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Die andere Klima-Zukunft: Innovation statt Depression von Claudia KemfertGebundene Ausgabe von Murmann-Verlag GmbHPreis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 16,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 386774047X, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Die Visionen der Visionärin und der blaue Himmel 2 von 5 PunktenFrau Kemfert Sie sind ein Talent, daran gibt es keinen Zweifel. Sie verstehen was vom Marketing. Da kann so mancher Autor ordentlich was von ihnen lernen. Der fachliche Inhalt Ihres Buches hingegen kann mich nicht so recht überzeugen. Schon am Anfang die unreflektierte komprimierte Wiedergabe des IPCC Klima Requiem ist ehr peinlich. Sie wissen doch was Herr Prof. Schellnhuber, unserer Klimapapst, unlängst bei einer Klimakonferenz mit diversen Nobelpreisträgern gesagt hat? Die Wahrscheinlichkeit, daß der Mensch einen entscheidenen Einfluß auf den Klimawandel hat, ist seiner Meinung nach etwa 60%. Und das IPCC gibt in seinem letzten Bericht für das wahrscheinlichste Klimaszenario (2100 4 Grad Erwärmung) ebenfalls eine Wahrscheinlichkeit von 60% an. Ich hoffe doch, daß Sie oder Ihre Assistenten den IPCC Bericht von vorn bis hinten gelesen haben. Abschließend sei noch dazu gesagt, daß eine Wetterprognose heutzutage eine Wahrscheinlichkeit von ca. 80% hat. Aus dem Alltag wissen wir, daß das nach viel klingt aber praktisch nicht soviel ist. Wenn der Bus so unpünktlich kommen würde, hätten wir ein Problem. Und 60% sind noch viel, viel schlechter. Die von Ihnen erläuterten wirtschaftlichen Zusammenhänge basieren jedoch auf dieser wackeligen Grundlage. Aber ich verstehe einfach nicht, wie Sie als Wirtschaftsprofessor allen Ernstes behaupten können, daß die Theorie vom Klimawandel die Grundlage unserer Wirtschaftsstrategie sein soll. Würden Sie in eine Firma investieren, deren Geschäftsmodell auf einer Technologie basiert, deren Funktionieren nur zu 60% gesichert ist, ohne Aussicht, daß sich dieser Wert verbessert? Vermutlich nicht! Ich würde es auch nicht tun und die meisten Leser auch nicht. Was nützen die schönen Fenster, die Sie in Ihr Klimawirtschaftsgebäude hineinsetzen, wenn sein Fundament in einem Sumpf liegt? Nach dem Klimawandelkapitel starten Sie durch und legen dem Leser dar, was wir jetzt machen sollen, um die Geschichte mit dem Klimawandel in Ordnung zu bringen. Es fällt sehr angenehm auf, daß Sie (oder Ihre Assistenten?) gut erklären können. Doch habe ich auch hier inhaltliche Bauchschmerzen. Der Handel mit Verschmutzungsrechten wird als gutes zukunftsträchtiges Modell dargestellt. Für die Investmentgesellschaft oder z.B. Herrn Gore rechnet sich die Sache. Aber beeinflußt die hier erreichte (oder nicht erreichte - wer kann das schon so genau nachweisen) CO2 Einsparung wirklich unser Klima? Ebenso Ihre praktischen Tips für den normalen Leser - wie z.B., nun doch in Gottes Namen endlich alle Glühbirnen gegen Energiesparlampen auszutauschen. Das klingt zunächst toll. Aber in Wirklichkeit ist das nicht vielmehr als heiße Luft. Mir persönlich klang der Testbericht der Zeitschrift Ökotest deutlich überzeugender als Ihre Argumentation. Oder haben Sie sich eigentlich schon detailiert mit den physikalischen Grenzen der Photovoltaik oder der Windkraft beschäftigt? Ich kann Ihren Optimismus bezüglich der Zukunftsträchtigkeit dieser Energiequellen leider nicht teilen. Nun gut. Insgesamt ein Buch das sich ganz gut liest. Aber was nützt das, wenn man vom Inhalt her sein Haus in einem Sumpf baut? Im Zeitalter des Marketings schaut man in solchen Situationen einfach nach oben in den blauen Himmel und schon ist der Sumpf weg (zumindest bis der Nacken anfängt zu schmerzen - aber bis dahin müssen die meisten Bücher verkauft sein ;-). Die im Klappentext und in diversen Zeitungsrezensionen angekündigten Visionen habe ich vergeblich gesucht. Für die gute Darstellung des Inhalts gebe ich zwei Punkte. Mehr wird es einfach nicht. Das traurige an dem Buch ist, daß damit allen Ernstes Politik betrieben wird. Früher waren es Ablaßbriefe und heute sind es Verschmutzungsrechte. Beides wurde bzw. wird mit dem Segen der allerhöchsten Stellen gehandelt. Wann wird die Menschheit mal schlauer? In einem Interview mit der Wirtschaftswoche am 15.7.2008 (online verfügbar) meinte Professorin Kemfert zum Ölpreis, daß 150$ für das Barrel völlig in ordnung wären und hier keine Blase vorläge. Sie sehe keinerlei Anzeichen für fallende Preise. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Light Sweet Crude in New York lag Anfang Dezember 2008 bei 43 Dollar. Ich glaube, daß damit keine weiteren Kommentare bezüglich der Visionen von Frau Kemfert notwendig sind. Aber was soll's, das Buch verkauft sich trotzdem bestens, die Leute lieben ebend Visionäre und schauen gern in den blauen Himmel. Für den anspruchsvollen Leser, der gern etwas über den Tellerrand des Mainstreams hinausschaut, empfehle ich als Alternative das Buch 'Cool it' von Bjørn Lomborg. Ein erfrischend unideologisches Buch geeignet für alle bewußten Verbraucher und Entscheider auf den verschiedenen Ebenen 5 von 5 PunktenDass wir vor einem dramatischen Klimawandel stehen, ja, erste Auswirkungen schon spüren überall auf der Welt, wird von keinem Politiker oder Wissenschaftler mehr ernsthaft bestritten. Wenn nichts unternommen wird, kann die durchschnittliche globale Temperatur in den nächsten hundert Jahren um vier bis fünf Grad steigen, mit verhängnisvollen ökologischen Folgen. Wachsender Energiebedarf in den Schwellenländern, vor allem in China und Indien wird die Co-2 Emissionen weiter steigen lassen, doch es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um sie drastisch zu reduzieren. Das ist sozusagen common sense. Und dennoch herrscht in der Öffentlichkeit eine große Verunsicherung. Da geistern einerseits Horrorszenarien durch die Medien von schmelzenden Polkappen und untergehenden Ländern wie Bangladesh. Klimaskeptiker auf der anderen Seite tun sich hervor mit dem Hinweis, das alles sei Alarmismus und reine Übertreibung. Die Berliner Wirtschaftsprofessorin und Energieexpertin Claudia Kemfert zeigt nun in ihrem vorliegenden Buch "eine andere Klima-Zukunft". Sie beschreibt Wege aus dem erwähnten Klima-Dilemma und bringt es unabhängig von irgendwelchen politischen und wirtschaftlichen Interessen oder Bindungen auf folgenden Punkt: Klimaschutz ist ein einzigartiger Wirtschaftsmotor für unser Land und wird, richtig und vernünftig betrieben, den Wohlstand unseres Landes sichern. Das Buch liefert für alle Verbraucher, aber auch für die Entscheider in unserem Land nicht nur eine sachliche Diskussionsgrundlage, sondern es erklärt verständlich und anschaulich die vielschichtigen und vernetzten Zusammenhänge von Klimaforschung, Umweltökonomie und Energiemärkten. Sie belegt eindruckvoll, dass und wie es möglich ist, das komfortable Leben in den Industrienationen weiterzuführen und auch künftig eine angenehme Lebensweise auf vergleichbar hohem Niveau zu ermöglichen. Ein Leben ohne "Verzichtsreligion", wie sie etwa Marcel Hänggi in seinem geradse erschienenen Buch "Wir Schwätzer im Treibhaus" ansatzweise predigt. Was das Buch neben seinen profunden Sachinformationen, die auch für Laien verständlich dargestellt sind, auszeichnet, ist das erfrischende Fehlen von Ideologie, jener Ideologie, die die Klimadebatte bisher jedenfalls oft zu ihrem Schaden überlagert hat. Man kann das Buch allen Verbrauchern und allen Entscheidern auf den verschiedenen Ebenen der Politik und der Wirtschaft nur ans Herz legen. http://www.amazon.de/gp/product/386774047X/ref=cm_cr_rev_prod_title 5 von 5 PunktenEin hervorragendes Buch! das Buch erklärt anschaulich die Zusammenhänge von Klimawandel und Energieversorgung- es erklärt wissenschaftliche Zusammenhänge leicht verständlich- der Text ist locker und teilweise sogar in heiterem Ton geschrieben, was bei dieser Materie ja wirklich eine Glanzleistung ist. Ein Muss für alle: Konsumenten, die wissen wollen, warum Klimaschutz auch bei alltäglichen Konsumentscheidungen wichtig ist, für Politiker, die sich erklären lassen wollen, warum Klimaschutz und nachhaltige Energiesorgung so wichtig sind und für Unternehmer, die verstehen wollen, wo mittel- bis langfristig die Zukunftsmärkte liegen. Das Buch könnte aber auch für Lehrer und Schüler interessant sein, da es ein Buch ist, was leichtfüßig höchst komplexe Zusammenhänge erklärt. Frau Professor Kemfert ist völlig zu Recht als Spitzenforscherin aber auch für Ihre kommunikativen Fähigkeiten mehrfach auszeichnet worden. Ein ausgezeichnetes Buch von einer ausgezeichneten Autorin! neutral und engagiert 5 von 5 PunktenEndlich mal ein Buch, das auch den Zusammenhang zwischen den Folgen des Klimawandels und den zurückgehenden Energiereserven herstellt. Wir haben gleichzeitig 2 Probleme zu Bewältigen. Dabei verfällt die Autorin nicht in Resignation was zu erwarten wäre, sondern sieht die positiven und ermutigenden Aspekte vor allem für unser Land. Wir haben (noch teilweise) einen technologischen Vorsprung vor anderen Ländern, sind aber dabei, diesen zu verlieren. Wer jetzt nicht mit anpackt hat selber Schuld. Ökonomin nicht Ökologin 5 von 5 PunktenFrau Kemfert hat ein Buch geschrieben, das mit dem "Schubladendenken" Schluss macht. Noch immer stehen sich Klimaschützer und Skeptiker gegenüber. Frau Kemfert geht das Thema nicht über die ökologische Schiene an, sondern über den Geldbeutel.Was kostst es , das Klima zu schützen, was kostet es uns, wenn wir nichts machen ? Aus diesem Grund sagt sie ja auch ganz unverblümt, sie sei Ökonomin, nicht Ökologin. Beeindruckend legt sie dar, dass nicht Ökostrom teuer ist, sondern das Festhalten an Kohle- und Atomstrom. Es ist schön zu wissen, dass solch eine kompetente Frau sowohl die Bundesregierung als auch die EU berät. |
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Holzrausch: Der Bioenergieboom und seine Folgen von Peter WohllebenBroschiert von adatia VerlagPreis bei Amazon: EUR 14,90 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3940461032, Erscheinungsdatum: Juni 2008, Auflage: 1 |
Eine Kundenrezension:Ein leicht verständliches, populärwissenschaftliches Buch, das jedem Bürger, vor allem den Politikern, wärmstens empfohlen sei 4 von 5 PunktenIn seinem neuen Buch beschäftigt sich der Forstingenieur Peter Wohlleben mit dem brisanten und hochaktuellen Thema der Klimaveränderung und dem verzweifelten Versuch mit alternativen, biologischen Energierohstoffen eine Katastrophe abzuwenden. Dabei grassiert zur Zeit ein regelrechter Boom in erneuerbare Energien aus biologischen Rohstoffen, wie Holz, Raps, Chinagras etc. Dass diese Medaille, wie alle anderen, auch eine andere Seite besitzt, beschreibt Wohlleben in seinem Buch Holzrausch, dessen Titel sich an den großen Goldrausch des 19. Jahrhunderts in Amerika anlehnt. Mittlerweile hat die Gier nach dem nachwachsenden Rohstoff Holz bisweilen ebenso bizarre Züge angenommen. In dem ersten Abschnitt Energie aus dem Wald beschreibt der Autor die Vor- und Nachteile der Holzöfen und Pelletheizungen und informiert den Leser auch über die Schlagzeile Feinstaub, die immer wieder in Zeitungen und Nachrichten auftaucht. Was wenige wissen, ist, dass die wachsende Nachfrage nach Brennholz und alternativen Energien bereits jetzt eine Holzknappheit hervorgerufen hat und die Wälder vor einer erneuten Nährstoffverarmung bewahrt werden müssen. Denn es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der komplette Baum, vom Stammfuß bis zu Zweigspitze verwertet wird und keinerlei Biomasse mehr übrig bleibt, um in Ruhe vor sich hinzufaulen und damit unzähligen Tier- und Pflanzenarten eine erneute Lebensgrundlage zu bieten. Welche Auswirkungen dieser Holzrausch auf das Ökosystem Wald hat und wie die Prognosen aussehen, zeigt Wohlleben in dem Kapitel Lebensraum Wald auf leicht verständliche Art und Weise. Wie schizophren und kurzsichtig der derzeitige Boom nach Holz, Raps oder auch Chinagras als neue Energieträger ist, wird in dem Abschnitt Überstrapaziert geschildert. Hier erfährt der Leser einige interessante Hintergründe über Weltwirtschaft und Umweltpolitik. In Klima, prima! setzt sich Wohlleben mit der aktuellen Klimaproblematik auseinander und den derzeitigen Versuchen dem steigenden Treibhauseffekt entgegen zu wirken. Auch hier wird differenziert auf die verschiedenen Methoden und Alternativen eingegangen. Das zweite Buch von Peter Wohlleben beschäftig sich auf kritische Weise mit einem sehr wichtigen Thema, welches jeden von uns angeht und immer mehr in den Fokus von Gesellschaft und Politik rückt. Noch vor knapp zehn Jahren war Heizen mit Holz wenigen Naturliebhabern überlassen, mittlerweile ist daraus eine florierende Industrie entstanden, die bereits deutlich Auswirkungen auf das Ökosystem Wald genommen hat. Und nicht nur dort ist der derzeitige Bioenergieboom zu spüren, auch in der Landwirtschaft sind die Folgen bereits unverkennbar. Riesige Ackerflächen werden zum Anbau von Raps und Mais genutzt, um diese zu Öl oder Biogas umzuwandeln. Wie sehr die Lebensmittelindustrie davon betroffen ist, zeigen die steigenden Import-Zahlen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Peter Wohlleben beschreibt leicht verständlich welche Auswirkungen die derzeitige Ausbeutung unserer Umwelt haben wird und warnt vor allzu euphorischen Stimmen, welche die Bioenergie als Rettung vor der Klimakatastrophe preisen. Dabei hat Wohlleben eine ausgezeichnete Recherche betrieben, von der eine Unmenge an Zahlen zeugt, die der Autor dem konsternierten Leser um die Ohren haut. Sicherlich sehr interessant, manchmal aber auch zuviel des Guten. An der einen oder anderen Stelle hätte ein Diagramm den Text auflockern können, beziehungsweise das Anliegen des Autors besser verdeutlicht. Das Buch hat einen sehr negativen Tenor und manches Mal steht man allein beim Lesen kurz vorm Verzweifeln, ob der Ausweglosigkeit der derzeitigen Situation. Doch Peter Wohlleben informiert und kritisiert nicht nur, sondern spendet auch Hoffnung, denn es ist (fast) nie zu spät noch etwas zu ändern und dem aktuellen Trend eine neue Richtung zu geben, um unsere Wälder und unsere Umwelt dauerhaft zu bewahren. Leider ist das Buch mit knapp 15 Euro für 160 Seiten nicht gerade günstig. |
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Stabile Ungleichgewichte: Die Ökologie der Zukunft von Josef H. ReichholfBroschiert von SuhrkampPreis bei Amazon: EUR 10,00, Angebote ab EUR 5,00 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3518260057, Erscheinungsdatum: April 2008, Auflage: 1 |
Eine Kundenrezension:Ein Nagel im Sarg des Denkens in Gleichgewichten 5 von 5 PunktenGleichgewichte erfreuen sich als gedankliches Konstrukt in vielen Wissenschaften grosser Beliebtheit - ganz gewiss ist das so in der Ökonomie und in der Ökologie. In der Ökonomie bestehen seit langem Zweifel am Nutzen des Denkens in Gleichgewichten. Mit seinem Buch schürt Reichholf die Zweifel am Nutzen des Gleichgewichtsdenkens in der Ökologie. Ich bin kein professioneller Ökologe, habe das Buch aber dennoch mit grossem Interesse und Gewinn gelesen. Besonders gefallen haben mir die klare Sprache und die Kürze des Buchs. Reichholf hat mich überzeugt, dass der Nutzen von Gleichgewichten in der Ökologie ebenso begrenzt ist wie in der Ökonomie. Insbsondere verdeutlicht Reichholf, dass Gleichgewichte als solche keinen erstrebenswerten Zustand darstellen. Offenbar gilt in der Ökologie, was in der Ökonomie schon seit geraumer Zeit bekannt ist. Dort hatte vor einger Zeit Thomas Schelling recht plastisch verdeutlich, dass Gleichgewichte nicht stets erstrebenswert sind: Wenn man einen Mann erhängt und er nicht mehr schwingt ist er im Gleichgewicht. Man wird aber nicht sagen können, dem Mann ginge es gut. |
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Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle to Cradle-Community von Michael Braungart, William McDonoughBroschiert von Europäische VerlagsanstaltPreis bei Amazon: EUR 25,00, Angebote ab EUR 14,50 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3434506160, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: 1 |
Eine Kundenrezension:Ein faszinierendes Buch mit einem Ansatz, der sich hoffentlich durchsetzen wird 5 von 5 PunktenMichael Braungart, Professor für Chemische Verfahrenstechnik und Geschäftsführer der Umweltschutzagentur EPEA in Hamburg ist das, was man einen Pionier nennt. Er hält seit langem unsere Umweltschutzstrategie für grundlegend falsch, weil sie, wie er sagt, darauf angelegt sei, den Schaden der Produktion für die Umwelt lediglich zu minimieren. Seine Vision indessen ist eine Kreislaufwirtschaft, bei der erst überhaupt kein Schaden entsteht. Sein Vorbild sind dabei die Ameisen. Ginge es nach ihm, gäbe es in Zukunft nur noch zwei Arten von Produkten: Verbrauchsgüter, die vollständig biologisch angebaut werden können und Gebrauchsgüter, die sich endlos recyclen lassen. "Cradle to cradle" - von der Wiege zur Wiege - bezeichnet er dieses Kreislaufprinzip. Er forscht seit Jahren im Auftrag von immer zahlreicher werdenden Firmen nach neuen Konzepten, um umweltschonende Produkte herzustellen. Im vorliegenden Buch gibt er nicht nur eine Einführung in sein Konzept,sondern zeigt am Beispiel Dutzender Firmen und Produkte auf, wie es tatsächlich funktioniert. Seit 1962 die amerikanische Schriftstellerin Rachel Carson mit ihrem Buch "Stummer Frühling" die ökologische Debatte einleitete, lange vor den Büchern des Club of Rome" ist der Diskurs immer moralisch geführt worden, meistens enggeführt auf die Alternative: hier die guten Umweltschützer, dort die böse, Gift produzierende Industrie. Vielfach wird auch heute noch das Umweltthema als ein Moralthema begriffen, und Moral kann man sich in der Krise nicht leisten. Diese Moraldiskussion geht von einem total negativen Menschenbild aus: die Menschen sind böse und durch Kontrollen muss diese Bosheit im Schach gehalten werden. Doch es geht nicht um Moral, sondern um Qualität. Produkte, sagt Braungart, die Menschen krank machen, sind einfach nur primitiv. Die Biomasse der Ameisen etwa auf der Erde ist etwa viermal größer als die Biomasse der Menschen und doch sind die Ameisen kein Umweltproblem, weil alle ihre Nährstoffe immer wieder in Kreisläufe gehen. Wenn die Menschen lernen, dass sie nützlich sein können anstatt weniger schädlich, kommen die Menschenrechte zurück, sagt Braungart. Ein erstaunlicher Ansatz. Denn wenn alle Stoffwechselprodukte der Menschen wieder Nährstoffe sind (entweder biologische Nährstoffe für alle Verschleißprodukte oder technische Nährstoffe für Gebrauchsgüter), dann könnte die Erde viel mehr Menschen menschenwürdig beherbergen. Er zeigt nun in diesem faszinierenden Buch, wie im Pionierland Schweiz, angefangen von Ciba Geigy, die nach der Sandoz-Katastrophe begannen, radikal umzudenken, begonnen wurde mit diesem Weg. Auch Firmen in Deutschland nutzen die cradle to cradle Philospohie, zum Beispiel der Textilhersteller Trigema mit seinem biologisch in einem halben Jahr abbaubaren T-Shirt, das er zudem noch in Deutschland produziert. Doch echte Innovation braucht die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen. Durch die zur Neige gehenden Rohstoffe ist das Zeitfenster relativ klein, sagt Braungart. Die Europäer haben weltweit das beste Industriedesign. Sie haben gute Ingenieurtechnik und sie haben nun auch durch diese Innovation die beste Kenntnis darüber, wie Dinge so gestaltet werden können, dass sie Nährstoffe für technische und biologische Kreisläufe werden. Es ist Zeit, die nächste industrielle Revolution in Gang zu setzen. |
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Sonnige Aussichten: Wie Klimaschutz zum Gewinn für alle wird von Franz AltGebundene Ausgabe von Gütersloher VerlagshausPreis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 17,49 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3579069667, Erscheinungsdatum: Februar 2008, Auflage: 1 |
3 Kundenrezensionen:Ein Buch, das informiert, motiviert und Hoffnung macht! 5 von 5 PunktenIch habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich so sehr motiviert und zum Handeln bewegt hat! Somit halte ich 5 Sterne für absolut gerechtfertigt. Während die Energiemonopolisten weiterhin Kohle, Öl und Gas verbrennen und uns einreden wollen, dass alternative Energien nur Geld kosten und unseren Energiebedarf nur marginal abdecken können, so zeigt dieses Buch die andere Seite: Die Konsequenzen unserer Energiepolitik sind verheerend und werden auf Dauer sehr viel Geld, Lebensqualität und vermutlich auch zahlreiche Menschenleben kosten. Aber noch können wir etwas ändern und ein vollständiger Umstieg auf erneuerbare und klimaschonende Energiequellen ist möglich, wenn wir nur wollen und dieses Ziel in den nächsten Jahren beharrlich verfolgen. Die Mittel, die uns hierzu zur Verfügung stehen, werden von Herrn Alt beschrieben und es gibt zahlreiche Fallbeispiele. Ich habe noch während des Lesens meinen Stromvertrag gekündigt und bin zu einem Ökostromanbieter gewechselt, außerdem werde ich mich an der lokalen Solargemeinschaft beteiligen. Dieses sind für mich nur erste Schritte und viele weitere sollen folgen. Ich kann nur empfehlen dieses Buch zu lesen! Vor den beschriebenen Tatsachen und den Lösungsmöglichkeiten sollte niemand die Augen verschließen. Endlich auch Lösungsvorschläge! 5 von 5 PunktenSicherlich kann man darüber diskutieren, ob es o.k. ist, wenn die Frau des Autors das Buch mit 5 Sternen anpreißt. Das machen Freunde und Familienmitglieder anderer Autoren jedoch sicherlich auch, nur unter einem Pseudonym, was ich persönlich noch viel schlimmer finde. Tatsache ist und bleibt jedoch, dass Dr. Franz Alt, im Gegensatz zu vielen Umweltaktivisten (siehe Al Gore) nicht nur die Folgen des Klimawandels aufzeigt, sondern auch Lösungen anbietet. Für mich ist es unbegreiflich, wie man einem Mann wie Al Gore den Friedensnobelpreis dafür verleiht, dass er lediglich Probleme aufzeigt, aber keine Lösungen anbietet. Die Folgen des Klimawandels sind uns mittlerweile bestens bekannt, nur was können wir dagegen tun? Das ist die entscheidende Frage! Und hierfür bietet Dr. Alt in seinem Buch viele Lösungswege an. Er ist eben kein Politiker "Marke Al Gore", sondern Journalist, der kritisch anmahnt, aber gleichzeitig auch Wege aus dem Dilemma aufzeigt. Sicherlich ist Dr. Alt eine Persönlichkeit die polarisiert, aber das tun Menschen eben, die den Mut haben, unangenehme Dinge anzusprechen, die manchmal auch weh tun. Ich empfehle jedem, der die Möglichkeit hat, Dr. Alt bei einem seiner vielen Vorträge live zu erleben, diese Möglichkeit wahrzunehmen. Das Buch sollte man trotzdem kaufen, damit man viele Aussagen nochmals visuell nachvollziehen kann. Klimaschutz kostet, das ist wahr, aber kein Klimaschutz kostet die Zukunft 5 von 5 PunktenKlimaschutz kostet, das ist wahr, aber kein Klimaschutz kostet die Zukunft das ist ebenso wahr und längst von klugen Ökonomen errechnet. Klimakatastrophe wurde das Wort des Jahres 2007. Die drohende Klimakatastrophe und wie wir sie verhindern können beschreibt Franz Alt in seinem neuen Buch. Sogar der Chef des größten europäischen Energiekonzerns, Wulf Bernotat, enthüllte während ich dieses Buch schrieb eine kleine Sensation, als er verriet, dass sein neugebautes Haus mit Wärmepumpe und Solarzellen ausgestattet sei und er damit 80 % der bisherigen Stromkosten einspare. Privat also nutzt der E.ON-Chef bereits die Sonne und ihre Kostenvorteile, während er seinen Kunden noch immer überwiegend die alte und immer teurer werdende Energie verkauft. Während der E.ON-Chef gelernt hat, dass ihm die Sonne nie eine Rechnung schickt, kündigt er seinen Kunden auch in Zukunft steigende Preise für Strom und Gas an. Wenn aber alle E.ON-Kunden es dem E.ON-Chef nachmachen und auf Erneuerbare Energien umsteigen, ist E.ON bald nicht mehr der größte Energiekonzern in Europa. Daran freilich ist Eon nicht interessiert und bestreitet deshalb noch immer die Vorteile und die Riesenchance des solaren Reichtums dieser Welt. Wulf Bernotat ist privat klüger, als sich sein Konzern nach außen gibt. Aber die deutschen Stromkunden wachen allmählich auf und lassen sich nicht mehr länger von den alten Energiekonzernen abzocken. Eon hat in den ersten acht Monaten 2007 über 68.000 Stromkunden verloren und Vattenfall gar über 100.000. Über 80 % der Deutschen setzen für die Zukunft auf Erneuerbare Energien. Unsere Erde ist sehr reich. Es reicht für alle theoretisch! Wie aber schaffen wir es, dass es auch praktisch für alle reicht? Albert Einstein sprach davon, dass wir Heutigen höchstens 10 % der in uns schlummernden Intelligenz nutzen. Wenn wir es schaffen, künftig statt 10 % der uns angeborenen Intelligenz 11 % zu mobilisieren, können wir Hunger und Umweltzerstörung, Kriege und Klimachaos hinter uns lassen. Unsere Erde verdankt ihren Reichtum der Sonne. Die Sonne schickt uns jede Sekunde 15.000-mal mehr Energie, wie zurzeit alle 6,6 Milliarden Menschen verbrauchen. Aber wir nutzen diesen natürlichen Reichtum viel zu wenig, weil er uns nicht bewusst ist. Wir liegen noch in den Ketten der alten atomar-fossilen Energiewirtschaft gefangen. Und dieser Zustand der Gefangenschaft bedeutet Kriege, Umweltzerstörung, Ausbeutung, Armut für viele und Wirtschaftsvernichtung für alle. Klar ist: Wenn wir Verbraucherinnen und Verbraucher die Atom-, Öl- und Kohlekonzerne nicht stoppen, zerstören sie die Welt. Wir stoppen sie vor allem dadurch, dass wir ihre Produkte Benzin, Heizöl, Kohle- und Atomstrom nicht mehr kaufen. Worauf begründet sich mein Optimismus für die Rettung des Planeten? Auf den schlichten Überlebenswillen jedes einzelnen Menschen. Interessenvertreter können eine Zeit lang Millionen Menschen in die Irre führen, aber niemals auf Dauer. Interessenvertreter können eine Zeit lang die Gefahren ihrer Produkte vernebeln, aber niemals auf Dauer. Interessenvertreter können eine Zeit lang ihre persönlichen und beruflichen Interessen über die der Gesamtgesellschaft und über die Interessen künftiger Generationen stellen, aber niemals auf Dauer. Naturgesetze können wir eine Zeit lang missachten, aber niemals ungestraft und erst recht nicht auf Dauer. Nur mit dem Reichtum der Sonne wird es uns gelingen, den Reichtum der Weltgesellschaft zu entfesseln und den Hunger auf unserem Planeten zu überwinden. Den Reichtum der Sonne nutzen ist die Voraussetzung einer gerechteren und einer besseren Welt. Die Sonne stellt uns in jeder Sekunde unseres Hierseins die Energie von weit über 100 Millionen Atomkraftwerken zur Verfügung kostenlos. Mit dem Reichtum der Sonne schaffen wir den Reichtum der Weltgesellschaft. Auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007 und auf der Bali-Konferenz im Dezember 2007 hat sich gezeigt, dass die Vertreter der alten Öl-, Gas-, Atom- und Kohlewelt noch stark sind, aber ihr Einfluss schwindet. Europa geht auf dem Weg ins Solarzeitalter voran. In den USA ist der Klimaignorant George W. Bush als Repräsentant der alten Erdöl- Lobby in der Defensive. Schon Ende 2008 steht er einsam im Museum der Geschichte. Die Zukunft gehört den Freunden der Sonne, die uns noch bis zu sieben Milliarden Jahre mit Energie versorgt preiswert und umweltfreundlich. Das Hauptproblem der sich globalisierenden Welt ist nicht, dass wir uns »globalisieren«. Das Hauptproblem ist, dass wir die einzig globale und ewig zur Verfügung stehende Energiequelle noch nicht in ihrer wahren Bedeutung verstanden haben: die Sonne mit ihrem Reichtum die Sonne mit ihrem Preisvorteil als Energiequelle die Sonne mit ihrer Chance zum ewigen Frieden und zur ewigen Energieversorgung Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel. |
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Öko-Nihilismus: Eine Kritik der Politischen Ökologie von Edgar L. GärtnerBroschiert von TvR Medienverlag JenaPreis bei Amazon: EUR 24,50, Angebote ab EUR 19,90 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3000205985, Erscheinungsdatum: Mai 2007, Auflage: 1 |
5 Kundenrezensionen:Demontage des Ökologismus 4 von 5 PunktenDieses Buch betrachtet die moderne Ökologie (und dort besonders die Klimaforschung) aus naturwissenschaftlicher, wirtschaftswissenschaftlicher, politischer und philosophischer Sicht. - Naturwissenschaften: Die Klimamodelle sind untauglich, weil sie die wichtigsten Daten nicht berücksichtigen können. Bisher ist es nicht gelungen, die Zusammenhänge Ozeane / Wolken / Niederschläge / Temperatur aufzulösen. Die Rolle der Sonne wird untertrieben, damit CO2 als wichtigster Faktor bestehen bleibt. Der Autor stellt einen alternatives Modell des Wetters vor, dass u. a. El Nino besser erklären kann. - Wirtschaftswissenschaften: Die regenerativen Energiequellen sind bisher unwirtschaftlich und müssen vom Staat (d. h. den Stromverbrauchern) mit Subventionen unterstützt werden. Die Nutzen, Kosten und Risiken von Klimawandel und Klimaschutz werden teils verzerrt dargestellt. - Politik: Der Klimaschutz ist für den Staat ein geeigneter Anlass, seine Einflusssphäre auszuweiten. Dazu passt, dass der Umweltschutz z. T. von der NATO erfunden wurde. - Philosophie: Hinter dem Ökologismus steht die Philosophie des Kollektivismus, er ist also gegen die Freiheit gerichtet. Mir hat das Buch gut gefallen, weil es das Thema aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet. Mehr zum Einfluss der Sonne siehe Calder / Svensmark: "Die Sterne steuern unser Klima". Die wirtschaftswissenschaftlichen und philosophischen Aspekte werden in Klaus: "Blauer Planet in grünen Fesseln" beschrieben. Aufschlussreich 5 von 5 PunktenDer Untertitel macht klar, worum es in diesem mit Fakten gespickten Buch wirklich geht. Der Titel könnte leicht zu Missverständnissen führen, denn der Autor benutzt nicht den Nihilismusbegriff, wie er in Lexika zu finden ist, sondern den von Albert Camus geprägten: "Nihilismus bedeutet nicht, an nichts zu glauben, sondern nicht zu glauben an das, was ist." (Seite 22) Im Zentrum des Buches stehen Zusammenhänge zwischen Politik, Ökonomie und Theologie. Dabei gelingt es dem Autor anhand zahlreicher Beispiele zu veranschaulichen, dass der Ökologismus in seiner derzeitigen Ausprägung einer gefährlichen, totalitären Ideologie sehr nahe kommt. Wesentlich dabei ist, dass diese Ideologie als Machtinstrument von oben verordnet wurde, wie aus den Dokumenten, die Gärtner zitiert, z. B. ab Seite 210 ff. hervorgeht. Umweltschutz in diesem Sinne hat nicht in erster Linie die Aufgabe, die Umwelt zu schützen, sondern Ängste zu schüren, denn damit ließ sich schon immer gut herrschen und ausbeuten. Und das manchmal gegen jede Vernunft. Wie schon erwähnt, spielen Fragen der Wirtschaft eine wichtige Rolle im Buch. Dem Autor gelingt es recht gut, die Vorteile einer Marktwirtschaft gegenüber einer Planwirtschaft heraus zu arbeiten. Um so verblüffender sind die Beispiele, die zeigen, dass Europa immer stärker der Planwirtschaft zuneigt. Obwohl dem Klimawandel im Buch breiter Raum gewidmet wird, wäre es viel zu kurz gegriffen, den wesentlichen Inhalt auf dieses Thema zu reduzieren. Zu beeindruckend sind die Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und lautstarken gesellschaftlichen Gruppen, die der Autor belegt. Auch wenn das Buch wegen der vielen dargebotenen Fakten nicht immer leicht zu lesen ist, lohnt es sich, es gründlich zu lesen, wenn man wirklich wissen will, warum so manches in Politik und Gesellschaft sich der Logik entzieht und dem gesunden Menschenverstand oft völlig zuwider läuft. Ökologismus, wie er leider inzwischen weit verbreitet betrieben wird, hat alle Merkmale einer Ersatzreligion. Auch dafür führt der Autor dankenswerter Weise reichliche Beispiele ins Feld. Sehr nützlich ist das Literaturverzeichnis und das Register, welche gezieltes Nachschlagen und eigene Recherchen sehr erleichtern. Alles in allem: ein Buch, das man gelesen haben sollte, wenn man nicht unbewusst Opfer einer beachtlichen Indoktrination auf breiter Front bleiben will. Bürger zu Untertanen 5 von 5 PunktenTrotz des etwas sperrigen Titels "Öko-Nihilismus" ein absolut lesenswertes Buch, das überzeugend aufzeigt, wie große Teile der Politik - mithilfe einer abhängigen und instrumentalisierten "Klimawissenschaft" - den Bürger zum Untertan machen (wollen). Unabhängig davon, ob es einen "Klimawandel" (natürlich gibt es den, das Klima ist nicht statisch) oder einen "menschengemachten Klimawandel" (derzeit eine reine Glaubensfrage) gibt, werden jedoch derzeit in der öffentlichen Diskussion die falschen Akzente gesetzt. Wenn die Situation tatsächlich so dramatisch ist, wie vielfach behauptet wird, wird die Selbstkasteiung und der Wohlstandsverzicht Deutschlands die Welt nicht retten. Stattdessen käme es darauf an die Situation nüchtern abzuwägen und sich für die Zukunft zu positionieren. Wie auch immer: Diese Zukunft lässt sich nur aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus erfolgreich gestalten und nicht durch Verzicht auf Wachstum. Philosophische Abrechnung mit der politischen Ökologie 5 von 5 PunktenEinen nicht ganz einfachen Lesestoff präsentiert der studierte Hydrobiologe und Umweltjournalist Edgar L. Gärtner mit seinem fast 300 Seiten umfassenden Buch über die Hintergründe der weltweiten umwelt- und klimapolitischen Entwicklungen. Als früherer Akteur der grünen" Bewegung gehört Gärtner heute zu den selteneren kritischen Geistern in der Umweltdiskussion. Sein Buch ist deshalb auch nicht nur eine distanzierte Würdigung aktueller umweltpolitischer Daten und Fakten, sondern mehr eine engagierte, mit vielen historischen Bezügen und philosophischen Argumenten gespickte Abrechnung mit der politischen Ökologie. In einer Gesellschaft, die gerade auch in der Umwelt- und Klimapolitik auf political correctness Wert legt, wirkt schon der Titel des Buches provozierend. Um die Studie richtig einordnen zu können, muss man sich unvoreingenommen auf die Suche nach dem Wertegerüst begeben, von dem aus der Autor die politischen Entwicklungen beurteilt. So lässt er gleich zu Beginn in einer persönlichen Vorbemerkung den Leser wissen, dass er sich politisch bei den "Radikal-Liberalen" oder "Libertären" und Konservativen mit mehr oder weniger engen religiösen Bindungen" verortet. Unmissverständlicher könnte seine Positionsbestimmung auch lauten: Liberal mit religiösen Bindungen. Märkte sind für ihn nicht von sich aus frei, sondern bedürfen der politischen Gestaltung einer universal-moralisch begründeten Rahmenordnung" (S. 230). Dabei beruft Gärtner sich auch auf Friedrich August von Hayek, der wiederholt auf Bezüge zwischen Marktwirtschaft und christlicher Religion hingewiesen hat. Wichtig für den Standpunkt des Autors ist aber auch seine Definition von Nihilismus, die im ersten Kapitel auf Seite 22 erfolgt. Nihilist sein bedeutet nicht, an nichts zu glauben, sondern nicht zu glauben an das, was ist. Der Realitätsverlust so mancher Politiker ist ein Symptom dieser Haltung. Am Schluss des Buches, im Abschnitt Ein amerikanischer Traum von Europa", wird Gärtners Weltsicht nochmals komprimiert beschrieben: Das Argumentationsmuster, mit dem Albert Camus seinerzeit totalitäre und nihilistische Entwicklungen im 20. Jahrhundert gegeißelt hat, bildet den anspruchsvollen politischen, philosophischen und letztlich auch religiösen Hintergrund des Buches. Öko-Nihilismus steht bei Gärtner für Verachtung der unveränderlichen menschlichen Natur", für Ersatz individueller Freiheitsrechte durch Wertekataloge, die Gesinnungsterror rechtfertigen" wollen. In diesen Kontext ist auch der gesunde Menschenverstand" einzuordnen, dem der Autor mit Verweis auf das Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre sozusagen die Rolle eines generellen Problemlösers zuweist. Vor dem Hintergrund des beschriebenen Wertegerüstes entwickelt der Autor seine harsche Kritik am Wohlfahrtsstaat und an der politischen Ökologie, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Aufgrund seiner intimen Kenntnisse über die Entwicklung der Umweltbewegung in Deutschland werden die verschiedensten polit-ökologischen Strömungen sowie umweltpolitische Aktionsprogramme und Maßnahmen unter die Lupe genommen. Kritik wird vor allem am Vorsorgeprinzip geübt. Wie in der Sozialpolitik des Wohlfahrtsstaates würden auch in der Umweltpolitik mit diesem Prinzip Maßnahmen , Programme, Gesetze und Verordnungen begründet, die dem Einzelnen die Luft zum Atmen rauben würden. Die Wurzeln dieser Entwicklung liegen nach Ansicht des Autors bei dem heute dominierenden jakobinschen" Primat der Politik, bei dem das Recht auf Freiheit hinter das Recht auf Existenz durch staatliche Fürsorge zurücktritt" (S. 173). Nicht zuletzt auch die Programme und Pläne für eine nachhaltige Entwicklung hätten nichts anderes zum Inhalt, als dass sie die Menschen zu ihrem Glück zwingen wollten. Nachhaltigkeit ist für Edgar Gärtner, so wie es auch die Enquete-Kommission des Bundestages Schutz des Menschen und der Umwelt" formuliert hat, kein planbarer, wissenschaftlich begründbarer Zustand, sondern eine regulative Idee" im Sinne Kants, ein offenes erkenntnistheoretisches Konstrukt, das dem menschlichen Verstand bei Such- und Lernprozessen die Richtung weist" (S.193). Allerdings ist auch der Autor selbst nicht gefeit vor Polemik und überzogenen Positionen. Das ist beispielsweise bei den an vielen Stellen des Buches fast ideologisch anmutenden Ausführungen zu den klimapolitischen Zusammenhängen der Fall. Die Einordnung von Theorien über eine drohende Klimakatastrophe - so fragwürdig sie auch sein mögen - als von selbsternannten Hohepriestern fei erfunden" (S. 243), überschreitet nicht nur das Gebot der political correctness, sondern schneidet auch den Weg ab für eine bessere politische Bewertung von Erkenntnissen der Klimaforschung. Insgesamt fehlt die konstruktive Würdigung der Existenz globaler politischer Gestaltungsaufgaben, gerade auch in der Umwelt- und Klimapolitik. Auch so mancher vernünftige Ansatz in der Wirtschaft und Gesellschaft für den Umwelt- und Klimaschutz sowie die internationale Zusammenarbeit gehen im Kritikhagel des Autors unter. Zudem erscheint die Beschreibung der Umwelt- und Klimapolitik als ein Werkzeug der Kalten Krieger sehr eigenwillig. Auch so manche Problemgewichtung und Kritik ist unverhältnismäßig. Es wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. So wird beispielsweise die Agenda 21 sehr einseitig ausgelegt und in ihrer Bedeutung weit überschätzt. Das gilt auch für den Emissionshandel. Für den im Umwelt- und Klimaschutz engagierten Bürger, Wissenschaftler und Politiker bietet das Buch dann auch für den Alltag nur begrenzte Hilfestellungen. Aber es provoziert und zwingt den Leser zur Überprüfung seiner eigenen Position oder Vorurteile. Unabhängig von seiner umwelt- und klimapolitischen Einordnung ist das Buch aber ein eindrucksvolles Plädoyer für eine freiheitliche Wirtschaft und Gesellschaft, die nicht einfach dem Laissez-faire frönt, sondern in der die individuelle Freiheit und Verantwortung des Einzelnen in den Vordergrund gestellt wird. Lesenswert ist das Buch vor allem auch deswegen, weil das Plädoyer für die Freiheit mit vielen originellen historischen Bezügen und philosophischen Darstellungen verknüpft wird. Dabei erfolgt auch eine lehrreiche, zum Teil recht eigenwillige Auseinadersetzung mit einschlägigen Philosophen, Soziologen, Historikern und politischen Strömungen. Schritt für Schritt analysiert Edgar L. Gärtner die Umweltschutzpolitik der letzten Jahrzehnte. 5 von 5 PunktenWenn ein ausgebildeter und versierter Ökologe die gängige Politik im Namen der Ökologie scharf angreift, so mag das auf den ersten Blick verwundern. Traut man sich, ein Buch zu lesen, das sich massiv gegen den "Mainstream" der Publikationen zum Thema Klima- und Umweltschutz wendet, dann wundert man sich anschließend eher darüber, dass sich nicht mehr Fachkundige wie Edgar L. Gärtner kritisch bezüglich der aktuellen Politik und Stimmungsmache äußern. Denn, so vermag der Autor schlüssig und unkompliziert nachzuweisen, die Klimadebatte und die damit verbundenen Restriktionen für den Einzelnen beruhen größtenteils nicht auf Daten, die mittels naturwissenschaftlicher, eindeutiger Methoden gewonnen wurden, sondern auf Computersimulationen, die auch heute noch extrem fehlerbehaftet sind und sich an Größen orientieren, die nach dem aktuellen Wissensstand so nicht stimmen und im Grunde jedes gewünschte Ergebnis liefern können. Schritt für Schritt analysiert Edgar L. Gärtner die Umweltschutzpolitik der letzten Jahrzehnte. Er zeigt, dass Nachhaltigkeit, von der Idee her durchaus klug, in der von Politikern propagierten Form nur zu Verarmung eines Großteils der Bevölkerung und zu einem wirtschaftlichen Rückschritt führen kann. Vor allem geht es ihm darum, deutlich zu machen, dass die von oben verordnete und logisch nicht nachvollziehbare Klimaschutzpolitik auf einen massiven Verlust des Einzelnen an Freiheit, einem demokratischen Grundrecht, abzielt. Dazu gehören nicht einmal so sehr die Versuche, die Mobilität des Bürgers durch unmäßiges Verteuern und Verleiden des Autofahrens einzuschränken, sondern sondern durch regelrechte Planwirtschaft (beispielsweise Reduktion eines erheblichen Teils der Kohlendioxidemissionen in kürzester Zeit, obwohl mittlerweile vieles gegen das Kohlendioxid als wesentlicher Faktor im Klimageschehen spricht). Politiker versuchen, ein neues, die Bevölkerung in ihrer Angst einigendes Feindbild zu kreieren, das Kohlendioxid, nachdem der alte Feind "Kommunismus" mit dem Ende des Kalten Kriegs abhanden gekommen ist. Die Ökologie hat sich dem Autor und seinen Argumenten zufolge zum Ökologismus gewandelt, einer Religion oder einem Religionsersatz zur Erzeugung eines schlechten Gewissens und eines Heilsgedankens; diese Religion hält sich allerdings für die allein verbindliche und stellt somit unser Recht auf Religionsfreiheit infrage. Gärtner spürt vielen Aspekten des Ökologismus seit seinen Anfängen nach, die etwa bei Rousseau anzusiedeln sind: dem Nachhaltigkeitsgedanken, dem "Vorsorgeprinzip", das vor lauter Sorge um die Zukunft die Gegenwart brachliegen lässt, und dem eigenartigen Demokratieverständnis der Anhänger des Ökologismus. Wer sich ausschließlich an den Massenmedien orientiert, ohne den gesunden Menschenverstand einzusetzen, wird diesem Buch wenig abgewinnen können, denn es fordert den berühmt-berüchtigten "Common Sense" ein und dazu den Willen, sich auf naturwissenschaftliche Zusammenhänge einzulassen und anzuerkennen, dass es keineswegs die viel propagierte Übereinstimmung unter den so genannten Klimaforschern gibt, sondern vor allem eine Jagd nach ziemlich willkürlich verteilten Fördergeldern. Warum sonst würden Klimaforscher, lange Zeit dem "Mainstream" angehörig, nach ihrer Pensionierung plötzlich gegen diesen angehen? Der Autor als Naturwissenschaftler kritisiert nicht zu Unrecht, dass in den zum Klimaschutz berufenen Gremien hauptsächlich Computerspezialisten sitzen, nicht jedoch, wie anzunehmen, Naturwissenschaftler, vor allem auch Geologen und Astronomen. Angesichts dieser Tatsachen fällt es Gärtner leicht, Aussagen nicht nur des "Club of Rome" in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts, sondern auch aus populärwissenschaftlichen oder Fachartikeln zum Thema ad absurdum zu führen. Gärtner untersucht die Ursachen des aktuellen Verlustes an Freiheit (Meinungsfreiheit eingeschlossen, denn wer sich kritisch-fundiert zur politisch motivierten Ökologie äußert, muss, wie auch die Rezensentin weiß, ein starkes Rückgrat haben), der von einem nicht geringen Teil der Bevölkerung schweigend mitgetragen wird, und damit einhergehende Phänomene auf ihre Relevanz für die künftige Wirtschaft. Dass sich im Sinne der Unterbindung der Freiheit abseits der öffentlich zugänglichen Räume einiges tut, ist unbestritten, und der liberale Autor zeigt zudem auf, wie die zunehmende Freiheitsbeschneidung sich gerade auf die abhängig Beschäftigten auswirkt. Denn jeder einzelne Mitarbeiter sollte, meint Gärtner, seinen Grundrechten entsprechend, seine Zukunft und die seiner Kinder und Enkel weitestgehend selbst gestalten dürfen, was schon allein aufgrund der exorbitanten Einkommensbesteuerung zunehmend schlechter möglich ist. Kaum ein Aspekt zum Thema, den Gärtner sich nicht vornimmt, und die Parteienlandschaft kommt durch die Bank schlecht weg. Ob sich der Leser nun über den wirklich notwendigen Umweltschutz oder den Sinn und Nutzen einer Gelben Tonne informiert, der Autor argumentiert immer logisch. Allerdings setzt er gelegentlich mehr angelesenes oder an der Hochschule erworbenes Sachwissen voraus, als der Leser unter Umständen mitbringt, und sein Stil wirkt streckenweise zu gedrängt. Er zeigt jedoch schonungslos auf, woran etliche Menschen heute auf Kosten der Mehrheit verdienen, und gibt allen anderen die Chance, dies zu unterbinden. Man muss nicht unbedingt in jedem Detail mit Gärtner übereinstimmen, sollte aber im Sinne einer differenzierten Meinungsbildung Bücher wie dieses gelesen haben. |
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Die Reise ins lebendige Leben: Strategien zum Aufbau einer zukunftsfähigen Welt. Ein Handbuch von Joanna Macy, Molly Young BrownTaschenbuch von JunfermannPreis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 16,50 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3873875489, Erscheinungsdatum: Februar 2004, Auflage: 2., Aufl. |
4 Kundenrezensionen:Wegweiser für die Zukunft 5 von 5 PunktenDie promovierte Religionswissenschaftlerin und Systemtheoretikerin Joanna Macy aus Kalifornien gilt als eine der Begründerinnen der Tiefenökologie und ist eine führende Stimme im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Sie hat nicht nur einen wegweisenden theoretischen Rahmen für das Paradigma des persönlichen und gesellschaftlichen Wandels zur Nachhaltigkeit geschaffen, sondern auch eine Methodik zur praktischen Umsetzung entwickelt, die sie in unzähligen Workshops auf der ganzen Welt erprobt und verfeinert hat und durch die Tausende von Menschen gelernt haben, durch ein neues Verständnis des eigenen Selbst und der Welt sich für eine zukunftsfähige Gesellschaft einzusetzen. In einer ausgewogenen Mischung von kognitiven, emotionalen, spirituellen und praktischen Komponenten ermöglicht diese Methodik Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildung und Denkweisen, sich angesprochen zu fühlen und ihren Mut und ihre Kreativität zu entfalten Das Leben wieder lebenswert machen! 5 von 5 PunktenDieses Buch von Joanna Macy beschreibt in wunderbarer Art und Weise, wie wir der heutigen Bedrohung in unserer Welt begegnen können. Es ist faszierend geschrieben und klingt dabei nicht überheblich oder weltfremd. Praktische Übungen verknüpft mit der Theorie über unsere Vernetzung mit der Welt, führen einem vor Augen, dass auch die Menschen nur ein Teil dieser Welt sind. Es geht um die Wiederentdeckung unserer Verbundenheit mit allem was auf dieser Welt lebt. Sehr empfehlenswert. Eine Fülle von hilfreicher Anregungen 5 von 5 PunktenIn diesem Buch hat Joanna Macy gut leserlich und übersichtlich die Essenz ihrer "Arbeit, die wieder verbindet" dargestellt. Alle Menschen, die sich für den Erhalt dieses Planeten und für eine lebenswerte Zukunft engagieren, finden in diesem Buch eine Fülle von Anregungen und hilfreichen Übungen. Wer das Glück hatte, Joanna Macy persönlich in ihren Workshops zu erleben, kann das Buch als "Gedächtnisstütze" nutzen. Aber auch für alle, die ihre "Arbeit, die wieder verbindet" kennenlernen wollen, ist dieses Buch eine gute Einführung. Ein Buch, das Hoffnung macht und Kopf und Verstand gleichermaßen anspricht! Konkretes für die Umweltbildung! 5 von 5 PunktenEndlich (auf Deutsch!) habe ich konkrete und wirkungsvolle Uebungen, um mit jungen Menschen wie auch Erwachsenen den Wert unserer Schöpfung aufzuzeigen und spürbar zu vermitteln. Joanna Macy versteht es ein nachvollziehbares Weltbild zu vermitteln. Sie bringt mir eine Verbindung mit den Weltanschauen von Ost und West, was uns im Zeitalter der Globalisierung verbindet und wir so dringlich nötig haben. Viel Spass und tiefe Erlebnisse wünsche ich allen bei den Uebungen! |
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Green Business - das Milliardengeschäft: Nach den Dot-coms kommen jetzt die Dot-greens von Dietrich WaltherBroschiert von GablerPreis bei Amazon: EUR 39,90, Angebote ab EUR 31,90 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3834912735, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: 1 |
Eine Kundenrezension:Solides Öko-Unternehmertum für zukünftige Innovationen 5 von 5 PunktenDie aktuelle Banken- und Finanzkrise hat eine in Wahrheit genauso wichtige Einsicht wieder in den Hintergrund gedrängt: Bevor man die globale Welt verändert, wäre es wichtiger, sie zu retten und nicht weiter zu ruinieren. Die Sicherung unserer nachhaltigen Existenz durch wesentlich größere Anstrengungen im globalen Klima- und Umweltschutz brökelt schon wieder. Es scheint so, als ob manchem das angesichts vieler neuer umweltrechtlicher Vorschriften und selbst unternommener größerer Anstrengungen in den Unternehmen ganz Recht ist. Dahinter verbirgt sich allzuoft noch die überholte Meinung, dass mit grünen" Produkten oder Dienstleistungen kein Geld zu verdienen sei. Dietrich Walthers Buch Green Business- das Milliardengeschäft" zielt von der ersten bis zur letzten Zeile auf eine einfache Maxime: Es geht um eine grüne Revolution im Geschäftsinteresse und keine Öko-Ideologie. Anderes würde man dem weit über dier Finanz- und Bankenwelt hinaus erfolgreichen Unternehmer und Gründer einer staatlich anerkannten privaten Unternehmerhochschule auch gar nicht abnehmen. Er spricht sich gegen jene bekannte Doppelbödigkeit aus, dass alle zurück zur Natur wollen, aber keiner zu Fuß, sondern möglichst im gewohnten Dienstwagen. Das wird so nicht funktionieren. Keiner wird deshalb laufen müssen, aber die Autowelt wird sich aus Klima- und Kostengründen für Kraftstoffe genauso fundamental ändern müssen wie die gesamte Wirtschaft nach Einführung des Internets als neue Basistechnologie. Walther geht von diesem auf den ersten Blick ertaunlichen Vergleich mit der New Economy im 1. Kapitel aus. Er liefert gleich noch die Bezeichnung für die neue High-tech gestützten Green -Business Unternehmen mit: Dot-greens. Er wäre kein Unternehmer, wenn er sich den Begriff nicht schützen ließe und zugleich beweist, dass die Neuorientierung von Silicon Valley Unternehmen auf Green Business gerade erst beginnt. Wer glaubt, wir wären allein Spitze in Umwelttechnologien wird bald eines besseren belehrt werden. Walther beweist, dass künftig der LOHAS Lebensstil (von Lifestyle of Health and Sustainability) sowie ganz pragmatisch enormer Kostendruck der eingesetzten Ressourcen und Energien sowie neue Klimaschutzregelungen zu einem Neo-ökologischen Wirtschaften führen. Das wird durchgängig mit konkreten Zahlen zum zu erwartenden Geschäftspotential untersetzt sowie innovationstheoretisch untermauert. Die von Walther erstmals so klassifizierten wissenschaftlichen Schulen" des ökologischen Denkens ab S. 71 f hätten eine ausführlichere Darstellung verdient, weil sie ganz neu sind, auch wenn man bedenkt, dass Walther vor allem auf praktische Schlussfolgerungen zielt. Die Passagen zur klimapolitischen Diskussion heben sich von dieser sonst stringent eingehaltenen Linie etwa ab und sind dahingehend zu ergänzen, dass China die USA seit Drucklegung des Buches bereits im CO2 Ausstoß überholt hat. Anhand von in Deutschland kaum bekannten amerikanischen Startups zeigt Walther, wo es sich zu investieren lohnt. Die größten Potentiale künftigen Wachstums sieht der Autor in Solarenergie und Applikationen, eneuerbaren Energien und Energieeffiziensteigerung inkl.-speicherung, Biotreib- und rohstoffen, grünes Bauen und Green Design, sauberen Autos inkl. Transportlösungen, innovativer Infrastruktur, Nanotechnik und -materialien, Mobile Applikationen und Green IT, Abfall- und Wasser-Filtration sowie Cleantechnik allgemein. Während bei uns immer noch geglaubt wird, dass wir durch unsere Mülltrennmeisterschaft allein bereits vorn liegen, zeigt der Autor beachtliche Unterschiede im amerikanischen Herangehen an das Going Green. Dabei geht es sowohl um die Einkaufspraktiken von Handelsriesen wie Walmart als auch das Umsteuern solcher bekanten Firmen wie Apple, Hewlett-Packard, Cisco oder Google. Walther zeigt unaufdringlich und sehr anschaulich, wie Green IT" beim Energieeinsparen anfängt und viele Prozesse erneut wie einst das Internet revolutioniert. In dieser Dichtheit ist die empirische Analyse vielfach unterschätzter amerikanischer Vorgehensweisen für green solutions" inklusive ihrer Finanzierung neu. Sie mündet in einer einfachen Formel aus den Erfolgsgeschichten des noch immer kreativsten Erfindertals der Welt, die IMEAS genannt wird und als Akronym für Ideas+ Money+ Experience+ Activity for Sustainable Success steht. So einfach die Formel klingt, muss man sich wundern, warum sie bisher so in der Literatur nicht zu finden ist und wiederum sehr übersichtlich mit Tabellen und Fakten untersetzt wird. (S. !43 ff) Während bei uns häufig die öko-ideologischen Ansatzpunkte den Ausgangspunkt für notwendige Veränderungen darstellen, zeigt Walther die für die USA ganz typische enge Verflechtung von Unternehmertum und Hochschulwesen als Innovationsmotor. Der stottert bei uns schon durch das Beamtenrecht und die technische Basis der Hochschulen als überwiegend schlecht ausgestattete öffentliche Einrichtungen. Akademikereliten mit Entrepreneurtalent gibt es hierzulande selten, an den US Spitzenuniversitäten nach Walthers Analysen schon von Jugend an. Sicher nicht ohne Hintergrund zeigt D. Walther als Präsident einer privaten Hochschule am Beispiel der Studiengebühren für ein Stanford MBA mit Green Business Zuschnitt, was dafüre verlangt und auch geboten wird. Von Milliardenvermögen aus dem Sponsoring und engen Zusammenwirken mit Unternehmen können deutsche Hochschulen nur träumen und werden Fragen aufgeworfen, ob unsere Bildungs- und Hochschulreform tatsächlich schon dem neuen Green Business als Milliardengeschaäft entspricht oder eher wieder einmal wie beim Enstehen des Internets nachhinkt. Der Autor sieht auch auf diesem Gebiet erheblichen Nachholebedarf trotz floriender Exporte von Umwelttechnik, weil ander schnell nachziehen. Das Buch zeigt durch internationale Vergleiche, wo Deutschland in der Gründungaktivität (Total Entrepreneurial Activity) wirklich steht, nämlich bestenfalls im letzten Drittel des Ländervergleichs. (S. 180 ff.) Nochmals werden Schwerpunkte künftiger Gründungs- und Wachstumfelder herausgearbeitet und mit zahlreichen Hinweisen für in Deutschland weitestgehend unbekannte Firmennamen aus einem Ranking belegt. Hierdurch kann der Anleger und an Steuersparmodellen Interessierte für den Preis von weniger als einer Handwerksstunde wertvolle Anregungen für nachhaltig zukunftsfähige Investments gewinnen. Darüber hinaus schließt jeder Abschnitt des Buches mit Praxistipps, die manchmal zwar trivial klingen, aber sich unternhmerisch umzusetzen in jedem Fal schnell lohnt. Dem stehen im Text manchmal längere Passagen amerikanischer Originaltexte gegenüber und eine fast dissertationsmäßig anmutende Zitierfreude in 248 Fußnoten, die m.E. nicht unbedingt erforderlich gewesen wären. Sie rechtfertigen sich allerdings dadurch, dass der Autor als Hochschulpräsident auch wichtige Empfehlungen für das Going Green der Hochschulen nach internaionalem Vorbild gibt. Auch hier zeigt sich wieder, entgegen der Selbstsicht mancher Hochschullehrer, fehlen deutsche Unis auf Sptiztenplätzen globalen Rankings. Der aus der Fülle sonstiger Ökobücher herausragende Band zum regelrechten Grünen Wirtschaftswunder" fußt auf Innovationsstudien, die der Autor bei einem kleinen, hierzulande wenig bekannten Institut für Innovationsmanagement e.V." bei Berlin in Auftrag gegeben hat. Auch durch diese Mitwirkung unter Leitung von Wolf D. Hartmann gewinnt das Buch und unterscheidet sich wohltuend vom Approach" der sonst führenden internationalen Consultingunternehmen, die offenbar den Wert des Going Green als Milliardengeschäft erst noch erkennen müssen. Dietrich Walther schließt seine Überlegungen mit einer Aufforderung zum schnellen Tätigwerden in Sachen Green Business und dem Goethezitat, am Anfang war dit Tat. Daher sei hier gestattet, auf eine passende, noch ältere Forderung von Sokrates zurückzugreifen: Wer die Welt bewegen will, sollte sich erst selbst bewegen." Walthers Buch wird wie Al Gores Eine unbequeme Wahrheit" viele zum Nachdenken und Umsteuern bewegen. Dafür spricht auch, dass parallel bereits eine englische Fassung des Buches vorliegt. Russische, ukrainische sowie spanische Übersetzungen sind in Vorbereitung. Sie unterstreichen die internationale Bedeutung des neuen Milliardenmarktes, der auch die Banken- und Finanzkrise rasch lösen helfen wird. |
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Am Ende des fossilen Zeitalters: Alternativen zum Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen von Karl O. HenselingBroschiert von oekom verlagPreis bei Amazon: EUR 19,90 ISBN: 3865811221, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: 1 |
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Die Zukunft des Lebens von Edward O. WilsonTaschenbuch von GoldmannPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 7,50 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442152828, Erscheinungsdatum: Juli 2004 |
4 Kundenrezensionen:Ökologie im Vormarsch 5 von 5 PunktenEines der wichtigsten Bücher für unsere Gerneration und jene die noch kommen. Ein Buch, dass aufzeigt, dass der "totale Markt" irreversible ökologische Schäden hinterlässt. Ein Buch, dass gute Vorschläge aufzeigt, wie wir den Kollaps verhindern und so unseren Kinder eine "gesunde" Erde hinterlassen. Ein Buch für Jeden, der durch einfache Veränderungen des Lebenstils sehr viel verändern kann. Im Sinne des Lebens: "Ist dieses Buch überlebenswichtig"! Das wichtigste Buch der letzten Jahre! 5 von 5 PunktenEdward O. Wilson ist es in brillianter Weise nicht nur gelungen, die bedrohliche Lage unseres Planeten darzustellen, sondern auch Perspektiven für einen nachhaltigen Lebensstil und eine Politik der Nachhaltigkeit aufzuzeigen. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre an allen Schulen, aber auch für Politiker und Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen werden, weil es geeignet ist, unsere anthropozentrischen Scheuklappen wegzureißen und den Blick für die wirklichen Probleme der Zukunft unseres Lebens zu öffnen. Zweifellos eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre. Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel Überzeugende und aufrichtige Darstellung 5 von 5 PunktenDie Überbevölkerung gepaart mit dem verschwenderischen Umgang mit den natürlichen Ressourcen belastet die vielfältigen Ökosysteme unseres Planeten zusehens. Durch den zunehmenden Bevölkerungsdruck, die Zerstörung der natürlichen Lebensräume (z.B. durch Abholzung), die Einschleppung fremder Tier- und Pflanzenarten, die Umweltverschmutzung sowie die übermäßige Nutzung durch Jagd bzw. Wilderei hat der Prozeß des Aussterbens von Tier- und Pflanzenarten in den letzten Jahrzehnten sich dramatisch beschleunigt. Wie ist diese Entwicklung zu stoppen ? Wie läßt sich die Menschheit vom Wert der Vielfalt überzeugen ? E.O.Wilson, einer der führenden Evolutionsbiologen unserer Zeit und engagierter Anwalt für die Natur, liefert mit diesem Buch eine überzeugende Darstellung der wichtigsten Argumente zum Wert des Erhaltes der biologischen Vielfalt auf unserem Planeten. Dabei spannt sich der Bogen von dem unermeßlichen Reichtum bisher noch unentdeckter Stoffe und Gene in den vermuteten 8-10 Mill. Arten bis hin zu evolutionsgeschichtlich tief im Menschen verwurzelten Instinkten wie Biophilie und Lebensraumpräferenz. Wilson gibt Handlungsanleitungen zum Umsteuern mit vielen Beispielem und vergißt dabei nie, dass der Schutz von Natur nur funktionieren kann, wenn die meist bitterarme Bevölkerung den wirtschaftlichen Nutzen der Schutzmaßnahmen für sich persönlich erkennt. Das Buch ist ein eindringlicher Appell an die Mächtigen dieser Welt und an uns alle den Wert der Vielfalt zu erkennen und uns aktiv für ihren Schutz einzusetzen. Eine überzeugende und aufrichtige Darstellung. großer naturwissenschaftler 4 von 5 Punktenein wichtiges buch für die zukunft der menschheit. wilson beschreibt den zustand der erde und zeigt mögliche lösungen der umweltprobleme auf. |
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