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Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle to Cradle-Community von MICHAEL BRAUNGART, WILLIAM MCDONOUGH

Broschiert von Europäische Verlagsanstalt
Preis bei Amazon: EUR 25,00, Angebote ab EUR 20,99

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3434506160, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: 2.
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4 Kundenrezensionen:

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3 Punkte 3 von 5 Punkten
Bildhafte Darstellung der Idee an Beispielen.

Keine vertiefende Informationen - bedingt eine Werbeveranstaltung
Wichtig
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Nach einem Beitrag im WDR 5 habe ich dieses Buch gekauft. Der Grundgedanke dieses Buches begeistert hoffentlich alle Menschen!
Eine absolut notwendige industrielle Revolution mit so viel Potential ohne eine Romantisierung der Natur!
Sehr empfehlenswert!
Die Fortführung des Cradle-to-Cradle Gedankens
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle to Cradle-Community

Dieses Buch ist die Fortführung zu Michael Braungarts/William McDonoughs "Cradle to Cradle - Remaking the way we think". Dieses Buch zu kaufen macht eigentlich nur Sinn, wenn das vorher gelesen wurde. Die Cradle-to-Cardle Community ist quasi eine Weiterführung zum Thema, das aufzeigt, was sich in den letzten Jahren schon so alles getan hat. Anhand von Beispielen wird das Cradle-to-Cradle Denken nochmal deutlicher. Ich finde den Ansatz brilliant und kann nur jedem empfehlen, diese Bücher zu lesen. Cradle-to-Cradle ist etwas für jeden, nicht nur für Manager in Entscheidungspositionen, denn der Grundgedanke kann im Haushalt genauso Einzug halten, wie in der Firma. Vielleicht trägt das Buch über die vielen Kontaktadressen ja auch zu weiterer Vernetzung und Austausch bei.
Sehr empfehlenswert!
Ein faszinierendes Buch mit einem Ansatz, der sich hoffentlich durchsetzen wird
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Michael Braungart, Professor für Chemische Verfahrenstechnik und Geschäftsführer der Umweltschutzagentur EPEA in Hamburg ist das, was man einen Pionier nennt. Er hält seit langem unsere Umweltschutzstrategie für grundlegend falsch, weil sie, wie er sagt, darauf angelegt sei, den Schaden der Produktion für die Umwelt lediglich zu minimieren. Seine Vision indessen ist eine Kreislaufwirtschaft, bei der erst überhaupt kein Schaden entsteht.

Sein Vorbild sind dabei die Ameisen. Ginge es nach ihm, gäbe es in Zukunft nur noch zwei Arten von Produkten: Verbrauchsgüter, die vollständig biologisch angebaut werden können und Gebrauchsgüter, die sich endlos recyclen lassen. "Cradle to cradle" - von der Wiege zur Wiege - bezeichnet er dieses Kreislaufprinzip. Er forscht seit Jahren im Auftrag von immer zahlreicher werdenden Firmen nach neuen Konzepten, um umweltschonende Produkte herzustellen.

Im vorliegenden Buch gibt er nicht nur eine Einführung in sein Konzept,sondern zeigt am Beispiel Dutzender Firmen und Produkte auf, wie es tatsächlich funktioniert.
Seit 1962 die amerikanische Schriftstellerin Rachel Carson mit ihrem Buch "Stummer Frühling" die ökologische Debatte einleitete, lange vor den Büchern des Club of Rome" ist der Diskurs immer moralisch geführt worden, meistens enggeführt auf die Alternative: hier die guten Umweltschützer, dort die böse, Gift produzierende Industrie. Vielfach wird auch heute noch das Umweltthema als ein Moralthema begriffen, und Moral kann man sich in der Krise nicht leisten. Diese Moraldiskussion geht von einem total negativen Menschenbild aus: die Menschen sind böse und durch Kontrollen muss diese Bosheit im Schach gehalten werden.

Doch es geht nicht um Moral, sondern um Qualität. Produkte, sagt Braungart, die Menschen krank machen, sind einfach nur primitiv. Die Biomasse der Ameisen etwa auf der Erde ist etwa viermal größer als die Biomasse der Menschen und doch sind die Ameisen kein Umweltproblem, weil alle ihre Nährstoffe immer wieder in Kreisläufe gehen. Wenn die Menschen lernen, dass sie nützlich sein können anstatt weniger schädlich, kommen die Menschenrechte zurück, sagt Braungart. Ein erstaunlicher Ansatz. Denn wenn alle Stoffwechselprodukte der Menschen wieder Nährstoffe sind (entweder biologische Nährstoffe für alle Verschleißprodukte oder technische Nährstoffe für Gebrauchsgüter), dann könnte die Erde viel mehr Menschen menschenwürdig beherbergen.

Er zeigt nun in diesem faszinierenden Buch, wie im Pionierland Schweiz, angefangen von Ciba Geigy, die nach der Sandoz-Katastrophe begannen, radikal umzudenken, begonnen wurde mit diesem Weg. Auch Firmen in Deutschland nutzen die cradle to cradle Philospohie, zum Beispiel der Textilhersteller Trigema mit seinem biologisch in einem halben Jahr abbaubaren T-Shirt, das er zudem noch in Deutschland produziert.

Doch echte Innovation braucht die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen. Durch die zur Neige gehenden Rohstoffe ist das Zeitfenster relativ klein, sagt Braungart. Die Europäer haben weltweit das beste Industriedesign. Sie haben gute Ingenieurtechnik und sie haben nun auch durch diese Innovation die beste Kenntnis darüber, wie Dinge so gestaltet werden können, dass sie Nährstoffe für technische und biologische Kreisläufe werden.

Es ist Zeit, die nächste industrielle Revolution in Gang zu setzen.
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Produkt-Bild: Stabile Ungleichgewichte: Die Ökologie der Zukunft (edition unseld)

Stabile Ungleichgewichte: Die Ökologie der Zukunft (edition unseld) von Josef H. Reichholf

Taschenbuch von Suhrkamp Verlag
Preis bei Amazon: EUR 10,00, Angebote ab EUR 2,42

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3518260057, Erscheinungsdatum: April 2008, Auflage: Originalausgabe
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3 Kundenrezensionen:

Die Natur liebt Verschwendung und Zerstörung
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Die Natur, so scheint es, ist das Gegenbild unserer Gesellschaft. Während das menschliche Leben von Konflikten geprägt ist, herrscht in der Natur Harmonie. Während der Mensch verschwenderisch ist, setzt die Natur ihre Ressourcen optimal ein. Während der Mensch Zerstörung verursacht, befindet sich die Natur im Gleichgewicht. Die Schlussfolgerung drängt sich auf, ein großer Teil der Probleme unserer Zeit wäre lösbar, wenn wir uns die Natur zum Vorbild nehmen würden. Josef Reichholf, Professor für Ökologie in München, hat es unternommen, diese Vorstellung zu prüfen.

Alle Lebensformen, so beginnt Reichholf seine Ausführungen, verkörpern einen hohen Grad an Ordnung. Um existieren zu können, müssen sie fortwährend gegen die Zunahme von Unordnung (Entropie) in der Welt ankämpfen. Dies aber sei gleichbedeutend mit der Herstellung lokaler Ungleichgewichte. Näherten sich Lebewesen dem Gleichgewicht, gingen sie zugrunde. "Der Tod ist das Erreichen des (thermodynamischen) Gleichgewichts" (S. 39).

Die Evolution bestätige diesen Umstand. Je komplexer eine Lebensform sei, desto stärker habe sie sich von ihrer Umwelt gelöst. In besonderer Weise sei dies an jenen Tieren erkennbar, die neben dem Menschen das Höchstmaß an physischer Unabhängigkeit erreicht hätten: den Vögeln. Aus eigener Kraft könnten sie ganze Kontinente überfliegen und in die gleichen Höhen aufsteigen wie Langstreckenflugzeuge. Dafür seien sie gezwungen, das energetische Ungleichgewicht mit der Umwelt zu maximieren. "Die meisten Vogelarten ... halten ihre Körpertemperatur bei 42 Grad ganz knapp unter der Todesgrenze" (S. 84). Damit verbrauchten sie "viel zu viel Energie; das Fünf- bis Zehnfache eines gleichschweren Säugetiers und ein Vielfaches verglichen mit ihrer Reptilienverwandtschaft" (S. 42). Wenn das Prinzip vom sparsamen Umgang mit Energie in der Natur allgemeine Gültigkeit hätte, dürfte es Vögel gar nicht geben.

Was für den Stoffwechsel der Lebewesen gelte, treffe nicht minder auf ihr Verhalten zu. Wann immer sie könnten, neigten sie dazu, die verfügbaren Ressourcen komplett auszuschöpfen. Regelmäßig führe diese Strategie zum Ungleichgewicht zwischen der Zahl der Lebewesen und ihrem Nahrungsangebot und verursache schwerwiegende ökologische Einschnitte. So finde man in der globalen Nutzung der Landschaften einen charakteristischen Zusammenhang: Je attraktiver und einträglicher, desto unbeständiger (S. 70). "Wo immer es ... Massenentwicklungen gibt, da kommen auch sehr starke Schwankungen zustande. Auf gute Zeiten können rasch sehr schlechte folgen. Die hochproduktiven Zonen sind instabil" (S. 72). Demographische Zusammenbrüche seien demnach biologisch "normal". Sie gehörten ebenso zum Auf und Ab des Lebens, wie Phasen des Wachstums und der Stabilität.

Darüber hinaus seien im Verlauf der Erdgeschichte mehrfach Katastrophen aufgetreten, die zur Vernichtung eines Großteils der existierenden Arten geführt hätten. Auch sie müssten als "natürlich" betrachtet werden.

Überhaupt dürfe man sich Ökosysteme nicht wie Organismen vorstellen. Sie seien ungleich offener und nahezu unbegrenzt flexibel (S. 101). "Deshalb können Ökosysteme auch nicht wirklich geschädigt werden oder zusammenbrechen. Es gibt keine festgelegten Zustände, weil keine Instanz vorhanden ist, die solche Festlegungen trifft" (S. 51).

Diese Überlegungen machen deutlich, dass die vom Menschen verursachte Umweltzerstörung biologisch gesehen nichts Außergewöhnliches darstellt. Indem er Raubbau an der Natur betreibt, verhält sich der Mensch so, wie es alle in vergleichbaren Situationen befindlichen Arten tun. Weit entfernt davon, sich gegen die Natur zu wenden, erweist er sich gerade in seiner Rücksichtslosigkeit als ihr gelehriger Schüler. "Es mag in unserer Natur liegen, alles auszubeuten, was genutzt werden kann" (S. 79).

Zwar gebe es durchaus Ökosysteme, die sich dem Gleichgewicht annäherten, doch seien sie meist durch ausgesprochene Armut gekennzeichnet. Typisch dafür sei der amazonische Regenwald, ein "weitestgehend geschlossenes Ökosystem mit nahezu perfektem Recycling von Nährstoffen" (S. 62). Die Böden auf denen er wachse, seien seit Urzeiten ausgelaugt und fast frei von den Mineralien, die für Pflanzenwachstum benötigt würden. Infolgedessen lebten dort erstaunlich wenige Tiere. "Sie bringen zusammen kaum 200 Kilogramm pro Hektar auf die Waage, ein Fünftausendstel der Pflanzenmasse, nicht mehr" (S. 60). Dies sei weniger als ein Zehntel des Tieraufkommens in mitteleuropäischen Wäldern. Nur gezwungenermaßen, aus Not, habe sich in Amazonien der sparsame Umgang mit Ressourcen durchgesetzt.

Außerdem verlange er einen hohen Preis. Lebewesen, die mit kargen Bedingungen auskommen müssten, hätten die Tendenz, ihre Vermehrung einzuschränken. In der Regel erfolge dies auf dem Weg sozialer Unterdrückung. Ein großer Teil der Angehörigen einer Art werde von der Fortpflanzung ausgeschlossen oder falle der innerartlichen Konkurrenz zum Opfer, wie man am Beispiel der Bäume erkennen könne. "Die Ressourcen, die Bäume in ihren Stämmen ansammeln, sind den anderen, den Konkurrenten, weggenommen. ... Bäume, die schneller als ihre Nachbarn wachsen, übergipfeln diese und unterdrücken sie. Von Zehntausenden, die als Sämlinge angefangen haben, bleibt vielleicht einer übrig. Die anderen sind durch die zunehmende Konkurrenzkraft dieses einen Baumes erdrückt und verdrängt worden" (S. 76).

In der Natur dominierten also zwei extreme Formen der Ressourcennutzung: hemmungslose Ausbeutung einerseits, die Unterdrückung von Artgenossen andererseits. "Die nach menschlicher Wertung mittleren, 'vernünftigeren' Bereiche sind nicht besetzt. Daraus folgt der Schluss, dass sie unter Naturbedingungen auch nicht wirklich überlebensfähig sind. Sie stellen keine ... 'evolutionär stabile Strategie' dar" (S. 83).

Somit erweist sich die Vorstellung einer zum Vorteil aller Lebewesen im Gleichgewicht gehaltenen Umwelt als eine in die Natur projizierte politische Utopie. Würden wir uns die Natur tatsächlich zum Vorbild nehmen, müssten wir entweder die Verbrennung fossiler Energieträger massiv beschleunigen, oder eine menschenverachtende ökologische Gewaltherrschaft errichten.

Angesichts dieser Perspektive hält Reichholf es für ratsam, die beliebten Illusionen über die Natur zu begraben. Wenn wir aufhören, sie zu idealisieren, werden wir erkennen, dass wir uns in Wirklichkeit nie von ihr entfernt haben. Harmonische Lösungen für unsere Probleme gibt es nicht. Wollen wir keine ökologische Weltdiktatur, werden wir uns mit hinreichend stabilen Ungleichgewichten behelfen müssen. Welche Zustände dafür in Frage kommen, kann die Menschheit nur durch Versuch und Irrtum ermitteln. Sollte sie dabei Fehler machen und Katastrophen verursachen, folgt sie ganz dem Beispiel der Natur.
Grundprinzipien der Welt
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das Buch vermittelt auf knappem Raum Zusammenhänge, die nicht nur für das Verständnis der Natur, sondern auch für das sozialer Systeme von elementarer Bedeutung sind. Als Folge der Lektüre dieses überaus lesbar geschriebenen Buches stellen sich unweigerlich elementare Einsichten in die Natur der Welt ein. Unbedingt lesen!
Ein Nagel im Sarg des Denkens in Gleichgewichten
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Gleichgewichte erfreuen sich als gedankliches Konstrukt in vielen Wissenschaften grosser Beliebtheit - ganz gewiss ist das so in der Ökonomie und in der Ökologie. In der Ökonomie bestehen seit langem Zweifel am Nutzen des Denkens in Gleichgewichten. Mit seinem Buch schürt Reichholf die Zweifel am Nutzen des Gleichgewichtsdenkens in der Ökologie.
Ich bin kein professioneller Ökologe, habe das Buch aber dennoch mit grossem Interesse und Gewinn gelesen. Besonders gefallen haben mir die klare Sprache und die Kürze des Buchs. Reichholf hat mich überzeugt, dass der Nutzen von Gleichgewichten in der Ökologie ebenso begrenzt ist wie in der Ökonomie. Insbsondere verdeutlicht Reichholf, dass Gleichgewichte als solche keinen erstrebenswerten Zustand darstellen. Offenbar gilt in der Ökologie, was in der Ökonomie schon seit geraumer Zeit bekannt ist. Dort hatte vor einger Zeit Thomas Schelling recht plastisch verdeutlich, dass Gleichgewichte nicht stets erstrebenswert sind: Wenn man einen Mann erhängt und er nicht mehr schwingt ist er im Gleichgewicht. Man wird aber nicht sagen können, dem Mann ginge es gut.
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Produkt-Bild: Ende der Märchenstunde: Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt

Ende der Märchenstunde: Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt von Kathrin Hartmann

Gebundene Ausgabe von Karl Blessing Verlag
Preis bei Amazon: EUR 16,95, Angebote ab EUR 11,50

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3896674137, Erscheinungsdatum: Oktober 2009
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5 Kundenrezensionen:

Kann Konsum die Welt verbessern?
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Die Lohas sind die derzeitigen Stars der Marketing-Szene: Eine kaufkräftige Zielgruppe, deren Lebens- und Konsum-Stil sich auf eine relativ einheitliche Formel bringen lässt. Loha bedeutet übrigens: Lifestyle of Health and Sustainability", also ein Lebensstil für Gesundheit und Nachhaltigkeit - jeder Kauf sollte klimaschonend, ökologisch und ethisch korrekt sein.

Die Vertreter dieser Einstellung sind die Nachfolger der Ökos der 80er Jahre, doch während diese eher genuss- und konsumfeindlich waren, wollen die Lohas heute kaum Kompromisse in ihrer Lebensqualität eingehen. Vielmehr möchten sie bei ihrem Konsum auch ein gutes Gewissen haben: Der Kaffee muss fair gehandelt sein, das Ei wurde von einem freilaufenden und mit ökologisch angebauten Futter gefütterten Huhn gelegt, die Klamotten werden ohne Kinderarbeit in der 3. Welt zusammengenäht, und Lebensmittel müssen grundsätzlich immer Bio sein.
Wer bewusst beim Konsum auf solche Sachen achtet, sorge dafür, dass wir Schritt für Schritt in einer besseren Welt leben - so die Vision vieler Anbieter, die den Lohas öko-ethisch korrekte Produkte verkaufen wollen. Doch das sei keine Vision, sondern ein Märchen, meint die Journalistin Kathrin Hartmann. Sie schrieb dementsprechend ein Buch mit dem Titel Ende der Märchenstunde".

Darin rechnet sie schonungslos mit den Mythen und Trugbildern des Loha-Lifestyles ab: Mit Bio- und Fair-Produkte verdient die globalisierten Industrie eine Menge Geld und das ökologische oder soziale Engagement vieler Konzerne sei nur ein Feigenblatt für das übliche Geschäftsgebaren (Greenwashing" wird das genannt). Auch das Ideal eines korrekten Konsums sei nicht erreichbar: Fairtrade-Produkte seien meist nicht Bio und Bioprodukte nicht fair. Und hinter den sympathischen Weltverbesser-Marken wie Body Shop oder Manufactum stehen mittlerweile die allseits bekannten Großkonzerne mit ihrer langen Kartei der Umweltsünden.

Hartmanns Buch ist allerdings kein reines Aufklärungsbuch, es ist eher ein allgemeines Sachbuch, das manchmal etwas den Fokus verliert. Neben dem Entzaubern von Öko-Mythen werden Themen wie Corporate Social Responsibilty oder Industrie-Lobbying ausgebreitet. Auch die für Außenstehende schillernd erscheinende Welt von Werbung und Marktforschung wird kurz vorgestellt - mal wieder anhand des schon legendären Durchschnitts-Wohnzimmers, das einer Hamburger Kreativagentur als Konfi dient.
Im Großen und Ganzen bietet das Buch eigentlich nichts neues, weder neue Enthüllungen, noch neue Wege aus dem Dilemma. Denn wie ein wirklich korrekter Konsum aussehen sollte, der die Ungerechtigkeit der Welt nicht weiter zementiert, weiß auch die Autorin nicht, vielmehr ist sie selbst von der Komplexität der Problemlagen verunsichert. Am Ende des Buches gibt es dementsprechend kein wirkliches Fazit mit Lösungsansätzen, nur ein halbherziges Bekenntnis dazu, dass politische Aktivität immer noch besser sei als nur strategische Konsumentscheidungen zu treffen.

Was das Buch aber in einigen Kapiteln dann doch sehr lesenswert macht, ist die pointierte Analyse des Loha-Lifestyles. Mit eher satirischen Stilmitteln berichtet die Autorin zum Beispiel aus dem Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, in dem die Bewohner so aussehen würden, als ob man sie für das Erfüllen der Loha-Klischees bezahle. Diesen hochgebildeten und wohlhabenden Segmenten dient ein ökoethischer Lebensstil als Unterscheidungsmerkmal, um sich von unteren Bevölkerungsschichten abzugrenzen. Sie sind ego-zentriert, wenn nicht sogar egoistisch - man will eben beim Einkaufen nicht nur höchste Qualität, sondern auch ein gutes Gewissen mit einkaufen, das lässt man sich schon etwas kosten.
Wäre das Buch eine Satire, dann würde Spott und Kritik an der Öko-Boheme durchaus ausreichen. Da Hartmann aber ein Sachbuch schreiben wollte, fehlt dem Leser auch hier eine Idee, wie ein praktikabler alternativer Lebensstil wirklich aussehen könnte.
weder Fisch noch Fleisch, keine klare Position
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Das man mit BIO, Fairtrade, CO2-Reduzierung nicht die Welt rettet, dürfte klar sein. Scheinbar gibt es aber Menschen, die das fanatisch leben, sonst müsste die Autorin nicht dieses Buch veröffentlichen bzw. aufklären. Interessant war das 1. und letzte Viertel des Buches. Am Ende musste ich sogar schmunzeln, denn da schreibt Frau Hartmann scharfzüngig über Prenzl'Berg ("Pregnancy Hill") und über die Evolution der BIONADE.

Was mir nicht zusagt, ist, dass beim Leser die Meinung zurückbleibt, als Konsument könnte man mit seinem Kaufverhalten rein gar nichts bewirken. Das hat mich sehr verärgert, denn durch genau diese Ratschläge hätte man Hoffnung und Aktivismus transportieren können. So hinterlässt das Buch jedoch nur Frustration.

Ich hätte mich über mehr konkrete Geschichten zu bestimmten (BIO-)Produkten gefreut: Wann und wie funktioniert ein Produkt? Warum wurde die Produktion eingestellt? Wie kam es zum Durchbruch? Welche Kunden kaufen das Produkt? Welchen Einfluss hat das auf die Arbeiter in der Produktion?

update 20.5.2010:

Stern-Korrektur, nur noch 2 Sterne. Das Buch suggeriert, BIO-Produkte sind nicht besser. Und dies finde ich sehr bedenklich, denn bei BIO-Lebensmitteln handelt es sich sehr wohl um Lebensmittel mit einem höheren Qualitätsstandard. Ich kann einfach kein Buch gut finden, dass sich nicht für Nahrung aus ökologischem Anbau einsetzt, denn es ist unbestreitbar, dass BIO-Lebensmittel deutlich geringer belastet sind. Meist werden die BIO-Markt-Mitarbeiter besser bezahlt, die entspanntere Arbeitsatmosphäre in den BIO-Märkten ist auch spürbar (z.B. Alnatura Berlin Lichterfelde, Bergmannstrasse, BIO-Company Berlin, tegut-Märkte).
Wütende Abrechnung mit den LOHAS und der Industrie
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Die Autorin beschreibt lebhaft und mit großer Sachkenntnis, dass die Ideen der LOHAS zu kurz gedacht und größtenteils absolut wirkungslos sind. Die zunächst plausibel klingende Idee, mit gezieltem Konsum Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen, wird als egoistisch entlarvt, da sie nur das eigene schlechte Gewissen befriedigt, an den ungerechten Zuständen aber rein gar nichts ändert. Denn längst, so zeigt es die Autorin anschaulich und kurzweilig anhand vieler konkreter Beispiele, hat sich die Industrie auf die LOHAS als kaufkräftige Zielgruppe eingestellt. Das Buch schafft daher etwas ganz Seltenes: Man lernt auf unterhaltsame Weise etwas dazu und bekommt ein Gespür für die großen Zusammenhänge.

Viele Versprechungen der Konzerne zu Umwelt und Sozialstandards entlarvt die Autorin als reine PR-Masche. Mittels hart recherchierter Fakten und Ausflügen in Wirtschaft und Politik schärft sie den Blick des Lesers für das große Ganze. Schonungslos werden Akteure benannt, leere Marketingversprechen aufgedeckt, und gezeigt, was hinter den grünen PR-Formulierungen der Firmen steckt. Den journalistischen Hintergrund der Autorin bemerkt man vor allem in der kritischen Neugier, mit der Slogans und Versprechungen hinterfragt werden und Konzernen auf den Zahn gefühlt wird. Aufgeschrieben ist das Ganze mit einer spürbaren Wut im Bauch, die sich auch auf den Leser überträgt. Nebenbei ist der Autorin das Porträt einer zunehmend unpolitischen Generation gelungen, die nur das eigene Wohl im Blick hat und den Sinn für die Gemeinschaft vermissen lässt. Oft fühlt man sich in der eigenen Bequemlichkeit ertappt: Wie schön wäre es, tatsächlich durch den Kauf des richtigen Produkts die Welt verbessern zu können, wie es die LOHAS glauben. Aber es bleibt die Erkenntnis der Autorin: Es gibt kein richtiges Einkaufen im falschen Wirtschaftssystem.

Ein erhellendes, unterhaltsames und aufklärendes Buch, unbedingt empfehlenswert!
gut recherchiert
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Kathrin Hartmann fasst gut recherchiert wesentliche Gedanken und Beobachtungen als Tatsachen zusammen, die jedem durch den Kopf gehen, der sich näher mit den Themen "Öko" und "Fair" beschäftigt. Keiner kann sich ein gutes Gewissen leisten, egal ob Loha oder nicht, da durch die Globalisierung und Mobilisierung unserer Gesellschaft einfach zu viele Verflechtungen sind, die wir nicht durchschauen können einerseits und andererseits aus Bequemlichkeit auch verharmlosen.
Pseudofundiertes Weltverbesserer Geblubber
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Eigentlich eine gute Idee: Das Weltbild der Lohas mal unter die Lupe nehmen und dabei auch das Bio / Öko-Konzept dahingehend zu hinterfragen, ob das ganze nicht nur eine schlau gemachte Werbekampagne für mehr Umsatz ist.
Aber - oh je - was macht die Autorin? Sie schreibt 357 Seiten Sammelsurium aus Thesen, Belegen, Behauptungen, eigener Meinung, gewürzt mit einer guten Prise immer wiederkehrender jammenrnder Kritik am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen System. Beschwert sich weinerlich über das Verhalten der bösen Konzerne und der, ach so profitgeilen, Banker bzw. Unternehmer. Gibt sich sich mit 430 Fußnoten einen pseudowissenschaftlichen Anstrich, aber schafft es nicht, klare Thesen und Argumente zu führen. Dafür gibts lustigen und ironischen Neusprech, wie man ihn aus der (gut gemachten) NEON kennt.
Nein, das ist kein tolles Buch. Die Chance, die Lebenslügen einer ganzen Generation einmal gekonnt zu hinterfragen wurde gründlich vertan - wohl vor allem deshalb, weil Frau Hartmann auch den eigenen Standpunkt nicht hinterfragt. Wenn sie denn einen hat - denn über Gemecker hinaus finde ich wenig an Entwürfen, wie man es denn besser machen könnte.
Schade.
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Produkt-Bild: Die Ökolüge: Wie Sie den grünen Etikettenschwindel durchschauen

Die Ökolüge: Wie Sie den grünen Etikettenschwindel durchschauen von Stefan Kreutzberger

Broschiert von List, Paul, Verlag GmbH & Co. KG
Preis bei Amazon: EUR 16,90, Angebote ab EUR 10,00

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3430300452, Erscheinungsdatum: April 2009
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3 Kundenrezensionen:

unentbehrlich!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Je mehr die Großen in Industrie und Handel die Themen "Bio" und "Fair" für sich entdecken, desto wichtiger wird für den Verbraucher sauber recherchiertes Hintergrundwissen. Nur so kommt man Trittbrettfahrern und Schwindlern auf die Spur. Diese Hintergrundinformation bekommt der Leser in "Die Ökolüge" auf vorbildliche Weise präsentiert. Wer dieses Buch liest, lernt zu unterscheiden, denn nicht überall wo "Bio" oder "Fair" drauf steht, ist auch "Bio" oder "Fair" drin. Standardwerk für bewusste Konsumenten...
Gute Hintergrundinformationen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Auf den ersten Blick hatte ich nur Informationen zum Thema Bio-Lebensmittel erwartet. Da war ich schon immer etwas skeptisch, ob das denn auch alles korrekt ist. Die Darstellung der Unterschiede zwischen dem Bio-Siegel und den Kriterien der Anbauverbände fand ich sehr erhellend. Darüber hinaus spannt Kreutzberger den Bogen aber noch viel weiter und schaut über die Ländergrenzen hinaus bis in den tropischen Regenwald. Sehr anschaulich und gut geschrieben finde ich das ausführliche Kapitel über den sogenannten "Bio-Sprit" und die Auswirkungen auf Umweltzwerstörung und den Hunger in der Welt. Auch das Kapitel über die langjährige Verarsche durch die deutsche Autoindustrie ist sehr gut und kompakt. Das hatte ich so noch nicht gewusst. Ein lehrreiches Beispiel für Etikettenschwindel ist auch der Beitrag über die Öko-Fonds. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und in vielen Dingen die Augen geöffnet.
Zwiespältig
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Ich habe das Buch gerade gelesen und habe am Ende einen zwiespältigen Eindruck mitgenommen.

Einesteils sind bestimmte Abschnitte recht gut recherchiert und gut verständlich aufgemacht. Die Abschnitte über vermeintliche Ökosiegel in der Industrie und 'grüne' Wertpapiere fand ich z.B. nicht schlecht. Das z.B. die 'Öko'-Siegel der Textilindustrie ihr Geld meist nicht wert sind, fand ich schon eine bemerkenswerte Tatsache, und die verdeckten Tatbestände der Erzeugung von Ökotextilien kannte ich noch nicht.

Andere Abschnitte enthalten dagegen schlicht unwahre Aussagen. Scheinbar fehlte manchmal ein echtes Beispiel oder die Geduld bei der Recherche.

So wird z.B. im Kapitel über Klimaschutz der Verein PrimaKlimaWeltweit aufs Korn genommen und behauptet, daß er 'die billigsten derartigen Angebote machen würde' (was nicht stimmt, es gibt biligere Möglichkeiten), sich am Ausgleichshandel für Flugreisen beteiligen würde (was er nie getan hat) und einem Autoverleih ohne Grund einen billigen Ablaßhandel für ihre Emissionen ermöglichen würde (die Firma kann aufgrund ihrer Marktnische ihr Geschäftsmodell gar nicht umstellen).

Ich würde sagen, wer sich mit dem Thema noch gar nicht befaßt hat und jetzt einen Einstieg sucht, kann bessere Lektüre finden.
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Produkt-Bild: Das Parlament der Dinge: Für eine politische Ökologie (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)

Das Parlament der Dinge: Für eine politische Ökologie (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) von Bruno Latour

Taschenbuch von Suhrkamp Verlag
Preis bei Amazon: EUR 15,00, Angebote ab EUR 9,97

ISBN: 3518295543, Erscheinungsdatum: Dezember 2009, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Das Parlament der Dinge: Für eine politische Ökologie (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Produkt-Bild: Rote Lügen in grünem Gewand: Der kommunistische Hintergrund der Öko-Bewegung

Rote Lügen in grünem Gewand: Der kommunistische Hintergrund der Öko-Bewegung von Torsten Mann

Gebundene Ausgabe von Kopp, Rottenburg
Preis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 19,50

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3938516917, Erscheinungsdatum: Juli 2009, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Rote Lügen in grünem Gewand: Der kommunistische Hintergrund der Öko-Bewegung

5 Kundenrezensionen:

Mein Vater hats aufgefressen!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Hallöchen,
ich habe dieses Buch meinem Vater geschenkt und kann nur sagen er hatte es nach 2Tagen durch.
Er liebt dieses Buch, er meinte man müsse dafür sorgen, dass es zu einem Bestseller wird.
Aktuell ließt er es zum 2.mal (nach einem monat)
Am Anfang gut, Verschwörungstheorien recht unglaubwürdig
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Die Umweltaspekte werden sehr gut erläutert, die angeblichen Umweltkatastrophen kritisch betrachtet, was sonst in der Berichterstattung nie vorkommt, aber die Verschwörungstheorien sind zum Teil unglaubwürdig und wirken wie an den Haaren herbeigezogen.
Rote Faschisten mit grüner Tarnfarbe!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ökos, Müslis, Anarchos, Neo-Marxisten, Multi-Kultis und sonstige Volksbeglücker leben vom Kult mit der Schuld.
Angefangen mit dem Selbstmord der ersten RAF-Generation bishin zum Zusammenbruch der UdSSR, verbunden mit dem Fall des eisernen Vorhangs, ist deren faschistoide Ideologie bisher gescheitert!
Trotzdem verstehen sich die ewig gestrigen ultralinken 68er-Späthippies auf die mediengesteuerte Manipulation der Bevölkerung.
Andersdenkende und Kuhpupse sind Schuld an Ozonlöchern die Pole schmelzen und Inseln absaufen lassen, wir konsumgierige Verbraucher sind die Ursache für die Ausbeutung von Kindern und Billigarbeitskräften in Entwicklungsländern, jeder ethnisch Deutsche ist mitschuldig am Genozid im dritten Reich usw., usf.
All diese Schuldzuweisungen und sonstige Offenbarungen verkünden uns die Apostel der neuen Weltordnung.
Geplant ist eine EU nach Vorbild der gescheiterten Sowjetunion, ein planwirtschaftlicher Umverteilungsstaat nach sozialistischen Maßstäben.
Den Menschen soll vorgeschrieben werden wie sie ökologisch korrekt essen, arbeiten und vor allem zu denken haben.
Eigenes denken unerwünscht! Das sieht der Masterplan der neuen grün-getarnten Herrenrasse nicht vor!
Rote Lügen im Grünen Gewand
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Endlich einmal ein Mensch der sich traut die reale Wahrheit in Schriftform zu veröffentlichen.
Man erfährt wie man belogen und betrogen wird, wie man durch die Medien gesteuert wird und das es nur die Lobby einer bestimmten Gruppe ist die die Menschheit in den Wahnsinn treiben soll, um sich selbst die Taschen zu füllen.
Man kann das sehen an den Unternehmern die für sich arbeiten lassen für 1,- ? pro Stunde, die in den Lebensmittelbereichen, Drogeriebereichen und anderen tätig sind.
Man gaukelt uns einen angeblichen Kollaps der Erde vor und bringt die wahren und ehrlichen Wissenschaftler die aufklären wollen, mit politischen und wirtschaftlichen Druck zum Schweigen, weil deren Aufklärung nicht in das Konzept der Regierung passt.

Wer schützt uns vor den Umweltschützern ???
Rolli Leseratte
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Hinter jedem Gebüsch wittert der Autor Kommunisten. Man fühlt sich 30 Jahre zurück versetzt. Selbstverständlich gibt es Wandlungen im Klima und die sind in erster Linie auf die Überbevölkerung zurückzuführen. Sicher hat der Autor in vielen Dingen recht. Die ewig geforderte Umverteilung zu den Schwellenländern ist überflüssig, nutzlos und ein Hohn für die hier arbeitende Bevölkerung. Aber ich würde den Schluss daraus ziehen, dass man die Menschen in diesen Ländern einfach so leben lassen sollte, wie sie es möchten, also nicht mehr zu unserem Lebensverständnis zwingen. Die Arabische Welt hat der Autor bei seinen Betrachtungen vollkommen vergessen. Jeder Mensch der sich Sorgen um die Umwelt macht, aber kein Kommunist ist und in Freiheit leben will, wird von der Meinung des Autors ins Abseits gestellt.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Öko-Nihilismus. Eine Kritik der Politischen Ökologie

Öko-Nihilismus. Eine Kritik der Politischen Ökologie von Edgar L. Gärtner

Taschenbuch von Thuß, Holger, u. Bert van Riesen GbR
Preis bei Amazon: EUR 24,50

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3000205985, Erscheinungsdatum: April 2007, Auflage: 1., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Öko-Nihilismus. Eine Kritik der Politischen Ökologie

5 Kundenrezensionen:

Demontage des Ökologismus
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Dieses Buch betrachtet die moderne Ökologie (und dort besonders die Klimaforschung) aus naturwissenschaftlicher, wirtschaftswissenschaftlicher, politischer und philosophischer Sicht.

- Naturwissenschaften: Die Klimamodelle sind untauglich, weil sie die wichtigsten Daten nicht berücksichtigen können. Bisher ist es nicht gelungen, die Zusammenhänge Ozeane / Wolken / Niederschläge / Temperatur aufzulösen. Die Rolle der Sonne wird untertrieben, damit CO2 als wichtigster Faktor bestehen bleibt. Der Autor stellt einen alternatives Modell des Wetters vor, dass u. a. El Nino besser erklären kann.

- Wirtschaftswissenschaften: Die regenerativen Energiequellen sind bisher unwirtschaftlich und müssen vom Staat (d. h. den Stromverbrauchern) mit Subventionen unterstützt werden. Die Nutzen, Kosten und Risiken von Klimawandel und Klimaschutz werden teils verzerrt dargestellt.

- Politik: Der Klimaschutz ist für den Staat ein geeigneter Anlass, seine Einflusssphäre auszuweiten. Dazu passt, dass der Umweltschutz z. T. von der NATO erfunden wurde.

- Philosophie: Hinter dem Ökologismus steht die Philosophie des Kollektivismus, er ist also gegen die Freiheit gerichtet.

Mir hat das Buch gut gefallen, weil es das Thema aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet. Mehr zum Einfluss der Sonne siehe Calder / Svensmark: "Die Sterne steuern unser Klima". Die wirtschaftswissenschaftlichen und philosophischen Aspekte werden in Klaus: "Blauer Planet in grünen Fesseln" beschrieben.
Aufschlussreich
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der Untertitel macht klar, worum es in diesem mit Fakten gespickten Buch wirklich geht. Der Titel könnte leicht zu Missverständnissen führen, denn der Autor benutzt nicht den Nihilismusbegriff, wie er in Lexika zu finden ist, sondern den von Albert Camus geprägten: "Nihilismus bedeutet nicht, an nichts zu glauben, sondern nicht zu glauben an das, was ist." (Seite 22)

Im Zentrum des Buches stehen Zusammenhänge zwischen Politik, Ökonomie und Theologie. Dabei gelingt es dem Autor anhand zahlreicher Beispiele zu veranschaulichen, dass der Ökologismus in seiner derzeitigen Ausprägung einer gefährlichen, totalitären Ideologie sehr nahe kommt.

Wesentlich dabei ist, dass diese Ideologie als Machtinstrument von oben verordnet wurde, wie aus den Dokumenten, die Gärtner zitiert, z. B. ab Seite 210 ff. hervorgeht. Umweltschutz in diesem Sinne hat nicht in erster Linie die Aufgabe, die Umwelt zu schützen, sondern Ängste zu schüren, denn damit ließ sich schon immer gut herrschen und ausbeuten. Und das manchmal gegen jede Vernunft.

Wie schon erwähnt, spielen Fragen der Wirtschaft eine wichtige Rolle im Buch. Dem Autor gelingt es recht gut, die Vorteile einer Marktwirtschaft gegenüber einer Planwirtschaft heraus zu arbeiten. Um so verblüffender sind die Beispiele, die zeigen, dass Europa immer stärker der Planwirtschaft zuneigt.

Obwohl dem Klimawandel im Buch breiter Raum gewidmet wird, wäre es viel zu kurz gegriffen, den wesentlichen Inhalt auf dieses Thema zu reduzieren. Zu beeindruckend sind die Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und lautstarken gesellschaftlichen Gruppen, die der Autor belegt.

Auch wenn das Buch wegen der vielen dargebotenen Fakten nicht immer leicht zu lesen ist, lohnt es sich, es gründlich zu lesen, wenn man wirklich wissen will, warum so manches in Politik und Gesellschaft sich der Logik entzieht und dem gesunden Menschenverstand oft völlig zuwider läuft.

Ökologismus, wie er leider inzwischen weit verbreitet betrieben wird, hat alle Merkmale einer Ersatzreligion. Auch dafür führt der Autor dankenswerter Weise reichliche Beispiele ins Feld.

Sehr nützlich ist das Literaturverzeichnis und das Register, welche gezieltes Nachschlagen und eigene Recherchen sehr erleichtern.

Alles in allem: ein Buch, das man gelesen haben sollte, wenn man nicht unbewusst Opfer einer beachtlichen Indoktrination auf breiter Front bleiben will.
Bürger zu Untertanen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Trotz des etwas sperrigen Titels "Öko-Nihilismus" ein absolut lesenswertes Buch, das überzeugend aufzeigt, wie große Teile der Politik - mithilfe einer abhängigen und instrumentalisierten "Klimawissenschaft" - den Bürger zum Untertan machen (wollen).
Unabhängig davon, ob es einen "Klimawandel" (natürlich gibt es den, das Klima ist nicht statisch) oder einen "menschengemachten Klimawandel" (derzeit eine reine Glaubensfrage) gibt, werden jedoch derzeit in der öffentlichen Diskussion die falschen Akzente gesetzt. Wenn die Situation tatsächlich so dramatisch ist, wie vielfach behauptet wird, wird die Selbstkasteiung und der Wohlstandsverzicht Deutschlands die Welt nicht retten. Stattdessen käme es darauf an die Situation nüchtern abzuwägen und sich für die Zukunft zu positionieren. Wie auch immer: Diese Zukunft lässt sich nur aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus erfolgreich gestalten und nicht durch Verzicht auf Wachstum.
Philosophische Abrechnung mit der politischen Ökologie
5 Punkte 5 von 5 Punkten

Einen nicht ganz einfachen Lesestoff präsentiert der studierte Hydrobiologe und Umweltjournalist Edgar L. Gärtner mit seinem fast 300 Seiten umfassenden Buch über die Hintergründe der weltweiten umwelt- und klimapolitischen Entwicklungen. Als früherer Akteur der grünen" Bewegung gehört Gärtner heute zu den selteneren kritischen Geistern in der Umweltdiskussion. Sein Buch ist deshalb auch nicht nur eine distanzierte Würdigung aktueller umweltpolitischer Daten und Fakten, sondern mehr eine engagierte, mit vielen historischen Bezügen und philosophischen Argumenten gespickte Abrechnung mit der politischen Ökologie.

In einer Gesellschaft, die gerade auch in der Umwelt- und Klimapolitik auf political correctness Wert legt, wirkt schon der Titel des Buches provozierend. Um die Studie richtig einordnen zu können, muss man sich unvoreingenommen auf die Suche nach dem Wertegerüst begeben, von dem aus der Autor die politischen Entwicklungen beurteilt. So lässt er gleich zu Beginn in einer persönlichen Vorbemerkung den Leser wissen, dass er sich politisch bei den "Radikal-Liberalen" oder "Libertären" und Konservativen mit mehr oder weniger engen religiösen Bindungen" verortet. Unmissverständlicher könnte seine Positionsbestimmung auch lauten: Liberal mit religiösen Bindungen. Märkte sind für ihn nicht von sich aus frei, sondern bedürfen der politischen Gestaltung einer universal-moralisch begründeten Rahmenordnung" (S. 230). Dabei beruft Gärtner sich auch auf Friedrich August von Hayek, der wiederholt auf Bezüge zwischen Marktwirtschaft und christlicher Religion hingewiesen hat.

Wichtig für den Standpunkt des Autors ist aber auch seine Definition von Nihilismus, die im ersten Kapitel auf Seite 22 erfolgt. Nihilist sein bedeutet nicht, an nichts zu glauben, sondern nicht zu glauben an das, was ist. Der Realitätsverlust so mancher Politiker ist ein Symptom dieser Haltung. Am Schluss des Buches, im Abschnitt Ein amerikanischer Traum von Europa", wird Gärtners Weltsicht nochmals komprimiert beschrieben: Das Argumentationsmuster, mit dem Albert Camus seinerzeit totalitäre und nihilistische Entwicklungen im 20. Jahrhundert gegeißelt hat, bildet den anspruchsvollen politischen, philosophischen und letztlich auch religiösen Hintergrund des Buches. Öko-Nihilismus steht bei Gärtner für Verachtung der unveränderlichen menschlichen Natur", für Ersatz individueller Freiheitsrechte durch Wertekataloge, die Gesinnungsterror rechtfertigen" wollen. In diesen Kontext ist auch der gesunde Menschenverstand" einzuordnen, dem der Autor mit Verweis auf das Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre sozusagen die Rolle eines generellen Problemlösers zuweist.

Vor dem Hintergrund des beschriebenen Wertegerüstes entwickelt der Autor seine harsche Kritik am Wohlfahrtsstaat und an der politischen Ökologie, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Aufgrund seiner intimen Kenntnisse über die Entwicklung der Umweltbewegung in Deutschland werden die verschiedensten polit-ökologischen Strömungen sowie umweltpolitische Aktionsprogramme und Maßnahmen unter die Lupe genommen. Kritik wird vor allem am Vorsorgeprinzip geübt. Wie in der Sozialpolitik des Wohlfahrtsstaates würden auch in der Umweltpolitik mit diesem Prinzip Maßnahmen , Programme, Gesetze und Verordnungen begründet, die dem Einzelnen die Luft zum Atmen rauben würden. Die Wurzeln dieser Entwicklung liegen nach Ansicht des Autors bei dem heute dominierenden jakobinschen" Primat der Politik, bei dem das Recht auf Freiheit hinter das Recht auf Existenz durch staatliche Fürsorge zurücktritt" (S. 173). Nicht zuletzt auch die Programme und Pläne für eine nachhaltige Entwicklung hätten nichts anderes zum Inhalt, als dass sie die Menschen zu ihrem Glück zwingen wollten. Nachhaltigkeit ist für Edgar Gärtner, so wie es auch die Enquete-Kommission des Bundestages Schutz des Menschen und der Umwelt" formuliert hat, kein planbarer, wissenschaftlich begründbarer Zustand, sondern eine regulative Idee" im Sinne Kants, ein offenes erkenntnistheoretisches Konstrukt, das dem menschlichen Verstand bei Such- und Lernprozessen die Richtung weist" (S.193).

Allerdings ist auch der Autor selbst nicht gefeit vor Polemik und überzogenen Positionen. Das ist beispielsweise bei den an vielen Stellen des Buches fast ideologisch anmutenden Ausführungen zu den klimapolitischen Zusammenhängen der Fall. Die Einordnung von Theorien über eine drohende Klimakatastrophe - so fragwürdig sie auch sein mögen - als von selbsternannten Hohepriestern fei erfunden" (S. 243), überschreitet nicht nur das Gebot der political correctness, sondern schneidet auch den Weg ab für eine bessere politische Bewertung von Erkenntnissen der Klimaforschung. Insgesamt fehlt die konstruktive Würdigung der Existenz globaler politischer Gestaltungsaufgaben, gerade auch in der Umwelt- und Klimapolitik. Auch so mancher vernünftige Ansatz in der Wirtschaft und Gesellschaft für den Umwelt- und Klimaschutz sowie die internationale Zusammenarbeit gehen im Kritikhagel des Autors unter. Zudem erscheint die Beschreibung der Umwelt- und Klimapolitik als ein Werkzeug der Kalten Krieger sehr eigenwillig. Auch so manche Problemgewichtung und Kritik ist unverhältnismäßig. Es wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. So wird beispielsweise die Agenda 21 sehr einseitig ausgelegt und in ihrer Bedeutung weit überschätzt. Das gilt auch für den Emissionshandel. Für den im Umwelt- und Klimaschutz engagierten Bürger, Wissenschaftler und Politiker bietet das Buch dann auch für den Alltag nur begrenzte Hilfestellungen. Aber es provoziert und zwingt den Leser zur Überprüfung seiner eigenen Position oder Vorurteile.

Unabhängig von seiner umwelt- und klimapolitischen Einordnung ist das Buch aber ein eindrucksvolles Plädoyer für eine freiheitliche Wirtschaft und Gesellschaft, die nicht einfach dem Laissez-faire frönt, sondern in der die individuelle Freiheit und Verantwortung des Einzelnen in den Vordergrund gestellt wird. Lesenswert ist das Buch vor allem auch deswegen, weil das Plädoyer für die Freiheit mit vielen originellen historischen Bezügen und philosophischen Darstellungen verknüpft wird. Dabei erfolgt auch eine lehrreiche, zum Teil recht eigenwillige Auseinadersetzung mit einschlägigen Philosophen, Soziologen, Historikern und politischen Strömungen.
Schritt für Schritt analysiert Edgar L. Gärtner die Umweltschutzpolitik der letzten Jahrzehnte.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wenn ein ausgebildeter und versierter Ökologe die gängige Politik im Namen der Ökologie scharf angreift, so mag das auf den ersten Blick verwundern. Traut man sich, ein Buch zu lesen, das sich massiv gegen den "Mainstream" der Publikationen zum Thema Klima- und Umweltschutz wendet, dann wundert man sich anschließend eher darüber, dass sich nicht mehr Fachkundige wie Edgar L. Gärtner kritisch bezüglich der aktuellen Politik und Stimmungsmache äußern.
Denn, so vermag der Autor schlüssig und unkompliziert nachzuweisen, die Klimadebatte und die damit verbundenen Restriktionen für den Einzelnen beruhen größtenteils nicht auf Daten, die mittels naturwissenschaftlicher, eindeutiger Methoden gewonnen wurden, sondern auf Computersimulationen, die auch heute noch extrem fehlerbehaftet sind und sich an Größen orientieren, die nach dem aktuellen Wissensstand so nicht stimmen und im Grunde jedes gewünschte Ergebnis liefern können.
Schritt für Schritt analysiert Edgar L. Gärtner die Umweltschutzpolitik der letzten Jahrzehnte. Er zeigt, dass Nachhaltigkeit, von der Idee her durchaus klug, in der von Politikern propagierten Form nur zu Verarmung eines Großteils der Bevölkerung und zu einem wirtschaftlichen Rückschritt führen kann. Vor allem geht es ihm darum, deutlich zu machen, dass die von oben verordnete und logisch nicht nachvollziehbare Klimaschutzpolitik auf einen massiven Verlust des Einzelnen an Freiheit, einem demokratischen Grundrecht, abzielt. Dazu gehören nicht einmal so sehr die Versuche, die Mobilität des Bürgers durch unmäßiges Verteuern und Verleiden des Autofahrens einzuschränken, sondern sondern durch regelrechte Planwirtschaft (beispielsweise Reduktion eines erheblichen Teils der Kohlendioxidemissionen in kürzester Zeit, obwohl mittlerweile vieles gegen das Kohlendioxid als wesentlicher Faktor im Klimageschehen spricht). Politiker versuchen, ein neues, die Bevölkerung in ihrer Angst einigendes Feindbild zu kreieren, das Kohlendioxid, nachdem der alte Feind "Kommunismus" mit dem Ende des Kalten Kriegs abhanden gekommen ist.
Die Ökologie hat sich dem Autor und seinen Argumenten zufolge zum Ökologismus gewandelt, einer Religion oder einem Religionsersatz zur Erzeugung eines schlechten Gewissens und eines Heilsgedankens; diese Religion hält sich allerdings für die allein verbindliche und stellt somit unser Recht auf Religionsfreiheit infrage.
Gärtner spürt vielen Aspekten des Ökologismus seit seinen Anfängen nach, die etwa bei Rousseau anzusiedeln sind: dem Nachhaltigkeitsgedanken, dem "Vorsorgeprinzip", das vor lauter Sorge um die Zukunft die Gegenwart brachliegen lässt, und dem eigenartigen Demokratieverständnis der Anhänger des Ökologismus.

Wer sich ausschließlich an den Massenmedien orientiert, ohne den gesunden Menschenverstand einzusetzen, wird diesem Buch wenig abgewinnen können, denn es fordert den berühmt-berüchtigten "Common Sense" ein und dazu den Willen, sich auf naturwissenschaftliche Zusammenhänge einzulassen und anzuerkennen, dass es keineswegs die viel propagierte Übereinstimmung unter den so genannten Klimaforschern gibt, sondern vor allem eine Jagd nach ziemlich willkürlich verteilten Fördergeldern. Warum sonst würden Klimaforscher, lange Zeit dem "Mainstream" angehörig, nach ihrer Pensionierung plötzlich gegen diesen angehen?
Der Autor als Naturwissenschaftler kritisiert nicht zu Unrecht, dass in den zum Klimaschutz berufenen Gremien hauptsächlich Computerspezialisten sitzen, nicht jedoch, wie anzunehmen, Naturwissenschaftler, vor allem auch Geologen und Astronomen. Angesichts dieser Tatsachen fällt es Gärtner leicht, Aussagen nicht nur des "Club of Rome" in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts, sondern auch aus populärwissenschaftlichen oder Fachartikeln zum Thema ad absurdum zu führen.
Gärtner untersucht die Ursachen des aktuellen Verlustes an Freiheit (Meinungsfreiheit eingeschlossen, denn wer sich kritisch-fundiert zur politisch motivierten Ökologie äußert, muss, wie auch die Rezensentin weiß, ein starkes Rückgrat haben), der von einem nicht geringen Teil der Bevölkerung schweigend mitgetragen wird, und damit einhergehende Phänomene auf ihre Relevanz für die künftige Wirtschaft.
Dass sich im Sinne der Unterbindung der Freiheit abseits der öffentlich zugänglichen Räume einiges tut, ist unbestritten, und der liberale Autor zeigt zudem auf, wie die zunehmende Freiheitsbeschneidung sich gerade auf die abhängig Beschäftigten auswirkt. Denn jeder einzelne Mitarbeiter sollte, meint Gärtner, seinen Grundrechten entsprechend, seine Zukunft und die seiner Kinder und Enkel weitestgehend selbst gestalten dürfen, was schon allein aufgrund der exorbitanten Einkommensbesteuerung zunehmend schlechter möglich ist.
Kaum ein Aspekt zum Thema, den Gärtner sich nicht vornimmt, und die Parteienlandschaft kommt durch die Bank schlecht weg. Ob sich der Leser nun über den wirklich notwendigen Umweltschutz oder den Sinn und Nutzen einer Gelben Tonne informiert, der Autor argumentiert immer logisch. Allerdings setzt er gelegentlich mehr angelesenes oder an der Hochschule erworbenes Sachwissen voraus, als der Leser unter Umständen mitbringt, und sein Stil wirkt streckenweise zu gedrängt. Er zeigt jedoch schonungslos auf, woran etliche Menschen heute auf Kosten der Mehrheit verdienen, und gibt allen anderen die Chance, dies zu unterbinden. Man muss nicht unbedingt in jedem Detail mit Gärtner übereinstimmen, sollte aber im Sinne einer differenzierten Meinungsbildung Bücher wie dieses gelesen haben.
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Produkt-Bild: Die Reise ins lebendige Leben: Strategien zum Aufbau einer zukunftsfähigen Welt. Ein Handbuch

Die Reise ins lebendige Leben: Strategien zum Aufbau einer zukunftsfähigen Welt. Ein Handbuch von Joanna Macy, Molly Young Brown

Taschenbuch von Junfermann
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 14,00

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3873875489, Erscheinungsdatum: Februar 2004, Auflage: 2., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Die Reise ins lebendige Leben: Strategien zum Aufbau einer zukunftsfähigen Welt. Ein Handbuch

4 Kundenrezensionen:

Wegweiser für die Zukunft
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Die promovierte Religionswissenschaftlerin und Systemtheoretikerin Joanna Macy aus Kalifornien gilt als eine der Begründerinnen der Tiefenökologie und ist eine führende Stimme im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Sie hat nicht nur einen wegweisenden theoretischen Rahmen für das Paradigma des persönlichen und gesellschaftlichen Wandels zur Nachhaltigkeit geschaffen, sondern auch eine Methodik zur praktischen Umsetzung entwickelt, die sie in unzähligen Workshops auf der ganzen Welt erprobt und verfeinert hat und durch die Tausende von Menschen gelernt haben, durch ein neues Verständnis des eigenen Selbst und der Welt sich für eine zukunftsfähige Gesellschaft einzusetzen. In einer ausgewogenen Mischung von kognitiven, emotionalen, spirituellen und praktischen Komponenten ermöglicht diese Methodik Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildung und Denkweisen, sich angesprochen zu fühlen und ihren Mut und ihre Kreativität zu entfalten
Das Leben wieder lebenswert machen!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch von Joanna Macy beschreibt in wunderbarer Art und Weise, wie wir der heutigen Bedrohung in unserer Welt begegnen können. Es ist faszierend geschrieben und klingt dabei nicht überheblich oder weltfremd. Praktische Übungen verknüpft mit der Theorie über unsere Vernetzung mit der Welt, führen einem vor Augen, dass auch die Menschen nur ein Teil dieser Welt sind. Es geht um die Wiederentdeckung unserer Verbundenheit mit allem was auf dieser Welt lebt. Sehr empfehlenswert.
Eine Fülle von hilfreicher Anregungen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
In diesem Buch hat Joanna Macy gut leserlich und übersichtlich die Essenz ihrer "Arbeit, die wieder verbindet" dargestellt. Alle Menschen, die sich für den Erhalt dieses Planeten und für eine lebenswerte Zukunft engagieren, finden in diesem Buch eine Fülle von Anregungen und hilfreichen Übungen. Wer das Glück hatte, Joanna Macy persönlich in ihren Workshops zu erleben, kann das Buch als "Gedächtnisstütze" nutzen. Aber auch für alle, die ihre "Arbeit, die wieder verbindet" kennenlernen wollen, ist dieses Buch eine gute Einführung. Ein Buch, das Hoffnung macht und Kopf und Verstand gleichermaßen anspricht!
Konkretes für die Umweltbildung!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Endlich (auf Deutsch!) habe ich konkrete und wirkungsvolle Uebungen, um mit jungen Menschen wie auch Erwachsenen den Wert unserer Schöpfung aufzuzeigen und spürbar zu vermitteln. Joanna Macy versteht es ein nachvollziehbares Weltbild zu vermitteln. Sie bringt mir eine Verbindung mit den Weltanschauen von Ost und West, was uns im Zeitalter der Globalisierung verbindet und wir so dringlich nötig haben. Viel Spass und tiefe Erlebnisse wünsche ich allen bei den Uebungen!
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Produkt-Bild: Ökologische Kommunikation: Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen?

Ökologische Kommunikation: Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen? von Niklas Luhmann

Broschiert von Vs Verlag
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 16,00

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3531161458, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 5. Auflage.
Zoom ± Produkt-Bild: Ökologische Kommunikation: Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen?

3 Kundenrezensionen:

Eine hervorragende Einführungen in die Systemtheorie
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Neben einer faszinierenden Analyse der systemspezifischen Möglichkeiten, auf ökologische Gefährdung zu reagieren, bietet dieses Buch auch eine hervorragende Einführung in die Systemtheorie.
In einzelnen Kapiteln wird aufgezeigt, nach welcher Binnenlogik die jeweiligen Funktionssysteme agieren und wie sie in Folge dessen auf ökologische Probleme reagieren können - jedes System jeweils nur im Rahmen seiner selbstreferentiellen Kommunikation.
Dabei wird vor allem deutlich, wie gut die luhmannsche Systemtheorie dafür geeignet ist, gesellschaftsweite Interdependenzen darzustellen. Eine Tatsache, die im soziologischen Diskurs oft vernachlässigt wird.
Schade, dass Luhmann in seinem Hauptwerk die einzelnen Funktionssysteme separat darstellte (und damit den Aberglauben einer in unabhängige Teilsysteme separierenden Systemtheorie ermöglichte).
Insgesamt: Ein Buch das man gelesen haben sollte, wenn man über Systemtheorie spricht - vor allem weil die Problematik (oder: unmöglichkeit?) einer Abstimmung zwischen den Gesellschaftssystemen hier leichter begriffen werden kann als in anderen Werken Luhmanns.
Gesellschaftstheorie und Ökologie
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Am Thema Ökologie/Umwelt scheiden sich die Geister: Die einen verbreiten Weltuntergangsstimmungen und klagen die moderne Gesellschaft (meist gesehen als kapitalistische Wirtschaftsordnung) an und/oder sind der Meinung, die Politik könnte die Umweltprobleme lösen. Die anderen deklarieren das Thema lieber als politisches Luxusproblem, mit dem man sich am besten erst dann beschäftigt, wenn ?wichtigere" Probleme wie etwa Arbeitslosigkeit gebändigt sind.
Luhmanns Zugang zum Thema Ökologie ist ein anderer, der in seiner Form zwar ungewohnt daherkommt, aber nicht weniger einleuchtet: Sein Buch ist keine Anleitung für die Politik, wie sie Umweltprobleme in den Griff bekommt. Es ist genauso wenig eine Kampfansage an den Kapitalismus. Vielmehr ist es eine nüchterne Analyse der modernen Gesellschaft und ihrer Struktur: einer funktionalen Differenzierung in Teilsysteme wie Politik, Wirtschaft, Recht, Wissenschaft, Erziehung usw. Aufgrund dieser Formation der Teilsysteme, die gleichberechtigt nebeneinanderstehen, verfügt die moderne Gesellschaft weder über eine Spitze noch über ein Zentrum. Das hat zur Folge, dass niemand für sich beanspruchen kann, die Gesellschaft zu repräsentieren, in ihrem Namen zu sprechen, oder für alle verbindlich zu sagen, wie Gesellschaft aussehen müsste. Auch die Politik nicht, von der ja meist erwartet wird, (wenigstens) sie könnte die Gesellschaft steuern. Politik ist aber nur ein Teilbereich neben vielen anderen.
Ökologische Selbstgefährdung der Gesellschaft bedeutet, dass die Gesellschaft ihre Gefährdung durch die Umwelt selbst erzeugt, und zwar durch Kommunikation. Die Gesellschaft kann nach Luhmann ohnehin nichts anderes als kommunizieren. Und so sollte es auch nicht verwundern, dass das Ergebnis von Luhmanns Analyse nüchtern ausfällt: Auf Umweltkatastrophen kann die Gesellschaft nur durch ihre Funktionssysteme reagieren (kommunizieren). Und diese reagieren bzw. beobachten aus einer je eigenen Perspektive, nach je eigenen Relevanzen: für die Wirtschaft als Frage der Kosten (bzw. Gewinne), für die Politik als Wahlchancen, für die Wissenschaft als Thema neuer Forschung etc. Ohne Spitze und Zentrum ist auch eine moralische Integration der gesamten Gesellschaft nicht möglich: der moralische Appell z.B. von sozialen Protestbewegungen in Richtung Wirtschaft oder Politik erzeugt dort lediglich ein Rauschen, das auf ökonomische Rentabilität bzw. auf Wahlchancen hin beobachtet wird. Die Teilsysteme reden also mehr oder weniger aneinander vorbei.
Gezeigt anhand der ökologischen Frage, bietet dieses Buch einen tollen Überblick über die Teilsysteme und ihr Zusammen- (bzw. Auseinander)spiel. Man lernt dabei eine Menge über die moderne Gesellschaft, ihre Funktionssysteme und natürlich über Luhmanns Systemtheorie. Insofern ist das Buch auch eine Art Geheimtipp für alldiejenigen, denen die gesamte Gesellschaftstheorie von Luhmann zu umfangreich ist. Denn ?Ökologische Kommunikation" fasst die wichtigsten ihrer Bestandteile zusammen und liefert einen eindrucksvollen Anwendungsfall gleich mit.
Typisch für Luhmann ist auch dieses Buch in einer schwierigen Sprache geschrieben. Kenner der Systemtheorie sind hier sicherlich im Vorteil. Für Soziologen und soziologisch interessierte Leser ist das Buch absolut empfehlenswert. Politikwissenschaftler und idealistische Umweltschützer werden wohl eher empört oder verstört sein, denn sie werden mit unüblichen Sichtweisen konfrontiert, die eher relativistisch und eher pessimistisch in die Zukunft blicken lassen. Eine Auseinandersetzung mit Luhmanns Buch ist trotzdem auch für letztgenannte eine große Bereicherung.
Zur Resonanz der Teilsysteme der Gesellschaft
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Die Frage, die sich im Anschluß aller systemtheoretischen und soziologischen Betrachtung stellt: sind die einzelnen Teil(Funktions-)Systeme der Gesellschaft im Hinblick auf ökologische Gefahren überhaupt resonanzfähig?
Wenn man sich ersteinmal durch Luhmanns Lebenswerk (Die Gesellschaft der Gesellschaft) gegraben hat, so ging es mir - ist man wohl erst mal ohnmächtig. Nicht nur die Begriffswelt Luhmanns und ihre hohe Abstraktion, sondern auch der Verlust Normativer Strukturen läßt einen schauern. Das will nicht heißen, daß man dieses Werk nicht beachten sollte - im Gegenteil, doch wenn man es auf einer tieferen Abstraktionsebene haben will, sollte man lieber "Ökologische Kommunikation studieren. Allerdings könnte dann das Verständnis für wichtige Begriffe fehlen, die grundlegend sind für ein wenig Verständnis von Luhmann Gedankenkonstrukt. Wer sich mit soziologischen Fragestellungen beschäftigt, kennt das Dilemma: in der Gesellschaft kommt ungefähr alles vor. Sie ist eben komplex. Sie ist eine emergente Ordnung. Kritik Luhmanns war, daß bisherige Theorien an dieser Vielheit (und ihrer Einheit)gescheitert sind. Vielmehr sei es also nötig, die Beobachtungsweise zu reduzieren: auf die Differenz von System und Umwelt. Man soll eben nicht die Einheit betrachten,sondern die Unterschiede, die sie macht... Und da ist man schon in einer völlig abstrakten Begriffskonstruktion gelandet, die man erst mal denken lernen muß. Schließlich also gibt es nach Luhmann Systeme, die gegen Umwelteinflüsse weitgehend abgeschottet sind, und aber nur in Ausnahmefällen auf Umwelteinflüsse reagieren. Die Teilsysteme des Sozialen Systems "Gesellschaft", z.B. arbeiten nach Codes. Änlich wie Parson (Das System moderner Gesellschaften)gibt es Teilsysteme,die sich mit spezifischen gesellschaftlichen Bezugsproblemen befassen. Bei Luhmann ist dieses Prinzip noch ausgeprägter: die Funktionssystemen erfüllen nur eine gesellschaftssyspezifische Funktion und programmieren ihre Operationen (Kommunikationen) nach binären (zweiwertigen) Codes. So arbeitet das politische System nach dem Code "Regierung/Opposition", die Wirtschaft nach "Zahlen/ nicht Zahlen(können)", das Erziehungssystem nach "bestehen/nicht bestehen". Unter diesen Vorraussetzungen kann man sich dann sehr wohl fragen, ob diese Funktionssysteme überhaupt resonanzfähig sind für ethisch/moralische Appelle, etwa die Umwelt zu schonen, denn jeder Zug von Normativität scheint aus der Welt. Ein Appell an ein Funktionssystem kann nach Luhmann nur in einer ihm verständlichen Weise so kommuniziert werden , daß es diesen auch versteht, eben in der Form seines Codes: für Umweltproble (Rohstoffknappheit, Pollution) bedeutet dies, um an das wirtschaftl. System zu kommunizieren: Preiserhöhungen, wobei dies Problem aufgrund der Interdependenzen der Systeme untereinander nicht aus der Welt ist, sondern möglicherweise als Inflation ins Wirtschaftssystem zurückkommt...Fontane würde sagen: ...ein weites Feld... Luhmann kann auch nicht wirklich Antworten geben auf die Frage, die er stellt,aber er gibt faszinierende Anstösse, einmal anders zu denken. Eine lohnende Lektüre!
Hannes Barske
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Produkt-Bild: Holzrausch: Der Bioenergieboom und seine Folgen

Holzrausch: Der Bioenergieboom und seine Folgen von Peter Wohlleben

Broschiert von adatia Verlag
Preis bei Amazon: EUR 14,90, Angebote ab EUR 14,89

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3940461032, Erscheinungsdatum: Juni 2008, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Holzrausch: Der Bioenergieboom und seine Folgen

4 Kundenrezensionen:

Autor im Rauschzustand?
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Das Buch finde ich schlecht recherchiert!

Zwar sind ein paar richtige Punkte beschrieben, jedoch spríngt er von tropischer Waldwirtschaft zur deutschen Waldwirtschaft hin und her. Er verallgemeinert die wenigen schwarzen Schafe auf die gesamte Forst- und Holzbranche. Von neutraler Darstellungsweise keine Spur, er polarisiert wo es nur geht.
Zusätzlich fehlen mir für seine Anschuldigungen Beispiele, bzw. Quellenangaben. Er behauptet in dem Buch so viel, dass man hier von einer persönlichen Meinung ausgehen muss, jedoch nicht von einem Zustand der deutschen Waldwirtschaft, wie man sie in der Realität antrifft.

Gruß von einer Försterin,
der der Wald mindestens genau so viel am Herzen liegt, wie Herrn Wohleben.
gut recherchiert und kompetent geschrieben
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch rückt das romantische Bild vom Umweltschützer, der Friedenspfeife rauchend vor seinem offenen Kaminfeuer sitzt, gründlich zurecht. Kann es sehr empfehlen, nicht nur für Leute vom Fach, sondern für jeden, der sich für seine Umwelt und Nachhaltigkeit im Energieverbrauch interessiert.
Informativ
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das Buch ist leicht verständlich und informativ gehalten. Der Autor schafft es eindringlich davor zu warnen, wie eine Zukunft aussehen könnte, wenn der Mensch rücksichtslos auf Bioenergie setzt.
Ein leicht verständliches, populärwissenschaftliches Buch, das jedem Bürger, vor allem den Politikern, wärmstens empfohlen sei
4 Punkte 4 von 5 Punkten
In seinem neuen Buch beschäftigt sich der Forstingenieur Peter Wohlleben mit dem brisanten und hochaktuellen Thema der Klimaveränderung und dem verzweifelten Versuch mit alternativen, biologischen Energierohstoffen eine Katastrophe abzuwenden.
Dabei grassiert zur Zeit ein regelrechter Boom in erneuerbare Energien aus biologischen Rohstoffen, wie Holz, Raps, Chinagras etc.
Dass diese Medaille, wie alle anderen, auch eine andere Seite besitzt, beschreibt Wohlleben in seinem Buch Holzrausch, dessen Titel sich an den großen Goldrausch des 19. Jahrhunderts in Amerika anlehnt. Mittlerweile hat die Gier nach dem nachwachsenden Rohstoff Holz bisweilen ebenso bizarre Züge angenommen.
In dem ersten Abschnitt Energie aus dem Wald beschreibt der Autor die Vor- und Nachteile der Holzöfen und Pelletheizungen und informiert den Leser auch über die Schlagzeile Feinstaub, die immer wieder in Zeitungen und Nachrichten auftaucht. Was wenige wissen, ist, dass die wachsende Nachfrage nach Brennholz und alternativen Energien bereits jetzt eine Holzknappheit hervorgerufen hat und die Wälder vor einer erneuten Nährstoffverarmung bewahrt werden müssen. Denn es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der komplette Baum, vom Stammfuß bis zu Zweigspitze verwertet wird und keinerlei Biomasse mehr übrig bleibt, um in Ruhe vor sich hinzufaulen und damit unzähligen Tier- und Pflanzenarten eine erneute Lebensgrundlage zu bieten.
Welche Auswirkungen dieser Holzrausch auf das Ökosystem Wald hat und wie die Prognosen aussehen, zeigt Wohlleben in dem Kapitel Lebensraum Wald auf leicht verständliche Art und Weise.
Wie schizophren und kurzsichtig der derzeitige Boom nach Holz, Raps oder auch Chinagras als neue Energieträger ist, wird in dem Abschnitt Überstrapaziert geschildert. Hier erfährt der Leser einige interessante Hintergründe über Weltwirtschaft und Umweltpolitik.
In Klima, prima! setzt sich Wohlleben mit der aktuellen Klimaproblematik auseinander und den derzeitigen Versuchen dem steigenden Treibhauseffekt entgegen zu wirken. Auch hier wird differenziert auf die verschiedenen Methoden und Alternativen eingegangen.

Das zweite Buch von Peter Wohlleben beschäftig sich auf kritische Weise mit einem sehr wichtigen Thema, welches jeden von uns angeht und immer mehr in den Fokus von Gesellschaft und Politik rückt. Noch vor knapp zehn Jahren war Heizen mit Holz wenigen Naturliebhabern überlassen, mittlerweile ist daraus eine florierende Industrie entstanden, die bereits deutlich Auswirkungen auf das Ökosystem Wald genommen hat. Und nicht nur dort ist der derzeitige Bioenergieboom zu spüren, auch in der Landwirtschaft sind die Folgen bereits unverkennbar. Riesige Ackerflächen werden zum Anbau von Raps und Mais genutzt, um diese zu Öl oder Biogas umzuwandeln. Wie sehr die Lebensmittelindustrie davon betroffen ist, zeigen die steigenden Import-Zahlen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Peter Wohlleben beschreibt leicht verständlich welche Auswirkungen die derzeitige Ausbeutung unserer Umwelt haben wird und warnt vor allzu euphorischen Stimmen, welche die Bioenergie als Rettung vor der Klimakatastrophe preisen. Dabei hat Wohlleben eine ausgezeichnete Recherche betrieben, von der eine Unmenge an Zahlen zeugt, die der Autor dem konsternierten Leser um die Ohren haut. Sicherlich sehr interessant, manchmal aber auch zuviel des Guten. An der einen oder anderen Stelle hätte ein Diagramm den Text auflockern können, beziehungsweise das Anliegen des Autors besser verdeutlicht. Das Buch hat einen sehr negativen Tenor und manches Mal steht man allein beim Lesen kurz vorm Verzweifeln, ob der Ausweglosigkeit der derzeitigen Situation.
Doch Peter Wohlleben informiert und kritisiert nicht nur, sondern spendet auch Hoffnung, denn es ist (fast) nie zu spät noch etwas zu ändern und dem aktuellen Trend eine neue Richtung zu geben, um unsere Wälder und unsere Umwelt dauerhaft zu bewahren. Leider ist das Buch mit knapp 15 Euro für 160 Seiten nicht gerade günstig.
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