... 
Produkt-Bild: Die Zukunft des Lebens

Die Zukunft des Lebens von Edward O. Wilson

Taschenbuch von Goldmann Verlag
Angebote ab EUR 4,05

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3442152828, Erscheinungsdatum: Juli 2004
Zoom ± Produkt-Bild: Die Zukunft des Lebens

4 Kundenrezensionen:

Ökologie im Vormarsch
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Eines der wichtigsten Bücher für unsere Gerneration und jene die noch kommen. Ein Buch, dass aufzeigt, dass der "totale Markt" irreversible ökologische Schäden hinterlässt. Ein Buch, dass gute Vorschläge aufzeigt, wie wir den Kollaps verhindern und so unseren Kinder eine "gesunde" Erde hinterlassen. Ein Buch für Jeden, der durch einfache Veränderungen des Lebenstils sehr viel verändern kann. Im Sinne des Lebens: "Ist dieses Buch überlebenswichtig"!
Das wichtigste Buch der letzten Jahre!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Edward O. Wilson ist es in brillianter Weise nicht nur gelungen, die bedrohliche Lage unseres Planeten darzustellen, sondern auch Perspektiven für einen nachhaltigen Lebensstil und eine Politik der Nachhaltigkeit aufzuzeigen.
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre an allen Schulen, aber auch für Politiker und Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen werden, weil es geeignet ist, unsere anthropozentrischen Scheuklappen wegzureißen und den Blick für die wirklichen Probleme der Zukunft unseres Lebens zu öffnen. Zweifellos eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre.
Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
Überzeugende und aufrichtige Darstellung
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Die Überbevölkerung gepaart mit dem verschwenderischen Umgang mit den natürlichen Ressourcen belastet die vielfältigen Ökosysteme unseres Planeten zusehens. Durch den zunehmenden Bevölkerungsdruck, die Zerstörung der natürlichen Lebensräume (z.B. durch Abholzung), die Einschleppung fremder Tier- und Pflanzenarten, die Umweltverschmutzung sowie die übermäßige Nutzung durch Jagd bzw. Wilderei hat der Prozeß des Aussterbens von Tier- und Pflanzenarten in den letzten Jahrzehnten sich dramatisch beschleunigt. Wie ist diese Entwicklung zu stoppen ? Wie läßt sich die Menschheit vom Wert der Vielfalt überzeugen ? E.O.Wilson, einer der führenden Evolutionsbiologen unserer Zeit und engagierter Anwalt für die Natur, liefert mit diesem Buch eine überzeugende Darstellung der wichtigsten Argumente zum Wert des Erhaltes der biologischen Vielfalt auf unserem Planeten. Dabei spannt sich der Bogen von dem unermeßlichen Reichtum bisher noch unentdeckter Stoffe und Gene in den vermuteten 8-10 Mill. Arten bis hin zu evolutionsgeschichtlich tief im Menschen verwurzelten Instinkten wie Biophilie und Lebensraumpräferenz.
Wilson gibt Handlungsanleitungen zum Umsteuern mit vielen Beispielem und vergißt dabei nie, dass der Schutz von Natur nur funktionieren kann, wenn die meist bitterarme Bevölkerung den wirtschaftlichen Nutzen der Schutzmaßnahmen für sich persönlich erkennt.
Das Buch ist ein eindringlicher Appell an die Mächtigen dieser Welt und an uns alle den Wert der Vielfalt zu erkennen und uns aktiv für ihren Schutz einzusetzen. Eine überzeugende und aufrichtige Darstellung.
großer naturwissenschaftler
4 Punkte 4 von 5 Punkten
ein wichtiges buch für die zukunft der menschheit.
wilson beschreibt den zustand der erde und zeigt mögliche lösungen der umweltprobleme auf.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Öko-Nihilismus. Eine Kritik der Politischen Ökologie

Öko-Nihilismus. Eine Kritik der Politischen Ökologie von Edgar L. Gärtner

Taschenbuch von Thuß, Holger, u. Bert van Riesen GbR
Preis bei Amazon: EUR 19,50

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3000205985, Erscheinungsdatum: April 2007, Auflage: 1., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Öko-Nihilismus. Eine Kritik der Politischen Ökologie

5 Kundenrezensionen:

Demontage des Ökologismus
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Dieses Buch betrachtet die moderne Ökologie (und dort besonders die Klimaforschung) aus naturwissenschaftlicher, wirtschaftswissenschaftlicher, politischer und philosophischer Sicht.

- Naturwissenschaften: Die Klimamodelle sind untauglich, weil sie die wichtigsten Daten nicht berücksichtigen können. Bisher ist es nicht gelungen, die Zusammenhänge Ozeane / Wolken / Niederschläge / Temperatur aufzulösen. Die Rolle der Sonne wird untertrieben, damit CO2 als wichtigster Faktor bestehen bleibt. Der Autor stellt einen alternatives Modell des Wetters vor, dass u. a. El Nino besser erklären kann.

- Wirtschaftswissenschaften: Die regenerativen Energiequellen sind bisher unwirtschaftlich und müssen vom Staat (d. h. den Stromverbrauchern) mit Subventionen unterstützt werden. Die Nutzen, Kosten und Risiken von Klimawandel und Klimaschutz werden teils verzerrt dargestellt.

- Politik: Der Klimaschutz ist für den Staat ein geeigneter Anlass, seine Einflusssphäre auszuweiten. Dazu passt, dass der Umweltschutz z. T. von der NATO erfunden wurde.

- Philosophie: Hinter dem Ökologismus steht die Philosophie des Kollektivismus, er ist also gegen die Freiheit gerichtet.

Mir hat das Buch gut gefallen, weil es das Thema aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet. Mehr zum Einfluss der Sonne siehe Calder / Svensmark: "Die Sterne steuern unser Klima". Die wirtschaftswissenschaftlichen und philosophischen Aspekte werden in Klaus: "Blauer Planet in grünen Fesseln" beschrieben.
Aufschlussreich
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der Untertitel macht klar, worum es in diesem mit Fakten gespickten Buch wirklich geht. Der Titel könnte leicht zu Missverständnissen führen, denn der Autor benutzt nicht den Nihilismusbegriff, wie er in Lexika zu finden ist, sondern den von Albert Camus geprägten: "Nihilismus bedeutet nicht, an nichts zu glauben, sondern nicht zu glauben an das, was ist." (Seite 22)

Im Zentrum des Buches stehen Zusammenhänge zwischen Politik, Ökonomie und Theologie. Dabei gelingt es dem Autor anhand zahlreicher Beispiele zu veranschaulichen, dass der Ökologismus in seiner derzeitigen Ausprägung einer gefährlichen, totalitären Ideologie sehr nahe kommt.

Wesentlich dabei ist, dass diese Ideologie als Machtinstrument von oben verordnet wurde, wie aus den Dokumenten, die Gärtner zitiert, z. B. ab Seite 210 ff. hervorgeht. Umweltschutz in diesem Sinne hat nicht in erster Linie die Aufgabe, die Umwelt zu schützen, sondern Ängste zu schüren, denn damit ließ sich schon immer gut herrschen und ausbeuten. Und das manchmal gegen jede Vernunft.

Wie schon erwähnt, spielen Fragen der Wirtschaft eine wichtige Rolle im Buch. Dem Autor gelingt es recht gut, die Vorteile einer Marktwirtschaft gegenüber einer Planwirtschaft heraus zu arbeiten. Um so verblüffender sind die Beispiele, die zeigen, dass Europa immer stärker der Planwirtschaft zuneigt.

Obwohl dem Klimawandel im Buch breiter Raum gewidmet wird, wäre es viel zu kurz gegriffen, den wesentlichen Inhalt auf dieses Thema zu reduzieren. Zu beeindruckend sind die Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und lautstarken gesellschaftlichen Gruppen, die der Autor belegt.

Auch wenn das Buch wegen der vielen dargebotenen Fakten nicht immer leicht zu lesen ist, lohnt es sich, es gründlich zu lesen, wenn man wirklich wissen will, warum so manches in Politik und Gesellschaft sich der Logik entzieht und dem gesunden Menschenverstand oft völlig zuwider läuft.

Ökologismus, wie er leider inzwischen weit verbreitet betrieben wird, hat alle Merkmale einer Ersatzreligion. Auch dafür führt der Autor dankenswerter Weise reichliche Beispiele ins Feld.

Sehr nützlich ist das Literaturverzeichnis und das Register, welche gezieltes Nachschlagen und eigene Recherchen sehr erleichtern.

Alles in allem: ein Buch, das man gelesen haben sollte, wenn man nicht unbewusst Opfer einer beachtlichen Indoktrination auf breiter Front bleiben will.
Bürger zu Untertanen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Trotz des etwas sperrigen Titels "Öko-Nihilismus" ein absolut lesenswertes Buch, das überzeugend aufzeigt, wie große Teile der Politik - mithilfe einer abhängigen und instrumentalisierten "Klimawissenschaft" - den Bürger zum Untertan machen (wollen).
Unabhängig davon, ob es einen "Klimawandel" (natürlich gibt es den, das Klima ist nicht statisch) oder einen "menschengemachten Klimawandel" (derzeit eine reine Glaubensfrage) gibt, werden jedoch derzeit in der öffentlichen Diskussion die falschen Akzente gesetzt. Wenn die Situation tatsächlich so dramatisch ist, wie vielfach behauptet wird, wird die Selbstkasteiung und der Wohlstandsverzicht Deutschlands die Welt nicht retten. Stattdessen käme es darauf an die Situation nüchtern abzuwägen und sich für die Zukunft zu positionieren. Wie auch immer: Diese Zukunft lässt sich nur aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus erfolgreich gestalten und nicht durch Verzicht auf Wachstum.
Philosophische Abrechnung mit der politischen Ökologie
5 Punkte 5 von 5 Punkten

Einen nicht ganz einfachen Lesestoff präsentiert der studierte Hydrobiologe und Umweltjournalist Edgar L. Gärtner mit seinem fast 300 Seiten umfassenden Buch über die Hintergründe der weltweiten umwelt- und klimapolitischen Entwicklungen. Als früherer Akteur der grünen" Bewegung gehört Gärtner heute zu den selteneren kritischen Geistern in der Umweltdiskussion. Sein Buch ist deshalb auch nicht nur eine distanzierte Würdigung aktueller umweltpolitischer Daten und Fakten, sondern mehr eine engagierte, mit vielen historischen Bezügen und philosophischen Argumenten gespickte Abrechnung mit der politischen Ökologie.

In einer Gesellschaft, die gerade auch in der Umwelt- und Klimapolitik auf political correctness Wert legt, wirkt schon der Titel des Buches provozierend. Um die Studie richtig einordnen zu können, muss man sich unvoreingenommen auf die Suche nach dem Wertegerüst begeben, von dem aus der Autor die politischen Entwicklungen beurteilt. So lässt er gleich zu Beginn in einer persönlichen Vorbemerkung den Leser wissen, dass er sich politisch bei den "Radikal-Liberalen" oder "Libertären" und Konservativen mit mehr oder weniger engen religiösen Bindungen" verortet. Unmissverständlicher könnte seine Positionsbestimmung auch lauten: Liberal mit religiösen Bindungen. Märkte sind für ihn nicht von sich aus frei, sondern bedürfen der politischen Gestaltung einer universal-moralisch begründeten Rahmenordnung" (S. 230). Dabei beruft Gärtner sich auch auf Friedrich August von Hayek, der wiederholt auf Bezüge zwischen Marktwirtschaft und christlicher Religion hingewiesen hat.

Wichtig für den Standpunkt des Autors ist aber auch seine Definition von Nihilismus, die im ersten Kapitel auf Seite 22 erfolgt. Nihilist sein bedeutet nicht, an nichts zu glauben, sondern nicht zu glauben an das, was ist. Der Realitätsverlust so mancher Politiker ist ein Symptom dieser Haltung. Am Schluss des Buches, im Abschnitt Ein amerikanischer Traum von Europa", wird Gärtners Weltsicht nochmals komprimiert beschrieben: Das Argumentationsmuster, mit dem Albert Camus seinerzeit totalitäre und nihilistische Entwicklungen im 20. Jahrhundert gegeißelt hat, bildet den anspruchsvollen politischen, philosophischen und letztlich auch religiösen Hintergrund des Buches. Öko-Nihilismus steht bei Gärtner für Verachtung der unveränderlichen menschlichen Natur", für Ersatz individueller Freiheitsrechte durch Wertekataloge, die Gesinnungsterror rechtfertigen" wollen. In diesen Kontext ist auch der gesunde Menschenverstand" einzuordnen, dem der Autor mit Verweis auf das Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre sozusagen die Rolle eines generellen Problemlösers zuweist.

Vor dem Hintergrund des beschriebenen Wertegerüstes entwickelt der Autor seine harsche Kritik am Wohlfahrtsstaat und an der politischen Ökologie, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Aufgrund seiner intimen Kenntnisse über die Entwicklung der Umweltbewegung in Deutschland werden die verschiedensten polit-ökologischen Strömungen sowie umweltpolitische Aktionsprogramme und Maßnahmen unter die Lupe genommen. Kritik wird vor allem am Vorsorgeprinzip geübt. Wie in der Sozialpolitik des Wohlfahrtsstaates würden auch in der Umweltpolitik mit diesem Prinzip Maßnahmen , Programme, Gesetze und Verordnungen begründet, die dem Einzelnen die Luft zum Atmen rauben würden. Die Wurzeln dieser Entwicklung liegen nach Ansicht des Autors bei dem heute dominierenden jakobinschen" Primat der Politik, bei dem das Recht auf Freiheit hinter das Recht auf Existenz durch staatliche Fürsorge zurücktritt" (S. 173). Nicht zuletzt auch die Programme und Pläne für eine nachhaltige Entwicklung hätten nichts anderes zum Inhalt, als dass sie die Menschen zu ihrem Glück zwingen wollten. Nachhaltigkeit ist für Edgar Gärtner, so wie es auch die Enquete-Kommission des Bundestages Schutz des Menschen und der Umwelt" formuliert hat, kein planbarer, wissenschaftlich begründbarer Zustand, sondern eine regulative Idee" im Sinne Kants, ein offenes erkenntnistheoretisches Konstrukt, das dem menschlichen Verstand bei Such- und Lernprozessen die Richtung weist" (S.193).

Allerdings ist auch der Autor selbst nicht gefeit vor Polemik und überzogenen Positionen. Das ist beispielsweise bei den an vielen Stellen des Buches fast ideologisch anmutenden Ausführungen zu den klimapolitischen Zusammenhängen der Fall. Die Einordnung von Theorien über eine drohende Klimakatastrophe - so fragwürdig sie auch sein mögen - als von selbsternannten Hohepriestern fei erfunden" (S. 243), überschreitet nicht nur das Gebot der political correctness, sondern schneidet auch den Weg ab für eine bessere politische Bewertung von Erkenntnissen der Klimaforschung. Insgesamt fehlt die konstruktive Würdigung der Existenz globaler politischer Gestaltungsaufgaben, gerade auch in der Umwelt- und Klimapolitik. Auch so mancher vernünftige Ansatz in der Wirtschaft und Gesellschaft für den Umwelt- und Klimaschutz sowie die internationale Zusammenarbeit gehen im Kritikhagel des Autors unter. Zudem erscheint die Beschreibung der Umwelt- und Klimapolitik als ein Werkzeug der Kalten Krieger sehr eigenwillig. Auch so manche Problemgewichtung und Kritik ist unverhältnismäßig. Es wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. So wird beispielsweise die Agenda 21 sehr einseitig ausgelegt und in ihrer Bedeutung weit überschätzt. Das gilt auch für den Emissionshandel. Für den im Umwelt- und Klimaschutz engagierten Bürger, Wissenschaftler und Politiker bietet das Buch dann auch für den Alltag nur begrenzte Hilfestellungen. Aber es provoziert und zwingt den Leser zur Überprüfung seiner eigenen Position oder Vorurteile.

Unabhängig von seiner umwelt- und klimapolitischen Einordnung ist das Buch aber ein eindrucksvolles Plädoyer für eine freiheitliche Wirtschaft und Gesellschaft, die nicht einfach dem Laissez-faire frönt, sondern in der die individuelle Freiheit und Verantwortung des Einzelnen in den Vordergrund gestellt wird. Lesenswert ist das Buch vor allem auch deswegen, weil das Plädoyer für die Freiheit mit vielen originellen historischen Bezügen und philosophischen Darstellungen verknüpft wird. Dabei erfolgt auch eine lehrreiche, zum Teil recht eigenwillige Auseinadersetzung mit einschlägigen Philosophen, Soziologen, Historikern und politischen Strömungen.
Schritt für Schritt analysiert Edgar L. Gärtner die Umweltschutzpolitik der letzten Jahrzehnte.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wenn ein ausgebildeter und versierter Ökologe die gängige Politik im Namen der Ökologie scharf angreift, so mag das auf den ersten Blick verwundern. Traut man sich, ein Buch zu lesen, das sich massiv gegen den "Mainstream" der Publikationen zum Thema Klima- und Umweltschutz wendet, dann wundert man sich anschließend eher darüber, dass sich nicht mehr Fachkundige wie Edgar L. Gärtner kritisch bezüglich der aktuellen Politik und Stimmungsmache äußern.
Denn, so vermag der Autor schlüssig und unkompliziert nachzuweisen, die Klimadebatte und die damit verbundenen Restriktionen für den Einzelnen beruhen größtenteils nicht auf Daten, die mittels naturwissenschaftlicher, eindeutiger Methoden gewonnen wurden, sondern auf Computersimulationen, die auch heute noch extrem fehlerbehaftet sind und sich an Größen orientieren, die nach dem aktuellen Wissensstand so nicht stimmen und im Grunde jedes gewünschte Ergebnis liefern können.
Schritt für Schritt analysiert Edgar L. Gärtner die Umweltschutzpolitik der letzten Jahrzehnte. Er zeigt, dass Nachhaltigkeit, von der Idee her durchaus klug, in der von Politikern propagierten Form nur zu Verarmung eines Großteils der Bevölkerung und zu einem wirtschaftlichen Rückschritt führen kann. Vor allem geht es ihm darum, deutlich zu machen, dass die von oben verordnete und logisch nicht nachvollziehbare Klimaschutzpolitik auf einen massiven Verlust des Einzelnen an Freiheit, einem demokratischen Grundrecht, abzielt. Dazu gehören nicht einmal so sehr die Versuche, die Mobilität des Bürgers durch unmäßiges Verteuern und Verleiden des Autofahrens einzuschränken, sondern sondern durch regelrechte Planwirtschaft (beispielsweise Reduktion eines erheblichen Teils der Kohlendioxidemissionen in kürzester Zeit, obwohl mittlerweile vieles gegen das Kohlendioxid als wesentlicher Faktor im Klimageschehen spricht). Politiker versuchen, ein neues, die Bevölkerung in ihrer Angst einigendes Feindbild zu kreieren, das Kohlendioxid, nachdem der alte Feind "Kommunismus" mit dem Ende des Kalten Kriegs abhanden gekommen ist.
Die Ökologie hat sich dem Autor und seinen Argumenten zufolge zum Ökologismus gewandelt, einer Religion oder einem Religionsersatz zur Erzeugung eines schlechten Gewissens und eines Heilsgedankens; diese Religion hält sich allerdings für die allein verbindliche und stellt somit unser Recht auf Religionsfreiheit infrage.
Gärtner spürt vielen Aspekten des Ökologismus seit seinen Anfängen nach, die etwa bei Rousseau anzusiedeln sind: dem Nachhaltigkeitsgedanken, dem "Vorsorgeprinzip", das vor lauter Sorge um die Zukunft die Gegenwart brachliegen lässt, und dem eigenartigen Demokratieverständnis der Anhänger des Ökologismus.

Wer sich ausschließlich an den Massenmedien orientiert, ohne den gesunden Menschenverstand einzusetzen, wird diesem Buch wenig abgewinnen können, denn es fordert den berühmt-berüchtigten "Common Sense" ein und dazu den Willen, sich auf naturwissenschaftliche Zusammenhänge einzulassen und anzuerkennen, dass es keineswegs die viel propagierte Übereinstimmung unter den so genannten Klimaforschern gibt, sondern vor allem eine Jagd nach ziemlich willkürlich verteilten Fördergeldern. Warum sonst würden Klimaforscher, lange Zeit dem "Mainstream" angehörig, nach ihrer Pensionierung plötzlich gegen diesen angehen?
Der Autor als Naturwissenschaftler kritisiert nicht zu Unrecht, dass in den zum Klimaschutz berufenen Gremien hauptsächlich Computerspezialisten sitzen, nicht jedoch, wie anzunehmen, Naturwissenschaftler, vor allem auch Geologen und Astronomen. Angesichts dieser Tatsachen fällt es Gärtner leicht, Aussagen nicht nur des "Club of Rome" in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts, sondern auch aus populärwissenschaftlichen oder Fachartikeln zum Thema ad absurdum zu führen.
Gärtner untersucht die Ursachen des aktuellen Verlustes an Freiheit (Meinungsfreiheit eingeschlossen, denn wer sich kritisch-fundiert zur politisch motivierten Ökologie äußert, muss, wie auch die Rezensentin weiß, ein starkes Rückgrat haben), der von einem nicht geringen Teil der Bevölkerung schweigend mitgetragen wird, und damit einhergehende Phänomene auf ihre Relevanz für die künftige Wirtschaft.
Dass sich im Sinne der Unterbindung der Freiheit abseits der öffentlich zugänglichen Räume einiges tut, ist unbestritten, und der liberale Autor zeigt zudem auf, wie die zunehmende Freiheitsbeschneidung sich gerade auf die abhängig Beschäftigten auswirkt. Denn jeder einzelne Mitarbeiter sollte, meint Gärtner, seinen Grundrechten entsprechend, seine Zukunft und die seiner Kinder und Enkel weitestgehend selbst gestalten dürfen, was schon allein aufgrund der exorbitanten Einkommensbesteuerung zunehmend schlechter möglich ist.
Kaum ein Aspekt zum Thema, den Gärtner sich nicht vornimmt, und die Parteienlandschaft kommt durch die Bank schlecht weg. Ob sich der Leser nun über den wirklich notwendigen Umweltschutz oder den Sinn und Nutzen einer Gelben Tonne informiert, der Autor argumentiert immer logisch. Allerdings setzt er gelegentlich mehr angelesenes oder an der Hochschule erworbenes Sachwissen voraus, als der Leser unter Umständen mitbringt, und sein Stil wirkt streckenweise zu gedrängt. Er zeigt jedoch schonungslos auf, woran etliche Menschen heute auf Kosten der Mehrheit verdienen, und gibt allen anderen die Chance, dies zu unterbinden. Man muss nicht unbedingt in jedem Detail mit Gärtner übereinstimmen, sollte aber im Sinne einer differenzierten Meinungsbildung Bücher wie dieses gelesen haben.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Die andere Klima-Zukunft: Innovation statt Depression

Die andere Klima-Zukunft: Innovation statt Depression von Claudia Kemfert

Gebundene Ausgabe von Murmann-Verlag GmbH
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 7,30

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 386774047X, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Die andere Klima-Zukunft: Innovation statt Depression

5 Kundenrezensionen:

Leider weit weg von der Realität
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Ihr Wort hat Gewicht, wie ich gestern in der größten Wochenzeitung der Region Hildesheim feststellen durfte.
Ich war 3 Tage auf der Buchmesse, sogar als Autor. So konnte ich an einem ruhigen Vormittag auch in Ihrem Buch "stöbern", besser gesagt, "suchen".
So bin ich richtig fündig geworden, da ich ja Verbraucher und Unternehmer bin.
Es ist schon interessant bei längeren Rezensionen zu lesen, u.a. ("erstaunlich schludrige Arbeit", "da gibt es bessere Bücher..."), dass es an mehreren Ecken in dem Buch hakt.
Sie verläßt sich viel zu sehr auf Aussagen anderer Menschen, ohne ausreichend darüber nachzudenken.
Okay, dass hat viel mit Arbeit zu tun. Der Spruch auf ihrer Homepage, sagt dazu auch einiges aus.
In ihrem Buch stehen 3 offene Briefe für eine andere Klima Zukunft!
Diese Briefe haben mich besonders angesprochen!
Im zweiten Brief steht: "Liebe Verbraucher... Beziehen Sie Ökostrom..., überreden Sie Ihren Vermieter, dass er das Haus dämmt, und wenn es Ihnen selbst gehört, tun Sie es."
Ich bin Verbraucher und hätte gern von ihr persönlich gewusst, warum?
Nun noch der Brief: " Liebe Unternehmer....Reduzieren Sie Ihre Energiekosten..., ... durch Gebäudedämmung."
Später steht noch: ..., ich freue mich auf Ihre Taten."
Meine Taten sind, 2 Jahre Recherchieren, Nachdenken , Umdenken und meine Antwort auf solche Aussagen als Maurermeister in dem Buch
"Dämmbaustil oder Baumeisterkunst?"
Ich hoffe und wünsche, dass auch sie anfängt nachzudenken, was sie da von sich gibt.
Denn ihre Worte haben Gewicht und werden in der Wochenzeitung benutzt:
Titel- "Wärmedämmung bringt nichts?- Fakten machen Schluss mit Mythen"
Unglaublich und einseitig was da steht!
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Christoph Jaskulski
Werbekampagne einer Jungfrau, die die Tugenden der Ehe anpreist
3 Punkte 3 von 5 Punkten
"Bei alledem geht es nicht um Leben und Tod, um Weltuntergang oder Weltrettung, sondern um Geld." Diese zentrale Aussage des Buches erfahren wir in Klartext auf Seite 56. Dieser Satz sollte fairerweise ganz am Anfang stehen, denn damit würde die Autorin sich und den Lesern eine Reihe von umständlichen Erklärungen ersparen können, die bei den aufmerksameren Beobachtern unseres Zeitgeschehens gemeinhin als "Märchenstunde" bezeichnet werden.

Mit ihrem Schreibstil wendet sich Kemfert besonders an das junge Publikum. Ich schätze einmal, es ist für Diskussionen in der Sekundarstufe an der Schule gut geeignet, weil es die wichtigsten Themen auf kleinem Raum gut verständlich dargestellt und problematisiert, Fachbegriffe erklärt und mit Hilfe von Beispielen aus dem Alltag verständlich macht. Es ist leicht zu lesen, nicht sonderlich lang, und der in leicht verdauliche Kapitel gegliederte Inhalt gibt keinen Anlaß zur Befürchtung, irgendwo stecken zu bleiben. Es gibt ein paar Abbildungen, dagegen keinerlei Quellen- oder Literaturangaben, und auch kein Register.

Fazit: als Einführung und zu einer ersten Orientierung ganz brauchbar, weil es die wichtigsten Probleme thematisiert.

Wer sich allerdings ernsthaft mit dem Thema befassen will, der sollte die folgenden Titel in Betracht ziehen:
Für ein notwendiges Basiswissen zum Thema Klimawandel Rahmsdorf/Schellnhuber: Der Klimawandel: Diagnose, Prognose, Therapie
Zu den aktuellen Technologien innovativer Energieerzeugung und -speicherung: Peter Gruss: Die Zukunft der Energie: Die Antwort der Wissenschaft. Ein Report der Max-Planck-Gesellschaft.
Für eine ausführliche, sehr gut recherchierte, und hervorragend vorgetragene Darstellung der technischen, volkswirtschaftlichen und ordnungspolitischen Aspekte des Klimawandels (mit anderen Worten: das "Rundum-Sorglos-Paket"): Hans-Werner Sinn: Das grüne Paradoxon: Plädoyer für eine illusionsfreie Klimapolitik.
Als stimulierende Lektüre, um das Denken zu schärfen: Bjørn Lomborg: Cool it!: Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten
Ebenfalls stimulierend, aber vielleicht nicht für jeden Geschmack bekömmlich ist auch Ferdinand E. Banks: "The Political Economy of World Energy: An Introductory Textbook"

Für die, die mehr wissen wollen, noch einige zusätzliche Anmerkungen:

Wer sich einmal eingehender mit den hier behandelten Themen befaßt hat, wird feststellen, das Kemfert nie über die im Allgemeinen und Unverbindlichen gehaltene Problem- oder Lösungsbeschreibung hinausgeht - wie das von einer Akademikerin auch gar nicht zu erwarten ist, da sie sich im Alltag nicht mit den harten Realitäten der freien Kräfte des Marktes auseinandersetzen muß, sondern ihr Salär vom Staat bezieht. Das Buch klingt daher wie eine kecke Werbekampagne einer Jungfrau, die die Tugenden der Ehe anpreist.

Um nur einmal einen ökonomischen Aspekt herauszugreifen: ein Riesenmanko in Kemferts heiler Welt ist die Tatsache, daß bis jetzt alle Klimaschutzanstrengungen allein vom Wohlwollen des Staates abhängen, vor allem, weil Firmen, die alternative Energie erzeugen, zum aktuellen Zeitpunkt einfach nicht wirtschaftlich sein können. Damit können diese aber nur am Leben erhalten werden, wenn sie durch staatliche Regulierung vor dem Wettbewerb geschützt werden und Subventionen erhalten. Die wiederum können nur von Steuern kommen, die dem Steuerzahler also erst abgeknöpft werden müssen, bevor sie einigen Firmen dann großzügig wieder zurückgegeben werden können. Das geschieht natürlich nicht, ohne daß der Staat bei dieser Umverteilung gehörig Geld für den eigenen Verwaltungsapparat abzweigt. Alles in allem eine sehr kostspielige Angelegenheit, von der wir aus Kemferts Feder nichts erfahren.

Die von Kemfert allerorten gepriesenen Gewinne und glänzenden Geschäftsaussichten sind daher bisher nur Steuergeschenke. Sie bleibt den Beweis schuldig, überzeugend darzulegen, wie es in Zukunft auch ohne Subventionen gehen soll, und wann das geschehen wird.

Ihre Modelle fördern als Ergebnis nur zu Tage, daß der Barwert von heute ergriffenen Klimaschutzmaßnahmen niedriger ist als der von später ergriffenen, mit anderen Worten: es käme uns billiger, jetzt für Klimaschutz zu sorgen als morgen. Über das Problem der Finanzierung verliert sie hingegen nicht ein einziges Wort.

Leider ist auch das Blaise Pascal Argument (Seite 38) falsch, mit dem Kemfert für ihre Klimaförderungsprogramme Reklame macht. (Pascal hatte sich überlegt, daß er nur gewinnen kann, aber nichts zu verlieren hat, wenn er an Gott glaubt.)
Frei nach Pascal argumentiert Kemfert, daß wir bei Ausgaben für den Klimaschutz nichts falsch machen können. Denn wenn die Voraussagen wahr sind, dann sind die Klimaschutzmaßnahmen kein herausgeworfenes Geld, sondern waren notwendig. Wenn sie aber nicht eintreffen, ist "der Irrtum folgenlos". Das ist er eben nicht! Es entsteht ein Schaden in eben genau dem Umfang, in dem das Geld anderweitig sinnvoller hätte ausgegeben werden können. Die Volkswirtschaftslehre nennt das Opportunitätskosten, ein Konzept aus dem Grundstudium der Volkswirtschaftslehre, das Kemfert geläufig sein MUSS. Will sie uns für dumm verkaufen?

Kemfert preist die alternativen Energieformen, erörtert aber nirgends ein mögliches Konzept, wie denn ein künftiger Energiemix aus Solar und Windkraft (Geothermie scheint sie nicht ernsthaft in Erwägung zu ziehen) und ohne Atomkraft in Deutschland aussehen müßte, um nachhaltig, finanzierbar und für den Verbraucher akzeptabel zu sein. Hans-Werner Sinn dagegen versucht das in seinem Buch und analysiert ausgiebig seine Ergebnisse.

Einen krassen Fehler kann ich nicht durchgehen lassen: Auf Seite 57 verwechselt sie Deflation (1930-33) mit Hyperinflation (1923). Das darf einer Professorin der Volkswirtschaftslehre in einem Buch mit professionellem Lektorat nun wirklich nicht passieren.
da gibt es deutlich bessere Bücher für weniger Geld
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Nachdem das Buch von Claudia Kemfert zum Klimawandel im Rundfunk besprochen worden ist -­ vielleicht war es sogar ein Interview mit der Autorin -­ hat sich die Oma entschlossen den Enkeln das Buch zu schenken.

Um es kurz zu machen: wenn ich den Inhalt zuvor gekannt hätte dann hätte ich versucht das zu verhindern. Nicht dass das Buch vollständig schlecht wäre, nein. Aber es ist nicht gut genug.
Da gibt es doch viel bessere (dazu komme ich zum Schluss).

Claudia Kemfert argumentiert zwar flüssig und gut lesbar, und ganz sicher sind ihre Argumente prinzipiell richtig (sie trägt leider oft Eulen nach Athen); offenbar hapert es aber schon bei der Recherche. Das Buch macht insgesamt den Eindruck, dass es überhaupt nicht vor der Veröffentlichung von einem Fachmann bzw. einer Fachfrau gegengelesen worden ist.
Auch ihre Danksagung erwähnt das nicht.

Viele kleine und große Schludrigkeiten würzen die Abhandlung.

Zahlen, die gar nicht stimmen können, weil sie satte drei Größenordnungen daneben liegen (Bitte: Grundrechenarten!), Daten, die ohne Quellenangabe eingesprenkelt werden und einfachster Prüfung nicht standhalten, Fakten, die gar keine sind -­ schade.

Immer mal wieder so ein Satz wie "wir Experten wissen das".
Aua.

Der Exmann ihrer Vermieterin - Steve Jobs, auf dem Hollandrad, der gerade wieder einen millionenschweren Managerjob in seiner Firma Apple übernommen hat?
Jeder halbwegs belesene Computerstiesel weiss, dass er zuerst für genau *einen* Dollar Gehalt zum "iCEO" wurde. Frau Kemfert nicht.
Sonst hätte sie es uns sicher mitgeteilt - es hätte ihre Pointe sein können.
So bleibt ihr nur das Hollandrad.

Sicher mag man Frau Kemfert zugute halten, dass Sie in die richtige Richtung rudert. Herausgekommen ist dabei aber leider ein Buch *höchstens* für Kinder - oder vielleicht Finanzmanager:
also für naive Gemüter, denen es auf die sachlichen Details sowieso nicht so sehr ankommt.

Man erfährt so nebenher, das die Autorin die Weisheit mit dem großen Löffel zu sich nimmt: zwischen Ihrem Abitur und der Berufung zur Professorin der VWL haben (nur) zehn Jahre gelegen, die Volkswirtschaftslehre ist eine Wissenschaft (na von mir aus), Frau Kemfert fliegt regelmäßig nach Washington (aha, tonnenweise vermeidbares CO2) und berät dort eigenhändig das IPCC ...

Das von vielen Rezensenten vergebene Attribut "erfrischend unideologisch" entpuppt sich leider zum Teil ebenfalls als Denkschema im Kopf der Autorin, hie und da tauchen bissige Seitenhiebe auf Öko-­Fundamentalisten auf -­ nur:
wo gibt es die denn eigentlich überhaupt noch?

Kommt es zum Thema Energie bzw. Energiewirtschaft - schwupp, schon geht es um Kraftwerke und die Stromerzeugung.
Ein altes Leiden.
Halthalthalt, möchte man als sachkundiger Bürger rufen:
da gehört unbedingt zuerst eine Analyse hin, wie viel Energie in welcher Form und wofür genau gebraucht wird. Eben die beliebten Tortendiagramme aus der Basisvorlesung "Energiewirtschaft".

Aber nix. Es fehlt auch das Stichwort "Umwandlungsverluste".

Mal eben zu behaupten, es werde vorgeschlagen, Erdöllagerstätten mit Hilfe von aus Kraftwerksabgasen abgeschiedenem CO2 auszupressen - mit Lektor wär' das nicht passiert.

Die Kohlenstoffbindung heisst auf englisch Carbon Sequestration, aber die Abkürzung CCS benennt üblicherweise die Technik der Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid: Carbon Capture and Storage. Nicht Sequestration.
Wieder daneben - peinlich.

Und so weiter und so fort.

Stattdessen die Autorin in Nadelstreifen formatfüllend auf dem Buchdeckel: das setzt sich im Inhalt fort. An einem zu klein geratenen Ego leidet sie also sicher nicht; man mag ihr den Blondie-Girlie-Faktor zugute halten, wenn man das "erfrischend" findet.

Fachleute möchten derlei unbedarften Umgang mit dem ernsten Thema Klimawandel aber auch durchaus deprimierend finden.

Noch was: die unter Ökonomen übliche Betrachtungsweise, nur was sich in Geld (-Wert) ausrechnen lässt hätte überhaupt einen Einfluss, ist bekanntermaßen absolut unzutreffend.

Der Maschinenbauer Larry Page (der Google Suchmaschinen-Erfinder) hat es in Davos für die Nadelstreifen auf den Punkt gebracht:
Geld bildet die Welt nur unzureichend ab.

CO2 Zertifikate sind nur eine Krücke, die finanziellen Folgen der Verbrennung von fossilen Kohlenwasserstoffen irgendwie in den globalen Wirtschaftslauf einzubeziehen.

Von einer wirklich nachhaltigen Wirtschaftsweise sind wir damit immer noch Lichtjahre entfernt. Auch wenn Frau Kemfert erkannt hat, dass nur diese Straße in die Zukunft führt: Geld ist nicht die Welt (auch wenn es sie regiert).
Da hat sie Recht: Innovation tut Not.

Schenken wir dieses Buch in Gedanken mal Herrn Ackermann, oder vielleicht allen Mitgliedern des unseligen deutschen Atomforums, denn immerhinn outet sich Frau Kemfert als Kernkraftgegnerin (ehrlich: bravo!).

Bewertung: eigentlich höchstens zwei, für Letzteres aber dann doch drei Sterne (denn Kernkraft ist eben *nicht* CO2-frei. Man beachte die Brennstoffgewinnung und -"Entsorgung". gut!).

Denn ob es durch unser Handeln in Zukunft nun zwei, vier oder zehn Grad wärmer wird, davon hängt womöglich ab, ob unser einzigartiger Planet bewohnbar bleibt oder sich tatsächlich zur Gänze in eine Wüste verwandelt.

Das hat nun überhaupt nichts mit Pessimismus oder öko-moralinsaurem Nörgelwesen und Depression zu tun, sondern schlicht mit Physik.
Die Hauptsätze der Thermodynamik, einfache Stoffbilanzen und elementare Folgen ihrer Anwendung (Carnot!) sollten Pflichtwissen für Abiturienten sein, das wäre sicher auch ein Gewinn für die nachfolgend angeeignete Volkswirtschaftslehre.

Denn es gilt zu erkennen, dass entlang der Kette der Energieumwandlungsprozesse Geld verdient (Wert geschöpft) wird und nicht umgekehrt einfach mit Geld Energie gekauft werden kann.

Am Anfang war das Feuer; Geld kommt erst *viel* später.

Wenn z. B. das preiswert gewinnbare Erdöl erst verbraucht ist, hilft auch alles Geld der Welt uns nicht weiter - von dieser Sucht müssen wir am besten runter, bevor der große Katzenjammer kommt.

Das weiss irgendwie sogar Frau Kemfert.
Innovation statt Depression
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Innovation statt Depression

Schon allein das Buchcover macht Lust auf Lesen. Man sieht die Autorin selbst und nimmt ihr sofort ab, dass sie offen und fordernd in die Zukunft blickt. Innovation statt Depression, so der Untertitel Ihres Werkes. Und genau darum geht es in diesem interessanten Buch. Frau Kemfert hat mit dieser Lektüre eine Brücke geschlagen zwischen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich der komplexen Zusammenhänge rund um das Thema Klimawandel und einer allgemeinen verständlichen Sprache. Dieses Buch ist alles andere als ein dröges" Werk und erschlägt auch zu keinem Zeitpunkt mit endlosen Tabellen oder Statistiken.

Frau Prof. Dr. Kemfert nennt die Dinge beim Namen: "Deutschland muss in den nächsten Jahren fast 50 Milliarden Euro allein zur Behebung der Klimaschäden aufbringen". Die Autorin bietet (aber) konstruktive, völlig undogmatische Lösungen und erläutert eindrucksvoll, dass Klimaschutz nicht nur Spaß bringt, sondern sogar ein richtig gutes Geschäft sein kann.

Inhaltlich werden unter anderem die Themenbereiche Klimaschutz, Klimaforschung, Klimaökonomie dicht, aber zu jeder Zeit einleuchtend erklärt und beschrieben. Mit gut aufbereiteten Statistiken haben die Leserinnen und Leser zu jeder Zeit einen roten Faden" und die knackigen Kapitelüberschriften, wie: Verantwortung - aber bitte mit Sahne", oder Green-Wishi-Washi" machen neugierig auf mehr.

Insgesamt ist das Buch von Frau Prof. Dr. Kemfert ein wirkliches Lesevergnügen, harte Fakten übermittelt sie gekonnt und mit Verve. Man wünscht sich, dass mehr renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler solche Bücher schreiben, damit auch die breite Öffentlichkeit zu diesen hochkomplexen Themen einen Zugang findet, um die eigene Meinung besser formulieren zu können um nicht zuletzt das individuelle Handeln danach auszurichten.
In der Tat- eine Öko-Bibel- aber mit Humor!!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein super Buch!! Habe erst kürzlich in der Zeitschrift Greenbuilding vom Chefredakteur Klaus Siegele von dem Buch erfahren, er sagt "Es hat keine drei Seiten gedauert, bis mich dieses Buch derart gefesselt hat, dass ich sogar meinen heiligen Tatortkrimi am Sonntagabend habe ausfallen lassen, nur um noch eine und noch eine und noch eine Seite zu verschlingen." Daher musste ich das Buch einfach schnell lesen, und bin schlicht begeistert!!! Das Buch räumt mit allen Vorurteilen auf und erklärt anschaulich die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimaschutzes. Das Buch sollte vor allem die ewig Gestrigen lesen, aber auch Klimaskeptiker und diejenigen, die alles über Energie und Klimaschutz wissen wollten. Das Buch räumt mit vielen Vorurteilen auf, vor allem das Kapitel über grüne Immobilien und über Klimaskeptiker ist unbedingt lesenswert und sollte von viel mehr Lesern verschlungen werden!!!
Letzte Woche schalte ich das Radio ein, und auch NDR Inforadio hat das Buch als Buchtipp empfohlen- und als "Öko-Bibel" bezeichnet. Und es gibt ein neues Buch. "Dass Klimaschutz nicht nur ein Kosten-Faktor ist, sondern auch zum Wirtschafts-Motor werden kann " das hat Claudia Kemfert bereits in ihrem letzten Buch "Die andere Klima Zukunft" von 2008 gezeigt. Nach dieser viel beachteten "Öko-Bibel" legt die Energie-Expertin mit ihrem neuen Buch "Jetzt die Krise nutzen" nun eine Art "kleinen Katechismus" des Klimaschutzes in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vor." Siehe http://www.ndrinfo.de/kultur/buch-tipp/claudiakemfert100.html. Unbedingt lesenswert- Gratulation.

Jetzt die Krise nutzen
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Langzeitverantwortung. Ethik - Technik - Ökologie

Langzeitverantwortung. Ethik - Technik - Ökologie

Gebundene Ausgabe von Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Preis bei Amazon: EUR 39,90, Angebote ab EUR 39,89

ISBN: 3534216326, Erscheinungsdatum: August 2008, Auflage: 1., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Langzeitverantwortung. Ethik - Technik - Ökologie
Produkt-Bild: Green-IT, Virtualisierung und Thin Clients: Mit neuen IT-Technologien Energieeffizienz erreichen, die Umwelt schonen und Kosten sparen

Green-IT, Virtualisierung und Thin Clients: Mit neuen IT-Technologien Energieeffizienz erreichen, die Umwelt schonen und Kosten sparen

Gebundene Ausgabe von Vieweg+Teubner
Preis bei Amazon: EUR 39,90, Angebote ab EUR 33,88

3 Punkte.
3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3834806870, Erscheinungsdatum: Oktober 2009, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Green-IT, Virtualisierung und Thin Clients: Mit neuen IT-Technologien Energieeffizienz erreichen, die Umwelt schonen und Kosten sparen

3 Kundenrezensionen:

Vorteile von Virtualisierung und Server-based Computing
4 Punkte 4 von 5 Punkten
PCs sind dicke Brummer. Sie verbrauchen jede Menge Strom, sind aufwändig in der Wartung und jeder für sich ist ein Sicherheitsrisiko. Kein Wunder also, dass Frank Lampe und seine Mitautoren dafür plädieren, diese so genannten Fat Clients zu ersetzen. Das vorliegende Buch führt in das Konzept der Thin Clients, des Server-based Computing und der virtuellen Desktops ein und argumentiert für die Umstellung traditioneller Unternehmensnetzwerke auf energie- und kostensparende Alternativen. Das Schlüsselwort: Green IT. Auch Rechenzentren, Kühlanlagen und Peripherie müssen auf den Energieprüfstand gestellt werden. Die Autoren machen keinen Hehl daraus, dass der Umweltschutzgedanke allein in den seltensten Fällen zu Investitionen in die Rechenzentrumsarchitektur führt. Sie betonen deshalb, dass sich Green IT auch aufgrund der Kosteneinsparungen in Sachen Energie, Administration, Virenschutz und Ausfallsicherheit lohnt. getAbstract empfiehlt das Buch allen IT-Verantwortlichen, Administratoren und Beratern.
Endlich :-)
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Sicherlich nicht das beste Green IT-Buch, sicherlich nicht ein Buch dass das Zeug zum Standardwerk hat.
Ganz klar negativ hervorzuheben sind auch die Tatsachen, dass es einen speziellen Thin-Client-Hersteller massiv hervorhebt und dass einige Kapitel fast nur anderweitig veröffentliche Materialien umfassen/darstellen.

Positiv hervorzuheben ist aber der sehr gute Überblick über die aktuelle Situation und Entwicklung der Grünen IT, speziell in Deutschland, sowie der durchaus kritische Ton und vor allem die wirklich umfassende Betrachtung der ökologischen und ökonomischen Effekte bei Einsatz von Thin-Clients.
Auch die eindrucksvollen Zahlenbeispiele bezüglich Ressourceneinsparung bei Thin-Client-Einsatz, sind sicher so gut aufbereitet nicht an jeder Ecke zu finden.

Außerdem ist jedes Buch zu diesem herausragend wichtigen Thema ein richtiger Schritt in die Zukunft, wir brauchen dringend eine hocheffiziente und top-ökologische IT, wenn wir den Planet nicht ruinieren wollen.

Alles in allem einen Blick wert.
Vieles bereits bekannt im Internet und bekannten Dokumenten
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Leider hat der Titel des Buches mehr versprochen als der eigentliche Inhalt hergab. D.h. die Inhalte sind zu den Themen nahezu vollständig aus dem Internet und bekannten Dokumenten zusammengesetzt. Es fehlt aus meiner Sicht erhebliche inhaltliche Substanz zur Auseinandersetzung mit den zahlreich aufgeführten Themen. Es liegt die Vermutung nahe, dass das Titelthema zwar hype ist, aber konkret vom Author nicht viel Neues erzeugt bzw. Altes lediglich zitiert wird. Wer keinen Internetanschluss hat und sich mit den Themen beschäftigt, dem empfehle ich den Kauf des Buches, um sich mit den Kurzinformationen und Beispielen auseinanderzusetzen.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Öko-Marketing: Grundlagen. Chancen. Risiken

Öko-Marketing: Grundlagen. Chancen. Risiken von Stefan Wirth

Taschenbuch von Vdm Verlag Dr. Müller
Preis bei Amazon: EUR 42,00, Angebote ab EUR 41,99

ISBN: 3936755256, Erscheinungsdatum: Oktober 2003, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Öko-Marketing: Grundlagen. Chancen. Risiken
Produkt-Bild: Ökologische Kommunikation

Ökologische Kommunikation von Niklas Luhmann

Broschiert von VS Verlag für Sozialwissenschaften
Preis bei Amazon: EUR 19,90

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3531517759, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 4. A.
Zoom ± Produkt-Bild: Ökologische Kommunikation

3 Kundenrezensionen:

Eine hervorragende Einführungen in die Systemtheorie
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Neben einer faszinierenden Analyse der systemspezifischen Möglichkeiten, auf ökologische Gefährdung zu reagieren, bietet dieses Buch auch eine hervorragende Einführung in die Systemtheorie.
In einzelnen Kapiteln wird aufgezeigt, nach welcher Binnenlogik die jeweiligen Funktionssysteme agieren und wie sie in Folge dessen auf ökologische Probleme reagieren können - jedes System jeweils nur im Rahmen seiner selbstreferentiellen Kommunikation.
Dabei wird vor allem deutlich, wie gut die luhmannsche Systemtheorie dafür geeignet ist, gesellschaftsweite Interdependenzen darzustellen. Eine Tatsache, die im soziologischen Diskurs oft vernachlässigt wird.
Schade, dass Luhmann in seinem Hauptwerk die einzelnen Funktionssysteme separat darstellte (und damit den Aberglauben einer in unabhängige Teilsysteme separierenden Systemtheorie ermöglichte).
Insgesamt: Ein Buch das man gelesen haben sollte, wenn man über Systemtheorie spricht - vor allem weil die Problematik (oder: unmöglichkeit?) einer Abstimmung zwischen den Gesellschaftssystemen hier leichter begriffen werden kann als in anderen Werken Luhmanns.
Gesellschaftstheorie und Ökologie
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Am Thema Ökologie/Umwelt scheiden sich die Geister: Die einen verbreiten Weltuntergangsstimmungen und klagen die moderne Gesellschaft (meist gesehen als kapitalistische Wirtschaftsordnung) an und/oder sind der Meinung, die Politik könnte die Umweltprobleme lösen. Die anderen deklarieren das Thema lieber als politisches Luxusproblem, mit dem man sich am besten erst dann beschäftigt, wenn ?wichtigere" Probleme wie etwa Arbeitslosigkeit gebändigt sind.
Luhmanns Zugang zum Thema Ökologie ist ein anderer, der in seiner Form zwar ungewohnt daherkommt, aber nicht weniger einleuchtet: Sein Buch ist keine Anleitung für die Politik, wie sie Umweltprobleme in den Griff bekommt. Es ist genauso wenig eine Kampfansage an den Kapitalismus. Vielmehr ist es eine nüchterne Analyse der modernen Gesellschaft und ihrer Struktur: einer funktionalen Differenzierung in Teilsysteme wie Politik, Wirtschaft, Recht, Wissenschaft, Erziehung usw. Aufgrund dieser Formation der Teilsysteme, die gleichberechtigt nebeneinanderstehen, verfügt die moderne Gesellschaft weder über eine Spitze noch über ein Zentrum. Das hat zur Folge, dass niemand für sich beanspruchen kann, die Gesellschaft zu repräsentieren, in ihrem Namen zu sprechen, oder für alle verbindlich zu sagen, wie Gesellschaft aussehen müsste. Auch die Politik nicht, von der ja meist erwartet wird, (wenigstens) sie könnte die Gesellschaft steuern. Politik ist aber nur ein Teilbereich neben vielen anderen.
Ökologische Selbstgefährdung der Gesellschaft bedeutet, dass die Gesellschaft ihre Gefährdung durch die Umwelt selbst erzeugt, und zwar durch Kommunikation. Die Gesellschaft kann nach Luhmann ohnehin nichts anderes als kommunizieren. Und so sollte es auch nicht verwundern, dass das Ergebnis von Luhmanns Analyse nüchtern ausfällt: Auf Umweltkatastrophen kann die Gesellschaft nur durch ihre Funktionssysteme reagieren (kommunizieren). Und diese reagieren bzw. beobachten aus einer je eigenen Perspektive, nach je eigenen Relevanzen: für die Wirtschaft als Frage der Kosten (bzw. Gewinne), für die Politik als Wahlchancen, für die Wissenschaft als Thema neuer Forschung etc. Ohne Spitze und Zentrum ist auch eine moralische Integration der gesamten Gesellschaft nicht möglich: der moralische Appell z.B. von sozialen Protestbewegungen in Richtung Wirtschaft oder Politik erzeugt dort lediglich ein Rauschen, das auf ökonomische Rentabilität bzw. auf Wahlchancen hin beobachtet wird. Die Teilsysteme reden also mehr oder weniger aneinander vorbei.
Gezeigt anhand der ökologischen Frage, bietet dieses Buch einen tollen Überblick über die Teilsysteme und ihr Zusammen- (bzw. Auseinander)spiel. Man lernt dabei eine Menge über die moderne Gesellschaft, ihre Funktionssysteme und natürlich über Luhmanns Systemtheorie. Insofern ist das Buch auch eine Art Geheimtipp für alldiejenigen, denen die gesamte Gesellschaftstheorie von Luhmann zu umfangreich ist. Denn ?Ökologische Kommunikation" fasst die wichtigsten ihrer Bestandteile zusammen und liefert einen eindrucksvollen Anwendungsfall gleich mit.
Typisch für Luhmann ist auch dieses Buch in einer schwierigen Sprache geschrieben. Kenner der Systemtheorie sind hier sicherlich im Vorteil. Für Soziologen und soziologisch interessierte Leser ist das Buch absolut empfehlenswert. Politikwissenschaftler und idealistische Umweltschützer werden wohl eher empört oder verstört sein, denn sie werden mit unüblichen Sichtweisen konfrontiert, die eher relativistisch und eher pessimistisch in die Zukunft blicken lassen. Eine Auseinandersetzung mit Luhmanns Buch ist trotzdem auch für letztgenannte eine große Bereicherung.
Zur Resonanz der Teilsysteme der Gesellschaft
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Die Frage, die sich im Anschluß aller systemtheoretischen und soziologischen Betrachtung stellt: sind die einzelnen Teil(Funktions-)Systeme der Gesellschaft im Hinblick auf ökologische Gefahren überhaupt resonanzfähig?
Wenn man sich ersteinmal durch Luhmanns Lebenswerk (Die Gesellschaft der Gesellschaft) gegraben hat, so ging es mir - ist man wohl erst mal ohnmächtig. Nicht nur die Begriffswelt Luhmanns und ihre hohe Abstraktion, sondern auch der Verlust Normativer Strukturen läßt einen schauern. Das will nicht heißen, daß man dieses Werk nicht beachten sollte - im Gegenteil, doch wenn man es auf einer tieferen Abstraktionsebene haben will, sollte man lieber "Ökologische Kommunikation studieren. Allerdings könnte dann das Verständnis für wichtige Begriffe fehlen, die grundlegend sind für ein wenig Verständnis von Luhmann Gedankenkonstrukt. Wer sich mit soziologischen Fragestellungen beschäftigt, kennt das Dilemma: in der Gesellschaft kommt ungefähr alles vor. Sie ist eben komplex. Sie ist eine emergente Ordnung. Kritik Luhmanns war, daß bisherige Theorien an dieser Vielheit (und ihrer Einheit)gescheitert sind. Vielmehr sei es also nötig, die Beobachtungsweise zu reduzieren: auf die Differenz von System und Umwelt. Man soll eben nicht die Einheit betrachten,sondern die Unterschiede, die sie macht... Und da ist man schon in einer völlig abstrakten Begriffskonstruktion gelandet, die man erst mal denken lernen muß. Schließlich also gibt es nach Luhmann Systeme, die gegen Umwelteinflüsse weitgehend abgeschottet sind, und aber nur in Ausnahmefällen auf Umwelteinflüsse reagieren. Die Teilsysteme des Sozialen Systems "Gesellschaft", z.B. arbeiten nach Codes. Änlich wie Parson (Das System moderner Gesellschaften)gibt es Teilsysteme,die sich mit spezifischen gesellschaftlichen Bezugsproblemen befassen. Bei Luhmann ist dieses Prinzip noch ausgeprägter: die Funktionssystemen erfüllen nur eine gesellschaftssyspezifische Funktion und programmieren ihre Operationen (Kommunikationen) nach binären (zweiwertigen) Codes. So arbeitet das politische System nach dem Code "Regierung/Opposition", die Wirtschaft nach "Zahlen/ nicht Zahlen(können)", das Erziehungssystem nach "bestehen/nicht bestehen". Unter diesen Vorraussetzungen kann man sich dann sehr wohl fragen, ob diese Funktionssysteme überhaupt resonanzfähig sind für ethisch/moralische Appelle, etwa die Umwelt zu schonen, denn jeder Zug von Normativität scheint aus der Welt. Ein Appell an ein Funktionssystem kann nach Luhmann nur in einer ihm verständlichen Weise so kommuniziert werden , daß es diesen auch versteht, eben in der Form seines Codes: für Umweltproble (Rohstoffknappheit, Pollution) bedeutet dies, um an das wirtschaftl. System zu kommunizieren: Preiserhöhungen, wobei dies Problem aufgrund der Interdependenzen der Systeme untereinander nicht aus der Welt ist, sondern möglicherweise als Inflation ins Wirtschaftssystem zurückkommt...Fontane würde sagen: ...ein weites Feld... Luhmann kann auch nicht wirklich Antworten geben auf die Frage, die er stellt,aber er gibt faszinierende Anstösse, einmal anders zu denken. Eine lohnende Lektüre!
Hannes Barske
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Geraubte Ernte: Biodiversität und Ernährungspolitik

Geraubte Ernte: Biodiversität und Ernährungspolitik von Vandana Shiva

Taschenbuch von Rotpunktverlag, Zürich
Preis bei Amazon: EUR 16,50, Angebote ab EUR 16,49

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3858692840, Erscheinungsdatum: Oktober 2004, Auflage: 1., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Geraubte Ernte: Biodiversität und Ernährungspolitik

Eine Kundenrezension:

"Fortschritt" zu Lasten des Lebens
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wem soll man noch glauben?
Gibt es überhaupt noch Moral und Verantwortung auf dieser Welt?
Kann man Geld essen?

Dieses Hörbuch von Vandana Shiva hat mich ziemlich aufgeschreckt aus meinem behüteten europäischen Leben. Obwohl ich in der Beziehung wohl aufgeklärter bin, als viele andere Menschen meiner persönlichen Umgebung, lernte ich durch "Geraubte Ernte" noch viel dazu.
Ich hoffe darauf, dass die erschreckenden Tatsachen zum Thema Gentechnik, Biodiversität etc. noch viele Menschen aufrütteln und endlich handeln lassen!
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Das Parlament der Dinge: Für eine politische Ökologie

Das Parlament der Dinge: Für eine politische Ökologie von Bruno Latour

Taschenbuch von Suhrkamp
Angebote ab EUR 9,89

ISBN: 3518412825, Erscheinungsdatum: Dezember 2001, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Das Parlament der Dinge: Für eine politische Ökologie
Produkt-Bild: Cleantech. Der saubere (Börsen)boom: Wie grüne Technologien unser Leben verändern - und wie Anleger davon profitieren

Cleantech. Der saubere (Börsen)boom: Wie grüne Technologien unser Leben verändern - und wie Anleger davon profitieren von Ron Pernick, Clint Wilder

Gebundene Ausgabe von Börsenmedien
Preis bei Amazon: EUR 29,90, Angebote ab EUR 11,64

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3938350504, Erscheinungsdatum: Dezember 2007, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Cleantech. Der saubere (Börsen)boom: Wie grüne Technologien unser Leben verändern - und wie Anleger davon profitieren

4 Kundenrezensionen:

Hoch interessant
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein hoch interessantes Nachschlagewerk! Der gewisse Teil über Anlagestrategien könnte etwas ausfühlicher dargestellt sein.

Dem Autor ist es sehr gut gelungen, seine Fachkenntnisse "Punktgenau" für einen "Anfänger" im sauberen Börsenboom auszulegen.
Sehr gelungene Einführung und Vertiefung in das Thema Cleantech!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das Buch wurde mir empfohlen als guter Einstieg in dieses Segment und ich muss sagen, dass der Tip Gold wert war. Das Buch gibt eine Vielzahl an Informationen, Hintergrundwissen, Visionen und Kennzahlen weiter, die man in anderen vergleichbaren Werken nicht findet. Wer sich mit diesem Thema beschäftigen muss/will, kommt an diesem Werk nicht vorbei! Unverzichtbar!!!
Nachschlagewerk zum Thema "Saubere Technologien"
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Buch von Pernick und Wilder ist wohl das umfangreichste zu diesem hochinteressanten Thema. Vorrangig Einsteiger, auch moderat Fortgeschrittene werden damit gut zurechtkommen. Der reichlich nüchterne Schreib- und Aufzählungsstil lädt nicht unbedingt dazu ein, in diesem Buch zu schmökern; man wird es eher als Nachschlagewerk nutzen wollen. Dazu jedoch wäre ein Serviceteil mit weiterführenden Adressen, Links, Quellen usw. unabdingbar gewesen. Ein weiterer Malus ist, dass die mehr als 400 Seiten ohne eine einzige Grafik, ohne Fotos und ohne jegliche Tabelle auskommen; sämtliche Fakten und Zahlen sind unverständlicherweise in den Fließtext eingebettet. Dass die Aufzählung der je nach Branche interessantesten Unternehmen durch die bekannte amerikanisch gefärbte Brille geschieht, ist bedauerlich, aber verkraftbar. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die mehr über saubere Technologien wissen und vielleicht sogar in sie investieren wollen.
Zukunftstrend und Zukunftsmarkt
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich denke, das ist genau das richtige Buch zur richtigen Zeit. Alle Welt spricht von Erderwärmung und Klimawandel - hier finden sich Lösungen. Die Autoren zeigen auf, welche Technologien und Industrien am ehesten in der Lage sein werden, die Klimaprobleme des 21. Jahrhunderts zu lösen. Ganz nebenbei präsentieren sie damit interessierten Aktionären eine Vielzahl höchst interessanter Unternehmen aus den Boombranchen der nächsten Jahre - Solar, Wasser, Wind und viele mehr.
Ein Verdienst dieses Buchs ist es meiner Meinung nach außerdem, dass es klarmacht, dass Industrie und Umweltschutz keine Gegner sind. Ganz im Gegenteil. Die Industrie besitzt das Potenzial, die Probleme zu lösen. Anlegern gibt sie das Potenzial, an der Lösung dieser Probleme zu verdienen. Ein bemerkenswertes Buch!
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
ImpressumKontaktStartseiteProduktkategorienGeschenkgutscheine
Auf diesen Link bitte nicht klicken Vedmagazin-News IT- und Web-News Welt A-Z Buch
Gewisse Inhalte, die auf dieser Website erscheinen, stammen von AMAZON EU SARL. Diese Inhalte werden so, wie sie sind zur Verfügung gestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.