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Produkt-Bild: Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit

Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit von Michael Winterhoff

Gebundene Ausgabe von Gütersloher Verlagshaus
Preis bei Amazon: EUR 17,95, Angebote ab EUR 14,95

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3579069802, Erscheinungsdatum: Dezember 2008, Auflage: 7., Aufl.
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Wie kommt es, dass Kinder auch der Nach-Achtundsechziger-Generation von Eltern auf der Nase herumtanzen? Dass bereits Vierjährige mit ihren Erziehern machen (und machen können), was sie wollen? Dass in unserer Gesellschaft die Respektlosigkeit der Jugend gegenüber dem Alter regiert und so viele Schulabgänger (deshalb?) nicht im Mindesten gerüstet sind fürs Leben? Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit aus der Feder des 50-jährigen Bonner Mediziners Michael Winterhoff legt den Finger nicht zuletzt an einer Stelle in die Wunde, die besonders schmerzt: Mitten ins Herz der liebenden Eltern, die doch nur eines wollen: von ihre Kindern geliebt zu werden. Und die doch genau deshalb das Gegenteil erreichen.
In neun Kapiteln beleuchtet Winterhoff mit medizinischer Analyse, aber auch mit journalistischem Geschick, welche Gründe dafür sprechen, dass Mütter aufhören sollten, zwischen Super-Nanny und Verzweiflung hoffnungslos hin- und herzupendeln. Er hinterfragt gängige Vorurteile unserer Pop-Kultur („We don’t need no education“? -- „Kinder an die Macht“??), illustriert, warum die Psyche eine so große Rolle spielt, was Grundschulen und Kindergärten mit der Seele unserer Kinder anstellen, warum Eltern ihr Ich nicht mit dem des Nachwuchses verschmelzen sollten -- und wie es uns gelingen könnte, die „Beziehungsfähigkeit wieder herzustellen“. Auf diese Weise entwirft Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ein faszinierendes Panorama, das die privaten und sozialen Mängel unserer Erziehung ebenso aufzeigt wie mögliche Lösungswege.
Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Aber die meisten ergehen sich in endlos seitenschindenden Nacherzählungen von (zumeist erfundenen) Fallgeschichten, die mit dem eigenen Leben nichts gemein haben. Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ist da auf angenehme Art und Weise anders. Und ist gerade deshalb eine willkommene Alternative zur Sensationsgier von Super-Nanny-Formaten -- eine Alternative zudem, die Hoffnung macht. -- Isa Gerck, Literaturanzeiger.de

Amazon.de-Hörbuchrezension


Das hört sich nicht gut an: Kinder tanzen ihren Eltern auf der Nase herum. Vierjährige machen mit ihren Erziehern, was sie wollen (und dürfen das auch). Und die respektlose Jugend ist nach dem Schulabschluss nicht im Mindesten gerüstet fürs Leben. Das Hörbuch Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit des 50-jährigen Bonner Mediziners Michael Winterhoff wagt diese Gesellschaftsanalyse. Und es legt den Finger nicht zuletzt an einer Stelle in die Wunde, die besonders schmerzt: Mitten ins Herz der liebenden Eltern, die doch nur eines wollen: von ihre Kindern geliebt zu werden. Und die doch genau deshalb das Gegenteil erreichen. Das hört sich, wie gesagt, nicht gut an. Und trotzdem ist es gut, davon zu hören.
In neun Kapiteln erörtert Winterhoffs Lesung, warum Mütter aufhören sollten, zwischen Super-Nanny und Verzweiflung hoffnungslos hin- und herzupendeln. Er hinterfragt gängige Vorurteile unserer nicht zuletzt auch akustischen Pop-Kultur („We don’t need no education“? -- „Kinder an die Macht“??), illustriert, was Grundschulen und Kindergärten mit der Seele unserer Kinder anstellen, warum Eltern ihr Ich nicht mit dem des Nachwuchses verschmelzen sollten -- und wie es uns gelingen könnte, die „Beziehungsfähigkeit wieder herzustellen“. Auf diese Weise entwirft Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ein faszinierendes Panorama, das die privaten und sozialen Mängel unserer Erziehung ebenso aufzeigt wie mögliche Lösungswege. Das kann sich hören lassen.
Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Aber die meisten ergehen sich in endlos seitenschindenden Nacherzählungen von (zumeist erfundenen) Fallgeschichten, die mit dem eigenen Leben nichts gemein haben. Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ist da auf angenehme Art und Weise anders. Und: Er ist auch noch kurzweilig gelesen. Alles in allem also: gut zu hören. -- Isa Gerck, Literaturanzeiger.de 4 CD, Laufzeit ca. 320 min
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5 Kundenrezensionen:

Nichts für "Normale"!
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
In den ersten Kapiteln beschreibt der Autor Phänomene, die ich als Mutter von drei Kindern und Pädagogin zumindest ansatzweise bestätigen würde. Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass der Autor in eine krankhafte "psyhiatrisierte" Welt entgleitet, die mit der Mehrzahl unserer Kinder und deren Eltern wenig Gemeinsamkeiten aufweist. Ich vermute er beschreibt Extreme aus seiner psychiatrischen Praxis. Ich halte eine solche negative Sicht für wenig konstruktiv und habe dann das letzte Viertel nicht mehr lesen wollen. Der zunächst gute Ansatz wurde durch die krankhafte Sicht und nicht fundierte Aussagen z. B. über die fehlende Entscheidungsfähigkeit von jüngeren Kindern unglaubwürdig. Ich schließe mich in so weit an, dass Kinder nicht wie kleine Erwachsene behandelt werden dürfen und dass manche von uns sicherlich stellenweise einen Schritt zu weit gehen,wenn sie Kinder durch Gleichberechtigung zu selbstbewussten Menschen erziehen wollen! Das Buch ist nach meiner Ansicht nicht zu empfehlen, da es "normale" Probleme nicht thematisiert und Erkrankten nur durch eine Therapie, nicht aber durch einen solchen Ratgeber geholfen werden kann.
perverses Kiddy-Board
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Als Ratgeber-Neuling ohne psychologisches Grundwissen konnte ich beim Lesen des Buches nur einen immer stärker ansteigenden Unmut verspüren. Ein Hinweis auf unreflektierte Bemerkungen des Autors war für mich aber die Aussage, die größte Perversion sei ein so genanntes "Kiddy-Board" dass zum Transportieren eines gößeren Geschwisterchens am Kinderwagen angebracht wird. Hätte der Autor auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht, wie eine Mutter mit einem 15-Monatsabstand zwischen den Kindern (wie er in meinem Bekanntenkreis sehr üblich ist) eine längere Strecke an einer stark befahrenen Straße mit beiden Kindern zurücklegen soll (ohne umweltunfreundlich beide Kinder ins Auto zu stecken) wäre ihm vielleicht aufgefallen, dass es durchaus schwierig sein könnte mit einer Hand den Kinderwagen zu schieben und an der anderen Hand ein Kind hinter sich herezuschleifen.
Der Mann hat Recht
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Die kontroversen Reaktionen auf das Buch, der Verriß von manchen Leuten, zeigen deutlich, daß der Autor genau den wunden Punkt erwischt hat! Genau die, die die Misere erzeugen, die regen sich am meisten auf.

Als Mensch, der mit den Produkten dieser Erziehung jeden Tag Umgang hat, ist es sehr frustrierend zu erleben, was manche Leute der Umwelt antun, in dem sie denken, daß die Welt durch die Anwesenheit ihrer Kinder gesegnet ist...

Nochmal: der Mann hat Recht! Und außerdem, wie will man Menschen Verbesserungen vorschlagen, die eh schon alles richtig machen? ;-))
Nicht alles läßt sich tiefenpsychologisch erklären
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Als Vater eines autistisch schwerbehinderten Sohnes sind mir Verhaltensprobleme in der Kindheit sehr bekannt. Ich habe die Fachliteratur zu Autismus kilogrammweise gelesen. Frustrierend durfte ich feststellen, dass die "Fachleute" meist keine Ahnung von wirksamen Therapien haben. Gerade bei Psychiatern gilt, dass sie mehr Schaden als Nutzen anrichten und ausser Ritalin und Risperdal nicht viel zu bieten haben.

Der Autor hat sicher in einigen Punkten Recht. Aber der Versuch, alles und jedes tiefenpsychologisch mit gestörten Beziehungen zu erklären, schlägt fehl. Freud war sicher ein genialer Mann. Aber er hat nicht in Allem Recht gehabt.

Störungen wie ADHS, Legasthenie, Autismus etc. sind handfeste medizinisch neurologische Störungen, gegen die die Schulmedizin noch kein vernuenftiges Gegenmittel hat. Eine tiefenpsychologische Betrachtungsweise ist hier irrefuehrend. Die Eltern, Lehrer und Bezugspersonen sind längst nicht an allem Schuld.

In vielen Punkten wäre eine verhaltensanalytische Betrachtungsweise deutlich zielführender. Verhaltenstherapeutische Ansätze basierend auf der operanten Konditionierung nach Skinner sind sehr mächtige Werkzeuge. Meinem Sohn habe ich mit ABA/VB (Applied Behaviour Analysis / Verbal Behaviour) stark helfen können. Leider sind diese Methoden in Deutschland wenig bekannt und nicht Bestandteil in der Ausbildung von Medizinern, auch nicht von Psychiatern.

Bei der Lektüre des Buches habe ich oft an Bruno Bettelheim gedacht, der Eltern von autistisch behinderten Kindern als "Kühlschrankmütter" bzw. "Kühlschrankväter" bezeichnet und die Autismus über eine gestörte Eltern-Kind Beziehung erklärt hat. Bettelheim hat enormen Flurschaden angerichet. Wenn auch bei weitem nicht so extrem, aber der Autor fährt im Prinzip eine ähnliche Rille. Das tut weh.
Klarheit über Kinder in unserer Gesellschaft
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Viele, die mit Kindern befasst sind, haben heute das Gefühl, dass irgendetwas Grundsätzliches den Umgang mit den Kindern und den Erfolg der Erziehung erheblich erschwert. Einige mögen auch schon eine grobe Ahnung haben, was die Ursachen sind, Winterhoff bringt Klarheit.

An einigen Stellen führt Winterhoff eine Psychologen-eigene Sprechweise ein, z. B. "Nervenzelle Mensch" für die Fähigkeit eines Kindes, ein Gegenüber als eigenständigen Menschen wahrzunehmen. Vielleicht wird sich von diesen Ausdrücken das eine oder andere durchsetzen, wenn Winterhoff mit weiteren Büchern Maßstäbe setzt, wie einst Rudolf Dreikurs ("Kinder fordern uns heraus", Klett Cotta Verlag).

Gestärkt mit der im Buch vermittelten Denkweise dürften die Eltern ihren Kindern mit mehr Selbstvertrauen entgegen treten. Ich freue mich schon auf das nächste Buch dieses Autors, wenn er seine Erkenntnisse zu konkreten Erziehungskonzepten weiter entwickelt.
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Produkt-Bild: Horst Lichter - "Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott": Mein Leben und ich

Horst Lichter - "Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott": Mein Leben und ich von Markus Lanz

Gebundene Ausgabe von Gütersloher Verlagshaus
Preis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 11,00

4 von 5 Punkten
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3579064592, Erscheinungsdatum: Sept. 2007, Auflage: 5., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Horst Lichter - "Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott": Mein Leben und ich

Aus der Amazon.de-Redaktion


Die rheinische Frohnatur Horst Lichter ist mit seinem kunstvoll gezwirbelten Schnauzbart längst ein Star in der deutschen Kochszene. Das Rommerskirchener Original hat es geschafft. Lichter nämlich hat nicht nur seinen eigenen „Laden“ (Lichter's Oldiethek), sondern mittlerweile auch eine Kochshow im Fernsehen. Zur besten Sendezeit! Dabei ist sein Leben eine ganze Zeit alles andere als eine Erfolgsstory gewesen. Zwischenzeitlich hatte der gelernte Koch sogar seine Leidenschaft für das Kochen verloren und sich und seine junge Familie mit verschiedenen Jobs durchgebracht. Es folgten familiäre Schicksalsschläge, zwei Hirnschläge und ein Herzinfarkt. Horst Lichter schien am Ende. Doch nachdem er dem Tod im letzten Moment noch einmal von der Schippe gesprungen ist, hat er sein Leben radikal umgekrempelt und lebt jetzt sein „zweites Leben“.
Der Fernsehmoderator Markus Lanz hat Horst Lichter dazu überreden können, sich mit ihm für eine Woche in ein Südtiroler Kloster zurückzuziehen und mit ihm seine „beiden Leben“ zu rekapitulieren. Herausgekommen ist ein mit zahlreichen Fotos garniertes, beeindruckendes Porträt eines beeindruckenden Mannes. Einem Unikat im besten Sinne. Einem, der sich von nichts und niemandem hat unterkriegen lassen und der die Fingerzeige des Schicksals zu deuten verstanden hat. Lesenswert! -- Freia Danz
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5 Kundenrezensionen:

Zum Hörbuch Lanz/Lichter:
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Ich kannte Horst Lichter bisher als sympathischen und immer gut gelaunten Koch aus vielen Kochsendungen. Da er das Hörbuch zusammen mit Markus Lanz gestaltet hat, stellte ich es mir sehr interessant vor, Teile seiner Geschichte von ihm selbst erzählt zu bekommen. Dass, was Horst Lichter bis jetzt in seinem Leben erlebt hat, war nicht immer ein Spaziergang und so schwankt man beim Zuhören oft zwischen Schmunzeln und Rührung. Aus vielen kleinen Episoden ergibt sich das Bild eines Lebens voller Abwechslungen aber auch Schicksalsschlägen, die den Horst Lichter geprägt haben, der er heute ist. Schnell merkt man, dass sich hinter der Fassade seiner lockeren Sprüche ein sensibler Mensch verbirgt, dem das Leben eine gewisse Demut gelehrt hat.
Zu Beginn des Hörbuches spricht Lanz distanziert und unbeteiligt, klingt so, als lese er die Biographie eines ihm völlig Fremden, doch dass verliert sich bald und so kann man sich besser in das Erzählte einfühlen. Auch Lichter hat Anlaufschwierigkeiten. Oft hat er nur ein paar kurze Sätze zu sprechen, doch auch er klingt dabei zuerst ein wenig bemüht - so als lese er etwas aufs Stichwort ab - etwas, dass nichts mit ihm zu tun hat. Vielleicht hätte man ihn da einfach spontan reden lassen sollen, ohne ihn in die Grenzen einer geschriebenen Vorlage zu stecken, denn der Mann ist schließlich für seine Spontaneität bekannt und ich denke, er hätte stellenweise nicht so eingezwängt gewirkt.
Trotzdem hat mir das Hörbuch sehr gefallen. Die Stimme von Lanz klingt angenehm und man hört ihm, bzw den beiden gerne zu. Dass Lichter selbst einige Passagen spricht, gibt dem Ganzen noch mehr Authentizität und ich hätte den beiden noch eine ganze Zeit länger zuhören mögen.
Fazit: Wer Horst Lichter mag und eine Alternative zum Buch sucht, ist hier gut bedient, auch wenn es sich um die gekürzte Buchfassung handelt.
Trotzdem großartig
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Die Geschichte von Horst Lichter muß wohl einen Jeden bewegen: soviel Schicksalsschläge kann eigentlich Niemand mit einem so sonnigen Gemüt beantworten!
Das macht demütig und dankbar für das eigene (längst nicht so schlimme) Schicksal.
Und es macht auch Mut: man KANN das überleben!
Einfach großartig.
Das einzige Manko am Hörbuch: Markus Lanz schnauft ein wenig zuviel während des Vorlesens: was beim Kommentieren einer TV-Reportage okay ist, stört auf einem Hörbuch schon ein wenig.
Trotzdem ohne Einschränkung: 5 Sterne!
Das Buch eines Mannes der NICHTS zu sagen hat
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Große Buchstaben, große Abstände zwischen den Zeilen, viele Bilder, und Geschichten die zwar teils lustig, teils dramatisch sind aber dennoch jedem Otto Normalverbraucher geschehen! Schade das Horst Lichter ein Kind verloren hat! Mein aufrichtiges Beileid! Aber sollten deswegen die 323 betroffenen Eltern, im Jahre 2005, auch ein Buch schreiben?
Jede Minute "Explosiv"
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Ich hatte mir aufgrund der meist sehr amüsanten Fernsehauftritte des Herrn Lichter eine bittersüße Geschichte vorgestellt und wurde herbe enttäuscht. Mag sein, dass die Buchausgabe wenigstens ein schönes Bilderwerk ist, aber dieses Hörbuch ist wie eine nicht enden wollende Boulevard-Reportage mit einer teilweise unerträglichen Bildsprache. "Im menschlichen Gehirn kreuzen sich die Blutbahnen; links-recht, rechts-links, alles muss zusammenspielen. In unseren Köpfen ist immer Große Koalition", kommentiert der Autor eine Untersuchung nach einem der Zusammenbrüche Lichters und man fragt sich, ob bei Herrn Lanz da oben überhaupt etwas zirkuliert um Sauerstoff zu seien grauen Zellen zu bringen.
Die wirklich dramatischen Lebenspunkte des Herrn Lichter erreichen stilitsich nur den Tiefgang einer Pfütze, während Alltägliches unnötig ausgewalzt wird. Getretener Quark wird breit nicht stark, um meinerseits ein blödes Bild nachzuschieben ;o)
Der Autor und sein Opfer sprechen dieses Hörbuch gemeinsam aber völlig aneinander vorbei und es ist weder packendes Drama, noch amüsant küchenphilosophische Lebenshilfe. Schade
Lockeres Lesen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich habe das Buch gleich an einem Tag durchgelesen, es liest sich sehr leicht und ist an zahlreichen Stellen sehr erheiternd, obwohl Lichters Leben ja eher zum Gegenteil Anlass gäbe. Auch, wenn die Formmängel (Schriftgröße etc.) auffallen, wertet es den Inhalt des Buches meiner Meinung nach keineswegs ab.
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Produkt-Bild: Tyrannen müssen nicht sein: Warum Erziehung nicht reicht - Auswege

Tyrannen müssen nicht sein: Warum Erziehung nicht reicht - Auswege von Michael Winterhoff

Gebundene Ausgabe von Gütersloher Verlagshaus
Preis bei Amazon: EUR 17,95

ISBN: 3579068997, Erscheinungsdatum: Januar 2009, Auflage: 1
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Produkt-Bild: Ich will dich nicht vergessen: Ein Begleiter durch die Zeit der Trauer und des Abschiednehmens

Ich will dich nicht vergessen: Ein Begleiter durch die Zeit der Trauer und des Abschiednehmens von Jo Eckardt

Gebundene Ausgabe von Gütersloher Verlagshaus
Preis bei Amazon: EUR 14,95, Angebote ab EUR 12,95

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3579054538, Erscheinungsdatum: März 2008, Auflage: 4., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Ich will dich nicht vergessen: Ein Begleiter durch die Zeit der Trauer und des Abschiednehmens

5 Kundenrezensionen:

Ein sehr schönes Buch
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch hat mir besonders gut gefallen weil es einem die Möglichkeit gibt ein ganz individuell gestaltetes Andenken zu verfassen. Ich habe die Angst das ich etwas vergesse und das Buch gibt mir die Möglichkeit meine Gedanken und Erlebnisse mit der verstorbenen Person festzuhalten. Das einzige das mich etwas "gestört" hat war, das zum Schreiben viel zu wenig Platz zur Verfügung stand.
Worte für die Trauer finden
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Nach dem Tod meiner Mutter half mir dieses Buch, meine Gedanken in Worte zu fassen, meinen Ängsten einen Namen zu geben. Zusammen mit dem Buch "Ich spür noch immer Ihre Hand" eine sehr große Hilfe für mich neben vielen Gesprächen mit meinem Mann und Freunden. Die Bücher waren bei mir, als ich ganz alleine war und halfen mir insbesondere über die erste ganz schwere Zeit....
Die Trauer kann kein Buch verringern, aber der großen Trauer Worte geben, das habe ich mit diesen Büchern geschafft.
Sehr hilfreich
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Habe dieses Buch nach dem Tod meiner Mutter gekauft und es hat mir sehr geholfen,auch um mit mir selbst über dieses Ereignis zu reden! Sehr zu empfehlen!
Idealer Trauerbegleiter
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Zum Verlust Ihres Mannes, den sie viele Jahre gepflegt hatte, habe ich meiner Freundin dieses Buch geschenkt. Seitdem spricht sie mich immer wieder auf dieses wunderbare Buch an. Es hat ihr schon sehr geholfen, die Trauer besser bewältigen zu können.
Trauer schreibend bewältigen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Die Besonderheit dieses Buches besteht darin, dass es neben Ausführungen der Autorin zum Thema Trauer - die im Übrigen sehr hilfreich sind - viel Raum bietet, sich schreibend mit seinen eigenen Gefühlen und Erinnerungen auseinander zu setzen. Schreiben habe ich von jeher als beste Therapie empfunden. Beim Tod eines geliebten Menschen kann Schreiben ebenfalls helfen. Die Autorin hat dazu vielfältige Fragen formuliert, die man nicht unbedingt der Reihe nach beantworten muss. Stattdessen kann man schauen, was einen gerade beschäftigt und dazu etwas schreiben. Das Buch ist wunderschön gestaltet. Mit der Zeit kann so ein kostbares persönliches Trauerbuch entstehen.
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Produkt-Bild: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe

Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe von Gerd Theißen

Broschiert von Gütersloher Verlagshaus
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 7,00

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3579064045, Erscheinungsdatum: August 2008, Auflage: N.-A.
Zoom ± Produkt-Bild: Der Schatten des Galiläers. Historische Jesusforschung in erzählender Form. Sonderausgabe

5 Kundenrezensionen:

Wissenschaftlich begründeter Roman von renomiertem Neutestamentler
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Gerd Theißen (Professor für neutestamentliche Exegese an der Ruprecht-Karls-Universität) ist es gelungen mit diesem historischen Tatsachenroman eine wissenschaftliche Abhandlung über Jesus derart zu schreiben, dass sie auch für theologische und exegetische Laien gut verständlich ist. Dabei hält er sich an die Spielregeln der Wissenschaft, begründet seine Aussagen durch Erläuterungen in Fußnoten und verteidigt seine Methoden und Ansichten in Form von Briefen an Herrn "Kratzinger" am Ende eines jeden Kapitels.

Teilweise driftet der Roman zwar etwas in die Fiktion ab (vor allem was die Verwendung biblischer Namen betrifft), dennoch zeichnet er ein realistisches und nach momentanem Wissensstand korrektes Bild vom historischen Jesus. Zugleich vermittelt er aber auch die Arbeitsweise der Exegese und die Probleme derer sich diese ausgesetzt sieht.
Schwachstelle des Werkes ist meines Erachtens seine Bearbeitung der Barabbasszene, da hier die Darstellung aus den Evangelien scheinbar unreflektiert übernommen wurden, obwohl in der Fachwelt weitestgehend Konsens dahingehend besteht, dass diese Darstellung nicht den historischen Tatsachen entspricht - bedenkt man, dass diese Szene dann Grund für fast 2 Jahrtausende der Judenverfolgung wurde, finde ich dies schade!

Wer sich also als Laie mit der Forschung um Jesus von Nazareth und diesem selbst beschäftigen möchte, dem sie dieser Roman empfohlen.
Interessante Reise durch die Zeit Jesu
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das Buch Der Schatten des Galiläers" von Professor Gerd Theißen ist historische Jesusforschung in erzählender Form. Gerd Theißen entwickelt eine fiktive Persönlichkeit, Andreas, die er in die Zeit von Jesus hineinsetzt. Diese fiktive Person könnte zu dieser Zeit gelebt haben, wird aber mit Szenarien konfrontiert, die wirklich stattgefunden haben, also auf Tatsachen beruhen. Diese Geschichte ist nicht einfach nur eine Abenteuerreise" sondern stützt sich auf zeitgenössische historische Quellen. Theißen erkennt auch den Quellenwert des jüdischen Historikers Josephus an, denn dieser war stellenweise Augenzeuge und berichtete oft aus erster Hand. Somit kreiert und initiierte er die Geschichte mit dem fiktiven Protagonisten Andreas, sodass folgende Rahmenhandlung entsteht:

In Jerusalem kommt es immer wieder zu Unruhen und Krawallen. Die Rufe gegen Pontius Pilatus werden immer intensiver und stärker. Der jüdische Obst und Getreidehändler Andreas gerät in eine dieser Demonstrationen und wird festgenommen. Im Gefängnis wird er einem Verhör ausgesetzt, dem er sich aber nicht völlig unterwirft, sondern seine Worte weise wählt und nichts von seinem Freund Barrabas, einem Widerstandskämpfer (Zeloten) erwähnt. Andreas muss auch vor Pilatus treten und bekommt von ihm ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann. Er soll für die Römer spionieren, indem er Informationen über neue religiöse Bewegungen in Palästina einholt. Schon bald bekommt er einen neuen Auftrag ...
Er soll mehr über einen Prediger namens Jesus in Erfahrung bringen und beurteilen, ob von ihm Gefahr einer terroristischen Vereinigung ausgeht. Andreas reist dieser Person hinterher, trifft Menschen, die ihn gesehen und miterlebt oder von ihm gehört haben. Er selber bekommt diesen Jesus nie zu Gesicht, durchläuft aber einen Prozess, indem er sich von den Worten und Taten Jesu angesprochen fühlt und sich mit diesen Worten identifizieren kann.

Allein der Titel des Buches Der Schatten des Galiläers" verweist auf etwas, das man nicht greifen kann, eine Art Mysterium. Hierbei steht der Schatten aber nicht für Dunkelheit. Es ist vielmehr etwas Großes, das da ist, das vorhanden ist, dessen Anwesenheit schwierig ist zu erfassen, ein Gesicht zu geben ist.
Andreas reist also diesem Jesus hinterher, in der Hoffnung mehr über diese Person zu erfahren. Wer war dieser Jesus eigentlich? Obwohl Andreas nie mit ihm redet, entsteht bald eine positive Meinung über Jesus. Er entwickelt ein Bild von diesem Jesus, indem er mit den Menschen, die ihm begegnet sind, spricht. Dabei zeigen sich schnell die Motive Jesu, denn er setzt sich für die Leute ein, die am Rande der Gesellschaft stehen. Jesus hat ein offenes Gehör für diese Menschen und ignoriert sie nicht, sondern geht auf sie zu, spricht mit ihnen und schenkt ihnen Hoffnung. Die Art, wie er mit den Menschen spricht, ist das charakteristische an ihm. Mit Hilfe von Metaphern und Vergleichen verkündet er die Botschaft Gottes, dass das Reich Gottes schon nah und teilweise schon spürbar ist. Seine Worte werden von den Menschen aufgenommen und verstanden, sodass sich immer mehr zu ihm bekennen, denn er lässt die Hoffnung in ihnen wachsen.

Gerd Theißen hat es wirklich geschafft eine interessante und spannende Reise durch die Zeit Jesu niederzuschreiben. Wir haben das Buch im Unterricht gelesen und besprochen. Es gibt eine Menge Diskussionsstoff, die die ein oder andere Unterrichtsstunde ausgefüllt hat. In der Tat kann man einige Aspekte aus dem Buch in die heutige Welt hineinversetzen. Da wäre z.B die Rolle der Frau oder im Allgemeinen diejenigen Menschen oder Bevölkerungsgruppen die noch nicht richtig integriert wurden. Es gibt eine Menge zu bereden und zu diskutieren, was dem Unterricht natürlich zu Gute kommt. Jedenfalls ist dieses Buch eine willkommene Abwechslung die mit Sicherheit die Schüler interessieren wird. Ich kann es nur weiterempfehlen und sagen, dass es mein Interesse geweckt hat!
Unterhaltsam und fundiert
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Zuvor hatte ich "Die Bibel nach Biff" gelesen und war begeistert. Wollte mich dann allerdings etwas fundierter informieren, ohne mich dabei zu langweilen. Die Bibel selbst ist dafür natürlich eine Möglichkeit, doch fehlt mir dazu der Hintergrund von einigen Jahrhunderten historischer Forschung. Die fand ich in diesem Buch, das auf elegante Weise zweigleisig fährt. Wer unterhalten werden (und dabei viel über Jesus erfahren) möchte, liest sich einfach durch den kurzweiligen Text und vertraut auf die Gewissenhaftigkeit und die Fähigkeit zur kritischen Selbsteinschätzung des Autors.
Wer weiter in den Diskurs einsteigen möchte, blättert in der in den Fußnoten zum Beleg angeführten Sekundärliteratur (z.B. der Bibel, wie ich es mir doch einige Male nicht verkneifen konnte), oder versucht die Auseinandersetzung nachzuvollziehen, die der Autor in fiktiven Briefen an einen erfundenen Widerpart zwischen den Kapiteln andeutet.
Ein sehr lesenswertes Buch und zwar gleichermaßen für Christen (wie ich vermute), wie für Nicht-Christen.
Exzellente und anschauliche narrative historische Jesusforschung!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Historische Quellen können ziemlich öde sein. Mich zumindest haben sie bislang noch nicht bewogen, mich eingehender mit ihnen zu beschäftigen. Gerd Theissen hat mit diesem Buch jedoch einen wunderbaren Weg gefunden, Inhalte alter jüdischer, römischer vor- und urchristlicher Quellen kombiniert mit Bibelstücken zu einer ansprechenden und interessanten Form aufzubereiten, deren Lektüre Spaß macht. Hierzu hat er eine realistische Geschichte um diese Quellen herum gewoben, die es ermöglicht, eben jene Inhalte in einer sehr anschaulichen und plastischen Form darzubieten, dass man leicht Assoziationen herstellen und dem Handlungsverlauf problemlos folgen kann. Die öden Quellen werden also plastisch und "lebendig". Und das "Extra" an diesem Buch ist natürlich, dass man so quasi "nebenbei" einige interessante zeitgeschichtliche Hintergrundkenntnisse erlangt.
Am besten fand ich aber die Methode, die er gefunden hat, um Kritikern bereits vorab den Wind aus den Segeln zu nehmen. Parallel zu jedem einzelnen Kapitel der Geschichte nämlich befinden sich Auszüge aus der Kommunikation mit einem "imaginären" und überaus kritischen Wissenschaftler-Kollegen Kratzinger (auf Grund der ein oder anderen Andeutung könnte man aber doch durchaus eine bestimmte konkrete reale Person dahinter vermuten können...). Es handelt sich hierbei um Antwortbriefe, in denen Theissen die Kritikpunkte von Herrn Kratzinger aufnimmt, auf sie eingeht und gleichzeitig seine Vorgehensweise in der Handlung rechtfertigt und erklärt. Hiermit gelingt es ihm, wissenschaftliche Hintergründe zu erklären, Einordnungen vorzunehmen und Begrifflichkeiten wie Fachvokabular einzuführen, die so auch dem theologischen Laien zugänglich werden und sind. Sogar das Literaturverzeichnis "versteckt" sich im letzten dieser Briefe. - Eine meiner Meinung nach großartige Idee, die schon per se 5 Sterne verdient hat!
Und dies ist noch nicht alles! Quasi nebenbei gelingt es Theissen nachzuzeichnen, wie dieser Jesus nicht nur Diskussionen zwischen Familien, Beziehungs- und Geschäftspartnern sondern auch zur Auseinandersetzung der eigenen Position zu ihm führt. Er verdeutlicht, dass man sich zu seiner Botschaft, seinen Ansichten einfach irgendwie verhalten muss, dass Er und seine Botschaft es vermögen, Ansichten umzustürzen und Nachfolge zu erwecken. Theissen gelingt es somit, (einsetzenden) Glauben narrativ zu beschreiben und nachvollziehbar zu machen.
Fazit: Dieses Buch ist einfach großartig und "lebendige Geschichte" auf wissenschaftlichem und doch leicht zugänglichem Niveau! Von mir eine ganz klare und ausgesprochene Empfehlung!!!
Geschichtsforschung spannend erzählt
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Jerusalem, in der Zeit des Pontius Pilatus: Demonstrationen gegen die Römer sorgen für Tumulte auf den Straßen Jerusalems. Der jüdische Kaufmann Andreas gerät in eine Demonstrationen und wird festgenommen. Dass er auf der Suche nach seinem Freund Barrabas war, verrät er nicht in den Verhören. Barrabas gehört zu den Zeloten, die den offenen Widerstand gegen die Römer praktizieren. Andreas wird freigelassen, aber nur unter der Bedingung, dass er für die Römer spioniert. Er soll Material über neue religiöse Bewegungen in Palästina sammeln. Schließlich setzt man ihn auf einen Wanderprediger an. Er wendet sich gegen den Tempelkult und sein Name ist Jesus. Die Römer wollen wissen, ob sich eine neue terroristische Vereinigung um ihn bildet. Andreas reist Jesus hinterher.

Er spricht Menschen, die ihn gesehen haben oder die von ihm gehört haben und rekonstruiert sein Leben und seine Motive. Und so entwickelt sich auch für den Leser ein Bild von der Person Jesus und vor allem von der Zeit in der er gelebt hat und den Menschen um ihn herum.

Viele uns aus der Bibel bekannte Begebenheiten erscheinen im neuen Licht der religiösen und sozialen Welt des Judentums. Es wird verständlich, warum Jesus soviele Sympathien sammelte aber auch, warum er so viele Feinde hatte. Der Autor Gerd Theißen ist Professor für neutestamentliche Theologie an der Uni Heidelberg. Der historische Jesus ist ein Schwerpunkt seiner Forschung. Die Hauptperson Andreas ist erfunden, doch alles um ihn herum entspricht dem Stand der Forschung, die hier spannend wie ein Krimi herkommt. Daher ist dieses Buch absolut lesenswert, bei dessen Höhepunkt sich Andreas plötzlich zwischen Jesus und Barrabas entscheiden muss...
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Produkt-Bild: Wer hier klaut, stirbt: Horst Lichters Geschichten von tausendundeinem Leben

Wer hier klaut, stirbt: Horst Lichters Geschichten von tausendundeinem Leben von Carsten Tergast

Gebundene Ausgabe von Gütersloher Verlagshaus
Preis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 13,95

3,5 von 5 Punkten
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3579069969, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Wer hier klaut, stirbt: Horst Lichters Geschichten von tausendundeinem Leben

Aus der Amazon.de-Redaktion


Eigentlich ist der Mann fernseh- und humortechnisch gesehen ein einziger Anachronismus. Kaum richtet sich eine Kamera auf ihn, rollen die Kulleräuglein auf Schalk-Betriebstemperatur, dass es eine wahre Pracht ist. Fastglatze und ein annähernd wagenradgroß gezwirbelter Schnäuzer tun ihr Übriges. Nun noch etwas forciert tuntiges „Mein-Johann“-Gesumse, dazu Anzüglichkeiten, die nicht selten unter der Gürtellinie ihre feste Heimstatt finden -, und der deutsche Humor feiert fröhliche Urständ'. Keine Spur von der Subtilität eines Harald Schmidt. Womöglich ist gerade deshalb Horst Lichter, der stets aufgedrehte Jeck der derben Rezepte, der Deutschen derzeit liebstes Kind? Der Bildband begibt sich auf Spurensuche ins rheinische Rommerskirchen-Butzheim.
Die dortige „Oldiethek“, oder kurz Lichters „Laden“, eine alte Tanzhalle, die der gelernte Koch nach schwerer Krankheit und Reha 1990 für Freunde eröffnete, ist Basisstation und Startplatz einer raketenhaften Karriere. Buchstäblich Stück für Stück entstand ein Ambiente, das Lichters ureigensten Neigungen entsprach. Dem Sammeln von Kuriosa. So entstand eine Mischung aus überdachtem Trödelmarkt und kulinarischer Pilgerstätte, in der der Chef, sofern anwesend, seinen staunenden Gästen gutbürgerliche Speisen und Sprüche liefert. Man stößt hier auf die Bibliothek der verstorbenen Lore Lorentz, sitzt auf ausgemusterten Rommerskirchener Kirchenbänken, oder lauscht der denkwürdigen Erwerbsgeschichte der Dinosaurierskelett-Gemälde hoch über den Speisenden. Kreidler-Mopeds, Rennwagen, Lichterheld Graf Berghe von Trips, legendärer und toter Ferrari-Pilot aus der Gegend, alte Emaille-Schilder (auf einem findet sich der titelspendende Text) - Lichters Welt -, eine einzige museale Edelmüllhalde.
Im zuweilen etwas biederen und weihevollen Ton einer Bauernchronik gibt Carsten Tergast Schnurren und Anekdoten um die Sammlerstücke zum Besten und leistet damit auch ein Stück Biografiearbeit im Leben des Kochs und Entertainers. Komplettiert wird die großformatige Lichter-Schau durch eine hübsche begleitende Fotostrecke, optischer Leckerbissen und Schlossführung in einem. Alles in allem dürfte das ganze Unternehmen dem medialen Gesamtkunstwerk Horst Lichter garantert einen weiteren leckeren Stern sichern. -Ravi Unger
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3 Kundenrezensionen:

Interessanter Einblick in die Oldiethek
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Carsten Tergast beschreibt in diesem Buch die Oldiethek des Fernsehkochs und Entertainers Horst Lichter. Die alte Scheune in Butzheim bei Rommerskirchen ist viel mehr als ein Sammelsurium von alten und kuriosen Dingen oder ein Restaurant. In seinem Laden" sammelt Horst, wie ihn alle seine Gäste nennen dürfen, nicht nur Gegenstände sondern auch die Geschichten dazu. Zu jedem Stück weiß er eine Anekdote oder manchmal auch etwas Trauriges zu erzählen. All dies hat der Autor Carsten Tergast auf unterhaltsame Art und Weise aufgeschrieben. Ich habe bei seinem Rundgang durch die Oldiethek oft geschmunzelt oder war, wie bei der Geschichte über das alte Fahrrad, mit dem ein Kriegsgefangener von Frankreich nach Deutschland zu seiner Braut gefahren ist, sehr gerührt.

Außerdem enthält das Buch jede Menge Fotos, die die Gegenstände zeigen, von denen berichtet wird. Ich konnte mich in die Oldiethek träumen und habe die Bilder lange und mit großem Genuss betrachtet. Was mir ein wenig fehlte, waren Bildunterschriften. Auf einigen Fotos sind Personen abgebildet, von denen ich gerne erfahren hätte, wer sie sind.

Es wird deutlich, dass Horst Lichter kein gewöhnlicher Mensch ist, der einfach altes Zeug anhäuft und ein Museum daraus macht. Er möchte alte Dinge erhalten und seinen Gästen zeigen. Er kämpft damit gegen die Wegwerfgesellschaft und macht sich gleichzeitig schon Gedanken, was aus seinen Schätzen wird, wenn er selber nicht mehr darauf aufpassen kann.

Dieser Bildband ist eine schöne Erinnerung für Leser, die selbst schon in der Oldiethek zu Gast sein durften (so wie ich), aber auch ein Anreiz, mal den Weg ins Rheinland einzuschlagen, um dem Laden" und seinem kauzigen Besitzer einen Besuch abzustatten.

Dem Autor ist ein hervorragender Blick hinter die Kulissen gelungen, der mir den Menschen Horst Lichter und seine Oldiethek näher gebracht hat.
Leichte Unterhaltung - schön zum Verschenken!
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
"Horst Lichters Geschichten von tausendundeinem Leben" eignen sich einfach wunderbar zum Verschenken, und zwar für Lichter-Fans und solche, die es eventuell noch werden wollen.
Es handelt sich hierbei um rund vierzig kurzweilige und unterhaltsame Geschichten, die der Fernsehkoch und "Ladenbesitzer" Horst Lichter erzählt und diese vom Autoren Carsten Tergast hat aufschreiben lassen. Dabei erfährt man nicht nur diverse Begebenheiten rund um ausgewählte Gegenstände aus der Oldiethek, sondern auch Wissenswertes zur Geschichte des "Ladens" selbst.
Das Buch eignet sich daher besonders für Leute, die zwar den Horst aus dem Fernsehen kennen, aber bislang keine Gelegenheit hatten, seine berühmte Oldiethek zu besuchen bzw. keine Vorstellung davon hatten, was es mit diesem "Laden" eigentlich auf sich hat. Die in diesem Band enthaltenen zahlreichen Fotos (Aufnahmen aus der Totalen und jede Menge Detailfotos) vermitteln einen guten Eindruck von dem, was den Besucher der Oldiethek so alles erwartet. Alles in allem ein echter Appetithappen, der Lust macht, Rommerskirchen am Wochenende einen Besuch abzustatten, um bei Kaffee und Selbstgebackenem den Charme der Oldiethek mal live auf sich wirken zu lassen.
Total belanglos
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Der Horst und die Oldiethek sind klasse. Aber dieses Buch überhaupt nicht!

total belanglose Geschichten und auch langweilig beschrieben. Die Bilder sind konzeptlos und geben auch nicht her. Besser die Finger weglassen, dieses Buch braucht wirklich keiner. Ein besser Autor hätte das Niveau vielleicht noch retten können.

Sorry, aber ich bin total enttäsucht worden und hätte mir mehr versprochen. Dieses Buch ist leider nichts! Finger weg.
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Produkt-Bild: Irische Segenswünsche. Jahres-Geleit 2009: Aufstellkalender

Irische Segenswünsche. Jahres-Geleit 2009: Aufstellkalender

Kalender von Gütersloher Verlagshaus
Preis bei Amazon: EUR 2,62

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3579077295, Erscheinungsdatum: Juli 2008, Auflage: 1
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Eine Kundenrezension:

Good old Ireland
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ein Kalender mit wunderschönen Bildern von der grünen Insel und sehr schönen einprägsamen Sprüchen.
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Produkt-Bild: Deutschland 2030: Wie wir in Zukunft leben

Deutschland 2030: Wie wir in Zukunft leben von Horst W. Opaschowski

Gebundene Ausgabe von Gütersloher Verlagshaus
Preis bei Amazon: EUR 29,95

ISBN: 3579069918, Erscheinungsdatum: August 2008, Auflage: 1
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Wie kann ich mit meiner Trauer leben?: Ein Begleitbuch von Chris Paul

Taschenbuch von Gütersloher Verlagshaus
Preis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 8,00

5 von 5 Punkten
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3579009257, Erscheinungsdatum: 2000
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5 Kundenrezensionen:

hilfreich und unterstützend
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch hat mir (und auch meinen Kindern) gut getan. Ich habe viele meiner eigenen Empfindungen darin beschrieben gesehen - ein Zeichen, dass ich in meiner Zerrissenheit doch nach wie vor "normal" bin. Das Buch zeigt auf, dass es keine Normen für Trauer gibt, keine Rezepte bzw. Regeln, wie man mit einem so großen Verlust umzugehen hat. Es hilft bei der Erkenntnis, dass Trauer eine ganz persönliche Angelegenheit ist und dass man es sich erlauben sollte, seine eigene Form zu finden.
Das einzig Negative an diesem Buch ist, dass die Autorin immer wieder Bezug auf frühere oder spätere Kapitel nimmt, das ist unnötig und stört beim Lesen.
... ein wertvoller Begleiter durch die Trauer
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
... nachdem ich leider einen sehr schweren Schicksalsschlag hinnehmen musste, war ich lange am überlegen, welches der Bücher ich denn nehme. Dadurch habe ich mich auf die ganzen positiven Rezensionen verlassen und bin so auch nicht enttäuscht worden. Durch die vielen Stationen der Trauer habe ich durch dieses Buch die Bestätigung bekommen, dass alles das, was ich erlebt habe und wohl noch weiter erleben werde, normal ist. Vieles steht drin, wo einem der Gedanke kommt : richtig, so erlebst du das jetzt auch. Die ganzen Ängste, Enttäuschungen, Sehnsüchte... alles.

Wer auf der Suche nach einem Buch über Trauer ist, kann dieses unbedenklich nehmen.
Ein sehr hilfreiches Buch
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Ich hab in den letzten Wochen sehr viele Bücher über Trauerarbeit gelesen. Das Buch von Chris Paul "Wie kann ich mit meiner Trauer lesen" hat mich am meisten angesprochen. Es wird sehr einfühlsam beschrieben, was mit einem passiert und es werden Erklärungen / Beschreibungen gefunden für Zustände, die man erlebt aber nicht einordnen, geschweige denn in Worte fassen kann.
Ich denke, ich werde dieses Buch immer wieder rausholen, weil die verschiedenen Phasen der Trauer intensiv beschrieben sind.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen...
Hilfreich für die verschiedenen Stadien des Trauers
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Was dieses Buch besonders auszeichnet, ist das sensbible Eingehen auf die verschiedenen Stadien des Trauers in chronologischer Ordnung. Natürlich ist kein Trauerprozess wie ein anderer. Dennoch dient es der Orientierung, wenn dargestellt wird, wie zu verschiedenen Zeiten verschiedene Gefühle und Bewältigungsstrategien auftauchen können. Nach einer Einführung geht die Autorin im Einzelnen ein auf die Vorgeschichte und Vorerfahrungen mit Tod und Trauer, die letzte Begegnung, die Sterbestunde oder die Todesnachricht, die ersten Stunden nach dem Tod, die ersten Wochen, das erste Jahr und die weiteren Jahre. Das Buch ist sehr sensibel geschrieben und enthält auch eine Reihe von praktischen Hinweisen. Das Buch ist eine echte Hilfe, den eigenen Weg beim Umgang mit der Trauer zu finden.
Super Buch
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Das Buch "Wie kann ich mit meiner Trauer leben" von Chris Paul habe ich aufgrund der guten Bewertungen zu diesem sensiblen Thema gekauft und bin wirklich überrascht gewesen, wieviel anwendbarer Inhalt in solchen Büchern steckt.

Ganz klar: Dieses Buch kann nicht über den Verlust des Menschen hinweghelfen, aber es zeigt immer wieder auf, dass es weitergehen kann und auch muss, ohne grob zu wirken. Chris Paul macht immer wieder darauf aufmerksam, dass man sich die nötige Zeit nehmen soll zu trauern.

Am wichtigsten war mir -und das ist mir beim Lesen richtig aufgefallen, dass man nicht das Gefühl hat, allein zu sein mit seinem Schmerz. Ich hatte oft "AHA" Erlebnisse, dass ich -trotz der Trauerarbeit- normal bin und ich mehrere Prozesse durchleben muss.
Ich würde dieses Buch auf alle Fälle empfehlen.
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Produkt-Bild: Der christliche Glaube: Eine evangelische Orientierung

Der christliche Glaube: Eine evangelische Orientierung von Wolfgang Huber

Gebundene Ausgabe von Gütersloher Verlagshaus
Preis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 17,00

3 von 5 Punkten
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3579064495, Erscheinungsdatum: Dezember 2008, Auflage: 4., Aufl.
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4 Kundenrezensionen:

Die Himmelsrichtung nach dem österlichen Sonnaufgang bestimmen
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Werk des Berliner Bischofs Wolfgang Huber zeichnet sich durch drei lesenswerte Eigenschaften aus. Die Reflexionsebene des Buches bewegt sich durchweg auf dem Niveau eines um die Fragen des Lesers bedachten und zugewandten Gesprächspartners.
Die in dem Buch angesprochenen Themen und Probleme werden konkret aufgegriffen, bündig und gut verständlich erörtert. Was dabei zur Sprache kommt und wie das geschieht, erinnert an fassbare Lebenssituationen, in denen der Autor aufgrund seines Amtes den Zeitgenossen Rede und Antwort steht - souverän und einfühlsam.
Diese Selbstverständlichkeit, sich unentwegt dem Gespräch zu stellen, verbindet der Theologe mit der Notwendigkeit, über den eigenen Glauben Rechenschaft abzulegen und Auskunft und Zeugnis über den persönlichen Glauben zu geben. Wohl deshalb steht am Anfang und Ende dieser Gedankengänge auch die eigene Gebetspraxis.
Wolfgang Huber entfaltet den christlichen Glauben in der Weise, wie er von seinen drei Artikeln des Glaubensbekenntnisses bekannt ist und bezieht ihn auf die Momente Glaube, Hoffnung, Liebe. (Im Buch selbst zu blättern und lesen zu beginnen, ist an- und aufregender als nur das Inhaltsverzeichnis zur Kenntnis zu nehmen.) In diesem Durchgang wird hinter dem Amtsinhaber - Theologieprofessor in Heidelberg, Landesbischof von Berlin, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - der Christ mit seinen eigenen Anfechtungen sichtbar.
Gerade diese persönliche Unbefangenheit des Glaubens des Autors, der über seine eigenen wie über die Lebensfragen seiner Zeitgenossen nachdenkt und dieses Denken als kritischen und zugleich erbauenden Wegbegleiter einlädt, macht das Buch und seinen Autor so sympathisch.
Zweifellos eine evangelische Orientierung, die Himmelsrichtung nach dem österlichen Sonnenaufgang zu bestimmen. Ein Buch nicht nur für Spiegel-Leser oder Gebildete unter den Verächtern der Religion... einfach, bemerkenswert und empfehlenswert.
Noch nicht der ganz große Wurf
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Ein Bischof schreibt ein Buch. Und nicht nur irgendein Bischof, sondern sozusagen der Oberhirte der evangelischen Welt in Deutschland, falls es denn so etwas gibt. Natürlich gibt es den nicht, denn die Protestanten haben nun einmal eine antihierarchische Tradition, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird nicht nur auf Zeit gewählt - genau wie alle anderen Bischöfe, Präses und Kirchenpräsidenten der Gliedkirchen der EKD - sondern er ist allenfalls der Erste unter Gleichen. Im Grunde hat jeder Bischof einer Gliedkirche mehr Macht als der Ratsvorsitzende selbst.
Aber wie auch immer. Als ebendieser Ratsvorsitzende ist Bischof Wolfgang Huber bekannt. Man kennt sein Gesicht aus dem Fernsehen. Und so hat er sich womöglich auch verpflichtet gefühlt, einmal ein klärendes Wort in die Debatte zu werfen, was denn christlicher Glaube nun eigentlich sei. Schließlich gibt es immer mehr Menschen, die ebendies nicht wissen. Weil sie schon in einem Haus aufgewachsen sind, in dem der Glaube unbekannt war oder weil sie vor vielen Jahren schon der Kirche den Rücken gekehrt haben.
Ein Bischof schreibt also ein Buch, und er will erklären, was dies nun ist: christlicher Glaube. Und zwar auf einem durchaus gehobenen Milieu. Das Buch wendet sich eher an den gebildeten Zeitgenossen, der die Evolutionslehre von Charles Darwin kennt und der im Übrigen auch weiß, wie es sich mit der Entstehung der Erde und des Weltraums verhält. Er hat sein Buch nach dem Vers aus dem Hohelied der Liebe 1. Korinther 13,13, wo es heißt : Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen" in die Abschnitte Glaube, Hoffnung, Liebe" unterteilt und den größten Abschnitt, den über den Glauben wiederum in die Kapitel "Gott - Schöpfer der Welt", "Christus - Gott bei den Menschen" und "Der Heilige Geist - der Geist der Freiheit". Diese Unterteilung ist gut durchdacht. Zum einen zeigt sie, dass Huber den Gedanken der Trinität zugrunde legt und zum anderen, dass er Gott in Beziehung denkt. Keine Spekulation über das Wesen Gottes, sondern Gott als Gegenüber zu den Menschen. Das ist ja im Übrigen auch Konsens in der Theologie. Von daher wohl auch der Beginn mit Gott als dem Schöpfer. Auch das Motto, das er dem Kapitel voranstellt, Luthers Erklärung des Ersten Artikels des Glaubensbekenntnisses: "Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat, samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält ..." weist die Richtung, in die das Buch hineinführen soll: Gott ist gnädig und sorgt für uns.
Und hier gilt es nun zu differenzieren. Ich halte es ja durchaus für begrüßenswert, dass Hubers Buch eine klare Stoßrichtung hat. Es will für den christlichen Glauben werben. Es will das Positive herausstellen. Was mir jedoch fehlt ist eine etwas größere Tiefe. Nehmen wir nur die Frage: "Urknall oder Schöpfung?" Oder muss es vielleicht "Urknall und Schöpfung" heißen? So zumindest verstehe ich Huber. Aber wie kann man denn nun beides zusammen denken? Lief die Entstehung der Welt denn nicht streng nach Naturgesetzen ab, und ist zwischen diesen Naturgesetzen noch Platz für Gottes Handeln? Und wenn ja: wie genau hat man sich das vorzustellen? Auf Fragen wie diese geht Huber nicht ein. So ähnlich ist es auch bei der Frage nach der Theodicee, also der Rechtfertigung Gottes angesichts des Furchtbaren, was in der Welt geschieht. Wie ist denn nun Gottes Allmacht zu deuten? Und geht das denn nun: am Gedanken der Allmacht festhalten, wenn man zugleich am gütigen Gott festhalten will? Solche Fragen streift Huber zwar, aber er antwortet darauf so diplomatisch, wie das sonst Politiker tun, die unangenehme Fragen elegant unterlaufen. Zu einer so radikalen Position wie zum Beispiel Dorothee Sölle sie vertritt, dass er die Allmacht Gottes zugunsten seiner Liebe opfert, kann Huber sich nicht durchringen. Man ahnt zwar, dass Huber meint, Gott habe (beispielsweise) mit Naturkatastrophen nichts zu tun, warum er aber trotzdem noch gütig und allmächtig sein soll, das erfährt der geneigte Leser nicht.
Etwas besser sieht es bei dem Kapitel: "Christus - Gott bei den Menschen" aus. Da kann Huber einigermaßen überzeugend hinüberbringen, was das heißt "Christus ist der Sohn Gottes" bzw. was das bedeutet. Aber vielleicht ist die Zwei Naturenlehre auch kein so großes Problem mehr. Andererseits hätte ich mir etwas mehr Eingehen auf die Opferproblematik bei der Kreuzestheologie gewünscht, aber vielleicht muss man als Bischof mehr ausgleichen als Probleme benennen.
Alles in allem ist das wohl eher eine Einführung in den Glauben als eine wirklich tiefgründige Auseinandersetzung mit ihm. Doch kann man mehr vielleicht auch gar nicht von einem Buch verlangen, das gerade mal 270 Seiten dick ist und doch zugleich umfassend Auskunft darüber geben will, was das ist: Christlicher Glaube.
Ich mach mir die Bibel - wie sie mir gefällt..
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
2 x 3 macht 4 | Widdewiddewitt und Drei macht Neune | Ich mach' mir die Welt | Widdewidde wie sie mir gefällt ...

... Der evangelische Bischof Huber hat sich an Pippi Langstrumpf gehalten, als er sein Buch schrieb. Man könnte vieles über die sicherlich gut gemeinten Heilsversprechen sagen. Aber wie schon Kettcar sungen: das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Und so pickt sich Huber aus der Bibel die tollen Stellen heraus, z.B. wenn er Paulus zitiert: "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seit allesamt einer in Christus". Verschweigt aber geflissentlich, dass der selbe Paulus, den er als Beweis für das christliche Gleichheitsethos ins Feld führt, an anderer Stelle der Bibel schreibt: "der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen". Insofern kann man weniger von einer Orientierungshilfe sprechen, als von einer Werbeschrift für die evangelische Kirche.

Wer Christ ist und sich in seiner religiösen Vorstellung bestätigen lassen will, kann Huber gerne lesen. Es schadet nichts, nützt aber auch nichts: Man weiß ja bereits, dass er nur recht haben kann. Allen anderen Menschen sei davon abgeraten, weil diese angebliche Orientierungshilfe 19,90 Euro einfach nicht wert ist. Lieber schafft man sich für das Geld gleich eine Bibel an und ließt alles im Original(zusammenhang).
Menschenwürde nur für Christen?
2 von 5 Punkten 2 von 5 Punkten
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, richtet sich mit seinem neuen Buch Der christliche Glaube" an Menschen, die nach religiöser Klarheit suchen" und an diejenigen, die das Zweifeln noch nicht verlernt haben". Diesen möchte er eine Orientierung aus protestantischer Glaubensperspektive geben und eine tragfähige Grundlage" für ihr Leben aufzeigen.

In der Tat verschafft das Buch dem Leser einen guten Überblick darüber, wie in weiten Teilen des heutigen Protestantismus gedacht wird. Ob das aber für eine tragfähige" Lebensgrundlage ausreicht, steht auf einem ganz anderen Blatt. So wird der Leser leider oft Zeuge von unzähligen Pauschalurteilen basierend auf typisch christlichem Schwarz-Weiss-Denken von gut" und böse", zudem verschwimmen viele Antworten auf spannende Fragen des Glaubens im Nebel theologisch schwammiger Ausdrucksweise oder bleiben gänzlich unbeantwortet. Als Alternativen zum christlichen Glauben betrachtet er nur religiösen Fundamentalismus oder das ziellose Dahinvegetieren in einer von Materialismus und Wohlstandsdenken geprägten postmodernen Spaßgesellschaft.

Schon beim Lesen der ersten Seiten wird deutlich, dass Huber viele Stellen der Bibel symbolisch deutet. So sei der Schöpfungsbericht dann auch nicht als historischer Bericht über die Entstehung der Welt zu begreifen, sondern sage etwas aus über die Stellung des Menschen in der Welt", der Mensch soll in der Schöpfung Heimat finden", der Schöpfungsglaube sei Grundlage einer Daseinsgewissheit, die unserem Leben verlässlichen Halt gibt". Den Auftakt der Erzählung vom Sündenfall, die Erschaffung des Garten Eden, reißt er aus dem Zusammenhang und behandelt ihn als zweiten Schöpfungsbericht. So wird aus Gottes Gebot, seinen Garten zu bebauen und zu bewahren" das Gebot von der Bewahrung der Schöpfung". Dass die Menschen im Anschluss daran aus genau diesem Garten vertrieben wurden, es also im ursprünglichen Sinne gar nichts mehr zu bewahren gibt sondern wir in der, wie es Christen oft nennen, gefallenen Welt" leben, kümmert Huber dabei nicht.

Von Vertretern des Kreationismus oder des Intelligent Design distanziert er sich eindeutig, diese würden den Schöpfungsglauben als wissenschaftliche Welterklärungstheorie" missbrauchen, Glaube und Evolutionstheorie seien miteinander vereinbar. Trotzdem legt Huber großen Wert darauf, dass am Schöpfungsglauben festgehalten werde. Dabei sei die Schöpfung aber kein einmaliger Akt in sechs Tagen gewesen, wie etwa in der deistischen Auffassung von einem Uhrmacher-Gott", sondern Gott habe auch die Zeit geschaffen und Schöpfung geschehe fortschreitend bis an das Ende der Zeit. Aber dieses Schöpfungswirken lasse sich nicht, wie Vertreter des Intelligent Design meinen, mit Hilfe empirischer Forschung nachweisen, denn damit würde man ja Gott den Ursachen in Raum und Zeit gleichsetzen" und Gott würde so nur ein Gegenstand des Erfahrungswissens.

Den Glauben an die Schöpfung versucht Huber nun dadurch schmackhaft zu machen, indem er auf die Wirkung dieses Schöpfungsglaubens verweist. Der Mensch gewänne durch diesen Glauben einen Zugang zum inneren Sinn" der Welt. Der Glaube an Gott als den Schöpfer vermittele die Gewissheit, dass diese Welt die Möglichkeit zum Guten in sich enthält". Dass Gott es mit der Welt im Ganzen ebenso wie mit meinem persönlichen Leben gut meint", sei "der Grundsinn des Schöpfungsglaubens". Der Eindruck drängt sich auf, dass mit solchen Argumenten aus dem Glauben an die Schöpfung nur ein Glauben an den Schöpfungsglauben propagiert wird.

Huber liefert auch einen kurzen Abriss über den wissenschaftlichen Stand zur Erklärung des Universums. Dabei betrachtet er das Universum sowohl zeitlich als auch räumlich. Zeitlich, so folgert er, sei die Entwicklung des Universums zwar offen, aber nicht ewig. Hubers Ausführungen über den räumlichen Aspekt des Universums dürfte dann bei den meisten Physikern wohl lustiges Schenkelklopfen zur Folge haben. So schließt Huber aus der Einsteinschen Relativitätstheorie messerscharf, dass das Universum gekrümmt sei, und man deshalb, wenn man sich so lange wie denkbar in gerader Richtung durch das Universum fortbewegt, irgendwann zum Ausgangspunkt zurückkommt. Damit will Huber in mittelalterlich scholastischer Denkart darauf hinaus, dass das Universum sowohl zeitlich als auch räumlich begrenzt ist, also endlich und vergänglich sei, so dass man Ewigkeit und Unendlichkeit nur mit Gott verbinden könne.
Das Lächeln vergeht dem naturwissenschaftlich denkendem Leser aber spätestens an der Stelle, wo Huber den neuen Atheisten" Dawkins und sein bekanntes Buch Der Gotteswahn" abkanzelt. Die Tatsache, dass Dawkins Biologe ist, nimmt Huber zum Anlass ihn zu entmenschlichen und ganz auf die Rolle des Naturwissenschaftlers zu reduzieren. Dementsprechend richtet er an Dawkins den Vorwurf, die Grenzen der Wissenschaft zu überschreiten, das wissenschaftliche Material, dass er entfalte, stünde ja von vorneherein in einem weltanschaulichen Zusammenhang". Wissenschaftler wie Dawkins, sagt Huber, würden dadurch zu dem, was sie verachten: zu Vertretern eines Glaubens, ja zu dessen Priestern und Propheten" und so bezichtigt Huber Dawkins als einen Anhänger des Szientismus. Inhaltlich geht er allerdings in keinster Weise auf die Ausführungen im Gotteswahn" ein, vielleicht hat er das Buch auch nie gelesen. Denn dann wäre ihm aufgefallen, dass Dawkins keineswegs mit Hilfe der Evolutionstheorie die Nichtexistenz Gottes beweisen möchte, ja dass er sogar sagt, dass dies unmöglich sei. Dawkins betrachtet die Existenz Gottes lediglich als eine Hypothese, die er, als vernunftbegabter Mensch, nicht nur als Wissenschaftler, kritisch hinterfragt. Aber die Denkweise des kritischen Rationalismus ist Huber vollkommen fremd, in Punkto Aufklärung und Erkenntnistheorie scheint er auf dem Stand von Kant stehengeblieben zu sein, wie aus seinen Ausführungen über Glaube und Vernunft deutlich wird.

Mehrmals zitiert er Kant mit seiner Aussage, er habe das Wissen aufheben müssen, um zum Glauben Platz zu bekommen". Er folgert daraus, dass Kant den Gottesgedanken aus dem Einzugsbereich des Erfahrungswissens befreit, die Reichweite der Erfahrungswissenschaften", die sich der Beobachtung und des Beweises bedienen, sei eingeschränkt. In der Auffassung, sich dadurch gegenüber Kritik immunisieren zu können philosophiert er weiter: Der Glaube ist der Zugang zum Ganzen der Wirklichkeit" und indem er das Verhältnis zur Wirklichkeit im Gottesverhältnis verankert, eröffnet er einen Zugang zur inneren Einheit des Daseins, in welchem das Verhältnis des Menschen zu sich selbst, zu den anderen Menschen und zur Welt miteinander verbunden ist".
Die Vernunft müsse durch den Glauben aufgeklärt werden", sonst bleibe sie unerfahren und unaufgeklärt, weil sie sich keine Rechenschaft über ihre Grenzen ablege". Vernunft folge dem Glauben nach und tritt in seinen Dienst". Andererseits räumt er ein, dass ein nicht durch die Vernunft aufgehellter Glaube die Gefahr in sich trage, barbarisch und gewalttätig zu werden und hat dabei vornehmlich den Islam im Blick. Durch Glaube initiierte Gewaltakte in der Bibel, wie sie beispielsweise der König Josia in seinem laut Bibel einzigartig vorbildichen Glauben verübt haben soll, kommen nicht zur Sprache, so wie alle anderen fragwürdigen Ereignisse in der Bibel auch nicht.
Auch das Theodizee-Problem kommt in dem Buch zur Sprache. Hier räumt Huber ein, dass es sich zwar nicht abschließend lösen lasse, aber er hat einen Trost parat: Gott leidet mit.

Ganz besonderen Stellenwert räumt Bischof Huber dem Begriff der Menschenwürde" ein. Anhand diverser Stellen in der Bibel versucht er deutlich zu machen, dass Gott allen Menschen gleiche Würde verliehen habe. Die Aussage aus der Geschichte vom Sündenfall, der Mensch sei Ebenbild Gottes" ist dabei zentral. Inwiefern aber die Bevorzugung eines Volkes Israel", die mit Vernichtungen von Städten wie Jericho und ganzen Völkern einhergeht, mit der Menschenwürde vereinbar ist, erläutert Huber nicht. Einen Fehlgriff erlaubt er sich dagegen bei der Analyse des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg. Aus der gleichen Belohnung für ungleiche Arbeit schließt er, dass das Gleichnis auf die Begründung der gleichen Würde jedes Menschen in der unausforschlichen Güte Gottes" verweise. Dass er mit dieser Deutung zugleich den Nichtarbeitern im Weinberg, also den Ungläubigen, die Menschenwürde abspricht, entgeht ihm. Nahezu ungeheuerlich sind seine Ausführungen zum Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau. Zunächst beklagt er die Situation, dass die Gleichberechtigung der Frauen bislang nur Stückwerk" sei, die gesellschaftliche Realität bliebe noch lange hinter den formal zuerkannten Gleichheiten zurück. Der Gleichheitsethos des Heiligen Geistes", so sagt er, gehe aber weit über politische Gleichheitsvorstellungen hinaus. Als Beispiel zitiert er den Apostel Paulus, der von der Gleichheit der Verschiedenen" in den höchsten Tönen" rede:
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seit allesamt einer in Christus".
Einmal abgesehen davon, dass auch hier wieder nur von Christen und nicht von Menschen im Allgemeinen die Rede ist, kann wohl Paulus nicht gerade als ein Vorkämpfer für geschlechtliche Gleichberechtigung herangezogen werden, sagt dieser Apostel doch an anderer Stelle: der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen" und der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde". An diesem Beispiel wird besonders deutlich, wie hochselektiv Huber sich, einem Bastelbogen gleich, Bibelstellen herauspickt, um sie dann in seinem Sinne interpretieren zu können. Vertrauen in die Verkündigung kirchlicher Amtsträger schafft das bei den Gläubigen sicher nicht. Zudem ist es ausgesprochen dreist, die aktuelle Situation der Gleichberechtigung als Stückwerk" zu kritisieren, wo doch das, was man bislang erreicht hat, gegen den Widerstand des Christentums erstritten wurde.

Eine theologische Überraschung gibt es an der Stelle, wo Huber auf den Begriff Sünde" zu sprechen kommt. Hier hat sich im Christentum eine Doppelbedeutung dieses Begriffs eingebürgert. Zum einen bezeichnet Sünde ganz allgemein eine Trennung von Gott", zum Anderen wird unter Sünde eine Tat im Sinne einer Zielverfehlung verstanden, die zu einer Schuld bei Gott führt. Diese zweite Bedeutung in einer quasi Gleichsetzung von Schuld und Sünde, so Huber, sei ein Missverständnis resultierend aus den Überlieferungen des Vaterunser-Gebetes. Dies sei aber eine Ausnahme im Neuen Testament. Bibelkenner reiben sich hier verwundert die Augen, werden doch an einer Vielzahl von Stellen im Neuen Testament Sünde und Schuld miteinander verknüpft, so zum Beispiel auch in der Erzählung von Jesus und der Sünderin aus dem Lukasevangelium, die Huber in seinem Buch behandelt. Aber Huber nutzt dieses neue Sündenverständnis als Auftakt für seine Interpretation des Todes Jesu am Kreuz. Denn wenn Sünden bei Gott keine Schuld mehr verursachen, dann muss ja das Verständnis des Opfers Jesu als stellvertretendes Sühnopfer im Sinne einer Satisfaktion falsch sein. Diese Satisfaktionslehre gehe, so sagt Huber, auf Anselm von Canterbury, also vorreformatorische Zeit zurück. Für Huber ist aber eine solche Lehre nicht mit dem Gottesbild Jesu vereinbar, er sieht in Kreuzestod und Auferstehung Akte einer Versöhnung der Welt und des Menschen mit Gott", es ginge um eine Erneuerung einer - zerbrochenen - Beziehung zwischen Mensch und Gott". Einer Geschichtsfälschung kommt es dann gleich, wenn Huber zudem behauptet, den Reformatoren sei es darum gegangen, die Versöhnung des Menschen mit Gott durch Christus in diesem Sinne neu zu verstehen. Ein Blick in den reformatorischen Heidelberger Katechismus aus dem 16. Jahrhundert bringt Klarheit, dort wird die Satisfaktionslehre des Anselm von Canterbury haarklein wiedergegeben.

Überhaupt sind viele Äußerungen Hubers dazu geeignet, altkirchliche und altreformatorische Bekenntnisse aufzuweichen. So könne eine neutestamentliche Entfaltungsform", welche die Jungfrauengeburt als historische Wahrheit begreife, nicht zum allein bestimmenden Maßstab" gemacht werden, die Evangelien ließen mehrere Christologien" zu, der historische Jesus sei nicht aus den Evangelien freizulegen". Vielmehr sei das Bekenntnis zu dem Christus des Glaubens" als Sohn Gottes entscheidender, das Bekenntnis Herr ist Christus" sei die Brücke zwischen dem historischen Jesus und dem Christus des Glaubens". Das Jesus nach seinem Tod, in das Reich des Todes hinabgestiegen" sei (Niederfahrt zur Hölle), wurde laut Huber deshalb in das christliche Bekenntnis eingefügt, weil der Triumpf über den Tod so umfassend wie nur irgend möglich verstanden werden sollte". Das christliche Bekenntnis sei von einer Konzentration geprägt", dass sich von Jesus Christus alles erhoffe": das Heil und das Leben, die Freiheit von der Schuld und die Auferstehung der Toten". Ist das Bekenntnis also nur ein Ausdruck der Hoffnung?

Dem Thema Liebe widmet Huber einen eigenen großen Abschnitt. Umso überraschender ist es für den Leser, dass das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe vollkommen ausgespart bleibt. Gerade hier hätte man sich eine klare Positionierung gewünscht, war doch Huber dieses Jahr Besucher und Redner der evangelikalen Veranstaltung Christival", auf der Homosexualität als therapierbare Krankheit angesehen wurde.
Dafür kommt Hubers pazifistische Grundhaltung zum Ausdruck, wenn er über christliche Feindesliebe philosophiert. Befremdend sind in diesem Zusammenhang aber Aussagen des Augsburger Bekenntnisses, dass er an anderer Stelle des Buches als grundlegend" bezeichnet. In diesem Bekenntnis werden nicht nur all diejenigen unter den ewigen Gotteszorn verdammt, die nicht durch die Taufe und den Heiligen Geist wieder neu geboren werden" sondern auch solche, die es als unchristlich bezeichnen, wenn Übeltäter mit dem Schwert" bestraft oder rechtmäßige Kriege" geführt werden. Was denn nun ein rechtmäßiger Krieg" ist, hätte man von Herrn Huber gern erfahren, im Buch steht jedoch nichts darüber, außer dass Kritik am Kriegsgebaren der USA geübt wird.

Insgesamt muss man sich fragen, auf welcher tragfähigen Grundlage" denn nun Hubers evangelische Orientierung" überhaupt beruht, die heiligen Schriften" werden nur hochselektiv ausgewertet, die christlichen Bekenntnisse aufgeweicht. Viele Behauptungen scheinen völlig aus der Luft gegriffen und Leben nur von Hubers Autorität als ranghoher Bischof. So wirft das Buch mehr Fragen auf, als es beantwortet und wird so zum Zeugnis der Zerrissenheit des aktuellen Protestantismus zwischen bibeltreuem Evangelikalismus und säkularem Humanismus". Auch die Frage nach dem Sinn des Lebens wird letztendlich nur zum Schein beantwortet. Was macht es für einen Sinn im Diesseits nach einem ewigen Leben zu trachten, wo doch der Sinn eines ewigen Lebens im Jenseits, der Teilhabe an der Ewigkeit Gottes" in einem geistlichen Leib", unklar bleibt?

Für den guten Einblick in aktuelles protestantisches Denken gebe ich zwei Punkte, mehr kann ich aber bei den vielen Widersprüchlichkeiten nicht verantworten.
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