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Energieautonomie: Eine neue Politik für erneuerbare Energien von Hermann Scheer

Zoom Produkt-Bild: Energieautonomie: Eine neue Politik für erneuerbare Energien
Gebundene Ausgabe von Kunstmann
Preis bei Amazon: EUR 19,90, Angebote ab EUR 7,95

3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3888973902, Erscheinungsdatum: Mai 2005, Auflage: 6., Aufl.

5 Kundenrezensionen:

Wunschvorstellungen ohne Realitätsbezug
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Das Buch beschreibt eine ideale Welt ohne Kohlekraftwerke, Kernkraftwerke, Erdgaskraftwerke . Die erneuerbaren Energien Wasser, Wind und Sonne sollen jetzt schon den Energiebedarf in Deutschland decken, bei Tag und Nacht. Zahlen fehlen weitgehend, so z.B. der gegenwärtige Anteil der erneuerbaren Quellen zur Stromversorgung mit ca.12%. Eine realistische und quantitative Abschätzung der zeitlichen Entwicklung der EE vermisse ich ebenso wie eine Diskussion des Übergangs in das Zeitalter ohne fossile Brenstoffe. Hingegen gibt es viel Polemik gegen die Unternehmen, die gegenwärtig den Energiebedarf zu 88% decken. Ein Buch über das Wunschdenken eines Gutmenschen.
Aufbruch in eine nachhaltige Energieversorgung
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
25 Jahre beschäftige ich mich schon mit dem Themenkomplex der erneuerbaren Energien. Dieses Buch bringt alle Fakten, die nötig sind, um die Problematiken der bisherigen Energieträger zu durchschauen und eine eingleisige Diskussion um CO2-Emissionen aufzubrechen, da die Schäden sich auch in anderen Bereichen wie z.B. verstärktem Wassermangel auswirken.
Darüberhinaus wird mit den Vorurteilen aufgeräumt, die einer flächendeckenden Nutzung von erneuerbaren Energien im Wege stehen und konstruktive Wege aufgezeigt, um bis zum Jahr 2050 komplett ohne fossile Brennstoffen auszukommem.
Leider unter den Erwartungen
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Leider hat das Buch nicht meine Erwartungen erfüllt. Es will Argumente liefern, die den Wechsel zu erneuerbaren Energien und einer dezentralen Energieversorgung untermauern. Leider verzettelt sich der Autor dabei in eine Abhandlung, wie der bisherige energiewirtschaftliche Komplex in unseren Köpfen fest verankert ist und alles tut, um diese Verankerung auch weiterhin real aufrecht zu erhalten. Dabei vergisst aber der Autor aber genau das was aus meiner Sicht schlagkräftige Argumente sind: Zahlen und Fakten. Ich hätte mir gewünscht, dass aktuelle Energiebereitstellung (national und international) aufgeführt werden, anhand derer verschiedene Studien bezüglich Plausibilität untersucht werden oder die unterschiedlichen direkten und indirekten Subventionsflüsse an die konventionelle Energieerzeuger aufgezeigt und -gerechnet werden. Insbesondere die Hauptargumente gegen Erneuerbare wie Subventionen, mangelnde Grundlastfähigkeit und Belastung der Netze werden nicht ausreichend sachlich widerlegt. Dieses Buch ist zu wenig Faktenorientiert und in seinem Aufbau zu unübersichtlich. Auch der sehr gute Gedankengang einer dezentralen Energieversorgung wird viel zu wenig ausgebaut und dargestellt.
Warnung vor dem "roll back"
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Dieses Buch ist für mich das dritte in einer Reihe gewesen, die ich aus Hermann Scheers Autorenschaft gelesen habe. Angefangen mit dem exzellenten "Solare Weltwirtschaft" und über das weniger ökologiezentrierte, aber politik- und gesellschaftskritische und gerade deshalb empfehlenswerte "Die Politiker" schafft "Energieautonomie" gleich mehrerlei: Es transferiert Überlegungen aus dem populären "Solare Weltwirtschaft" in die Gegenwart, und ohne allzuviel daraus zu wiederholen setzt es direkt daran an. Es stellt eine anspruchsvolle, interessante und gleichzeitig notwendige Strategie zur Durchsetzung erneuerbarer Energien vor. Und es präsentiert zahlreiche Gründe, warum ein Umstieg überfällig und vor allem machbar ist.
Sehr gefallen haben mir die Abschnitte, in denen gerade der Umweltbewegung auf die Finger geschaut wurde. Der Warnruf, dass das heutige Wachstum der erneuerbaren Energien keineswegs ein Selbstläufer werden wird ist ohne Zweifel berechtigt. Mächtige Gegenspieler stehen auf dem Plan, und unversehens könnte eine einzige, unglücklich verlaufende Bundestagswahl jahrelangen Fortschritt in diesem Bereich zunichte machen oder zumindest auf einem nicht zufrieden stellenden Niveau zementieren.
Vier Sterne gibt es von mir für die gute Recherche, den spannenden Ansatz, das Einführen des Konzepts der Energieautonomie (nicht zu verwechseln mit Energieautarkie!) und die Fortschreibung einer wichtigen inhaltlichen Buchreihe. Für den fünften Stern fehlt lediglich ein gewisses Quantum Etwas, das ich aber auch darauf schieben kann, dass ich durch die Lektüre der vorherigen Publikationen Hermann Scheers bereits vorbereitet und manches in anderen Worten so ähnlich schon einmal gehört habe. Nichtsdestotrotz ein empfehlens- und lesenswertes Buch!
Eine Aufbaukur für die regenerative Szene
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Nachdem Hermann Scheer, der unermüdliche Streiter für die überfällige Energiewende, in seinem Werk "Solare Weltwirtschaft" minutiös das Potenzial, die technisch-wirtschaftliche Machbarkeit und dazu gehörende Schlüsseltechnologien wie Stromspeicherung dargelegt hat, geht es im neuen Werk um die politischen und geistigen Hürden. Denn da die technischen Voraussetzungen gegeben sind, warum dauert es dann - angesichts all der bekannten und vielfach belegten Vorteile - immer noch so lange? Auch die Befürworter, so seine These, hätten nämlich die Denkweise und Argumentation des konventionellen Energieversorgungssystem mindestens teilweise verinnerlicht und ordnen sich ihr somit unbewusst unter. So etwa, wenn ein Architekt stolz von seinem neuartigen Bürogebäude "ohne Heizung" spricht, als ob die "solare Heizung" nicht vorhanden und nur eine Öl- oder Gasheizung eine "richtige" sei.
Ebenso wagten es zu wenige Befürworter, an die prinzipiell mögliche Vollversorgung mit Regenerativen zu glauben, dahinter zu stehen und dies offensiv zu vertreten, um nicht etwa als spinnerte Visionäre dazustehen.
Es geht inzwischen nicht mehr darum, Zahlen zum Potenzial usw. auf den Tisch zu legen - die Debatte muss weiterentwickelt werden und nach sonstigen Hindernissen fragen und für diese Lösung vorschlagen.
Hermann Scheer gelingt dies und er gibt so der Energieszene neuen Mut und die Hausaufgabe auf, sich bewusst zu werden, dass die Regenerativen der Konvention weit überlegen sind, und das eigene politische und energiewirtschaftliche Handeln auch daran auszurichten.
Bemerkenswert fand ich die historischen Herleitungen, etwa die Auseinandersetzung in 19. Jhdt. zwischen Edisons dezentraler und Westinghouse' zentraler Energieversorgung, mit deren Folgen wir uns heute noch herumschlagen. Die heutige Situation wird damit verständlicher.
Zudem ist das Buch durchaus flüssig und gut lesbar geschrieben.
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