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Ein amerikanischer Traum. Die Geschichte meiner Familie von Barack ObamaGebundene Ausgabe von Hanser BelletristikPreis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 14,95 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446230211, Erscheinungsdatum: Februar 2008, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionBis zu seine Ankündigung, er wolle demokratischer Präsidentschaftskandidat werden, kannte kaum jemand außerhalb von Illinois Barack Obama. Dass der Senator aus diesem Bundesstaat schon wenige Monate später als Shooting-Star der Primaries und charismatischer Hoffnungsträger gefeiert wurde, hat das politische Establishment in seinen Grundfesten erschüttert. In seiner Autobiografie erzählt er von seinen ersten 34 Lebensjahren. Obama ist nicht nur aufgrund seines raschen Erfolgs ein Phänomen. Er ist sperrig und lässt sich nur schwer irgendeinem Lager zuordnen; wenig verwunderlich, dass die amerikanischen Demoskopen regelmäßig in ihren Vorhersagen scheitern. Obama ist schwarz, stammt aber nicht von aus Afrika verschleppten Sklaven ab. Sein Vater kam aus Kenia als Gaststudent in die USA, die Mutter ist eine weiße Amerikanerin aus Kansas. So ist er vielen Schwarzen zu weiß und hat bei den ersten Vorwahlen im "weißen" Iowa demonstriert, dass er eine Mehrheit unter weißen Wählern einfahren kann. Anderen wiederum gilt er wahlweise als neuer Martin Luther King oder J.F. Kennedy. Obama tritt in einem Land an, das hinsichtlich seiner verschiedenen Ethnien noch immer tief zerissen ist, in dem die Konfliktlinien auch für Insider mitunter schwer verständlich sind. Seine Autobiografie zeigt, wie sich diese Zerrissenheit in dem Werdegang eines Mannes spiegelt, der lange um seine Identität rang. Obamas Autobiografie ist 1995 zum ersten Mal erschienen. Er nennt sie einen "Beitrag zum Verständnis der Rassenprobleme in unserem Land..." Aus ihr lässt sich einiges über die frühen Prägungen des Newcomers erfahren und auch über seine Visionen von einem neuen Amerika. Dass er diese Erinnerungen heute anders schreiben würde, darf als gesichert gelten. So erzählt er freimütig von studentischen Marathon-Partys mit nächtelangen Diskussionen, jeder Menge Dosenbier und Zigaretten. Es sind Passagen wie diese, die nicht zum klassischen Image eines Präsidentschaftskandidaten passen wollen, die aber etwas Wichtiges leisten: Sie helfen, eine Persönlichkeit zu verstehen, die ihren eigenen, keineswegs immer geraden Weg gegangen ist; die eine juristische Karriere in Harvard begann, dann aber in der armen Chicagoer South Side Bürgeranwalt wurde, sich um die Menschen am Rande der Gesellschaft kümmerte und erst langsam in die Lokal-, Landes- und schließlich nationale Politik hineinwuchs. Entstanden ist eine fast intime Autobiografie, "eine persönliche, innere Reise ... die Suche eines Jungen nach seinem Vater und damit auch nach einem überzeugenden Lebensinhalt für ihn, den schwarzen Amerikaner." --Henrik Flor, Literaturtest 5 Kundenrezensionen:Begnadeter Schriftsteller 5 von 5 PunktenBarack Obama ist, neben allem anderen auch, ein begnadeter Schriftsteller. Er schreibt flüssig und fesselnd und dabei mit einer analytischen Prägnanz, die selten ist. Das Buch macht seinen furiosen Aufstieg plausibel. Die Umstände seiner Biographie (in Indonesien und Hawaii aufgewachsen,mit amerikanischer Mutter und kenianischem Vater) macht ihn eher zu einem Weltbürger als zu einem typischen Amerikaner). Seine Kindheit war nicht arm, doch in unmittelbarer Nähe von Armut. Von Anfang an beobachtete er genau und man glaubt ihm, dass die Menschen ihm wichtig sind. Am meisten beeindruckt mich die erste eigene Entscheidung, die er in seinem Leben getroffen hat. Nach seinem Studium begann er in einem Büro in New York zu arbeiten. Gut ausgebildet,intelligent und smart, war er dafür prädistiniert, eine klassische Karriere zu machen. Doch schon nach kurzer Zeit verliess er diese komfortable Position um Stadtteilarbeit zu machen: Unglamourös, schlecht bezahlt, nahezu hoffnungslos. Das beweist, dass er von seinem Charakter her wirklich selten ist, gerade in unserer Zeit, deren Erfolgsverständnis eindimensional geworden ist. Was mich überraschte: Welche Rolle die Hautfarbe in seinem Leben und in seinem Denken spielt. Sie ist, neben seinem fast unbekannten Vater, eine der Haupttriebkräfte seiner Entwicklung. Das Buch verströmt Optimismus und Kraft, es spornt an und ist dabei weder pathetisch noch eitel. Am Ende bleibt dennoch eine Frage: Wie kann jemand nur so perfekt sein? Er hat sogar richtig pubertiert. Der leibhaftige amerikanische Traum 3 von 5 PunktenVom Sohn eines kenianischen Ziegenhirten zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten - Barack Obamas Lebensgeschichte kann sich sehen lassen und auch wenn man Politiker im Grunde an ihren Leistungen messen sollte, so kann es sich doch lohnen, sich mit den familiären Hintergründen des "schwarzen Kennedys" zu befassen. Und "Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie" ist dafür die beste Quelle, denn das Werk zeichnet nicht nur Obamas Familiengeschichte nach, sondern wurde vom 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich verfasst. Dadurch ist es schon einmal erheblich authentischer als der Großteil jener Biografien die nach 2008 erscheinen werden, vor allem weil Obama direkteren Zugang zu den Personen hatte und seine Eltern wie Großeltern bereits verstorben sind. Dazu kommt, dass Obama seine Biografie vor dem Beginn seiner politischen Karriere im Landtag von Illinois verfasst hat, nachdem ihm ein Verleger anlässlich seiner Wahl zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der in Fachkreisen sehr renommierten Harvard Law Review einen Buchvertrag angeboten hat. Somit ist das Buch relativ frei vom Einfluss der Wahlkampfstrategen und PR-Berater, die Obama 2008 zum Sieg in den Präsidentschaftswahlen verholfen haben, während die Wahrscheinlichkeit dass hier ein Ghostwriter am Werk war, zugleich erheblich geringer ist, als im Falle von "Hoffnung Wagen" (Originaltitel: The Audicity of Hope), dass 2004 im Rahmen eines auf 3 Bücher ausgelegten Vertrages erschienen ist, nachdem die Neuauflage von "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance" (Ein amerikanischer Traum) bis Sommer 2005 fast 40 Wochen in der New York Times Bestsellerliste überstanden hat und als von Obama gesprochenes Hörbuch 2006 sogar einen Grammy abgeräumt hat. Der Erfolg der beiden Werke Obamas mag dazu beigetragen haben, dass sich in seinen Reden immer wieder Querverweise auf die Biografie finden lassen und es Redenschreibern und Ghostwritern so gut gelungen ist, den persönlichen Stil Obamas für seine Ansprachen zu verwenden, was vielleicht zu seinem Ruf als brillanten Rhetoriker und sehr "authentischen" Vortragenden, auch wenn er vom Teleprompter abliest, beigetragen hat. Manche Passagen mögen sich für Obamas politische Ambitionen sogar als hinderlich erwiesen haben, wie er im Vorwort zur Neuauflage von 2004 sogar anmerkt, jedoch ändert das nichts daran, dass er sein Buch im großen und ganzen genau so wieder geschrieben hätte. Allerdings muss man anmerken, dass manche der verhängnisvollen Stellen zwar auszugsweise gute Munition für Gegner abgeben, die Lektüre des Gesamtwerks jedoch viel dazu beitragen kann, die Beweggründe und Umstände zu verstehen. Grob unterteilen lässt sich Obamas Biografie in die drei Abschnitte Kindheit, Chicago und Reise nach Kenia. Dabei erzählt er jedoch weniger seine Lebensgeschichte, als vielmehr in der Tradition der in den USA sehr beliebten Ahnenforschung seine kulturelle und persönliche Identitätssuche herauszuarbeiten. Das führt vor allem dazu, dass das Werk am Ende etwas unvollständig bleiben muss und viele Ereignisse nur im Schnelldurchlauf abgehandelt werden, während er der Suche nach sich selbst erheblich mehr Platz einräumt. Daraus resultiert auch, dass das Werk mit der Reise in das Heimatland seines Vaters und den Erlebnissen dort, endet. Was aus Barack Obama nach seiner Rückkehr in die USA wurde, der Beginn seines Studiums in Harvard, die Wahl zum Präsidenten der Harvard Law Review, die Arbeit als Anwalt und die ersten politischen Gehversuche bei der Wähleregistrierung, ja sogar die beginnende Beziehung zu seiner späteren Frau Michelle Robinson, all das fehlt, da die Erzählung ungefähr 1988 endet. Manches lässt sich allerdings in Obamas zweitem Buch "Hoffnung wagen" nachlesen, welches allerdings eher als politisches Manifest/Analyse zur Lage der Nation gilt. Obwohl die Biografie, dem deutschen Journalisten Christoph von Marschall zufolge, weitgehend der Wahrheit entspricht und von verschiedenen Quellen bestätigt wurde, hat sich Obama einiger "Tricks" bedient, indem er nicht nur neue Namen für manche Zeitgenossen kreiert, sondern auch manche Personen fusioniert und Worte in den Mund gelegt hat, die so zwar nicht gefallen sind, aber grob dem Gesprächsinhalt entsprochen haben. Das ändert natürlich nichts am hohen Wert des Werkes als biografischer Quelle, wenngleich es als Autobiografie eher ungeeignet ist. Zum Teil liegt das daran, weil dem Buch eindeutig ein Inhaltsverzeichnis fehlt, aber auch aufgrund des fehlenden Namens- oder Personenregisters. Interessant wären im Zusammenhang mit einer Autobiografie auch Fotos gewesen, die sich jedoch einzig und allein auf dem Umschlag finden. Ergo bleibt vieles dem persönlichen Vorstellungsvermögen überlassen und das passt gut zu Obamas Stil, der sich in "Ein amerikanischer Traum" von seiner betont verträumten, romantisierenden Seite zeigt. Obwohl es ein sehr persönliches Stück Geschichte ist und Obama als Autor durchaus immer wieder Einblick in seinen Gedanken- und Gefühlswelt bietet, bleibt er unbemerkt relativ oberflächlich, was daran liegen könnte, dass er sich, wie er zugibt, manche Dinge doch vom Hörensagen her selbst zusammenreimen musste. Dass es dabei zu einer Verklärung mancher Ereignisse gekommen sein kann, muss man ihm als Autor zugestehen, denn die subjektive Perspektive ist in einer Autobiografie durchaus gewollt, besonders wenn er seinem Umfeld gegenüber kritisch auftritt. Hinter der blumigen Sinnsuche verbirgt sich jedoch auch die typisch amerikanische Begeisterung für Ahnenforschung, der Versuch über seine Abstammung an das Lebenswerk der Ahnen anzuknüpfen und sich direkt in die Tradition der "amerikanischen Helden" zu stellen und sich so zusätzlich im historischen Kontext Legitimation für seine Anliegen zu verschaffen. Bei Obama dient dieser Versuch zwei Zielen, einerseits ihn als liberal zu positionieren und andererseits als Verkörperung des American Dream darzustellen, wobei alle Zweifel an seiner Bindung zur black community ausgeräumt werden sollen. Dabei stellt das Argument, dass Obamas Vater keineswegs ein einfacher Ziegenhirte aus Kenia war, sondern nach dem Besuch einer britischen Kolonialschule mit einem Stipendium in den USA und sogar Harvard studierte, kein wirkliches Hindernis dar, die Betonung dieser einfachen Herkunft, wie in der Rede vor dem Demokratischen Parteitag 2004, ist lediglich eine von vielen Floskeln, denen sich Obama aufgrund seiner besonderen Herkunft bedienen kann. Barack Obamas Geschichte beginnt nämlich nicht mit seiner Geburt, sondern in der Jugend seiner Großeltern. Stanley Dunham wuchs selbst bei seinen Großeltern auf, nachdem sein Vater, der Frauenheld, die Familie verlassen und seine Mutter sich das Leben genommen hatte. Gramps, wie er von seinem Enkel später liebevoll genannt wurde, der mit seinen zurückgekämmten Haaren aussah, wie ein "Itaker", flog bereits als Kind kurz von der Schule, nachdem er einen Lehrer geschlagen hatte. Später zog er auf der Suche nach dem großen Abenteuer und Gelegenheitsjobs durch die Staaten und fand in Madelyn Lee Payne eine Frau die von seiner Weltgewandtheit fasziniert war. Mit dem Kriegseintritt der USA, meldete sich Gramps freiwillig zur Armee und so wurde ihre gemeinsame Tochter Ann 1942 auf einem Armeestützpunkt geboren. Nach mehrfachen Umzügen verschlug es die Dunhams nach Hawaii, wo die 68erin Ann den idealistischen Austauschstudenten Barack Hussein Obama kennen lernte. Obama senior war während der Kindheit und Jugend seines Sohnes weitgehend eine nicht greifbare Figur, welche nach der Scheidung von Ann Dunham nur noch ein einziges Mal in das Leben des jungen Barack trat, als er die Familie eines Weihnachtens für einige Wochen besuchte. Bis zu seinem Unfalltod, dem Treffen mit seiner Halbschwester Auma und der Reise nach Kenia blieb Obama sr. eine Projektionsfläche für den Sohn im fernen Amerika. Nach der Heirat seiner Mutter mit dem indonesischen Austauschstudenten Lolo Soetoro, aus der Halbschwester Maya Soetoro-Ng hervorging, übernahm dieser zumindest für einige Zeit die Vaterrolle für den Jungen, bis "Barry", wie er meist genannt wurde, wieder in die USA zurückkehrte und fortan bei seinen Großeltern lebte. In einem Land wo Minderheitenpolitik immer mehr hinterfragt wird und demografisch bedingte Entwicklungen die Illusion von einer mehrheitlich protestantisch geprägten weißen angelsächsischen Nation längst zur Vergangenheit gemacht haben, steht Barack Obamas Erfolgsgeschichte für einen bedeutenden Ausnahmefall, hat er es doch als erst dritter Afroamerikaner in den Senat und als bisher überhaupt einziger ins Oval Office geschafft. Dennoch ist seine ungewöhnliche Lebensgeschichte zwar Beispiel für die Möglichkeiten des American Dreams, entzieht sich aber zugleich des Versuchs der Nachahmung, denn am Ende relativiert sich alles, am Ende ist er der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, der bei den Großeltern aufgewachsen ist, jedoch immer gute Schulen besuchen konnte und "die Verzweiflung und die Unruhe der Ohnmächtigen [...] wie sie das Leben der Kinder auf den Straßen von Djakarta, Nairobi und in der Chicagoer South Side beeinflusst, wie schmal der Grat zwischen Demütigung und grenzenloser Wut ist, wie schnell aus Hoffnungslosigkeit Gewalt wird" nie am eigenen Leib erfahren musste, sie jedoch aus seinen Beobachtungen als Kind, Sozialarbeiter, Anwalt und Politiker kennt. Change we can believe in, mag er seinen Wählern 2008 versprochen haben und doch sollte man nach 8 Jahren George W. Bush nicht von antiamerikanischen Bush-Bashing in bequeme Heldenverehrung verfallen, sondern auch Barack Obama, wie jeden Politiker an seinen Taten und nicht den Worten messen. "Ein amerikanischer Traum" ist keine Offenbarung, es ist die Hintergrundgeschichte zum Symbolcharakter Präsident Obamas, der darin Ideale formuliert hat, an denen er legitim gemessen werden kann. Veränderung sei nur von der Basis aus möglich, daher wollte er Stadtteilarbeit machen und daher ist "Yes, we can!" ein Wahlspruch der wie kein anderer zu ihm passt, denn er entspricht Obamas Grundüberzeugung, dass nur die amerikanische Gesellschaft die Kraft besitzt, die USA zu verändern. Und man ist geneigt ihm zuzustimmen, ist er doch ein scharfsinniger Beobachter, dessen Schilderungen der Chicagoer South Side auch viel dazu beitragen, umstrittene Persönlichkeiten wie Jeremiah Wright und die gesellschaftlichen Probleme der USA zu begreifen. "Ein amerikanischer Traum" verkörpert einen besonderen Charme, das Buch ist aufrichtig und verträumt, eine fast romanartige Suche nach Herkunft und Identität. Da es noch vor Beginn der wirklich politischen Karriere Barack Obamas entstanden ist, ist es wahrscheinlich auch erheblich authentischer und näher am "wahren Obama" dran, als alles was nach 2004 kam. Indes bleibt das Buch in vielerlei Hinsicht sehr schwammig, was es als Biografie zwar sein darf, aber enttäuschend wirken lässt, wird doch allein das afroamerikanische und liberale Erbe Obamas behandelt, was ihn allein aber noch nicht ausmacht. Was fehlt ist das Leben fern der Suche nach sich selbst, die nackten Fakten, auch jene über Leben und Liebe. Fakt ist, obwohl 1995 erschienen, behandelt das Werk nur Obamas Leben bis 1988 und konzentriert sich dabei vor allem auf die kulturellen und familiären Aspekte, wobei vieles außen vor bleibt, etwa seine Jahre in und nach Harvard. Ist man vom oft ausschweifenden und blumigen Stil des US-Präsidenten nicht ganz hin und hergerissen, ja wünscht man sich ab und zu, vielleicht etwas konkretere Informationen über Obamas Leben, man könnte enttäuscht sein. Das heisst nicht, Obamas Werk wäre nicht authentisch, denn genau das ist es. Gefühle, Gedanken, Einsichten, Obama vermittelt sie hervorragend, nichtsdestoweniger ist es die Synthese aus dieser emotionalen Tiefgründigkeit und einer kaum beachteten biografischen Oberflächlichkeit, aufgrund derer man sich klar sein sollte, dass Obamas "Autobiografie" in vielerlei Hinsicht den gängigen Vorurteilen entspricht. Inhaltliche Unausgewogenheit, viele Anekdoten, übermäßige Betonung von bestimmten Handlungssträngen und all das als Folge der Vorgabe, des Titels und dieser ist im Original eben "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance". Das Ergebnis ist eine Biografie, wie man sie von Barack Obama eben erwartet. Wortgewaltig und doch träumerisch, eine Suche nach dem Erbe eines Mannes den er nie kannte, dessen Idealen er sich aber irgendwie trotzdem verpflichtet fühlt. Die daraus resultierende Unterordnung des "Lebenslaufs-Teils" unter die "Identitätssuche" muss man jedoch schlucken, genauso wie die fehlenden 7 Jahre zwischen der Kenia-Reise 1988 und dem Erscheinungsdatum 1995, diese passten nicht mehr ins Konzept. Ebenso wenig erfährt man über politische Zielsetzungen oder Persönliches, sofern letzteres nicht mit der Suche nach sich selbst oder Kindheitserinnerungen zu tun hat. Was unterm Strich bleibt sind 90% Roman über die Suche nach den Wurzeln und 10% Biografie, die es auf mehrere 100 Seiten ausgedehnt sicher bald in den ersten Barack H. Obama-Biografien nachzulesen gibt. Einzig der Bonus, dass das Werk von Obama selbst geschrieben ist und viele der Quellen die er dazu nutzen konnte, bereits verstorben sind, können es langfristig von den Werken Dritter abheben. Fazit: Auch inhaltlich etwas verträumt und ganz eindeutig Obamas Stil entsprechend, eine fast romanartige und vor allem sehr authentische, gefühlsbetonte Autobiografie über die Suche nach einer Antwort auf die Frage "Wer bin ich?". Sehr persönlich und aufschlussreich 5 von 5 PunktenDer Stil des zum ersten Mal vor ca. 14 Jahren erschienenen Buchs ist für einen Politiker sehr persönlich gehalten, der Inhalt insgesamt sehr aufschlussreich. "Ein amerikanischer Traum" beschreibt im Wesentlichen drei Lebensstationen: Barack Obamas Kindheit in Hawaii und Indonesien, dann den Beginn seiner politischen Arbeit in Chicago und schließlich die Suche nach seiner Familie und seinen Wurzeln väterlicherseits in Afrika. Wer sich ein genaueres Bild des neuen amerikanischen Präsidenten machen möchte, der sollte das Buch unbedingt lesen. Seine ganze Lebensgeschichte macht deutlich, dass dies tatsächlich mal wieder ein "amerikanischer Traum" ist, denn im Grunde könnte er als ein Amerikaner mit Migrationshintergrund bezeichnet werden: Geboren wird er auf Hawaii - weitab vom amerikanischen Festland - als Sohn einer weißen Studentin aus Kansas und eines schwarzen Studenten aus Kenia. Schon zwei Jahre nach seiner Geburt trennen sich die Eltern wieder. Die Mutter heiratet bald wieder, diesmal einen indonesischen Studenten, dem sie - zusammen mit Barack - bald in dessen Heimat (noch weiter vom amerikanischen Festland entfernt) folgt. Erst mit 10 kehrt Barack Obama nach Hawaii zurück, wo er zunächst von den Eltern seiner Mutter aufgezogen wird. Dies zeigt zweierlei: Erstens unterscheidet sich Obama mit seiner Lebensgeschichte ganz erheblich von den meisten Afroamerikanern, und zweitens erwarb er schon frühzeitig weit über die USA hinausgehende Erfahrungen, zu denen beide Familienstränge (väterlicherseits und mütterlicherseits) beigetragen haben. Diese frühen Erfahrungen, gepaart mit einer genauen Beobachtungsgabe, mit Intelligenz und Empathie und den Grundlagen, die er bei seiner politischen Arbeit in Chicago erworben hat, haben ihn wohl zu der Person gemacht, die nun auf eindrucksvolle Weise die US-Präsidentschaftswahl gewinnen konnte. American Dream come true 5 von 5 PunktenIn der enthusiastischen Stimmung nach Obamas Wahl habe ich mir dieses Buch des künftigen Präsidenten der USA besorgt. Es handelt sich um seine Autobiographie - aber das Erstaunliche ist, dass sie bereits 1995 erschienen ist, von einem Niemand also, der gerade einmal am Anfang seiner 30er sein Jurastudium beendet hatte und sich eine einjährige Auszeit nahm, um dieses Buch über sein Leben und seine Familie zu verfassen. Gleichwohl ist es von einem Menschen verfasst, der sich zu Höherem berufen fühlt und der weiß, dass er es erreichen wird. Natürlich hat auch ein Obama vor 14 Jahren nicht geahnt, dass in ihm ein künftiger Präsident der Vereinigten Staaten schlummert. Und so handelt es sich - gemessen an der späteren staatstragenden Bedeutung des Autors - um ein außergewöhnlich offenes und privates Buch. Ein außergewöhnlicher Fall, denn normalerweise erscheinen solche Lebenserinnerungen erst im nachhinein und sind versehen mit allen Finessen der Distanzierung, die das Amt nun einmal mit sich bringt. Hier lesen wir die erfrischende Geschichte eines Unbekannten, welchem allerdings aufgrund seiner ungewöhnlichen familiären Geworfenheit eine außergewöhnliche Lebensgeschichte blüht. Barack ist der einzige Sohn einer amerikanischen jungen Frau und eines aus Kenia stammenden schwarzen Studenten. Die Ehe geht bald in die Brüche und die Mutter, die offenbar zu exotischen Lebensformen neigt, nimmt mit ihrem kleinen Jungen Reißaus nach Indonesien, wo sie mit einem zweiten Mann lebt. Dort verbringt der kleine Obama die ersten Jahre seiner Erinnerung und entwickelt schon früh ein Gefühl dafür, an einem fremden Ort zu leben, wo sie eigentlich nicht hingehören. Erste Reflexionen über Heimat und Fremdheit drängen sich bereits dem jungen Obama auf. Der Lebensentwurf in Indonesien scheitert. Mutter und Sohn kehren zurück in die USA - nach Hawai. Fortan lebt die Familie zusammen mit den Eltern der Mutter. Der junge Barack Obama wächst bei den Großeltern auf. Der mehrwöchige Besuch des Vaters aus Kenia ist eine besonders lesenswerte Episode. Am meisten beeindrucken allerdings die Reflexionen und Einsichten über das Schwarz-Sein in der Welt der Weißen. Die Komplexität dieses Problems wird einem nicht-amerikanischen durch die Bewusstseinsschärfe Obamas erst wirklich klar. Besonders stark in diesem Zusammenhang ist dann auch die Passage, in der die versteckten Vorurteile der eigenen Großmutter deutlich werden - nicht gegenüber ihrem Enkel, aber im allgemeinen. Hier wird einem einmal deutlich, welch tiefe Bewusstseinsdimensionen Xenophobien berühren - jenseits aller Multi-Kulti Ideologie. Umso erstaunlicher ist es, dass es Obama gelungen ist, die Hautfarbe nicht zum Wahlkampfthema zu machen. Ein weiterer großer Teil des Buches betrifft seine politischen Lehrjahre als "Organizer" in den verkommenen sozialen Wohnbausiedlungen Chicagos. Hier verdient sich Barack in seinen 20er Jahren seine Sporen. In den Ghettos Chicagos versucht er - getragen vom Enthusiasmus über den ersten schwarzen Bürgermeister Chicagos in den 80er - Gutes zu tun. Nach zwei Jahren sozialer Arbeit bekommt er ein Stipendium und geht nach Harvard. Auch hier wieder die Auseinandersetzung, die alle erfolgreichen Schwarzen trifft: Bist du einer von uns oder von denen. Aber Obama findet Alternativen zu diesen Optionen, einen mittleren Weg, der ihn bis an die einsame Spitze der Vereinigten Staaten geführt hat. Ein letzter Teil spielt in Kenia, wo Obama vor seinem Studium seine väterliche Familie aufsucht - der Vater ist bereits verstorben - und sich mit seinen Ursprüngen auseinandersetzt. Dieser Teil weist kulturell eine ganz andere Färbung auf und liest sich ausnehmend interessant. Insgesamt handelt es sich um eine ausgesprochen interessante Lektüre, die sich auch literarisch überhaupt nicht zu verstecken braucht. Kompakt und intelligent 5 von 5 PunktenDies ist nicht eine Lebenserinnerung der üblichen Art, sie enthält vielmehr als man erwarten könnte. Barack Obama schrieb dieses Buch bereits im Jahr 1995 und enthüllte darin seine Seele. "Dreams from My Father" so nannte er seine literarische Arbeit und sie war mehr als nur ein Versuch, sich literarisch zu zeigen. Obwohl, es ist schon der Stil, der seinen Verfasser auszeichnet und der die Leser mitnimmt. Ein Stil, der rhythmisch bewegt und alles enthält, was große Literaten auszeichnet. Man atmet mit. Das alles ist aber weißgott nicht geradezu einfach zu lesen, obwohl es einen weiterzieht in diesem großartigen Gemälde eines amerikanischen Lebens inmitten des ausgehenden 20. Jahrhunderts und hinein ins 21. Es ist mehr das Interessante daran, dass einiges gesagt wird und sofort gespiegelt wird in einer fast ausufernden Vernunft. Das ist sichtlich bewegend und schön zu sehen. Alles, die Kindheit, die Jugend, die alltäglichen Geschehnisse in vielen Erdteilen und die innere Ausleuchtung des Ganzen, also auch der Heirat seiner Eltern, die damals nicht einfach zu unternehmen war und was sich daraus ergab, das alles erscheint in einem sich spiegelnden Licht voller Hoffnung und Wendungen. Die Suche nach dem Vater also ist der eigentliche Titel und das Vorbild dieses Mannes, der sich für die Belange seines Volkes einbrachte und der einen großen Wert auf Familie und Zusammenleben legte, ist wohl das Ziel und ist der Beweggrund dieses Buches. Natürlich ist der Autor dabei auf dem Weg zu sich selbst. So entsteht ein derart buntes Gewebe amerikanischer und weltgewandter Lebensart, das alles nur noch interessant und bewundernswert genannt werden kann. Sicherlich ist von einem solchen Mann Vieles und sogar Großes zu erwarten, wir sollten aber nicht übersehen, dass Präsidenten, auch in Amerika, ja gerade dort im Verbund mit den Mächten stehen, die das Sagen haben. Das aber gilt überall auf unserer Erde und so sind unsere Erwartungen gepaart mit der Hoffnung, dass Vernunft und Liebe sich finden werden. Das ist z.B. ein schönes Ziel. Ich selbst bin guter Dinge, was das angeht. |
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Hoffnung wagen: Gedanken zur Rückbesinnung auf den American dream von Barack ObamaBroschiert von RiemannPreis bei Amazon: EUR 14,95, Angebote ab EUR 11,80 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3570501027, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: Sonderausgabe. |
Aus der Amazon.de-RedaktionMit Hoffnung wagen stellt Barack Obama, neben Hillary Clinton der wohl chancenreichste Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten 2008, nicht einfach das Programm vor, mit dem er die Anhänger seiner Partei bei den Vorwahlen davon überzeugen möchte, dass er das Land zu führen und die Dinge zum Besseren zu wenden vermag. Er spricht in dem in vielerlei Hinsicht überraschenden Buch vielmehr sehr ausführlich auch über seine eigene Unsicherheit (in Bezug etwa auf seine Rolle als -- wegen seines Berufs viel zu häufig abwesender -- Ehemann und Vater), aber auch über die unleugbare existenzielle Unsicherheit, die für das Leben vieler Amerikaner prägend ist. Und er spricht über das Risiko, Politik so zu betreiben, wie er sie versucht zu betreiben: Ohne ideologische oder parteipolitische Scheuklappen, offen und partnerschaftlich diskursiv statt konfrontativ. Überraschend für ein Buch, mit dem sich ein Politiker für höhere Aufgaben empfehlen will, ist die selbstkritische Aufmerksamkeit, mit der Obama sich selbst und seine eigene, ihm in manchen Fragen zu dogmatische Partei in den Blick nimmt. Noch überraschter aber ist man bei der Lektüre, dass man ihm diese Selbstkritik abnimmt, statt in ihr bloß eine der üblichen Finten zu erkennen, mit denen man bei genau den Wählern Punkte sammeln möchte, die einen nicht sowieso schon wählen. Der Autor scheut sich auch nicht, offen diejenigen politischen Überzeugungen vor seinen Lesern auszubreiten, von denen er weiß, dass die Mehrheit der Amerikaner sie nicht teilt. Aber wie er dies tut, erscheint glaubwürdig und gibt eine Ahnung davon, weshalb Viele in dem Afroamerikaner einen echten Hoffnungsträger sehen und glauben, er könne dem Land den American Dream wiedergeben, der es einst groß gemacht hat. Innenpolitisch würde man dem Autor nach der Lektüre zutrauen, die tiefen Gräben, die die Präsidentschaft von George W. Bush in der amerikanischen Gesellschaft aufgerissen hat, zu überwinden. Außenpolitisch ist das Profil, das in diesem überaus lesenswerten Buch gezeichnet wird, noch recht unscharf. Immerhin, so viel kann man mit einiger Sicherheit schließen, würde ein Präsident Obama einen weniger texanischen Stil pflegen als der scheidende Präsident. Aber dies gilt nicht nur, völlig unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, für alle übrigen möglichen Mitbewerber auch, es ist auch wirklich keine Überraschung. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de 5 Kundenrezensionen:Memoiren eines Thronanwärters 5 von 5 PunktenBarack Obama hat nicht vorhergesehen, dass er einmal ins Rennen um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten einziehen würde, als er sich entschloss, seine Erinnerungen zu ordnen und aufzuschreiben. Hätte er damit gerechnet, dann wären seine Bücher ganz anders ausgefallen. Seine Berater hätten nie zugelassen, dass mit solcher Offenheit und einem so unzensierten Maß an Selbstkritik, derart persönliche Seiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden. Was da steht, das kann man nicht mehr zurücknehmen. Umso wichtiger sind diese Bücher heute, wo die Chancen hoch sind, dass er eine der mächtigsten Positionen der Welt einnehmen wird. Wir sind es gewohnt in der Politik nach Strich und Faden belogen und manipuliert zu werden. Obama ist also nicht nur wegen seiner Hautfarbe ein Phänomen, aufgrund seines geringen Alters eine Ausnahmeerscheinung und in seiner Intelligenz eine wohltuende Abwechslung zu Bush. Wer seine Bücher liest, kann sich von diesem Mann ein Bild machen, als würde es sich um einen Nachbarn handeln, mit dem man jahrelang gute Beziehungen gepflegt hat. Der Mensch Obama erschließt sich uns hier aus den vielen, sehr reflektiert geschilderten Begebenheiten. In ihrer Vielschichtigkeit und Offenheit wirken sie unmittelbar authentisch. Die Entwicklung eines außergewöhnlichen Charakters wird nachvollziebar. Hier wird uns nicht gesagt, was wir über ihn denken sollen. Sein Ringen mit seinen Schwächen wird ebenso thematisiert, wie die Problematik seiner Rassenzugehörigkeit. Und das alles ohne den geringsten Werbecharakter. Diese Bücher sind unbedingt empfehlenswert für jeden, der sich eine eigene Meinung bilden möchte. Ja die Bücher laden den Leser geradezu ein dies zu tun. In einem Europa, das nur zu gern den Amerikanern Klischees überstülpt, sind Barack Obamas autobiographische Texte vielleicht besonders hilfreich. Obama - Neuerer oder Medienexperte ? 5 von 5 PunktenDieser aufstrebende Präsidentschaftskandidat wird jeden Tag für das weltweite Publikum interessanter. Noch vor einem guten halben Jahr, im Herbst 2007, äußerten sich die großen deutschen Nachrichtenmagazine eher abfällig über Obama. Sie unterstellten ihm mangelnde Rednerfähigkeiten und ein wirres Wahlprogramm, ja schlimmer: gezielten Minderheitenstimmenfang! Heute, Monate später, sieht man Obama in einem anderen Licht, dem des erfolgreichen Politikers, der es versteht, Millionen von amerikanischen Wählern auf seine Seite zu ziehen! Sein Sieg über die mächtige Clique der Clintons, sein genialer Werbeauftritt im Internet, seine "Geheimwaffe" Familie und immer wieder die faszinierende Verkörperung eines neuen Amerikas! Das Buch ist sehr spannend zu lesen, die Erzählung über diesen aufstrebenden Amerikaner schwarzer Hautfarbe, dem der Ruf eines Ausnahmepolitikers vorauseilt. Spannend, energiegeladen und in fesselnder Weise mitreißend, erfährt man dann den ungewöhnlichen Werdegang dieses beeindruckenden Menschen: seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen in Hawaii, seine große Familie, die heute noch größtenteils in Entwicklungsländern lebt. Schon nach den ersten Seiten wird dem Leser klar, daß dieser Barack Obama das Zeug zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt hat und wenn dem so sein sollte, kann man große Veränderungen in der Weltpolitik erwarten. Er strahlt auf jeder Seite des Buches das "neue Amerika" aus, das gerechte, optimistische Amerika, das sich von den kriegerisch-kapitalistischen Politikern wohltuend distanziert. Hier geht es wieder um menschliche Werte, um Frieden und Harmonie. Ich finde es persönlich extrem befriedigend, daß eines der rassistischten Länder der Erde, wo es noch vor 30, 40 Jahren unmöglich gewesen wäre, einen Farbigen in leitender Position zu sehen, es heute als normal empfindet, daß ein Farbiger die Geschicke der Nation leiten könnte! Welch eine Niederlage für die ewig Rechten, für die KKKler und auch, in entgegengesetzter Weise, für die zahllosen afrikanischen Staaten, die nach einem halben Jahrhundert der Unabhängigkeit, diese Toleranz und diese erstaunliche geistige Beweglichkeit der Amerikaner nicht nachvollziehen können! Barack Obama ist tatsächlich die Personifizierung des amerikanischen Traumes und bis zum Schluß des Buches ist man von seinem Leben und seinem Schicksal gebannt! Er erinnert mich in seinem Wesen an einen anderen Helden unserer Zeitgeschichte, dem Pater Pedro Opeka in Madagaskar: genau wie er hat er die Leitmaxime, daß der Willen eines Menschen Berge versetzen kann und es uns auch allen vormacht! Ob Präsident oder nicht, der Politiker Obama ist heute schon der Stellvertreter des neuen Amerikas und Hoffnungsträger für die ganze Welt! Wir alle werden von der Politik dieses Mannes beeinflußt werden, ob wir es wollen oder nicht. Schon deshalb ist dieses ungemein spannende, politische Buch eigentlich schon eine Pflichtlektüre, denn so könnte das Amerika von morgen aussehen! Der Mann schreibt wie er redet... 5 von 5 Punkten...und wer seine mittlerweile schon legendäre Rede vor der Democratic Convention 2004 noch im Ohr hat weiß, dass das nur als Kompliment gemeint sein kann: "There is no black America, there is no white America, there is no Latino, no Asian, no conservative and no liberal America. There is only the United States of America" rief der Senator aus Illinois der aufgepeitschten Menge zu. Mit den inhaltlich simplen und rhetorisch brillant artikulierten Sätzen, hat Barack Obama einen Nerv getroffen in einem Land, dass zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre lang von einer religiös-rechten Administration gespalten worden war. Auch der Satz "The Audacity of Hope", was jetzt in der deutschen Ausgabe etwas weniger pathetisch mit "Hoffnung wagen" übersetzt worden ist, kam in seiner Rede vor. 2006 hat Obama schließlich das Buch zur Rede auf dem Markt gebracht, um über sein Leben, seine Politik und seine Interpretation des American Dream zu schreiben. Das Buch skizziert unter anderem ganz grob die Politik, die ein möglicher Präsident Obama verfolgen würde. Und wenn man liest, was für eine Politik ein möglicher Präsident Obama zu vertreten gedenkt, können einem alten Europäer die Freudentränen kommen: "I believe in evolution, scientific inquiry and global warming; I believe in free speech, whether politically correct or politically incorrect, and I am suspicous of using government to impose anybody's religious beliefs - including my own - on nonbelievers" (10). Des Weiteren spricht er sich für eine allgemeine Krankenversicherung, das Recht auf Abtreibung, für schärfere Waffengesetze und für eine Außenpolitik, die die internationalen Institutionen respektiert, ein. Auffälligstes Merkmal Obamas ist jedoch, dass er für eine parteiübergreifende Politik eintritt, die die Wunden des Landes heilen und das Versprechen des American Dream erneuern soll. So betont er in den ersten beiden Kapiteln "Republicans and Democrats" und "Values", dass die beiden Parteien doch durch die identischen Werte verbunden werden und somit zum Wohle des amerikanischen Volkes häufiger kooperieren sollen. The Audacity of Hope" kann uns Europäern auch einen Einblick in das Wesen der USA geben, was uns in den vergangenen Jahren so fremd geworden ist. Im Kapitel "Faith" betont er seinen festen Glauben an Gott (ohne den man in Amerika auch nicht wählbar ist). Dabei distanziert er sich jedoch von den radikalen Evangelikalen, die die Trennung zwischen Staat und Kirche aufheben wollen. Ebenso wird im Kapitel "Family" die herausragende Bedeutung dieser Institutionen herausgearbeitet. Der europäische Leser mag da das eine oder andere Mal verwirrt die Augenbrauen hochziehen, was denn teilweise intime familiäre Details in einem größtenteils politischen Buch zu suchen haben. Doch neben einer offen zur Schau gestellten Religiosität muss man auch das Image eines perfekten Familienlebens kreieren. Sonst braucht man sich erst gar nicht für politischen Ämter bewerben. "The Audacity of Hope" klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Obama schreibt mit so viel Energie und ehrlich klingender Überzeugung , dass man ihm alles glauben will. Wenn er als Präsident die hier dargestellte Politik tatsächlich verwirklicht, dann würde sich das sicherlich positiv auf das transatlantische Verhältnis auswirken. Fazit: Glänzend geschriebenes Buch über die mögliche politische Zukunft der USA. In Europa heißt es nun Daumen drücken, dass sich die Demokraten in den kommenden Monaten nicht auf der Suche nach einem/einer Präsidentschaftskandidaten/Präsidentschaftskandidatin noch mehr zerfleischen, als es bisher leider schon der Fall gewesen ist. Das Duo Clinton/Obama wäre doch die perfekte Lösung. Nur über die Reihenfolge müsste man sich dann noch einigen. Der Mann isr richtig gut! 5 von 5 PunktenUm es gleich zu sagen: Ich habe "Die Hoffnung wagen" nur auf englisch gelesen: The Audacity of Hope. Ich kann also nichts über die Übersetzung sagen, sondern nur das Buch loben: Es ist großartig. Obama schreibt nicht nur einen geschliffenen, sehr gut lesbaren Stil. Er ist ein Mensch, wie ich ihn mir auch für Deutschland wünsche: ehrlich, selbstkritisch, auf eine sehr angenehme Art moralisch, erstaunlich unabhängig von Lobbyisten, gängigen Meinungen, Pressure-Groups. Auch denen der amerikanischen Schwarzen, die ihm vorwerfen, dass er nicht "unterprivilegiert" ist, nicht aus einer Familie ehemaliger Sklaven stammt. In "Die Hoffung wagen" beschreibt er seinen Wahlkampf um einen Sitz im US-Senat. Es erschien in den USA schon 2006. Hier verbindet Barack Obama sehr einleuchtend Rückblicke auf sein persönliches Leben als Sohn einer weißen Mutter und eines Kenianers, der die Familie zwei Jahre nach Baracks Geburt verließ, mit der Beschreibung seiner Wahlkampfziele - ein besseres Leben für die Bewohner der Inner-City-Slums. Gleichgültig, welche Hautfarbe sie haben. Mit besserer ärztlicher Versorgung und ganz besonders einer besseren Ausbildung für die Kinder. Das liest sich nicht sehr "amerikanisch", denn die europäischen Unterschicht hat - von der medizinischen Versorgung mal abgesehen - ganz ähnliche Probleme, und Hoffungslosigkeit, bedingt durch hilflose oder schlechte Lehrer und Schulen, überforderte Eltern und Einfallslosigkeit der Politiker, ist das größte. Barack Obama, der auch bei Fragen wie Abtreibung, Einwanderung oder den in den USA sehr umstrittenen Homo-Ehen einen sehr ausgewogenen Standpunkt vertritt, bekämpft diese Hoffungslosigkeit nicht nur durch Sprüche wie das "Yes, We Can" (der in diesem Buch noch nicht auftaucht) seines 2008-er Wahlkampfes um die Nominierung zum Präsidentschaftskanidaten der US-Demokraten. Er fordert neue Prioritäten und damit ein Umlenken der Steuergelder - weg von den hohen Subventionen für Bauern, Großfirmen und die unter Bush so verhätschelten Reichen zu den Armen. Ja, so einen "Kerl" könnten wir hier auch brauchen. Als US-Präsident täte er wohl der ganzen Welt gut, aber selbst wenn Sie anderer Meinung sein sollten: ein anregendes, spannendes, kluges Buch ist "Die Hoffung wagen" auf jedeen Fall. Sehr gutes Buch 5 von 5 PunktenDiese Buch finde ich sehr gut, weil Barack Obama beschreibt wunderbar die Situation in den USA aus poltischer und menschlicher Hinsicht. Dazu gibt er Lösungsverschläge über die auch mal deutsche Poltikter nachdenken sollten. Aber der Ausführung dieser Vorschläge hält er sich recht vage. Was mich stört ist das man dieses Buch mit einem Duden an der Seite lesen sollte, weil viele Fremdwörter benutzt werden, die nicht jedem geläufig sind. Wobei man sich hier fragen muss, ob er das selbst oder die Übersetzer verbrochen haben. Und man muss das Buch mit viel Ruhe um sich herum lesen, weil man sich sehr konzentrieren muss, um alles richtig zu verstehen. |
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Barack Obama: Wie ein US-Präsident gemacht wird von Webster Griffin TarpleyGebundene Ausgabe von Kopp, RottenburgPreis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 13,00 ![]() 3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3938516747, Erscheinungsdatum: Sept. 2008 |
5 Kundenrezensionen:Beinahe hereingefallen! 2 von 5 PunktenDa wäre ich doch beinahe hereingefallen! Auf der Suche nach einer Bio über Barack Obama, die auch kritische Ansätze haben soll, hätte ich beinahe nach diesem Buch gegriffen. Ich habe es nicht gekauft und gelesen, da ich den Klappentext und schließlich den Namen des Autors las: Gerhard Wisnewski! Der Verschwörungstheoretiker, der schon den Grimme-Preis für ein Buch (armes Deutschland) bekam, in dem er behauptete, dass die 3. und 4. Generation RAF vom Staat inszeniert worden sei und pünktlich nach dem 9/11 die Amerikaner für den Anschlag auf das World Trade Center verantwortlich gemacht hat. Man könnte diesen Autoren einen Vollidioten nennen, wenn er nicht so hervorragend dabei verdienen würde. Ich selbst HÄTTE in den USA Barack Obama gewählt! 5 von 5 PunktenWieso? Na das ist doch offensichtlich ... äh, weil ... äh - ich meine ... mhhh. Ich hätte keinen guten Grund gehabt! Außer, dass er Afro-Amerikaner ist, Demokrat und gänzlich anders scheint als George Bush. Ich hatte keine Ahnung wem gegenüber er loyal ist, wer seine Unterstützer sind und was sein politisches Programm sein soll... Dieses Buch wurde in der Zeit des Wahlkampfes geschrieben. Als die Presse Obama hofierte, über Clinton verächtlich und Mc Cain stiefmütterlich berichtete. Wer ist Barack Obama? Lesen Sie dieses Buch, das Ihnen weit über diese Frage hinaus antworten liefern wird. Antworten auf Fragen, die Sie wahrscheinlich nie stellen würden - obwohl es Sie etwas angeht! Sie hier in Deutschland! Ich bestelle gerade weitere Exemplare für Freunde... Eine fundierte Kritik am neuen US-Präsidenten 5 von 5 PunktenEntgegen der üblichen Lobhudeleien beschäftigt sich dieses Buch sachlich und fundiert mit den Schattenseiten des neuen US-Präsidenten. Und es gibt mehr davon als man denkt. Dieses Buch hat mir wirklich die Augen geöffnet. Es beantwortet wichtige Fragen, die sich jeder stellen sollte: Wer finanziert Barack Obama? Wessen Interessen vertritt er? Vor allem aber auch: Was hat Deutschland von ihm zu erwarten? Dass ein paar unverbesserliche Obama-Jünger das Buch als »Verschwörungstheorie« abtun, liegt in der Natur der Sache. Man sollte aber die Augen vor den Fakten nicht verschließen, sonst gibt es bald ein böses Erwachen! Deshalb auch 5 Sterne für das bislang einzige kritische Obama-Buch in Deutschland! Wie wird denn jetzt ein US-Präsident gemacht? 1 von 5 PunktenDarauf bietet Webster Griffin Tarpley in seinem Buch nämlich keine konkrete Antwort, viel eher schießt er sich mit einer Verschwörungstheorie auf den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Jimmy Carters, Zbigniew Brzezinski ein. "Zbig" wie in Tarpley gelegentlich nennt hat noch im Vorwahlkampf der Demokraten seine Sympathie gegenüber Barck Obama bekündet und dessen Kandidatur unterstützt, was ihm in manchen US-Zeitungen den Titel "Barack Obamas Gehirn" eingebracht hat, genauso wie Bill Clinton zeitweise als Obamas Stabschef im Gespräch war, nachdem Hillary eben nicht zum Running Mate wurde. Dabei gibt sich Tarpleys Buch als bis dato "einziger kritischer" Bericht über Barack Obama, was so nicht mehr ganz stimmt, aber den Autor auch keinesfalls für seine irrationalen Pauschalurteile und die frappante Themenverfehlung entschuldigt, denn mit Obamas Wahlkampf hat das Machwerk nur sehr wenig zu tun. Für den mit Verschwörungstheorien eher unvertrauten Leser ist die Lektüre von "Wie ein US-Präsident gemacht wird" auf nüchternen Magen vor allem verwirrend, wenn in ein und demselben Satz von der Trilateralen Kommission, der RAND Corporation und den Skulls and Bones die Rede ist, die beiden letzteren aber von da an nur noch am Rande erwähnt werden, damit das Buch gut zu anderen Werken passt, die auch schon mal die guten alten Illuminaten und Freimaurer ins Rampenlicht rücken. Spätestens mit der Beschreibung von Obamas Kampagne, fühlt man sich eher an einen Thriller erinnert denn an ein Sachbuch, ist diese doch (S. 17) "ein merkwürdiger Zwitter 1. zwischen einer politischen Kampagne 2. und einer relativ neuen Form verdeckter Operationen der Nachrichtendienste, mit dem Ziel, Massenhysterien zugunsten eines Kandidaten anzufachen." Wie kommt der Mann zu dieser Überzeugung fragt man sich und erfährt Seiten später von jenem verflixten 7. Januar 2008, als er auf MSNBC Bilder einer Obama-Wahlveranstaltung sah und sich nur dachte (S. 33) "Mein Gott! [...] Das ist eine Farbenrevolution in den USA!". Für den Publizisten der mit seiner unauthorisierten Biografie George H. W. Bushs maßgeblich an der gescheiterten Wiederwahl des 41. US-Präsidenten beteiligt gewesen sein, will war es ein bewegender Moment, denn "An diesem Punkt änderte sich meine gesamte politische Orientierung, und zwar schnell." Der Mann der anfangs noch in Rudy Guiliani und Hillary Clinton zwei Kandidaten sah, die man unbedingt in die Schranken weisen musste, hatte eine weit größere Bedrohung für Amerika und die Welt erkannt, Barack Obama. Doch Obama ist nichts weiter als die Marionette Zbigniew Brzezinskis und der Trilateralen Kommission, die unter seiner Präsidentschaft einen Krieg gegen Russland vom Zaun brechen könnten, der die Welt in den dritten Weltkrieg und womöglich einen nuklearen Holocaust führt, eine Möglichkeit auf die Tarpley immer wieder geschickt anspielt. Für Big Zbig ist Obama der Manchurian Candidate der seine Anweisungen bedingungslos ausführen wird, was auf eine Gehirnwäsche und tiefgehende Indoktrination während Obamas Studienzeit in New York zurückgehen soll. Der geborene Pole Brzezinski hat sich mit seinem gesamten Clan dem Ziel verschrieben Russland zu vernichten und damit die Verbrechen der Sowjets an Polen zu rächen. Wäre es mit Obama nichts geworden, durch seinen Neffen Ian Brzezinski hätte das Mastermind auch einen loyalen Agenten im Lager John McCains gehabt. Doch Obamas Kampagne konnte gar nicht scheitern, wurde sie ja von der CIA initiiert, die dabei ihre neuesten erprobten Techniken aus Osteuropa anwenden konnten, wo auf die gleiche weise schon Viktor Juschtschenko an die Macht verholfen wurde, Fakten oder Quellen dazu weist Webster Griffin Tarpley allerdings nicht aus, er baut auf Spekulationen und anonyme Quellen in der CIA. Aber was wenn der Enthüllungsjournalist dabei selbst ein ehemaliger KGB-Spion ist, der reaktiviert wurde, um die US-Politik von einem aggressiveren Vorgehen gegen Russland abzuhalten? ;-) Schwer zu sagen, was jetzt nicht Fiktion an Tarpleys Theorien ist, aber manchmal wird auch Erfundenes real, hoffen wir's jedenfalls nicht. Tatsache ist allerdings, der Autor lässt es stark an Sachlichkeit fehlen und steigert sich massiv in seine Hasstiraden auf Zbigniew Brzezinski hinein. Das mag zum Teil sogar berechtigt sein, Zbig hat ja den Afghanistan-Krieg und das damit verbundene Desaster für die UdSSR zu verschulden und anti-russische Ressentiments mögen ihn tief geprägt haben, aber Tarpleys Ausführungen fehlt die Klarheit um das zu vermitteln. Carters ehemaliger Top-Berater ist ein Dinosaurier, ein Falke aus dem Kalten Krieg, doch er gehört gerade aufgrund seiner Verbindungen zur Afghanistan zu einem der besten Experten für den gegenwärtigen Kampf gegen die Taliban, den sich Obama auch auf die Fahnen geschrieben hat. Egal was am Buchtitel steht, der Inhalt ist ein völlig anderer, denn der Schmöker mit seinen knapp 205 Seiten ohne Register ist leider kein Buch über den anderen Obama, der als Kandidat des politisch-militärischen Komplexes an einer Verbesserung der Beziehungen zu den NATO-Staaten, aber in keinem Fall einer Teilung der Macht mit China oder gar Indien interessiert ist. Es hätte dem Buch durchaus gut getan wäre der Autor nicht in seinem verschwörungstheoretischen Kreuzzug abgehoben und hätte sich mehr mit den greifbaren Kritikpunkten der Obama-Kampagne befasst. Nicht gar so selten vergreift sich Tarpley im Ton, nämlich nicht nur wenn er Tschechen und Polen unterstellt allesamt Kriegstreiber zu sein, die die USA zum Angriff auf Russland zwingen wollen, um sich für die Besatzung durch die UdSSR zu rächen, sondern auch wenn er nach Ursachen für die Beliebtheit Obamas sucht. In eine ähnliche Kerbe schlägt er mit seinen Aussagen über die Generation X, alle zwischen 1963 und 1982 geborenen. (S. 67) "Die 'Xer' wurden zumeinst in Familien hineingeboren, in denen Dorgenkonsum, Promiskuität, Alkoholismus, Verbrechen, kulturelle Erniedrigung und Scheidung an der Tagesordnung waren..." (S. 68) "Amerikas Xer sind die Altersgruppe die ohne zu Zögern der Bombardierung des Irak im Ersten Golfkrieg, den Bombardierungen Serbiens und dem jetzigen Irak-Krieg zugestimmt hat." An eine Volksbefragung zu diesen kann sich wohl niemand entsinnen, aber egal, alles was also noch an Katastrophen und Kriegen kommt, haben die Nachgeborenen zu verschulden - scharfzüngige Worte aus dem Munde eines bekennenden Baby-Boomers, der unumwunden zu postulieren scheint, dass seine Generation ohnehin die beste war und nichts gutes mehr nach ihr kommt. Natürlich bietet er einen Ausweg an (S. 71) "Niemand sollte etwa meinen, der Zufall seiner Geburt in einem bestimmten Jahr zwinge ihn, etwas Bestimmtes zu glauben oder zu tun." Wer also folglich annimmt, Obamas Zugeknöpftheit über seine Jahre in New York, wo er an der Columbia University Politikwissenschaften studiert hat und dabei in Wirklichkeit von Brzezinski und der CIA in geheimnisvollen Experimenten zum Manchurian Candidate gemacht wurde, der dann durch die Triade zum Präsidentschaftsbewerber aufgebaut wurde liegt goldrichtig, alles andere ist gezielte Falschinformation, wie in der Biografie Barack Obamas. Diese gibt nämlich relativ wenig über die New Yorker Jahre her, wohl auch weil Obama in dieser Zeit nicht nur vom Tod seines Vaters erfahren hat, sondern zugleich seine Drogenphase durchmachte. Die Art und weise mit denen Tarpley gegen Obama argumentiert ist manchmal auch einfach zu lächerlich und man fühlt sich durchaus zum Schmunzeln veranlasst, wenn er nach einer überraschenden Analyse der Morde an McKinley und JFK zum Schluss kommt "Man muss Obama also als eine Art 'Manchurian Candidate' im Besitz des Bankenkonsortiums der US-Stiftungen, Trilateralen und des Council on Foreign Relations ansehen." Auch ein Gustostückerl die Aufzählung von Personen aus Obamas Umfeld mit Verbindungen zur Ford Fondation, nach ihm selbst, seiner Mutter und dem mutmaßlichen Terroristen Bill Ayers, der seine Taten beging als Obama in etwa acht Jahre war, kommt noch folgender Satz (S. 114) "An Obamas inzwischen berüchtigter Kirche Trinity United Church of Christ predigt u.a. ein Pastor, der Stipendiant der Ford Foundation war, und außerdem kommt ein wichtiger Lehrer und Sprecher dieser Kirche ebenfalls von der Ford Foundation." Unbemerkt bleibt meist der kleine Übersetzungsfehler von Baracks Autobiografie, die im Buch "Traum von meinem Vater" genannt wird, als holprige Direktübersetzung des Originaltitels "Dreams from my father". Korrekt wäre hingegen "Ein amerikanischer Traum" bzw. der Unter-Untertitel "Die Geschichte meiner Familie", wenngleich man auch "Der Traum meines Vaters" als bessere Übersetzung hätte verwenden können. Aber auch intellektuelle Denkspiele und vielleicht Albträume über die zahllosen Lincoln-Vergleiche, die von Obamas Wahlkampfmanager David Axelrod forciert wurden, nimmt Webster Griffin Tarpley zu ernst, etwa die Spekulationen, ob Obama die USA nicht einen, sondern noch mehr spalten könnte. Das ist nicht völlig abwegig, aber dass er die Bedrohung durch einen Zweiten Amerikanischen Bürgerkrieg unreflektiert als real erachtet, bringt dem Leser zumindest das Verständnis näher, warum Mr. Tarpley in Obama bzw. Brzezinski, der ja hinter all dem steckt, die Reinkarnation Hitlers oder Mussolinis zu erkennen glaubt. Geht man von den Aussagen Tarpleys und seiner beiden Co-Autoren aus, sieht man sich angesichts ihres oft doch irritierenden Verständnisses der US-Politik zur Frage genötigt, sind diese Herren wirklich Amerikaner? Dann wüssten sie vielleicht die Antwort auf die Frage, von Bruce Marshall (S. 135), warum die Demokraten nie eine Obstruktionspolitik gegen den Irak-Krieg verfolgt haben. Ein Kuriosum, einerseits geben sich die Autoren als hätten sie das System in all ihren Facetten durchschaut stellen dann aber Fragen, die in ihrer Naivität mehr über das gesamte theoretische Konstrukt aussagen, als beabsichtigt. Politischer Selbstmord, denn wie in allen Debatten um den Irak-Krieg können sich auch die Demokraten nicht vollständig aus der Verantwortung ziehen, sie haben den Krieg mitzuverantworten und würden sie es versuchen, die Republikaner könnten das für ihre Zwecke ausschlachten, um sich als die einzig wahren Patrioten zu verkaufen, womit ihnen nach einen Sturm der patriotischen Entrüstung die nächsten Wahlen sicher wären. "Er [Brzezinski, Anm. des Rez.] hat einmal gesagt, die USA würden kein zweites Japan in Asien tolerieren - mit anderen Worten, keinen weiteren erfolgreichen Übergang von Rückständigkeit zu einer funktionierenden Gesamtwirtschaft." (S. 154-155) und scheinbar übersieht der Autor ganz dass es da noch China, Indien, Südkorea und allerlei andere Tigerstaaten gibt, was diese Behauptung gänzlich unsinnig macht, es sei denn die Trilaterale Kommission möchte den im Grunde stärksten Wirtschaftsblock in die Steinzeit zurückbomben, was wohl kaum im Interesse der japanischen Kommissionsmitglieder liegen dürfte. Selbst wenn Webster Griffin als Kind des Kalten Krieges womöglich insgeheim an diesen guten alten Zeiten hängen mag und daher überall eine Verschwörung sieht, ist es bedenklich dass er sich genau jener angstschürenden Rhetorik bedient, die man heute nur noch aus Geschichtsbüchern kennen will. Der Dritte Weltkrieg naht, die USA werden das neue Nazi-Deutschland, die nukleare Bedrohung nimmt rapide zu und die Nachgeborenen sind dafür verantwortlich. Ähnlich negative Eindrücke gab es schon über die 68er, zu denen sich Tarpley wohl auch zählt, ohne es explizit anzuführen. Geschichte wiederholt sich und fördert die denkwürdigsten Konstellationen, wenn die Rollen wechseln und die damals als "Kommunisten" beschimpften, heute Obama-Anhänger pauschal als "Faschisten" verdammen. Zum Leidwesen der Obama-Anhänger hat der oft wirre Kritiker mit manchen Ansätzen dessen ungeachtet Recht, wenn er da schreibt (S. 185) " Obama bewirbt sich nicht um das Präsidentenamt, er bewirbt sich als Erlöser. Seine Kampagne hat keine politische Reform anzubieten, sondern vielmehr die Aussicht auf ein neues Goldenes Zeitalter, in dem sich der Löwe friedlich neben dem Lamm schlafen legt." und betont (S. 205) "Es liegt im nationalen Interesse Amerikas, gute Beziehungen zu Russland zu unterhalten." Problematisch ist in jeder Hinsicht dass Tarpley seine Ansichten im Großen und Ganzen derart überzogen darstellt, dass sie kaum noch ernst zu nehmen sind, daran ändert auch der wahre Kern nichts. Barack Obama ist nicht dass als was er uns verkauft wird, er kann nämlich nicht auf Wasser wandeln, aber ist es denn so schwer sich einzugestehen dass ein Populist legal Wahlen gewinnen kann, auch in den USA? Muss es denn immer die CIA sein, wenn den kritischen Geistern etwas nicht passt? Eine CIA deren Erfolgsgeschichte die weit größeren Fehlschläge nur mühsam unter den Teppich kehren kann und schon einmal die militärische Stärke des damals noch sowjetischen Russlands stark überschätzte. In einer Schattenwelt, wo immer neue Verantwortliche für 9/11 ausgemacht werden, je nachdem wer gerade in den angeblich verhassten und abgelehnten Massenmedien der Mainstreampresse steht, ist jeder Fehler in einer Verschwörungstheorie allerdings egal, man kann sie mit neuen "Erkenntnissen" bereinigen und selbst Widersprüche dadurch ausgleichen, indem man einfach davon ausgeht, dass die Verschwörung eben noch tiefer geht. Was Webster Griffin Tarpley im vorliegenden Buch noch nicht berücksichtigen konnte, wird daher in seiner inoffiziellen Obama-Biografie zweifelsfrei nicht widerrufen, sondern ans Konzept angepasst werden, denn ein gutes hat es ja wenn man an jeder Ecke Verschwörer entdecken kann, der Stoff für neue Bücher geht einem nie aus. Auch anderen Präsidentschaftskandidaten ist maßlos zugejubelt worden und dass Obama die Farbe blau als Kampagnenfarbe wählte, hängt vielleicht damit zusammen, dass es die Parteifarbe der Demokraten ist. Den gravierenden Unterschied machten jedoch viele Einzelfaktoren aus, von denen die Bedeutung seines rhetorischen Talents eines der beeindruckendsten ist. Er braucht keine Drogen wie die CIA eines Mr. Tarpley um die Massen in Aufregung zu versetzen, er nutzt einfach ein Phänomen dass man auch in amerikanischen Super Churches mitverfolgen kann und ich bezweifle dass es der Weihrauch ist, der für die berauschende Wirkung einer wortgewaltigen Predigt verantwortlich ist. Dass man den Leuten allerlei Schwachsinn erzählen kann und dabei problemlos auf hohle Phrasen setzen kann, so lange man sich bestimmter Vortragstechniken bedient ist kein Mysterium, dass eine CIA-Abteilung entdeckt hat, es ist geistiges Allgemeingut seit den Zeiten antiker Kriegsherren die mit ihren Ansprachen die Heere zu motivieren suchten. Im Grunde hat Webster Tarpley erkannt dass alle Menschen und damit auch Politiker ausnahmslos fehlerbehaftet sind und solche Mängel in hohen Machtpositionen unweigerlich Folgen haben. Scheinbar weigert er sich entgegen dieser Erkenntnis, sachlich an die Kritik Barack Obamas heranzugehen. Dazu kommt dass er mit seinen Argumenten einfach an ihm vorbeischießt und die Themenverfehlung alles andere überwiegt, klarstellen sollte man es nichtsdestoweniger, dass es gerade bei Barack Obama wirkungsvoller wäre, die nötige Coolness an den Tag zu legen, um den Mythos zu zerlegen und anhand von Fakten zu zerlegen. Dass dafür auch Interviews mit realen Personen nötig wären und nicht nur das Verweisen auf mögliche Freunde bei der Agency, sowie ausgedehnte Zeitungslektüre, steht im krassen Gegensatz zur Quellenlage des vorliegenden Buchs. Es gibt Zweifel an der rechtmäßigen US-Staatsbürgerschaft Barack Obamas? Daraus hätte sich was machen lassen, wenn man widerlegen kann, dass mit dem Verweis auf die US-Staatsbürgerschaft von Obamas Mutter, die sogar kurze Zeit im Staatsdienst stand, nicht schon alles gesagt ist. Oder noch viel interessanter, wenn Tarpley wie es der Titel suggeriert den Vorwahlkampf analysiert hätte, um seine Kritik am Nominierungsprozess bei dem Obama die wichtigsten Staaten zwar alle verloren hat, aber ungeachtet dessen Clinton mit seinen Delegiertenstimmen überholen konnte. Viele Leser fragen sich trotz den schockiernden Enthüllungen über die Verschwörung Zbigniew Brzezinskis nämlich, wie dieser postmoderne Coup funktionieren konnte, darauf gibt der Autor keine Antwort und hat damit jegliche Anerkennung für sein Werk verspielt. Dass die Außenpolitik der USA durch den Antritt der Obama-Administration am 20. Jänner 2009 einen Wandel erleben wird und sich neu orientieren wird, was auch einen Wechsel der Feinde herbeiführen wird, ist kein Unikum, es liegt in der Natur von Regierungswechseln. Ob Brzezinskis Parteigänger im Beraterstab Obamas sich langfristig halten steht keinesfalls fest, denn im weißen Haus herrscht ein reges Kommen und gehen, wegen Launen des Präsidenten oder Intrigen der Mitarbeiter gegeneinander. Seriösere Autoren haben bereits nachgezeichnet wie Obama seine Kampagne aufbauen konnte und welche Strategien er anwandte um die Wahlen zu gewinnen. Davon erfährt man bei Tarpley kein Wort, auch nicht über Obamas findige Wahlkampfmanager, die ihr Werk womöglich besser verstehen als mancher CIA-Agent. Nun, Obama setzte neben massiven Negative Campaigning auf Slogans, die eine Verbindung zur Kennedy-Ära darstellen sollten, während er mit seinem Thema "Change" allen anderen Kandidaten die Spielregeln aufzwang, denn der Wandel von Bush zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten, sollte kein einfacher Regierungswechsel werden sondern ein besonderer "Regime Change". Mit seinen überlegenen Ressourcen bootete er McCain schon von vornherein aus, genauso wie Hillary Clinton und das obwohl sein Programm folgerichtig von seinen Gegnern als "heiße Luft" erkannt wurde. In Luft lösten sich auch Beteuerungen auf, Obama sei ein freier Kandidat, der im Establishment nicht verankert ist und aus dem nichts kommt. Man weiß ja, der Junge hat in Harvard studiert und es zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der Harvard Law Review gebracht, also ein klares Statement gegen das "Nobody"-Prädikat. Schon von vornherein hatte Obama wohl die richtigen Kontakte geknüpft und auch das ist nichts besonderes, man nennt es Networking und es wird von ausnahmslosen allen Managementratgebern empfohlen. Schlussendlich hat selbst Obama jedoch den Preis der Macht entrichtet und altes demokratisches Establishment zurück in die Regierung geholt, einerseits um Unterstützung abzugelten, andererseits um sich mit zuverlässigem und erfahrenem Personal zu umgeben. Verwerflich? Eher pragmatisch. Er wurde uns als Mr. Perfect präsentiert, der Prinz Charming und personifizierte American Dream ohne Makel, ein Saubermann sondergleichen. Er hat sich gut verkauft, es ist zu schön um wahr zu sein. Um diese kultartige Verklärung zu bekämpfen ist vieles erlaubt, man muss jedoch auf dem Boden der Tatsachen bleiben, sonst verspielt man die Seriosität und landet in einer Schublade mit wirren Schreihälsen. Pauschalurteile und Verschwörungstheorien sind eine radikale Form der Kritik, aber sie werden bei überzeugten Obama-Anhängern eher auf reflexartige Ablehnung stoßen, als gut belegbare Argumente und Fakten. Der Witz an Tarpleys Theorien, im Grunde hat er recht, der POTUS (President of the United States) ist wie alle Mitglieder seiner Administration fremdgesteuert, denn in Anbetracht der Kompetenzfülle ist er schlichtweg auf seine Berater und Referenten angewiesen, die ihm zuarbeiten und dabei nicht selten Gelegenheit haben eine ganz eigene Politik zu verwirklichen. Und hier kann eine Nähe zu Lobbys und Organisationen wie der Trilateralen Kommission ins Spiel kommen, die auch als Kaderschmieden dienen können und einen Teil des Weltbildes prägen, nie und nimmer jedoch für die vollständige Korrumpierung sorgen können. Am Ende bleibt es immer den Einzelnen selbst überlassen, inwieweit sie die Interessen ihrer Geldgeber vertreten, ob nur pro forma, total oder auf Basis von Kompromissen. Nicht zu vergessen, Lobbys sind mehr als nur Organisationen die mit Geld um sich werfen, wie mancher vielleicht denkt, sie setzen auch auf "politische Bewusstseinsbildung", also Studien, Feldforschung, Seminare und Vorträge. Und Kontakte zu den richtigen Institutionen können beruflich nützlich sein, besonders in der Demokratie wo Legislaturperioden die Dauer eines Arbeitsvertrages vorgeben, kann es für manche vorteilhaft erscheinen gute Beziehungen zu möglicherweise zukünftigen Geschäftspartnern/Arbeitgebern zu halten, schließlich ist "Washington" auch ein Arbeitsmarkt für sich. Auch da ein Widerspruch bei Tarpley, er legitimiert unbeabsichtigt die Korruption, indem er es so darstellt, als würden die Geheimgesellschaften eh alles kontrollieren, als hätte der einzelne keinen Einfluss mehr darauf. An Gegenkonzepten fehlt es ohnehin. Webster Griffin Tarpley ist nicht Michael Moore, bedient sich aber einer ähnlichen Methodik, wenngleich er seine Ansichten in Form einer Verschwörungstheorie weit aggressiver und ernsthafter vertritt. Dabei scheut er auch nicht vor Verleumdungen der gesamten Familie Brzezinski zurück und stellt abenteuerliche Theorien auf, in denen Barack Obama zwar kein Alien, Illuminat oder Gewährsmann Osama bin Ladens ist, sondern die Marionette des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Zbigniew Brzezinski, der ihn einer Gehirnwäsche unterzogen haben soll. Dabei geht der Autor meist einfach zu weit, er stürzt sich in haltlose Pauschalurteile, Unterstellungen und künstliche Aufregung, die nur verbergen, dass er im Grunde die Realität anhand eines Hollywood-Streifens analysiert, einer etwas unorthodoxen Vorgehensweise für entsprechend aufgeschlossene Leser. Fazit: Keine fundierte Kritik an Barack Obama, sondern ein Buch das nicht hält was es verspricht. Eine Verschwörungstheorie mit so gut wie keinem Bezug zum Titel, dass die grundlegende Frage offen lässt und stattdessen nur Ziel und Zweck dient, Zbigniew Brzezinski und seine Gesinnungsgenossen in denkbar schlechtes Licht zu rücken. Fakten? Neeein 1 von 5 PunktenFür mich als Student der "nur" durch die offiziellen Medien den Wahlkampf in der USA verfolgte, ist dieses Buch sehr willkürlich geschrieben. Man muss sich durch seiten von Vermutungen und Vorwürfen über die Weltpolitik kämpfen bis das eigentliche Thema "angesprochen" wird. Die Informationen die dann das Buch liefert sind dann auch(und waren es schon) alles andere als sachlich rechechierte Fakten, das Buch baut nur auf Vermutungen auf. |
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Barack Obama: Amerikas neue Hoffnung von Markus GüntherGebundene Ausgabe von WißnerPreis bei Amazon: EUR 16,80 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 389639620X, Erscheinungsdatum: November 2007, Auflage: 3 |
5 Kundenrezensionen:Tolle Einführung in Leben und Ziele von Barack Obama 5 von 5 PunktenGünther legt eine sehr überzeugende Einführung in Barack Obamas Werdegang, seine daraus erwachsenen politischen Ziele sowie seine Austrahlung vor und führt einem in kritischer Sympathie einen Ausnahmepolitiker vor Augen, der für viele eine starke Hoffnungsfigur geworden ist. Der Schreibstil ist, möchte man sagen, "süffig", so zieht er den Leser mit Leichtigkeit ins Geschehen, ins Nachdenken, ins Überlegen, das Ganze ist spannend und zugleich tiefgründig. Vier große Kapitel hat das Buch: 1. "Auf ersten Blick" (darin Beobachtungen und Überlegungen während einer Wahlkampfveranstaltung), 2. "Wurzeln und Visionen" (darin von komplizierten familiären Verhältnissen zur Identitätsfindung, von Erfolg und Mißerfolg der Sozialarbeit zur politischen Aktion eines "Brückenbauers"), 3. "Macht und Machenschaften" (darin Erlernen des politischen Geschäfts bei Bewahrung des eigenen Kopfes) und 4. "Die Kampagne der Hoffnung" (darin Widerstände und Möglichkeiten). Geschrieben ist das Buch Ende 2007, also ohne den Ausgang der Wahlen am 4. November 2008 zu kennen, was aber dem Buch und dem Leser in keinster Weise schadet. Es bringt vielmehr hohen Gewinn jedem, der sich für Barack Obama als zukünftigen amerikanischen Präsidenten interessiert. (Aktualisierte Rezension vom 5.11.2008) Wer ist Obama? Danach wissen Sie es 5 von 5 PunktenDas Buch ist wirklich ein Gewinn: Anhand vom spezifischen Stationen im Leben Obamas (Rede auf irgendeinder Wahlveranstaltung, Kurzbiographie, Stationen in seinem politischen Leben, die Rede auf dem Parteitag der Demokraten) bringt der Autor einem Obama näher. Der Stil ist sehr präzise, doch weit davon entfernt langweilig zu sein. Vielmehr kann man dem Autor bei der Frage begleiten: Was ist das besondere an Obama? Wie kam er zur Politik? Was hat ihn geprägt? Was sagt er in seinen Reden (was andere nicht sagen)? Was ist das besondere an seinen Reden? Ein Hoffnungsträger! 5 von 5 PunktenInteressiert und unvoreingenommen beginnt man ein Buch zu lesen, über diesen aufstrebenden Amerikaner, "fast" schwarzer Hautfarbe, dem der Ruf eines Ausnahmepolitikers vorauseilt. Spannend, energiegeladen und in fesselnder Weise mitreißend, erfährt man dann den ungewöhnlichen Werdegang dieses beeindruckenden Menschen; beschreibt der Autor ganz nebenbei, ohne zu langweilen, das "Machen" der us-amerikanischen Politik, die verbundene Schnelllebigkeit vom möglichen Aufstieg, Rückfall oder Niedergang. Wo nichts unmöglich und alles drin ist. Dieser Barack Obama kann und muß eigentlich zum Präsidentschaftskandidaten gewählt werden, wenn nicht am Ende sogar zum Präsidenten der USA. Als eine logische Konsequenz dieses Lebenslaufs. Am Ende trägt man tatsächlich den Titel in sich: Amerikas neue Hoffnung! Man ist nun doch eingenommen. Sachlichkeit, Distanz und Objektivität sind nie auf der Strecke geblieben. Und doch: man ist fasziniert und...- hofft! Dank an Markus Günther für diesen gelungenen Versuch der Projektion eines willkommenen Kandidaten durch die Sicht einer deutschen Brille! Der Reporter an meiner Seite 5 von 5 PunktenGanz wie erwartet, erklärt der Autor, wer Barack Obama ist, was ihn bewegt, was ihn antreibt, was an ihm beeindruckend sein mag und was befremdlich. Das alles stimmt, aber Markus Günthers Buch hat mich darüber hinaus überrascht und begeistert und zwar aus zwei Gründen. Erstens erklärt er beiläufig, erzählend und unterhaltsam das politische System der USA, so dass ich am Ende das Gefühl hatte, auch über die USA noch einmal viel gelernt zu haben und nun besser zu verstehen, wie dieser Wahlkampf abläuft. Und zweitens: Markus Günther hat einen ganz eigenen Reportagestil, den ich so noch nie gesehen habe. Er schafft eine Atmosphäre, als wäre man selbst dabei gewesen - aber nicht allein, sondern in der Gesellschaft eines Reporters, der mir immer wieder heimlich ins Ohr flüstert, worauf ich achten soll, was jetzt gerade passiert und warum es passiert. Markus Günther nimmt Details wahr, die andere übersehen hätten (ich selbst auch) und sagt, warum das alles wichtig ist, jede Handbewegung, jedes Wort, jede Kunstpause beim Sprechen und jede Hintergrundmusik. Klasse! Besser kann eine politische Reportage nicht geschrieben sein. Ein Wahl-Krimi 5 von 5 PunktenDieses Buch bestätigt die alte These, daß gute Information auch gute Unterhaltung ist. Streng genommen handelt es sich ja um ein "politisches Sachbuch". Das klingt schon nach garantierter Langeweile. (Und nachdem ich das Buch geschenkt bekommen hatte, war ich auch ein wenig skeptisch, weil ich mir nicht sicher war, ob ein ganzes Buch über einen einzelnen Politiker lesen will.) Tatsächlich aber liest man dieses Buch in einem Zug, weil man es gar nicht mehr aus der Hand legen will. Von der ersten Seite an wird man in den neuen amerikanischen Wahl-Krimi hineingezogen. Barack Obama ist der Kandidat, der im Mittelpunkt des Buches steht, aber eigentlich handelt es sich nicht um eine Biografie. Amerikanische Wahlkämpfe mit all ihren Verrücktheiten werden erklärt, beschrieben, kommentiert und in vielen Erfahrungen und Anekdoten veranschaulicht. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass ich viel über die USA gelernt habe- und vor allem: dass ich mich trotzdem gut unterhalten habe. Alles in allem eine sehr positive Überraschung! |
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Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie von Barack ObamaAudio CD von Hörbuch HamburgPreis bei Amazon: EUR 24,95, Angebote ab EUR 19,00 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3899036093, Erscheinungsdatum: Juli 2008, Auflage: gekürzte Lesung. |
Eine Kundenrezension:Möge wenigstens einiges von diesem Traum in der Realität ankommen 5 von 5 PunktenAls dieses Buch im Jahr 1995 zum ersten Mal erschien, da kannte hierzulande seinen Autor noch niemand. Nun im Jahr seiner sensationellen Kandidatur zum Präsidentenamt der USA ist es wiederaufgelegt worden, zum einen natürlich um seinen bisher beispiellosen Wahlkampf zu unterstützen, zum anderen um diesen Mann und seine Biographie in Europa besser bekannt zu machen. Und das ist auch nötig und sinnvoll, denn selbst wenn Barack Obama im November gegen seinen republikanischen Herausforderer McCain unterliegen sollte, ist er noch so jung , dass er es mit Sicherheit ein zweites Mal versuchen würde, ins Weiße Haus zu kommen und die Politik umzusetzen , von der er sein Leben lang geträumt hat. "Ein amerikanischer Traum" heißt das Buch in der deutschen Übersetzung. Um was es darin wirklich geht, ist im Titel der Originalausgabe besser beschrieben: "Dreams from My Father". Tatsächlich ist es fast unglaublich, dass in einem Land wie Amerika, in dem die Schwarzen trotz vieler Programme immer noch unterprivilegiert sind und auch der alte Rassismus immer wieder hoch steigt, ein Schwarzer kurz vor dem Sprung in das Präsidentenamt steht. Noch hat es Barack Obama, dessen bewegte Familiengeschichte viele Einblicke gibt in das Wesen und den Charakter dieses Mannes, nicht geschafft. Schon melden sich erste besorgte Stimmen, die ihn nicht nur wegen seinem Stil mit John F.Kennedy vergleichen, den Obama perfekt bis in die Stimmlage und Gestik hinein nachahmt, sondern die auch die Befürchtung äußern, Obama könnte das gleiche Schicksal bevorstehen wie Kennedy und Martin Luther King. Es wird abzuwarten sein, ob Amerika reif ist für seinen ersten schwarzen Präsidenten und es wird abzuwarten sein, ob Obama, einmal ins Weiße Haus gelangt, von seinen Ideen für die Welt irgendetwas Nennenswertes umsetzen kann. Denn seine konkreten Vorstellungen sind bisher doch recht vage geblieben. Dennoch: man versteht und spürt bei der Lektüre dieser Biographie und Familienchronik, dass hier ein anderer Typ Politiker die Bühne ( vielleicht auch die Weltbühne) betritt, ein Mensch mit Visionen, ein Mensch mit dem Gefühl für Gerechtigkeit, ein Mensch, der die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft überwinden will und für den die dafür nötige Versöhnung nicht nur ein Schlagwort ist, sondern integraler Bestandteil seines persönlichen christlichen Glaubens. Was mit dem Buch selbst eher nichts zu tun hat, was den Rezensenten aber in den letzten Monaten zunehmend irritiert, ist die Tatsache, mit welcher religiöser Inbrunst Obama von seinen Anhängern behandelt wird, welche fast messianischen Erwartungen sich auf ihn richten und die er immer mehr adaptiert, in der Hoffnung, diese Welle könnte ihn ins Amt spülen. Ich kenne kein einziges Beispiel in der Geschichte, wo eine solche fast ins Irrationale gehende Begeisterung und Erwartung gut ausgegangen wäre. Denn je höher die Erwartungen, desto tiefer der Fall in die Realpolitik. |
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Auf der Suche nach Amerika. Begegnungen mit einem fremden Land von Bettina GausGebundene Ausgabe von EichbornPreis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 13,50 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3821857013, Erscheinungsdatum: August 2008, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Ein große Reportage über ein faszinierendes Land, in dem die Träume und die Albträume nahe beieinander liegen 5 von 5 PunktenNicht erst seit der letzten große Krise des Finanzsystems, das wieder einmal in den USA seinen Ausgang nahm, hat die Politik dieses großen und eindrucksvollen Landes immer wieder die Gemüter in Europa und speziell in Deutschland beschäftigt. Kaum ein anderes Land der Welt ist in der Lage, in der politischen Diskussionen aber auch in den verschiedenen Diskursen im Bereich von Literatur und Kunst solche unterschiedlichen Emotionen auszulösen wie Amerika. Das vorliegende Buch der taz-Journalistin Bettina Gaus ist in diesen Tagen, in denen sich Amerika zu verändern scheint, eine besonders wertvolle Lektüre und Hilfestellung. Ende 2007 bereiste die mehrere Monate lang insgesamt 34 Bundesstaaten der USA. Sie wollte mit dieser langen Reise herausfinden, was die Bewohner dieses Landes von sich und ihrem Land, ihrem Präsidenten, der Weltlage oder auch von den Europäern halten. Wie leben die Menschen dort, wie äußern sie sich religiös und politisch ? Wie tolerant oder rassistisch sind sie ? Mit ihrer Reise folgte Bettina Gaus der Route des Schriftstellers John Steinbeck, der sich 1960 auf dem Höhepunkt des Wahlkampfes zwischen John F.Kennedy und Richard Nixon auf genau diesen Weg gemacht und seine Eindrücke in dem Buch "Die Reise mit Charly" festgehalten hatte. Bettina Gaus erzählt dem staunenden deutschen Leser viele Geschichten von Menschen und Begegnungen. Sie erzählt über diese Menschen und vermittelt darüber dem deutschen Leser viel von den gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten in der Gegenwart Amerikas und seinen gigantischen Widersprüchen. Ihr ist dabei eine große Reportage gelungen über ein faszinierendes Land, in dem schon immer die Träume und die Albträume ganz nahe beieinander lagen. Ein Buch, das geeignet ist, unser deutsches und europäisches Bild von einem Land zu schärfen, dem wir viel verdanken und mit dem wir uns doch immer wieder reiben werden. Sie schreibt in einer sehr persönlichen Weise, stellt neugierig ihre Fragen und glänzt gleichzeitig mit scharfsinnigen Analysen. Man kann das Buch von Bettina Gaus ohne Übertreibung in die literarische Tradition eines Bruce Chatwin stellen, mit seinem ironischen Unterton, der aber nicht verurteilt, sondern im Staunen verweilt und dabei mehr anschaulich machen kann als so manches kritische Buch, das im Augenblick auf dem Markt ist. Der Herr Doktor irrt! 5 von 5 PunktenAuf der Suche nach Amerika. Begegnungen mit einem fremden Land Gerade komme ich von einer dreiwöchigen Route-66-Reise zurück, habe die USA jetzt zum 11. und hoffentlich nicht letzten Mal bereist und lese mit Entsetzen, was der Herr Doktor an dümmlichen und überheblichen Kommentaren meint abgeben zu müssen. Ich hatte mir Bettina GausBuch vor meiner Reise gekauft und es auch auf die Fahrt mitgenommen, abends mit großem Vergnügen und noch größerer Zustimmung weiter- und zu Ende gelesen. Allein ihre wiederholten Hinweise, wie schwer sie sich als Raucherin tut, hätten vom Lektor etwas reduziert werden können. Ansonsten bewundere ich ihre Beobachtungsgabe, ihre Fähigkeit, diese Beobachtungen auch in eine schwungvolle Sprache zu übertragen und den Respekt, der aus den Gesprächen mit ihren Partnern immer wieder sichtbar wird. Ich kann mich daher dem Urteil der beiden ersten Rezensenten nur anschließen: Ein MUSS für jeden, der bereit ist, sich auf seiner USA-Reise der Unterschiedlichkeit der Amerikaner vorurteilsfrei zu öffnen. Frischware statt Gefrierpizza 5 von 5 PunktenWie ticken die USA wirklich? Von Politschwätzern, routinierten Experten und emsigen Wissenschaftlern werden wir es nie erfahren. Anhaltspunkte gibt dagegen Bettina Gaus' neues Buch. Gaus hat sich mit ganz normalen Amerikanern unterhalten -- Verlierern und Gewinnern, Witzbolden und Trauergestalten, Sympathen und Unsympathen. Herausgekommen ist der authentischste Blick auf die Vereinigten Staaten seit Alistair Cookes "Letters to America". "Auf der Suche nach Amerika" ist ein Buch für Leute, die sich im Supermarkt lieber an der Frisch-Theke denn am Gefrierfach bedienen. Statt längst erschienene Reportagen notdürftig zu bearbeiten und dann irgendwie zusammenzustoppeln, hat Gaus frische Eindrücke gesammelt und in charakteristisch bündiger Prosa zusammengefasst. Ein Lesevergnügen ohne Längen, immer meinungsstark, nie moralisierend. Wie ihre bisherigen Bücher und Kolumnen, nur noch prägnanter, noch tiefer, noch treffender und noch lebendiger. Die Autorin bereist ein Land, dem sie sicher eine ähnliche Mischung aus Neugier und Misstrauen entgegen bringt wie viele ihrer Fans. Nur hat sie keine Lust, sich auf diesem Gefühl auszuruhen. Ihr aufgeklärter Geist treibt sie dazu verstehen zu wollen. Wie schwer ihr das manchmal fällt, gehört zu den amüsantesten Passagen ihres Buchs. Überhaupt kann man "Auf der Suche nach Amerika" eher als Anleitung zum Reisen denn als Kompendium über die Befindlichkeiten einer Supermacht verstehen. Das liegt an der respektvollen Distanz, mit der Gaus ihren Gesprächspartnern entgegentritt. Die Konversationskunst, die sie hier (vielleicht unabsichtlich) vorführt, war für mich die eigentliche Offenbarung dieses Buches. Mit Fremden ins Gespräch kommen, darüber können wir Deutschen als schlaumeierischstes Volk der Welt mit Sicherheit noch einiges lernen. vom Sinn des Reisens 4 von 5 PunktenWer das Buch zur Hand nimmt und eigene Reisegewohnheiten reflektiert, muss schnell zu dem Schluß kommen, das Abhaken von Highlights, wie Freiheitsstatue und Gran Canyon, können nicht das Ziel einer USA Reise ein. Die Quintessenz des Buches ist für mich: auch beim Reisen einen Gang zurückschalten und mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen. Bettina Gaus gibt mit ihrem Bild der USA dem Land ein persönliches Gesicht. Das scheint auch gewollt und das ist gut so. Denn nur in persönlichen Gesprächen zeigt sich das wahre Gesicht eines Landes. Ein Tipp für alle echten Globetrotter: Nehmt das Buch zum Vorbild und erlebt Euer eigenes Amerika Menschen zum Kennenlernen gibt es mehr als genug nicht nur in den USA. Sich selbst im Wege 1 von 5 PunktenMit ihrem Titel weckt Bettina Gaus Erwartungen. Auf den Spuren von John Steinbeck will sie die USA in 3 Monaten umrunden, die Städte dabei auslassen und das einfache Volk auf dem Lande kennenlernen. Auf diese Weise will die deutsche Journalistin der "taz" ein besseres Bild von Amerika gewinnen, das schon so viele andere vor ihr und neben ihr eloquent beschrieben haben. Ein hoher Anspruch, und Angst vor der Schuhgröße "Steinbeck" hat sie auch nicht. Überrascht bin ich schon, als das Büchlein vor mir liegt: So dünn, bei der langen Reiseroute und riesigen Stoffmenge? Nun, die Anzahl der Buchseiten ist noch kein Qualitätsmerkmal, weder plus noch minus. Aber nach der Lektüre weiß ich: Das Ergebnis ist dünn und dürftig Es lohnt sich kaum zu lesen. Es gibt sehr viel Besseres über Amerika. Bettina Gaus steht sich bei dieser Reise andauernd selbst im Wege. Sie möchte zwar, so betont sie immer wieder, möglichst vorurteilsfrei ihre Erfahrungen machen und darüber berichten, aber meist schon im nächsten Absatz misslingt ihr das völlig. Man hat den Eindruck, sie jage ihrem eigenen Amerika-Bild nach, und das ist geprägt vom Gespenst "Präsident George W. Bush" als lebendigem Gott-sei-bei-uns, von der waffenstarrenden, kriegslüsternen Weltmacht in Washington, die aber im eigenen Lande dumm und anachronistisch der eigenen unbewältigten Geschichte von Rassenkämpfen, Indianerkriegen und Selbstbeweihräucherung (siehe Nationalsymbole) nachhängt. Dementsprechend präsentiert sie ihre Gesprächspartner. Erstes Kriterium ist jeweils, ob sie für oder gegen Bush und den Irakkrieg sind (sie findet natürlich nur Gegner), zweites Kriterium: ob sie zu den von der Regierung Vergessenen und Unterdrückten gehören. Letztere sind besonders geschätzte Interviewpartner. Die Latino-Amerikanerin, die wieder zurück nach Puerto Rico möchte, hat die besondere Sympathie von Bettina Gaus; sie wenigstens habe erkannt, dass es völlig falsch sei, die USA als Vorstufe des Paradieses zu glorifizieren. So ähnlich mögen die Westberichte eines Parteikaders der SED geklungen haben. Wenn Gaus in wenigen Seiten die gesamte Westküste "abhakt", um sich mit viel mehr Aufmerksamkeit dem Grenzregime der USA gegenüber Mexiko zu widmen, dann geht der Eifer mit ihr so richtig durch, wenn sie auf die unbewältigten Folgen des Hurrikan "Katrina" zu sprechen kommt. Dies scheint für sie so erhellend und symptomatisch für ihr USA-Bild zu sein, dass sie mehrere ihrer knappen Seiten allein "Katrina" und den Folgen widmet. Stets findet sie Gesprächspartner, für deren Leiden an unzureichender Krankenversorgung, hartherzigen Arbeitgebern oder rassistischen Vorurteilen sie grenzenloses Mitgefühl hat. Nur das Klagen und Jammern der Katrina-Opfer kann Gaus nicht recht verstehen: Opfer von Naturkatastrophen gebe es schließlich überall in der Welt, da sollten sich die Amis nicht so anstellen. Mit der religiösen Seite Amerikas kommt Gaus schon überhaupt nicht zurecht. Es ist doch allzu weit von ihrem norddeutsch geprägten Luthertum entfernt. Die Kettenraucherin (so Gaus über sich selbst) mäkelt zwar an den Restriktionen für Raucher in der amerikanischen Öffentlichkeit herum, beklagt, dass es kein Motel gebe, in dem sie im Computerraum rauchen dürfe, zugleich aber freut sie sich fast kindlich darüber, dass es auch in Amerika immer mehr Anhänger von gesunder Naturkost und Bioprodukten gebe. "Kindlich" sage ich, weil ihr offenbar die eigene Widersprüchlichkeit gar nicht bewusst wird. Ihr Buch ist das Selbstzeugnis der Erfahrungen einer sich linksdemokratisch definierenden Journalistin, deren Selbstgerechtigkeit und Arroganz erschreckend ist. Das Ergebnis ihres Buches ist denn auch nicht verwunderlich: Es gibt in den USA nichts zu lernen, außer dass man selber recht hat. Aber das wusste Bettina Gaus ja schon vorher. Nichts Neues. Zum Glück ist sie dann wieder froh zu Hause... |
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Yes, we can: Biographie und Reden eines Präsidenten von Barack ObamaBroschiert von Books on DemandPreis bei Amazon: EUR 19,95 ISBN: 3837075494, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: 1 |
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Von der Botschaft zur Bewegung: Die 10 Erfolgsstrategien des Barack Obama von Kerstin Plehwe, Maik BohneGebundene Ausgabe von Hanseatic LighthousePreis bei Amazon: EUR 19,90 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3981262905, Erscheinungsdatum: Oktober 2008, Auflage: 1., verb. Aufl.; |
3 Kundenrezensionen:Buchbesprechung als Video-Clip 5 von 5 PunktenWatch Video Here: http://www.amazon.de/review/R20PDMIVNLY9RB Wahlkampf 2.0 5 von 5 PunktenNach jedem US-Präsidentschaftswahlkampf gibt es einiges aufzuarbeiten von Seiten von Politikwissenschaftlern, Kommunikationsstrategen und PR-Beratern. Für das Jahr 2008 darf dies wahrscheinlich in besonderem Maße gelten, denn es war das Jahr, in dem ein Außenseiter namens Obama mit einer Botschaft vom Change eine in der kollektiven Wahrnehmung fast schon sicher im Oval Office residierende Hillary Clinton übertrumpfte und als erster Schwarzer zum finalen Sprint in Richtung des Amts des mächtigsten Mannes der Welt ansetzte. Das verdankt Obama, soweit die überzeugende These dieses vorliegenden Buches der Kommunikationsexpertin und Gründerin des Internationalen Instituts für Politik und Gesellschaft Kerstin Plehwe, vor allem seinem modernen, dynamischen, auf Dialog angesetzten Wahlkampf, den er und sein Team in jeder Hinsicht in eine neue, moderne Richtung gelenkt haben und dabei virtuos vor allem auch auf der Klaviatur der neuen Medien gespielt haben. In genauer Detailarbeit haben Kerstin Plehwe und Maik Bohne in Von der Botschaft zur Bewegung Die 10 Erfolgsstrategien des Barack Obama den Wahlkampf des vom Außenseiter zum Superstar avancierenden Präsidentschaftskandidaten analysiert und auf 10 griffige Thesen herunter gebrochen (wie etwa Je persönlicher desto besser Die neue Ära des Direktmarketing oder Tue Gutes und rede darüber Die Inszenierung der Inszenierung), die die einzelnen Kapitel des Hauptteils des Buches bilden. Innerhalb dieser Kapitel wird dann jeweils präzise nachgezeichnet, wie genau das Wahlkampfteam und der Kandidat etwa aus einem Namen eine Marke erschaffen haben, mit welchen Slogans, Symbolen und Logos sie gearbeitet haben, wie sie kreatives Fundraising betrieben haben oder wie man eine Wahlkampfkampagne auf in sich geschlossene Kernbotschaften, Narration und Reden aufbaut, die zu keiner Zeit unehrlich sind, sondern immer mit der Botschaft des Kandidaten Hand in Hand gehen. Auch die modernen Medien und das virale Marketing im On- und Offlinebereich werden natürlich genau durchleuchtet: Wie schafft es Obama, Menschen dazu zu bringen, selbstständig weiter Wahlkampf für ihn zu machen? Wie genau werden kreative Menschen als junge, selbstständige Wahlkämpfer rekrutiert und was haben Internet und moderne Medien damit zu tun? Kerstin Plehwe hat auf diese und weitere Fragen einleuchtende Antworten, die in jedem der zehn Kapitel in einer kurzen Zusammenfassung in Form eines Imperativs kulminieren das Buch spricht damit explizit (auch) die Leser an, die von dieser beispiellos erfolgreichen Wahlkampfkampagne etwas lernen sollen. Das zweihundert Seiten starke Buch enthält darüberhinaus natürlich auch noch eine Kurzbiographie des ersten schwarzen Präsidentschaftskandidaten, einen Überblick über die Mechanismen und Scharniere des Wahlkampfs in den USA im allgemeinen, sowie einen ausführlichen Einstiegs-Essay über den zumindest nach Lektüre des Buches gar nicht mehr so überraschenden Aufstieg des idealistischen Außenseiters von Beginn an. Abgerundet wird die Analyse der Wahlkampfstrategien schließlich von einem schlagkräftigen Aufsatz des Politikberater und PR-Managers Peter Radunski, der in konzentrierter Form erneut die in dem ganzen Buch thematisierte Überlegung anstellt, wie und ob man den Erfolgswahlkampf und die beispielslose Mobilisierungskampagne des Obama-Teams auf deutsche Verhältnisse übertragen könnte. Radunski fragt dabei nach der Zukunft des deutschen Wahlkampfes und kommt zu dem Schluss, dass die beiden Kernpole Mobilisierung und Personalisierung auch hierzulande eine Schlüsselrolle in kommenden Wahlkämpfen spielen werden und dass große Reden, aber im Gegenzug auch sehr persönliche Gespräche mit den Wählern und die Mobilisierung über das Internet auch in den deutschen Wahlkampf eingebaut werden sollten. Die Ziele heißen dabei Dialog und Anregung von politischen Aktivitäten außerhalb der starren und verkrusteten Parteistrukturen. Es kann zwar abschließend noch nicht beurteilt werden, ob von Obama lernen auch siegen lernen heißt (das wird der Ausgang der Wahl zeigen), eines ist dem Leser nach der Lektüre dieses Buches auf jedem Fall bewusst: Barack Obama und sein Team haben den Wahlkampf in das 21. Jahrhundert geführt, haben Politik wieder attraktiv vor allem auch für junge Menschen gemacht und weniger eine reine Überzeugungskampagne, als eine richtige Bewegung erschaffen. Und Kerstin Plehwe und Maik Bohne zeichnen diesen Weg und die dazu eingeführten Erfolgsstrategien sehr präzise, detailliert und in einer verständlichen, klaren Ausdrucksweise nach, die weder den Eindruck erweckt, dass hier übermäßig simplifiziert würde, noch dass hier Experten in einer nur für sie verständlichen Sprache reden würden. Von der Botschaft zur Bewegung ist ein Buch, aus dem nicht nur Politiker lernen können, sondern das auch für Marketingfachleute und PR-Berater Gold wert ist. Auf jeden Fall lesenswert. Mit Obama zum Erfolg. 5 von 5 PunktenWas kann man aus einem Wahlkampf in Amerika für die deutsche Politik lernen? Wie kann der Wahlkampf des Superstars Obama auch ein Vorbild für die deutschen Politiker sein? Das wird in dem Kerstin-Plehwe-Buch "Von der Botschaft zur Bewegung" herauszufinden versucht. Die Autorin, beschreibt in einfachen Worten und für jeden verständlich die "10 Erfolgsstrategien des Barack Obama" und gibt nach jedem Kapitel auch konkrete Tipps für Politiker und alle PR-Strategen. Der Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat, so erzählt das Buch ausführlich, das Internet und die modernen Medien genutzt, aber auch die alten Medien nicht vergessen. So hat er mit "Mund-Propaganda" eine Art von richtiger "Bewegung" erschaffen, bei der die Leute auch aktiv daran mitgearbeitet haben, seinen Wahlkampf und ihn freiwillig zu unterstützen. Neben den 10 einfach formulierten, aber genau erklärten Erfolgsstrategien gibt es natürlich auch eine Obama-Biographie und weitere Materialien und Aufsätze in dem Buch, das eigentlich für jeden, der sich für Politik, Werbung (in Obamas Wahlkampfteam sind sicherlich einige der besten Werbestrategen der Welt) und/oder auch die neuen Medien interessiert, wirklich spannend sein sollte. Das ganze wird, wie schon gesagt, sehr verständlich und ausführlich dargestellt, so dass man kein Studium absolviert zu haben braucht, um das Buch zu lesen und zu verstehen. |
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