeltern. Stanley Dunham wuchs selbst bei seinen Großeltern auf, nachdem sein Vater, der Frauenheld, die Familie verlassen und seine Mutter sich das Leben genommen hatte. Gramps, wie er von seinem Enkel später liebevoll genannt wurde, der mit seinen zurückgekämmten Haaren aussah, wie ein "Itaker", flog bereits als Kind kurz von der Schule, nachdem er einen Lehrer geschlagen hatte. Später zog er auf der Suche nach dem großen Abenteuer und Gelegenheitsjobs durch die Staaten und fand in Madelyn Lee Payne eine Frau die von seiner Weltgewandtheit fasziniert war. Mit dem Kriegseintritt der USA, meldete sich Gramps freiwillig zur Armee und so wurde ihre gemeinsame Tochter Ann 1942 auf einem Armeestützpunkt geboren. Nach mehrfachen Umzügen verschlug es die Dunhams nach Hawaii, wo die 68erin Ann den idealistischen Austauschstudenten Barack Hussein Obama kennen lernte. Obama senior war während der Kindheit und Jugend seines Sohnes weitgehend eine nicht greifbare Figur, welche nach der Scheidung von Ann Dunham nur noch ein einziges Mal in das Leben des jungen Barack trat, als er die Familie eines Weihnachtens für einige Wochen besuchte. Bis zu seinem Unfalltod, dem Treffen mit seiner Halbschwester Auma und der Reise nach Kenia blieb Obama sr. eine Projektionsfläche für den Sohn im fernen Amerika. Nach der Heirat seiner Mutter mit dem indonesischen Austauschstudenten Lolo Soetoro, aus der Halbschwester Maya Soetoro-Ng hervorging, übernahm dieser zumindest für einige Zeit die Vaterrolle für den Jungen, bis "Barry", wie er meist genannt wurde, wieder in die USA zurückkehrte und fortan bei seinen Großeltern lebte. In einem Land wo Minderheitenpolitik immer mehr hinterfragt wird und demografisch bedingte Entwicklungen die Illusion von einer mehrheitlich protestantisch geprägten weißen angelsächsischen Nation längst zur Vergangenheit gemacht haben, steht Barack Obamas Erfolgsgeschichte für einen bedeutenden Ausnahmefall, hat er es doch als erst dritter Afroamerikaner in den Senat und als bisher überhaupt einziger ins Oval Office geschafft. Dennoch ist seine ungewöhnliche Lebensgeschichte zwar Beispiel für die Möglichkeiten des American Dreams, entzieht sich aber zugleich des Versuchs der Nachahmung, denn am Ende relativiert sich alles, am Ende ist er der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, der bei den Großeltern aufgewachsen ist, jedoch immer gute Schulen besuchen konnte und "die Verzweiflung und die Unruhe der Ohnmächtigen [...] wie sie das Leben der Kinder auf den Straßen von Djakarta, Nairobi und in der Chicagoer South Side beeinflusst, wie schmal der Grat zwischen Demütigung und grenzenloser Wut ist, wie schnell aus Hoffnungslosigkeit Gewalt wird" nie am eigenen Leib erfahren musste, sie jedoch aus seinen Beobachtungen als Kind, Sozialarbeiter, Anwalt und Politiker kennt. Change we can believe in, mag er seinen Wählern 2008 versprochen haben und doch sollte man nach 8 Jahren George W. Bush nicht von antiamerikanischen Bush-Bashing in bequeme Heldenverehrung verfallen, sondern auch Barack Obama, wie jeden Politiker an seinen Taten und nicht den Worten messen. "Ein amerikanischer Traum" ist keine Offenbarung, es ist die Hintergrundgeschichte zum Symbolcharakter Präsident Obamas, der darin Ideale formuliert hat, an denen er legitim gemessen werden kann. Veränderung sei nur von der Basis aus möglich, daher wollte er Stadtteilarbeit machen und daher ist "Yes, we can!" ein Wahlspruch der wie kein anderer zu ihm passt, denn er entspricht Obamas Grundüberzeugung, dass nur die amerikanische Gesellschaft die Kraft besitzt, die USA zu verändern. Und man ist geneigt ihm zuzustimmen, ist er doch ein scharfsinniger Beobachter, dessen Schilderungen der Chicagoer South Side auch viel dazu beitragen, umstrittene Persönlichkeiten wie Jeremiah Wright und die gesellschaftlichen Probleme der USA zu begreifen. "Ein amerikanischer Traum" verkörpert einen besonderen Charme, das Buch ist aufrichtig und verträumt, eine fast romanartige Suche nach Herkunft und Identität. Da es noch vor Beginn der wirklich politischen Karriere Barack Obamas entstanden ist, ist es wahrscheinlich auch erheblich authentischer und näher am "wahren Obama" dran, als alles was nach 2004 kam. Indes bleibt das Buch in vielerlei Hinsicht sehr schwammig, was es als Biografie zwar sein darf, aber enttäuschend wirken lässt, wird doch allein das afroamerikanische und liberale Erbe Obamas behandelt, was ihn allein aber noch nicht ausmacht. Was fehlt ist das Leben fern der Suche nach sich selbst, die nackten Fakten, auch jene über Leben und Liebe. Fakt ist, obwohl 1995 erschienen, behandelt das Werk nur Obamas Leben bis 1988 und konzentriert sich dabei vor allem auf die kulturellen und familiären Aspekte, wobei vieles außen vor bleibt, etwa seine Jahre in und nach Harvard. Ist man vom oft ausschweifenden und blumigen Stil des US-Präsidenten nicht ganz hin und hergerissen, ja wünscht man sich ab und zu, vielleicht etwas konkretere Informationen über Obamas Leben, man könnte enttäuscht sein. Das heisst nicht, Obamas Werk wäre nicht authentisch, denn genau das ist es. Gefühle, Gedanken, Einsichten, Obama vermittelt sie hervorragend, nichtsdestoweniger ist es die Synthese aus dieser emotionalen Tiefgründigkeit und einer kaum beachteten biografischen Oberflächlichkeit, aufgrund derer man sich klar sein sollte, dass Obamas "Autobiografie" in vielerlei Hinsicht den gängigen Vorurteilen entspricht. Inhaltliche Unausgewogenheit, viele Anekdoten, übermäßige Betonung von bestimmten Handlungssträngen und all das als Folge der Vorgabe, des Titels und dieser ist im Original eben "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance". Das Ergebnis ist eine Biografie, wie man sie von Barack Obama eben erwartet. Wortgewaltig und doch träumerisch, eine Suche nach dem Erbe eines Mannes den er nie kannte, dessen Idealen er sich aber irgendwie trotzdem verpflichtet fühlt. Die daraus resultierende Unterordnung des "Lebenslaufs-Teils" unter die "Identitätssuche" muss man jedoch schlucken, genauso wie die fehlenden 7 Jahre zwischen der Kenia-Reise 1988 und dem Erscheinungsdatum 1995, diese passten nicht mehr ins Konzept. Ebenso wenig erfährt man über politische Zielsetzungen oder Persönliches, sofern letzteres nicht mit der Suche nach sich selbst oder Kindheitserinnerungen zu tun hat. Was unterm Strich bleibt sind 90% Roman über die Suche nach den Wurzeln und 10% Biografie, die es auf mehrere 100 Seiten ausgedehnt sicher bald in den ersten Barack H. Obama-Biografien nachzulesen gibt. Einzig der Bonus, dass das Werk von Obama selbst geschrieben ist und viele der Quellen die er dazu nutzen konnte, bereits verstorben sind, können es langfristig von den Werken Dritter abheben. Fazit: Auch inhaltlich etwas verträumt und ganz eindeutig Obamas Stil entsprechend, eine fast romanartige und vor allem sehr authentische, gefühlsbetonte Autobiografie über die Suche nach einer Antwort auf die Frage "Wer bin ich?". Sehr persönlich und aufschlussreich 5 von 5 PunktenDer Stil des zum ersten Mal vor ca. 14 Jahren erschienenen Buchs ist für einen Politiker sehr persönlich gehalten, der Inhalt insgesamt sehr aufschlussreich. "Ein amerikanischer Traum" beschreibt im Wesentlichen drei Lebensstationen: Barack Obamas Kindheit in Hawaii und Indonesien, dann den Beginn seiner politischen Arbeit in Chicago und schließlich die Suche nach seiner Familie und seinen Wurzeln väterlicherseits in Afrika. Wer sich ein genaueres Bild des neuen amerikanischen Präsidenten machen möchte, der sollte das Buch unbedingt lesen. Seine ganze Lebensgeschichte macht deutlich, dass dies tatsächlich mal wieder ein "amerikanischer Traum" ist, denn im Grunde könnte er als ein Amerikaner mit Migrationshintergrund bezeichnet werden: Geboren wird er auf Hawaii - weitab vom amerikanischen Festland - als Sohn einer weißen Studentin aus Kansas und eines schwarzen Studenten aus Kenia. Schon zwei Jahre nach seiner Geburt trennen sich die Eltern wieder. Die Mutter heiratet bald wieder, diesmal einen indonesischen Studenten, dem sie - zusammen mit Barack - bald in dessen Heimat (noch weiter vom amerikanischen Festland entfernt) folgt. Erst mit 10 kehrt Barack Obama nach Hawaii zurück, wo er zunächst von den Eltern seiner Mutter aufgezogen wird. Dies zeigt zweierlei: Erstens unterscheidet sich Obama mit seiner Lebensgeschichte ganz erheblich von den meisten Afroamerikanern, und zweitens erwarb er schon frühzeitig weit über die USA hinausgehende Erfahrungen, zu denen beide Familienstränge (väterlicherseits und mütterlicherseits) beigetragen haben. Diese frühen Erfahrungen, gepaart mit einer genauen Beobachtungsgabe, mit Intelligenz und Empathie und den Grundlagen, die er bei seiner politischen Arbeit in Chicago erworben hat, haben ihn wohl zu der Person gemacht, die nun auf eindrucksvolle Weise die US-Präsidentschaftswahl gewinnen konnte. American Dream come true 5 von 5 PunktenIn der enthusiastischen Stimmung nach Obamas Wahl habe ich mir dieses Buch des künftigen Präsidenten der USA besorgt. Es handelt sich um seine Autobiographie - aber das Erstaunliche ist, dass sie bereits 1995 erschienen ist, von einem Niemand also, der gerade einmal am Anfang seiner 30er sein Jurastudium beendet hatte und sich eine einjährige Auszeit nahm, um dieses Buch über sein Leben und seine Familie zu verfassen. Gleichwohl ist es von einem Menschen verfasst, der sich zu Höherem berufen fühlt und der weiß, dass er es erreichen wird. Natürlich hat auch ein Obama vor 14 Jahren nicht geahnt, dass in ihm ein künftiger Präsident der Vereinigten Staaten schlummert. Und so handelt es sich - gemessen an der späteren staatstragenden Bedeutung des Autors - um ein außergewöhnlich offenes und privates Buch. Ein außergewöhnlicher Fall, denn normalerweise erscheinen solche Lebenserinnerungen erst im nachhinein und sind versehen mit allen Finessen der Distanzierung, die das Amt nun einmal mit sich bringt. Hier lesen wir die erfrischende Geschichte eines Unbekannten, welchem allerdings aufgrund seiner ungewöhnlichen familiären Geworfenheit eine außergewöhnliche Lebensgeschichte blüht. Barack ist der einzige Sohn einer amerikanischen jungen Frau und eines aus Kenia stammenden schwarzen Studenten. Die Ehe geht bald in die Brüche und die Mutter, die offenbar zu exotischen Lebensformen neigt, nimmt mit ihrem kleinen Jungen Reißaus nach Indonesien, wo sie mit einem zweiten Mann lebt. Dort verbringt der kleine Obama die ersten Jahre seiner Erinnerung und entwickelt schon früh ein Gefühl dafür, an einem fremden Ort zu leben, wo sie eigentlich nicht hingehören. Erste Reflexionen über Heimat und Fremdheit drängen sich bereits dem jungen Obama auf. Der Lebensentwurf in Indonesien scheitert. Mutter und Sohn kehren zurück in die USA - nach Hawai. Fortan lebt die Familie zusammen mit den Eltern der Mutter. Der junge Barack Obama wächst bei den Großeltern auf. Der mehrwöchige Besuch des Vaters aus Kenia ist eine besonders lesenswerte Episode. Am meisten beeindrucken allerdings die Reflexionen und Einsichten über das Schwarz-Sein in der Welt der Weißen. Die Komplexität dieses Problems wird einem nicht-amerikanischen durch die Bewusstseinsschärfe Obamas erst wirklich klar. Besonders stark in diesem Zusammenhang ist dann auch die Passage, in der die versteckten Vorurteile der eigenen Großmutter deutlich werden - nicht gegenüber ihrem Enkel, aber im allgemeinen. Hier wird einem einmal deutlich, welch tiefe Bewusstseinsdimensionen Xenophobien berühren - jenseits aller Multi-Kulti Ideologie. Umso erstaunlicher ist es, dass es Obama gelungen ist, die Hautfarbe nicht zum Wahlkampfthema zu machen. Ein weiterer großer Teil des Buches betrifft seine politischen Lehrjahre als "Organizer" in den verkommenen sozialen Wohnbausiedlungen Chicagos. Hier verdient sich Barack in seinen 20er Jahren seine Sporen. In den Ghettos Chicagos versucht er - getragen vom Enthusiasmus über den ersten schwarzen Bürgermeister Chicagos in den 80er - Gutes zu tun. Nach zwei Jahren sozialer Arbeit bekommt er ein Stipendium und geht nach Harvard. Auch hier wieder die Auseinandersetzung, die alle erfolgreichen Schwarzen trifft: Bist du einer von uns oder von denen. Aber Obama findet Alternativen zu diesen Optionen, einen mittleren Weg, der ihn bis an die einsame Spitze der Vereinigten Staaten geführt hat. Ein letzter Teil spielt in Kenia, wo Obama vor seinem Studium seine väterliche Familie aufsucht - der Vater ist bereits verstorben - und sich mit seinen Ursprüngen auseinandersetzt. Dieser Teil weist kulturell eine ganz andere Färbung auf und liest sich ausnehmend interessant. Insgesamt handelt es sich um eine ausgesprochen interessante Lektüre, die sich auch literarisch überhaupt nicht zu verstecken braucht. Kompakt und intelligent 5 von 5 PunktenDies ist nicht eine Lebenserinnerung der üblichen Art, sie enthält vielmehr als man erwarten könnte. Barack Obama schrieb dieses Buch bereits im Jahr 1995 und enthüllte darin seine Seele. "Dreams from My Father" so nannte er seine literarische Arbeit und sie war mehr als nur ein Versuch, sich literarisch zu zeigen. Obwohl, es ist schon der Stil, der seinen Verfasser auszeichnet und der die Leser mitnimmt. Ein Stil, der rhythmisch bewegt und alles enthält, was große Literaten auszeichnet. Man atmet mit. Das alles ist aber weißgott nicht geradezu einfach zu lesen, obwohl es einen weiterzieht in diesem großartigen Gemälde eines amerikanischen Lebens inmitten des ausgehenden 20. Jahrhunderts und hinein ins 21. Es ist mehr das Interessante daran, dass einiges gesagt wird und sofort gespiegelt wird in einer fast ausufernden Vernunft. Das ist sichtlich bewegend und schön zu sehen. Alles, die Kindheit, die Jugend, die alltäglichen Geschehnisse in vielen Erdteilen und die innere Ausleuchtung des Ganzen, also auch der Heirat seiner Eltern, die damals nicht einfach zu unternehmen war und was sich daraus ergab, das alles erscheint in einem sich spiegelnden Licht voller Hoffnung und Wendungen. Die Suche nach dem Vater also ist der eigentliche Titel und das Vorbild dieses Mannes, der sich für die Belange seines Volkes einbrachte und der einen großen Wert auf Familie und Zusammenleben legte, ist wohl das Ziel und ist der Beweggrund dieses Buches. Natürlich ist der Autor dabei auf dem Weg zu sich selbst. So entsteht ein derart buntes Gewebe amerikanischer und weltgewandter Lebensart, das alles nur noch interessant und bewundernswert genannt werden kann. Sicherlich ist von einem solchen Mann Vieles und sogar Großes zu erwarten, wir sollten aber nicht übersehen, dass Präsidenten, auch in Amerika, ja gerade dort im Verbund mit den Mächten stehen, die das Sagen haben. Das aber gilt überall auf unserer Erde und so sind unsere Erwartungen gepaart mit der Hoffnung, dass Vernunft und Liebe sich finden werden. Das ist z.B. ein schönes Ziel. Ich selbst bin guter Dinge, was das angeht. |
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Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra von Roberto SavianoGebundene Ausgabe von Hanser BelletristikPreis bei Amazon: EUR 21,50, Angebote ab EUR 14,50 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446209492, Erscheinungsdatum: August 2007, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:non-fiction roman feat. glaubwürdigkeitsproblem 2 von 5 Punkten"Das Buch hat es in sich: Der Autor stammt aus Neapel. Saviano liefert Hintergründe - und er nennt Namen." ARD Ich habe Gomorrha noch nicht durchgelesen. Ich muss aber jetzt schon lachen, sobald meine Augen über die Inhaltsbeschreibung auf dem Buchcover streifen. Er nennt Namen- und wie! Roberto Saviano scheint sich nicht zu schämen, über zwei Seiten (!!!) die Spitznamen der "Bosse" aufzuzählen und hier und da persönliche Interpretationen auf das Äußere oder den Charakter des Inhabers niederzuschreiben. Und wem das als Leser nicht reicht, dem verspreche ich auf jeder Seite mindestens zwei neue Namen, manchmal total aus dem Zusammenhang gerissen. Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich mehr über die moderne Mafia erfahren wollte. "Das Resultat ist eine Mischung aus Reportage, Dokumentation und investigativem Journalismus." (Buchbeschreibung) Das habe ich erwartet- und es gibt diese spannenden, erschreckenden Passagen des Buches: Eingefrorene Billigarbeiter aus dem Ausland, Strukturen der Textilindustrie, Drogengeschäfte, die "Schwarzindustrie" im Süden Italiens. Der Käufer wird jedoch entgegen der Beschreibung einen "Non-Fiction" Roman, wie Saviano sein Buch selber nennt, in den Händen halten. Und damit bricht in meinen Augen das Fundament.. Roberto Saviano spielt an vielen Stellen mit seiner Glaubwürdigkeit. Er montiert Szenen (s. Interview: Roberto Savianos mit Fiona Ehlers), die aber nicht zum besseren Verständnis führen. In dem genannten Interview widerspricht er sich sogar selbst: Im Buch berichtet er von Pasquale, einem begabten aber unterbezahlten Schneider für die untergrabene Modeindustrie, der den Auftrag erhält einen maßgeschneiderten Anzug zu fertigen und diesen später auf der Oscarverleihung an Angelina Jolie wiedererkennt. Aus verletztem Stolz stellt er seine guten Fähigkeiten nicht mehr zu Verfügung, liefert nur noch Waren aus und begegnet im weiteren Verlauf dem Autor hier und da rein zufällig auf offener Straße. Im Interview sagt Saviano, dass Pasquale von der Mafia strafversetzt wurde. Nur ein kleines Beispiel- aber was stimmt und was nicht? Der Schreibstil gleicht auch eher der Beschreibung Savianos als der des Verlegers. Wer Sätze wie "Es riecht nach Fabrikschloten, aber es gibt keine Fabriken" mag, wird dieses Buch lieben. Wird dem Hype nicht gerecht: Leider mit der Dauer äußerst ermüdend 2 von 5 PunktenDas Buch ist mittlerweile schon so lange in den Medien, dass es einen irgendwann in Form eines Geschenkes einholt. Das Thema ist interessant, die (professionellen) Rezensionen im Hinterkopf und die Erwartungshaltung entsprechend. Zunächst enttäuscht Saviano diese auch nicht. Der Einstieg ist packend, die Schilderungen detailliert und drastisch. Seine Wut springt bald auf den Leser über. Das Problem: Saviano hat eigentlich recht schnell alles gesagt. Deshalb wiederholt er es immer wieder, neue Namen (die sich eh alle gleich anhören) und alte Geschichten. Schon nach ungefähr 100 Seiten ist dieser Punkt erreicht. Und von da an geht es mit der Qualität des Buches rapide bergab, es verkommt zu einer reinen Aufzählung. Deutlich merkt man, dass Saviano ein guter Journalist ist - aber eben kein guter Autor. Gegen Ende springt er hektisch von Thema zu Thema, ein roter Faden ist nicht mehr zu erkennen. Da ist das Buch längst zur Qual geworden, die Seiten erscheinen einem als Bleiwüsten angereichert mit endlos vielen italienischen Namen. Den medial erworbenen Vorschusslorbeeren kann dieses Buch allenfalls im Ansatz gerecht werden und ist (leider wieder einmal) ein etwas hohler PR-Hype. Die harte Realität im Reich der Camorra 4 von 5 PunktenDas öffentliche Bild vom organisierten Verbrechen mag zwar von der sizilianischen Mafia geprägt sein, doch diese ist gegen die süditalienische Camorra, so der Autor, kaum mehr als ein Knabenchor. Roberto Saviano, der inzwischen im Untergrund lebt, erhielt für seine Recherchen zu diesem Buch 2006 den Premio Viareggio, einen italienischen Literaturpreis. Während die italienischen Juroren vermutlich ausreichend Hintergrundkenntnisse besitzen, um zwischen harten Fakten und Überzeichnung unterscheiden zu können, ist davon beim deutschen Otto-Normal-Leser höchstwahrscheinlich nicht auszugehen. Die Frage, wo Savionas Buch nun Roman und wo Sachbuch ist, kann der Laie kaum beantworten. Nicht zuletzt, weil die Kapitel in sich abgeschlossen sind und damit oft zusammenhanglos erscheinen. Der rote Faden versteckt sich hinter blutigen Anekdoten. Achtenswerte Motivation, unzureichende Umsetzung 3 von 5 PunktenZunächst: Dem Autor gebührt alle Hochachtung, die denkbar ist. Sich einer der weltweit aggressivsten Verbrecherorganisationen entgegen zu stellen, nötigt eine Verbeugung ab. So hat man die Ehre, beinahe wöchentlich aus den Medien zu erfahren, was derartigen "Dissidenten" blüht: Geschäftslokale werden ohne lange zu fackeln abgefackelt, ganze Familien der Vendetta wegen ausgelöscht usw. Dies sei klargestellt. Der geneigte Rezensent kommt allerdings nicht umhin, an den handwerklichen Fähigkeiten des Autors zu mäkeln: Es liest sich mühsam. Als Bettlektüre (und nicht ob der Schwere der Thematik) nicht zu empfehlen. Wie bereits von Kolleginnen und Kollegen wohl richtig konstatiert wurde: Der Autor neigt dazu, sich zu überschätzen. Als Journalist wohl richtig am Platz - die Recherchen sprechen ja für sich -, heißt dies allerdings noch nicht, auch für die Profession des Buchautors prädestiniert zu sein. Zu schwerfällig der Duktus, zu selbstverliebt die Darstellung, die schwer einmal auf den Punkt kommt: der Autor verliert sich in der Wüste des eigenen Anspruchs. Schade - daher leider nur bedingt zufriedenstellend. Kurz und bündig bewertet... 3 von 5 PunktenMeine kurze aber bündige Rezension: + die Darstellung der Reichweite und des Einflußes der Camorra, national und international... da sieht man Italien wieder mit anderen Augen - die Masse an Namen, Spitznamen und Ortschaften, Verwandschaftsgraden und Beziehungen untereinander läßt einem während der Geschichte das Gesicht einschlafen |
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Der schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse von Nassim Nicholas TalebGebundene Ausgabe von Hanser WirtschaftPreis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 19,00 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446415688, Erscheinungsdatum: Oktober 2008 |
5 Kundenrezensionen:Ein Buch für die Finanzkrise und alle Krisen die noch kommen werden 5 von 5 PunktenIch musste bei diesem Buch erst einmal nachschauen, wann es geschrieben wurde, denn es liest sich so, als beschreibe es die aktuelle Finanzkrise (Stand Dez. 2008) aus einer geschichtlichen Warte! Das Unwahrscheinlichste ist eingetreten und keiner hat es kommen sehen (auch wenn im Nachhinein jetzt etwas anderes behauptet werden wird). Hätte ich das Buch doch nur ein Jahr früher gelesen ;-) Es hat mir sehr viele Aspekte zum Thema Wahrscheinlichkeiten / Statistik / Vorhersagen eröffnet, die ich in meinem Studium zwar gelernt habe, mich dabei aber meist ein komisches Gefühl begleitet hat. Die Widmung an Benoit B. Mandelbrot (von dem mich das Buch: "Fraktale und Finanzen: Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin" begeistert hat) war für mich übrigens der Kaufgrund. Und ich wurde nicht enttäuscht! Zusammengefasst: Die Möglichkeit, dass Dinge passieren, die wir (unsere Finanzberater und wer auch immer Dinge über die Zukunft verfasst) überhaupt nicht auf der Naht haben, ist viel eher gegeben als wir denken. In vielen (nicht allen) Bereichen des Lebens gibt es kein gemitteltes Risiko das berechnet werden kann, sondern nur hop oder top. Stellen Sie sich darauf ein. Wir wiegen uns in Sicherheit von mathematischen Modellen, die dem Außergewöhnlichen und dem Extremen viel zu wenig Platz einräumen und wundern uns dann, dass es in die Hose geht. Der Schreibstil ist - gelinde gesagt - aggressiv, aber das macht es nur amüsanter zu lesen. Randnotiz: Einige Kommentatoren empfinden das Buch als zu banal - richtig, naja vielleicht! Aber lieber banal und "im Großen und Ganzen richtig" als "Genau falsch". Ein außerordentlich wichtiges Buch mit mannigfaltigen philosophischen und auch theologischen Implikationen 5 von 5 PunktenMan kann dieses außergewöhnliche Buch lesen als ein Wirtschaftsfachbuch. Jedenfalls kann man es allen Ökonomen und Wirtschaftspolitikern nur dringend zur Lektüre empfehlen. Man kann es aber auch lesen als ein philosophisches Werk, ein Buch, das sich ausführlich befasst mit Phänomen, die unvorhergesehen geschehen, die niemand voraussagen kann und deren nachträgliche Erklärung auch nicht wirklich befriedigt. Nassim Nicholas Taleb war über zwei Jahrzehnte Börsenhändler an der New York Stock Exchange. Aus dieser Tätigkeit hauptsächlich mit Derivaten hat er auch eine Vielzahl seiner in diesem Buch dokumentierten Erkenntnisse gewonnen. Er gilt heute als "Hauptdissident der Wall Street" und will der Öffentlichkeit die Augen öffnen über das, was eigentlich nie passieren dürfte - und was dann doch ständig geschieht. Der Titel des Buches spielt auf die Überzeugung der Europäer an, die bis ins 17. Jahrhundert dachten, es gäbe nur weiße Schwäne, bis nach der Entdeckung Australiens dort schwarze Schwäne entdeckt wurden. Talebs Frage ist folgende: Kann es eine Theorie der Katastrophe geben, mit der sich der Mensch und die Gesellschaft, in der er lebt, vor dem finanziellen, persönlichen und politischen Desaster schützen können ? In seinem schon 2003 in den USA erschienenen Buch, das jetzt auf Deutsch vorliegt, hat er die Finanzkrise, die 2008 aus heiterem Himmel zu kommen schien schon vorhergesagt. Vor allem hat er beschrieben, warum sie kommen wird, - und er hat recht behalten. Von den vielen anderen Katastrophikern aller Couleur unterscheidet Taleb aber sein weiter Ansatz, der sich eben nicht nur auf die Finanzkrise beschränkt, sondern der, so sagt er, auf die Politik, auf Menschheitsfragen und auch auf das persönliche Leben übertragbar ist. Ein Treppenwitz ist es dabei allerdings, dass dieser Mann derzeit als der großer Prophet gefeiert wird, wo er doch in seinem Buch genau beschreibt, dass gerade die Tendenz, Entwicklungen zu berechnen und vorhersagen zu wollen, eine der Ursachen darstellt dafür, dass Wirtschaft und Gesellschaft dann von Katastrophen so hilflos überrascht werden. Taleb sagt, die Menschen sind blind gegenüber dem Zufall und blind gegenüber dem Risiko, gerade da, wo Experten irrtümlich glauben, die Risiken berechnen zu können. Meistens klammern Entscheidungen, die in die Zukunft gerichtet sind, konsequent die Möglichkeit aus, dass es dabei zu einer unerwarteten Katastrophe kommen könnte, zu einem sogenannten "Schwarzen Schwan". Einem Ereignis also, das ein absoluter Ausreißer ist, und außerhalb regulärer Erwartungen liegt. Zweitens hat dieses Ereignis enorme Auswirkungen und es werden im Nachhinein die unmöglichsten Erklärungen dafür konstruiert. Er nennt viele Beispiele für "Schwarze Schwäne", die nicht alle restlos überzeugen: die derzeitige Finanzkrise, die Anschläge des 11. September, ein Tsunami wie der vor einigen Jahren, die Auslösekette für den Ersten Weltkrieg, die militärische Hilfe der USA für die Islamisten in Afghanistan gegen die sowjetische Besatzung... Aber es gibt auch positive Schwarze Schwäne. Er nennt als ein historisches Beispiel dafür die zufällige Verunreinigung einer Laborprobe mit Penizillinschimmel, die zu einer völlig neuen Form der Infektionsbekämpfung führte. Natürlich hat man einen solchen Mann oft gefragt ( er ist in Talkshows und Interviews ein willkommener Gast), wie der Mensch solche Katastrophen verhindern kann. Taleb stellt die Fähigkeit des Menschen dazu grundsätzlich in Frage und empfiehlt stattdessen, nicht zu versuchen, die Wahrscheinlichkeit bestimmter Katastrophen vorherzusagen, sondern sich einfach auf die Tatsache vorzubereiten, dass es eine Katastrophe geben wird. Das heißt schlicht und einfach, Bereiche zu meiden, die im weitesten Sinn katastrophenträchtig sein könnten. Aktien zum Beispiel, das Bauen in einer Erdbebenregion wie Los Angeles u.v.a. Während Taleb immer wieder in seinem lesenswerten Buch in der Tradition anderer großer Denker und Philosophen Zurückhaltung fordert, lernt der Leser viel über die großen Philosophen und über die Geschichte der Ökonomie, ohne es richtig zu merken. Auch wenn es manchmal in der Fülle der Beispiele den Überblick verliert, zieht einen das Buch mit vielen interessanten Überlegungen und Geschichten in seinen bezaubernden Bann. Am Ende dieser Lektüre ist der Leser nicht nur schlauer, sondern auch um Vieles skeptischer, was Prognosen angeht. Wir können uns nicht absichern; wer das behauptet, ist ein Scharlatan. Menschen müssten lernen, so denkt der Rezensent, der immer auch mal wieder über die theologische Bedeutung von Vorgängen nachdenkt, mehr auf sich selbst zu vertrauen und zu lernen, dass alles endlich ist, auch ihr Leben, ihr Wohlstand , ihre Gesundheit, ihr Glück. Jeden Tag neu dankbar das Leben annehmen und leben, anstatt wie der Reiseesel Mallorca bei Janosch immer nur in der Ferne zu leben, weil doch dort angeblich das Glück wohne... (vgl. Janosch, Komm, wir finden einen Schatz!), darauf kommt es an. Die Sucht nach Vorhersagen, die Illusionen, die sich Menschen und Politiker dabei hingeben, das ist das eigentliche Opium, das sie konsumieren und mit dem sie ihr Leben glauben zu bewältigen, und nicht, wie viele Kritiker in letzter Zeit wieder verstärkt meinen, die aufgeklärte Religion. (vgl. hierzu: Alexander Kissler, Der aufgeklärte Gott, Pattloch 2008). Heiterer Glaubenskrieger 4 von 5 PunktenDie Wahrscheinlichkeit ist groß, ein interessantes Buch in den Händen zu haben, wenn neben Fünfsternbewertungen auch solche mit nur einem zu finden sind. Denn dies deutet meist darauf hin, dass es sich um Angriffe auf Glaubensmodelle handelt, deren Infragestellung Verhaltensmuster ebenso erschüttern wie Institutionen und Bildungsstätten. Entsprechend harsch reagieren denn auch viele Leser. Ein Meisterwerk, wie der Chefredaktor von Wired, Chris Anderson, das Buch von Nassim Nicholas Taleb bezeichnet, ist es zwar nicht. Aber zur Lektüre kann ich es allemal empfehlen. Selbst wenn mich die Übersetzung wenig überzeugt und der Autor allzu sehr dazu neigt, gesprochene mit geschriebener Sprache zu verwechselt. Mir gefiel dieser essayistische Rundschlag gegen Wahrsager, Kurventechniker und Planungsfritzen. Zumal sie ihre Lehren noch immer ohne großen Widerspruch und meist gut bezahlt weitergeben. Ironie des Schicksal ist es, dass Talebs Buch selber ein schwarzer Schwan ist und Auflagen erreicht, die sich zwar jeder Autor wünscht, aber kaum beeinflussen kann. Der ehemalige Trader mit libanesischen Wurzeln schrieb wie viele andere Autoren nichts Neues, hatte jedoch das Glück, dass seine Version Aufmerksamkeit erregte und sich ausbreitete. Und da sich sein Schreibstil auch von allem unterscheidet, was in Creativ Writing-Seminaren oder Fernkursen für künftige Erfolgsautoren gelehrt wird, weckt ein solcher Erfolg noch mehr Neid. Nassim Nicholas Taleb füllt die Seiten aber bestimmt nicht mit Banalitäten, wie ihm einige Rezensenten unterstellen. Denn wäre dem tatsächlich so, würde die Welt anders aussehen. Obwohl ich kein diplomierten Statistiker oder versierter Mathematiker bin, waren mir die unzähligen Gaußschen Normalverteilungen mit ihren Glockenkurven schon in jungen Jahren suspekt. Und als ich mich dann später für die Funktionsweise des menschlichen Gehirns zu interessieren begann, wurde mir auch klar, woher diese Abneigung stammt. Das Alltagsleben kümmert sich herzlich wenig um Theorien, die mit der Praxis wenig zu tun haben. Komplexe Systeme lassen sich weder mit schönen Kurven, noch mit verdünnter Quantenphysik festhalten oder beschreiben. Der Stil des Autors mag für viele Leser gewöhnungsbedürftig sein. Doch im Zweifelsfall ziehe ich gehobenen Smalltalk einem abgehoben Wissenschaftsreferat vor. Und dass sich ein Autor das Recht nimmt, seine Weltanschauungen mit biografischen Elementen zu garnieren, stört mich offenbar sehr viel weniger als andere Leser. Allerdings fand auch ich, der Autor wiederhole sich allzu oft und habe den roten Faden öfters aus den Augen verloren. Zudem mag ich es nicht besonders, wenn sich ein Autor profiliert, indem er andere mit dem billigen Trick ausgewählter Zitate niedermacht, ohne diese in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Aber mehr als einen Stern Abzug sind mir diese Verfehlungen nicht wert. Denn schließlich geht es um die Verbreitung einer Botschaft, die Beachtung verdient. Und die heißt in extremer Verkürzung: Selbst wenn wir für unser Seelenheil nach stimmigen Geschichten dürsten, bleibt die Wirklichkeit unberechenbar und überraschend. Mein Fazit: Die Paradoxien komplexer Systeme, wie das Leben nun einmal eines ist, lassen sich schlecht in den gängigen Formen beschreiben. Nassim Nicholas Taleb, früher selber ein Vertreter der planenden Zunft, konfrontiert seine Leser auf unterhaltsame Weise mit Problemen, die für einige offenbar banal sind, aber für die meisten trotzdem zu alltäglichen Hindernissen werden. Für Leser, die nicht jedes Wort und jede Argumentation auf die Goldwaage legen, ist die Lektüre dieses verbalen Rundschlags sicher ein Gewinn. Trotz holperiger Übersetzung, unnötigen Längen und einem verblassten roten Faden. Eine Ode an das selbständige Denken 5 von 5 PunktenDer Empiriker befasst sich damit, daß es unmöglich ist aufgrund der Vergangenheit Prognosen für die Zukunft zu treffen und erklärt warum man Experten, Statistikern usw. nicht so einfach glauben sollte, vor allem in wirtschaftlichen Belangen. Macht aber glaubhaft, daß Kaffee trinken weiterhin sicher ist, da die Billionen Elementarteilchen aus denen der Becher besteht nicht mehrmals hintereinander in die gleiche Richtung springen werden damit dieser von selbst umfällt. Er schreibt von der Angewohnheit vieler Menschen nur die Infos zu akzeptieren, die in ihr Weltbild passen, wie sie sich dadurch selbst behindern, daß durch welche Kontrollzwänge psychische Krankheiten entstehen und aus welchen Gründen in der Religion halt gesucht wird. Davon daß viele glauben mehr zu wissen als sie es tatsächlich tun und der umgekehrte Fall eine wahre Rarität ist. Daß wenn wir den Erwartungen von anderen nicht entsprechen es nur wehtut wenn wir diese selbst hegen. Ein wirklich tolles, interressantes, intelligentes und witziges Buch, das motiviert, zum nachdenken anregt und lehrreich ist. Geeignet für alle, die sich dafür interressieren, warum die Welt ist wie sie ist. In diesem Sinne: immer schön neugierig und skeptisch bleiben !! Vorsicht, nichts für fanatischer Statistiker 5 von 5 PunktenTaleb beschreibt auf hervorragende, allerdings sehr eigensinnige und gewöhnungsbedürftige Weise ein Phänomen, das uns alle betrifft, ob wir das nun wollen oder nicht. Interessant auch das Timing seines Buches, das just zu einem Zeitpunkt erscheint, an dem seinem beispielhaften Truthahn, der bis jetzt nur gefüttert wurde, und der deshalb so falsche Schlüsse über das Wesen der Welt gezogen hat, unvermittelt der Hals umgedreht wird. Einer von Talebs Lieblingsfeinden sind dabei quantitative statistische Methoden zur Einschätzung wirtschaftlicher Risiken und dabei insbesondere Normalverteilungen. Dabei grenzt er zwischen Fällen ab, in denen diese statistischen Methoden zulässig sind, dem so genannten "Mediokristan" und denen, in denen sie katastrophal versagen, dem so genannten "Extremistan". Leider rutscht der Autor stellenweise in esoterisches Geschwafel ab, etwa wenn er über fraktale Symmetrien in der Natur fantasiert. Leider versäumt er es auch, und das ist sein größtes Problem, darauf hinzuweisen, dass Normalverteilungen beileibe nicht das einzige statistische Instrument sind, eine Tatsache, an der viele Kritiker, unter anderem in hier veröffentlichten Rezensionen, ansetzen. Diese Kritik erinnert jedoch eher an picklige StarTrek-Fans, die über die Form von Warpkernen diskutieren, anstatt sich darüber klar zu sein, dass es gar keine Warpkerne gibt. Wer jedoch im Gegensatz zu einigen dieser Kritiker zwischen den Zeilen lesen kann, genügend Intelligenz besitzt, die angesponnenen Gedankenfäden fortzusetzen, und begreift, dass das Leben kein Schachspiel ist, wird erkennen, dass sich Talebs Kritik auch auf andere mathematische Methoden erweitern lässt. Es geht in diesem Buch daher letztendlich um die Wahnvorstellung, alles und jedes im Leben ließe sich quantifizieren und statistisch schematisieren. Nehmen wir das Buch als Anregung zu eigenen Gedanken. |
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Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein. von Günter FaltinGebundene Ausgabe von HanserPreis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 18,85 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446415645, Erscheinungsdatum: Dezember 2008 |
5 Kundenrezensionen:Ein Professor bürstet gegen den Strich 5 von 5 PunktenDas Buch noch vor der derzeitigen Krise geschrieben ist ein lebhaftes Plädoyer für Ideen und Visionen statt BWL und Management. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen hat Faltin als Initiator der Teekampagne gezeigt, wie man ein Projekt zum wirtschaftlichen Erfolg führt. Hart geht er dabei mit den Institutionen und Fördermechanismen ins Gericht, die von potentiellen Unternehmensgründern vor allem einen ausgereiften Businessplan verlangen, eigenwillige Persönlichkeit dagegen eher als Störfaktor betrachten. Dagegen setzt Faltin seine Analyse, in einem von Überangeboten gesättigten Markt auf das Besondere zu setzen; auf das, was den Kunden einen wirklich wahrnehmbaren Vorteil bringt (z.B. erstklassigen Tee zu einem günstigen Preis, unter Verzicht auf eine unüberschaubare Auswahl). Diese Idee klar herauszuarbeiten, sich dann aber die zur Umsetzung benötigten Teilleistungen, die nicht zum Kernauftrag gehören, auf dem Markt von hocheffizienten Spezialisten einzukaufen (Abrechnung, Versand, Verpackung), ist sein Erfolgsrezept. Spöttisch warnt er Gründer speziell in der Anfangsphase vor der Vergötzung des Instruments BWL, von dem die eine Hälfte selbstverständlich, die andere unverständlich sei (S. 79). Niedriger Fremdkapitaleinsatz, originelles, klar auf einen Kundennutzen fokussiertes Marketing, qualifizierte Aufgabendelegation sowie Skalierbarkeit sind die Maßstäbe, die ihm zufolge sich mit gesundem Menschenverstand umsetzen lassen. Nicht die grundlegende, bahnbrechend neue technische Innovation (die vor dem Markterfolg bereits durch eine noch bessere überholt sein kann) eignet sich zur Unternehmensgründung, sondern eine gut durchdachte Idee, wie aus der Fülle des Vorhandenen etwas Neues mit hohem Kundennutzen zusammen gestellt werden kann. Abschreckend ist für ihn das oft kolportierte Bild, ein Unternehmer müsse sich als Sklave seiner selbst sechzehn Stunden am Tag mit allen Aspekten seiner Firma abplagen und so meist scheitern. Dafür hebt er hervor, welch beflügelnde Wirkung die Umsetzung eines eigenen Projektes (oder sogar die Gründung eines eigenen Unternehmens) z.B. auf seine Studenten habe. Zu dieser Persönlichkeitsbildung gehört auch ein themenfokussierter Blick, der plötzlich alles, was mit dem Projekt zusammen hängen könnte, aufsaugt und verarbeitet, sodass das diesbezügliche Lernen mit einem ungleich höheren Effizienzgrad erfolgt. Generell plädiert Faltin für eine stärkere Eigenverantwortung, für das Nutzen des eigenen Potentials statt des zum Scheitern verurteilten Versuches, unsere wirtschaftliche Vormachtstellung in der Welt durch Kleben an den alten Wirtschaftsstrukturen zu erhalten. Wohin das führt, illustriert er am Niedergang der Kautschuk-Stadt Manaus. Am Ende des Buches ergänzt er seine spannenden Ausführungen durch ein Interview mit Mohammad Yunus, der für sein Projekt der Kleinkredite den Friedensnobelpreis erhielt, und schließt: Wenn selbst islamische Frauen unter extrem ungünstigen gesellschaftlichen Bedingungen in einem stark unterentwickelten Land erfolgreich zu Entrepreneuren werden können, sollte man erwarten, dass dies bei uns unter den doch viel besseren Voraussetzungen erst recht möglich ist. Ein lesens- und beherzigenswertes Buch. Die Geschichte von den Trotzdem-Typen 5 von 5 PunktenGründer sind Trotzdem-Typen. Denn sie wissen, dass sie auf den Knien zum Bankberater rutschen müssen, dass sie die Unterlagen für den 28-seitigen Förderantrag nie zusammenkriegen werden und dass sie die Finessen des Liquiditätsmanagements nicht wirklich drauf haben. Gründer sind, ganz offen gesagt, irgendwie merkwürdig. Wer tut sich das schon freiwillig an, gepiesackt von den tausend Fallstricken der Bürokratie? Falsch gefragt, sagt Günter Faltin. Sein Buch "Kopf schlägt Kapital" ist ein äußerst erfrischender Gegenentwurf zu all den Ratgebern, die helfen wollen und doch nur demotivieren. Faltins These ist simpel: Die nervig komplizierte Betriebswirtschaft lässt sich heutzutage wunderbar an Fachleute delegieren. Was ein Gründer braucht, ist eine Idee. Und anschließend die Gedankenarbeit, daraus ein tragfähiges Konzept zu bauen. Das klappt, behauptet Faltin, und macht erst noch Spaß! Faltin weiß, wovon er spricht, denn er lehrt nicht nur Entrepreneurship, sondern hat als Unternehmer das Versandhaus Teekampagne gegründet und zum Erfolg geführt. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die jemals daran gedacht haben, sich selbstständig zu machen: Ein besserer und überzeugenderer Mutmacher ist kaum vorstellbar. Spannend! 5 von 5 PunktenGünter Faltin schafft es zu zeigen, dass eine Unternehmensgründung nicht abhängig von Kapital und Businessplan ist. Es werden Wege und Konzepte beschrieben, wie man erfolgreicher Unternehmer werden kann, ohne die klassischen (oder zumindest klassisch geglaubten) Anforderungen zu erfüllen. Jedem zu empfehlen der ein Unternehmen gründen möchte und bisher aus Angst vor mangelnder ökonomischer Kompetenz davor zurückschreckt. Das beste Entrepreneur Buch der Welt ??? 5 von 5 PunktenIch kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich die wichtigsten Bücher über Entrepreneurship in der Englischen Literatur gelesen habe. 'Kopf über Kapital' schlägt sie alle!!! Ok, ein Teil vom Grund ist dass der Autor womöglich alle wichtigen Bücher über Entrepreneurship gelesen hat und viele fremde Ideen in diesem Buch zusammengefasst. Das Buch beinhaltet aber auch viele phantastische eigene Ideen vom Autor. Ein paar persönliche Highlights aus dem Buch; - Entrepreneurship ist mehr eine Kunst als alles andere - Abtrennung von Entrepreneurship und Business Administration - wie ein Entrepreneur heute im Konzert der Grossen mitspielen kann - das Gründen aus Komponenten (super!!!) - vergessen Sie Marketing, es evoziert falsche Bilder - Entrepreneur Psychologie & Philosophie - Ideenkunstwerk schaffen (speziell über Kreativität) - Gewinnmaximierung ist oft nicht erfolgreich - ... Günter Faltin KOMBINIERT Theorie & Praxis gekoppelt mit viel WEISHEIT. Jeder der sich mit Entrepreneurship befasst kann viel viel viel von diesem Buch profitieren. Bravo Herr Faltin - viele Generationen von Entrepreneurs auf der ganzen Welt werden Ihnen danken Im Zentrum steht die Idee 5 von 5 PunktenProf. Dr. Günter Faltin zeigt mit diesem sehr lesenswerten Buch eine neue Art der Unternehmensgründung - die "konzept-kreative Gründung". Er ist überzeugt: Die Qualität der Idee gibt den Ausschlag Damit meint Faltin aber nicht einen Einfall oder eine flüchtige Idee, sondern ein sorgfältig durchdachtes Konzept. Sein Prinzip heißt: Von den Funktionen her denken statt Konventionen zu folgen. Seiner Meinung nach wird bei Unternehmensgründungen der Idee und ihrer Ausarbeitung viel zu wenig Bedeutung zugemessen - von Gründern werden Businesspläne verlangt, und dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der betriebswirtschaftlichen Umsetzung und nicht auf der Idee selbst. Stiefkind Konzept - es lohnt, an der Idee zu arbeiten heißt ein Kapitel - in dem er zeigt, was eine gute Idee ausmacht und wie man sie systematisch ausarbeitet. Selbständig sein heißt, alles selbst zu machen und das ständig - mit diesem Vorurteil räumt Faltin auf. Er legt dem Gründer dringend nahe, seine Kompetenzen sinnvoll einzusetzen und zu lernen, Dinge zu delegieren und outzusourcen, um seine Idee, das Kernstück des neuen Unternehmens, weiter entwickeln zu können anstatt in Alltagsstress und Überforderung zu ersticken. Zum Schluß seine "Kurzanleitung" zur Unternehmensgründung: "Der erste Schritt besteht darin, zu erkennen, dass gute Konzepte heute wichtiger sind als Kapital. Der nächste Schritt besteht darin, viel radikaler als bisher Arbeitsteilung auch auf dem Gebiet des Entrepreneurship anzuwenden.... Der dritte Schritt besteht darin, ein Unternehmen aus Komponenten zusammen zu setzen." Fazit: Kompetenz, gepaart mit Erfahrung - das ist eine gute Mischung, mit der Prof. Faltin aufwarten kann. Dazu ist das Buch noch in einem sehr angenehmen Stil geschrieben, zahlreiche Beispiele - viele aus der eigenen Praxis - machen es lebendig und die Ausführungen nachvollziehbar. Es ist unbedingt lesenswert für alle, die mit dem Gedanken spielen, irgendwann ein eigenes Unternehmen zu gründen! 5 Sterne von mir! Karin Janner, NewMarketing Blog |
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Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis von Klaus Werner LoboGebundene Ausgabe von Hanser BelletristikPreis bei Amazon: EUR 16,90 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446231005, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Interessant und gut geschrieben 5 von 5 PunktenDieses Buch kann ich nur empfehlen. Es ist interessant geschrieben. Auch empfehlenswert: Die Strategien der Börsenmillionäre: Wie man an der Börse die erste Million macht - Bestseller Kinder sind begeistert! 5 von 5 PunktenDieses Buch erklärt Kindern (und Erwachsenen) in sehr klaren Worten, wie die Welt (leider) funktioniert, und was sie selber (zB als Konsumenten) tun können, um sich nicht (für dumm) verkaufen zu lassen. Im Anhang Vorschläge und Beispiele für Aktion, und der Start einer Web-Community auf der Kinder austauschen können, was sie für eine bessere Welt getan haben oder tun wollen. Meine Kinder (11/13) waren begeistert und sind jetzt politisch motiviert: "Wir wollen mitentscheiden wo das Geld hinkommt; statt dass Waffen gekauft werden, sollen Schulen in Afrika gebaut werden!" Die Welt gehört uns und es lohnt sich, dass wir uns einsetzen für mehr Gerechtigkeit 5 von 5 PunktenIn Zeiten der Globalisierung ist es für junge, engagierte Menschen, die wissen wollen, was los ist und warum die Welt so eingerichtet und aufgeteilt ist, wie sie ist, extrem schwierig geworden, die Zusammenhänge zu entdecken und zu begreifen. Noch schwieriger ist es, der Versuchung zu widerstehen, schnell, so wie die Autonomen, die sich ja hauptsächlich in dieser Altersklasse rekrutieren, nach der "Propaganda der Tat" zu rufen und Gewalt anzuwenden, sondern ruhig und besonnen, mit klarer Analyse nach anderen Möglichkeiten auch des eigenen Handelns und Lebens zu suchen. Es gibt dazu die Möglichkeiten, sagt Klaus Werner-Lobo. Es gilt über den Tellerrand des eigenen Lebens und Landes zu schauen und darüber nachzudenken, wie mein eigener Beitrag aussehen kann, dass das Zusammenleben und die Lebensumstände um mich herum ein wenig friedlicher, freundlicher und gerechter werden. Bevor er allerdings zu diesen eigenen Schritten ermutigt, hat auch Klaus Werner-Lobo auf Information und politisches Bewusstsein gesetzt. Er erläutert in einer auf jugendliche Leser zugeschnittenen Sprache die Machenschaften der Multis und gibt sowohl im laufenden Text als auch in einem ausführlichen Anhang viele Hinweise und weiterführende Informationen. Interessant ist dabei, dass er unter anderem Firmen beschreibt und die Vorwürfe an sie diskutiert und analysiert, deren Marken Jugendliche besonders goutieren, Nokia etwa, Coca-Cola, Hennes & Mauritz, Aldi und McDonalds. Die Welt gehört uns, so die überzeugende Antwort eines empfehlenswerten Buches auf die rhetorisch am Anfang des Buches gestellte Frage "Wem gehört die Welt?". Die Welt gehört uns und es lohnt sich , sich dafür einzusetzen, dass sie erhalten bleibt und dass es gerechter auf ihr zugeht für mehr Menschen als bisher. Richtiger Vorwurf, falsche Analyse 3 von 5 Punkten"Uns gehört die Welt!" ist ein weiteres Buch, das auf die Machenschaften der globalen Konzerne (den Multis) im Rahmen der Globalisierung aufmerksam macht. Mersch charakterisiert "Globalisierung" in Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Über den Ursprung von Allem als den Prozess des Anwachsens von Konzernen zu globaler Größe. Waren Nationalstaaten noch vor wenigen Jahrzehnten in der Lage, ihre meist nationalen Konzerne (die oft nationale Namen wie "Deutsche Bank" oder "Volkswagen" besaßen) zu beherrschen, so haben sich nun die Machtverhältnisse umgekehrt: Nationalstaaten sind quasi erpressbar geworden. Allerdings ist es - anders als das Buch suggeriert - nicht richtig, dass globale Konzerne an einer globalen Verarmung interessiert sind. Unternehmen wie Microsoft, Intel, Coca Cola oder Nokia würden am liebsten ihre Produkte an jeden Erdenbürger verkaufen. Dafür müssen diese aber auch über ein ausreichendes Einkommen verfügen. Tatsache ist, dass sich Unternehmen oftmals genauso rational verhalten, wie wir das im kleinen Rahmen auch tun: Wir sind nicht daran interessiert, dass es keine Tante-Emma-Läden mehr gibt, aber wir sorgen dennoch für deren Verschwinden, und zwar weil wir beim Einkauf den günstigeren Supermarkt bevorzugen. Und aus genau den gleichen Gründen verlagern dann Unternehmen viele Arbeitsplätze dorthin, wo sie besonders günstig produzieren können oder man ihnen steuerlich besonders entgegen kommt. Wer dafür verantwortlich ist, sind nicht korrupte Unternehmenslenker, sondern der Marktmechanismus, der ein entsprechendes Verhalten ganz automatisch hervorbringt und auch belohnt. Natürlich kann es sinnvoll sein, Marken bewusst zu meiden, deren Produzenten sich bekanntermaßen besonders "unethisch" verhalten. Massenhaft ausgeübt, könnte ein solches Verhalten manch einen Hersteller in die richtige Richtung lenken. Ich bezweifele allerdings, dass der Erfolg sehr groß sein wird, zumal heute viele Menschen schon rein ökonomisch kaum Entscheidungsspielraum besitzen. Umso wichtiger dürfte es deshalb sein, endlich für die globalen Rahmenbedingungen zu sorgen, die die Multis wieder in ihre Schranken verweisen. Die Menschheit muss in dieser Hinsicht endlich aufwachen und auch kooperieren, denn ohne einschränkende Marktregeln wird sie von den Multis regiert, und nicht umgekehrt. Unabhängig davon scheint mir die Welt weder den Multis noch der Menschheit zu gehören. Machenschaften der Multis schonungslos offengelegt 4 von 5 PunktenDer Autor Klaus Werner-Lobo hat mit dem Schwarzbuch Markenfirmenn und dem "Neuen Schwarzbuch Markenfirmen" schon in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt, indem er die Machenschaften der Großkonzerne schonungslos offen legte. Mit dem Buch "Uns gehört die Welt" knüpft er daran an, geht aber viel mehr auf die Hintergründe und die Mechanismen in der Weltwirtschaft ein, die eben erst dazu führen, das die Ungleichverteilung in der Welt so groß ist und die Multis die Gelegenheit haben die Ärmsten noch weiter auszubeuten. Das Werk soll die breite Masse ansprechen, ist vom Schreibstil her leicht zu lesen und bringt die komplexen Zusammenhänge in der Weltwirtschaft sehr anschaulich rüber. Der Verfasser vermeidet zumeist trockene, theoretische Darstellung und fügt die einzelnen Kapitel zu einem flüssig lesbaren Text zusammen. Er bedient sich zuweilen selbst einer Sprache, die Großkonzerne für ihre Werbung benutzen und formt sie für seine Botschaften um (Geiz ist nicht geil) und schreckt auch nicht vor Provokationen zurück. Durch diesen Schreibstil gelingt es ihm ein breites Publikum zu erreichen. Er beginnt die einzelnen Kapitel mit einem durchaus treffenden Zitat und bringt auch persönliche Erfahrungen und Meinungen in seine Berichte ein und wirkt so sehr authentisch und glaubwürdig. Seine Ausführungen sind mit Graphiken und Tabellen ergänzt und werden am Ende eines jeden Kapitels noch mal stichpunktartig zusammengefasst. Zudem gibt er nach jedem Kapitel weiterführende Informationen im Internet an und gibt so dem interessierten Leser eine Grundlage für weitere Recherche. Des weiteren gibt er dem Leser konkrete Handlungsvorschläge an die Hand, sei es der Boykott bestimmter Produkte, die Unterzeichnung von Petitionen oder der gewaltlose Widerstand. Für Leser, die einen schnellen Überblick über die Thematik haben wollen, ist das Buch durchweg empfehlenswert. Für bereits fachkundige wird allerdings wenig wirklich neues gesagt. Das Werk besticht durch das Konzept der kurzen Kapitel und der Firmenportraits am Ende. Insgesamt ist Uns gehört die Welt sehr kurzweilig und gibt einen guten Überblick über die Machenschaften der Konzerne in der Welt. |
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Kernschmelze im Finanzsystem: ...eine scharfe Analyse.... für jeden verständlich von Wolfgang MünchauGebundene Ausgabe von Hanser WirtschaftPreis bei Amazon: EUR 21,90 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446418474, Erscheinungsdatum: November 2008 |
5 Kundenrezensionen:Echte Enttäuschung! 1 von 5 PunktenNoch nie habe ich eine Rezension geschrieben, aber bei diesem Buch geht es nicht anders. Hier mußte wohl kurz vor Weihnachten noch Kasse gemacht werden. Das Buch ist zum großen Teil aus dem bereits bestehenden Buch "Vorbeben" aufgewärmt. Der Rest ist eine langweilige Aneinanderreihung von Zeitungsartikeln oder eine lexikonhafte Darstellung von angeblichem Wissen und Definitionen wie man Sie überall im Internet lesen kann. Die wirklichen Aussagen kann man auf 10 Seiten eindampfen. Schade, denn das Thema ist wirklich spannend, aber zum Erklären braucht man kein Buch schreiben. 10 Seiten Powerpoint tun's auch, nur verdient damit keiner Geld. naja 3 von 5 PunktenIch habe das Buch als interessierter Laie gekauft, um Konkretes über die Krise zu erfahren, speziell, was sie für uns in Deutschland bedeutet und noch bringen kann. Sozusagen, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen bzw. auch, um zu erfahren, wo wir stehen (bzw. zur Drucklegung des Buches standen). Sicher bin ich zu wenig versiert, um möglicherweise enthaltene feine Finessen angemessen zu würdigen. Aber im Großen und Ganzen hat mir das doch recht teure Buch nicht viel Neues beschert. Wie aus der Vermarktung von Subprime-Krediten die Finanzmarktkrise wurde, habe ich mir schon vorher so etwa zusammengereimt. Wie die Produkte im Einzelnen heißen, wer die Akteure im einzelnen sind, hatte mich vorher nicht besonders interessiert und fesselte mich auch im Buch nicht; ebenso wenig die Frage nach den Schuldigen, die ja doch sehr sichtabhängig zu sein scheint. Zu den Anlageempfehlungen - naja. Ich habe das Buch gewiss nicht deshalb gekauft, trotzdem interessierte mich natürlich die Meinung des Autors. Die bestand für den Normalanleger in: einer guten Mischung aus sicheren Wertpapieren, Immobilien und Gold ... hm ... auch in dieser Kürze gegeben ... man möge mir verzeihen, aber das finde ich doch auch bei "Frau im Spiegel", dass man jetzt auf Nummer sicher gehen sollte? Wie gesagt, vielleicht ist ja ein Kenner der Materie begeistert. Vielleicht hat der Autor seine Szenarienketten auch nur nicht weit genug ausgeführt, um auch mir klarzumachen, wohin sie letztlich führen (zum Beispiel endete das "pessimistische Szenario" mit einen Ölpreis von x (130 $, glaube ich), einem Dollarkurs von 1,80 ¬ ... dem Eingeweihten mag da aufgehen, was das alles nach sich zieht, mich ließ das erst einmal kalt. Überhaupt vermisste ich ein wenig das Anschauliche. Gleichzeitig ist schön, dass auf jegliche Reißerischkeit verzichtet wurde. Noch ein Detail, das mir hin und wieder auffiel. Da wird gesagt, dass die Banken ihre Kreditrisiken auf eigens gegründete Firmen übertragen und auslagern. Dann folgte ein Satz etwa wie "Dennoch stehen die Banken natürlich für die Verluste dieser Firmen gerade". Ohne weitere Erklärung, dabei ist gerade das der missing link für mich, schon vor Kauf des Buches gewesen: Warum, wo sie doch ausgelagert sind? Als Laie stand ich immer wieder vor einem Riss in der Plausibilitätskette. Für den Profi sicher leicht zu überbrücken, für mich nur mit einem resignierten Schulterzucken hinzunehmen. Fazit: ja, gut zu lesen, ja, gut geschrieben, ja, man fühlte sich als Leser für voll genommen; aber - eeehm - irgendwie zu wenig, zumindest für den Preis. Zu wenig Neues, zu wenig Bildhaftes, zu wenig "von außen betrachtet" eventuell auch. Fundiert und informativ. 4 von 5 PunktenDer Autor beschreibt zum einen die Ursachen der Kreditkrise und zum anderen die möglichen Auswirkungen in den nächsten Jahren, letztere anhand unterschiedlicher Szenarien. Wer den Autor kennt, der weiß, dass es sich nicht um einen Propheten des kommenden Weltuntergangs handelt. Seine Analyse ist sehr fundiert und auch seine Szenarien für die Entwicklung in den nächsten Jahren sind plausibel und nachvollziehbar. Das Buch ist keine leichte Kost, selbst für den vorbelasteten Leser. Ich empfehle es jeden, der den Aussaggen der Politiker und der Bankvorstände mißtraut, und sich selbst ein Bild von der Kreditkrise und deren Folgen machen will. Wichtig: Das Thema betrifft jeden, der sich mit Vermögenaufbau und Geldanlage befasst. Heute am Abgrund, morgen einen Schritt weiter? 5 von 5 PunktenWenn der ehemalige Finanzstaatssekretär, ehemalige geschäftsführende Direktor des IWF und amtierende Bundespräsident Köhler den Finanzmärkten eine Entwicklung hin zu "Monstern" bescheinigt, wenn der Großinvestor Warren Buffett den Finanzderivathandel mit "finanziellen Massenvernichtungswaffen" vergleicht und wenn mit Fannie Mae und Freddie Mac zwei private Hypothekenhändler mit schwer vorstellbarem Einfluss auf die Finanzmärkte vor der Verstaatlichung stehen, dann läuft auf den Finanzmärkten mit einiger Wahrscheinlichkeit einiges grundlegend verkehrt. Warum das passieren kann, schildert Wolfgang Münchau in seiner ausgezeichneten Darstellung in angenehm unaufgeregter, lakonischer Weise. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der detaillierten Darstellung der einzelnen Finanzinstrumente und ihrer Wirkungsmechanismen, die anhand von konkreten Beispielen verdeutlicht werden. Literaturhinweise und ein Glossar runden des Buch ab, so dass die geneigte Leserin oder der geneigte Leser nach der Lektüre zwar noch nicht zwingend mit Börsenwerten, aber immerhin doch mit Begriffen davon zu jonglieren vermag: Collateralized Mortgage Obligations, Asset-Backed Commercial Papers, Mezzanine, die Euribor und viele andere Begriffe sind nach der Lektüre vertraute Fremdwörter. Im Gegensatz zu machem Derivat ist das Buch eine sehr sichere Anlage. Ein Blick in die Glaskugel des Kapitalmarkts 4 von 5 PunktenFalls Sie sich fragen, was eigentlich im Jahr 2007 an Börse und Kapitalmarkt so richtig schiefgelaufen ist, liefert Ihnen Autor Wolfgang Münchau die Erklärung. Doch aufgepasst: Auch wenn Titel und Aufmachung etwas populär daherkommen (Das Buch zum Crash), ist das Werk alles andere als seicht. Manche Passagen sind definitiv nichts für Einsteiger und erschließen sich nur mit guten Vorkenntnissen. Financial Times-Europakolumnist Münchau ist ein begnadeter Schreiber, bedauerlich ist lediglich, dass er sich dazu hinreißen lässt, an vielen Stellen seinen Arbeitgeber in den Vordergrund zu rücken. Inhaltlich scheint Münchau auf dem richtigen Weg zu sein: In den ersten Monaten nach Erscheinen des Buchs haben sich die Finanzmärkte praktisch wie prognostiziert entwickelt. getAbstract empfiehlt es nachdrücklich allen, die an Börsen- und Wirtschaftszusammenhängen interessiert sind. |
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Hitze. Abenteuer eines Amateurs als Küchensklave, Sous-Chef, Pastamacher und Metzgerlehrling von Bill Buford, Dinka MrkowatschkiGebundene Ausgabe von Hanser BelletristikPreis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 15,00 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446230122, Erscheinungsdatum: Februar 2008, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionDa lässt einer alles stehen und liegen, Job, Stellung, Sicherheit, gewohntes Leben, bricht auf zu einem Ausflug in die Unterwelt der professionellen Küche und arbeitet als Küchensklave ein Jahr lang im Babbo in Manhattan, einem Italienischen Restaurant der Superklasse. Eine spritzige Abenteuergeschichte, lebendig, authentisch und vor allem: so herrlich persönlich erzählt. Klare Sache, das bringt Bill Buford von Haus aus mit, Redakteur, Verleger und Buchautor in einem ist er, stets angetrieben von nimmersatter Neugier und nie ermüdender Entdeckerlust. Aber Buford bleibt nicht stehen bei Schilderungen und unterhaltsamer Wiedergabe von Gesehenem: er durchlebt und erlebt das, wovon und worüber er schreibt. Ich hörte auf ein Autor zu sein, der über das Erlebnis Küche schrieb. Ich war ein Mitglied davon. Er geht an die Quelle, den Ursprung der Dinge, reist nach Italien, schaut Metzgern und Pastaherstellern nicht nur über die Schulter, sondern wird Teil derer, die in der Kette vom Erzeuger bis zum Restaurantchef tätig sind. Es gibt zwei Gründe...Wann ich pflücke und was ich pflücke erzählt ihm Enrico über die Herstellung guten Olivenöls. Das Buch ist einfach wunderbar, denn es erfüllt spielend mehrere Kriterien gleichzeitig: es liest sich ausgesprochen flüssig, ist anschaulich, lebendig, sprudelt vor Tatendrang und Aufgeschlossenheit, aber auch vor Witz, Komik und Leidenschaft. Daneben ist es eine Art charmantes Lehrbuch über die hinreissende Geschichte, die jedes vorgesetzte Menü hinter sich hat, vom Anbau des Gemüses bis zur harmonisch hektischen Zusammenarbeit in der Küche hinter den Kulissen des Restaurants. Es offenbart Geheimnisse, weiht in Unbekanntes ein und ist dabei noch spannend wie ein hervorragend geschriebener Abenteuerroman. Man sieht überall Statuen von Politikern, Dichtern, Bischöfen, aber keine von Köchen, Speckpöklern oder Gemüsehändlern zitiert der Autor zu Beginn des Buches George Orwell. Keine Bange: Buford setzt mit seinem Buch sicherlich allen ein Denkmal.--Barbara Wegmann 5 Kundenrezensionen:Brillante Reportageliteratur 5 von 5 PunktenBill Buford Buchautor, Verleger und Literaturchef des renommierten Magazins "Der New Yorker" ist ein von Neugier und Entdeckerlust getriebener arrivierter Mensch, der eines Tages seinen Job kündigt, um ein ungewöhnliches Vorhaben zu realisieren. Seine Leidenschaft gilt dem Kochen. Eigentlich wollte er ursprünglich nur eine Reportage über das italienische Sterne-Restaurant Babbo in Manhattan schreiben. Aber da er eigentlich nur über Dinge schreiben will und kann, die er in irgendeiner Form erlebt hat, fragt er den Inhaber des Restaurants, ob er bei ihm, in West Village, ein paar Wochen als Tellerwäscher oder "Küchensklave" arbeiten kann. Dieser Ausflug in die professionelle Küche erweckt bei ihm eine Leidenschaft, ein "glühendes" Verlangen, die ihn sein bisheriges Leben auf den Kopf stellen lässt. Er schreibt nicht nur von der Küche, so wie andere über Liebe, Sex und Musik, sondern er erlebt sie im wahrsten Sinne des Wortes und weiß nun worüber er schreibt. Und er geht den Ursprüngen der Dinge nach, fährt nach Italien, recherchiert bei Pastaherstellern und Metzgern, wird Lehrling bei einem Metzger in der Toskana. Für Buford beginnt eine abwechslungsreiche Passionsgeschichte, denn Ehrgeiz und Wissensdurst treiben ihn an, wenn er herauszufinden versucht, was den Unterschied zwischen einem leidenschaftlichen Hobbykoch und einem ausgezeichneten Sternekoch ausmacht. Buford, ein kluger Mann, angetrieben von einer unbezähmbaren Leidenschaft und Aufgeschlossenheit, schreibt dieses unheimlich lehrreiche, amüsante, anschauliche, sensationelle, subtile Buch für Menschen mit großem Appetit. Alle Zutaten die für das Kochen notwenig sind findet man in diesem schlüssigen, ausgesprochen leicht und spannend zu lesenden Buch. Übrigens auch ein guter Geschenktip für Gourmets. Nicht neu, aber überzeugend. Und es macht Appetit! 4 von 5 PunktenDer erfahrene Esser wird hier vieles wieder erkennen. Es geht um die Freude an einfachem, aber wirklich guten Essen. An Gerichten, die aus einer Mischung von gutem, solidem Handwerk und genialer Kreativität entstehen. Wobei der Bezug auf kulinarische Traditionen auch nicht fehlen darf. Aber es ist nicht nur der pure Genuss, der hier gefeiert wird. Vielleicht noch wichtiger sind die Menschen hinter dem wunderbaren Essen. Die, die in überhitzten Restaurantküchen arbeiten und dort ihr Leben an etwas Absurdes wie eine perfekte Pasta verschwenden. Die in der Toskana oder in abgelegenen Landschaften Spaniens Kleinbetriebe ohne jede Aussicht auch Wachstum oder ein befriedigendes, unternehmerisches Ergebnis führen. Die ihr persönliches Glück der Überzeugung opfern, dass Essen ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Kultur ist, wie Literatur, Musik, Malerei. Denn schließlich kann man ein gutes Gericht auch ein Gedicht nennen, oder? Für denjenigen, der Essen erst noch entdecken muss, ist dies ein perfektes Buch. Es liest sich gut und erklärt viel über das Essen, seine Herstellung und das Genießen des Endergebnisses. Die vielen Biographien der Köche und Produzenten im Buch sind unterhaltsam geschrieben. Man lernt auch noch viel über das Geschäft, dass Restaurants auch sind. Betriebswirtschaft im Kleinformat, oft komplizierter und schwieriger als alle Aufgaben, welche ein weltweiter Konzern so zu bieten hat. Denn hier muss man außer empfindlichen Rohmaterialien in einer unübersichtlichen Logistikkette auch noch einen Haufen verrückter Menschen managen: Kunden, Kritiker und Köche. Das besondere an diesem Buch: Der Autor hat sich für seine Recherche selbst in die Küche begeben. In einem der besten New Yorker Restaurants hat er über ein Jahr als Koch ohne Bezahlung in diversen Funktionen gearbeitet. Und um seine Recherchen zu vervollständigen hat er dann auch noch ein entsprechendes Praktikum bei einem Fleischer in der Toskana angeschlossen, ganz zu schweigen von einigen Versuchen, die Pastaherstellung vor Ort zu erlernen. Und auch über die historische Entwicklung der Kochkunst ("Wann kamen die Eier in die Pasta?") hat der Autor einiges zu erzählen. Dem erfahrenen, lesenden Esser wird das Buch jetzt allerdings bekannt vorkommen. Vor gut einem halben Jahrzehnt hat ein Koch in New York seinen Lebensbericht unter dem Titel "Geständnisse eines Küchenchefs" veröffentlicht. Und damit ist dieser Koch, Tony Bourdain, nicht nur berühmt geworden, sondern auch Begründer einer Renaissance des guten Essens in den Medien. Und tatsächlich finden wir in "Hitze" viele Elemente auch dem Erfolgsbuch von Bourdain wieder. Die Typen mit harter Sprache, rauer Schale aber gutem Herzen, die die Küchen bevölkern. Der gelegentlich exzessive Genuss von Drogen. Die wechselnden Schicksale verschiedener, bekannter Restaurants in New York. Der Kult mit den Messern und den seltenen Sorten von Fleisch. Und die Suche des Autors nach den Wurzeln des guten Essens auf dem Europäischen Kontinents. Hat Buford hier einfach abgeschrieben? Nein, das wäre dann doch zu einfach. Wo Bordain die klassische, französische Küche feiert, ist es bei Buford die bodenständige Küche Italiens und besonders der Toskana. Und ganz offen: Buford ist eben nicht Koch sondern Journalist. Er beobachtet Menschen genauer und er schreibt auch besser. Und so kommt er auch ohne den kruden Humor von Bourdain und dessen chauvinistische Sprüche aus. Und so kann sich das Lesen denn auch für denjenigen lohnen, der seinen Bourdain schon in der Küche stehen hat. Ein literarisches Kochbuch 5 von 5 PunktenEndlich einmal ein literarisches Kochbuch, das nicht nur Hobbyköchen entgegenkommt, sondern auch Menschen die zwar gerne kochen aber auch etwas Unterhaltung lieben. Bill Buford hat hier beides auf fast wundersame Weise vermischt und herausgekommen ist ein Meisterwerk. Seine Kochleidenschaft läßt ihn sein ganzes Leben auf den Kopf stellen und am Ende bei einem Schlachter in der Toscana enden. Ab in die nächste Küche und ausprobieren ... 5 von 5 PunktenEin wirklich tolles Buch für jeden ambitionierten Amateur- bzw. Hobby-Koch vor allem, wenn er auch noch ein Freund der Italienischen Küche ist! Das Buch beschreibt eine Leidenschaft und ist mit Leidenschaft geschrieben. Um es geniessen zu können, vor allem aber wirklich verstehen zu können, worum es seinem Autor geht, muss man wohl schon selbst sehr gern kochen nur ein Gourmet zu sein dürfte nicht ausreichen. Buford hat kein Kochbuch geschrieben, aber man kann genügend Anregungen für die eigenen Kochkünste entnehmen. Es regt an z.B. einmal ganz unterschiedliche Pastasorten von Hand herzustellen (ohne Nudelmaschine!) oder auch ein über viele Stunden köchelndes ragú zu bereiten. Es geht in Bufords Buch um kulinarisches Handwerk im besten Sinne des Wortes. Die Zubereitungsarten sind oft schlicht, aber eben handwerklich perfekt. Es geht gar nicht um eine wer weiss wie komplizierte Sterneküche, sondern um fundiertes Wissen und die Qualität der Ausgangsprodukte. Es geht auch darum regionale Produkte zu verwenden und das bedeutet natürlich sich danach zu richten, was zur jeweiligen Jahreszeit auf dem Markt angeboten wird. Das ist es, was Bill Buford sucht, wenn er nach Italien reist um die ursprüngliche Pastaherstellung zu erlernen, sich fragt, wann man eigentlich begann statt Wasser Eier für Pasta zu verwenden usw.. Es geht um perfektes Kochen, um Koch-Kunst, aber auch um regionale Traditionen. Erst bei seinem zweiten Aufenthalt als Lehrling eines der offenbar berühmtesten Metzger Italiens erkennt Buford, dass Traditionen auch bei noch sehr bodenständigen, handwerklich arbeitenden Menschen ihre Grenzen haben: das vom Meister verarbeitete Fleisch stammt gar nicht mehr von den Chianina Rindern der Toskana, sondern wird in der Morgendämmerung per LKW aus Spanien angeliefert. Und zwar aus dem einzigen Grund, aus dem die regionale Tradition doch zurück zu stehen hat: bessere Qualität. kein kochbuch und schon garkeine literatur 1 von 5 Punktender autor versucht hier sein recht offensichtliche vorliebe für masochismus und seinen narzissmus in ein vermeintliches "über"-kochbuch zu packen. diese art von "schaut mal her wie sehr man leiden muss um richtig gut kochen zu können", "ich weiss danach aber auch wirklich alles besser" und "wie schrecklich (aber sooo unglaublich befriedigend und heldenhaft) ist das profikochleben" kennt man doch schon vom angeber und macho bourdain. die beschreibungen der offenbar auch geistig ziemlich verwirrten "gurus" des kochens, fleischhauens und nudelkochens lassen bei mir keinen appetit eher das gegenteil aufkommen. neid oder das gefühl man könne im gegensatz zu diesen vermeintlichen helden der kochkunst nicht oder nur schlecht kochen kommt bei mir, sicher zum leidwesen des autors auch in keiner zeile auf. eher mitleid mit diesem macho-buch das in keiner zeile echte begeisterung für das metier kochen aufkommen lässt sondern nur mehr schlecht als recht seinen verzweifelten versuch beschreibt selbst einer dieser bedenklichen superhelden zu werden. andere köche wollen uns momentan zeigen wie selbstverständlich und schön/einfach das kochen sein kann, mr. buford möchte lieber eine "gang" der übermenschlichen spezialisten gründen die wir auf knien anbeten sollen. seinen versuch das buch und sich selbst mit literarischen zitaten aufzuwerten kann man meines erachtens nicht ernst nehmen. ich lese und kaufe lieber kochbücher die den spass und die lust am kochen von gewöhnlichen sterblichen aufzeigen... sehr treffend finde ich auch die 1 stern kritik zur englischen ausgabe. |
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Der Termin. Ein Roman über Projektmanagement von Tom DeMarcoBroschiert von Hanser FachbuchPreis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 17,95 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446414398, Erscheinungsdatum: November 2007 |
Aus der Amazon.de-RedaktionTodlangweilig, wenig motivierend, so waren bisher die meisten Lehrbücher zum Thema Projektmanagement. Für den notwendigen frischen Wind sorgt nun Tom DeMarco mit seinem neuen Buch Der Termin. Seine dabei umgesetzte Idee: anstelle eines trockenen Sachbuchs einen Roman über Projektmanagement zu schreiben. Man nehme Mr. Tompkins, einen soeben freigesetzten Telekommunikations-Manager, kidnappt ihn durch eine geheimnisvolle Schönheit und beauftragt den Entführten anschließend, im kommunistischen Phantasieland Morovien eine konkurrenzfähige Softwareindustrie hochzuziehen. Aus diesen Zutaten entsteht ein spritziger Cocktail voller Überraschungen. Anfangs werden viele noch Mr. Tompkins um die paradiesischen Arbeitsbedingungen beneiden. Aus einer überdimensionierten Entwicklungsmannschaft bildet er 18 Teams, die sechs verschiedene Softwareprodukte entwickeln sollen und miteinander im Wettbewerb stehen. Die Besonderheit dabei: Die Teams sind unterschiedlich groß und setzen zur Zielerfüllung jeweils andere Methoden ein. Plötzlich auftretende bürokratische Hemmnisse und immer utopischere Terminvorgaben verleihen dem gesamten ehrgeizigen Entwicklungsprojekt einen atemberaubenden Bezug zur Realität. Ein weiterer Höhepunkt neben der erfrischenden Sprache, die den in dieser Branche so weitverbreiteten Sarkasmus auf treffende Art und Weise widerspiegelt, sind die Tagebucheinträge von Mr. Tompkin. Nach jedem Kapitel faßt er die jeweiligen Ereignisse in verblüffend einfachen Managementgrundsätzen zusammen. Klares Fazit: Tom DeMarcos neues Werk ist in höchstem Maße lehrreich und unterhaltsam zugleich. 5 Kundenrezensionen:Inhalt sinnvoll, Hörspiel mangelhaft 1 von 5 PunktenViele haben mir Tom de Marco empfohlen. Als ich dieses Hörspiel hört fand ich es einfach kitschig. Die einzelnen Erkenntnisse sind ja ganz nett, aber so etwas bekommt man aus jedem einigermaßen ordentlichen PL-Handbuch. Das Hörspiel ist einfach grauenhaft. Richtig klasse fand ich die letzten Tracks auf der zweiten CD mit der Quintessenz und den kurzen englischen Track von de Marco selbst. Aber dafür lohnte sich das Hörspiel nicht. Im Gegensatz dazu lese ich grade Bärentango von Tom de Marco. Das Buch zum Thema Risikomanagement finde ich richtig gut gelungen, auch wenn es für mich nichts wirklich neues war. Klasse Buch 4 von 5 PunktenDas Buch erklärt echt gut die Probleme, die bei Projekten auftauchen. Wenn es gut gegengelesen worden äre, wäre es perfekt. So nerven die vielen Tippfehler schon. Lehrreiche Unterhaltung 5 von 5 PunktenDieses Hörspiel ist faszinierend: Die Story spannend und unterhaltsam. Der Manager Tompkins muss sich mit all den Fallstricken und Schwierigkeiten in seinem Projekt auseinandersetzen, die man so kennt: Unklare Zielvorgaben, machtkämpfe unter den verschiedenen Vertretern der Auftraggeber, Gerangel um Ressourcen usw. Das Hörspiel ist aber auch durchaus lehrreich: Viele Tipps, die zum Nachdenken anregen und eine weiterführende Lektüre anregen. Dies ist meine einzige, keichte kritik: Nur das Hörspiel reicht nicht aus, eine Vertiefung durch Selbststudium oder Seminarbesuch ist nötig. Nachttischlektüre zum Projektmanagement 5 von 5 PunktenDer Termin ist leichte Kost, die jeder der als Abteilungsleiter oder Projektleiter mit Mitarbeitern zu tun hat oder einfach als Mitglied in einem Projekt arbeitet einmal gelesen haben sollte. Die Definition leichte Kost ist wichtig, dass Buch ist keine wissenschaftliche Anleitung für das Projektmanagement, sondern eine Geschichte zum Schmunzeln und Nachdenken über das Thema Projektmanagement, dass nebenbei die eine und auch anderen Aha-Effekt vermittelt. Das Buch eignet sich nicht als Quelle für eine wissenschaftliche Arbeit oder als das Hilfsmittel für den werdenden Junior-Projektmanager, dafür um so mehr für den Nachtisch als Bettlektüre. Der Schreibstill von DeMarco ist leicht verständlich, spritzig und seine Ironie führt immer wieder zu einem Schmunzeln. Als Roman verpackt werden in einzelnen Kapiteln typische Projektmanagementthemen an einem praxisfernen Beispiel erörtert. Die Beispiele sind interessant und regen vor allem zum Nachdenken und Replizieren auf die eigene Arbeit an, ein wissenschaftlicher Beweis oder konkrete Lösungsvorschläge bleiben aus das ist auch nicht Anspruch und Aufgabe des Buches. Man sollte das Buch nicht zu ernst nehmen und keine wissenschaftliche Bibel zum Projektmanagement erwarten, sonder eher nett verpackte Erfahrungen zum Projektmanagement, die für jede alten Hasen nichts neues sind. Es geht in dem Buch übrigens um Softwareprojekte, für Leser die aus diesem Segment kommen hat das Buch meiner Meinung nach einen höheren Bezug. Trockene Projektmanagement-Lektüre? Nix da! 5 von 5 Punkten"Der Termin" ist kein typisches Projektmanagement-Buch - das sieht man sofort, wenn man den Untertitel "Ein Roman über Projektmanagement" liest. Was aber soll man sich darunter vorstellen? Eines ist jedenfalls sicher: Das Buch ist alles - nur kein langweiliges Fachbuch. Der Projektmanagement-Experte Tom DeMarco ist ein vielgefragter und vielgelesener Autor. Er ist für Klassiker wie "Bärentango", "Spielräume" oder "Wien wartet auf dich" verantwortlich, vielen auch als "Peopleware" bekannt. Das Buch hat nun schon zehn Jahre auf dem Buckel und ist dabei keinen Tag gealtert, denn die Informationen in diesem Buch sind zeitlos und einfach Gold wert. Wie im Untertitel schon angekündigt, handelt es sich bei diesem Buch nicht um eine typisch langweilige Darstellung von Projektmanagement-Weisheiten, sondern um einen fesselnden Roman. DeMarco lässt in dieser Geschichte Mr. Tompkins ein großes Abenteuer bestehen. Er ist Projektmanager und soll ein gigantisches Softwareprojekt managen, bestehend aus insgesamt sechs Produkten. Dabei steht ihm ein 1500 Mann starkes Entwicklerteam zur Verfügung, das er in insgesamt 18 Teams aufteilt, jeweils drei für jedes Produkt. Die Teams stehen im direkten Konkurrenzkampf zueinander und verfolgen alle unterschiedliche Vorgehensweisen. Damit aber nicht genug: Aus der Chefetage wird von Mr. Tompkins ein quasi unmöglicher Fertigstellungstermin gefordert. Entführungen, Intrigen, Lügen aber auch Teamgeist und Liebesgeschichten begleiten ihn auf seinem steinigen Weg dorthin. Am Abend versucht Mr. Tompkins, die Erfahrungen des Tages in seinem Tagebuch zusammenzufassen. Insgesamt über hundert kluge und verblüffende Beobachtungen, Einsichten und Theorien vermittelt DeMar | |
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