... 

Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman von Uwe Tellkamp

Zoom Produkt-Bild: Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman
Gebundene Ausgabe von Suhrkamp Verlag
Preis bei Amazon: EUR 24,80, Angebote ab EUR 19,00

3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3518420208, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: 1

5 Kundenrezensionen:

Sehr empfehlenswert, weiß nicht, wie es auf DDR-unerfahrene Leser wirkt
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Dieses Buch empfehle ich allen, die mit der DDR noch in Kontakt gekommen sind. Sei es auch nur, so wie ich, als Kind und damit später durch die Erzählungen meiner Eltern. Ich weiß nicht, wie andere Leser dieses Buch wahrnehmen. Ich freue mich auf die Diskussionen mit meinen Bekannten darüber. Für mich schon mal sehr positiv: dieses Buch regt dazu an!

Mich hat dieses Buch ausgesprochen lebendig in die damalige Gesellschaft und in die Familie wie in eine andere Welt versetzt. Diesbezüglich vergleiche ich dies mit Franzens "Die Korrekturen" oder ja, auch mit den Buddenbrooks. Diese Welt ist sehr intensiv, sehr detailliert beschrieben. Dieses Buch ist denkbar ungeeignet um nach einem harten Arbeitstag mal schnell noch 3 Seiten im Bett zu lesen. Es kommt mit einer derartigen Sprachgewalt daher, die für mich auch teilweise zu lyrisch ist.

Ich wage die Behauptung, dass Uwe Tellkamp absichtlich die ersten 100 Seiten als einen Vorraum zu einer Galerie verfasst hat:

"Kommt herein, gewöhnt Euch an die Ruhe, lernt wieder intensiv wahrzunehmen."

Wer sich daran artig hält, ohne ängstlich wieder hinauszulaufen, der wird reichlich belohnt! Meine Belohnung war eine mögliche Antwort auf die Frage, wie hätte meine Jugend in diesem System aussehen können.
Ein Roman an dem man nicht vorbei kommt
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Eine eigentliche Geschichte gibt es nicht. Es ist eine Zustandsbeschreibung einer kurzen Zeitepisode in gesellschaftlichen Verhältnissen, die vielen unbekannt geblieben sind, egal ob sie nun in der DDR, der BRD oder sonst wo aufgewachsen sind. Die Frage der Authentizität lässt sich wohl nur so beantworten, dass die beschriebenen Zustände von vielen als authentisch wahrgenommen werden. Das vermittelte Gefühl ist stimmig, insofern spielt es keine Rolle,ob nun alle Details wahr sind oder nicht. Die Romansprache zeugt von überragendem Können. Dennoch erschienen mir viele Episoden als zu langatmig, weil eben trotz der schönen Sprache mit ihren Beschreibungen in der Tat keine umschriebene Geschichte erzählt wird, also nichts passiert. Episoden, wie z.B. Meno's Tagebuchaufzeichnungen habe ich daher "quer gelesen". So habe ich den ganzen Roman geschafft und kann mitreden.
ermüdend, ermüdend, ermüdend
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Das Buch ist sprachlich ungenügend, teils überlange Sätze, insbesondere aber ausufernd lange Wiedergabe von Diskussionen in einem sehr zerhackten Stil; dabei kann man bald kaum noch folgen. Schade. Die gelegentliche Wiedergabe von DDR-Witzen hilft dann kaum weiter. Ich kann das Buch nicht zuende lesen.
Jede der 973 Seiten hat sich gelohnt, keine war zuviel
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Uwe Tellkamp, Der Turm

Ich bin kein Literaturexperte, lese aber gern Gegenwartsliteratur und das ein oder andere klassische. Ich kann sagen dass ich glaube, dass es sich bei dem Roman von Tellkamp um einen großartigen Roman handelt. Zählt auf jeden Fall zu dem Besten, was ich in meinem Leben gelesen habe. Jede der 973 Seiten hat sich gelohnt. Ich bin überwältigt. Es gibt viele intelligente und gekonnte Rezensionen, denen ich eigentlich nicht das Wasser reichen kann, ich kann nur sagen dass dieser Roman großartig ist, sehr authentisch, einfach klasse. Das ist mit ziemliche Sicherheit Literatur die bleibt. Keine Eintagsfliege. Einfach faszinierend wie Uwe Tellkamp seine Figuren entwickelt, Beobachtungen detailliert und wortgewaltig und bilderreich beschreibt. Das finde ich keineswegs ermüdent oder ausufernd sondern als stilistisches Mittel absolut geeignet den allmählichen Untergang eines Systems zu beschreiben. Der Mann kann beobachten und erzählen. Ich hab?s genossen. Das Buch werde ich mit Sicherheit mindestens noch einmal lesen. Ich denke auch, dass es Aussagewert hat über den konkreten zeitgeschichtlichen Hintergrund, der letzten Jahre der DDR hinaus.
Verschnarchtes DDR-Endzeit-Gedöns
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Bildungsbürger in einem Dresdner Villenviertel, die sich ein paar Jahre vor der Wende über das System mokieren, sich anpassen oder auch nicht. Uwe Tellkamps mit dem Kommerzpreis des deutschen Buchhandels dekoriertes 1000-Seiten-Werk beginnt mit einer bildreichen "Ouvertüre" in Form eines Endlossatzes: "... dem Wind vom Meer, das die sozialistische Union umschloß ... ein Kontinent Laurasia, in dem die Zeit eingekapselt war in eine Druse, zur Anderzeit geschlossen ... auf dem Meer, dem dunklen Ozean in immerwährender Nacht, suchend, suchend, der sich zweigt in Strom und Flüsse, kriechend um die bewohnten Inseln ... in der Nacht der Strom, ein ermüdendes krankes Tier, träumend in einem Schlafgehäuse". Wohlgemerkt, wir befinden uns in Dresden.

Weniger aufgeblasen geht es weiter. Nämlich mit ausgedehnten Beschreibungen des Treibens und Trachtens der traumdösigen, schlechtgezeichneten Protagonisten. Tellkamp hüllt sie in ein Schlafgehäuse aus Drögem, Nebensächlichem und enzyklopädischem Wissen über Marken- und Firmennamen der DDR.

Das noch größere Problem als die verschnarchte Erzählweise ist, dass Tellkamp nichts zu sagen hat. Nicht einmal zum Thema Kranksein fällt dem gelernten Arzt etwas Überraschendes ein. Zur Zeichnung eines langweiligen Umfelds würde, wenn dann, auch gehören, dass viele die DDR kuschlig fanden. Bliebe nur noch die Sprache, um zu überzeugen. Doch Tellkamp greift zu einem Duktus, der literarisch gemeint ist, an diesem Anspruch aber um die Länge eines Plankommissionsgebäudes vorbeischrammt. So versinken auch die Beschreibungen toller Dresdner Schauplätze im dunklen Ozean aus Verbalgedöns und gestriezelten Dialogen.
© 1998-2009 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften