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Der schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse von Nassim Nicholas Taleb
Preis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 21,00 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3446415688, Erscheinungsdatum: Oktober 2008
5 Kundenrezensionen:Ein Buch für die Finanzkrise und alle Krisen die noch kommen werden 5 von 5 PunktenIch musste bei diesem Buch erst einmal nachschauen, wann es geschrieben wurde, denn es liest sich so, als beschreibe es die aktuelle Finanzkrise (Stand Dez. 2008) aus einer geschichtlichen Warte! Das Unwahrscheinlichste ist eingetreten und keiner hat es kommen sehen (auch wenn im Nachhinein jetzt etwas anderes behauptet werden wird). Hätte ich das Buch doch nur ein Jahr früher gelesen ;-) Es hat mir sehr viele Aspekte zum Thema Wahrscheinlichkeiten / Statistik / Vorhersagen eröffnet, die ich in meinem Studium zwar gelernt habe, mich dabei aber meist ein komisches Gefühl begleitet hat. Die Widmung an Benoit B. Mandelbrot (von dem mich das Buch: "Fraktale und Finanzen: Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin" begeistert hat) war für mich übrigens der Kaufgrund. Und ich wurde nicht enttäuscht! Zusammengefasst: Die Möglichkeit, dass Dinge passieren, die wir (unsere Finanzberater und wer auch immer Dinge über die Zukunft verfasst) überhaupt nicht auf der Naht haben, ist viel eher gegeben als wir denken. In vielen (nicht allen) Bereichen des Lebens gibt es kein gemitteltes Risiko das berechnet werden kann, sondern nur hop oder top. Stellen Sie sich darauf ein. Wir wiegen uns in Sicherheit von mathematischen Modellen, die dem Außergewöhnlichen und dem Extremen viel zu wenig Platz einräumen und wundern uns dann, dass es in die Hose geht. Der Schreibstil ist - gelinde gesagt - aggressiv, aber das macht es nur amüsanter zu lesen. Randnotiz: Einige Kommentatoren empfinden das Buch als zu banal - richtig, naja vielleicht! Aber lieber banal und "im Großen und Ganzen richtig" als "Genau falsch". Ein außerordentlich wichtiges Buch mit mannigfaltigen philosophischen und auch theologischen Implikationen 5 von 5 PunktenMan kann dieses außergewöhnliche Buch lesen als ein Wirtschaftsfachbuch. Jedenfalls kann man es allen Ökonomen und Wirtschaftspolitikern nur dringend zur Lektüre empfehlen. Man kann es aber auch lesen als ein philosophisches Werk, ein Buch, das sich ausführlich befasst mit Phänomen, die unvorhergesehen geschehen, die niemand voraussagen kann und deren nachträgliche Erklärung auch nicht wirklich befriedigt. Nassim Nicholas Taleb war über zwei Jahrzehnte Börsenhändler an der New York Stock Exchange. Aus dieser Tätigkeit hauptsächlich mit Derivaten hat er auch eine Vielzahl seiner in diesem Buch dokumentierten Erkenntnisse gewonnen. Er gilt heute als "Hauptdissident der Wall Street" und will der Öffentlichkeit die Augen öffnen über das, was eigentlich nie passieren dürfte - und was dann doch ständig geschieht. Der Titel des Buches spielt auf die Überzeugung der Europäer an, die bis ins 17. Jahrhundert dachten, es gäbe nur weiße Schwäne, bis nach der Entdeckung Australiens dort schwarze Schwäne entdeckt wurden. Talebs Frage ist folgende: Kann es eine Theorie der Katastrophe geben, mit der sich der Mensch und die Gesellschaft, in der er lebt, vor dem finanziellen, persönlichen und politischen Desaster schützen können ? In seinem schon 2003 in den USA erschienenen Buch, das jetzt auf Deutsch vorliegt, hat er die Finanzkrise, die 2008 aus heiterem Himmel zu kommen schien schon vorhergesagt. Vor allem hat er beschrieben, warum sie kommen wird, - und er hat recht behalten. Von den vielen anderen Katastrophikern aller Couleur unterscheidet Taleb aber sein weiter Ansatz, der sich eben nicht nur auf die Finanzkrise beschränkt, sondern der, so sagt er, auf die Politik, auf Menschheitsfragen und auch auf das persönliche Leben übertragbar ist. Ein Treppenwitz ist es dabei allerdings, dass dieser Mann derzeit als der großer Prophet gefeiert wird, wo er doch in seinem Buch genau beschreibt, dass gerade die Tendenz, Entwicklungen zu berechnen und vorhersagen zu wollen, eine der Ursachen darstellt dafür, dass Wirtschaft und Gesellschaft dann von Katastrophen so hilflos überrascht werden. Taleb sagt, die Menschen sind blind gegenüber dem Zufall und blind gegenüber dem Risiko, gerade da, wo Experten irrtümlich glauben, die Risiken berechnen zu können. Meistens klammern Entscheidungen, die in die Zukunft gerichtet sind, konsequent die Möglichkeit aus, dass es dabei zu einer unerwarteten Katastrophe kommen könnte, zu einem sogenannten "Schwarzen Schwan". Einem Ereignis also, das ein absoluter Ausreißer ist, und außerhalb regulärer Erwartungen liegt. Zweitens hat dieses Ereignis enorme Auswirkungen und es werden im Nachhinein die unmöglichsten Erklärungen dafür konstruiert. Er nennt viele Beispiele für "Schwarze Schwäne", die nicht alle restlos überzeugen: die derzeitige Finanzkrise, die Anschläge des 11. September, ein Tsunami wie der vor einigen Jahren, die Auslösekette für den Ersten Weltkrieg, die militärische Hilfe der USA für die Islamisten in Afghanistan gegen die sowjetische Besatzung... Aber es gibt auch positive Schwarze Schwäne. Er nennt als ein historisches Beispiel dafür die zufällige Verunreinigung einer Laborprobe mit Penizillinschimmel, die zu einer völlig neuen Form der Infektionsbekämpfung führte. Natürlich hat man einen solchen Mann oft gefragt ( er ist in Talkshows und Interviews ein willkommener Gast), wie der Mensch solche Katastrophen verhindern kann. Taleb stellt die Fähigkeit des Menschen dazu grundsätzlich in Frage und empfiehlt stattdessen, nicht zu versuchen, die Wahrscheinlichkeit bestimmter Katastrophen vorherzusagen, sondern sich einfach auf die Tatsache vorzubereiten, dass es eine Katastrophe geben wird. Das heißt schlicht und einfach, Bereiche zu meiden, die im weitesten Sinn katastrophenträchtig sein könnten. Aktien zum Beispiel, das Bauen in einer Erdbebenregion wie Los Angeles u.v.a. Während Taleb immer wieder in seinem lesenswerten Buch in der Tradition anderer großer Denker und Philosophen Zurückhaltung fordert, lernt der Leser viel über die großen Philosophen und über die Geschichte der Ökonomie, ohne es richtig zu merken. Auch wenn es manchmal in der Fülle der Beispiele den Überblick verliert, zieht einen das Buch mit vielen interessanten Überlegungen und Geschichten in seinen bezaubernden Bann. Am Ende dieser Lektüre ist der Leser nicht nur schlauer, sondern auch um Vieles skeptischer, was Prognosen angeht. Wir können uns nicht absichern; wer das behauptet, ist ein Scharlatan. Menschen müssten lernen, so denkt der Rezensent, der immer auch mal wieder über die theologische Bedeutung von Vorgängen nachdenkt, mehr auf sich selbst zu vertrauen und zu lernen, dass alles endlich ist, auch ihr Leben, ihr Wohlstand , ihre Gesundheit, ihr Glück. Jeden Tag neu dankbar das Leben annehmen und leben, anstatt wie der Reiseesel Mallorca bei Janosch immer nur in der Ferne zu leben, weil doch dort angeblich das Glück wohne... (vgl. Janosch, Komm, wir finden einen Schatz!), darauf kommt es an. Die Sucht nach Vorhersagen, die Illusionen, die sich Menschen und Politiker dabei hingeben, das ist das eigentliche Opium, das sie konsumieren und mit dem sie ihr Leben glauben zu bewältigen, und nicht, wie viele Kritiker in letzter Zeit wieder verstärkt meinen, die aufgeklärte Religion. (vgl. hierzu: Alexander Kissler, Der aufgeklärte Gott, Pattloch 2008). Heiterer Glaubenskrieger 4 von 5 PunktenDie Wahrscheinlichkeit ist groß, ein interessantes Buch in den Händen zu haben, wenn neben Fünfsternbewertungen auch solche mit nur einem zu finden sind. Denn dies deutet meist darauf hin, dass es sich um Angriffe auf Glaubensmodelle handelt, deren Infragestellung Verhaltensmuster ebenso erschüttern wie Institutionen und Bildungsstätten. Entsprechend harsch reagieren denn auch viele Leser. Ein Meisterwerk, wie der Chefredaktor von Wired, Chris Anderson, das Buch von Nassim Nicholas Taleb bezeichnet, ist es zwar nicht. Aber zur Lektüre kann ich es allemal empfehlen. Selbst wenn mich die Übersetzung wenig überzeugt und der Autor allzu sehr dazu neigt, gesprochene mit geschriebener Sprache zu verwechselt. Mir gefiel dieser essayistische Rundschlag gegen Wahrsager, Kurventechniker und Planungsfritzen. Zumal sie ihre Lehren noch immer ohne großen Widerspruch und meist gut bezahlt weitergeben. Ironie des Schicksal ist es, dass Talebs Buch selber ein schwarzer Schwan ist und Auflagen erreicht, die sich zwar jeder Autor wünscht, aber kaum beeinflussen kann. Der ehemalige Trader mit libanesischen Wurzeln schrieb wie viele andere Autoren nichts Neues, hatte jedoch das Glück, dass seine Version Aufmerksamkeit erregte und sich ausbreitete. Und da sich sein Schreibstil auch von allem unterscheidet, was in Creativ Writing-Seminaren oder Fernkursen für künftige Erfolgsautoren gelehrt wird, weckt ein solcher Erfolg noch mehr Neid. Nassim Nicholas Taleb füllt die Seiten aber bestimmt nicht mit Banalitäten, wie ihm einige Rezensenten unterstellen. Denn wäre dem tatsächlich so, würde die Welt anders aussehen. Obwohl ich kein diplomierten Statistiker oder versierter Mathematiker bin, waren mir die unzähligen Gaußschen Normalverteilungen mit ihren Glockenkurven schon in jungen Jahren suspekt. Und als ich mich dann später für die Funktionsweise des menschlichen Gehirns zu interessieren begann, wurde mir auch klar, woher diese Abneigung stammt. Das Alltagsleben kümmert sich herzlich wenig um Theorien, die mit der Praxis wenig zu tun haben. Komplexe Systeme lassen sich weder mit schönen Kurven, noch mit verdünnter Quantenphysik festhalten oder beschreiben. Der Stil des Autors mag für viele Leser gewöhnungsbedürftig sein. Doch im Zweifelsfall ziehe ich gehobenen Smalltalk einem abgehoben Wissenschaftsreferat vor. Und dass sich ein Autor das Recht nimmt, seine Weltanschauungen mit biografischen Elementen zu garnieren, stört mich offenbar sehr viel weniger als andere Leser. Allerdings fand auch ich, der Autor wiederhole sich allzu oft und habe den roten Faden öfters aus den Augen verloren. Zudem mag ich es nicht besonders, wenn sich ein Autor profiliert, indem er andere mit dem billigen Trick ausgewählter Zitate niedermacht, ohne diese in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Aber mehr als einen Stern Abzug sind mir diese Verfehlungen nicht wert. Denn schließlich geht es um die Verbreitung einer Botschaft, die Beachtung verdient. Und die heißt in extremer Verkürzung: Selbst wenn wir für unser Seelenheil nach stimmigen Geschichten dürsten, bleibt die Wirklichkeit unberechenbar und überraschend. Mein Fazit: Die Paradoxien komplexer Systeme, wie das Leben nun einmal eines ist, lassen sich schlecht in den gängigen Formen beschreiben. Nassim Nicholas Taleb, früher selber ein Vertreter der planenden Zunft, konfrontiert seine Leser auf unterhaltsame Weise mit Problemen, die für einige offenbar banal sind, aber für die meisten trotzdem zu alltäglichen Hindernissen werden. Für Leser, die nicht jedes Wort und jede Argumentation auf die Goldwaage legen, ist die Lektüre dieses verbalen Rundschlags sicher ein Gewinn. Trotz holperiger Übersetzung, unnötigen Längen und einem verblassten roten Faden. Eine Ode an das selbständige Denken 5 von 5 PunktenDer Empiriker befasst sich damit, daß es unmöglich ist aufgrund der Vergangenheit Prognosen für die Zukunft zu treffen und erklärt warum man Experten, Statistikern usw. nicht so einfach glauben sollte, vor allem in wirtschaftlichen Belangen. Macht aber glaubhaft, daß Kaffee trinken weiterhin sicher ist, da die Billionen Elementarteilchen aus denen der Becher besteht nicht mehrmals hintereinander in die gleiche Richtung springen werden damit dieser von selbst umfällt. Er schreibt von der Angewohnheit vieler Menschen nur die Infos zu akzeptieren, die in ihr Weltbild passen, wie sie sich dadurch selbst behindern, daß durch welche Kontrollzwänge psychische Krankheiten entstehen und aus welchen Gründen in der Religion halt gesucht wird. Davon daß viele glauben mehr zu wissen als sie es tatsächlich tun und der umgekehrte Fall eine wahre Rarität ist. Daß wenn wir den Erwartungen von anderen nicht entsprechen es nur wehtut wenn wir diese selbst hegen. Ein wirklich tolles, interressantes, intelligentes und witziges Buch, das motiviert, zum nachdenken anregt und lehrreich ist. Geeignet für alle, die sich dafür interressieren, warum die Welt ist wie sie ist. In diesem Sinne: immer schön neugierig und skeptisch bleiben !! Vorsicht, nichts für fanatischer Statistiker 5 von 5 PunktenTaleb beschreibt auf hervorragende, allerdings sehr eigensinnige und gewöhnungsbedürftige Weise ein Phänomen, das uns alle betrifft, ob wir das nun wollen oder nicht. Interessant auch das Timing seines Buches, das just zu einem Zeitpunkt erscheint, an dem seinem beispielhaften Truthahn, der bis jetzt nur gefüttert wurde, und der deshalb so falsche Schlüsse über das Wesen der Welt gezogen hat, unvermittelt der Hals umgedreht wird. Einer von Talebs Lieblingsfeinden sind dabei quantitative statistische Methoden zur Einschätzung wirtschaftlicher Risiken und dabei insbesondere Normalverteilungen. Dabei grenzt er zwischen Fällen ab, in denen diese statistischen Methoden zulässig sind, dem so genannten "Mediokristan" und denen, in denen sie katastrophal versagen, dem so genannten "Extremistan". Leider rutscht der Autor stellenweise in esoterisches Geschwafel ab, etwa wenn er über fraktale Symmetrien in der Natur fantasiert. Leider versäumt er es auch, und das ist sein größtes Problem, darauf hinzuweisen, dass Normalverteilungen beileibe nicht das einzige statistische Instrument sind, eine Tatsache, an der viele Kritiker, unter anderem in hier veröffentlichten Rezensionen, ansetzen. Diese Kritik erinnert jedoch eher an picklige StarTrek-Fans, die über die Form von Warpkernen diskutieren, anstatt sich darüber klar zu sein, dass es gar keine Warpkerne gibt. Wer jedoch im Gegensatz zu einigen dieser Kritiker zwischen den Zeilen lesen kann, genügend Intelligenz besitzt, die angesponnenen Gedankenfäden fortzusetzen, und begreift, dass das Leben kein Schachspiel ist, wird erkennen, dass sich Talebs Kritik auch auf andere mathematische Methoden erweitern lässt. Es geht in diesem Buch daher letztendlich um die Wahnvorstellung, alles und jedes im Leben ließe sich quantifizieren und statistisch schematisieren. Nehmen wir das Buch als Anregung zu eigenen Gedanken. |
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